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Globales Denken erfordert regionales Handeln.


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Klimaschutz: „Transportarme Produkte sind nachhaltige Produkte“

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Bild: Schnittholz von heimischen Sägewerken mit dem HOLZ VON HIER Klima- und Umweltlabel: ein Best-Practise-Beispiel für die konkrete Umsetzung von  europäischen Nachhaltigkeitsstrategien (Bild: HvH).

Transportarme Produkte sind nachhaltige Produkte

Ein wachsender Anteil der globalen Warenströme ist von Bedarf und Wirtschaftswachstum abgekoppelt. Die Außenhandelswarenströme weltweit Transporte sind seit 1970 gegenüber der Produktion überproportional gestiegen. Das heißt, dass die Warenströme nicht durch gestiegenen Bedarf bedingt sind. Ein wachsender Anteil der globalen Warenströme ist daher vom Bedarf her überflüssig.

Reduktion der Klima- und Umweltbelstung durch Transporte über technische Maßnahmen erreichen zu wollen reicht für den Klimaschutz heute nicht mehr aus. Eine Reduktion der Transportkilometer im Produktumweltrucksack ist heute mehr als nötig.

Maßnahmen zur Verminderung der verkehrsbedingten Umweltbelastung in Europa

Allen Bemühungen zum Trotz steigt der LKW-Verkehr proportional am stärksten an. Dabei werden von der EU diverse Anstrengungen unternommen, um die Umweltbelastungen durch Verkehr zu senken. Diese beschränken sich bisher jedoch wietgehend auf …

  • (1) technische Maßnahmen wie (a) Effizienzsteigerungen (verbrauchsärmere Motoren, ein 40 Tonner verbraucht heute 30% weniger als sein Vorgänger aus den 1960ziger Jahren, Verbrauch heute ca. 30 Liter auf 100 km im Schnitt für 40Tonner, das gilt zudem nur für Deutsche LKW !. (b) Neue Antriebe (Auswirkungen v.a. auf die Bremsenergie und das Laden der Batterie).
  • (2) alternative Kraftstoffe (Treibstoffe aus Biomasse. Aber siehe Biomassediskussion! Biofuels sind fürs Klima heute eher katastrophal)
  • (3) Materilaien udn Ökodesign, wie (a) leichte Werkstoffe für den LKW-Bau (noch wenig in der Umsetzung, Leichte LKW mit noch geringem Marktanteil) oder (b) aerodynamische Formgebung.
  • Die Reduzierung der Transportstrecken und damit eine echte Entkopplung von Wirtschaftswachstum und Verkehrsaufkommen wie es im 6. Umweltaktionsprogramm der EU, aus Klima- und Umweltschutzgründen, sowie im Sinne der Nachhaltigkeitsstrategien der EU gefordert wird, ist bisher noch kaum im Fokus.
  • Das Umweltlabel HOLZ VON HIER hat genau diesen Fokus bei Produkten in den Mittelpunkt gerückt und ist damit ein best-praktise-Beispiel.

Produktumweltampel

Mit Förderung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt wurde eine Produktumweltampel entwickelt, die Holz von Hier in 2016, gemeinsam mit Unterstützung von Partnern national und in einzelnen Bundesländern (wie z.B. der Bayerischen Sparkassenstiftung) herausgibt. Mit der Produktumweltampel wird gezeigt, dass die Transporte nicht nur einen „gewissen Anteil“, sondern im Gegenteil einen ganz wesentlichen Anteil an der Nachhaltigkeit eines Produktes haben können.

Was jeder tun kann: fragen Sie beim nächsten Produktkauf nach dem Label „HOLZ VON HIER“.

Produkte mit dem Label HOLZ VON HIER stehen für Holz der kurzen Wege aus nachhaltig bewirtschafteten heimischen Wäldern entlang der gesamten heimischen Verarbeitungskette. Das trägt systemimmanent zum Schutz der weltweiten Biodiversität bei. Fragen Sie beim nächsten Produkteinkauf nach dem Label HOLZ VON HIER, denn je mehr Sie dies nachfragen umso mehr werden Hersteller, Händler und Baumärkte auch verstärkt auf das neue Label HOLZ VON HIER setzen und damit weltweit einen wichtigen Beitrag leisten Klima, Biodiversität und Ressourcen zu schützen. Holz von Hier ist nicht nur ein Klima- und Umweltlabel sondern eine junge gemeinnützige Initiative, die zum Schutz von Klima, Biodiversität und Ressourcen sowie zur regionalen Wertschöpfung und Verbraucherschutz beiträgt. Dazu brauchen wir Ihre Unterstützung! Beteiligen Sie sich an Holz von Hier Aktionen, schenken Sie uns ein Link und Like und abbonieren Sie diesen Blog. Mehr Infos unter http://www.holz-von-hier.de

 


Die gemeinnützige Initiative Holz von Hier, mit dem gleichnamigen Klima- und Umweltlabel HOLZ VON HIER, hat das Ziel einen Beitrag zu Klima-, Umwelt- und Ressourcenschutz sowie regionaler Wertschöpfung und Verbraucherschutz zu leisten. Das geht, neben politischen Vorgaben, nur über Information und nachhaltige Produkte. Wie Sie das unterstützen können, wie wir gemeinsam hier viel bewegen können und die Ziele ganz konkret umsetzen können erfahren Sie unter „aktiv werden“ bei http://www.holz-von-hier.de


Dieser Beitrag wurde für HOLZ VON HIER verfasst von G. Bruckner und P. Strohmeier.
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Klimaschutz: „Güterverkehr findet auf der Straße statt – mit erhöhtem Transportaufkommen“

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Bild: Transport in Afrika. Güterverkehr findet auf der Straße statt. In Deutschland unterliegen Transporte deutscher Transportunternehmen strengen Sicherheits- und Umweltauflagen sowie auch Tonnagebegrenzungen. (Bild B&S).

Der Güterverkehr findet auf der Straße statt – mit erhöhten Transportaufkommen.

  • Der Großteil des Güterverkehrs findet wie bekannt auf der Straße statt. Im Jahr 2012 beispielsweise waren die in Deutschland transportierten Waren wie folgt auf die Transportmittel verteilt: 3.120 Mio. t Waren wurden per LKW auf der Straße transportiert (356 Mio. t auf der Schiene und 259 Mio. t auf Flüssen). Auf der Straße wurden davon nur etwa 3 Mio. t von deutschen LKW innerhalb Deutschlands transportiert.
  • Entwicklung des Welthandels und dessen Tansporte. Im Jahr 1950 waren es noch 0,6 Milliarden US Dollar, die mit Welthandel verdient wurden, im Jahr 1990 waren es bereits 3.5 Mrd. US Dollar und im Jahr 2011 etwa 18 Milliarden US Dollar, das ist eine exponentielle Steigerung.
  • Demzufolge entwickelte sich auch der Weltnutzfahrzeugmarkt exponentiell (KPMG: gesamt 12.090). Allein in den letzten 10 Jahren ist der Nutzfahtrzeugmarkt weltweit erheblich angestiegen. Von 2005 bis 2015 um 2.570.000 mehr Nutzfahrzeuge, davon allerdings 97% (2.500.000) in Ländern, die nicht den Europäischen Umweltstandards für Nutzfahrzeuge entsprechen, die teils aber auch Güter in die EU transportieren. Das bedeutet, dass die Umweltbelastungen, die mit Produkten auf dem europäischen Markt verbunden sind, zugenommen haben und zunehmen werden.
  • Ein wachsender Anteil der globalen Warenströme ist von Bedarf und Wirtschaftswachstum abgekoppelt. Die Außenhandelswarenströme weltweit Transpoprte sind seit 1970 gegenüber der Produktion überproportional gestiegen. Das heißt, dass die Warenströme nicht durch gestiegenen Bedarf bedingt sind. Ein wachsender Anteil der globalen Warenströme ist daher vom Bedarf her überflüssig.

Produktumweltampel

Mit Förderung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt wurde eine Produktumweltampel entwickelt, die Holz von Hier in 2016, gemeinsam mit Unterstützung von Partnern national und in einzelnen Bundesländern (wie z.B. der Bayerischen Sparkassenstiftung) herausgibt. Mit der Produktumweltampel wird gezeigt, dass die Transporte nicht nur einen „gewissen Anteil“, sondern im Gegenteil einen ganz wesentlichen Anteil an der Nachhaltigkeit eines Produktes haben können.

 


Die gemeinnützige Initiative Holz von Hier, mit dem gleichnamigen Klima- und Umweltlabel HOLZ VON HIER, hat das Ziel einen Beitrag zu Klima-, Umwelt- und Ressourcenschutz sowie regionaler Wertschöpfung und Verbraucherschutz zu leisten. Das geht, neben politischen Vorgaben, nur über Information und nachhaltige Produkte. Wie Sie das unterstützen können, wie wir gemeinsam hier viel bewegen können und die Ziele ganz konkret umsetzen können erfahren Sie unter „aktiv werden“ bei http://www.holz-von-hier.de


Dieser Beitrag wurde für HOLZ VON HIER verfasst von G. Bruckner und P. Strohmeier.


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Klimaschutz: „Bedeutung von Transportstrecke, Transportgut, Transportmittel“

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Bild: LKW Stopp in Westafrika. Jede Art von LKW transportiert hier jede Art von Waren. Europäische Umweltstandards sind hier sowie weltweit für den Transport nicht voraussetzbar. (Bild B&S).

Bedeutung von Transportstrecke, Transportgut, Transportmittel

Die Transporte im Stoffstrom von Produkten sind heute in nahezu allen Produktbereichen global geworden. Die Transporte im Stoffstrom von Produkten, also von der Gewinnung aller Rohstoffe für das Produkt über alle Zwischenprodukte bis hin zu Endfertigung, können den „Klima- und Umweltruckack“ eines Produktes (die Klima- und Umweltbilanz des Produktes) erheblich verschlechtern. Dennoch sind die Transporte im gesamten Stoffstrom von Produkten bisher politisch und in nahezu allen Umsetzungsinstrumenten ein vernachlässigter Faktor.

Den spezifischen Verbrauch durch technische Massnahmen zu senken ist zwar wichtig, stellt aber letztlich nur eine Symptombekämpfung dar und greift das Problem nicht an der Wurzel an oder lenkt vom eigentlichen Problem eher ab, den explodierenden globalen Warenströmen im Stoffstrom von Produkten. Bei den Transporten spielen folgende Aspekte eine Rolle:

  • (1) das Transportmittel (dessen Bedeutung meist überschätzt wird),
  • (2) das Transportgut (dessen Bedeutung meist unterschätzt wird) und
  • (3) die Transportstrecken mit Länge und Route (deren Umfang in den meisten Produktökobilanzen erheblich unterschätzt wird).

(1) Transportmittel

In der EU wurden und werden enorme Anstrengungen unternommen, auch die Umweltbelastungen durch Verkehr zu senken. Bisher setzt man hier allerdings vor allem im Bereich Technik (Euro Normen) und Biosprit an. Die von der europäischen Politik verfolgten Effizienzmaßnahmen sind dabei: technische Effizienzsteigerungen, neue Antriebe, alternative Kraftstoffe, Einsatz leichter Werkstoffe, Aerodynamik. Diese technischen Effizienzmaßnahmen wirken sich jedoch vor allem auf den wirtschaftlichen Erfolg aus und weniger auf die Umweltbelastung, weil gleichzeitig die Transportstrecken bei zunehmend globalen Stoffströmen immer länger werden. Das Transportaufkommen pro Produkt wird also immer größer.

  • So spart beispielsweise die Umstellung eines LKWs von Euro-Norm 1 auf Euro-Norm 5 gerade so viel CO2 ein, wie bei einer Reduzierung der Transportdistanzen durch regionale Kreisläufe um 6-7% des Jahrestransportaufkommens. Durch Reduktion von Euro I bis Euro V wurden die Emissionen beim CO um 88%, beim HC (Kohlenwasserstoffe) um 97%, beim NOx um 97%, bei PM (Partikel) um 97% gegenüber 1992 gesenkt. Beim CO2 (Kohlendioxid) und SO2 (Schwefeldioxid), den relevanten Gasen für Klimaerwärmung und Versauerung, wurden die Emissionen dadurch hingegen kaum gesenkt.
  • Auch der Europäische Fokus auf die sogennaten „Bio“-Kraftstoffe trägt faktisch kaum etwas zur Klimaentlastung bei, teilweise sogar im Gegenteil. So hat der Wissenschaftliche Beirat für Globale Umweltfragen der Bundesregierung (WGBU) bereits 2009 in seinem Jahresgutachten eindringlich darauf hingewiesen, dass die Produktion von 1 Tonne Palmöl (für „Bio“Sprit) etwa 30 Tonnen CO2 erzeugt. Nahmhafte Wissenschaftler weltweit sprachen sich aus Kliamschutzgründen seit dem Jahr 2000 bereits sehr deutlich gegen die Nutzung von Palmöl aus und merkten immer wieder an, dass dieser Weg zu überdenken sei. Für Palmölplantagen in den Tropen wurden und werden weiter weltweit Urwälder in einem katastrophalen Ausmass abgeholzt (vgl. Berichte UNEP und Interpool „Green Carbon – Black Trade“).

(2) Transportgut

Die Bedeutung des Transportgutes wird in Berechnungen meist vernachlässigt, dabei ist die Klima- und Umweltbelastung bei Volumengütern und Palettenware etwa 1,7-fach höher als bei Massen- und Durchschnittsgütern.

(3) Transportstrecken

Die Länge der Transportstrecken aber spielt die entscheidende Rolle bei den Umweltbelastungen durch die Transporte. Hierbei spielt die absolute Länge, aber auch die Transportroute für bestimmte Aspekte eine Rolle. Beispielsweise beim Risiko für Biodiversitätsverluste durch Transporte spielt es auch eine Rolle auf welcher Strecke die Fracht transportiert wird.

Der Güterverkehr findet auf der Straße statt – mit erhöhten Transportaufkommen.

  • Der Großteil des Güterverkehrs findet wie bekannt auf der Straße statt. Im Jahr 2012 beispielsweise waren die in Deutschland transportierten Waren wie folgt auf die Transportmittel verteilt: 3.120 Mio. t Waren wurden per LKW auf der Straße transportiert (356 Mio. t auf der Schiene und 259 Mio. t auf Flüssen). Auf der Straße wurden davon nur etwa 3 Mio. t von deutschen LKW innerhalb Deutschlands transportiert.
  • Entwicklung des Welthandels und dessen Tansporte. Im Jahr 1950 waren es noch 0,6 Milliarden US Dollar, die mit Welthandel verdient wurden, im Jahr 1990 waren es bereits 3.5 Mrd. US Dollar und im Jahr 2011 etwa 18 Milliarden US Dollar, das ist eine exponentielle Steigerung.
  • Demzufolge entwickelte sich auch der Weltnutzfahrzeugmarkt exponentiell (KPMG: gesamt 12.090). Allein in den letzten 10 Jahren ist der Nutzfahtrzeugmarkt weltweit erheblich angestiegen. Von 2005 bis 2015 um 2.570.000 mehr Nutzfahrzeuge, davon allerdings 97% (2.500.000) in Ländern, die nicht den Europäischen Umweltstandards für Nutzfahrzeuge entsprechen, die teils aber auch Güter in die EU transportieren. Das bedeutet, dass die Umweltbelastungen, die mit Produkten auf dem europäischen Markt verbunden sind, zugenommen haben und zunehmen werden.
  • Ein wachsender Anteil der globalen Warenströme ist von Bedarf und Wirtschaftswachstum abgekoppelt. Die Außenhandelswarenströme weltweit Transpoprte sind seit 1970 gegenüber der Produktion überproportional gestiegen. Das heißt, dass die Warenströme nicht durch gestiegenen Bedarf bedingt sind. Ein wachsender Anteil der globalen Warenströme ist daher vom Bedarf her überflüssig.

Produktumweltampel

Mit Förderung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt wurde eine Produktumweltampel entwickelt, die Holz von Hier in 2016, gemeinsam mit Unterstützung von Partnern national und in einzelnen Bundesländern (wie z.B. der Bayerischen Sparkassenstiftung) herausgibt. Mit der Produktumweltampel wird gezeigt, dass die Transporte nicht nur einen „gewissen Anteil“, sondern im Gegenteil einen ganz wesentlichen Anteil an der Nachhaltigkeit eines Produktes haben können.

 


Die gemeinnützige Initiative Holz von Hier, mit dem gleichnamigen Klima- und Umweltlabel HOLZ VON HIER, hat das Ziel einen Beitrag zu Klima-, Umwelt- und Ressourcenschutz sowie regionaler Wertschöpfung und Verbraucherschutz zu leisten. Das geht, neben politischen Vorgaben, nur über Information und nachhaltige Produkte. Wie Sie das unterstützen können, wie wir gemeinsam hier viel bewegen können und die Ziele ganz konkret umsetzen können erfahren Sie unter „aktiv werden“ bei http://www.holz-von-hier.de


Dieser Beitrag wurde für HOLZ VON HIER verfasst von G. Bruckner und P. Strohmeier. 


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Klimaschutz: „Klimakiller lange Transporte“

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Bild: Zunehmende Warentransporte rund um den Globus sind einer der Hauptklimakiller. (Bild: B&S).

Klimakiller Nummer 3: lange Transporte und globale Waremströme

Der globalisierte Verkehr bildet die drittgrößte Quelle für Treibhausgase, die den Klimawandel bewirken.

  • Der weltweite Handel mit Waren und Rohstoffen steigt in rasantem Tempo. Dies ist in mancher Hinsicht sicherlich eine Notwendigkeit, insbesondere bei speziellen Gütern oder Rohstoffen, die ein begrenztes Herkunftsgebiet aufweisen. Fragwürdiger werden solche Transporte bei Rohstoffen, Gütern und Produkten, die im Prinzip in allen Teilen der Welt gleichermaßen vorkommen.
  • Die Beispiele sind zahllos, von Nordseekrabben, die in Afrika gepult und dann wieder in Norddeutschland verkauft werden, über Fleisch für Fertiggerichte, das tausende von Kilometern im Stoffstrom zurücklegt, bis hin zu Buchenrundholz aus Deutschland, welches nach China verschifft und dort zu Möbelgestellen verarbeitet wird, aus denen wiederum nahe am Wuchsort Polstermöbel gefertigt werden.
  • Von den weltweit verschifften Containern gelangen über 20% aus Asien nach Europa, 17% nach Nordamerika. Umgekehrt kommen nur etwa 7% von Europa und 8% von Nordamerika nach Asien (Deutsche Bahn, Museum Nürnberg).
  • Deutschland hat seit Kyoto in fast jedem Sektor CO2-Emissionen eingespart (Haushalte, Gewerbe bis zu 40%), die CO2-Emissionen im Verkehrssektor sind aber auch bei uns angestiegen (BMWI, 2009, 2010).
  • Transporte sind bisher der einzige Sektor innerhalb der EU, in dem bisher keine CO2-Einsparmaßnahmen erzielt werden konnten. Bisher erreichte Verbesserungen im Verbrauch und der Verkehrstechnologie wurden durch einen erheblich schneller ansteigenden Verkehr weit überkompensiert. Die bisherigen Maßnahmen zeigen keine Klimaschutzwirkung.

Selbst die Forst- und Holzwirtschaft zählt aktuell zu den transportintensiven Branchen.

  • Deutschland rangiert beim Rundholzimport auf Platz 3 und beim Rundholzexport auf Platz 5 weltweit (FAO, 2011).
  • Deutschland ist zudem der zweitgrößte Schnittholzimporteur und der viertgrößte Schnittholzexporteur der Welt (s.o.).
  • Nur 30% des Holzes in Holzprodukten auf dem deutschen Markt ist heute auch in deutschen Wäldern gewachsen (WWF, 2008).
  • Importiert wird fast alles, vom Rundholz über Schnittholz, Halbwaren, Parkett, Möbel und vieles mehr, bis hin zu Dachstühlen und ganzen Holzhäusern.
  • Die Stoffströme werden auch hier immer unübersichtlicher und weniger nachvollziehbar.

Güterverkehr findet auf der Straße statt.

Der Großteil des Güterverkehrs findet wie bekannt auf der Straße statt. Im Jahr 2012 beispielsweise waren die in Deustchand transportierten Waren wie folgt auf die Transportmittel verteilt: 3.120 Mio. t Waren wurden per LKW auf der Straße transportiert, 356 Mio. t auf der Schiene und 259 Mio. t auf Flüssen. Auf der Starße wurden davon nur etwa 3 Mio. t von deutschen LKW innerhalb Deutschlands transportiert.

Entwicklung des Welthandels und dessen Tansporte.

Im Jahr 1950 waren es noch 0,6 Milliarden US Dollar, die mit Welthandel verdient wurden, im Jahr 1990 waren es bereits 3.5 Mrd. US Dollar und im Jahr 2011 etwa 18 Milliarden US Dollar, das ist eine exponentielle Steigerung. Demzufolge entwickelte sich auch der Weltnutzfahrzeugmarkt (KPMG: gesamt 12.090). Allein in den letzten 10 Jahren ist dieser weltweit erheblich angestiegen.

  • Von 2005 bis 2015 um 2.570.000 mehr Nutzfahrzeuge, davon allerdings 97% (2.500.000) in Ländern, die nicht den Europäischen Umweltstandards für Nutzfahrzeuge entsprechen, die teils aber auch Güter in die EU transportieren.
  • Das bedeutet, dass die Umweltbelastungen, die mit Produkten auf dem europäischen Markt verbunden sind, zugenommen haben und zunehmen werden. Ein wachsender Anteil der globalen Warenströme ist von Bedarf und Wirtschaftswachstum abgekoppelt.
  • Die Außenhandelswarenströme weltweit Transpoprte sind seit 1970 gegenüber der Produktion überproportional gestiegen. Das heißt, dass die Warenströme nicht durch gestiegenen Bedarf bedingt sind. Ein wachsender Anteil der globalen Warenströme ist daher vom Bedarf her überflüssig.

Entwicklung des Verkehrsaufkommens in Deutschland.

Auch in Deutschland hat die Steigerung im Güterverkehr auf der Straße per LKW sehr stark zugenommen, allen Bemühungen, wie einer Verlagerung von Gütern auf die Bahn zu trotz.

  • Güterverkehr 1990: Gesamt: 287 Mrd. tkm: davon LKW:170 Mrd. tkm (59%), davon Bahn: 62 Mrd. tkm, Binnenschiff: 55 Mrd. tkm.
  • Güterverkehr 2010: Gesamt: 614 Mrd. tkm: davon LKW: 453 Mrd. tkm (74%), davon Bahn: 104 Mrd. tkm, Binnenschiff: 57 Mrd. tkm.
  • Güterverkehr Prognosen 2025: Gesamt: 936 Mrd. tkm; davon LKW: 704 Mrd. tkm (75%), davon Bahn: 152 Mrd. tkm, Binnenschiff: 80 Mrd. tkm.

Die Transporte haben in der Klimaschutzdiskussion bisher keinen Platz

Die Transporte haben in der Klimaschutzdiskussion bisher keinen Platz. Holz von Hier will das mit Partnern gemeinsam ändern.

  • Wenn wir über Maßnahmen zu Klimaschutz diskutieren, reden wir in Europa politisch und öffentlich meist nur über verbrauchsarme Geräte, Energiesparlampen, Senkung des Energieverbrauches in der Produktion, Energiesparende Techniken. Das ist natürlich alles auch wichtig …
  • … aber noch niemand redet ernsthaft davon, dass man auch die Stoffströme verkürzen muss.
  • Holz von Hier tut dies und zeigt auch auf, welche Folgen die überbordenden Warenströme für Klima, Umwelt, Biodiversität, Ressourcen, Verbraucherschutz und Gesundheit haben.
  • Ist das wirtschaftsfeindlich? Nein, im Gegenteil, denn dadurch wird die regionale Wertschöpfung gefördert.
  • Und Holz von Hier macht auch deutlich, dass durch ein solches „Stoffstromanagement hin zu kurzen Wege in der gesamten Produktionskette wesentlich zur „Entkopplung von Wirtschaftswachstum und Verkehrsaufkommen“ beiträgt …
  • … dies wiederum ist ein wesentliches Ziel im 6. Umweltaktionsprogramm der Europäischen Union. Holz vonHier verfolgt hiermit also starke EU konforme Ziele.

Was jeder tun kann

Fragen Sie beim nächsten Produktkauf nach dem Label „HOLZ VON HIER“. Achten sie auf Produkte die in ihrem Stoffstrom möglichst wenige Kilometer zurück gelegt haben. Das einzige Label, das bisher kurze Wege im gesamten Stoffstrom nachweist ist HOLZ VON HIER.

Produkte mit dem Label HOLZ VON HIER stehen für Holz der kurzen Wege aus nachhaltig bewirtschafteten heimischen Wäldern entlang der gesamten heimischen Verarbeitungskette. Das trägt systemimmanent zum Schutz der weltweiten Biodiversität bei. Fragen Sie beim nächsten Produkteinkauf nach dem Label HOLZ VON HIER, denn je mehr Sie dies nachfragen umso mehr werden Hersteller, Händler und Baumärkte auch verstärkt auf das neue Label HOLZ VON HIER setzen und damit weltweit einen wichtigen Beitrag leisten Klima, Biodiversität und Ressourcen zu schützen.

Holz von Hier ist nicht nur ein Klima- und Umweltlabel, sondern eine junge gemeinnützige Initiative (gegründet 2012) , die zum Schutz von Klima, Biodiversität und Ressourcen sowie zur regionalen Wertschöpfung und Verbraucherschutz beiträgt. Dazu brauchen wir Ihre Unterstützung! Beteiligen Sie sich an Holz von Hier Aktionen, schenken Sie uns ein Link und Like und abbonieren Sie diesen Blog.

 


Die gemeinnützige Initiative Holz von Hier, mit dem gleichnamigen Klima- und Umweltlabel HOLZ VON HIER, hat das Ziel einen Beitrag zu Klima-, Umwelt- und Ressourcenschutz sowie regionaler Wertschöpfung und Verbraucherschutz zu leisten. Das geht, neben politischen Vorgaben, nur über Information und nachhaltige Produkte. Wie Sie das unterstützen können, wie wir gemeinsam hier viel bewegen können und die Ziele ganz konkret umsetzen können erfahren Sie unter „aktiv werden“ bei http://www.holz-von-hier.de


Dieser Beitrag wurde für HOLZ VON HIER verfasst von G. Bruckner und P. Strohmeier.


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Nachhaltige Produkte: „Produkte mit möglichst kurzen Wegen im gesamten Stoffstrom“

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Bild: Transporte rund um den Erdball nehmen zu – statt ab. Das schlägt sich natürlich in der realitätsnah berechneten Umweltbilanz von Produkten nieder. Wie viel Kilometer ein Produkt von der Quelle der Rohstoffe, über alle Produktionsschritte, bis zum Ort des Einbaues oder der Verwendung, in seinem gesamten Stoffstrom zurückgelegt hat, ist heute wesentlich für den Klima- und Umweltrucksack des Produktes. Das Label Holz von Hier zeichnet daher auch kurze Transporte im gesamten Stoffstrom von Produkten aus (Bild: B&S).

Nachhaltige Produkte sind Produkte mit möglichst kurzen Wegen im gesamten Stoffstrom

Produkte mit möglichst kurzen Wegen im gesamten Stoffstrom sind optimal klima-, umwelt- und verbraucherfreundlich (das weist das Label Holz von Hier nach). Das ist ein Feld in dem noch enorme Nachhaltigkeitspotentiale möglich sind, die bisher nicht genutzt werden.

Der globalisierte Verkehr ist die drittgrößte Ursache für den Klimawandel und Einsparung von Transportkilometern trägt erheblich zur Klimaentlastung, dem Schutz von Biodiversität und zur Ressourcenschonung bei.

Ein Beispiel aus dem Bereich Holzprodukte. Würden wir in Deutschland allein die sich mengenmäßig überlappenden Warenströme für Importe und Export von Rundholz, Schnittholz und Holzhalbwaren einsparen ergäbe das allein durch Marktmechanismen eine erreichbare jährliche Klimaentlastung wie sie nur das 100.000 Dächersolarprogramm der Bundesregierung oder der Ausbau aller verbleiben Kleinwasserkraftreserven in Deutschland erbringen würden, die immerhin in Millionenhöhe mit Steuergeldern gefördert werden. Das sind enorme bisher völlig ungenutzte Einsparpotentiale und Klimaschutzpotentiale, die jedoch nur bei bewusster Kaufentscheidung vieler umgesetzt werden können. Hierfür setzt sich Holz von Hier ein.

Aber auch andere Gründe sprechen dafür Produkte zu kaufen, die vollständig (!) in ihrem gesamten Stoffstrom, innerhalb Deutschlands oder der EU hergestellt wurden und auch hier auch wieder recycelt oder entsorgt werden. Produkten und Entsorgung unterliegen in Deutschland und Europa auch den hier geltenden Gesetzen, Richtlinien und Vorschriften, die im internationalen Vergleich die Latte für Umwelt- und Verbraucherschutz enorm hoch gelegt haben. Importprodukte in die EU werden unter völlig anderen Bedingungen in ihren Ursprungsländern produziert.

Aspekte die bei Transporten eine Rolle spielen

Bei den Transporten spielen folgende Aspekte eine Rolle:

  1.  das Transportmittel (dessen Bedeutung  meist  überschätzt wird),
  2.  das Transportgut (dessen Bedeutung meist unterschätzt wird) und
  3.  die Transportstrecken mit Länge und Route (deren Umfang in den meisten Klimabilanzen und EPD erheblich unterschätzt wird).

(1) Bisher einiziger politischer Ansatzpunkt: Effizienzsteigerungen beim Transportmittel

In der EU wurden und werden Anstrengungen, die Umweltbelastungen durch Verkehr zu senken, jedoch bisher vor allem im Bereich Technik (Euro Normen) und Biosprit unternommen. Die europäischen Effizienzmaßnahmen sind bisher

  • technische Effizienzsteigerungen durch neue Antriebe,
  • alternative Kraftstoffe (aber Achtung: Biofuels sind fürs Klima heute eher katastrophal, die Produktion von 1 Tonne Palmöl beispielsweise erzeugt 30 Tonnen CO2, WGBU, 2009),
  • leichte Werkstoffe für den LKW-Bau und Aerodynamik.

Diese technischen Effizienzmaßnahmen wirken sich jedoch vor allem auf den wirtschaftlichen Erfolg aus und weniger auf die Umweltbelastung, weil gleichzeitig die Transportstrecken immer länger werden und das Aufkommen im größer wird. Berechnungen zeigen (B&S für Holz von Hier) zeigen, dass beispielsweise durch die Umstellung eines LKWs von Euro 1 auf Euro 5 gerade so viel CO2 eingespart wird, wie bei einer Reduzierung der Transportdistanzen durch regionale Kreisläufe um 6-7% des Jahrestransportaufkommens, ähnliches gilt für SO2 (vgl. Handbuch zur Produktumweltanmpel SAVE).

(2) Bedeutung des Transportgutes 

Die Bedeutung des Transportgutes wird in Berechnungen meist vernachlässigt, dabei ist die Klima- und Umweltbelastung bei Volumengütern und Palettenware etwa 1,7-fach höher als bei Massen- und Durchschnittsgütern.

(3) Bedeutung der Transportstrecken (Ansatzpunkt Holz von Hier)

Die Länge der Transportstrecken aber spielt die wichtigste Rolle bei den Umweltbelastungen durch die Transporte. Aber auch die Transportroute ist hier wichtig und spielt beispielsweise beim ermittelten Risiko des Biodiversitästverlustes durch die Transporte eine Rolle. Den spezifischen Verbrauch zu senken ist zwar wichtig, stellt aber letztlich nur eine Symptombekämpfung dar und greift das Problem nicht an der Wurzel an oder lenkt vom eigentlichen Problem eher ab, den explodierenden globalen Warenströmen.  

 


Die gemeinnützige Initiative Holz von Hier, mit dem gleichnamigen Klima- und Umweltlabel HOLZ VON HIER, hat das Ziel einen Beitrag zu Klima-, Umwelt- und Ressourcenschutz sowie regionaler Wertschöpfung und Verbraucherschutz zu leisten. Das geht, neben politischen Vorgaben, nur über Information und nachhaltige Produkte. Wie Sie das unterstützen können, wie wir gemeinsam hier viel bewegen können und die Ziele ganz konkret umsetzen können erfahren Sie unter „aktiv werden“ bei http://www.holz-von-hier.de


Dieser Beitrag wurde für HOLZ VON HIER verfasst von G. Bruckner und P. Strohmeier.