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Globales Denken erfordert regionales Handeln.


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Biodiversität: „Der heimische Wald – artenreicher als man denkt“

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Bild: Heimischer Wald mit diversem Jungwuchs. Begleittexte zur Holzinfomeile und Produktumweltampel. Biodiversität: „Der heimische Wald – artenreicher als man denkt“. (Bild: B&S).

Der heimische Wald – artenreicher als man denkt.

Artenvielfalt in heimischen Wäldern. Die vielfältigen Waldfunktionen wie Klima-, Immissions-, Erosions-, Lawinen-, Lärm-, Grundwasserschutz, Hochwasserabmilderung, Erholung und andere, werden umso besser gewährleistet, je höher die Baumartenvielfalt ist. Große Landnutzungsänderungen, wie bei tropischen Primärwäldern, kommen bei uns heute nicht vor. Deutsche Wälder sind seit Jahrhunderten nachhaltig bewirtschaftet, es wird nicht mehr entnommen als nachwächst. Unsere „Alten Nachhaltigkeitswälder“ sind nicht mit, auch nachhaltig bewirtschafteten aber monostrukturierten, tropischen Plantagen vergleichbar. Verantwortliche Waldbesitzer sowie das starke öffentliche Bewusstsein für die ökonomische, aber auch die ökologische und soziale Bedeutung des Waldes ist in Deutschland sehr groß, anders als in vielen anderen Ländern, auch in Europa. Das ist die Grundlage dafür, warum unsere „Alten Nachhaltigkeitswälder“ trotz intensiver Nutzung vergleichsweise artenreich sind (s.u.).

Dennoch gehen in den bewirtschafteten Wäldern Europas die weniger gebräuchlichen Baumarten zurück, wenn sie nicht nachgefragt werden.

Etwa 7.000 bis 14.000 Tierarten und ebenso viele Pflanzenarten leben in heimischen bewirtschafteten Wäldern. Unsere bewirtschafteten Nachhaltigkeitswälder sind auch artenreich. Der Artenreichtum im Wald hängt stark von der Vielfalt der heimischen Baumarten ab. In unseren heimischen nachhaltig bewirtschafteten Wäldern kommen potenziell etwa 60 Baumarten vor. Es besteht ein Zusammenhang zwischen Produktivität und Artenzahl: mit Halbierung der Artenzahl verlieren wir 20% Produktivität und die Produktivität von Monokulturen erfordert hohen Energieaufwand. Baumartenvielfalt macht Wälder stabil und wertvoll. Hochwertige Stämme, aber auch Standardqualitäten ungewöhnlicherer Sortimente (neben der Fichte) erzielen gute Preise und sollten nicht einfach in Sammellose gehen. Besondere Hölzer sind von spezialisierten Verarbeitern gesucht. Sie werden aber immer öfter als Importware bezogen. Auch, weil die Verarbeiter oft nicht wissen, wo sie diese regional bekommen. Baumartenvielfalt ist eine wichtige Grundlage, um auf den Markt und Trends reagieren zu können.

Artenvielfalt im heimischen Wald durch Marktmechanismen und Produkte fördern.

Schutz durch Nutzung der Vielfalt in unseren heimischen bewirtschafteten „Alten-Nachhaltigkeitswäldern“. Anders als in tropischen und borealen Primärwäldern (Urwäldern) trägt gerade die Nutzung dieser Vielfalt der heimischen Baumarten in bewirtschafteten Wäldern zur Förderung der Artenvielfalt bei. Vor allem auf dieser Basis werden Waldbesitzer verstärkt auch seltenere Baumarten in ihren Wäldern anpflanzen und pflegen. Förderung der Vielfalt in heimischen Wäldern erfordert Nutzung möglichst vieler der ca. 60 heimischen Baumarten in Produkten. Markt & Kunden haben den größten Einfluss. Aber es reicht nicht aus, Holzarten zu verwenden, die potentiell bei uns wachsen. Wichtig ist es, Produkte aus heimischen Hölzern der kurzen Wege nachzufragen, denn nur so bleibt die Kette geschlossen und die Nachfrage kann ihre Wirkung im Wald entfalten. Nur wenn Kunden Produkte aus der Bandbreite nachweislich heimischer Hölzer nachfragen, werden diese Baumarten wieder verstärkt angepflanzt. So sollten Produkte aus Holz der kurzen Wege aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern genutzt und beschafft werden.

Das Zertifikat »HOLZ VON HIER« ist hierfür ein transparentes Einkaufsargument.

 


Die gemeinnützige Initiative Holz von Hier, mit dem gleichnamigen Klima- und Umweltlabel HOLZ VON HIER, hat das Ziel einen Beitrag zu Klima-, Umwelt- und Ressourcenschutz sowie regionaler Wertschöpfung und Verbraucherschutz zu leisten. Das geht, neben politischen Vorgaben, nur über Information und nachhaltige Produkte. Wie Sie das unterstützen können, wie wir gemeinsam hier viel bewegen können und die Ziele ganz konkret umsetzen können erfahren Sie unter „aktiv werden“ bei http://www.holz-von-hier.de


Dieser Beitrag wurde für HOLZ VON HIER verfasst von G. Bruckner und P. Strohmeier. 
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Nachhaltigkeit: „Primärwaldschutz: REDD+“

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Bild: Solche Baumriesen, wie hier in Asien, gibt es nur noch wenige. Wenn wir die tropischen und borealen Primärwälder = Urwälder nicht schützen können, geht mehr verloren als „nur“ solche Urwaldriesen. (Bild: B&S)

Die wichtigsten Beispiele für Politische Programme und Handlungsinstrumente zur Nachhaltigkeit und ihre Ansatzwirkung sind: (1) Klima: Kohlenstoffhandel, (2) Energie: EU Nachhaltigkeitsstrategie, (3) Illegaler Holzhandel: FLEGT und Due Diligence, (4) Nachhaltige Waldwirtschaft, (5) Primärwaldschutz: REDD+, (6) Schutz der Biodiversität (ohne Primärwaldschutz): CBD, ITTA, (7) Ressourcenschonendes Europa – Europa 2020. Im Folgenden wird der REDD+ Prozess kurz beschrieben, verschiedene Montags-Blogbeiträge befassen sich mit den anderen Themen. 

Primärwaldschutz: REDD+ ist ein politisches Instrument für Primärwaldschutz, aber praktisch bisher ein zahloser Tiger.

Es existieren international unterschiedliche Vorschläge, der ungebremsten Zerstörung der Primärwälder zu begegnen. Eine davon ist, die Nicht-Nutzung finanziell zu honorieren. Ansätze hierzu finden sich in der REDD+ Strategie, die sich aber noch im Entwicklungsstadium befindet.

REDD+ sieht im Prinzip vor, finanzielle Anreize zu setzen, Abholzung von Primärwald zu vermeiden. REDD+ als ein internationales Abkommen zum Schutz von Primärwäldern ist derzeit aber noch nicht ratifiziert, also im Augenblick generell noch gar nicht wirksam und eine entscheidende Frage ist zudem, woher die finanziellen Mittel hierzu kommen werden/sollen. Diskutiert wird hier der Kohlenstoffhandel.

Pro Jahr werden allein durch Primärwaldrodung mindestens 13 Mrd. t CO2 freigesetzt, davon ca. 2-4 Mrd. t CO2 aus der Zerstörung der organischen Bodenschicht (WBGU, 2009). Das wäre ein Gegenwert an Kohlenstoffzertifikaten von 65 Mrd. € (bei 5 €/Tonne CO2). Und das wäre dennoch immerhin mehr als die wirtschaftliche Bedeutung des Außenhandels mit Holzprodukten.

Dennoch wird in vielen Weltregionen für die Ausbeutung bzw. Sicherung von Rohstoffreserven und Land sowie Raubbau immer noch mehr bezahlt als mit REDD bezahlt werden würde.

Primärwaldschutz durch Instrumente wie den Kohlenstoffhandel umzusetzen ist schwierig und in den Weltklimaverhandlungen noch kaum integriert.

Ansätze zum Schutz von Primärwäldern finden sich in der aktuellen REDD+-Strategie, eine entscheidende Frage ist dabei, woher die finanziellen Mittel hierzu kommen sollen. Von einer Reihe von Akteuren wird dabei die Einbeziehung in den internationalen Kohlenstoffhandel favorisiert. Dies stößt jedoch nicht nur von Seiten diverser Entwicklungsländer und NGO auf Kritik, sondern wurde auch von ökonomischen Studien als teils sogar kontraproduktiv bewertet. Nach Ansicht diverser NGO könnte auf diesem Weg sogar noch mehr Zerstörung von Primärwäldern resultieren.

Primärwaldabholzungen für die Anlage von Holz-/Palmölplantagen wird bisher nicht als Landnutzungsänderung bei den Klimaverhandlungen gewertet, so dass dies die Befürchtung von NGO bestätigt, wenn Länder für die Anlage von Plantagen Kohlenstoffzertifikate bekämen, selbst wenn auf diesen Flächen vorher Primärwald gerodet wurde.

Primärwaldschutz wäre langfristig für die Weltgemeinschaft billiger als die Folgen von Klimawandel und Biodiversitätsverlusten zu bezahlen.   

Es wäre billiger für die Weltgemeinschaft den Ländern mit Primärwäldern den Schutz zu bezahlen als weiter zunehmende Klimafolgen oder die Folgen der Umweltzerstörung. Dies sehen auch Aktionspläne wie der Global Marschall Plan und Strategien wie z.B. REDD+ eigentlich vor, nur bisher ohne durchschlagenden Erfolg. Dabei gilt es schnell zu handeln, denn heute verschwindet Primärwald gerade in den Tropen sehr schnell (z.B. aktueller FAO Weltwaldbericht).

Zudem kosten die Folgen des Klimawandels die Weltgemeinschaft bereits heute 120 bis 200 Mrd. US-Dollar jedes Jahr, mindestens etwa 20 bis 40 Mrd. US-Dollar (grob 20%) davon gehen auf das Konto von Primärwaldabholzungen, vor allem in den Tropen. Das ist ebenso viel wie diese Weltregionen derzeit mit ihren Exporten an Rundholz, Industrieholz, Schnittholz, Holzwerkstoffe und Zellstoff zusammen verdienen (vgl. Tabelle unten).

So gesehen wäre es für Weltgemeinschaft in Summe billiger für den Primärwalderhalt zu bezahlen, als die, zudem weiter steigenden Folgekosten zu tragen. Ist der Primärwald einmal weg, ist das zudem unwiederbringlich, denn Plantagen können die CO2-Emissionen aus den Böden nicht ausgleichen.

Darauf zu warten, dass sich die Weltgemeinschaft auf verbindliche Rechtsgrundlagen einigen könnte, würde viel zu lange dauern und das Instrument des Kohlenstoffhandels ist heute auch zu brüchig und unsicher.

Dennoch würde die Anrechenbarkeit des Primärwaldschutzes (von echten Primärwäldern und nicht von Plantagen natürlich) auf den Kohlenstoffmärkten sowie die Wertung von Primärwaldabholzungen für Plantagen als Landnutzunsänderung, wohl zum Primärwaldschutz beitragen. Hierzu wieder ein Vergleich.

Die Entwaldung von einem Hektar Tropenwald kann bis zu 1 bis 2 Gt (Milliarden Tonnen) CO2 freisetzen (WGBU, 2009). Pro Jahr können so allein durch Primärwaldrodung mindestens 13 Mrd. t CO2 freigesetzt werden, davon ca. 2-4 Mrd. t CO2 aus der Zerstörung der organischen Bodenschicht. Dieser Kohlenstoff wird z.B. auch bei einer Rekultivierung für Plantagen freigesetzt.

Eine Einsparung dieser CO2-Mengen durch Kompensationsmaßnahmen würde derzeit an der Leipziger Kohlenstoffbörse EEX, selbst bei den heute extrem niedrigen Werten der Zertifikate von nur noch 5 €/t CO2(Stand Anfang 2013), immer noch etwa 65 Mrd. € erbringen.

Wäre der Primärwaldschutz in den Kohlenstoffmärkten anrechenbar könnten die Länder Asiens, Afrikas, Lateinamerikas sowie Russland und Kanada, also die Weltregionen mit tropischen und borealen Primärwäldern derzeit damit theroretisch mehr verdienen als in Summe für alle ihre Exporte an Holzprodukten (s. Tabelle mit Daten aus FAO, 2009, 2011). Allerdings ist hier noch nicht das Hauptgeschäft eingerechnet Palmöl von Plantagen für die zuvor Primärwälder gerodet wurden.

REDD-oder-Exporteinnahmen

Abb. 1: Rein rechnerisch könnte Primärwaldschutz den Weltregionen mit tropischen Primärwäldern (Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien) und den Weltregionen mit borealen Primärwäldern ( Russische Förderation, Nordamerika und Kanda) bis zu 65 Mrd. € aus dem Kohlenstoffhandel einbringen – wenn der Primärwaldschutz (über REDD) im Kohlenstoffhandel verankert wäre. Das wäre mehr als diese Länder mit dem Export von Rudnholz, Indsutreiholz, Schnittholz, Holzwrekstoffen und Zellstoff verdienen. (Daten zu Exporteneinnahmen aus FAO, 2009).

Den „Tigern“geht die Luft aus

Umweltschäden senken das Wirtschaftswachstum weltweit, auch das der „Tigerstaaten“. Beispielsweise in China, dem „Wachstumstigerstaat“ schlechthin, betragen die Kosten (!) durch Umweltschäden inzwischen fast 10% des Bruttoinlandsproduktes (www.wikipdia.de, germanwatch.org, http://germanwatch.org/klima/klichi07.pdf). So viel wie das Wirtschaftswachstum Chinas. Ein Nullsummenspiel wirtschaftlich gesehen für die Chinesische Volkswirtschaft. Daher hat China auch angefangen wie keine andere Nation der Welt bisher in Green Technologie zu setzen. Auf der anderen Seite sind es gerade China und andere Asiatische Tigerstaaten, die wie keine andere Nation weltweit auf der Suche nach ausbeutbaren Rohstoffvorräten unterwegs ist (vgl. UNEP Berichte).

Was Sie tun können: Global denken – regional handeln !

Immer mehr Organisationen sind der Ansicht, dass (1) nur durch strikte Verbote des Handels mit Holzprodukten aus Primärwäldern oder aus Raubbau, sowie (2) durch Veränderung des Konsumverhaltens in Industrieländern ein echter Schutz von Primärwäldern möglich ist.
Genau einen solchen Einfluss auf das Konsumverhalten hat Holz von Hier zum Ziel.

Holz von Hier ist der Ansicht, der beste und nachhaltigste Schutz von Umwelt, Klima und Biodiversität ist die Minimierung der Emissionen von Anfang an, also (1) in Vorketten (in einem möglichst weiten Bilanzraum), (2) bei der Produktion und letztlich (3) bei der Entsorgung/Recycling/Wiederverwertung von Produkten. Hierdurch wird die Rohstoffeffizienz optimiert. Wichtig ist dabei von Beginn an auf möglichst kurze Wege im Stoffstrom, Energiesparen und Vermeidung der Verwendung von Rohstoffen, die potenziell umwelt- und klimaschädlich gewonnen wurden, zu achten.

Holz von Hier setzt sich daher für eine Vermeidung von gefährdeten Holzarten und Ersatz durch heimische Alternativen ein, um so den Nutzungsdruck auf die letzten Primärwälder zu reduzieren. Auf den Primärwaldschutz, den Klimaschutz und den Schutz der Biodiversität hat der Markt und die Nachfrage der Kunden langfristig den größten Einfluss.

  • In mit HOLZ VON HIER gelabelten Produkten ist kein Holz weltweit gefährdeter Baumarten oder Holz aus Raubbau enthalten.
    HOLZ VON HIER setzt sich umfangreich für den Ersatz von weltweit gefährdeten Holzarten nach der Roten Liste von IUCN durch heimische Alternativen ein.
  • HOLZ VON HIER setzt sich dafür ein Entscheider Gesellschaft und Kunden zu zeigen wie sehr verantwortliche Betriebe mit ihren Produkten zu Klima- und Umweltschutz beitragen können.
  • HOLZ VON HIER setzt sich im seinem Informationstransfer dafür ein zu verdeutlichen wo, wie und warum heimische Alternativen Holz aus unsicheren Quellen ersetzen sollten, um so den Nutzungsdruck auf die letzten Primärwälder zu reduzieren.
  • HOLZ VON HIER Produkte schützen Primärwälder, Klima und Biodiversität

 


Die gemeinnützige Initiative Holz von Hier, mit dem gleichnamigen Klima- und Umweltlabel HOLZ VON HIER, hat das Ziel einen Beitrag zu Klima-, Umwelt- und Ressourcenschutz sowie regionaler Wertschöpfung und Verbraucherschutz zu leisten. Das geht, neben politischen Vorgaben, nur über Information und nachhaltige Produkte. Wie Sie das unterstützen können, wie wir gemeinsam hier viel bewegen können und die Ziele ganz konkret umsetzen können erfahren Sie unter „aktiv werden“ bei http://www.holz-von-hier.de


Dieser Beitrag wurde für HOLZ VON HIER verfasst von G. Bruckner und P. Strohmeier. Natürlich wurde aus Zeitgründen nicht jeder Beitrag im HvH-Blog vorher mit dem Kuratorium oder Beiräten bei HvH abgestimmt. Deshalb ist es möglich, dass es hier teils abweichende oder differenzierte Meinungen gibt. Generell dienen aber alle Blogs sowieso nur dazu, dass jeder sich eigene Gedanken machen kann. Diskurs über die Beiträge ist natürlich sehr erwünscht.


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Nachhaltigkeit: „Illegaler Holzhandel: FLEGT „

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Bild: Kahlschlag tropischer Primärwälder wie hier in Südamerika, erfolgt weltweit  für Holzhandel, Palmöl & Co sowie Weideland. (Bild: B&S)

Die wichtigsten Beispiele für Politische Programme und Handlungsinstrumente zur Nachhaltigkeit und ihre Ansatzwirkung sind: (1) Klima: Kohlenstoffhandel, (2) Energie: EU Nachhaltigkeitsstrategie, (3) Illegaler Holzhandel: FLEGT und Due Diligence und Nachhaltige Waldwirtschaft, (4) Primärwaldschutz: REDD+, (5) Schutz der Biodiversität (ohne Primärwaldschutz): CBD, ITTA, (6) Ressourcenschonendes Europa – Europa 2020. Im Folgenden wird das FLEGT Abkommen mit der Due Diligence und die Abgrenzung zu Forstlabeln kurz beschrieben, weitere Montags-Blogbeiträge befassen sich mit den anderen Themen.

Illegaler Holzhandel: FLEGT und Due Diligence politische Instrumente der EU gegen illegalen Holzhandel

FLEGT ist ein internationales Abkommen zur Eindämmung illegalen Holzhandels. FLEGT mit dem Bestandteil der Due Diligence ist europäisches Gesetz.

FLEGT besteht aus 3 Säulen:

  • (1) VPS – Vertragspartnerschaften mit anderen holzproduzierenden Ländern,
  • (2) nachhaltige Beschaffung,
  • (3) Due Diligence die Selbstverpflichtung der Marktteilnehmer.

Seit 2013 ist in der EU die Due Diligence Verordnung (DD) in Kraft getreten, die das FLEGT Abkommen von Seiten der EU verschärfen und für Holzprodukte konkretisieren soll. Anbieter, die Holzprodukte erstmals auf dem europäischen Markt einführen, müssen einer der genehmigenden Stellen in der EU glaubhafte Nachweise erbringen, dass das Holz nicht aus Raubbau stammt. Dies muss z.B. für einen deutschen Importeur keine deutsche Stelle sein.

  • Die Due Diligence soll sicherstellen, dass, unabhängig vom Herkunftsland, kein illegales Holz mehr in die EU gelangt. Mit illegalem Holz ist Holz gemeint, das nicht im Einklang mit den anwendbaren nationalen Gesetzen des Ursprungslandes geschlagen worden ist.
  • Die Definition darüber, was illegal ist, obliegt dem Ursprungsland selbst. Wenn es z. B. keine nationalen Gesetze gibt, die eine bestimmte Art der Waldbewirtschaftung vorschreiben, verstößt z. B. Kahlschlag nicht gegen nationales Gesetz und ist somit konform mit den Anforderungen der FLEGT-Regelung.
  • Illegales Holz ist oft Holz, das in ausgewiesenen Naturschutzgebieten geschlagen wurde. Illegales Holz drückt die Holzpreise weltweit um 7-16% (WWF, 2008; FAO, 2010).
  • Aber Holz, das legal in die EU gelangt, ist nicht automatisch gleichzusetzen mit nachhaltigem Holz (Black-Box-Segment). Das „Black Box Segment“ ist ein großes Segment an in die EU importiertem Holz und bildet zugleich die große Dunkelziffer zwischen den deklarierten Umweltwirkungen und dem, was an Auswirkungen auf die Ökosysteme tatsächlich auftritt.
  • Legal in die EU importiertes Holz, ist nicht automatisch gleichzusetzen mit nachhaltig, ökologisch, umwelt-/klimaverträglichem Holz.
  • Beispielsweise kann Holz eingeführt werden, welches konform mit nationalen Gesetzen in Primärwäldern geschlagen wurde, von Holzfirmen, die dafür legal erworbene Konzessionen haben (z. B. Sibirien, Indonesien). Dieses Holz gilt auch unter FLEGT nicht als problematisch.
  • Zudem gibt es heute zahlreiche anerkannte Dokumente von höchster Stelle, die belegen, dass beim Handel mit Tropenholz Korruption und Missbrauch von Dokumenten an der Tagesordnung ist (vgl. den Bericht von UNEP und Interpol „Green Carbon – Black Trade, 2012, auf http://www.holz-von-hier.de unter Mediathek)
  • Die Due Diligence schreibt bei Importen keine Zertifiakte anerkannter Waldlabel vor.

Zertifizierung nachhaltiger Waldwirtschaft und Forstlabel

Obwohl die Due Diligence keine Zertifiakte anerkanter Waldlabel vorschreibt, wird die Zertifizierung nachhaltiger Waldwirtschaft politisch als gewisser Hebel gegen den Raubbau gesehen, schließt aber, anders als REDD+, auch eine Nutzung von Primärwäldern ein.

  • Weltweit gibt es diverse Siegel und viele Länder mit Primärwäldern haben inzwischen eigene Label entwickelt (z.B. Malaysia). Die bekanntesten und sichersten Label für die Nachhaltige Waldwirtschaft nach speziellen Kriterien sind die weltweit operierenden Label FSC und PEFC.
  • Aber quantitativ würde die Zertifizierung der nachhaltigen Waldwirtschaft allein nicht für den Primärwaldschutz ausreichen, denn in Ländern mit verbliebenen tropischen Primärwäldern (Asien, Afrika, Südamerika) ist der Anteil der mit PEFC und FSC zertifizierten Waldflächen bisher <1 – 5%. Bei Importen ohne solche Waldlabel ist, je nach Herkunftsland die Raubbaugefahr hoch.
  • Alle Holzprodukte die als Importe nach Europa und Deutschland kommen, sollten grundsätzlich anerkannte (s.o) Waldlabel tragen.
  • Deutsche Wälder werden seit Jahrhunderten nachhaltig bewirtschaftet die nachhaltige Forstwirtschaft ist hier im Waldgesetz verankert. Nahezu alle unsere bewirtschafteten Waldflächen sind zusätzlich mit Nachhaltigkeitslabeln für den Forst zertifiziert (FSC und PEFC).
  • Holz das aus nachhaltiger Waldwirtschaft stammt ist prinzipiell dauerhaft verfügbar, denn es wird nicht mehr Holz entnommen als nachwächst. Holz das aus Raubbau stammt sollte aus Klima- und Umweltschutzgründen nicht verwendet werden (die „Reichweite“ richtet sich nach den Vorkommen in Ländern mit Primärwäldern, v.a. in den Tropen wie Asien, Lateinamerika, Afrika und den borealen Waldgebieten wie z.B. Sibirien, Kanada usw.). In Deutschland gibt es keinen Raubbau an Wäldern.

HOLZ VON HIER ist Due Diligence konform und geht noch darüber hinaus

  • Legales Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft ist nach der Due Diligence Holz, das nach Landesgesetzen in nachhaltig bewirtschafteten Forsten eingeschlagen wurde und nach internationalen/nationalen Gesetzen gehandelt wurde.
  • Nach der allgemeinen forstlichen Definition für Nachhaltigkeit, bedeutet dies zunächst grundlegend, dass jährlich nicht mehr Holz entnommen wird, als nachwächst. Dies gilt prinzipiell für neue Plantagen genauso wie für »Alte Nachhaltigkeitswälder« wie z.B. in Deutschland, die seit Jahrhunderten nachhaltig bewirtschaftet werden, deren Biodiversitätsindex und CO2-Speicherstatus aber deutlich höher ist.
  • Holz von Hier ist KEIN Forstlabel an sich, da es keine eigenen Kriterien für die Waldbewirtschaftung hat, aber Holz von Hier schließt Holz aus Primärwäldern und aus nicht nachhaltigem Waldbau in seinen Produkten aus und fordert im Gegenzug Nachweise für die nachhaltige Waldwirtschaft. Das Rundholz das für Holz von Hier Produkte verwendet wird stammt aus nachhaltig bewirtschafteten heimischen Wäldern (nachgewiesen durch FM-Zertifkate von FSC, PEFC oder vergleichbar).

 


Die gemeinnützige Initiative Holz von Hier, mit dem gleichnamigen Klima- und Umweltlabel HOLZ VON HIER, hat das Ziel einen Beitrag zu Klima-, Umwelt- und Ressourcenschutz sowie regionaler Wertschöpfung und Verbraucherschutz zu leisten. Das geht, neben politischen Vorgaben, nur über Information und nachhaltige Produkte. Wie Sie das unterstützen können, wie wir gemeinsam hier viel bewegen können und die Ziele ganz konkret umsetzen können erfahren Sie unter „aktiv werden“ bei http://www.holz-von-hier.de


Dieser Beitrag wurde für HOLZ VON HIER verfasst von G. Bruckner und P. Strohmeier. Natürlich wurde aus Zeitgründen nicht jeder Beitrag im HvH-Blog vorher mit dem Kuratorium oder Beiräten bei HvH abgestimmt. Deshalb ist es möglich, dass es hier teils abweichende oder differenzierte Meinungen gibt. Generell dienen aber alle Blogs sowieso nur dazu, dass jeder sich eigene Gedanken machen kann. Diskurs über die Beiträge ist natürlich sehr erwünscht.


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Baumartensteckbrief – Zwetschge

Zwetschge-Header

Zwetschge (Prunus domestica) – Überblick

Verwendung: Schnittholz, Furnier, Möbel, Interieur/Drechselwaren; Frucht essbar. Leider verschwinden die schönen für die Biodiversität wichtigen Obsthochstämme immer mehr, das Holz wird bei uns leider immer noch zu oft minderwertig als Brennholz genutzt.

Holzeigenschaften: Holz dicht, fest, hart, lässt sich gut pollieren, sehr interessante Farben (rosa, rötlich, violett bis braun). Wird selten angeboten.

Vorkommen: die Kulturform ist in ganz Europa, Asien, Nord- und Südamerika, Südafrika, Australien beheimatet (ursprünglich vemutlich aus Zentralasien). Daher Holz von Hier Zertifikat nachfragen.

Kurzportrait zum Baum

Die Zwetschge wächst strauchförmig oder als bis zu 8 m hoher Baum mit oft sparrigem Wuchs und fast glatter, graubrauner Rinde. Zwetschgenbäume erreichen selten Durchmesser von über 80 cm, meistens nur von 50 bis 60 cm. Das Alter der Zwetschge erreicht selten 100 Jahre oder darüber. Junge Triebe sind grünlich, sonnenseits rötlich, kahl und mit sehr kleinen Korkwarzen besetzt. Die Winterknospen sind spitz bis eiförmig, braun, bis zu 1,5 mm lang und oft zu mehreren (bis zu vier) zusammen an den seitlichen Trieben sitzend. Die Blätter sind breit elliptisch, oberseits dunkel- und unterseits hellgrün. Die Blüten sind groß und grünlich weiß, zu 2 bis 4 in Büscheln angeordnet. Die blauschwarzen (Zwetschge, Pflaume) oder gelben (Mirabelle) Steinfrüchte besitzen je nach Sorte oder Kulturrasse ein mehr oder weniger festes, saftiges Fruchtfleisch. Fruchtreife ist vom August bis in den Oktober.

Standortpräferenzen

Die Zwetschge ist nur als Kulturpflanze oder höchstens verwildert bekannt. Über ihren Ursprung wird spekuliert. Vermutlich ist sie aus der Wildform von Prunus cerasifera (Kirschpflaume) hervorgegangen. Diese stammt aus dem Gebiet Zentralasiens. Die Zwetschge ist als Kulturpflanze weit verbreitet über ganz Europa, Asien, Nord- und Südamerika (Chile), Südafrika und Australien. Sie wird als Fruchtbaum vom Menschen gefördert und verbreitet. Verwildert findet man die Zwetschge in Hecken, Waldrändern und städtischen Bracheflächen. Die Zwetschge ist wärmebedürftig und frostempfindlich, jedoch nicht so stark wie Aprikose, Pfirsich oder Mandel (gleiche Pflanzengattung). Zu den Anbaugebieten in Bayern zählen besonders die Böden auf Keuper und Muschelkalk. Jedoch kommt die Zwetschge auch mit einer Vielzahl anderer Bodentypen sehr gut zurecht.

Waldbauliche Behandlung

Die Zwetschge wird bisher nicht im Waldbau eingesetzt, vielmehr wird sie als Obstgehölz in Gärten, auf Streuobstwiesen und in Obstplantagen angebaut. Kultursorten werden vegetativ durch Pfropfung vermehrt. Obwohl das Holz sehr gefragt und gut bezahlt ist, wird sie forstlich nicht angepflanzt oder gefördert.

Sonstiges zur Verwendung                

Das Holz der Pflaume ist dicht, fest und hart. Es ist schwer spaltbar, eignet sich jedoch sehr gut zum Schnitzen und Drechseln, da es durch die Farben (rosa, rötlich, violett bis Brauntöne) sehr interessant gezeichnet ist. Insgesamt lässt es sich gut bearbeiten und polieren. Das Holz wird verwendet für Furniere, Möbel, Drechsel- und Schnitzarbeiten, sowie edle Innenausbauten (Boote und Autos). Starkes Stammholz wird selten angeboten, da die Zwetschgen ab einem Alter von ca. 60 Jahren einen fauligen Kern bekommen, oft auch schon in jungen Jahren von Spechten bearbeitet werden und dadurch lokale Wasserschäden im Holz besitzen.

 

Mehr zum Thema

Jeden Montag gibt es einen neuen Baumartensteckbrief.
Mehr zum Thema Holzarten und Holzverwendung finden Sie auf der HOLZ VON HIER APP (www.bit.ly/hvh-APP) oder unter http://www.holz-von-hier.de

Mitmachen bei „Wald-Wege zur Vielfalt“

Sind Sie Waldbesitzer, eine Kommune mit Wald, ein Landschaftspflegeverband oder sonstige Organisation, die Wald oder Grünflächen bewirtschaftet, dann nutzen Sie die Plattform „Wald – Wege zur Vielfalt“, um Interessenten für weniger gängige Baumarten und Sortimente zu finden.

Diese (GIS basierte ) Plattform baut Holz von Hier mit einen Arbeitskreis von Forstexperten auf. Das begleitende gemeinnützige Projekt mit ein Titel „Wald-Wege zur Vielfalt“ wird unterstützt vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) und der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) in Rahmen des deutschen Bundesprogramms „Biologische Vielfalt“. Mehr zum Projekt unter http://www.holz-von-hier.de.

Bei Interesse an einer Teilnahme schicken Sie uns einfach eine Mail mit Ihren Kontaktdaten an info@holz-von-hier.de (Stichwort: Wald-Wege zur Vielfalt).

 

 


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Baumartensteckbrief – Weymouthskiefer . Strobe

Strobe-Weymouthkiefer-Header

Weymouthskiefer (Strobe; Pinus Strobus) – Überblick

Verwendung: Schnittholz, Außenholz, Außenbau, Verpackungen, Paletten, sonstiges (z.B. Schiffs-, Bootsbau).

Holzeigenschaften: Holz harzreich, dennoch leicht, zudem leicht bearbeitbar, dennoch von fester Struktur. Splint weiß, Kern rötlich bis braun.

Vorkommen: seit dem 16. Jahrhundert in Europa, ursprünglich aus Nordamerika. Deshalb Holz von Hier Zertifikat nachfragen.

Kurzportrait zum Baum

Im natürlichen Verbreitungsgebiet wird die Strobe ein bis zu 65 m hoher Baum, bei einem maximalen Stammdurchmesser von 4 m und einem Höchstalter von etwa 450 Jahren. Die Kronenform der jungen geradwüchsigen Bäume ist ungefähr kegelförmig, im Alter wird der Baum zunehmend breiter und besitzt eine flache Krone. Die Äste sind horizontal abstehend. Die Rinde ist schwarzgrau, die Borkenbildung setzt relativ spät an. Sie ist längsrissig und tief gefurcht. Die jungen Triebe sind relativ dünn, biegsam und leicht grünlich. Unter den Ansatzstellen der Nadeln stehen kleine Haare, die mit der Zeit abfallen. Die in 5-nadelige Kurztrieben sitzenden Nadeln sind mit 5 cm bis 14 cm relativ lang, sehr dünn und biegsam. Die Männlichen Blüten sind bis zu 7 mm groß und eiförmig. Die weiblichen hellroten Blüten stehen aufrecht einzeln oder zu viert nahe der Langtriebspitzen. Die Zapfen sind braun, 9 bis 20 cm lang und bis zu 4 cm dick. Die Strobe bildet im allgemeinen eine kräftige Pfahlwurzel aus.

Standortpräferenzen

Das natürliche Verbreitungsareal der Strobe ist der Nordosten des Nordamerikanischen Kontinents. Von dort gelangte sie schon im 16. Jahrhundert nach Europa. Die Strobe kommt mit warmem Klima ebenso gut zurecht wie mit kühlen Regionen der Mittelgebirge. Sie benötigt jedoch einen leichten Grundwasseranschluss oder regenfeuchte lagen und meidet zu trockene Standorte. Die Strobe bevorzugt sehr feuchte, tiefgründige, sandig-lehmige, silikatische, quarzreiche oder podsolierte Böden genauso, wie humusreiche saure Böden mit hohem Braunerdeanteil.

Waldbauliche Behandlung

Wegen ihres raschen Wachstums und der vielseitigen Verwendbarkeit des Holzes wurde sie rasch in Europa zu einer forstlich interessanten Waldbaumart, auch wegen ihrer geringen Bodenansprüche. Der von Ribes-Arten (z.B. Johannisbeerbüschen) im Wirtswechsel übertragene Rostpilz (Cronaricum ribicola) verursacht jedoch die verheerende Blasenrostkrankheit, die zum Absterben des Baumes führen kann. Der Blasenrost verursacht an den Stämmen und Ästen blasige Wucherungen, aus denen gelbe bis hellrote Pilzsporen ausbrechen. Diese befallen im Frühsommer als Zwischenwirt die Ribes-Arten, wo der Pilz erneut Sporen bildet. Schließlich bilden sich wieder Sporen, die auf den umstehenden Stroben weitere Infektionen verursachen. Trotz intensiver Züchtungsbemühungen zu resistenten Rassen wird der Anbau dieser wirtschaftlich und waldbaulich wertvollen Baumart momentan nicht empfohlen.

Sonstiges zur Verwendung

Das Splintholz ist fast weiß, der Kern leicht rötlich bsi braun. Das Holz ist harzreich, sehr leichten und besitzt eines der geringsten spezifischen Gewichte der in Mitteleuropa wachsenden Waldbaumarten. Es ist leicht bearbeitbar und dennoch von fester Struktur.

 

Mehr zum Thema

Jeden Montag gibt es einen neuen Baumartensteckbrief.
Mehr zum Thema Holzarten und Holzverwendung finden Sie auf der HOLZ VON HIER APP (www.bit.ly/hvh-APP) oder unter http://www.holz-von-hier.de

Mitmachen bei „Wald-Wege zur Vielfalt“

Sind Sie Waldbesitzer, eine Kommune mit Wald, ein Landschaftspflegeverband oder sonstige Organisation, die Wald oder Grünflächen bewirtschaftet, dann nutzen Sie die Plattform „Wald – Wege zur Vielfalt“, um Interessenten für weniger gängige Baumarten und Sortimente zu finden.

Diese (GIS basierte ) Plattform baut Holz von Hier mit einen Arbeitskreis von Forstexperten auf. Das begleitende gemeinnützige Projekt mit ein Titel „Wald-Wege zur Vielfalt“ wird unterstützt vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) und der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) in Rahmen des deutschen Bundesprogramms „Biologische Vielfalt“. Mehr zum Projekt unter http://www.holz-von-hier.de.

Bei Interesse an einer Teilnahme schicken Sie uns einfach eine Mail mit Ihren Kontaktdaten an info@holz-von-hier.de (Stichwort: Wald-Wege zur Vielfalt).

 


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Baumartensteckbrief – Walnuss

Walnuss-Header

 

Walnuss (Juglans regina) – Überblick

Verwendung: Schnittholz, Furnier, Möbel und Innenausbau, Interieur, Drechslerware, Musikinstrumentenbau, sonstiges wie Kunsthandwerk, Gewehrschäfte  u.a.

Holzeigenschaften: Holz feinfasering und hart, gute Festigkeitseigenschaften, beigefest, schwindet wenig und arbeitet wenn es trocken ist kaum noch, ist also sehr formstabil. Die schöne dunkle Maserung des Walnussholzes machen es wertvoll und gefragt. Es wird jedoch eher selten angeboten.

Vorkommen: der schon seit der Römerzeit bei uns und in ganz Mitteleuropa klutivierte Baum stammt aus dem Mittelmeergebiet, dem Kaukauss und Zentralasien, sein natürliches Verbreitungsareal reicht bis in den Himalaya. Daher: immer Holz von Hier Zertifikat nahcfragen.

Kurzportrait zum Baum

Walnussbäume können in Mitteleuropa Höhen zwischen 15 und 25 m (max. 30 m) erreichen. Die Stammdurchmesser betragen zwischen 60 und 80 cm (max. 2 m). Walnussbäume werden im Mitteleuropa etwa 200 bis 300 Jahre alt (am Naturstandort in Zentralasien bis zu 600 Jahre). Die Krone ist besonders im Freistand weit ausladend und starkastig. Die Rinde ist anfangs glatt und aschgrau, im Alter wird eine schwarzgraue, tief-längsrissige Borke gebildet. Junge Triebe sind anfangs behaart, grün bis braun mit hellen Korkwarzen. Ältere Triebe haben auffällig große Blattnarben. Die Winterknospen besitzen braunbehaarte Schuppenblätter und sind von rundlicher Form. Die Blätter sind wechselständig und unpaarig gefiedert, das Laub entfaltet sich erst, wenn andere Bäume bereits voll beblättert sind. Die Blätter riechen aromatisch. Die Blüten sind einhäusig verteilt, die männlichen in vielblütige Kätzchen, die weiblichen einzeln oder bis zu fünft in ährigen Blütenständen. Die Früchte (Steinfrüchte) bestehen aus einer sich ablösenden grünen Schale und dem verholzten Steinkern. Die Fruchtreife ist im Oktober. Der größte Fruchtertrag liegt bei einem Alter von 40 bis 50 Jahren. Die Walnuss besitzt ein tiefreichendes Pfahl-Herzwurzel­system.

Standortpräferenzen

Der schon zur Römerzeit bei uns kultivierte Baum stammt aus dem östlichen Mittelmeergebiet, dem Kaukasus und Zentralasien. Sein natürliches Verbreitungsareal reicht bis in den Himalaya, wo er in Höhen bis 3500 m gedeiht. In Mitteleuropa verwildert er in frischen, eichenreichen Mischwäldern. Relativ häufig ist er im submontan-kollinen Edellaubbaummischwald zu finden, besonders in der Umgebung von Weinbaugebiet. Der Walnussbaum wächst im Gebirge bis in 750 m Höhe mit guter Holzleistung. In den Alpen ist er in maximal 1200 m Höhe noch anzutreffen. Der Walnussbaum ist winterfrost- sowie spätfrostempfindlich und bevorzugt daher warme wintermilde und sommerwarme, nicht zu niederschlagsarme Lagen. Er gedeiht gut auf frischen, nährstoff- und basenreichen Kalk-Lehmböden und ist bodenanspruchsvoll.

Waldbauliche Behandlung

Meist wächst der Nussbaum als Einzelbaum in Gärten, Parks, der Feldflur oder als Alleebaum, stellenweise auch verwildert. Trotz der hohen Wertschätzung seines Holzes fand er bisher kaum in der forstlichen Edellaubholzwirtschaft Eingang. In Plantagen und auf Obstwiesen wird er für die Nussernte angebaut, allerdings gezüchtet als Halbstamm. In der Jugend verträgt der Walnussbaum noch Schatten. Nach langsamem Jugendstart ist er vom 5. Jahr an ziemlich raschwüchsig. Starke Durchmesser (bis 1 m) werden nur im Freistand erreicht. Ab einem Alter von 120 Jahren sind die Zuwächse stark rückgängig. In der Mischung mit anderen Laubbaumarten ist der Nussbaum nur schwach zuwachskräftig. Die Nachzucht ist in reinen Gruppen und Horsten zweckmäßig, da die Eiche und Buche gegenüber dem Walnuss stark konkurrieren. Es ist auf die geeignete Sortenwahl zu achten, da es viele unterschiedliche Varietäten gibt. Kleinfrüchtige Wildformen sollen weniger frostempfindlich sein.

Sonstiges zur Verwendung

Der Nussbaum liefert eines der wertvollsten und best bezahlten Nutzhölzer unserer einheimischen Baumarten. Auch stärkere Äste sind noch verwertbar. Er liefert auch gutes Brennholz. Die Wertleistung ist hoch, besonders in Wärme liebenden Laubmischwäldern (Föhngebiete). Der schmale helle Splintholzbereich ist stark abgesetzt vom schwarzbraunen bis rötlichbraunen, dunkel gemaserten Kernholz. Besonders die dunkle Maserung machen es so gefragt und wertvoll. Das Nussbaumholz ist feinfaserig und hart. Es besitzt gute Festigkeitseigenschaften und ist biegefest. Es schwindet wenig und arbeitet, wenn es trocken ist, kaum noch. Unter Witterungseinfluss ist es wenig dauerhaft, unter Wasser dagegen haltbar. Es ist gut und sauber zu bearbeiten. Für Maserfurniere werden meist die unteren, knollenartig verdickten Stammabschnitte (Maserknollen) verwendet. Starke oder wertvolle Stämme werden deshalb oft mit dem Wurzelstock ausgegraben. Das Holz wird verwendet für den Möbelbau (i.d.R. als Furniere), im Musikinstrumentenbau, im Kunsthandwerk (z.B. Gewehrschäfte) sowie für spezielle Anwendungen im Innenausbau. Gesucht ist das Nussbaum-Wurzelholz bei der Inneneinrichtung von Segelyachten, Sport- oder Luxusautos. Großkronige Fruchtbäume liefern jährlich bis 100 kg (max. 150 kg) Nüsse.

 

Mehr zum Thema

Jeden Montag gibt es einen neuen Baumartensteckbrief.
Mehr zum Thema Holzarten und Holzverwendung finden Sie auf der HOLZ VON HIER APP (www.bit.ly/hvh-APP) oder unter http://www.holz-von-hier.de

Mitmachen bei „Wald-Wege zur Vielfalt“

Sind Sie Waldbesitzer, eine Kommune mit Wald, ein Landschaftspflegeverband oder sonstige Organisation, die Wald oder Grünflächen bewirtschaftet, dann nutzen Sie die Plattform „Wald – Wege zur Vielfalt“, um Interessenten für weniger gängige Baumarten und Sortimente zu finden.

Diese (GIS basierte ) Plattform baut Holz von Hier mit einen Arbeitskreis von Forstexperten auf. Das begleitende gemeinnützige Projekt mit ein Titel „Wald-Wege zur Vielfalt“ wird unterstützt vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) und der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) in Rahmen des deutschen Bundesprogramms „Biologische Vielfalt“. Mehr zum Projekt unter http://www.holz-von-hier.de.

Bei Interesse an einer Teilnahme schicken Sie uns einfach eine Mail mit Ihren Kontaktdaten an info@holz-von-hier.de (Stichwort: Wald-Wege zur Vielfalt).


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Baumartensteckbrief – Weide . Weidenarten

Weiden-Header

Weide (diverse Arten; Salix spec.) – Überblick

Verwendung: Transportkisten, Schachteln, Brennholz, Korbflechterei. (Weidenplantagen als schnellwachsendes  Brennholz nutzbar).

Holzeigenschaften: Holz weich, leicht, ähnlich dem Pappelholz, nicht im Außenbereich verwendtbar.

Vorkommen: von den zahlreichen Wiedenarten in Mitteleuropa haben eigentlich nur die Silberweide (Salix alba) und die Bruchweide (Salix fragilis) forstliches und holztechnisches Potential, werden jedoch bei uns kaum noch genutzt. Die Silberwiede kommt in ganz Europa mit Ausnahme von Island, Großbritannien und Skandinavien vor. Daher: immer das Holz von Hier Zertifíkat nachfragen.

Kurzportrait zum Baum

Von den in Mitteleuropa vorkommenden zahlreichen Weidenarten besitzt eigentlich nur die Silberweide (= Weißweide, Salix alba) und die Bruchweide (Salix fragilis) oder deren Kreuzung (Salix x rubens) eine forstliche oder holztechnische Bedeutung, da diese zu max. 20 m hohen Bäumen wachsen. Die Silberweide kann bis zu 200 Jahre alt werden, Bruchweiden höchstens 150 Jahre. Waldbaulich kann auch noch die Salweide (Salix caprea) eine Bedeutung besitzen. Andere Weidenarten werden nur Sträucher und dienen zur Ufersicherung von stark dynamischen Fließgewässern (z.B. Mandelweide, Purpurweide, Korbweide) oder zur Korbflechterei (wobei heute der größte Teil der Rohwaren importiert wird). Die Rinde der Silber- und Bruchweide ist anfangs noch glatt, später bildet sich eine tief gefurchte und längsrissige Borke aus. Die jungen Triebe der Silberweide sind anfangs leicht befilzt, später kahl und olivbraun. Die der Bruchweide sind kahl und glänzend. Die Winterknospen der beiden Weidenarten sind eng am Zweig angelegt und dunkel- bis ockerbraun. Die Silberweide besitzt schmale, lanzettlich zugespitzte, bis 10 cm lange und bis 1,5 cm breite Blätter, die unterseits einen silbrig-grauen seidigen Filz besitzen. Der Blattrand ist leicht gezähnt. Die Laubblätter der Bruchweide sind nicht behaart, bis 17 cm lang, ebenfalls lanzettlich und lang zugespitzt. Die beiden Weidenarten blühen schon im März bis April und samen schon Ende Mai aus.

Standortpräferenzen

Die Silberweide kommt in ganz Europa mit Ausnahme Islands, der britischen Inseln und Skandinaviens vor. Im Osten reicht ihr Areal bis zum Ural. Vom Flachland bis in die montanen Höhenlagen verbreitet. Die Bruchweide ist in Süd-, Mittel- und Osteuropa, Kleinasien, Nordpersien, West- und Mittelsibirien verbreitet. Die Silberweide verträgt keine extremen Spätfrostlagen, da sie schon früh im Jahr austreibt und blüht. Die Bruchweide ist von ihren Klimaansprüchen ähnlich. Die optimalsten Wuchsorte der beiden beschriebenen Weidenarten sind tiefgründige, feuchte bis nasse Schlick- und Schwemmlandböden in Höhenlagen bis ca. 700 m. Die Salweide (Salix caprea) verträgt auch trockene Waldböden.

Waldbauliche Behandlung

Neben den Pappeln gehören die Weiden zu den raschwüchsigsten heimischen Baumarten und werden (wenn forstlich bisher überhaupt eingesetzt) gerne als Vorwaldarten genutzt. Die Wuchsleistungen der Silberweide sind beträchtlich. Mit 30 Jahren werden bereits Baumhöhen von über 20 m erreicht. Die Massen- und Volumenerzeugung liegt auf besten Standorten ähnlich hoch wie die der Hybridpappeln. Besonders auf sehr feuchten oder nassen Standorten sind sie (neben der Erle) die geeignetste Baumart. Ihr eigentlicher Standort ist der Silberweiden-Auenwald, der Eschenmischwald und der Grauerlenwald (im Alpenvorland). Die baumförmigen Weidenarten (Silberweide, Salweide, Bruchweide) besitzen im Vorwald oder auf großen Kahlschlag- bzw. Sturmflächen eine große Bedeutung wegen ihrer Wüchsigkeit und der damit einhergehenden Möglichkeit zum schnellen Unterbau von Halbschattenarten oder frostempfindlichen Edellaubarten – sofern der Boden für die Weiden feucht genug ist. Die Salweide ist auf trockenen Standorten noch gut wüchsig und ist daher für die Wiederaufforstung von Sturm- oder Käferlöchern besonders geeignet. Im Alter ab etwa 80 Jahren werden Weidenstämme häufig hohl oder sind von Kernfäule befallen.

Sonstiges zur Verwendung

Weidenholz ist weiß oder weißlich-gelb und besitzt nur selten einen abgetrennten Farbkern. Das weiche und relativ leichte Holz wird für ähnliche Zwecke wie das Pappelholz verwendet, z.B. für Transportkisten und Schachteln, Transportpaletten (Einwegpaletten), sowie als Blindholz in mehrschichtigen Leimholzbrettern. Es ist von geringer Dauerhaftigkeit und wird daher nicht im Außenbereich verwendet. Als Brennstofflieferant ist das Weidenholz geeignet, wenn auch mit niedrigerem Brennwert als bei den Hartlaubhölzern. Für die Biomasseproduktion gewinnen die kurzumtriebigen Weidenplantagen (Umtriebszeiten von 3 bis 5 Jahren) in Zukunft eine höhere Bedeutung. Hier werden die bis zu 5 m langen und 2 cm starken Triebe mit Großmaschinen regelmäßig abgeerntet. Die Pflanzen schlagen anschließend an der Stammbasis wieder reichhaltig aus.

 

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Mitmachen bei „Wald-Wege zur Vielfalt“

Sind Sie Waldbesitzer, eine Kommune mit Wald, ein Landschaftspflegeverband oder sonstige Organisation, die Wald oder Grünflächen bewirtschaftet, dann nutzen Sie die Plattform „Wald – Wege zur Vielfalt“, um Interessenten für weniger gängige Baumarten und Sortimente zu finden.

Diese (GIS basierte ) Plattform baut Holz von Hier mit einen Arbeitskreis von Forstexperten auf. Das begleitende gemeinnützige Projekt mit ein Titel „Wald-Wege zur Vielfalt“ wird unterstützt vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) und der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) in Rahmen des deutschen Bundesprogramms „Biologische Vielfalt“. Mehr zum Projekt unter http://www.holz-von-hier.de.

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