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Globales Denken erfordert regionales Handeln.


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Nachnutzung: „Recycelbarer Produkte sollte jede Bauplanung berücksichtigen“

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Bild. Kaskadennutzung ist vor allem beim Baustoff Holz bereits heute gängig. (Bild: HvH zur Verfügung gestellt).

Einsatz Recycelbarer Produkte und Kaskadennutzung sollte heute Bestandteil jeder Bauplanung sein

Recycelbare Produkte sind immer mehr gefragt und wiederverwertbare, recycelbare Produkte sparen Geld! Recycelbare Produkte sind immer mehr gefragt, sie senken bei der Nachnutzung dauerhaft auch die Annahmepreise. Frühere „Abfallstoffe“ werden so zu wertvollen „Sekundärrohstoffen“.

Der BDE schreibt, dass die geforderte Erhöhung der Recyclingquote kein Selbstzweck sei, sondern „nationales Erfordernis“, denn die deutsche Industrie sei aufgrund der sich „weltweit dramatisch verknappenden Primärrohstoffvorkommen“ auf eine effektive Kreislaufwirtschaft angewiesen, um auch künftig auf hohem Niveau produzieren zu können.

„Kaskadennutzung“. Ein viel diskutierter Weg ist heute die Kaskadennutzung bzw. Mehrfachnutzung und bedeutet mehr als einfaches Recycling. Unter Kaskadennutzung wird die Nutzung eines Rohstoffs über mehrere Stufen bezeichnet. Auf diese Weise wird eine nachhaltige und effektive Nutzung sowie eine Einsparung beim Einsatz von Rohstoffen erreicht werden, Rohstoffe oder daraus hergestellte Produkte werden so lange wie möglich im Wirtschaftssystem genutzt. Die Kaskadennutzung wird sowohl in der Petrochemie wie auch bei der Verwendung von nachwachsenden Rohstoffen diskutiert. Bereits etablierte Beispiele für Kaskadennutzung sind vor allem beim Rohstoff Holz bereist heute gängig und umfassen etablierte sowie neuartige Recyclingketten oder die Nutzung von Ersatzbrennstoffen zur Energiegewinnung. So ist Altholz der Kategorien A-I und A-II ist bereits heute kein Abfallstoff mehr, sondern erzielt gute Preise und ist europaweit zum wertvollen und gefragten Sekundärrohstoff geworden.

Kommunen sollten wirtschaftlich gesehen immer mehr Interesse daran haben Müll zu vermeiden. Je besser ein Produkt recycelbar ist, umso geringer sind anfallende Kosten für die Kommunen im Nachhinein. Mit manchen Materialien (z.B. Altholz, Metalle, Stahl, Glas usw) lässt sich bereits heute und zukünftig noch mehr Gewinn erzielen, wohingegen andere Matrialien (z.B. Verbundmaterialien, Kunststoffe usw.) richtig hohe Kosten für die öffentliche Hand und damit für uns alle in Form der Müllgebühren verursachen.

 


Die gemeinnützige Initiative Holz von Hier, mit dem gleichnamigen Klima- und Umweltlabel HOLZ VON HIER, hat das Ziel einen Beitrag zu Klima-, Umwelt- und Ressourcenschutz sowie regionaler Wertschöpfung und Verbraucherschutz zu leisten. Das geht, neben politischen Vorgaben, nur über Information und nachhaltige Produkte. Wie Sie das unterstützen können, wie wir gemeinsam hier viel bewegen können und die Ziele ganz konkret umsetzen können erfahren Sie unter „aktiv werden“ bei http://www.holz-von-hier.de


Dieser Beitrag wurde für HOLZ VON HIER verfasst von G. Bruckner und P. Strohmeier. 
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Nachnutzung: „Probleme mit Materialien/Produkten End-of-Use“

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Bild. Müll kennt keine Grenzen. Mülltourismus innerhalb der EU und auch nach außen, verschlechtert die Klima- und Umweltbilanz im Lebensweg von Produkten deutich. (Bild: gekauft photocase, B&S)

Probleme mit Materialien/Produkten End-of-Use

Viele der in Bau heute verwendeten Materialien oder Produkte können nach Ende der Nutzungsphase nur noch entsorgt werden. Dabei ist ein Entsorgungsweg in Deponien möglicherweise grundwasserbelastend und ein Entsorgungsweg in Müllverbrennungsanlagen möglicherweise mit gefährlichen Luftemissionen verbunden (z.B Dioxine).

Einige Stoffe können heute nur deponiert werden, wobei hier aber eigentlich wissenschaftlich und über fehlende Langzeitversuche noch unklar ist welche Gefährdungspotentiale hierbei für Umwelt und Gesundheit überhaupt entstehen, sie werden sozusagen „blind“ deponiert. Materialien die sich in der Deponie „inert“ verhalten sind dabei ein geringeres Problem als Materialien die sich nicht inert verhalten oder die ein dauerhaftes Risiko in der Deponie darstellen. Bei der Deponierung entsteht zudem noch, neben dem Flächenverbrauch,  ein dauerhaftes Risiko (Deponiebrände, Deponielecks usw.), weshalb die EU zunehmend auf Deponierung verzichten will und Deutschland hier mit der deutschen Deponieverordnung noch ein Stück weiter gegangen ist.

Bei vielen Materialien führt dies jedoch zu einem regelrechten Mülltourismus und viele Materialien verursachen allein durch die zunehmenden Transporte in dem Bereich sowie durch die volkswirtschaftlich gesehen hohen Entsorgungskosten bedeutende Probleme.

Umweltschädigungen treten dabei auch umso eher auf, je mehr das Material nicht in deutschen oder europäischen Deponien oder MVA entsorgt wird, mit ihren vergleichsweise sehr hohen Anforderungen oder Auflagen.

Die Abfallverwertung und Recycling in privater Hand

Man muss immer wieder betonen: das Entsorgungsproblem fängt am Anfang an, beim Einsatz der Baustofe und Materialien. Hier haben es öffentliche und private Bauträger und Bauherren auch die Entsorgungsthematik noch selbst in der Hand . Am Ende der Kette bei der Nachnutzung ist der Einfluss von Kommunen und Privaten Bauherren kaum bzw. nicht mehr gegeben, denn Anbfallverwertung und Recycling sind in Deutschland und Europa heute großteils in privater Hand. Die Entsorgungsgebühren von morgen basieren wesentlich darauf, was wir an Material heute verbauen.

Die Abfallverwertung und Recycling ist nahezu Europaweit und auch in Deutschland quasi in privater Hand. Einige Fakten:

  • Etwa 60% der Kommunen beauftragen heute Privatunternehmen mit der Abfallentsorgung, v.a. in ländlichen Regionen, in Flächenländern wie Bayern, Baden-Württemberg u.a. ist der Anteil bei 70-90% (wissen-spiegel.de).
  • Private Unternehmen betreiben 85% der Sortier-/Aufbereitungsanlagen (BDE, 2010). Von den 69 dt.
  • Müllverbrennungsanlagen(MVA) laufen 48 unter kommunaler Beteiligung.
  • Gewerbemüll gelangt kaum in die MVA (ca. 10%). Müll belastet immer die kommunalen Kassen, auch wenn Kommunen bei Anlagen beteiligt sind und diese mit auslasten wollen.
  • Laut Eurostat (2012) fallen in Deutschland jährlich etwa 368 Mio. Tonnen Abfall an. Der Großteil davon sind „Mineral and solidified wastes“ mineralische und getrennte Abfälle (inklusive Bauabbruch) für die Müllverbrennung und Deponie (269 Mio. t).
  • Bei Recycling liegt Deutschland mit ca. 37 Mio. t/Jahr und einer Landesrecyclingquote von ca. 10% im unteren europäischen Mittelfeld.
  • Entsorgung in Müllverbrennungsanlagen (MVA) und Deponien (MBA) ist teilsweise noch in öffentlicher Hand (z.B. Zweckverbände der Kommunen).
  • Die Annahmepreise in MVA liegen je nach Standort bei 55 bis 220 €/t Müll (prognos, 2009; EUWID, 2010; mittlerer „Müllwert“ in Dt.: 130.
  • Das Preisgefälle bewirkt eine Verlagerung auf die billigsten Anlagen, mit zusätzlichen Umweltbelastungen durch Verkehr.
  • Die Kapazität der deutschen Deponien (MBA, MA, MBS/MPS zur Abfallbehandlung nach 30. BImSchV, der Deponieverordnung und dem Anhang 23 zur Abwasserverordnung) betrug 2008 ca. 5,6 Mio. t/a und wird (Schließungen) für 2015 auf 4,8 Mio. t/a geschätzt.
  • Außer Bayern und Baden-Württemberg, die nur 2 Deponien mit geringer Kapazität haben, liegen die MBA Kapazitäten v.a. im Nord-Ost-deutschen Raum (vgl. div. Veröff. UBA, prognos, Euwid u.a.).
  • Das heißt nahezu alle Abfallstoffe und Bauabbruchabfälle die nur deponiert werden können, müssen von Süddeutschland nach Nord-Ost-Deutschland oder nach außerhalb Deutschlands transportiert werden.
  • Etwa 21% der deutschen MBA-Anlagen werden von privaten Unternehmen betrieben, 35% von PPP-Gesellschaften und 44% von der öffentlichen Hand (prognos).
  • Die Annahmepreise in MBA liegen je nach Standort bei 70 bis 230 Euro/Tonne Müll (prognos, 2008; EUWID, 2010; Mittlerer „MBA-Müllwert“ in Deutschland: >120 €/t).
  • Auch hier kommt es aufgrund von Lage und Preisgefälle zu höheren Entsorgungstransporten von Süd nach Nord und West nach Ost.
  • Ersatzbrennstoffverwertung (EBS) Abfälle können auch in Ersatzbrennstoffanlagen (EBS) genutzt werden, wie Zement-/Kalkwerke, Braunkohle-/Steinkohleanlagen.
  • EBS Kapazitäten lagen 2008 bei ca. 3,7 Mio. t/a (Zement-/Kalkwerke 41%, Kraftwerke 38%, Braunkohle-KW 14%, Steinkohle-KW 7%), mit stark steigender Tendenz (in Szenarios 4,9 bis 9,2 Mio. t/a im Jahr 2020).
  • Hauptkapazitäten liegen in N-W-O-Deutschland. Bereits heute wird eine defizitäre Auslastung der EBS vorhergesagt, die durch Importe gedeckt werden soll.
  • Bis 2015 werden 91% der Anlagen privat sein, 3% öffentlich >4% PPP.
  • Annahmepreise in EBS liegen bei 20 – 120 €/t (prognos 2008; mittlerer Wert: ca. 80 €/t).
  • Auch hier kommt es aufgrund von Lage und Preisgefälle zu höheren Entsorgungstransporten von Süd nach Nord und West nach Ost.

 


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Nachnutzung: „Nachnutzung hängt wesentlich von den eingesetzten Materialien ab“

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Bild: Holzprodukte in der Sanierung sind optimal recyclingfähig. Altholz ist heute als Sekundärrohstoff so wertvoll, dass bei uns in der Regel kein Altholz mehr deponiert oder in der Müllverbrennung entsorgt wird – im Gegensatz zu vielen anderen Bauabbruch- und Abfallstoffen. (Bild: HvH)

Nachnutzung hängt wesentlich von den eingesetzten Materialien ab.

„Ressourceneffizienz von Anfang“ an ist heute auch für die Nachnutzung essentiell, denn nur etwa 7% der heute in Europa eingesetzten Materialien werden heute recycelt und das obwohl nicht nur Umweltverbände sondern auch viele Spitzenverbände der Industrie immer wieder die Bedeutung des Recyclings für die künftige Rohstoffversorgung anmahnen.

Das liegt vor allem auch daran, dass man sich bereits beim Einsatz der Materialien viel mehr Gedanken über deren Entsorgung oder Nachnutzung machen müsste. Recyclingfreundliche Materialien werden immer noch zu wenig belohnt.

Bereits beim Einsatz müssten diese quasi Pluspunkte bei bestehenden Fördermaßnahmen bekommen können. Hier liegt der Fokus aber beispielsweise in der Bauförderung immer noch lediglich auf dem U-Wert. Dabei wird bisher nicht bedacht: Recylingfähigkeit ist Klimaschutz.

Recylingfähigkeit ist Klimaschutz.

Ein guter U-Wert eines Baustoffes sagt im Sinne der GESAMTEN Klimabilanz entlang des gesamten Lebenszyklzus des Baustoffes nur wenig aus. Ein gutzer U-Wert kann auch mit einem extrem schlechten End-of-use Faktor gekoppelt sein (z.B. WDVS oder EPS Dämmstoffe usw.). Diese Folgen und Kosten für schlechte Nachnutzbarkeit, die sowohl für das Klima als auch die Volkswirtschaft entstehen zahlen wir alle und auch noch nachfolgende Generationen.

Die verstärkte Berücksichtigung der Nachnutzbarkeit des Materials bzw. Produktes von Anfang an, also z.B. bereits bei der Planung eines Gebäudes und die „Belohnung“ des Einsatzes sehr gut recycelbarer Materialien beim privaten und öffentlichen Bau ist – bzw. wäre – optimal klimafreundliches Bauen.

Dies wäre auch im Bereich der Nachnutzung von der EU gewünscht und volkswirtschaftlich immer notwendiger und würde bei diversen Baustoffen (auch den Kunststoffen) die Dringlichkeit der Suche nach Erhöhung der Recyclingkapazitäten deutlich befördern. Dabei wäre jedoch gerade bei den Baustoffen ein umfassender, systemischer, öffentlicher Diskurs wichtig. Bisher wird ei solcehr Diskurs mehr oder weniger nur von wenigen Experten wenig transparent geführt.

 


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Nachnutzung: „EU Abfallhierarchie“

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Bild: Altholz aus Scheunenabbruch. Altholz ist heute schon lage kein „Abfall“ mehr sondern gefragter Sekundärrohstoff, der in Europa nahezu vollstänig recycelt, wiederverwertet oder als Ersatzbrennstoff für Öl und Gas in Biomasseheizanlagen verwertet wird. (Bild: B&S)

Die EU Abfallhierarchie basiert auf: Vermeidung > Reuse > Recycling > Verwertung > Entsorgung/Deponie.

Gemäß EU-Vorgaben besteht folgende Abfallhierarchie, die allen Rechtsvorschriften und politischen Maßnahmen im Bereich der Abfallvermeidung und -bewirtschaftung als Prioritätenfolge zugrunde liegt: Abfallvermeidung, Reuse, Recycling, Verwertung, Beseitigung/Entsorgung.

(1) Abfallvermeidung hat oberste Priorität und hierzu gehört in der EU auch das Verbot von umweltgefährdenden Stoffen.

(2) Reuse oder Wiederverwendung bedeutet eine erneute Nutzung des Produktes (z.B. Pfandflasche, Second-Hand-Use), sie umfasst in der EU auch die Vorbereitung zur Wiederverwendung.

(3) Recycling ist in der Regel bezogen auf die stoffliche Verwertung und wird definiert als „jedes Verwertungsverfahren, durch das Abfälle zu Erzeugnissen, Materialien oder Stoffen entweder für den ursprünglichen Zweck oder für andere Zwecke aufbereitet werden. Es schließt die Aufbereitung organischer Materialien ein, aber nicht die energetische Verwertung und die Aufbereitung zu Materialien, die für die Verwendung als Brennstoff oder zur Verfüllung bestimmt sind“ (§ 3 Abs. 25 deutsches Kreislaufwirtschaftsgesetz). Gesetzlich wird erst von „Recycling“ gesprochen, wenn der Rohstoff zuvor als „Abfall“ einzustufen war. Das heist definierte Abfallstoffströme oder Teile davon werden aufbereitet, um daraus wieder vermarktungsfähige Sekundärrohstoffe oder Sekundärbrennstoffe zu gewinnen. (a) Beim Upcycling werden aus Abfallstoffen eines Prozesses hochwertigere Produkte hergestellt. (b) Beim Downcycling, wird nicht mehr die ursprüngliche Qualität oder deren Verarbeitbarkeit erreicht wie bei der Primärherstellung vor dem Recyclingprozess. Die meisten Prozesse sind Downcyclingprozesse.

(4) Verwertung bezeichnet in der Regel eine energetische Verwertung, wobei hier Stoffe verbrannt werden, mit dem alleinigen Ziel der Energiegewinnung. Die Stroffe werden direkt als Ersatzbrennstoff für Öl oder Gas genutzt.

(5) Beseitigung/Entsorgung erfolgt als Entsorgung auf der Deponie oder Verbrennung in der MVA (Müllverbrennung, Abfallverbrennung, thermische Abfallbehandlung). Auch die Verbrennung in der MVA liefert eine elektrische Energieumwandlung aus dem Heißdampf der Verbrennung, jedoch mit hohen Umwandlungsverlusten. Hier kann nicht von Ersatzbrennstoff für Öl oder Gas gesprochen werden.

Die EU-“Abfall Hierarchie“ gilt auch als Leitplanke für die Berwertung innerhalb der Produkt-Umwelt-Ampel im Faktor Nachnutzung.

 


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Nachhaltige Produkte: „Nachhaltigkeitsaspekte von Produkten“

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Bild: Nachhaltig ist was ihnen über Generation die Lebensgrundlagen erhält und was die Schöpfung bewahrt und ein gutes Miteinander von Mensch und Umwelt ermöglicht (Bild: B&S gekauft potocase für HvH Aktionen, http://www.holz-von-hier)

Nachhaltigkeitsaspekte von Produkten

(1) Die Bedeutung von Herkunft, Transporten und Produktion/Material

Bei der nachhaltigen Bewertung eines Produktes kommt es nicht nur auf die Produktion an, sondern auch auf die Herkunft und die Transporte im Stoffstrom. Es macht einen Unterschied, ob ein Produkt vor Ort hergestellt wurde oder in einem anderen Erdteil und zwar einerseits im Hinblick auf die Umweltwirkungen, die die Transporte hinterlassen und andererseits auch im Hinblick auf die unterschiedlichen Produktionsbedigungen in den jeweiligen Ländern der Erde. Dem wurde in der Produktumweltampel (SAVE) Rechnung getragen, den hier werden Produkte in diesen drei Hauptsektoren bewertet (siehe Freitags-Blog).

Sektoren die über die Nachhaltigkeitsaspekte eines Produktes wesentlich mitbestimmen

  • Sektor Herkunft – Bedeutung. Nach Deutschland und Europa wird nahezu alles importiert was man sich denken kann (und exportiert). Auf der Ebene der Herkunft wurden in der produktumweltampel (SAVE, siehe auch Freitags-Blog) weltweit etwa 170 Länder betrachtet, aus denen Rohstoffe, Halbwaren und Produkte nach Europa bzw. Deutschland importiert werden können.  Woher die auf den europäischen bzw. deutschen Markt abgesetzten Rohstoffe, Materialien und Produkte stammen und wie öko-fair sie sind, hängt auch vom jeweiligen Herkunftsland ab, denn hier unterscheiden sind Umweltwirkungen und soziale Bedingungen bei Rohstoffabbau/-ernte und Produktion deutlich.  
  • Sektor Transporte – Bedeutung. Die Transporte im Stoffstrom von Produkten können die Klima- und Umweltbilanz deutlich verschlechtern. Dennoch sind die Transporte im gesamten Stoffstrom von Produkten bisher politisch und auch in nahezu allen Umsetzungsinstrumenten (außer im Klima- ud Umweltlabel HOLZ VON HIER) ein vernachlässigter Faktor und es sind selten die Stoffstromrealitäten entsprechend erfasst. Mit der Produktumweltampel (SAVE, siehe auch Freitags-Blog) wird gezeigt, dass die Transporte einen wesentlichen Anteil an der Klima- und Umweltwirkung eines Produktes haben können.
  • Sektor Material – Bedeutung. Die Klima- und Umweltwirkung, die Ressourceneffizienz, die Nachnutzbarkeit nach Ende der Lebensdauer ens Produktes sowie Aspekte des Verbraucherschutzes hängen maßgeblich von der Art der eingesetzten Materialien und der Art der Produkte ab. Auf der Ebene des Materials/Produktes wurden in die Bewertungen der Produktumweltampel (SAVE, siehe auch Freitags-Blog)  vor allem Daten aus analysierten EPD (zu deutsch Umweltproduktdeklarationen) und weiteren Datenquellen und Datenbanken einbezogen, die in vielfältiger Form verschnitten wurden. Zudem wurden in der Produktumweltampel auch neue Faktoren berechnet.

(2) Berücksichtigung wichtiger Nachhaltigkeitsparameter

Klima, Biodiversität, Energie, Wasser,  Ressourcen, Ökodesign, Nachnutzung, Sozale Fairness, Gesundheit, das sind im wesentlichen alle heute bekannten und diskutierten Nachhaltigkeitsparameter und sie bestimmen auch darüber wie nachhaltig ein Produkt ist. Denn natürlich ist ein umfassend nachhaltiges Produkt mehr als wie viel Strom es in der Nutzungsphase spart oder ob das Holz aus nachhaltiger Waldwirtschaft stammt usw.  In der Produktumweltampel (SAVE, siehe auch Freitags-Blog) werden Proukte in den Nachhaltigkeitsparametern Klima, Biodiversität, Energie, Wasser, Resourcen, Ökodesign, Nachnutzung, Sozale Fairness, Gesundheit in den drei Sektoren Herkunft, Transport und Produktion/Material bewertet.

(3) Nachhaltigkeitsaspekte von Produkten

Nachhaltigkeitssaspekte von Produkten gibt es sicherlich viele, aber folgende Aspekte zum Schutz von Klima, Biodiversität und Ressourcen sind besonders relevant. Sie werden in den folgenden Blogbeiträgen etwas näher beschrieben werden sollen:

Schutz von Klima, Biodiversität und Ressourcen in der Produktion

  • Senkung des Verbrauchs an Energie, Wasser, Rohstoffen (a) in den Vorketten und bei der Produktion des Produktes und (b) durch das Produkt selbst in der Nutzungsphase.
  • Effizienzsteigerungen (a) in der Produktion des Produktes und zwar im gesamten Stoffstrom und nicht nur im letzten Produktionsschritt und (b) durch das Produkt selbst in der Nutzungsphase.

Schutz von Klima, Biodiversität und Ressourcen durch kurze Transporte

  • Produkte mit möglichst kurzen Wegen im gesamten Stoffstrom der Produktion.

Ressourceneffizienz durch das Material

  • Generelle Ressourcenschonung durch gezielte Materialauswahl von Anfang an.
  • Verwendung recyclingfähiger und wiederverwertbarer Produkte von Anfang an und Erhöhung der Recyclingquote nach Ende der Lebensphase.

Ressourcenschutz bei der Rohstoffgewinnung

  • Verzicht auf Produkte, die weltweit gefährdete Arten enthalten gemäß der Red List von IUCN.
  • Gezielte Schonung von stark begrenzten und gefährdeten Ressourcen.
  • Verzicht auf Rohstoffe aus Raubbau und aus gravierenden Landnutzungsänderungen (z.B. Holz aus Plantagen, für die zuvor Primärwälder abgeholzt wurden).
  • Weitgehende Vermeidung von Nutzungskonkurrenzen bei der Materialwahl.

Öko-Design beim Produkt

  • Klima-, Umwelt- und Ressourcenschutz durch haltbare, modulare und reparaturfähige Produkte.

 


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Nachhaltigkeit: „Ressourcenschonendes Europa – Europa 2020“

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Bild: Europa ist in vielen Leitlinien, bei der Gesetzgebung und in Verordnungen weltweit Vorreiter für Klima-, Umwelt- und Ressoucrenschutz. (Bild: HvH gekauft photocase, http://www.holz-von-hier.de)

Die wichtigsten Beispiele für Politische Programme und Handlungsinstrumente zur Nachhaltigkeit und ihre Ansatzwirkung sind: (1) Klima: Kohlenstoffhandel, (2) Energie: EU Nachhaltigkeitsstrategie, (3) Illegaler Holzhandel: FLEGT und Due Diligence und Nachhaltige Waldwirtschaft, (4) Primärwaldschutz: REDD+, (5) Schutz der Biodiversität (ohne Primärwaldschutz): CBD, ITTA, (6) Ressourcenschonendes Europa – Europa 2020. Im Folgenden wird Europa 2020 kurz beschrieben, weitere Montags-Blogbeiträge befassen sich mit den anderen Themen.

Europa 2020 – Ressourcenschonendes Europa

Die Europäische Union unterstreicht mit diversen Beschlüssen und Strategien der letzten Jahre die große Bedeutung, die sie in der Ressourceneffizienz für die Wettbewerbsfähigkeit der Europäischen Union sieht. Nur wenn Europa mit knapper werdenden Ressourcen besser haushalten lernt, wird sich die wirtschaftliche Spitzenposition Europas halten lassen. Bei wachsender Weltbevölkerung wird das Wohlstandsniveau nur dann ansteigen können, wenn intelligente, innovative Ansätze für Ressourceneffizienz umgesetzt werden, Europa kann und will hier eine Vorreiterrolle spielen. Im Jahr 2010 wurde beispielsweise die Strategie Europa 2020 beschlossen, die als eine wichtige Leitinitiative ein „Ressourcenschonendes Europa“ im Blick hat.

Die Leitinitiative zielt darauf ab, das Wirtschaftswachstum von der Ressourcennutzung abzukoppeln, den Übergang zu einer emissionsarmen Wirtschaft zu unterstützen, die Nutzung erneuerbarer Energieträger und die Energieeffizienz zu fördern sowie das Verkehrswesen zu modernisieren. Im September 2011 legte die EU-Kommission dann ihren „Fahrplan für ein ressourcenschonendes Europa“ vor. Dies dient der Umsetzung der EU-Leitinitiative „Ressourcenschonendes Europa“. Als vorläufiger Hauptindikator wurde von der Kommission die Ressourcenproduktivität vorgeschlagen (Verhältnis des BIP zum inländischen Materialverbrauch – EUR/Tonne).

ProgRess – Deutsches Ressourceneffizienzprogramm

Anfang 2012 wurde ein deutsches Ressourceneffizienz-Programm gegründet (ProgRess). Hier liegt der Fokus auf abiotischen nicht-energetischen Rohstoffen und der stofflichen Nutzung biotischer Rohstoffe. Die Nutzung anderer Ressourcen (z.B. Wasser, Luft, Fläche, Boden, Biodiversität) wird in anderen Programmen und Regelwerken behandelt. Es sind fünf Handlungsfelder vorgeschlagen: (1) nachhaltige Rohstoffversorgung sichern, (2) Ressourceneffizienz in der Produktion steigern, (3) Konsum auch auf Ressourceneffizienz orientieren, (4) ressourceneffiziente Kreislaufwirtschaft ausbauen sowie (5) übergreifende Instrumente nutzen.

Es werden 20 Handlungsansätze beschrieben, hier wird vor allem auf Marktanreize, Information, Beratung, Bildung, Forschung, Innovation sowie auf die Stärkung freiwilliger Maßnahmen und Initiativen in Wirtschaft und Gesellschaft gesetzt.

Als Maßnahmenbeispiele werden genannt: Effizienzberatung für KMU, Unterstützung von Umweltmanagementsystemen, Berücksichtigung von Ressourcenaspekten in Normungsprozessen, Stärkung von Produktkennzeichen und Zertifizierungssystemen, Ausbau der Kreislaufwirtschaft und anderes. Die verstärkte Ausrichtung der öffentlichen Beschaffung an ressourceneffizienten Produkten und Dienstleistungen ist ein wichtiger Ansatz im Programm. Ein zentrales Element in einem der Handlungsfeldern stellt die konsequente Verwendung nachwachsender Rohstoffe dar, womit man bezogen auf den Mengenanteil v.a. beim Holz landet.

 


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Dämmstoffe – Dämmung ohne Rücksicht auf das Klima?

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Bild. Rohbau Massivholzmauer. Die Dämmstoffdicke kann hier deutlich geringer sein um die EnEV zu erfüllen.

Funktionssystem Wand-Dämmung-Fassade beachten!

„Dämmung“ ist heute ein Zauberwort für den Klimaschutz. Meist sind dies jedoch Dämmstoffe, die externe Klima- und Umweltkosten nicht internalisiert haben (z.B. ökologischer Rucksack des Materials, Recyclingmöglichkeiten usw.). Gerade bei der Dämmung kommt es im Sinne des Klimaschutzes auf die reale Energieeinsparung an und zwar die Energieeinsparung der Dämmung und der Wand. Man muss also letztlich das Funktionssystem Wand-Dämmung-Fassade betrachten.

Energiesparen in der Nutzungsphase hängt nicht nur vom U-Wert sondern auch vom Material ab

Energiesparen in der Nutzungsphase hängt nicht nur vom U-Wert oder technischen Aspekten ab, sondern ganz maßgeblich auch vom Nutzerverhalten und dessen Wohlfühltemperatur. Was nutzt der beste Passivhausstandard bei hoch gedämmten Räumen, wenn die Nutzer wegen eines schlechten Raumklimas mehrfach am Tag lüften müssen oder wollen?

Die Raumtemperatur bei der wir uns wohl fühlen, ist auch von der Innenfläche der Raumwände abhängig und die wiederum auch vom Material. Jeder Baustoff hat ein anderes energetisches Verhalten. Das wird in Berechnungen (z.B. Energieausweis) aber in der Regel nicht berücksichtigt, denn meist wird dabei nur die Wärmeleitfähigkeit (U-Wert) von Baustoffen berücksichtigt, nicht die Phasenverschiebung.

Die „Phasenverschiebung“ ist genauso bedeutsam wie der U-Wert

Für den sommerlichen Wärmeschutz und den Heizbedarf im Winter ist aber die Phasenverschiebung genauso bedeutsam wie die Wärmeleitfähigkeit (U-Wert).

  • Vergleicht man beispielsweise eine Massivholzmauer und eine Ziegelwand mit gleichem (!) U-Wert, so muss man bei der Ziegelwand, beispielsweise morgens, erst die Wand mit aufheizen, wonach diese die Wärme kontinuierlich wieder abgibt, „wie ein Akku“.
  • Massives Holz nimmt viel weniger Wärme auf, man muss also nur die Raumluft erwärmen, so dass die Reaktionszeit des Beheizens der Räume schneller ist. Eine massive Holzwand ist „wie eine Thermoskanne“. Durch die Struktur von Holz ist die Oberflächentemperatur in Durchschnitt 3-4 Grad höher als im konventionellen Bau. So fühlt man sich in einem massiven Holzhaus schon bei etwa 19-20°C wohl, in anderen Gebäuden wird im Mittel meist bis auf 24°C geheizt.
  • Holz von Hier Tipp: Jedes Grad Raumtemperatur erfordert rund 5-6% mehr Heizenergie. Deshlab lohnt es sich, eine spezifische Wärmebrückenberechnung anstatt eines Pauschalansatzes zu machen. Dadurch kann eventuell eine Förderung für besonders energiearme Gebäude in Anspruch genommen werden.

U-Wert in [W/m2k] und Material

Der U-Wert kennzeichnet die Wärmemenge, die in einer Stunde durch jeden Quadratmeter eines Bauteils bekannter Dicke im Dauerzustand der Beheizung hindurchgeht, wenn der Temperaturunterschied zwischen der Luft auf beiden Seiten dieser Wand 1 K beträgt. Mit dem U-Wert wird ausgedrückt, welche Leistung pro m² des Bauteils auf einer Seite benötigt wird, um eine Temperaturdifferenz von 1 Kelvin aufrecht zu erhalten. Je kleiner der U-Wert ist, desto besser, weil weniger Wärme durch den Bauteil geleitet wird. Der U-Wert kann aber nur die Wärmeleitung beschreiben, und dies auch nur im stationären Fall. Instationäre Vorgänge, Speicherung oder Wärmestrahlung werden dabei nicht berücksichtigt.

  • Der U-Wert kann nur näherungsweise zur Berechnung der Dämmwirkung und damit Energieeinsparung heran gezogen werden, denn er verläuft mit der Dämmdicke nicht linear, sondern als Hyperbelfunktion. Meist wird der U-Wert linear berechnet, was jedoch falsch ist. Um einen exakten Wert zu bekommen der für den Bauherren in Hinblick auf die Energieeinsparung interessant ist, müsste der U-Wert bei jeden Dämmstoff und jeder baufunktionalen Einheit (Wand-Dämmung-Fassade) nicht berechnet sondern gemessen werden.
  • Der U-Wert ist von weiteren Materialeigenschaften abhängig und die Dämmwirkung ist nicht automatisch besser je dicker die Dämmung ist. Meist wird der Wert in Berechnungen jedoch linear eingesetzt.
  • Bei Kondenswasserbildung ist der U-Wert deutlich schlechter, denn feuchte Wände dämmen schlechter als trockene. Insofern bestimmt das Material der abufunktionalen Einheit nachhaltig und langfristig auch den U-Wert mit. Die Thematik Kondenswasserbildung durch Materialien mit geringer Fähigkeit Wasserdampf abzuleiten (z.B. Kunststoffdämmungen), wenn diese noch dazu falsch verbaut sind, ist also nicht nur problematisch wegen einer möglicherweise auftretenden Schimmelbildung bei Kondenswasserbildung, sondern auch für die Energieeinsparung relevant.

Die Wärmespeicherfähigkeit ist vor allem eine Materialeigenschaft

Da gerade Holz Top Eigenschaften bei der Wärmespeicherfähigkiet hat, muss im Verbundsystem Wand-Dämmung-Fassade eine Holzwand deutlich weniger gedämmt werden als Wände aus anderen Baustoffen. Klimafreundlich Bauen heißt aber mehr als einen bestimmten Uw-Wert durch die Dämmung einhalten. Bei klimafreundlichem Bauen kommt es auch stark auf das Material an. „Soll heute ein Beton- oder Steinbau billig gedämmt werden, bedeutet das meist: außen drauf kommt eine dicke Billig-Dämmung aus Styropor“. In einem massiven Holzhaus ist eventuell (muss nicht) das Grundmaterial etwas teurer, man braucht aber weniger Dämmung, um den gleichen Uw-Wert zu erreichen. Die Endkosten sind letztlich in der Regel vergleichbar. Die Ökobilanz keinesfalls!

Die Wärmespeicherfähigkeit ist eine Materialeigenschaft und gibt die gespeicherte Wärme eines Stoffes an, wenn dieser um 1 K erwärmt wird. Die gespeicherte Wärmemenge ist umso höher, je höher die spezifische Wärmekapazität, je größer die Rohdichte und je höher der Temperaturunterschied zur Umgebung ist (z.B. zwischen innen und außen bei einer Außenwand).

  • Sommerlicher Wärmeschutz und wohlige Wärme auch nachts entsteht nur durch hohe Wärmespeicherfähigkeit der Wand- und Dämmmaterialien.
  • Die Wärmespeicherfähigkeit von Nachwachsenden Rohstoffen (NaWaRo) wie Holzfaserdämmplatten ist mehr als 10-mal höher als die von Kunststoffdämmstoffen wie EPS, XPS, PUR.  Dies hat nicht nur, aber auch, mit der Rohdichte zu tun (Holzfaserdämmplatte: 160 kg/m3, EPS 20 kg/m3).
  • Die Wärmespeicherkapazität von Holz ist deutlich höher als z.B. von Beton oder Ziegel. Deshalb kühlt im Winter eine Holzwand abends, wenn die Heizung ausgestellt wird, weniger stark ab, als eine Ziegel- oder Betonwand. Am nächsten Morgen muss nicht erst die Wand aufgeheizt werden, um rasch ein gute Raumtemperatur zu erreichen. Das spart prinzipiell Energie (bei entsprechenden Nutzerverhalten).
  • Dämmung mit Holzdämmstoffen ist für den sommerlichen Wärmeschutz deutlich positiver zu werten als eine Kunststoffdämmung, weil sie wesentlich ausgleichender auf die Temperaturen im Inneren des Hauses reagiert. Deshalb sind beispielsweise mit Holzdämmstoffen ausgebaute Dächer im Sommer weniger von Überhitzung betroffen als bei anderen Dämmstoffen. Für ein ausgeglichenes Raumklima und die Vermeidung von Tauwasserbildung sind Dämmstoffe mit hoher Wärmespeicherfähigkeit positiv zu bewerten.

Dämmstoffdicken für die ENEV

Der in der ENEV erlaubte Wert bei Dämmstoffen von 0,045 W/(m²*K) wird von nahezu allen gängigen Dämmstoffen eingehalten, die Werte zwischen 0,03 und 0,45 haben (z.B. Holzfaserdämmstoffe, Steinwolle, Glaswolle, Mineralwolle und Kunststoffdämmstoffe wie EPS, XPS und auch WDVS-Systeme). Die Umweltwirkung dieser Dämmstoffe unterscheidet sich jedoch sehr deutlich in den Vorketten und der Nachnutzung.

Für die ENEV und Förderungen bei der KfW-Bank und anderen Banken ist der U-Wert wichtig, denn durch die Dämmung können prinzipiell hohe Energieeinsparungen erzielt werden. Hat die Außenwand aber bereits beispielsweise einen U-Wert von 0,5 W/m2K, so bringt dieser Aufwand nur eine geringe Verbesserung. Ebenso kann man mit einer sehr dicken Dämmung bei entsprechend falschem Nutzerverhalten so gut wie keine zusätzliche Einsparung erzielen, da ein Teil der Wärmeenergie beispielsweise auch durch Lüften entweichen kann. Lüften kann aber gerade bei bestimmten Dämmungen (z.B. Kunststoffdämmungen) zwecks gesundem Raumklima und  Vorbeugung gegen Schimmelbildung unbedingt notwendig sein.

  • Eine Idealwand nach EnEV ha einen U-Wert von 0,24 W/m2K. Eine Holzblockwand (600) hat eine Uw-Wert von 0,4 W/m2K, Leichtziegel (600) 0,43 W/m2K, Gasbeton 0,83 W/m2K, Vollziegel (1200) 1,3 W/m2K, Leichtbeton (1200) 1,53 W/m2K, Kalksandstein (1400) 1,67 W/m2K, Betonblocksteinen 2,02 W/m2K.
  • Der Wärmestrom durch die Wand wird in W/m2 ausgedrückt. Eine Idealwand nach EnEV liegt hier bei 6,0 W/m2, eine Holzblockwand bei 10 W/m2, eine Wand aus Leichtziegel bei 10,8 W/m2, eine Wand aus Gasbeton bei 20,75 W/m2, eine Wand aus Vollziegel bei 32,5 W/m2, eine Wand aus Leichtbeton bei 38,25 W/m2, eine Wand aus Kalksandstein bei 41,8 W/m2, eine Wand aus Betonblocksteinen bei 50,5.W/m2. Der Wärmestrom durch die Wand liegt nach einer Dämmung der wand für eine Idealwand gemäss EnEV für eine Holzblockwand bei 2,5 W/m2 (KfW förderfähig), eine Wand aus Leichtziegeln bei 3,28 W/m2 (KfW Förderfähig), eine Wand aus Gasbeton bei 13,25 W/m2, eien Wand aus Vollziegel bei 25 W/m2, eine Wand aus Leichtbeton bei 30,75 W/m2, eine Wand aus Kalksandstein bei 34,25 W/m2, eine Wand aus Betonblocksteinen bei 34,25 W/m2.

Die ENEV berücksichtigt leider nur den U-Wert und die Umweltförderungen zur ENEV basieren darauf.

Im Bestand und in der Sanierung wo es vor allem um Ziegel oder Betonwände geht, darf also nicht nur der U-Wert für die Ermittlung der Umweltwirkung herangezogen werden. Zur Einhaltung der EnEV sind bei der Dämmung von Außenwänden mit diversen Wandmaterialien unterschiedliche Dämmstoffdicken nötig. Um den Idealwert für die EnEV zu erreichen braucht man beispielsweise bei einer Holzblockwand 5 – 7 cm Dämmstoff, bei Leichtziegel 6 – 8 cm, bei Gasbeton 9 – 12 cm, bei Vollziegel 10 – 14 cm, bei Kalksandstein 11 – 14 cm, bei Betonblocksteinen 11 – 15 cm.

Die Funktionseinheit „Wand-Dämmung-Fassade“ sollte in der Umweltbilanz und auch die Umweltinstrumenten (z.B auch der ENEV oder der KfW Förderung) als Einheit deutlich stärker betrachtet werden als bisher, denn erst dieser Überblick macht die Kliamunterschiede zwischen Baustoffen deutlich.

Da alle Dämmstoffe heute ähnliche U-Werte haben, ist die ENEV unabhängg vom Material. Bei den Anschaffungskosten sind vielfach immer noch Kunststoffdämmstoffe wie Styropor etwas kostenünstiger, aber in der Nutzungsphase und bei der Entsorgung keinesfalls.

Würde die ENEV Nutzungszeitrisiken oder Nachnutzungsaspekte berücksichtigen (was sie nicht tut) würden sich nicht nur bei den Umweltwirkungen sondern auch den Kosten deutliche Unterschiede zwischen Dämmstoffgruppen zeigen. Dies soll an einem Vergleich zwischen Holzfaserdämmplatten und Kunstsstoffdämmstoffen aufgezeigt werden. Baustoffe die für die nachhaltige Generation deutlich höhere volkwirtschaftliche und Umweltkosten verursachen, sollten, wenn möglich, in der Förderung anders behandelt werden, denn die Europäische Union legt immer mehr Wert auf die Betrachtug des gesamten Lebenszyklus von Baustoffen.

(1) Beispiel Holzfaserdämmplatten

Nutzungsphase

  • Kosteneinsparungen in der Nutzungsphase. Bei Gebäuden die mit Holzfaserdämmplatte gedämmt sind, noch besser Holzgebäude die mit Holzfaserdämmplatten gedämmt sind, wird aufgrund der Materialeigenschaften auch während der Nutzungsphase Geld gespart und zwar durch folgende Eigenschaften des Materials …
  • Es gibt mit Holzfaserdämmplatten keine thermische Abkopplung der Fassade, deshalb kaum Tauwasserbildung und damit auch keine Vereisung oder Schimmelbildung am System Wand-Dämmung-Fassade.
  • Das garantiert eine optimale Langlebigkeit im Wärmeverbund Wand-Dämmung-Fassade. Die Holzfaserdämmung ist lange haltbar, bei vergleichsweise geringer Schadensanfälligkeit.
  • Holzfasern können Wärme gut speichern und verhindern die nächtliche Auskühlung der Wand. Beim Beheizen am nächsten Tag muss nur der Raum und nicht auch noch die Wand mit aufgeheizt werden.
  • Holzfasern puffern auch die Sonnenhitze gut ab. So liegen die Temperaturen um einige Grad niedriger als wenn sich der Raum unter einer anderen Dämmung befände. Dadurch kann beispielsweise bei öffentlichen und gewerblichen Gebäuden Energie für die Klimaanlagen gespart werden. So wird die Aufheizung gerade unter Dachschrägen im Sommer spürbar reduziert.
  • Weil Holzfaserplatten mehr Masse als andere Dämmstoffe aufweisen, können sie Luft- und Trittschall in allen Frequenzbereichen gut absorbieren und somit gleichzeitig auch als Schalldämmung dienen. Das spart richtig berechnet auch Kosten für eine Schalldämmung.
  • Holzfaserplatten zeichnen sich durch eine hohe Diffusionsoffenheit aus, das heißt sie können Feuchtigkeit in einer hohen Menge gut aufnehmen und bei Bedarf auch wieder abgeben. Sie tragen somit zu einem angenehmen Raumklima bei und beugen Schimmel vor. Während in anders gedämmten Gebäudetypen der Schimmelbildung im Gebäude im Nachhinein durch mehr Heizen oder Klimatisierung (Klimaanlage) der Räume entgegen gewirkt werden muss, erledigt dies bei Holzbaustoffen bzw. Holzfaserdämmstoffen das Material als „natürliche Klimaanlage“. Das spart real Energiekosten.
  • Bei Holzgebäuden die mit Holzfaser gedämmt sind führt das zu einem optimalen Raumklima. Ein gutes Raumklima führt zu verbessertem Nutzerverhalten im Umgang mit der Lüftung und Heizung. Dadurch wird real Energie gespart.

Nachnutzung (end-of-life)

  • Holzfaserdämmplatten und deutliche Kosteneinsparungen bis marktfähige Preise in der Nachnutzung (end-of-life) durch den „Sekundärrohstoff Altholz“.
  • Holzdämmstoffe, Holzbaustoff und Holzfassaden können sowohl in gleicher Funktion wieder verwertet werden, sie können recycelt und sowohl stofflich als auch energetisch wiederverwertet werden. Das nach Ende der Nutzungsphase entstehende Altholz ist heute schon längst kein Abfall“ mehr, sondern ein immer wertvollerer Sekundärrohstoff. Das sieht man an den Preisen die gezahlt werden, für Altholz der Klassen A1 und AII wird heute auf dem Markt ein Rohstoffpreis vom Nachnutzer an den Anbieter bezahlt und keine Entsorgungskosten mehr vom Anbieter an den Nachnutzer. Altholz wird heute nicht mehr in der Müllverbrennung entsorgt oder deponiert. Dazu ist der Sekundärrohstoff Altholz zu wertvoll. Die Nachnutzungskosten sind im Vergleich zu anderen Materialien gering bzw. nicht vorhanden, man kann sogar ggf. noch etwas am Material verdienen.
  • Sinnvolle Nachnutzung stofflich und energetisch ist 100%. Entsorgung in Müllverbrennungsanlagen und Deponien = 0%.

(2) Beispiel Kunststoff-Dämmstoffe

Nutzungsphase.

  • Ölbasierte Kunststoffdämmstoffen wie EPS (Polystyrol), XPS und PUR  gehören heute zu den in den Anschaffungskosten günstigsten Dämmstoffen.
  • Es entstehen aber in der Nutzungsphase versteckte Kosten und auch hohe Kosten bei der Entsorgung. Dies kann auch über die Lifecycle Kosten bei der Beschaffung berücksichtigt werden. Kunststoffdämmstoffe haben mögliche versteckte Kosten während der Nutzungsphase wie im folgenden beschrieben …
  • Durch EPS-Dämmung besteht die Gefahr der thermischen Abkopplung der Fassade von der Wand, und deshalb die Gefahr von Tauwasser-/Kondenswasserbildung im Sommer. Das Wasser kann nur durch Diffusion, also Verdampfen, abgeführt werden, was aber nur unzureichend gelingt. Damit wird die Wand unter der EPS-Dämmung immer feuchter und verliert letztlich damit auch einen Teil ihrer Dämmfähigkeit. Das Gesamtpaket aus Wand und Dämmschicht funktioniert so sagen einige Bauexperten so sogar von Jahr zu Jahr immer schlechter und die Bewohner müssen zunehmend gegen ein feuchtes, ungemütliches Raumklima anheizen.
  • Polystyrol speichert keine Wärme, sondern isoliert nur, auch gegen die Strahlungswärme der Sonne. Der Aufwärmeffekt von Südwänden kann so nicht genutzt werden, eine mögliche Einsparung dadurch an Heizkosten auch nicht.
  • Die Haltbarkeit von EPS-Dämmungen wird im Internet mit etwa 40 bis 50 Jahre angegeben. Dies ist sicherlich hoch eingeschätzt, zumal man hiermit noch wenig / keine Erfahrungen hat.
  • Das Dämmsystem EPS-Putzgitter-Putz ist sehr schadensanfällig, so sind immer wieder Reparaturen am Putz nötig. Inzwischen bekannte Phänomene sind das Vereisen von EPS-Fassaden im Winter. Frostschäden an diesen Fassaden sind ernst zu nehmen, denn durch Putzabplatzungen oder mechanische Beschädigungen der Fassade, kann Feuchte in die Isolation eindringen.

  Nachnutzung (End-of-Life).

  • Kunststoffdämmstoffe versursachen nach End-of-Life hohe volkswirtschaftliche Kosten.
  • Bisher ist kein vernünftiges Recyclingsystem für Polystyrol vorhanden, der Hauptnachnutzungsweg ist die Entsorgung in Müllverbrennungsanlagen (MVA). Die Probleme für Gesundheit und Umwelt und die hohen Kosten, die bei der Entsorgung (Nachnutzung /end-of-life) dieser Materialien entstehen, werden auf Allgemeinheit verlagert.
  • Nach einer Studie von Greenpeace (1999) verursacht beispielsweise die Verbrennung von 1 Tonne Kunststoff in der MVA einen finanziellen Mehraufwand in der Verbrennung von 800 Euro pro verbrannter Tonne Kunststoff im Vergleich zu anderen Materialien (wegen der hohen Chlor und Dioxinbelastungen die die Filter belasten). Das wären umgerechnet Kosten von 3 – 4 €/m2 Fassadendämmung, die dem Betreiber der MVA (bei uns oft Kommunale Zweckverbände) entstehen.
  • Das Verhältnis von Kosten der MVA (3- 4 €) zu Einnahmen (1 €) durch die Entsorgungsgebühr (die wegen des geringen Gewichtes klein ist, da Polystyrol fast nichts wiegt und die MVA nach Tonnage abrechnen) ist also 80% zu 20%.
  • Die meisten MVA nehmen Polystyrol deshalb nur ungern an, müssen es aber. Heute geht dies noch, weil die zu entsorgenden Mengen noch verhältnismäßig gering sind. Was jedoch auf die Müllverbrennungsanlagen zukommt und damit auf viele Kommunen, wenn die Verwendung dieser Stoffe weiter zu zunimmt, ist ein ungeklärtes Problem, das auf die nachfolgende Entscheidergeneration verlagert wird.
  • Das hochkalorische Material verursacht sowohl bei der Entsorgung in der MVA wie der Deponie Umweltprobleme. Diese werden verlagert wenn der Polystyrol nach end-of-life exportiert wird (z.B. nach China) in Länder, die nicht die weltweit führenden deutschen Umweltstandards für MVA und Deponien einhalten müssen.
  • Es gibt auch indirekte Gesundheits- und Umweltgefahren durch die Deponierung. EPS enthält heute in der Regel als notwendiges Flammschutzmittel noch Hexabromcyclododekan (HBCD). HBCD gilt inzwischen unter der EU-REACH-Kandidaten-Liste als sehr stark kanzerogen (krebserregend) und extrem Gewässerorganismen gefährdend. Es soll über 1 ppm verboten werden. Die Hersteller bemühen sich derzeit Alternativen zu finden um HBCD mittelfristig durch einen anderen Stoff ersetzen zu können.
  • Pentan, das in den meisten Polystyrol basierten Dämmstoffen als Schäumungsmittel enthalten ist, gilt ebenfalls als sehr kanzerogen (krebserzeugend), hierbei kommt es jedoch auf die Art des Pentans an, als wie kanzerogen es gilt. Das wird dann relevant wenn EPS deponiert wird (in Deutschland nicht erlaubt) und diese Stoffe über Auswaschungen in Grundwasser (und so auch ins Trinkwasser) und Oberflächengewässer gelangen. Eigentlich gibt es für die Deponierung von Polystyrol noch keine sinnvollen langfristigen Schutzkonzepte.
  • Gesundheits- und Umweltgefahren durch Verbrennung in MVA. Beim Verbrennen von Polystyrol in MVA entstehen hohe Konzentrationen an Dioxinen. Wird das Material nicht in deutschen MVA verbrannt mit seinen strengen Auflagen für die Emissionen, dann gelangen diese Stoffe in die Umwelt. Hinzu kommt, dass die hohen C-Gehalte im Material für viele Deponien zu viel sind, daher muss das Material oft in MVA „vorbehandelt“ werden, bevor es in die Deponien kann, was eine doppelte Umweltbelastung end-of- life bedeutet.
  • EPS-Recycling ist wegen Verschmutzungen, Vermischungen bisher kaum Praxis. Theoretisch kann EPS-Recyclat in Deutschland nur in geringen Mengen zu Polystyrol-Granulat und für hochwertige Spritzgussanwendungen verarbeitet werden. Leider wird ein Teil vor allem flammschutzmittelhaltiger Schaumstoff-Recyclate zu anderen Produkten weiterverarbeitet, aber dadurch sind signifikante Restgehalte an Flammschutzadditiven gegebenenfalls auch in sensiblen Anwendungen (z.B. Lebensmittelverpackungen) nicht auszuschließen.

Baufunktionale Einheit Dämmung

In den folgenden Blogbeiträgen werden folgende Dämmstofftypen hinsichtlich der Aspekte „Vorketten, Nutzungsphase, Nachnutzung“ näher beschrieben:

  • Holzbasierte Dämmstoffe: Holzfaserdämmstoffplatten.
  • Mineralische Dämmstoffe: Mineralwolle, Glaswolle, Steinwolle.
  • Kunststoffdämmstoffe: EPS, XPS, PUR
  • und Wärme-Dämm-Verbund-Systeme: WDVS

Die Umweltdaten dazu finden sich in der Produkt-Umwelt Ampel (siehe unten)

Obwohl Holz von Hier natürlich für Holz steht, sollen die Beschreibungen zu den anderen Baustoffen möglichst neutral sein. Darum haben wir uns bemüht, denn jeder Baustoff hat seine Vorteile und auch gewisse Anwendungseinschränkungen. Dennoch ist ein Vergleich von Baustoffen hinsichtlich der Vorketten, Nutzungsphase und Nachnutzungsaspekte sicher für viele Leser interessant. Den Fokus wollen wir dabei bewusst weniger auf technische Aspekte als vielmehr auf Nachhaltigkeits-, Umwelt- und Gesundheitsaspekte lenken. Da wir diese Betrachtung noch nirgends so zusammengestellt gefunden haben, wurden diese „Rohfassungen von Nachhaltigkeits-Baustoffsteckbriefen“ erstellt.

Holz von Hier ist hier offen für Ergänzungen, Anmerkungen und Hinweise und würde sich über Erfahrungen, Wünsche oder Anregungen sehr freuen, mit denen wir die „Nachhaltigkeits-Baustoffsteckbriefen“ nach und nach ergänzen könnten.

Weitere Informationen zu den technischen Aspekten von Baustoffen finden sich z.B. auf den Baustoffdantenbanken von WECOBIS, der FNR und anderen.


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Mehr Infos unter http://www.holz-von-hier.de