holzvonhier

Globales Denken erfordert regionales Handeln.


Hinterlasse einen Kommentar

Nachhaltige Produkte: „Globales denken – erfordert regionales Handeln!“

DSC02138
Bild: Für wen wir nachhaltig handeln müssen ist doch klar. (Bild: B&S)

Nachhaltigkeitsaspekte von Produkten: „Nutzung von Labeln und Nachweisen“

Nutzen Sie Label und Nachweisen zur Kontrolle der Einhaltung von Umweltkriterien. Da es kaum einem Akteur und Entscheider zuzumuten ist, die komplexen Umweltauswirkungen von Produkten, die beschafft oder gekauft werden, zu beurteilen, spielen zur Kontrolle und Identifikation von nachhaltigen Produkten unter den oben genannten Gesichtspunkten Umweltlabel eine wichtige Rolle. Hier ist es von Bedeutung, die Aussagen und Kriterien der diversen Umweltlabel zu betrachten und zu vergleichen. Es gibt diverse Label, die Umweltkriterien bei Produkten festlegen und überprüfen. Von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR, Projektträger des Bundeslandwirtschaftsministeriums) wurden aus über 300 europäischen Umweltlabeln 8 ausgewählt, die zur nachhaltigen Beschaffung und dem nachhaltigen Einkauf empfohlen werden: HOLZ VON HIER, Blauer Engel, NaturePlus, EU Umweltblume, FSC, PEFC, Nordic Swan, österreichisches Umweltzeichen.

Globales Denken – erfordert regionales Handeln! (HOLZ VON HIER)

„Deutschland ist ein Vorreiter für Klima- und Umweltschutz in Europa. Unsere Wirtschaft und besonders auch der Mittelstand sind eine tragende Säule für unsere Wertschöpfung. Umweltschutz geschieht letztlich durch unser Verhalten, die Art unseres Einkaufes und der Beschaffung von Produkten“ (Holz von Hier).

Der Schutz von Klima, Biodiversität und Ressourcen erfordert neben den politischen Instrumenten und Handlungsstrategien für Naturschutz mit seinen klaren politischen Vorgaben und Gesetzen (z.B. FFH, Natura 2000 usw.) heute auch andere marktbasierte Strategien. Denn hier handelt es sich einerseits um Probleme, die politisch nur weltweit angepackt werden können und müssen, andererseits sind die Zusammenhänge, Ursachen und Handlungsmöglichkeiten komplex, vielfältig, erfordern systemisches Vorgehen und das gleichzeitige Handeln vieler Akteure. Hier ist es enorm wichtig, dass einige Länder, Regionen oder Akteure Vorreiter sind. Eine solche Vorreiterrolle weltweit nimmt die EU ein. Deutschland hat innerhalb der EU in vielen Aspekten für Klima-, Umwelt- und Ressourcenschutz eine Vorreiterrolle.

So wie die Wirtschaft immer globaler vernetzt ist, muss auch bei Themen wie Klima, Biodiversität und Ressourcen global vernetzt und systemisch gedacht werden. Hier hat jedes Handeln in einem Teil der Welt mittelbare und unmittelbare Einflüsse auf den Rest der Welt und umgekehrt. Dennoch hat man gerade bei diesen Themen einen völlig anderen Ansatzhebel als im politischen Naturschutz, der aber höchst effektiv wirken kann. Dieser Hebel ist der Markt, der nachhaltige Konsum, die nachhaltige Beschaffung in Wirtschaft, Gesellschaft und der öffentlichen Hand. Nirgends kann man so deutlich im ursprünglichen Sinne von Nachhaltigkeit handeln wie hier: Bestimmte Erscheinungen und nicht nachhaltige Handlungsweisen der Akteure im Markt tragen maßgeblich zu Klimawandel, Verlust an Biodiversität und Ressourcenausbeutung bei. Der Markt kann aber auf der anderen Seite essentiell Klima-, Biodiversität und Ressourcenschutz steuern.

Die wichtigsten Akteure im Markt: das sind wir alle!

Nachhaltig einkaufen: wir alle machen praktischen Klima und Umweltschutz mit der Art unseres Einkaufes

Nachhaltig Handeln bewegt inzwischen viele mit Kopf und Herz. Und diejenigen die jetzt schon (oder schon lange) nachhaltig handeln, werden heute von wohl niemandem (kaum jemand) mehr als „Ökospinner“ angesehen.

  • Mehr als 80% der befragten Verbraucher in der aktuellen Trendstudie der Otto Group waren der Ansicht, dass sich die globalen Probleme, wie Klimawandel oder soziale Ungleichheit, nur gemeinsam lösen lassen und dass Politik, Unternehmen und jeder Einzelne seinen Teil dazu beitragen muss.
  • Nur 30% der Befragten sahen allein bei der Politik die Verantwortung und nötige Bereitschaft „… um ökologische und soziale Herausforderungen in Zukunft zu lösen“.
  • Mehr als 60% der Befragten waren der Ansicht, dass klimafreundlich und verantwortungsvoll handelnde Unternehmen die Gewinner sind und sein werden.
  • Heute kaufen bereits 56% der Deutschen ethisch korrekte ökologische Produkte. Dieser Markt wächst rasch an und hat sich in den letzten 4 Jahren verdoppelt !
  • Regionalität auf Produktebene wird heute laut der Umfragen 87% der Deutschen immer wichtiger. Klima- und umweltfreundliche Produkte und Dienstleistungen entsprechen einem Megatrend unserer Zeit und Gesellschaft.

Klima- & Umweltzeichen wie HOLZ VON HIER bieten hier eine praktische Orientierungshilfe für Verbracher, Architelten dun die die öffentliche Hand und erleichtern Auswahl und Kaufentscheidung beträchtlich. Gleichzeitig bieten Umweltzeichen wie HOLZ VON HIER Unternehmen die Chance, ihre Umweltkompetenz für alle sichtbar unter Beweis zu stellen.

 


Die gemeinnützige Initiative Holz von Hier, mit dem gleichnamigen Klima- und Umweltlabel HOLZ VON HIER, hat das Ziel einen Beitrag zu Klima-, Umwelt- und Ressourcenschutz sowie regionaler Wertschöpfung und Verbraucherschutz zu leisten. Das geht, neben politischen Vorgaben, nur über Information und nachhaltige Produkte. Wie Sie das unterstützen können, wie wir gemeinsam hier viel bewegen können und die Ziele ganz konkret umsetzen können erfahren Sie unter „aktiv werden“ bei http://www.holz-von-hier.de


Dieser Beitrag wurde für HOLZ VON HIER verfasst von G. Bruckner und P. Strohmeier.
Werbeanzeigen


Hinterlasse einen Kommentar

„Nachhaltigkeit darf an der Waldstraße nicht aufhören, auch was danach kommt ist wichtig“

VSH BW Jahreshauptversammlung 2014-1

Diese einleitenden Worte von Herrn Präsident Schilling auf der Jahreshauptversammlung des VSH Baden-Württemberg fassten zusammen was dann an vielen Beispielen aufgezeigt wurde, dass nämlich Holzprodukte und Holzbau ohne Schnittholz der kurzen Wege, zu wenig mit Klimaschutz, Ressourceneffizienz und regionaler Wertschöpfung zu tun haben.

Wer mittelständische Betriebe in ihrer Charakterstärke, Bodenständigkeit und Innovationskraft und auch ihrem klaren Bekenntnis zu ihren Regionen und klar auch zu Klima- und Umweltschutz erleben wollte, hätte bei der Jahreshautversammlung 2014 der Säger Baden-Württemberg in Bahlingen dabei sein müssen.

Wir berichten darüber als Holz von Hier, nicht nur, weil wir dabei waren und der Verband nochmals und noch stärker als schon im ganzen Jahr 2014 ein mehr als ganz klares „JA“ zu Holz von Hier gegeben hat. Wir wollen einen Verband kurz vorstellen, der gemeinsam mit Holz von Hier mehr als klar auch gegen Widerstände kommuniziert, dass die zunehmenden Transporte auch bei Holzproduktion ein globaler Wahnsinn sind, mit extremen Auswirkungen nicht nur für Klima und Umwelt sondern auch für die Regionen.

Holz von Hier wurde schon vieles vorgeworfen, es sei ein „Globalisierungsgegner“, „rückständig“, „vertritt Nischenfunktionen“, waren davon nur die nettesten Dinge. Dazu möchten wir hier nur eines sagen: Holz von Hier will gemeinsam mit dem Verband und inzwischen vielen anderen starken Partnern nur eines: eine Alternative auf der Produktebene schaffen und alle Ebenen über die Zusammenhänge informieren, so dass sich Betriebe und auch Architekten, Kommunen und Kunden selbst (!) entscheiden können was Ihnen wichtig ist.

Wenn Ihnen das wichtig ist: fragen Sie immer, wenn Sie ein Holzprodukt kaufen nach, ob es einen Holz von Hier Herkunftsnachweis bzw. Zertifikat hat !

Holz von Hier will kurze Stoffströme in Produkten salonfähig machen, weil es unserer Überzeugung und Erfahrung nach nicht nur ein wesentlicher Weg zu mehr praktischem ! Klimaschutz und Ressourcenschonung ist, sondern auch noch zudem alles andere als rückständig. Dies und mehr Nachhaltigkeit fordert im Übrigen auch die EU, beispielsweise in ihrem sechsten Umweltaktionsprogramm, aus Klima- und Umweltschutzgründen „Entkopplung von Wertschöpfung und Transporten“ – Produkte mit dem Holz von Hier Label sind dafür ein best-practice Beispiel.

Vielen ist es vielleicht nicht bewusst, deshalb sei hier nochmals betont: wenn Sie heute ein Holzprodukt kaufen oder ein Holzhaus bauen, heisst dies noch lange nicht, dass das Holz dafür auch aus dem Wald von nebenan und als Schnittholz vom Säger nebenan kommt. Vielmehr hat heute das Holz selbst bei einem Bezug von einem örtlichen Händler oder sogar Hersteller in vielen weiterverarbeiteten Halbwaren und auch Endprodukten enorm lange Transportwege hinter sich, vielfach aus Osteuropa, Russland, Übersee. Das trifft im Übrigen natürlich nicht nur für Holzprodukte zu, sondern für nahezu alle anderen Produkte aus anderen Materialen auch. Die Stoffströme werden immer globaler, was für Umwelt und Klima fatal ist.

Doch jetzt würden wir gerne ein paar Worte zur Situation der Säger in Baden-Württemberg sagen, um Ihnen die Bedeutung der heimischen Sägewerk für den klimafreundlichen Stoffstrom bei Holzprodukten nahe zu bringen und Ihnen auch diese Branche etwas näher vorzustellen. Im Übrigen ist diese beschriebene Situation für nahezu alle mittelständischen Säger in jedem Bundesland ähnlich und auch in anderen EU Ländern wie z.B. Frankreich.

#holzvonhier-Rundholz an Waldstraße-1

Bild Rundholzpolter an Waldstraße

Die Sägewerke leiden heute vor allem unter folgenden Punkten:

Folgende Aspekte wurden von den anwesenden Teilnehmern thematisiert und diskutiert:

(1) Heimische mittelständische Sägewerke bekommen im vielen Regionen zu wenig heimisches Rundholz.

(a) Erstens weil ein nicht geringer Teil des Rundholzes aus den Regionen exportiert wird. Laut FAO (Weltwaldbericht) ist beispielsweise Deutschland nach der Russischen Föderation, USA, Neuseeland und Frankreich der fünftgrößte Rundholzexporteur der Welt. (In Baden-Württemberg sind die Rundholzexporte aus dem Staatsforst nach Angaben von Herrn Forstpräsidenten Reger der an der Jahreshauptversammlung des VSH aus der Sicht des Staatsforstes gesprochen hat, vergleichsweise eher gering: ca. 20% des Einschlages gehen demnach aus dem Staatsforst nach außerhalb Baden-Württembergs).

(b) Zweitens ist in einigen Bundesländern gerade beim immer knapper werdenden Nadelholz ein Großteil des Rundholzes aus dem Staatsforst immer noch in Verträgen mit Großabnehmern anderweitig gebunden, so dass es für den Mittelstand in den Regionen nicht marktwirtschaftlich zur Verfügung steht.

(c) Drittes wird die Versorgung der heimischen mittelständischen Sägewerke aus dem Kommunalwald und dem Privatwald scheinbar immer schwieriger. Während der Staatsforst in vielen Bundesländern bereits nahe an der Nachhaltigkeitsgrenze bewirtschaftet – und hier auch demzufolge nicht mehr Holz mobilisierbar ist und aus Nachhaltigkeitsgründen auch nicht mobilisiert werden kann und sollte -, werden laut neuer Bundeswaldinventur die Bestände im Privatwald immer mehr. Jedoch auch hier an genügend Holz zu kommen wird für die Mittelständischen Säger aus diversen Gründen immer schwieriger.

  • Jede Kommune und jeder Waldbesitzer der hier mithelfen will regional Kreisläufe zu guten Konditionen wieder zu schließen ist hier herzlich zum Austausch mit Holz von Hier und dem VSH willkommen. Holz von Hier entwickelt hierzu auch mit einem Arbeitskreis aus forstlichen Vertretern und der BLE (Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung) eine bundesweite Plattform, die sicherlich für viele Kommunen und Waldbesitzer interessant sein kann. Bitte melden Sie Sich bei uns.

 

(2) Die immer weiter auseinander klaffende Schere zwischen Rundholzpreisen und Schnittholzpreisen ist für mittelständische Betriebe, die nicht in anderen Ländern oder Produktbereichen Depandancen haben nicht mehr ausgleichbar.

Die Rundholzpreise in Mitteleuropa sind weltweit die höchsten und werden regional vom Forst festgesetzt. Die Schnittholzpreise dagegen sind heute Weltmarktpreise und werden von einigen wenigen sehr großen Global Playern festgemacht. Bereits die Stoffströme beim Schnittholz sind heute international. Umweltorganisationen haben heraus gefunden, dass das in vielen Ländern der Welt in den dortigen Urwäldern illegal geschlagene Holz die Schnittholzpreise weltweit um 9 bis 16 % senkt. Ein wichtiges Dokument hierzu sind beispielsweise die Berichte der UNEP und Interpool wie z.B. „Green Carbon and Black trade“.

Dieses „billigere“ Holz das als alles andere als “klimaneutral“ gelten muss, erkaufen wir als Verbraucher meist unwissentlich mit enormen Folgen nicht nur für Klima und Biodiversität sondern auch für die Sägewerke in unseren Regionen und die Arbeitsplätze die sie zur Verfügung stellen. Dabei profitieren wir als Kunden von diesem Preisdumping meist noch nicht einmal. Die günstigeren Schnittholzpreise verlieren sich letztlich im Endprodukt das wir kaufen. Deswegen ist beispielsweise ein Car-Port, ein Holzhaus, ein Dachstuhl oder eine Inneneinrichtung mit dem klimafreundlichen Holz von Hier Nachweis in der Regel nicht oder nur sehr unwesentlich teurer als ein Holzprodukt mit Holz unbekannter Herkunft.

  • Im übrigen gilt das hier gesagte natürlich nicht nur für Holz sondern für jeden anderen Rohstoff. Raubbau an Ressourcen, egal bei welchem Material, macht über Dumpingpreise unsere Umwelt kaputt und kommt uns als Verbrauchern letztlich gar nicht zugute.

 

(3) Steigende Energiekosten bei derzeit immer weniger Rendite für Sägerestholzprodukte.

Die Energiekosten sind bei den Sägewerken erheblich gestiegen. Dies, verbunden mit immer strengeren Auflagen der Versicherer im Bereich Brandschutz, damit sie die Betriebe überhaupt noch versichern, und verbunden mit den Zahlungsmodalitäten, nehmen das betriebswirtschaftliche Ergebnis der mittelständischen Säger immer mehr in die Zange. Viele mittelständische Säger können froh sein, wenn sie am Ende des Jahres eine schwarze null schreiben und das liegt wie oben geschildert weder am betriebswirtschaftlichen Geschick noch der Innovationskraft der regionalen Betriebe, hat also nichts mit „natürlicher Auslese zu tun“ oder einem „unvermeidbaren Strukturwandel“, wie einige sicher immer schnell und gerne über die Brache sagen.

  • Jeder erfahrene Anbieter für betriebliche Brandschutzkonzepte im Sägewerksbereich, der von Versicherern akzeptiert wird und der den Betrieben des VSH gute Angebote machen kann ist hier herzlich eingeladen dies zu tun.

Hinzu kommt, dass es zwar für Energieholz aus dem Forst oder Landschaftspflegematerial im EEG, dem erneuerbaren Energien Gesetz, einen Förderbonus gibt, den so genannten NaWaRo Bonus für nachwachsende Rohstoffe, den gibt es aber nicht für das Restholz der Sägewerke. Warum eigentlich nicht fragt hier der VSH Baden Württemberg, wie wir finden zu recht. Und Holz von Hier fragt: „warum ist der NaWaRo Bonus eigentlich nicht an heimische Rohstoffe gebunden“. Warum bekommen also Waldhackschnitzel (teils auch noch ohne Waldnachhaltigkeitslabel) aus langen Transporten und teils Übersee-Importen, die gleiche Förderung in Deutschland wie Hackschnitzel aus dem heimischen Wald? Und das, wo doch die NaWaRo Förderung ursprünglich doch wohl als Klimaschutzförderung gedacht war?

  •  Wir werden dieses Thema in einer gesonderten Blog-Serie „gestaltete Bioenergie“ näher beleuchten.

 

Herbstwald Unterwuchs #holzvonhier

Bild eines heimischen Waldes (Bildquelle Holz von Hier)

Für diejenigen Leser, die die Stoffströme von Holz noch nicht so kennen, möchten wir kurz auch auf den Forst und die nachfolgenden Branchen eingehen.

Rundholz wird in unserem nachhaltig bewirtschaften heimischen Wäldern eingeschlagen. Bereits per Waldgesetz müssen unsere heimischen Wälder nachhaltig bewirtschaftet werden und darüber hinaus sind in Deutschland 70% der Waldflächen mit den international anerkannten Waldlabeln FSC und PEFC zertifiziert, die die nachhaltige Waldbewirtschaftung nochmals in besonderer Weise hervorheben und überprüfen. Das ist in anderen Ländern noch deutlich anders. In Afrika oder Asien sind beispielsweise weniger als 5 % aller Waldflächen mit diesen internationalen Nachhaltigkeitslabeln im Wald zertifiziert. Unter anderem deshalb ist es gerade bei Holz aus solchen Ländern besonders wichtig auf anerkannte Nachweise nachhaltiger Waldwirtschaft zu achten.
#holzvonhier - info - logging-and-corruption_ca51

Bild: Korruptionsrisiko nach Welregionen aus denen Rohstoffe also auch Holz nach Europa kommt (Quelle Weltbank).

Dies betrifft Holz von Hier nicht, weil es Holz aus solchen Ländern systemimmanent ausschließt. Da Holz von Hier bewusst keine eigenen Kriterien für die Waldbewirtschaftung in seinem Standard festgelegt hat, sondern den Stoffstrom ab dem Rundholz an Waldstraße betrachtet, für Holz von Hier das Thema nachhaltige Waldwirtschaft aber dennoch sehr wichtig ist, ist eine der Grundvoraussetzungen für Rundholz, das in die CoC Kontrolle von Holz von Hier eingespeist wird, dass dieses „ … aus nachhaltiger Waldwirtschaft stammen muss, nachgewiesen durch ein Forstmanagementzertifikat nach FSC, PEFC oder vergleichbar“.

Schnittholz #holzvonhier
Bild Schnittholz kurz vor dem Abtransport (Netzwerkbild Holz von Hier)

Heimische Sägewerke schneiden den Rohstoff Rundholz ein und machen daraus Bauholz, Schnittholz aller Art für den Hausbau und Innenausbau, Möbelbau und Holz im Außenbereich. Beim Säger fallen aber auch Sägerrestholzprodukte an, aus denen Hackschnitzel, Pellets oder Brennholz für Kunden wird.

Inzwischen sind die heimischen Sägewerke jedoch von zwei Seiten in Bedrängnis: sie bekommen immer weniger Rundholz aus dem heimischen Wald und auf der anderen Seite verwenden immer weniger nachfolgende Betriebe wie Zimmerer und Schreiner Holz das von heimischen Sägern eingeschnitten wurde, oft sicher unwissentlich, weil sie über den Handel beziehen, der auch in der Regel keine Herkunftsnachweise für das Holz innerhalb kurzer Wege hat.

Deshalb ist es ja so wichtig Ihren Zimmerer oder Schreiner der Ihnen einen Car-Port oder Holzhaus baut oder ein Möbelstück, zu fragen, ob er Ihnen nachweisen kann, woher das Holz kommt, z.B. über ein „Holz von Hier“-Zertifikat. Denn, einem Holzprodukt sieht man es ja nicht an woher das Holz stammt und wie der Stoffstrom war. Lärche aus Sibirien, Fichte aus Russland, Ahorn aus Kanada oder Holz unsicherer Herkunft ? Wenn Sie das nicht wollen, sondern bei allen Holzprodukten, auch bei solchen aus potentiell heimischen Baumarten sicher sein wollen, dass es Holz der kurzen Wege ist, sollten Sie immer einen Nachweis verlangen.

Auch vielen Architekten ist diese Thematik oft nicht bewusst, deshalb fragen Sie als kommunale Entscheider und als Kunden immer auch Ihren Architekten, er möge doch bitte Nachweise wie „Holz von Hier“ in der Ausschreibung fordern oder auf solche Produkte achten. Vielfach wird heute beispielsweise immer noch „Sibirische Lärche“ oder „Meranti“ und anderes ausgeschrieben was leicht durch umweltfreundlichere Holzprodukte derselben Verwendung ersetzt werden könnte. Das liegt weder an der Qualität des Holzes noch an Ignoranz, sondern vielfach daran, weil man sich dessen nicht bewusst ist und oder weil das seit Jahrzehnten beim Holzbau in Ausschreibungstexten so steht, die dann einfach übernommen werden. Auch hier stellen wir uns jeder Diskussion und würden uns freuen Ihnen als ausschreibende Architekten praktische Positiv-Beispiele aufzeigen zu können.

An dieser Stelle möchten wir uns auch bei den Organisationen bedanken die bereits jetzt Partner von Holz von Hier in Baden-Württemberg sind und sich mit viel Engagement auf eine solche Umweltkommunikation eingelassen haben und die Ergebnisse an ihre Klientel herantragen. Mehr zu diesen und allen weiteren Partnern von Holz von Hier erfahren Sie 2015 in unserer neuen Blog-Serie „Unser Partner“.

Wir freuen uns auf den weiteren Diskurs mit Ihnen Allen

Ihre GB und PS

 

Mehr Infos unter http://www.holz-von-hier.de

Mehr Infos zum VSH Baden-Württembreg unter: http://www.vsh.de

 

HOLZ VON HIER -Initiative, Zertifikat, Netzwerk
HOLZ VON HIER –ist eine gemeinnützige Initiative mit nationalem Kuratorium und Beiräten. Holz von Hier ist auch der Name für ein Zertifikat für besonders Klima- und Umweltfreundliche Holzprodukte aus Holz der kurzen Wege. Hinter Holz von Hier steht ein breites und offenes Netzwerk an Partnern und an engagierten Betrieben, die solche Produkte anbieten.
HOLZ VON HIER Stammseite: http://www.holz-von-hier.de
Betriebe, Produkte, Gebäude, Partner finden unter holz-von-hier.de oder einfach eingeben:
Betriebe finden: http://bit.ly/hvh-Betriebe
Produkte finden: http://bit.ly/hvh-Produkte
Gebäude finden: http://bit.ly/hvh-Gebäude
Partner finden: http://bit.ly/hvh-Partner
HOLZ VON HIER im Social Web
Holz von Hier im Social web: http://bit.ly/hvh-socialmedia
diskutieren Sie mit auf holzvonhier.wordpress.com
folgen Sie uns auf https://twitter.com/HolzvonHier
schenken Sie uns ein LIKE auf www.facebook.com/HolzVonHier
HOLZ VON HIER – APP: http://bit.ly/hvh-APP eingeben.


Hinterlasse einen Kommentar

Holzbrücken – Sonderbauten die verbinden

Holzbrücke-3
#holzvonhier

Holzbrücken – Holzbrücken – Holzbrücken

Holzbrücken sind Sonderbauten die sehr gut in heimischem Holz gebaut werden können. Bisher bestehen aber nur etwa 1-2 % aller Brückenbauten in Deutschland aus Holz !

Das liegt weder an den gestalterischen Möglichkeiten, denn es gibt eine breite Formenvielfalt: von Deckbrücken, Hohlkastenbrücken, Trogbrücken, Hängewerkbrücken, Bogenbrücken, Pylonbrücken, Fachwerkbrücken, Sprengwerkbrücken, Spannbandbrücken. Und das liegt nicht an der Haltbarkeit oder am Preis.

Woran liegt es dann ? Wir wissen es nicht genau, aber vermutlich gibt es noch sehr viele Vorurteile dem Holz gegenüber gerade bei solchen Sonderbauten.
Holzbrücke-2
Kosten und Haltbarkeit
(aus Interviews mit im Holzbrückenbau erfahrenen Planern und Ingenieuren)

  • Holzbrücken sind bis 20% günstiger als andere Brücken.
  • Unter < 60 Meter Länge sind Holzbrücken in der Regel immer kostengünstiger; über > 60 Meter Länge gleichen
    sich die Kosten denen anderer Baumaterialien an.
  • Die Erhaltungskosten einer Holzbrücke pro Jahr liegen bei <1–2 % der Baukosten.
  • Eine geschützte Holzbrücke hat eine durchschnittliche Lebensdauer von 50 (bis 80) Jahren.
  • Holzbrücken bedeuten Dauerhaftigkeit bei guter Konstruktion. In der Schweiz gibt es 680 Jahre alte Holzbrücken.
  • Geschätzt etwa alle 30- 60 Jahre werden in Deutschland die Straßen umgebaut oder die Verkehrsführung geändert. So lange muss im Grunde eine Brücke halten.

Sonstige Vorteile von Holzbrücken
(aus Interviews mit im Holzbrückenbau erfahrenen Planern und Ingenieuren)

  • Holzbrücken sind leicht und einfach zu montieren.
  • Die Beläge für Verkehrssicherheit bei Holzbrücken sind jederzeit erneuerbar. Hier haben in den letzten Jahren enorme Verbesserungen stattgefunden.
  • Verbundkonstruktionen zwischen Beton und Holz sind wirkungsvolle Lösungen für Brücken in Holz.
  • Verbundkonstruktionen haben ein geringeres Gewicht, eine höhere Steifigkeit und Tragfähigkeit als Brücken aus Beton.
  • Gleichzeitig haben Holz-Beton-Brücken einen höheren Feuerwiderstand und einen verbesserten Schallschutz. Solche Konstruktionen können Mehrkosten bedeuten, sind in der Regel jedoch meist kostenneutral.
  • Bei Holzbrücken lassen sich auch Teile erneuern, bei Betonbrücken nicht.

Holzbrücke-3

Wichtige Aspekte zu beachten
(aus Interviews mit im Holzbrückenbau erfahrenen Planern und Ingenieuren)

  • Besonders wichtig ist die Auswahl eines holzerfahrenen Planers
  • Vorhandene Literatur und Hilfestellungen nutzen (z.B. Musterzeichungen für Holzbrücken).
  • Ein gutes Holzschutzkonzept!
  • Richtige Holzwahl für exponierte Holzteile.
  • Wahl der richtigen Oberflächen.
  • Konstruktiver Holzschutz für Aufleger, Fahrbahn und Abdeckungen, Kontaktflächen und Trennschichten sowie Berücksichtigung von Schwind-/Quellmaßen beim Holz!
  • Holzadäquates Konzept für die Bauwerkserhaltung.
  • Die CO2-Bilanz beachten.

Verkehrssicherheit auf Holzbrücken
(aus Interviews mit im Holzbrückenbau erfahrenen Planern und Ingenieuren)

  • Die Verkehrssicherheit auf Holzbrücken ist voll gewährleistet wenn man folgende Aspekte beachtet.
  • Holzbrücken sind genauso verkehrssicher wie andere Brücken auch. Siehe Holzbrücken-DIN Norm 1074 neu.
  • Wie bei allen Brücken gelten auch bei Holzbrücken die Anforderungen der DIN FB 101.
  • Um die Rutschsicherheit z.B. auf Fahrradbrücken aus Holz noch zu erhöhen, können Gussasphalt oder beschichtete Holzbohlen verwendet werden.
  • Geeignete heimische Hölzer für Holzbrücken: geschützt: Fichte; ungeschützt: z.B. Eiche, Lärche, Douglasie, Kiefer.
  • Die häufigsten Fehler beim Holzbrückenbau sind fehlender konstruktiver Holzschutz.

Holzbrücke-1

Fragen zum Image von Holzbrücken an im Holzbrückenbau erfahrene Ingenieure

Frage HvH: Woher kommt das bei Kommunen, Bauträgern und Planern leider oft immer noch schlechte Image von Holzbrücken, obwohl Holzbrücken heute jedem technischen Standard absolut genügen und noch mehr können? Antwort: Der Grund sind Konstruktionsfehler in der Vergangenheit, altes Bewusstsein, schlechte Bauwerke, Vorbehalte, wenige Planer.

Frage HvH: Wie viele Ingenieure/Planer kennen sich mit Holzbrücken aus? Antwort: Bisher sehr wenige. Wichtig ist, einen geeigneten Betrieb finden, Referenzen und Vergleichsangebote einholen.

Frage HvH: Was müsste sich in der Ausschreibungspraxis ändern, damit mehr Holz zum Zuge kommt? Antwort: Neue Bewertung der Ablöserichtlinie für Ingenieursbauwerke.

 Fragen zu Versicherungsaspekten an eine Landesunfallkasse und eine Versicherungskammer

Frage HvH: Werden Schadensfälle (z.B. Sturz eines Radfahrers) auf Holzbrücken anders geregelt als auf anderen Brücken? Antwort: Nein. Schadensfälle unterliegen dann einer Einzelfallentscheidung.

Frage HvH: Was geschieht im Schadensfall? Antwort: Die  Versicherungskammer oder auch das zuständige Gericht wird zur Beurteilung der Sachlage anerkannte Institutionen einschalten (z.B. TÜV, LGA) oder einen zweiten erfahrenen Planer bzw. einen bestellten und vereidigten Gutachter (ÖBV). Der prüft den Fall und auch ob durch den Bauherren oder Bauträger alle Normen eingehalten wurden, ob keine Fahrlässigkeit vorliegt, ob nach dem „neuesten Stand des Wissens“ gebaut wurde.

Frage HvH: Was hat die Kommune im Schadensfall zu fürchten? Antwort: Nicht mehr als bei anderen Materialien auch. Wichtig ist, dass alle Normen zur Verkehrssicherheit auf Brücken eingehalten sind (z.B. Rutschsicherheit, Geländer auf Fahrradbrücken höher als bei Fußgängerbrücken usw.).

Frage HvH: Was kann eine Kommune noch zur Absicherung tun? Vorschlag: eine zweite Meinung einholen, vor dem Bau einen der genannten Gutachter einschalten, den z.B. auch ein Gericht anerkennen würde und über die Pläne schauen lassen. Weiterhin sollte sie vorher mit den Straßenbauämtern reden. Viele Straßenbauämter haben interne Regelungen, gerade für Sonderbauten.