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Baustoffe: „Gipsplatten“

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Bild: Kraftwerk. Bei in Deutschland hergestellten Gipsplatten wird quasi kein (kaum) REA-Gips aus den Filtern von Kraftwerken verwendet. (Bild: B&S, Deutsches Kraftwerk mit guter Rauchgasreinigung).

Begleittexte zur Produktumweltampel und Holzinfomeile
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Gipsplatten: Informationen zu Vorketten, Nutzungsphase, Nachnutzung

Einleitendes

Wegen des vergleichsweise geringen Gewichtes, der einfachen Verarbeitung, dem Feuerwiderstand werden Gipsplatten vor allem bei nicht-tragenden Innenwänden, Decken, Dachschrägen oder Estrichen verwendet. Das Flächengewicht von Gipsfaserplatten liegt bei ca. 10 kg/m2 (bei 10 mm). Die Rohdichte von Gipsfaserplatten, Gipskartonplatten, Gips-Wandplatten leigt bei ca. 600 – 850 kg/m3. Die Wärmeleitzahl Lambda liegt bei 0,25 W/mK, die spezifische Wärmekapazität bei 0,96 kJ/kgK (bei 20 °C) und der Dampfdiffusionswiderstand bei 10 (trocken) und 4 (feucht).

Die Frage ob Naturgips oder REA Gips ökologischer ist, ist selbst in Bauforen umstritten. Naturgipsabbbau wird vielfach als  Landschaftsverbrauchend und naturzerstörend beschrieben. Uns liegt hierzu bisher weder eine wissenschaftliche Studie, noch Aussagen von Umweltverbänden zu der Thematik vor. REA Gips fällt in Kraftwerken an. Unter gesundheitlichen Gründen ist wohl Naturgips als verträglicher einzustufen (s.u.). Welche Möglichkeiten es gibt Schadstoffe aus REA Gips vor der Weiterverwendung zu entfernen und ob dies angewendet wird, ist uns bisher nicht bekannt.

Materialien für nicht-tragende und tragende Innenwände sind im allgemeinen: (1) Gipsplatten (plus konstruktiver Aufbau z.B. auch Bauholz), (2) Schnittholz, Hobelware (plus konstruktiver Aufbau z.B. aus Bauholz), (3) Holzplatten tragend wie OSB, Span, HDF und nicht tragend wie MDF (plus konstruktiver Aufbau z.B. aus Bauholz), (4)BSH, KLH Platten und MH Holzmauern als tragende Innenwände udn (5) gemauerte Innenwände aus Ziegel oder Betonsteinen (plus Verputz) als tragende Innenwände.

Preisbeispiele für konstruktive Platten (Preise ohne Verlegung und ohne Gewähr) sind: (1) Gipsplatten: 2 €/m3 (einfache dünne Platten) bis 30 €/m2 (Estrichplatten), (2) Spanplatten: < 3 – 7 €/m2 (12 – 18 mm), (3) OSB: 3,4 – 9,5 €/m2 (8 – 25 mm), (4) Bretter: >1 – < 3 €/lfm.

Vorketten – Rohstoffe

  • Grundrohstoffe im Produkt. Inhaltsstoffe von Gipsplatten sind Gips, LDPE-Granulat, ggf. Fasern und Additive. Leime sind in der Regel nicht enthalten. Als Fasern Kunststoff, Glas oder Zellulose in den Gips eingemischt, um die Platten so statisch belastbarer und auch für Feuchträumen geeigneter zu machen. Additive sind z.B. Schaummittel (in EPD dazu k. A.).
  • Rohstoffgewinnung, Zwischenprodukte, Halbwaren. GIPS: Gips kommt in 80 Länder der Welt vor (USGS), die Hauptvorkommensländer sind China 55,3%, USA 6,8%, Iran 5,6%, Deutschland hat nur 0,8% der Weltgipsproduktion innen, stellt aber immerhin pro Jahr etwa 1,9 Mio. t Gips her, nur vergleichsweise kleine Mengen (0,1 t ) werden importiert.
  • Reichweite. Die Reichweite von Gips wird mit >> 100 Jahre angegeben (USGS).

Vorketten – Transporte

  • „Die Bedeutung der Transporte für die Ökobilanz von Produkten wird heute systemisch unterschätzt“ (Holz von Hier). Standarddatensätze aus Ökobilanzen (EPD) rechnen im Grunde produktunabhängig mit 50 bis 350 km für die Vorketten. So werden die Transporte in ihrer Klima- und Umweltwirkung meist stark unterschätzt.
  • Ohne Stoffstromnachweise können im Bau und Innenausbau eingesetzte Produkte tausende von Transportkilometern zurückgelegt haben. Dies soll anhand von Stoffstromindizien aufgezeigt werden. (1) Beispiel Gips. Deutschland stellt etwa 1,9 Mio. t Gips jährlich her (0,8% der Weltgipsproduktion) und importiert vergleichsweise kleine Mengen 0,1 Mio. t (USGS, Destatis). (2) Beispiel Gipsplatten. Gipsplatten werden in Deutschland hergestellt, jährlich werden aber auch 1,4 Mio. t Gipsplatten nach Deutschland importiert (Destatis), z.B. aus China wo die weltgrößten Gipsproduzenten sind, die ihre Kapazitäten laut I-Net noch deutlich ausbauen wollen.

Nutzungsphase

  • Gesundheit. In Deutschland hergestellte Gipsfaser-, Gipskartonwandplatten halten die gesetzlichen Vorgaben zu Formaldehyden, VOC und Eluaten ein. In EPD zu in Deuschland hergestellten Gipsfaserplatten wird angegeben, dass diese bei Messungen zu Formaldeyd „Konzentrationen unter den Grenzwerten“ und damit die deutschen und europäischen Grenzwerte einhalten. Messungen zu VOC deutscher Platten ergaben Werte von TVOC-3-Tage < 0,022 bis <10 mg/m3, TVOC-28-Tage < 1,0 mg/m3, SVOC-28-Tage < 0,1 mg/m3, das sind ebenfalls alles Werte unter den erlaubten Grenzwerten. Zur Eluatanalyse wurden in den anlysierten EPD zu Gipsplatten keine Angaben gemacht. Gerade diese Werte wäre aber für die Einschätzung der Trinkwassergefährdungspotentiale bei der Deponiering relevant. Werte zu Kanzerogenen lagen bei Messungen von in Deuschland bzw. Europa hergestellten Platten ebenfalls unter den bei uns erlaubten Grenzwerte: Kanzerogene-3-Tage < 0,01mg/m3, Kanzerogene-28-Tage < 0,001 mg/m3.
  • REACH-RISK. Laut EPD sind (bei deutscher bzw. europäischer Produktion) keine REACH relevanten Substanzen enthalten.
  • Anmerkungen. Im Fall der Verwendung von REA-Gips und im Falle einer Beimischung von Kunststoffen, Glas oder Additiven können aber auch REACH relevante Substanzen enthalten sein. Bei Gipsplatten sollte man grundsätzlich darauf achten, dass Naturgips verwendet wird. Dies ist bei nachweislich europäischer bzw. deutscher Produktion der Fall. In vielen Billigherstellerländern (z.B. China) wird aber nicht nur Naturgips verwendet, sondern auch Gips aus Rauchgasentschwefelungsanlagen (REA-Gips). Dieser REA-Gips enthält alle Stoffe aus den Abgasen der Industrieanlagen die der Rauchgasfilter-REA-Gips aufgenommen hat. Diese können in solchen Platten später wieder an die Raumluft abgegeben werden (z.B. Schwefel, Quecksilber, Dioxin u.a.). Manche Gipsprodukte aus Länden mit geringeren Produktionsvorschriften aus Deutschland können auch hochradioaktiven Phosphoritgips aus der Düngemittelherstellung enthalten. Welche Ausmaße das haben kann zeigt sich an dem Gisplattenskandal in USA. Die FAZ schreibt „Tausende amerikanische Hausbesitzer erleben einen Albtraum: Eingebaute Gipsplatten aus China setzen Schwefeldämpfe frei. Eigentümer klagen über Kopfschmerzen und andere Beschwerden. Die Beschwerden werden mit Schwefelwasserstoffdämpfen in Verbindung gebracht, die aus den Platten entweichen“. (z.B. faz Berichte). Ein solches Szenario ist bei nachweislich deutschen Herstellung ohne Verwendung von REA-Gips kam zu erwarten.
  • Sicherheit – Verhalten im Brandfall. Gipsplatten sind hinsichtlich ihres Brandverhaltens in der Regel nach der Brandklasse A2 (= nicht brennbar) klassifiziert. Der Gipskern einer reinen Gipsplatte enthält etwa 20% Kristallwasser, das bei Brandeinwirkung verdampft. Die Temperatur auf der dem Feuer abgewandten Seite bleibt über lange Zeit in Abhängigkeit von der Plattendicke bei etwa 110 °C konstant (Angaben aus EPD).
  • Haltbarkeit. Die Haltbarkeit von Gipsplatten wird vom BNB mit >50 Jahre angegeben.
  • Strapazierfähigkeit, Pflege, Reparaturfreundlichkeit. Gipsplatten sind nicht stoßfest. Als Pflegemaßnahme ist bei Gipsplatten der richtige Einbau und das Nutzerverhalten wichtig. Bei Gipsplatten kann, bei entsprechenden klimatischen Bedingungen (hohe Luftfeuchte), die Kartonschicht einen Nährboden für Schimmel bilden und häufige Kondensation an der Oberfläche fördert die Anhaftung von Mikroorganismen. Gerade wenn man Gipsplatten in den Innenräumen verbaut ist also auf angemessene Lüftung und im Winter Raumwärme zu sorgen und es sind so genannte „Wärmebrücken“ beim Ausbau zu vermeiden. Defekte Gipsplatten sind nihct reparaturfähig, sie können jedoch in der Regel schnell und einfach ausgetauscht werden, z.B. wiel sie meist auf der Unterkonstruktion aufgeschraubt sind.

Nachnutzung – Ist Stand und Potentiale

  • Alle Arten von Gipsplatten werden heute in der Praxis auf Deponien beseitigt (Deponieklasse I und II).
  • In Deuschland erfolgt dies zwar auch aber die Deponiekapazitöt sinkt bei uns. Deshalb werdnen Gipsabfälle udn Bauabbruch mit Gipsplatten auch exportiert, dann mit entsprechenden langen Transporten und bei den Ziel-Deponien ggf. mit geringen Umweltvorschriften als in Deutschland bzw. Europa.
  • Geringe Recyclingkapazitäten sind theoretisch für sortenreines nicht verschmutztes Material nutzbar (laut EPD). Ein echtes Recyclingpotential in größeren Umfang ist jedoch nicht erkennbar und wohl auch praktisch kaum umsetzbar.

Umwelt und Qualitätssiegel

  • Bisher ist uns keines bekannt (auch kein Blauer Engel).
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Baustoffe: „HDF Platte für Innenausbau“

Geschichte-5000kb-- moderne Holzbauten
Bild: HDF (und MDF) Plattenwerkstoffe als Innenraumdämmung sind heute in Holzbauten vielfach verwendet.

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MDF Platten für den Innenausbau: Informationen zu Vorketten, Nutzungsphase, Nachnutzung

Einleitendes

Die Produktion von Holzplatten weltweit. Weltweit werden 268,8 Millionen m3 Holz basierte Plattenwerkstoffe produziert und 263,7 Millionen m3 verarbeitet. Die 3 Weltregionen mit der größten Produktion an Holzplatten sind Asien, Europa und Nord Amerika (FAO aktueller Weltwaldbericht, 2011). Weltweit produzieren 15 Länder 80% der holzbasierten Plattenwerkstoffe und sie verbrauchen auch 75% dieser Holzplatten. Eine „Über“-Produktion bei hohen Exporten aber kaum oder verhältnismäßig wenig Importen von Holzplatten findet vor allem in Asien und Lateinamerika statt. Auf Länderebene rangieren hier China mit 7,6 Mio. m3, Polen mit 6,2 Mio. m³ und Malaysia mit 5,4 Mio. m³ auf den ersten Plätzen. Ein Mehrbedarf bei hohen Importen, aber kaum Exporten besteht vor allem in Nord-Amerika. Hier ist es vor allem die USA mit 6,7 Mio. m³ Mehrbedarf.

Die Produktion von Holzplatten in Europa. Die Produktion liegt bei ca. 78 Mio. m3 und der Verbrauch bei ca. 77 Mio. m3. Die 15 Länder Europas mit der größten Produktion an Holzplatten produzieren zusammen etwa 86% der gesamten Holzplatten in Europa und verbrauchen 72% davon selbst. Die größten Produzenten für Holzplatten sind (1) Deutschland (Nr.1), (2) Russland, (3) Polen, (4) Frankreich und (5) Italien. Die fünf größten Konsumenten für Holzplatten in Europa sind (1) Deutschland, (2) Russland, (3) Italien, (4) England und (5) Frankreich.

Quantitativ vermeidbare Stoffströme in Europa. Deutschland hat die europaweit mit Abstand größten vermeidbaren Stoffströme und so auch Transporte bei Plattenwerkstoffen. Die vermeidbaren Stoffströme der 15 größten Produktionsländer Europas liegen bei ca. 33 Mio. m3 Holzplatten, 32% davon Deutschland. Die größte „Über-“Produktion beim Platten haben Polen (6,2 Mio. m3), Deutschland (3,5 Mio. m³), Österreich (2,9 Mio. m³). Den größten Mehrbedarf an Platten haben England mit 2,9 Mio. m³ und Italien mit 1,6 Mio. m³.

Vorketten – Rohstoffe

  • Grundrohstoffe im Produkt. Holzfaserdämmstoffplatten (MDF, HDF, DHF, DFF) bestehen aus: Holzfasern 82 – 86%, Wasser 5-7%, PMDI-Leim oder UF-Leim (Harnstoffharz) 4 – 11%, Parafinemulsion < 1%. Bei beschichteten Platten kommen noch Additive wie (z.B. Melaminformaldehydharz) und ggf. Dekopapiere hinzu.
  • Rohstoffgewinnung, Zwischenprodukte, Halbwaren. Grundrohstoff ist Rundholz aus dem Wald (sog. Industrieholz) sowie Hackschnitzel die von der Holzindustrie zu Dämmstoffen verarbeitet werden.
  • Reichweite. Holz das aus nachhaltiger Waldwirtschaft stammt ist prinzipiell dauerhaft verfügbar, denn es wird nicht mehr Holz entnommen als nachwächst. Holz das aus Primärwäldern also tropischen und borealen Urwäldern stammt sollte aus Klima- und Umweltschutzgründen nicht verwendet werden. Infos zu (1) Nachhaltiger Forstwirtschaft, (2) Raubbau, (3) Primärwäldern und (4) Ländern mit Primärwäldern und hohem Raubbaurisiko finden sich im Infoteil.

Vorketten – Transporte

  • „Die Bedeutung der Transporte für die Ökobilanz von Produkten wird heute systemisch unterschätzt“ (Holz von Hier). Standarddatensätze aus Ökobilanzen (EPD) rechnen im Grunde produktunabhängig mit 50 bis 350 km für die Vorketten (wissenschaftliche Studien rechnen mit 75-200 km IBU bis 562 km Thünen Institut die Vorketten vom Holzfaserplatten). So werden die Transporte in ihrer Klima- und Umweltwirkung meist stark unterschätzt.
  • Holzfaserplatten ohne Herkunftsnachweise wie „HOLZ VON HIER“ können sehr viele Transportkilometer im Stoffstrom zurückgelegt haben und das obwohl der Rohstoff an sich sehr regional zu beziehen wäre, denn der Markt für Holzplatten ist international.

Nutzungsphase

  • Gesundheit. In Deutschland hergestellte Holzdämmstoffe halten die gesetzlichen Vorgaben zu Formaldehyden, VOC und Eluaten ein. Gesundheitsrelevante Emissionen können nur aus dem verwendeten Bindemitteln bzw. Härtern stammen. Info „Formaldehyde, VOC, PCP und CO – was ist relevant bei Holzprodukten“.
  • REACH-RISK. Ein Risiko für gesundheitsgefährliche Substanzen in den Platten bei deutscher und europäischer Produktion ist nicht gegeben bzw. gering. MDI und PMDI Leime sind nicht REACH gelistet. Importplatten aus anderen Weltregionen können jedoch auch andere Leime usw. enthalten. Bei Platten ist es daher immer sinnvoll auf die deutsche bzw. europäische Herkunft zu achten, bzw. auf einen Herkunftsnachweis wie Holz von Hier, denn in Deutschland und Europa gelten im Vergleich zu anderen Weltregionen sehr strenge Gesundheitsauflagen an die Produktion.
  • Sicherheit – Verhalten im Brandfall. Holzdämmstoffe können brennen, ja, aber Holzdämmstoffe nach DIN werden in der Regel in die Brandstoffklasse B1 (schwerentflammbar) eingeteilt. Entscheidend ist hierbei für die Sicherheit im Brandfall, dass Baustoffe nach B1 als selbst verlöschend gelten, während sich bei Baustoffen nach B2 und darunter der Brand selbst erhält, auch wenn die Brandursache entfällt (z.B. abtropfendes Weiterbrennen). Eine Verkohlungsschicht verhindert bei Holzdämmstoffen im Brandfall das schnelle Durchbrennen und hemmt so die Ausbreitung des Feuers, so können höchste Brandschutzanforderungen bis F90 B / REI 90 errichtet werden. Im Brandfall haben Holzdämmstoffe eine deutlich geringere Rauchentwicklung als andere Dämmstoffe (z.B. Kunststoffdämmstoffe) und brennen auch nicht tropfend ab.
  • Haltbarkeit. Die Haltbarkeit von Dämmstoffen aller Art wird laut BNB wie folgt angegeben: als Schäume/Filze/Einblasware: > 50 Jahre, als Platten: 40 Jahre. Hierbei wird vom BNB kein Materialunterschied in der Haltbarkeit gesehen.
  • Strapazierfähigkeit, Pflege, Reparaturfreundlichkeit. Holfaserdämmstoffe sind an defekten Stellen vergleichsweise einfach und ungefährlich austauschbar.

Nachnutzung – Ist Stand und Potentiale

  • Holzprodukte können je nach Verwendung (unbehandelt, mit Farben, Lacken oder Leimen) wiederwerwendet werden oder recycelt werden.
  • Holzprodukte werden nach ihrer Nutzung heute in Altholzkategorien AI (unbelastet) bis AIV (belastet) eingeteilt und in Deutschland thermisch verwertet oder das Altholz exportiert. AI und AII Althölzer sind heute europaweit bereits wertvolle Ersatzbrennstoffe für Öl und Gas und haben absolut nichts mit Entsorgung zu tun, sie werden im Gegenteil vielfach in regionalen Biomasseheiz(kraft)werken genutzt. Altholz wird weltweit auch stofflich genutzt z.B. in Holzplatten. Dies verbietet in Deutschland jedoch die deutsche Altholzverordnung und in Deutschland hergestellte Holzplatten könnten aber dürfen nicht Altholz enthalten. Allerdings verbietet die Verordnung nicht, dass Holzplatten mit bis zu 100% Altholzanteil nach Deutschland importiert und hier im Bau eingesetzt werden. Entsorgung von Altholz in der Müllverbrennung oder der Deponien gibt es heute quasi nicht mehr. Technisch gängige Verwertungswege für Altholz im stofflichen Recycling, die in anderen Ländern umfangreich genutzt werden, sind in Deutschland durch die deutsche Altholzverordnung ausgeschlossen.

Umwelt und Qualitätssiegel

  • HOLZ VON HIER Label für besonders klima- und umweltfreundliche Holzprodukte mit Holz der kurzen Wege aus nachhaltiger Waldwirtschaft inklusive Herkunftsnachweis und Ökobilanz. Holz von Hier ist ein Klima- und Umweltlabel und hat deshalb keine eigenen Kriterien für die nachhaltige Forstwirtschaft entwickelt, sondern verlangt Nachweise wie FM-Zertifikate nach FSC oder PEFC oder vergleichbar. (Deutschland hat weltweit gesehen sehr strenge Waldgesetze und eine seit Jahrhunderten nachhaltige Forstwirtschaft. In Deutschland sind mehr als 70% der Waldflächen, nahezu alle für den Markt bewirtschafteten Flächen mit Ausnahme von Kleinstflächen für den Eigenbedarf oder Flächen mit besonderen Vorrangfunktionen, zusätzlich nach den beiden Labeln FSC und PEFC zertifiziert).
  • FSC und PEFC Label, die weltweit die nachhaltige Waldbewirtschaftung nach den jeweiligen Kriterien von FSC und PEFC nachweisen.
  • EPD sind keine Umweltlabel.


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Baustoffe: „MDF Platte für Innenausbau“

 5- Südosten
Bild: Holzfaserdämmplatten gehören heute bei modernen Bauten zur gängigen Baustoffausrüstung.

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MDF Platten für den Innenausbau: Informationen zu Vorketten, Nutzungsphase, Nachnutzung

Einleitendes

Die Produktion von Holzplatten weltweit. Weltweit werden 268,8 Millionen m3 Holz basierte Plattenwerkstoffe produziert und 263,7 Millionen m3 verarbeitet. Die 3 Weltregionen mit der größten Produktion an Holzplatten sind Asien, Europa und Nord Amerika (FAO aktueller Weltwaldbericht, 2011). Weltweit produzieren 15 Länder 80% der holzbasierten Plattenwerkstoffe und sie verbrauchen auch 75% dieser Holzplatten. Eine „Über“-Produktion bei hohen Exporten aber kaum oder verhältnismäßig wenig Importen von Holzplatten findet vor allem in Asien und Lateinamerika statt. Auf Länderebene rangieren hier China mit 7,6 Mio. m3, Polen mit 6,2 Mio. m³ und Malaysia mit 5,4 Mio. m³ auf den ersten Plätzen. Ein Mehrbedarf bei hohen Importen, aber kaum Exporten besteht vor allem in Nord-Amerika. Hier ist es vor allem die USA mit 6,7 Mio. m³ Mehrbedarf.

Die Produktion von Holzplatten in Europa. Die Produktion liegt bei ca. 78 Mio. m3 und der Verbrauch bei ca. 77 Mio. m3. Die 15 Länder Europas mit der größten Produktion an Holzplatten produzieren zusammen etwa 86% der gesamten Holzplatten in Europa und verbrauchen 72% davon selbst. Die größten Produzenten für Holzplatten sind (1) Deutschland (Nr.1), (2) Russland, (3) Polen, (4) Frankreich und (5) Italien. Die fünf größten Konsumenten für Holzplatten in Europa sind (1) Deutschland, (2) Russland, (3) Italien, (4) England und (5) Frankreich.

Quantitativ vermeidbare Stoffströme in Europa. Deutschland hat die europaweit mit Abstand größten vermeidbaren Stoffströme und so auch Transporte bei Plattenwerkstoffen. Die vermeidbaren Stoffströme der 15 größten Produktionsländer Europas liegen bei ca. 33 Mio. m3 Holzplatten, 32% davon Deutschland. Die größte „Über-“Produktion beim Platten haben Polen (6,2 Mio. m3), Deutschland (3,5 Mio. m³), Österreich (2,9 Mio. m³). Den größten Mehrbedarf an Platten haben England mit 2,9 Mio. m³ und Italien mit 1,6 Mio. m³.

Vorketten – Rohstoffe

  • Grundrohstoffe im Produkt. Holzfaserdämmstoffplatten (MDF, HDF, DHF, DFF) bestehen aus: Holzfasern 82 – 86%, Wasser 5-7%, PMDI-Leim oder UF-Leim (Harnstoffharz) 4 – 11%, Parafinemulsion < 1%. Bei beschichteten Platten kommen noch Additive wie (z.B. Melaminformaldehydharz) und ggf. Dekopapiere hinzu.
  • Rohstoffgewinnung, Zwischenprodukte, Halbwaren. Grundrohstoff ist Rundholz aus dem Wald (sog. Industrieholz) sowie Hackschnitzel die von der Holzindustrie zu Dämmstoffen verarbeitet werden.
  • Reichweite. Holz das aus nachhaltiger Waldwirtschaft stammt ist prinzipiell dauerhaft verfügbar, denn es wird nicht mehr Holz entnommen als nachwächst. Holz das aus Primärwäldern also tropischen und borealen Urwäldern stammt sollte aus Klima- und Umweltschutzgründen nicht verwendet werden. Infos zu (1) Nachhaltiger Forstwirtschaft, (2) Raubbau, (3) Primärwäldern und (4) Ländern mit Primärwäldern und hohem Raubbaurisiko finden sich im Infoteil.

Vorketten – Transporte

  • „Die Bedeutung der Transporte für die Ökobilanz von Produkten wird heute systemisch unterschätzt“ (Holz von Hier). Standarddatensätze aus Ökobilanzen (EPD) rechnen im Grunde produktunabhängig mit 50 bis 350 km für die Vorketten (wissenschaftliche Studien rechnen mit 75-200 km IBU bis 562 km Thünen Institut die Vorketten vom Holzfaserplatten). So werden die Transporte in ihrer Klima- und Umweltwirkung meist stark unterschätzt.
  • Ohne Stoffstromnachweise können im Bau und Innenausbau eingesetzte Produkte tausende von Transportkilometern zurückgelegt haben. Holzfaserplatten ohne Herkunftsnachweise wie „HOLZ VON HIER“ können sehr viele Transportkilometer im Stoffstrom zurückgelegt haben und das obwohl der Rohstoff an sich sehr regional zu beziehen wäre, denn der Markt für Holzplatten ist international.

Nutzungsphase

  • Gesundheit. In Deutschland hergestellte Holzdämmstoffe halten die gesetzlichen Vorgaben zu Formaldehyden, VOC und Eluaten ein. Gesundheitsrelevante Emissionen können nur aus dem verwendeten Bindemitteln bzw. Härtern stammen. Info „Formaldehyde, VOC, PCP und CO – was ist relevant bei Holzprodukten“.
  • REACH-RISK. Ein Risiko für gesundheitsgefährliche Substanzen in den Platten bei deutscher und europäischer Produktion ist nicht gegeben bzw. gering. MDI und PMDI Leime sind nicht REACH gelistet. Importplatten aus anderen Weltregionen können jedoch auch andere Leime usw. enthalten. Bei Platten ist es daher immer sinnvoll auf die deutsche bzw. europäische Herkunft zu achten, bzw. auf einen Herkunftsnachweis wie Holz von Hier, denn in Deutschland und Europa gelten im Vergleich zu anderen Weltregionen sehr strenge Gesundheitsauflagen an die Produktion.
  • Sicherheit – Verhalten im Brandfall. Sicherheit. Holzdämmstoffe können brennen, ja, aber Holzdämmstoffe nach DIN werden in der Regel in die Brandstoffklasse B1 (schwerentflammbar) eingeteilt. Entscheidend ist hierbei für die Sicherheit im Brandfall, dass Baustoffe nach B1 als selbst verlöschend gelten, während sich bei Baustoffen nach B2 und darunter der Brand selbst erhält, auch wenn die Brandursache entfällt (z.B. abtropfendes Weiterbrennen). Eine Verkohlungsschicht verhindert bei Holzdämmstoffen im Brandfall das schnelle Durchbrennen und hemmt so die Ausbreitung des Feuers, so können höchste Brandschutzanforderungen bis F90 B / REI 90 errichtet werden. Im Brandfall haben Holzdämmstoffe eine deutlich geringere Rauchentwicklung als andere Dämmstoffe (z.B. Kunststoffdämmstoffe) und brennen auch nicht tropfend ab.
  • Haltbarkeit. Die Haltbarkeit von Dämmstoffen aller Art wird laut BNB wie folgt angegeben: als Schäume/Filze/Einblasware: > 50 Jahre, als Platten: 40 Jahre. Hierbei wird vom BNB kein Materialunterschied in der Haltbarkeit gesehen.
  • Strapazierfähigkeit, Pflege, Reparaturfreundlichkeit. Holfaserdämmstoffe sind an defekten Stellen vergleichsweise einfach und ungefährlich austauschbar.

Nachnutzung – Ist Stand und Potentiale

  • Holzprodukte können je nach Verwendung (unbehandelt, mit Farben, Lacken oder Leimen) wiederwerwendet werden oder recycelt werden.
  • Holzprodukte werden nach ihrer Nutzung heute in Altholzkategorien AI (unbelastet) bis AIV (belastet) eingeteilt und in Deutschland thermisch verwertet oder das Altholz exportiert. AI und AII Althölzer sind heute europaweit bereits wertvolle Ersatzbrennstoffe für Öl und Gas und haben absolut nichts mit Entsorgung zu tun, sie werden im Gegenteil vielfach in regionalen Biomasseheiz(kraft)werken genutzt. Altholz wird weltweit auch stofflich genutzt z.B. in Holzplatten. Dies verbietet in Deutschland jedoch die deutsche Altholzverordnung und in Deutschland hergestellte Holzplatten könnten aber dürfen nicht Altholz enthalten. Allerdings verbietet die Verordnung nicht, dass Holzplatten mit bis zu 100% Altholzanteil nach Deutschland importiert und hier im Bau eingesetzt werden. Entsorgung von Altholz in der Müllverbrennung oder der Deponien gibt es heute quasi nicht mehr. Technisch gängige Verwertungswege für Altholz im stofflichen Recycling, die in anderen Ländern umfangreich genutzt werden, sind in Deutschland durch die deutsche Altholzverordnung ausgeschlossen.

Umwelt und Qualitätssiegel

  • HOLZ VON HIER Label für besonders klima- und umweltfreundliche Holzprodukte mit Holz der kurzen Wege aus nachhaltiger Waldwirtschaft inklusive Herkunftsnachweis und Ökobilanz. Holz von Hier ist ein Klima- und Umweltlabel und hat deshalb keine eigenen Kriterien für die nachhaltige Forstwirtschaft entwickelt, sondern verlangt Nachweise wie FM-Zertifikate nach FSC oder PEFC oder vergleichbar. (Deutschland hat weltweit gesehen sehr strenge Waldgesetze und eine seit Jahrhunderten nachhaltige Forstwirtschaft. In Deutschland sind mehr als 70% der Waldflächen, nahezu alle für den Markt bewirtschafteten Flächen mit Ausnahme von Kleinstflächen für den Eigenbedarf oder Flächen mit besonderen Vorrangfunktionen, zusätzlich nach den beiden Labeln FSC und PEFC zertifiziert).
  • FSC und PEFC Label, die weltweit die nachhaltige Waldbewirtschaftung nach den jeweiligen Kriterien von FSC und PEFC nachweisen.
  • EPD sind keine Umweltlabel.


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Bauprodukte: „Massivholzplatten“

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Bild: Massivholzplatten werden vor allem im innovativen hochwertigen Möbelbau und Innenausbau verwendet.

Begleittexte zur Produktumweltampel und Holzinfomeile
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http://www.holz-von-hier.de/produktumweltampel-app/

Massivholzplatten: Informationen zu Vorketten, Nutzungsphase, Nachnutzung

Einleitendes

Massivholzplatten sind flächige massive Holzplatten die vor allem im hochwertigen und individuellen Möbelbau und Innenausbau eingesetzt werden. Hier werden nicht nur Nadelhölzer sondern vor allem auch Laubhölzer verarbeitet, auch Tropenhölzer, teils unbekannter Herkunft. Deshalb ist es hier aus Gründen der Biodiversität besonders wichtig auf heimische Produkte zu achten (z.B. mit dem Herkunftsnachweis Holz von Hier).

Vorketten – Rohstoffe

  • Grundrohstoffe im Produkt. Massives Schnittholz das verleimt ist.
  • Rohstoffgewinnung, Zwischenprodukte, Halbwaren. Bei Importen wird oft Holz „unsicherer Herkünfte“ verwendet.
  • Reichweite. Holz das aus nachhaltiger Waldwirtschaft stammt ist prinzipiell dauerhaft verfügbar, denn es wird nicht mehr Holz entnommen als nachwächst. Holz das aus Raubbau stammt sollte aus Klima- und Umweltschutzgründen nicht verwendet werden (die „Reichweite“ richtet sich nach den Vorkommen in Ländern mit Primärwäldern, v.a. in den Tropen wie Asien, Lateinamerika, Afrika und den borealen Waldgebieten wie z.B. Sibirien, Kanada usw.).

Vorketten – Transporte

  • „Die Bedeutung der Transporte für die Ökobilanz von Produkten wird heute systemisch unterschätzt“ (Holz von Hier). Standarddatensätze aus Ökobilanzen (EPD) rechnen im Grunde produktunabhängig mit 50 bis 350 km für die Vorketten. So werden die Transporte in ihrer Klima- und Umweltwirkung meist stark unterschätzt.
  • Ohne Stoffstromnachweise können im Bau und Innenausbau eingesetzte Produkte tausende von Transportkilometern zurückgelegt haben. Dies soll anhand von Stoffstromindizien aufgezeigt werden. (1) Beispiel Vorprodukte. Die Warenströme bei Rundholz, Schnittholz, Hobelware sind heute global und ohne Herkunftsnachweis (z.B. „Holz von Hier“) kann man auch beim Holz nicht automatisch davon ausgehen, dass es aus „kurzen Wegen“ stammt. (2) Beispiel Massivholzplatten. Hier gibt es in Deutschland und Europa hergestellte Waren aber auch Importprodukte. Ohne Herkunftsnachweise wie Holz von Hier kann man nicht davon ausgehen, dass das Produkt innerhalb kurzer Wege hergestellt wurde, selbst wenn der letzte Verarbeitungsschritt in Deutschland bzw. Europa stattfindet.

Nutzungsphase

  • Gesundheit. In Deutschland hergestellte und verleimte Holzprodukte enthalten keine gesundheitsgefährlichen Substanzen. Potentiell gesundheitsgefährliche Substanzen könnten nur aus dem verwendeten Bindemitteln bzw. Härtern stammen.
  • REACH-RISK. Ein Risiko für gesundheitsgefährliche Substanzen in den Platten bei deutscher und europäischer Produktion ist nicht gegeben. Beispielsweise die hier oft verwendeten MDI und PMDI Leime sind nicht REACH gelistet. Importplatten aus anderen Weltregionen können jedoch auch andere Leime usw. enthalten. Bei Platten ist es daher immer sinnvoll auf die deutsche bzw. europäische Herkunft zu achten, bzw. auf einen Herkunftsnachweis wie Holz von Hier, denn in Deutschland und Europa gelten im Vergleich zu anderen Weltregionen sehr strenge Gesundheitsauflagen an die Produktion nicht gegeben.
  • Sicherheit – Verhalten im Brandfall. Sicherheit. Holz brennt, jedoch wird bei massivem Holz durch die Verkohlungen um den Brandherd die Abbrandgeschwindigkeit stark verringert. Nach der Projektdatenbank wecobis des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung und der Bayerischen Architektenkammer sind Naturmaterialien wie Holz und Stein sowohl in der Nutzungsphase wie auch im Brandfall optimal gesundheitsverträglich. Bei Brand entstehen die üblichen Brandgase allerdings ohne hochtoxische Stoffe wie z.B. bei Kunststoffbränden.
  • Haltbarkeit. Die Haltbarkeit der meisten Holzprodukte wird nach BNB mit der höchsten Haltbarkeitsstufe >50 Jahre eingestuft. In der Regel ist die Haltbarkeit von Holzprodukten im Innenbereich, vor allem die von massiven Holzproduketen, deutlich länger.
  • Strapazierfähigkeit, Pflege, Reparaturfreundlichkeit. Die Strapazierfähigkeit von massiven Holzprodukten und Holzplatten ist hoch. Die Reparaturfreundlichkeit oder modulare Austauschbarkeit ist prinzipiell gegeben hängt jedoch von Produktdesign bzw. der Befestigungsart ab.

Nachnutzung – Ist Stand und Potentiale

  • Holzprodukte können je nach Verwendung (unbehandelt, mit Farben, Lacken oder Leimen) wiederwerwendet werden oder recycelt werden.
  • Holzprodukte werden nach ihrer Nutzung heute in Altholzkategorien AI (unbelastet) bis AIV (belastet) eingeteilt und in Deutschland thermisch verwertet oder das Altholz exportiert. AI und AII Althölzer sind heute europaweit bereits wertvolle Ersatzbrennstoffe für Öl und Gas und haben absolut nichts mit Entsorgung zu tun, sie werden im Gegenteil vielfach in regionalen Biomasseheiz(kraft)werken genutzt. Altholz wird weltweit auch stofflich genutzt z.B. in Holzplatten. Dies verbietet in Deutschland jedoch die deutsche Altholzverordnung und in Deutschland hergestellte Holzplatten könnten aber dürfen nicht Altholz enthalten. Allerdings verbietet die Verordnung nicht, dass Holzplatten mit bis zu 100% Altholzanteil nach Deutschland importiert und hier im Bau eingesetzt werden. Entsorgung von Altholz in der Müllverbrennung oder der Deponien gibt es heute quasi nicht mehr. Technisch gängige Verwertungswege für Altholz im stofflichen Recycling, die in anderen Ländern umfangreich genutzt werden, sind in Deutschland durch die deutsche Altholzverordnung ausgeschlossen.

Umwelt und Qualitätssiegel

  • HOLZ VON HIER Label für besonders klima- und umweltfreundliche Holzprodukte mit Holz der kurzen Wege aus nachhaltiger Waldwirtschaft inklusive Herkunftsnachweis und Ökobilanz. Holz von Hier ist ein Klima- und Umweltlabel und hat deshalb keine eigenen Kriterien für die nachhaltige Forstwirtschaft entwickelt, sondern verlangt Nachweise wie FM-Zertifikate nach FSC oder PEFC oder vergleichbar. (Deutschland hat weltweit gesehen sehr strenge Waldgesetze und eine seit Jahrhunderten nachhaltige Forstwirtschaft. In Deutschland sind mehr als 70% der Waldflächen, nahezu alle für den Markt bewirtschafteten Flächen mit Ausnahme von Kleinstflächen für den Eigenbedarf oder Flächen mit besonderen Vorrangfunktionen, zusätzlich nach den beiden Labeln FSC und PEFC zertifiziert).
  • FSC und PEFC Label, die weltweit die nachhaltige Waldbewirtschaftung nach den jeweiligen Kriterien von FSC und PEFC nachweisen.
  • EPD sind keine Umweltlabel.


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Baustoffe: „Mehrschichtplatten“

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Bild: Mehrschichtplatten werden vor allem im Möbelbau und Innenausbau verwendet. (Bild: HvH zur Verfügung gestellt)

Begleittexte zur Produktumweltampel und Holzinfomeile
Mehr Infos unter http://www.holz-von-hier.de
http://www.holz-von-hier.de/produktumweltampel-app/

Mehrschichtplatten: Informationen zu Vorketten, Nutzungsphase, Nachnutzung

Einleitendes

Mehrschichtplatten sind industriell gefertigte flächige Platten. Die Platten bestehen aus drei bis fünf rechtwinklig zueinander verklebten Lagen aus Schnittholz (in der Regel Nadelschnittholz). Die Platten werden sehr vielseitig verwendet, also sowohl für den Innenausbau udn Möbelbau aber teilweis auch im konstruktiven Bereich, beispielsweise für schlanke tragende Vordächer, Sichtdeckenkonstruktionen, Dachbekleidungen oder auch schon für Fassaden. Im Außenbereich ist allerdings guter konstruktiver Holzschutz oder Beschichtungen nötig.

Vorketten – Rohstoffe

  • Grundrohstoffe im Produkt. Laminat besteht zu 60-70% aus Holzplatten (HDF), 8-18% aus Papier und zu 16-21% aus Kunstharz.
  • Rohstoffgewinnung, Zwischenprodukte, Halbwaren. Bei den Importen wird oft Holz „unsicherer Herkünfte“ verwendet.
  • Reichweite. Holz das aus nachhaltiger Waldwirtschaft stammt ist prinzipiell dauerhaft verfügbar, denn es wird nicht mehr Holz entnommen als nachwächst. Holz das aus Raubbau stammt sollte aus Klima- und Umweltschutzgründen nicht verwendet werden (die „Reichweite“ richtet sich nach den Vorkommen in Ländern mit Primärwäldern, v.a. in den Tropen wie Asien, Lateinamerika, Afrika und den borealen Waldgebieten wie z.B. Sibirien, Kanada usw.). Infos zu (1) Nachhaltiger Forstwirtschaft, (2) Raubbau, (3) Primärwäldern und (4) Ländern mit Primärwäldern und hohem Raubbaurisiko finden sich im Infoteil.

Vorketten – Transporte

  • „Die Bedeutung der Transporte für die Ökobilanz von Produkten wird heute systemisch unterschätzt“ (Holz von Hier). Standarddatensätze aus Ökobilanzen (EPD) rechnen im Grunde produktunabhängig mit 50 bis 350 km für die Vorketten (wissenschaftliche Studien rechnen bei deutscher Produktion für Schnittholz mit 396 km, Thünen Institut). So werden die Transporte in ihrer Klima- und Umweltwirkung meist stark unterschätzt.
  • Ohne Stoffstromnachweise können im Bau und Innenausbau eingesetzte Produkte tausende von Transportkilometern zurückgelegt haben. Dies soll anhand von Stoffstromindizien aufgezeigt werden. (1) Beispiel Vorprodukte. Die Warenströme bei Rundholz, Schnittholz, Hobelware sind heute global und ohne Herkunftsnachweis (z.B. „Holz von Hier“) kann man auch beim Holz nicht automatisch davon ausgehen, dass es aus „kurzen Wegen“ stammt. (2) Beispiel Mehrschichtplatten. Hier gibt es in Deutschland und Europa hergestellte Waren aber auch Importprodukte. Ohne Herkunftsnachweise wie Holz von Hier kann man nicht davon ausgehen, dass das Produkt innerhalb kurzer Wege hergestellt wurde, selbst wenn der letzte Verarbeitungsschritt in Deutschland bzw. Europa stattfindet.

Nutzungsphase

  • Gesundheit. In Deutschland hergestellte und verleimte Holzprodukte enthalten keine gesundheitsgefährlichen Substanzen. Potentiell gesundheitsgefährliche Substanzen könnten nur aus dem verwendeten Bindemitteln bzw. Härtern stammen. Info „Formaldehyde, VOC, PCP und CO – was ist relevant bei Holzprodukten“.
  • REACH-RISK. Ein Risiko für gesundheitsgefährliche Substanzen in den Platten bei deutscher und europäischer Produktion ist nicht gegeben. MDI und PMDI Leime sind nicht REACH gelistet. Importplatten aus anderen Weltregionen können jedoch auch andere Leime usw. enthalten. Bei Platten ist es daher immer sinnvoll auf die deutsche bzw. europäische Herkunft zu achten, bzw. auf einen Herkunftsnachweis wie Holz von Hier, denn in Deutschland und Europa gelten im Vergleich zu anderen Weltregionen sehr strenge Gesundheitsauflagen an die Produktion.nicht gegeben.
  • Sicherheit – Verhalten im Brandfall. Sicherheit. Holz brennt, jedoch wird bei massivem Holz durch die Verkohlungen um den Brandherd die Abbrandgeschwindigkeit stark verringert. Nach der Projektdatenbank wecobis des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung und der Bayerischen Architektenkammer sind Naturmaterialien wie Holz und Stein sowohl in der Nutzungsphase wie auch im Brandfall optimal gesundheitsverträglich. Bei Brand entstehen die üblichen Brandgase allerdings ohne hochtoxische Stoffe wie z.B. bei Kunststoffbränden.
  • Haltbarkeit. Die Haltbarkeit der meisten Holzprodukte wird nach BNB mit der höchsten Haltbarkeitsstufe >50 Jahre eingestuft. In der Regel ist die Haltbarkeit von Holzprodukten im Innenbereich deutlich länger.
  • Strapazierfähigkeit, Pflege, Reparaturfreundlichkeit. Die Strapazierfähigkeit von massiven Holzprodukten und Holzplatten ist hoch. Die die Reparaturfreundlichkeit oder modulare Austauschbarkeit ist prinzipiell gegeben hängt jedoch von Produktdesign bzw. der Befestigungsart ab.

Nachnutzung – Ist Stand und Potentiale

  • Holzprodukte können je nach Verwendung (unbehandelt, mit Farben, Lacken oder Leimen) wiederwerwendet werden oder recycelt werden.
  • Holzprodukte werden nach ihrer Nutzung heute in Altholzkategorien AI (unbelastet) bis AIV (belastet) eingeteilt und in Deutschland thermisch verwertet oder das Altholz exportiert. AI und AII Althölzer sind heute europaweit bereits wertvolle Ersatzbrennstoffe für Öl und Gas und haben absolut nichts mit Entsorgung zu tun, sie werden im Gegenteil vielfach in regionalen Biomasseheiz(kraft)werken genutzt. Altholz wird weltweit auch stofflich genutzt z.B. in Holzplatten. Dies verbietet in Deutschland jedoch die deutsche Altholzverordnung und in Deutschland hergestellte Holzplatten könnten aber dürfen nicht Altholz enthalten. Allerdings verbietet die Verordnung nicht, dass Holzplatten mit bis zu 100% Altholzanteil nach Deutschland importiert und hier im Bau eingesetzt werden. Entsorgung von Altholz in der Müllverbrennung oder der Deponien gibt es heute quasi nicht mehr. Technisch gängige Verwertungswege für Altholz im stofflichen Recycling, die in anderen Ländern umfangreich genutzt werden, sind in Deutschland durch die deutsche Altholzverordnung ausgeschlossen.

Umwelt und Qualitätssiegel

  • HOLZ VON HIER Label für besonders klima- und umweltfreundliche Holzprodukte mit Holz der kurzen Wege aus nachhaltiger Waldwirtschaft inklusive Herkunftsnachweis und Ökobilanz. Holz von Hier ist ein Klima- und Umweltlabel und hat deshalb keine eigenen Kriterien für die nachhaltige Forstwirtschaft entwickelt, sondern verlangt Nachweise wie FM-Zertifikate nach FSC oder PEFC oder vergleichbar. (Deutschland hat weltweit gesehen sehr strenge Waldgesetze und eine seit Jahrhunderten nachhaltige Forstwirtschaft. In Deutschland sind mehr als 70% der Waldflächen, nahezu alle für den Markt bewirtschafteten Flächen mit Ausnahme von Kleinstflächen für den Eigenbedarf oder Flächen mit besonderen Vorrangfunktionen, zusätzlich nach den beiden Labeln FSC und PEFC zertifiziert).
  • FSC und PEFC Label, die weltweit die nachhaltige Waldbewirtschaftung nach den jeweiligen Kriterien von FSC und PEFC nachweisen.
  • EPD sind keine Umweltlabel.


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Baustoffe: „Furniersperrholz Platte“

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Bild: Furniersperrholzplatten kommen oft im Möbelbau zum Einsatz. (Bild: HvH zur Verfügung gestellt)

Begleittexte zur Produktumweltampel und Holzinfomeile
Mehr Infos unter http://www.holz-von-hier.de
http://www.holz-von-hier.de/produktumweltampel-app/

Furniersperrholz Platte: Informationen zu Vorketten, Nutzungsphase, Nachnutzung

Einleitendes

Die Produktion von Holzplatten weltweit. Weltweit werden 268,8 Millionen m3 Holz basierte Plattenwerkstoffe produziert und 263,7 Millionen m3 verarbeitet. Die 3 Weltregionen mit der größten Produktion an Holzplatten sind Asien, Europa und Nord Amerika (FAO aktueller Weltwaldbericht, 2011). Weltweit produzieren 15 Länder 80% der holzbasierten Plattenwerkstoffe und sie verbrauchen auch 75% dieser Holzplatten. Eine „Über“-Produktion bei hohen Exporten aber kaum oder verhältnismäßig wenig Importen von Holzplatten findet vor allem in Asien und Lateinamerika statt. Auf Länderebene rangieren hier China mit 7,6 Mio. m3, Polen mit 6,2 Mio. m³ und Malaysia mit 5,4 Mio. m³ auf den ersten Plätzen. Ein Mehrbedarf bei hohen Importen, aber kaum Exporten besteht vor allem in Nord-Amerika. Hier ist es vor allem die USA mit 6,7 Mio. m³ Mehrbedarf.

Die Produktion von Holzplatten in Europa. Die Produktion liegt bei ca. 78 Mio. m3 und der Verbrauch bei ca. 77 Mio. m3. Die 15 Länder Europas mit der größten Produktion an Holzplatten produzieren zusammen etwa 86% der gesamten Holzplatten in Europa und verbrauchen 72% davon selbst. Die größten Produzenten für Holzplatten sind (1) Deutschland (Nr.1), (2) Russland, (3) Polen, (4) Frankreich und (5) Italien. Die fünf größten Konsumenten für Holzplatten in Europa sind (1) Deutschland, (2) Russland, (3) Italien, (4) England und (5) Frankreich.

Quantitativ vermeidbare Stoffströme in Europa. Deutschland hat die europaweit mit Abstand größten vermeidbaren Stoffströme und so auch Transporte bei Plattenwerkstoffen. Die vermeidbaren Stoffströme der 15 größten Produktionsländer Europas liegen bei ca. 33 Mio. m3 Holzplatten, 32% davon Deutschland. Die größte „Über-“Produktion beim Platten haben Polen (6,2 Mio. m3), Deutschland (3,5 Mio. m³), Österreich (2,9 Mio. m³). Den größten Mehrbedarf an Platten haben England mit 2,9 Mio. m³ und Italien mit 1,6 Mio. m³.

Vorketten – Rohstoffe

  • Grundrohstoffe im Produkt. Furniersperrholz besteht aus plattenförmigen Holzwerkstoffen auf der Basis von Furnieren (Unterschicht, Mittellage und Deckfurniere) die miteinander verklebt sind, meist mit Harnstoff-Formaldehyd Bindemittel (10,9%).
  • Rohstoffgewinnung, Zwischenprodukte, Halbwaren. Holz. Holz aus heimischen Wäldern ist Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Deutsche Wälder werden seit Jahrhunderten nachhaltig bewirtschaftet die nachhaltige Forstwirtschaft ist hier im Waldgesetz verankert. Nahezu alle unsere bewirtschafteten Waldflächen sind zusätzlich mit Nachhaltigkeitslabeln für den Forst zertifiziert (FSC und PEFC). Das ist nicht überall auf der Welt so, beispielsweise in Asien, Lateinamerika und Afrika sind nur etwa 1-5% der Waldflächen mit solchen Nachhaltigkeitslabeln zertifiziert. Bei Importen ohne solche Waldlabel ist, je nach Herkunftsland die Raubbaugefahr hoch. In Deutschland gibt es keinen Raubbau an Wäldern. Der Herkunftsnachweis des Klima- und Umweltlabels HOLZ VON HIER ist Due Diligence konform und Eingangsvoraussetzung für Rundholz in den HOLZ VON HIER Stoffstromnachweis ist, dass das Holz aus nachhaltiger Waldwirtschaft stammt (nachgewiesen mit FM-Zertifikat von FSC, PEFC oder vergleichbar).
  • Reichweite. Holz das aus nachhaltiger Waldwirtschaft stammt ist prinzipiell dauerhaft verfügbar, denn es wird nicht mehr Holz entnommen als nachwächst. Holz das aus Raubbau stammt sollte aus Klima- und Umweltschutzgründen nicht verwendet werden (die „Reichweite“ richtet sich nach den Vorkommen in Ländern mit Primärwäldern, v.a. in den Tropen wie Asien, Lateinamerika, Afrika und den borealen Waldgebieten wie z.B. Sibirien, Kanada usw.).

Vorketten – Transporte

  • „Die Bedeutung der Transporte für die Ökobilanz von Produkten wird heute systemisch unterschätzt“ (Holz von Hier). Standarddatensätze aus Ökobilanzen (EPD) rechnen im Grunde produktunabhängig mit 50 bis 350 km für die Vorketten (wissenschaftliche Studien rechnen bei deutscher Produktion für Furniersperrholz mit 150 km, Thünen Institut). So werden die Transporte in ihrer Klima- und Umweltwirkung meist stark unterschätzt.
  • Ohne Stoffstromnachweise können im Bau und Innenausbau eingesetzte Produkte tausende von Transportkilometern zurückgelegt haben. Dies soll anhand von Stoffstromindizien aufgezeigt werden. (1) Beispiel Vorprodukte. Die Warenströme bei Rundholz, Schnittholz, Hobelware sind heute global und ohne Herkunftsnachweis (z.B. „Holz von Hier“) kann man auch beim Holz nicht automatisch davon ausgehen, dass es aus „kurzen Wegen“ stammt (Info pdf „Holzmarkt weltweit“). (2) Beispiel Furniersperrholzplatten. Furniersperrholzplatten werden in Deutschland hergestellt aber auch importiert, teilweise mit Hölzern unbekannter Herkunft oder möglicherweise sogar aus Raubbau.

Nutzungsphase

  • Gesundheit. In Deutschland hergestellte und verleimte Holzprodukte enthalten keine gesundheitsgefährlichen Substanzen. Potentiell gesundheitsgefährliche Substanzen könnten nur aus dem verwendeten Bindemitteln bzw. Härtern stammen. Info „Formaldehyde, VOC, PCP und CO – was ist relevant bei Holzprodukten“.
  • REACH-RISK. Bei in Deutschland und Europa hergestellten Furniersperrholzplatten ist ein Risiko für gesundheitsgefährliche Substanzen im Produkt nicht gegeben. MDI und PMDI Leime sind nicht REACH gelistet. Bei Platten aus nicht EU Ländern können aber auch andere Leime verwendet werden, die gegebenenfalls gesundheitsgefährlicher sind. Deshalb ist es wichtig gerade auch bei Plattenwerkstoffen, bzw. Produkten daraus, auf die deutsche bzw. europäische Herkunft, bzw. auf Herkunftsnachweise wie Holz von Hier zu achten.
  • Sicherheit – Verhalten im Brandfall. Holz brennt, jedoch wird bei massivem Holz durch die Verkohlungen um den Brandherd die Abbrandgeschwindigkeit stark verringert. Nach der Projektdatenbank wecobis des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung und der Bayerischen Architektenkammer sind Naturmaterialien wie Holz und Stein sowohl in der Nutzungsphase wie auch im Brandfall optimal gesundheitsverträglich. Bei Brand entstehen die üblichen Brandgase allerdings ohne hochtoxische Stoffe wie z.B. bei Kunststoffbränden.
  • Haltbarkeit. Die Haltbarkeit der meisten Holzprodukte wird nach BNB mit der höchsten Haltbarkeitsstufe >50 Jahre eingestuft. In der Regel ist die Haltbarkeit von Holzprodukten im Innenbereich deutlich länger.
  • Strapazierfähigkeit, Pflege, Reparaturfreundlichkeit. Die Strapazierfähigkeit von massiven Holzprodukten und Holzplatten ist hoch. Die die Reparaturfreundlichkeit oder modulare Austauschbarkeit ist prinzipiell gegeben hängt jedoch von Produktdesign bzw. der Befestigungsart ab.

Nachnutzung – Ist Stand und Potentiale

  • Holzprodukte können prinzipiell je nach Verwendung (unbehandelt, mit Farben, Lacken oder Leimen) wieder verwendet werden oder recycelt werden.
  • Holzprodukte werden nach ihrer Nutzung heute in Altholzkategorien AI (unbelastet) bis AIV (belastet) eingeteilt und in Deutschland thermisch verwertet oder das Altholz exportiert. AI und AII Althölzer sind heute europaweit bereits wertvolle Ersatzbrennstoffe für Öl und Gas und haben absolut nichts mit Entsorgung zu tun, sie werden im Gegenteil vielfach in regionalen Biomasseheiz(kraft)werken genutzt. Altholz wird weltweit auch stofflich genutzt z.B. in Holzplatten. Dies verbietet in Deutschland jedoch die deutsche Altholzverordnung und in Deutschland hergestellte Holzplatten könnten aber dürfen nicht Altholz enthalten. Allerdings verbietet die Verordnung nicht, dass Holzplatten mit bis zu 100% Altholzanteil nach Deutschland importiert und hier im Bau eingesetzt werden. Entsorgung von Altholz in der Müllverbrennung oder der Deponien gibt es heute quasi nicht mehr. Technisch gängige Verwertungswege für Altholz im stofflichen Recycling, die in anderen Ländern umfangreich genutzt werden, sind in Deutschland durch die deutsche Altholzverordnung ausgeschlossen.

Umwelt und Qualitätssiegel

  • HOLZ VON HIER Label für besonders klima- und umweltfreundliche Holzprodukte mit Holz der kurzen Wege aus nachhaltiger Waldwirtschaft inklusive Herkunftsnachweis und Ökobilanz. Holz von Hier ist ein Klima- und Umweltlabel und hat deshalb keine eigenen Kriterien für die nachhaltige Forstwirtschaft entwickelt, sondern verlangt Nachweise wie FM-Zertifikate nach FSC oder PEFC oder vergleichbar. (Deutschland hat weltweit gesehen sehr strenge Waldgesetze und eine seit Jahrhunderten nachhaltige Forstwirtschaft. In Deutschland sind mehr als 70% der Waldflächen, nahezu alle für den Markt bewirtschafteten Flächen mit Ausnahme von Kleinstflächen für den Eigenbedarf oder Flächen mit besonderen Vorrangfunktionen, zusätzlich nach den beiden Labeln FSC und PEFC zertifiziert).
  • FSC und PEFC Label, die weltweit die nachhaltige Waldbewirtschaftung nach den jeweiligen Kriterien von FSC und PEFC nachweisen.
  • EPD sind keine Umweltlabel.


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Baustoffe: „OSB Platte“

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Bild: OSB Platten kommen typischerweise als wandbildende Elemente im Holzrahmenbau vor, aber auch im Inennausbau für tragende Wände, Decken, Böden und anderes. (Bild: HvH zur Verfügung gestellt).

Begleittexte zur Produktumweltampel und Holzinfomeile
Mehr Infos unter http://www.holz-von-hier.de
http://www.holz-von-hier.de/produktumweltampel-app/

OSB Platten: Informationen zu Vorketten, Nutzungsphase, Nachnutzung

Einleitendes

Die Produktion von Holzplatten weltweit. Weltweit werden 268,8 Millionen m3 Holz basierte Plattenwerkstoffe produziert und 263,7 Millionen m3 verarbeitet. Die 3 Weltregionen mit der größten Produktion an Holzplatten sind Asien, Europa und Nord Amerika (FAO aktueller Weltwaldbericht, 2011). Weltweit produzieren 15 Länder 80% der holzbasierten Plattenwerkstoffe und sie verbrauchen auch 75% dieser Holzplatten. Eine „Über“-Produktion bei hohen Exporten aber kaum oder verhältnismäßig wenig Importen von Holzplatten findet vor allem in Asien und Lateinamerika statt. Auf Länderebene rangieren hier China mit 7,6 Mio. m3, Polen mit 6,2 Mio. m³ und Malaysia mit 5,4 Mio. m³ auf den ersten Plätzen. Ein Mehrbedarf bei hohen Importen, aber kaum Exporten besteht vor allem in Nord-Amerika. Hier ist es vor allem die USA mit 6,7 Mio. m³ Mehrbedarf.

Die Produktion von Holzplatten in Europa. Die Produktion liegt bei ca. 78 Mio. m3 und der Verbrauch bei ca. 77 Mio. m3. Die 15 Länder Europas mit der größten Produktion an Holzplatten produzieren zusammen etwa 86% der gesamten Holzplatten in Europa und verbrauchen 72% davon selbst. Die größten Produzenten für Holzplatten sind (1) Deutschland (Nr.1), (2) Russland, (3) Polen, (4) Frankreich und (5) Italien. Die fünf größten Konsumenten für Holzplatten in Europa sind (1) Deutschland, (2) Russland, (3) Italien, (4) England und (5) Frankreich.

Quantitativ vermeidbare Stoffströme in Europa. Deutschland hat die europaweit mit Abstand größten vermeidbaren Stoffströme und so auch Transporte bei Plattenwerkstoffen. Die vermeidbaren Stoffströme der 15 größten Produktionsländer Europas liegen bei ca. 33 Mio. m3 Holzplatten, 32% davon Deutschland. Die größte „Über-“Produktion beim Platten haben Polen (6,2 Mio. m3), Deutschland (3,5 Mio. m³), Österreich (2,9 Mio. m³). Den größten Mehrbedarf an Platten haben England mit 2,9 Mio. m³ und Italien mit 1,6 Mio. m³.

 

Vorketten – Rohstoffe

  • Grundrohstoffe im Produkt. OSB Platten enthalten: entrindetes Nadelholz aus Durchforstung (Fichte, Kiefer), MUF-Leim (Melamin-Harnstoff-Formaldehydharze), PMDI-Leim (PUR) (Diphenylmethan, Diisocyanat)- Umwandlung bei der Herstellung in PUR-Polyurethan.
  • Rohstoffgewinnung, Zwischenprodukte, Halbwaren. (1) Holz. Holz aus heimischen Wäldern ist Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Deutsche Wälder werden seit Jahrhunderten nachhaltig bewirtschaftet die nachhaltige Forstwirtschaft ist hier im Waldgesetz verankert. Nahezu alle unsere bewirtschafteten Waldflächen sind zusätzlich mit Nachhaltigkeitslabeln für den Forst zertifiziert (FSC und PEFC). Das ist nicht überall auf der Welt so, beispielsweise in Asien, Lateinamerika und Afrika sind nur etwa 1-5% der Waldflächen mit solchen Nachhaltigkeitslabeln zertifiziert. Bei Importen ohne solche Waldlabel ist, je nach Herkunftsland die Raubbaugefahr hoch. In Deutschland gibt es keinen Raubbau an Wäldern. Der Herkunftsnachweis des Klima- und Umweltlabels HOLZ VON HIER ist Due Diligence konform und Eingangsvoraussetzung für Rundholz in den HOLZ VON HIER Stoffstromnachweis ist, dass das Holz aus nachhaltiger Waldwirtschaft stammt (nachgewiesen mit FM-Zertifikat von FSC, PEFC oder vergleichbar).
  • Reichweite. Holz das aus nachhaltiger Waldwirtschaft stammt ist prinzipiell dauerhaft verfügbar, denn es wird nicht mehr Holz entnommen als nachwächst. Holz das aus Raubbau stammt sollte aus Klima- und Umweltschutzgründen nicht verwendet werden (die „Reichweite“ richtet sich nach den Vorkommen in Ländern mit Primärwäldern, v.a. in den Tropen wie Asien, Lateinamerika, Afrika und den borealen Waldgebieten wie z.B. Sibirien, Kanada usw.).

Vorketten – Transporte

  • „Die Bedeutung der Transporte für die Ökobilanz von Produkten wird heute systemisch unterschätzt“ (Holz von Hier). Standarddatensätze aus Ökobilanzen (EPD) rechnen im Grunde produktunabhängig mit 50 bis 350 km für die Vorketten (wissenschaftliche Studien rechnen bei deutscher Produktion für OSB Platten mit 50 – 136 km, Thünen Institut, IBU). So werden die Transporte in ihrer Klima- und Umweltwirkung meist stark unterschätzt.
  • Ohne Stoffstromnachweise können im Bau und Innenausbau eingesetzte Produkte tausende von Transportkilometern zurückgelegt haben. Dies soll anhand von Stoffstromindizien aufgezeigt werden. Beispiel VORPRODUKTE: die Warenströme bei Rundholz, Schnittholz, Hobelware sind heute global und ohne Herkunftsnachweis (z.B. „Holz von Hier“) kann man auch beim Holz nicht automatisch davon ausgehen, dass es aus „kurzen Wegen“ stammt (Info pdf „Holzmarkt weltweit“). Beispiel PRODUKT DIELEN: Dielen werden in Deutschland hergestellt aber auch importiert, teilweise mit Hölzern unbekannter Herkunft oder möglicherweise sogar aus Raubbau. Dielen mit dem Label „HOLZ VON HIER“ Label zeichnet besonders klima- und umweltfreundliche Produkte der kurzen Wege, mit Rundholz aus heimischen nachhaltig bewirtschafteten Wäldern aus.

Nutzungsphase

  • Gesundheit. In Deutschland hergestellte und verleimte Holzprodukte enthalten keine gesundheitsgefährlichen Substanzen. Potentiell gesundheitsgefährliche Substanzen könnten nur aus dem verwendeten Bindemitteln bzw. Härtern stammen. Bei in Deutschland hergestellten OSB-Platten liegen gemessene Formaldehydwerte bei 0 – 6,4 mg HCHO/100 g (Werte aus EPD). Info „Formaldehyde, VOC, PCP und CO – was ist relevant bei Holzprodukten“.
  • REACH-RISK. Ein Risiko für gesundheistgefährliche Substanzen in den Plattenbei deustcher und Europäishcer produktiion ist nihct gegeben. MDI und PMDI Leime sind nicht REACH gelistet. Importplatten aus anderen Weltregionen können jedoch auch andere Leime usw. enthalten. Bei Platten ist es daher immer sinnvoll auf die deutsche bzw. europäische Herkunft zu achten, bzw. auf einen Herkunftsnachweis wie Holz von Hier, denn in Deutschland und Europa gelten im Vergleich zu anderen Weltregionen sehr strenge Gesundheitsauflagen an die Produktion.
  • Sicherheit – Verhalten im Brandfall. Sicherheit. Holz brennt, jedoch wird bei massivem Holz durch die Verkohlungen um den Brandherd die Abbrandgeschwindigkeit stark verringert. Nach der Projektdatenbank wecobis des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung und der Bayerischen Architektenkammer sind Naturmaterialien wie Holz und Stein sowohl in der Nutzungsphase wie auch im Brandfall optimal gesundheitsverträglich. Bei Brand entstehen die üblichen Brandgase allerdings ohne hochtoxische Stoffe wie z.B. bei Kunststoffbränden.
  • Haltbarkeit. Die Haltbarkeit der meisten Holzprodukte wird nach BNB mit der höchsten Haltbarkeitsstufe >50 Jahre eingestuft. In der Regel ist die Haltbarkeit von Holzprodukten im Innenbereich deutlich länger.
  • Strapazierfähigkeit, Pflege, Reparaturfreundlichkeit. Die Strapazierfähigkeit von massiven Holzprodukten und Holzplatten ist hoch. Die die Reparaturfreundlichkeit oder modulare Austauschbarkeit ist prinzipiell gegeben hängt jedoch von Produktdesign bzw. der Befestigungsart ab.

Nachnutzung – Ist Stand und Potentiale

  • Holzprodukte können je nach Verwendung (unbehandelt, mit Farben, Lacken oder Leimen) wiederwerwendet werden oder recycelt werden.
  • Holzprodukte werden nach ihrer Nutzung heute in Altholzkategorien AI (unbelastet) bis AIV (belastet) eingeteilt und in Deutschland thermisch verwertet oder das Altholz exportiert. AI und AII Althölzer sind heute europaweit bereits wertvolle Ersatzbrennstoffe für Öl und Gas und haben absolut nichts mit Entsorgung zu tun, sie werden im Gegenteil vielfach in regionalen Biomasseheiz(kraft)werken genutzt. Altholz wird weltweit auch stofflich genutzt z.B. in Holzplatten. Dies verbietet in Deutschland jedoch die deutsche Altholzverordnung und in Deutschland hergestellte Holzplatten könnten aber dürfen nicht Altholz enthalten. Allerdings verbietet die Verordnung nicht, dass Holzplatten mit bis zu 100% Altholzanteil nach Deutschland importiert und hier im Bau eingesetzt werden. Entsorgung von Altholz in der Müllverbrennung oder der Deponien gibt es heute quasi nicht mehr. Technisch gängige Verwertungswege für Altholz im stofflichen Recycling, die in anderen Ländern umfangreich genutzt werden, sind in Deutschland durch die deutsche Altholzverordnung ausgeschlossen.

Umwelt und Qualitätssiegel

  • HOLZ VON HIER Label für besonders klima- und umweltfreundliche Holzprodukte mit Holz der kurzen Wege aus nachhaltiger Waldwirtschaft inklusive Herkunftsnachweis und Ökobilanz. Holz von Hier ist ein Klima- und Umweltlabel und hat deshalb keine eigenen Kriterien für die nachhaltige Forstwirtschaft entwickelt, sondern verlangt Nachweise wie FM-Zertifikate nach FSC oder PEFC oder vergleichbar. (Deutschland hat weltweit gesehen sehr strenge Waldgesetze und eine seit Jahrhunderten nachhaltige Forstwirtschaft. In Deutschland sind mehr als 70% der Waldflächen, nahezu alle für den Markt bewirtschafteten Flächen mit Ausnahme von Kleinstflächen für den Eigenbedarf oder Flächen mit besonderen Vorrangfunktionen, zusätzlich nach den beiden Labeln FSC und PEFC zertifiziert).
  • FSC und PEFC Label, die weltweit die nachhaltige Waldbewirtschaftung nach den jeweiligen Kriterien von FSC und PEFC nachweisen.
  • EPD sind keine Umweltlabel.