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Globales Denken erfordert regionales Handeln.


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Baustoffe: „HDF Platte für Innenausbau“

Geschichte-5000kb-- moderne Holzbauten
Bild: HDF (und MDF) Plattenwerkstoffe als Innenraumdämmung sind heute in Holzbauten vielfach verwendet.

Begleittexte zur Produktumweltampel und Holzinfomeile
Mehr Infos unter http://www.holz-von-hier.de
http://www.holz-von-hier.de/produktumweltampel-app/

MDF Platten für den Innenausbau: Informationen zu Vorketten, Nutzungsphase, Nachnutzung

Einleitendes

Die Produktion von Holzplatten weltweit. Weltweit werden 268,8 Millionen m3 Holz basierte Plattenwerkstoffe produziert und 263,7 Millionen m3 verarbeitet. Die 3 Weltregionen mit der größten Produktion an Holzplatten sind Asien, Europa und Nord Amerika (FAO aktueller Weltwaldbericht, 2011). Weltweit produzieren 15 Länder 80% der holzbasierten Plattenwerkstoffe und sie verbrauchen auch 75% dieser Holzplatten. Eine „Über“-Produktion bei hohen Exporten aber kaum oder verhältnismäßig wenig Importen von Holzplatten findet vor allem in Asien und Lateinamerika statt. Auf Länderebene rangieren hier China mit 7,6 Mio. m3, Polen mit 6,2 Mio. m³ und Malaysia mit 5,4 Mio. m³ auf den ersten Plätzen. Ein Mehrbedarf bei hohen Importen, aber kaum Exporten besteht vor allem in Nord-Amerika. Hier ist es vor allem die USA mit 6,7 Mio. m³ Mehrbedarf.

Die Produktion von Holzplatten in Europa. Die Produktion liegt bei ca. 78 Mio. m3 und der Verbrauch bei ca. 77 Mio. m3. Die 15 Länder Europas mit der größten Produktion an Holzplatten produzieren zusammen etwa 86% der gesamten Holzplatten in Europa und verbrauchen 72% davon selbst. Die größten Produzenten für Holzplatten sind (1) Deutschland (Nr.1), (2) Russland, (3) Polen, (4) Frankreich und (5) Italien. Die fünf größten Konsumenten für Holzplatten in Europa sind (1) Deutschland, (2) Russland, (3) Italien, (4) England und (5) Frankreich.

Quantitativ vermeidbare Stoffströme in Europa. Deutschland hat die europaweit mit Abstand größten vermeidbaren Stoffströme und so auch Transporte bei Plattenwerkstoffen. Die vermeidbaren Stoffströme der 15 größten Produktionsländer Europas liegen bei ca. 33 Mio. m3 Holzplatten, 32% davon Deutschland. Die größte „Über-“Produktion beim Platten haben Polen (6,2 Mio. m3), Deutschland (3,5 Mio. m³), Österreich (2,9 Mio. m³). Den größten Mehrbedarf an Platten haben England mit 2,9 Mio. m³ und Italien mit 1,6 Mio. m³.

Vorketten – Rohstoffe

  • Grundrohstoffe im Produkt. Holzfaserdämmstoffplatten (MDF, HDF, DHF, DFF) bestehen aus: Holzfasern 82 – 86%, Wasser 5-7%, PMDI-Leim oder UF-Leim (Harnstoffharz) 4 – 11%, Parafinemulsion < 1%. Bei beschichteten Platten kommen noch Additive wie (z.B. Melaminformaldehydharz) und ggf. Dekopapiere hinzu.
  • Rohstoffgewinnung, Zwischenprodukte, Halbwaren. Grundrohstoff ist Rundholz aus dem Wald (sog. Industrieholz) sowie Hackschnitzel die von der Holzindustrie zu Dämmstoffen verarbeitet werden.
  • Reichweite. Holz das aus nachhaltiger Waldwirtschaft stammt ist prinzipiell dauerhaft verfügbar, denn es wird nicht mehr Holz entnommen als nachwächst. Holz das aus Primärwäldern also tropischen und borealen Urwäldern stammt sollte aus Klima- und Umweltschutzgründen nicht verwendet werden. Infos zu (1) Nachhaltiger Forstwirtschaft, (2) Raubbau, (3) Primärwäldern und (4) Ländern mit Primärwäldern und hohem Raubbaurisiko finden sich im Infoteil.

Vorketten – Transporte

  • „Die Bedeutung der Transporte für die Ökobilanz von Produkten wird heute systemisch unterschätzt“ (Holz von Hier). Standarddatensätze aus Ökobilanzen (EPD) rechnen im Grunde produktunabhängig mit 50 bis 350 km für die Vorketten (wissenschaftliche Studien rechnen mit 75-200 km IBU bis 562 km Thünen Institut die Vorketten vom Holzfaserplatten). So werden die Transporte in ihrer Klima- und Umweltwirkung meist stark unterschätzt.
  • Holzfaserplatten ohne Herkunftsnachweise wie „HOLZ VON HIER“ können sehr viele Transportkilometer im Stoffstrom zurückgelegt haben und das obwohl der Rohstoff an sich sehr regional zu beziehen wäre, denn der Markt für Holzplatten ist international.

Nutzungsphase

  • Gesundheit. In Deutschland hergestellte Holzdämmstoffe halten die gesetzlichen Vorgaben zu Formaldehyden, VOC und Eluaten ein. Gesundheitsrelevante Emissionen können nur aus dem verwendeten Bindemitteln bzw. Härtern stammen. Info „Formaldehyde, VOC, PCP und CO – was ist relevant bei Holzprodukten“.
  • REACH-RISK. Ein Risiko für gesundheitsgefährliche Substanzen in den Platten bei deutscher und europäischer Produktion ist nicht gegeben bzw. gering. MDI und PMDI Leime sind nicht REACH gelistet. Importplatten aus anderen Weltregionen können jedoch auch andere Leime usw. enthalten. Bei Platten ist es daher immer sinnvoll auf die deutsche bzw. europäische Herkunft zu achten, bzw. auf einen Herkunftsnachweis wie Holz von Hier, denn in Deutschland und Europa gelten im Vergleich zu anderen Weltregionen sehr strenge Gesundheitsauflagen an die Produktion.
  • Sicherheit – Verhalten im Brandfall. Holzdämmstoffe können brennen, ja, aber Holzdämmstoffe nach DIN werden in der Regel in die Brandstoffklasse B1 (schwerentflammbar) eingeteilt. Entscheidend ist hierbei für die Sicherheit im Brandfall, dass Baustoffe nach B1 als selbst verlöschend gelten, während sich bei Baustoffen nach B2 und darunter der Brand selbst erhält, auch wenn die Brandursache entfällt (z.B. abtropfendes Weiterbrennen). Eine Verkohlungsschicht verhindert bei Holzdämmstoffen im Brandfall das schnelle Durchbrennen und hemmt so die Ausbreitung des Feuers, so können höchste Brandschutzanforderungen bis F90 B / REI 90 errichtet werden. Im Brandfall haben Holzdämmstoffe eine deutlich geringere Rauchentwicklung als andere Dämmstoffe (z.B. Kunststoffdämmstoffe) und brennen auch nicht tropfend ab.
  • Haltbarkeit. Die Haltbarkeit von Dämmstoffen aller Art wird laut BNB wie folgt angegeben: als Schäume/Filze/Einblasware: > 50 Jahre, als Platten: 40 Jahre. Hierbei wird vom BNB kein Materialunterschied in der Haltbarkeit gesehen.
  • Strapazierfähigkeit, Pflege, Reparaturfreundlichkeit. Holfaserdämmstoffe sind an defekten Stellen vergleichsweise einfach und ungefährlich austauschbar.

Nachnutzung – Ist Stand und Potentiale

  • Holzprodukte können je nach Verwendung (unbehandelt, mit Farben, Lacken oder Leimen) wiederwerwendet werden oder recycelt werden.
  • Holzprodukte werden nach ihrer Nutzung heute in Altholzkategorien AI (unbelastet) bis AIV (belastet) eingeteilt und in Deutschland thermisch verwertet oder das Altholz exportiert. AI und AII Althölzer sind heute europaweit bereits wertvolle Ersatzbrennstoffe für Öl und Gas und haben absolut nichts mit Entsorgung zu tun, sie werden im Gegenteil vielfach in regionalen Biomasseheiz(kraft)werken genutzt. Altholz wird weltweit auch stofflich genutzt z.B. in Holzplatten. Dies verbietet in Deutschland jedoch die deutsche Altholzverordnung und in Deutschland hergestellte Holzplatten könnten aber dürfen nicht Altholz enthalten. Allerdings verbietet die Verordnung nicht, dass Holzplatten mit bis zu 100% Altholzanteil nach Deutschland importiert und hier im Bau eingesetzt werden. Entsorgung von Altholz in der Müllverbrennung oder der Deponien gibt es heute quasi nicht mehr. Technisch gängige Verwertungswege für Altholz im stofflichen Recycling, die in anderen Ländern umfangreich genutzt werden, sind in Deutschland durch die deutsche Altholzverordnung ausgeschlossen.

Umwelt und Qualitätssiegel

  • HOLZ VON HIER Label für besonders klima- und umweltfreundliche Holzprodukte mit Holz der kurzen Wege aus nachhaltiger Waldwirtschaft inklusive Herkunftsnachweis und Ökobilanz. Holz von Hier ist ein Klima- und Umweltlabel und hat deshalb keine eigenen Kriterien für die nachhaltige Forstwirtschaft entwickelt, sondern verlangt Nachweise wie FM-Zertifikate nach FSC oder PEFC oder vergleichbar. (Deutschland hat weltweit gesehen sehr strenge Waldgesetze und eine seit Jahrhunderten nachhaltige Forstwirtschaft. In Deutschland sind mehr als 70% der Waldflächen, nahezu alle für den Markt bewirtschafteten Flächen mit Ausnahme von Kleinstflächen für den Eigenbedarf oder Flächen mit besonderen Vorrangfunktionen, zusätzlich nach den beiden Labeln FSC und PEFC zertifiziert).
  • FSC und PEFC Label, die weltweit die nachhaltige Waldbewirtschaftung nach den jeweiligen Kriterien von FSC und PEFC nachweisen.
  • EPD sind keine Umweltlabel.
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Baustoffe: „Brandverhalten von Baustoffen“

Feuerwerhrhaus
Bild: Feuerwehrhaus in Holzbauweise. Haben Sie sich schon einmal gefragt warum Feuerwehrleute Holzbaubrände für ungefährlicher einstufen als einen Brand in anderen Gebäuden?

Sicherheit für und im Brandfall ist oberstes Gebot und das hängt von mehr Aspekten ab als dem Brandverhalten einzelner Baustoffe 

Die Brandklassen sind nur ein Aspekt der Sicherheit im tatsächlichen Brandfall. Mindestens ebenso bedeutsam für die Sicherheit zwei weitere Aspekte:

  1. Wie standsicher ist das Gebäude. Damit ist gemeint, wie viel Zeit man hat, um das brennende Gebäude sicher zu verlassen.
  2. Welche Gesundheitsgefahren entstehen. Denn, die meisten Menschen sterben bei Gebäudebränden nicht durch einstürzende Gebäudeteile, sondern durch giftige Gase („Rauchvergiftung“). Nach Aussagen von Brandschutzexperten kommen die meisten Todesfälle bei Hausbränden nicht durch herabstürzende Teile zustande sondern durch toxische Brandgase.

Jedes Gebäude kann brennen

Da darf man sich nicht täuschen: ob Ziegel, Beton oder Holz – jedes Gebäude kann brennen. Im folgenden ist als Vergleich das Brandverhalten von Holzprodukten im Vergleich zu Kunststoffprodukten beschrieben.

Beispiel 1:  Brandverhalten von Holzprodukten

  • Brandstoffklasse: je nach Produkt von schwer entflammbar (z.B. Böden) bis normalsentflammbar.
  • „Hohe Standfestigkeit im Brandfall“. Bei Holz ist die Standfestigkeit im Brandfall wesentlich besser kalkulierbar, als z.B. bei Stahlträgern. Beim Holzbrand, bildet sich um das Kernholz von selbst eine Art Schutzmantel aus Holzkohle. Diese Verkohlungsschicht verhindert bei Holzprodukten im Brandfall das schnelle Durchbrennen. Es kann kein Sauerstoff mehr ins Holz eindringen und der Abbrand verlangsamt sich stark. Dies hemmt die Ausbreitung des Feuers und so können höchste Brandschutzanforderungen bis F90 B / REI 90 errichtet werden. Die Standfestigkeit bei einem Brand ist in Holzhäusern mit massiven tragenden Holzbalken teilweise besser als in Betonbauten mit Stahlträgern. Deshalb musste man ja dazu übergehen, Stahlträger in Betonbauten immer raffinierter zu ummanteln, früher mit Asbestummantelungen und heute mit gegen Feuer imprägnierten Kunststoffmaterialien, die jedoch massiven Bränden auch nur begrenzte Zeit standhalten können. Bei massiven Holzwänden und Massivholzmauern kommt dazu, dass auch die Gefahr der Selbstentzündung von z.B. Tapeten oder Vorhängen auf der anderen Wandseite stark herab gesetzt ist. So kann ein Brand nicht oder nur schwer von einem Raum auf den anderen übergreifen und sich nicht, wie es sonst häufig vorkommt, durch Selbstentzündung von Tapeten, Vorhängen in dem Feuer abgewandten Räumen ausbreiten.
  • Keine giftigen Gase im Brandfall. Bei natürlichem Holz entstehen keine giftigen Gase im Brandfall. Im Brandfall haben Holzprodukte eine deutlich geringere Rauchentwicklung als z.B. Kunststoffe und brennen auch nicht tropfend ab. Bei Bränden in Holzhäusern mit Holzfenstern und Holzböden usw. ist die Gefahr einer Rauchgasvergiftung weit geringer als z.B. beim Abbrand von Kunststoffen. Beim Abbrand von PVC beispielsweise können giftige Gase entstehen, das ist gesundheitsgefährdend bei und noch nach einem Brand.

Beispiel 2: Brandverhalten von Kunststoffprodukten

  • Brandstoffklasse: leicht entflammbar, brennendes Abtropfen.
  • Brandverhalten von Kunststoffprodukten an der Gebäudehülle. Im Brandfall schmelzen Kunststoffprodukte und tropfen gegebenenfalls auch brennend ab. Abtropfende brennende Kunststoffe können nur schwer gelöscht werden. In letzter Zeit häufen sich die Fernsehberichte von brennenden EPS gedämmten Fassaden. Von Feuerwehrleuten kam hier oft die Aussage „es ist als würde man in ein Feuer Erdöl gießen“. Viele Bundesländer reagieren mit Verschärfung der Vorschriften indem z.B. bei Neubauten von mehrstöckigen Häusern bei Kunststoffdämmungen verstärkt sogenannte Brandriegelbänder aus Mineralwolle eingefügt werden müssen. Ob dies allerdings in der Praxis ausreichen wird, die extrem schnelle Ausbreitug von Kunststoffbefeuerten Bränden an Gebäudehüllen aufzuhalten ist in der Praxis noch unklar.Zudem gilt dies nur für Neubauten nicht für Altbauten oder Sanierungsbau, denn ein Nachrüsten wäre hier viel zu teuer (einen Bericht darüber aus dem NDR Fernsehen mit Aussagen von Feurerwehrleuten gibt es auf http://www.holz-von-hier.de/mediathek).
  •  Steigerung der Brandlast durch viele Kunststoffprodukte im Gebäudeinneren. Wir vergessen aber oft, dass wir auch im Inneren unserer Häuser heute unglaublich viele Kunststoffprodukte haben. Auch Böden aus Kunststoffen können daher eine erhebliche Steigerung der maßgeblichen Brandlast ergeben. Was oft nicht von Anfang an, auch nicht in der Gebäudeplanung, berücksichtigt wird. Dies ist auch dann der Fall wenn oder obwohl heute nahezu alle Kunststoffprodukte im Baubereich mit Flammschutzmitteln versehen sind.
  • Gesundheitsgefahren durch giftige Gase beim Abbband. Das Problem ist hier zudem, dass bei Brand von Kunststoffen sehr dichter beißender und hochgiftiger Rauch entsteht, der die Orientierung und damit die Fluchtgeschwindigkeit gerade in öffentlichen Gebäuden mit Personengruppen erschwert, die sich selbst schwer orientieren und organisieren können (z.B. Schulen, Kindergärten, Seniorenheime, Krankenhäuser usw.). Bei der Verbrennung von Kunststoffen und besonders PVC Produkten in den Gebäuden entstehen neben Kohlenmonoxid und Stickstoffoxiden auch hochgiftige Chlorwasserstoffe und Dioxine sowie ggf. auch hochgiftige und kanzerogene polykondensierte Aromate (z.B. Pyrene und Chrysene). Auch und gerade die heute noch meist verwendeten bromhaltigen Flammschutzmittel (z.B. HBCD) spalten bei der Verbrennung hochgiftige Dibenzodioxine/-furane ab. Eine weitere Gefahr geht von schwermetallhaltigen Stabilisatoren (z.B. Blei) aus.

Brandklassen von Baustoffen

Im Gebäudebau und der Planung ist nach den heutigen Vorschriften sehr viel ausgerichtet an den Brandstoffklassen der Baustoffe. Sie bestimmen die Planung und Ausschreibung wesentlich mit. Das Brandverhalten eines Baustoffes wird dabei nach DIN EN 13501-1 in folgende Brandklassen eingeteilt:

  • A1: nichtbrennbar ohne Anteile von brennbaren Baustoffen (mit: keine Rauchentwicklung, kein brennendes Abtropfen/Abfallen).
  • A2 – s1 d0: nichtbrennbar mit Anteilen von brennbaren Baustoffen (mit: keine Rauchentwicklung, kein brennendes Abtropfen/Abfallen).
  • B1, C-s1 d0: schwerentflammbar (mit keine Rauchentwicklung, kein brennendes Abtropfen/Abfallen).
  • A2, B1, C – s2 d0: schwerentflammbar (mit: kein brennendes Abtropfen/Abfallen).
  • A2, B2, C – s3 d0: normalentflammbar (mit: keine Rauchentwicklung).
  • A2, B2, C – s1 d1: : normalentflammbar (mit: kein brennendes Abtropfen/Abfallen).
  • A2, B3, C – s1 d2 / A2, B, C – s3 d2 / D – s1 d0 / D – s2 d0: leicht entflammbar (brennendes Abtropfen, Abfallen).

Bis hin zur Baustoffklasse B1 (schwer entflammbar) gelten Baustoffe als selbstverlöschend. Ab Baustoffklasse B2 (normalentflammbar) und B3 (leichtentflammbar) unterhält der Brand sich selbst, auch wenn die Brandursache entfällt. Entscheidend ist hierbei für die Sicherheit im Brandfall, dass Baustoffe nach B1 als selbstverlöschend gelten, während sich bei Baustoffen nach B2 und darunter der Brand selbst erhält, auch wenn die Brandursache entfällt (z.B. abtropfendes Weiterbrennen).


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Baustoffe: „MDF Platte für Innenausbau“

 5- Südosten
Bild: Holzfaserdämmplatten gehören heute bei modernen Bauten zur gängigen Baustoffausrüstung.

Begleittexte zur Produktumweltampel und Holzinfomeile
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MDF Platten für den Innenausbau: Informationen zu Vorketten, Nutzungsphase, Nachnutzung

Einleitendes

Die Produktion von Holzplatten weltweit. Weltweit werden 268,8 Millionen m3 Holz basierte Plattenwerkstoffe produziert und 263,7 Millionen m3 verarbeitet. Die 3 Weltregionen mit der größten Produktion an Holzplatten sind Asien, Europa und Nord Amerika (FAO aktueller Weltwaldbericht, 2011). Weltweit produzieren 15 Länder 80% der holzbasierten Plattenwerkstoffe und sie verbrauchen auch 75% dieser Holzplatten. Eine „Über“-Produktion bei hohen Exporten aber kaum oder verhältnismäßig wenig Importen von Holzplatten findet vor allem in Asien und Lateinamerika statt. Auf Länderebene rangieren hier China mit 7,6 Mio. m3, Polen mit 6,2 Mio. m³ und Malaysia mit 5,4 Mio. m³ auf den ersten Plätzen. Ein Mehrbedarf bei hohen Importen, aber kaum Exporten besteht vor allem in Nord-Amerika. Hier ist es vor allem die USA mit 6,7 Mio. m³ Mehrbedarf.

Die Produktion von Holzplatten in Europa. Die Produktion liegt bei ca. 78 Mio. m3 und der Verbrauch bei ca. 77 Mio. m3. Die 15 Länder Europas mit der größten Produktion an Holzplatten produzieren zusammen etwa 86% der gesamten Holzplatten in Europa und verbrauchen 72% davon selbst. Die größten Produzenten für Holzplatten sind (1) Deutschland (Nr.1), (2) Russland, (3) Polen, (4) Frankreich und (5) Italien. Die fünf größten Konsumenten für Holzplatten in Europa sind (1) Deutschland, (2) Russland, (3) Italien, (4) England und (5) Frankreich.

Quantitativ vermeidbare Stoffströme in Europa. Deutschland hat die europaweit mit Abstand größten vermeidbaren Stoffströme und so auch Transporte bei Plattenwerkstoffen. Die vermeidbaren Stoffströme der 15 größten Produktionsländer Europas liegen bei ca. 33 Mio. m3 Holzplatten, 32% davon Deutschland. Die größte „Über-“Produktion beim Platten haben Polen (6,2 Mio. m3), Deutschland (3,5 Mio. m³), Österreich (2,9 Mio. m³). Den größten Mehrbedarf an Platten haben England mit 2,9 Mio. m³ und Italien mit 1,6 Mio. m³.

Vorketten – Rohstoffe

  • Grundrohstoffe im Produkt. Holzfaserdämmstoffplatten (MDF, HDF, DHF, DFF) bestehen aus: Holzfasern 82 – 86%, Wasser 5-7%, PMDI-Leim oder UF-Leim (Harnstoffharz) 4 – 11%, Parafinemulsion < 1%. Bei beschichteten Platten kommen noch Additive wie (z.B. Melaminformaldehydharz) und ggf. Dekopapiere hinzu.
  • Rohstoffgewinnung, Zwischenprodukte, Halbwaren. Grundrohstoff ist Rundholz aus dem Wald (sog. Industrieholz) sowie Hackschnitzel die von der Holzindustrie zu Dämmstoffen verarbeitet werden.
  • Reichweite. Holz das aus nachhaltiger Waldwirtschaft stammt ist prinzipiell dauerhaft verfügbar, denn es wird nicht mehr Holz entnommen als nachwächst. Holz das aus Primärwäldern also tropischen und borealen Urwäldern stammt sollte aus Klima- und Umweltschutzgründen nicht verwendet werden. Infos zu (1) Nachhaltiger Forstwirtschaft, (2) Raubbau, (3) Primärwäldern und (4) Ländern mit Primärwäldern und hohem Raubbaurisiko finden sich im Infoteil.

Vorketten – Transporte

  • „Die Bedeutung der Transporte für die Ökobilanz von Produkten wird heute systemisch unterschätzt“ (Holz von Hier). Standarddatensätze aus Ökobilanzen (EPD) rechnen im Grunde produktunabhängig mit 50 bis 350 km für die Vorketten (wissenschaftliche Studien rechnen mit 75-200 km IBU bis 562 km Thünen Institut die Vorketten vom Holzfaserplatten). So werden die Transporte in ihrer Klima- und Umweltwirkung meist stark unterschätzt.
  • Ohne Stoffstromnachweise können im Bau und Innenausbau eingesetzte Produkte tausende von Transportkilometern zurückgelegt haben. Holzfaserplatten ohne Herkunftsnachweise wie „HOLZ VON HIER“ können sehr viele Transportkilometer im Stoffstrom zurückgelegt haben und das obwohl der Rohstoff an sich sehr regional zu beziehen wäre, denn der Markt für Holzplatten ist international.

Nutzungsphase

  • Gesundheit. In Deutschland hergestellte Holzdämmstoffe halten die gesetzlichen Vorgaben zu Formaldehyden, VOC und Eluaten ein. Gesundheitsrelevante Emissionen können nur aus dem verwendeten Bindemitteln bzw. Härtern stammen. Info „Formaldehyde, VOC, PCP und CO – was ist relevant bei Holzprodukten“.
  • REACH-RISK. Ein Risiko für gesundheitsgefährliche Substanzen in den Platten bei deutscher und europäischer Produktion ist nicht gegeben bzw. gering. MDI und PMDI Leime sind nicht REACH gelistet. Importplatten aus anderen Weltregionen können jedoch auch andere Leime usw. enthalten. Bei Platten ist es daher immer sinnvoll auf die deutsche bzw. europäische Herkunft zu achten, bzw. auf einen Herkunftsnachweis wie Holz von Hier, denn in Deutschland und Europa gelten im Vergleich zu anderen Weltregionen sehr strenge Gesundheitsauflagen an die Produktion.
  • Sicherheit – Verhalten im Brandfall. Sicherheit. Holzdämmstoffe können brennen, ja, aber Holzdämmstoffe nach DIN werden in der Regel in die Brandstoffklasse B1 (schwerentflammbar) eingeteilt. Entscheidend ist hierbei für die Sicherheit im Brandfall, dass Baustoffe nach B1 als selbst verlöschend gelten, während sich bei Baustoffen nach B2 und darunter der Brand selbst erhält, auch wenn die Brandursache entfällt (z.B. abtropfendes Weiterbrennen). Eine Verkohlungsschicht verhindert bei Holzdämmstoffen im Brandfall das schnelle Durchbrennen und hemmt so die Ausbreitung des Feuers, so können höchste Brandschutzanforderungen bis F90 B / REI 90 errichtet werden. Im Brandfall haben Holzdämmstoffe eine deutlich geringere Rauchentwicklung als andere Dämmstoffe (z.B. Kunststoffdämmstoffe) und brennen auch nicht tropfend ab.
  • Haltbarkeit. Die Haltbarkeit von Dämmstoffen aller Art wird laut BNB wie folgt angegeben: als Schäume/Filze/Einblasware: > 50 Jahre, als Platten: 40 Jahre. Hierbei wird vom BNB kein Materialunterschied in der Haltbarkeit gesehen.
  • Strapazierfähigkeit, Pflege, Reparaturfreundlichkeit. Holfaserdämmstoffe sind an defekten Stellen vergleichsweise einfach und ungefährlich austauschbar.

Nachnutzung – Ist Stand und Potentiale

  • Holzprodukte können je nach Verwendung (unbehandelt, mit Farben, Lacken oder Leimen) wiederwerwendet werden oder recycelt werden.
  • Holzprodukte werden nach ihrer Nutzung heute in Altholzkategorien AI (unbelastet) bis AIV (belastet) eingeteilt und in Deutschland thermisch verwertet oder das Altholz exportiert. AI und AII Althölzer sind heute europaweit bereits wertvolle Ersatzbrennstoffe für Öl und Gas und haben absolut nichts mit Entsorgung zu tun, sie werden im Gegenteil vielfach in regionalen Biomasseheiz(kraft)werken genutzt. Altholz wird weltweit auch stofflich genutzt z.B. in Holzplatten. Dies verbietet in Deutschland jedoch die deutsche Altholzverordnung und in Deutschland hergestellte Holzplatten könnten aber dürfen nicht Altholz enthalten. Allerdings verbietet die Verordnung nicht, dass Holzplatten mit bis zu 100% Altholzanteil nach Deutschland importiert und hier im Bau eingesetzt werden. Entsorgung von Altholz in der Müllverbrennung oder der Deponien gibt es heute quasi nicht mehr. Technisch gängige Verwertungswege für Altholz im stofflichen Recycling, die in anderen Ländern umfangreich genutzt werden, sind in Deutschland durch die deutsche Altholzverordnung ausgeschlossen.

Umwelt und Qualitätssiegel

  • HOLZ VON HIER Label für besonders klima- und umweltfreundliche Holzprodukte mit Holz der kurzen Wege aus nachhaltiger Waldwirtschaft inklusive Herkunftsnachweis und Ökobilanz. Holz von Hier ist ein Klima- und Umweltlabel und hat deshalb keine eigenen Kriterien für die nachhaltige Forstwirtschaft entwickelt, sondern verlangt Nachweise wie FM-Zertifikate nach FSC oder PEFC oder vergleichbar. (Deutschland hat weltweit gesehen sehr strenge Waldgesetze und eine seit Jahrhunderten nachhaltige Forstwirtschaft. In Deutschland sind mehr als 70% der Waldflächen, nahezu alle für den Markt bewirtschafteten Flächen mit Ausnahme von Kleinstflächen für den Eigenbedarf oder Flächen mit besonderen Vorrangfunktionen, zusätzlich nach den beiden Labeln FSC und PEFC zertifiziert).
  • FSC und PEFC Label, die weltweit die nachhaltige Waldbewirtschaftung nach den jeweiligen Kriterien von FSC und PEFC nachweisen.
  • EPD sind keine Umweltlabel.


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Baustoffe: „Mehrschichtplatten“

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Bild: Mehrschichtplatten werden vor allem im Möbelbau und Innenausbau verwendet. (Bild: HvH zur Verfügung gestellt)

Begleittexte zur Produktumweltampel und Holzinfomeile
Mehr Infos unter http://www.holz-von-hier.de
http://www.holz-von-hier.de/produktumweltampel-app/

Mehrschichtplatten: Informationen zu Vorketten, Nutzungsphase, Nachnutzung

Einleitendes

Mehrschichtplatten sind industriell gefertigte flächige Platten. Die Platten bestehen aus drei bis fünf rechtwinklig zueinander verklebten Lagen aus Schnittholz (in der Regel Nadelschnittholz). Die Platten werden sehr vielseitig verwendet, also sowohl für den Innenausbau udn Möbelbau aber teilweis auch im konstruktiven Bereich, beispielsweise für schlanke tragende Vordächer, Sichtdeckenkonstruktionen, Dachbekleidungen oder auch schon für Fassaden. Im Außenbereich ist allerdings guter konstruktiver Holzschutz oder Beschichtungen nötig.

Vorketten – Rohstoffe

  • Grundrohstoffe im Produkt. Laminat besteht zu 60-70% aus Holzplatten (HDF), 8-18% aus Papier und zu 16-21% aus Kunstharz.
  • Rohstoffgewinnung, Zwischenprodukte, Halbwaren. Bei den Importen wird oft Holz „unsicherer Herkünfte“ verwendet.
  • Reichweite. Holz das aus nachhaltiger Waldwirtschaft stammt ist prinzipiell dauerhaft verfügbar, denn es wird nicht mehr Holz entnommen als nachwächst. Holz das aus Raubbau stammt sollte aus Klima- und Umweltschutzgründen nicht verwendet werden (die „Reichweite“ richtet sich nach den Vorkommen in Ländern mit Primärwäldern, v.a. in den Tropen wie Asien, Lateinamerika, Afrika und den borealen Waldgebieten wie z.B. Sibirien, Kanada usw.). Infos zu (1) Nachhaltiger Forstwirtschaft, (2) Raubbau, (3) Primärwäldern und (4) Ländern mit Primärwäldern und hohem Raubbaurisiko finden sich im Infoteil.

Vorketten – Transporte

  • „Die Bedeutung der Transporte für die Ökobilanz von Produkten wird heute systemisch unterschätzt“ (Holz von Hier). Standarddatensätze aus Ökobilanzen (EPD) rechnen im Grunde produktunabhängig mit 50 bis 350 km für die Vorketten (wissenschaftliche Studien rechnen bei deutscher Produktion für Schnittholz mit 396 km, Thünen Institut). So werden die Transporte in ihrer Klima- und Umweltwirkung meist stark unterschätzt.
  • Ohne Stoffstromnachweise können im Bau und Innenausbau eingesetzte Produkte tausende von Transportkilometern zurückgelegt haben. Dies soll anhand von Stoffstromindizien aufgezeigt werden. (1) Beispiel Vorprodukte. Die Warenströme bei Rundholz, Schnittholz, Hobelware sind heute global und ohne Herkunftsnachweis (z.B. „Holz von Hier“) kann man auch beim Holz nicht automatisch davon ausgehen, dass es aus „kurzen Wegen“ stammt. (2) Beispiel Mehrschichtplatten. Hier gibt es in Deutschland und Europa hergestellte Waren aber auch Importprodukte. Ohne Herkunftsnachweise wie Holz von Hier kann man nicht davon ausgehen, dass das Produkt innerhalb kurzer Wege hergestellt wurde, selbst wenn der letzte Verarbeitungsschritt in Deutschland bzw. Europa stattfindet.

Nutzungsphase

  • Gesundheit. In Deutschland hergestellte und verleimte Holzprodukte enthalten keine gesundheitsgefährlichen Substanzen. Potentiell gesundheitsgefährliche Substanzen könnten nur aus dem verwendeten Bindemitteln bzw. Härtern stammen. Info „Formaldehyde, VOC, PCP und CO – was ist relevant bei Holzprodukten“.
  • REACH-RISK. Ein Risiko für gesundheitsgefährliche Substanzen in den Platten bei deutscher und europäischer Produktion ist nicht gegeben. MDI und PMDI Leime sind nicht REACH gelistet. Importplatten aus anderen Weltregionen können jedoch auch andere Leime usw. enthalten. Bei Platten ist es daher immer sinnvoll auf die deutsche bzw. europäische Herkunft zu achten, bzw. auf einen Herkunftsnachweis wie Holz von Hier, denn in Deutschland und Europa gelten im Vergleich zu anderen Weltregionen sehr strenge Gesundheitsauflagen an die Produktion.nicht gegeben.
  • Sicherheit – Verhalten im Brandfall. Sicherheit. Holz brennt, jedoch wird bei massivem Holz durch die Verkohlungen um den Brandherd die Abbrandgeschwindigkeit stark verringert. Nach der Projektdatenbank wecobis des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung und der Bayerischen Architektenkammer sind Naturmaterialien wie Holz und Stein sowohl in der Nutzungsphase wie auch im Brandfall optimal gesundheitsverträglich. Bei Brand entstehen die üblichen Brandgase allerdings ohne hochtoxische Stoffe wie z.B. bei Kunststoffbränden.
  • Haltbarkeit. Die Haltbarkeit der meisten Holzprodukte wird nach BNB mit der höchsten Haltbarkeitsstufe >50 Jahre eingestuft. In der Regel ist die Haltbarkeit von Holzprodukten im Innenbereich deutlich länger.
  • Strapazierfähigkeit, Pflege, Reparaturfreundlichkeit. Die Strapazierfähigkeit von massiven Holzprodukten und Holzplatten ist hoch. Die die Reparaturfreundlichkeit oder modulare Austauschbarkeit ist prinzipiell gegeben hängt jedoch von Produktdesign bzw. der Befestigungsart ab.

Nachnutzung – Ist Stand und Potentiale

  • Holzprodukte können je nach Verwendung (unbehandelt, mit Farben, Lacken oder Leimen) wiederwerwendet werden oder recycelt werden.
  • Holzprodukte werden nach ihrer Nutzung heute in Altholzkategorien AI (unbelastet) bis AIV (belastet) eingeteilt und in Deutschland thermisch verwertet oder das Altholz exportiert. AI und AII Althölzer sind heute europaweit bereits wertvolle Ersatzbrennstoffe für Öl und Gas und haben absolut nichts mit Entsorgung zu tun, sie werden im Gegenteil vielfach in regionalen Biomasseheiz(kraft)werken genutzt. Altholz wird weltweit auch stofflich genutzt z.B. in Holzplatten. Dies verbietet in Deutschland jedoch die deutsche Altholzverordnung und in Deutschland hergestellte Holzplatten könnten aber dürfen nicht Altholz enthalten. Allerdings verbietet die Verordnung nicht, dass Holzplatten mit bis zu 100% Altholzanteil nach Deutschland importiert und hier im Bau eingesetzt werden. Entsorgung von Altholz in der Müllverbrennung oder der Deponien gibt es heute quasi nicht mehr. Technisch gängige Verwertungswege für Altholz im stofflichen Recycling, die in anderen Ländern umfangreich genutzt werden, sind in Deutschland durch die deutsche Altholzverordnung ausgeschlossen.

Umwelt und Qualitätssiegel

  • HOLZ VON HIER Label für besonders klima- und umweltfreundliche Holzprodukte mit Holz der kurzen Wege aus nachhaltiger Waldwirtschaft inklusive Herkunftsnachweis und Ökobilanz. Holz von Hier ist ein Klima- und Umweltlabel und hat deshalb keine eigenen Kriterien für die nachhaltige Forstwirtschaft entwickelt, sondern verlangt Nachweise wie FM-Zertifikate nach FSC oder PEFC oder vergleichbar. (Deutschland hat weltweit gesehen sehr strenge Waldgesetze und eine seit Jahrhunderten nachhaltige Forstwirtschaft. In Deutschland sind mehr als 70% der Waldflächen, nahezu alle für den Markt bewirtschafteten Flächen mit Ausnahme von Kleinstflächen für den Eigenbedarf oder Flächen mit besonderen Vorrangfunktionen, zusätzlich nach den beiden Labeln FSC und PEFC zertifiziert).
  • FSC und PEFC Label, die weltweit die nachhaltige Waldbewirtschaftung nach den jeweiligen Kriterien von FSC und PEFC nachweisen.
  • EPD sind keine Umweltlabel.


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Baustoffe: „Furniersperrholz Platte“

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Bild: Furniersperrholzplatten kommen oft im Möbelbau zum Einsatz. (Bild: HvH zur Verfügung gestellt)

Begleittexte zur Produktumweltampel und Holzinfomeile
Mehr Infos unter http://www.holz-von-hier.de
http://www.holz-von-hier.de/produktumweltampel-app/

Furniersperrholz Platte: Informationen zu Vorketten, Nutzungsphase, Nachnutzung

Einleitendes

Die Produktion von Holzplatten weltweit. Weltweit werden 268,8 Millionen m3 Holz basierte Plattenwerkstoffe produziert und 263,7 Millionen m3 verarbeitet. Die 3 Weltregionen mit der größten Produktion an Holzplatten sind Asien, Europa und Nord Amerika (FAO aktueller Weltwaldbericht, 2011). Weltweit produzieren 15 Länder 80% der holzbasierten Plattenwerkstoffe und sie verbrauchen auch 75% dieser Holzplatten. Eine „Über“-Produktion bei hohen Exporten aber kaum oder verhältnismäßig wenig Importen von Holzplatten findet vor allem in Asien und Lateinamerika statt. Auf Länderebene rangieren hier China mit 7,6 Mio. m3, Polen mit 6,2 Mio. m³ und Malaysia mit 5,4 Mio. m³ auf den ersten Plätzen. Ein Mehrbedarf bei hohen Importen, aber kaum Exporten besteht vor allem in Nord-Amerika. Hier ist es vor allem die USA mit 6,7 Mio. m³ Mehrbedarf.

Die Produktion von Holzplatten in Europa. Die Produktion liegt bei ca. 78 Mio. m3 und der Verbrauch bei ca. 77 Mio. m3. Die 15 Länder Europas mit der größten Produktion an Holzplatten produzieren zusammen etwa 86% der gesamten Holzplatten in Europa und verbrauchen 72% davon selbst. Die größten Produzenten für Holzplatten sind (1) Deutschland (Nr.1), (2) Russland, (3) Polen, (4) Frankreich und (5) Italien. Die fünf größten Konsumenten für Holzplatten in Europa sind (1) Deutschland, (2) Russland, (3) Italien, (4) England und (5) Frankreich.

Quantitativ vermeidbare Stoffströme in Europa. Deutschland hat die europaweit mit Abstand größten vermeidbaren Stoffströme und so auch Transporte bei Plattenwerkstoffen. Die vermeidbaren Stoffströme der 15 größten Produktionsländer Europas liegen bei ca. 33 Mio. m3 Holzplatten, 32% davon Deutschland. Die größte „Über-“Produktion beim Platten haben Polen (6,2 Mio. m3), Deutschland (3,5 Mio. m³), Österreich (2,9 Mio. m³). Den größten Mehrbedarf an Platten haben England mit 2,9 Mio. m³ und Italien mit 1,6 Mio. m³.

Vorketten – Rohstoffe

  • Grundrohstoffe im Produkt. Furniersperrholz besteht aus plattenförmigen Holzwerkstoffen auf der Basis von Furnieren (Unterschicht, Mittellage und Deckfurniere) die miteinander verklebt sind, meist mit Harnstoff-Formaldehyd Bindemittel (10,9%).
  • Rohstoffgewinnung, Zwischenprodukte, Halbwaren. Holz. Holz aus heimischen Wäldern ist Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Deutsche Wälder werden seit Jahrhunderten nachhaltig bewirtschaftet die nachhaltige Forstwirtschaft ist hier im Waldgesetz verankert. Nahezu alle unsere bewirtschafteten Waldflächen sind zusätzlich mit Nachhaltigkeitslabeln für den Forst zertifiziert (FSC und PEFC). Das ist nicht überall auf der Welt so, beispielsweise in Asien, Lateinamerika und Afrika sind nur etwa 1-5% der Waldflächen mit solchen Nachhaltigkeitslabeln zertifiziert. Bei Importen ohne solche Waldlabel ist, je nach Herkunftsland die Raubbaugefahr hoch. In Deutschland gibt es keinen Raubbau an Wäldern. Der Herkunftsnachweis des Klima- und Umweltlabels HOLZ VON HIER ist Due Diligence konform und Eingangsvoraussetzung für Rundholz in den HOLZ VON HIER Stoffstromnachweis ist, dass das Holz aus nachhaltiger Waldwirtschaft stammt (nachgewiesen mit FM-Zertifikat von FSC, PEFC oder vergleichbar).
  • Reichweite. Holz das aus nachhaltiger Waldwirtschaft stammt ist prinzipiell dauerhaft verfügbar, denn es wird nicht mehr Holz entnommen als nachwächst. Holz das aus Raubbau stammt sollte aus Klima- und Umweltschutzgründen nicht verwendet werden (die „Reichweite“ richtet sich nach den Vorkommen in Ländern mit Primärwäldern, v.a. in den Tropen wie Asien, Lateinamerika, Afrika und den borealen Waldgebieten wie z.B. Sibirien, Kanada usw.).

Vorketten – Transporte

  • „Die Bedeutung der Transporte für die Ökobilanz von Produkten wird heute systemisch unterschätzt“ (Holz von Hier). Standarddatensätze aus Ökobilanzen (EPD) rechnen im Grunde produktunabhängig mit 50 bis 350 km für die Vorketten (wissenschaftliche Studien rechnen bei deutscher Produktion für Furniersperrholz mit 150 km, Thünen Institut). So werden die Transporte in ihrer Klima- und Umweltwirkung meist stark unterschätzt.
  • Ohne Stoffstromnachweise können im Bau und Innenausbau eingesetzte Produkte tausende von Transportkilometern zurückgelegt haben. Dies soll anhand von Stoffstromindizien aufgezeigt werden. (1) Beispiel Vorprodukte. Die Warenströme bei Rundholz, Schnittholz, Hobelware sind heute global und ohne Herkunftsnachweis (z.B. „Holz von Hier“) kann man auch beim Holz nicht automatisch davon ausgehen, dass es aus „kurzen Wegen“ stammt (Info pdf „Holzmarkt weltweit“). (2) Beispiel Furniersperrholzplatten. Furniersperrholzplatten werden in Deutschland hergestellt aber auch importiert, teilweise mit Hölzern unbekannter Herkunft oder möglicherweise sogar aus Raubbau.

Nutzungsphase

  • Gesundheit. In Deutschland hergestellte und verleimte Holzprodukte enthalten keine gesundheitsgefährlichen Substanzen. Potentiell gesundheitsgefährliche Substanzen könnten nur aus dem verwendeten Bindemitteln bzw. Härtern stammen. Info „Formaldehyde, VOC, PCP und CO – was ist relevant bei Holzprodukten“.
  • REACH-RISK. Bei in Deutschland und Europa hergestellten Furniersperrholzplatten ist ein Risiko für gesundheitsgefährliche Substanzen im Produkt nicht gegeben. MDI und PMDI Leime sind nicht REACH gelistet. Bei Platten aus nicht EU Ländern können aber auch andere Leime verwendet werden, die gegebenenfalls gesundheitsgefährlicher sind. Deshalb ist es wichtig gerade auch bei Plattenwerkstoffen, bzw. Produkten daraus, auf die deutsche bzw. europäische Herkunft, bzw. auf Herkunftsnachweise wie Holz von Hier zu achten.
  • Sicherheit – Verhalten im Brandfall. Holz brennt, jedoch wird bei massivem Holz durch die Verkohlungen um den Brandherd die Abbrandgeschwindigkeit stark verringert. Nach der Projektdatenbank wecobis des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung und der Bayerischen Architektenkammer sind Naturmaterialien wie Holz und Stein sowohl in der Nutzungsphase wie auch im Brandfall optimal gesundheitsverträglich. Bei Brand entstehen die üblichen Brandgase allerdings ohne hochtoxische Stoffe wie z.B. bei Kunststoffbränden.
  • Haltbarkeit. Die Haltbarkeit der meisten Holzprodukte wird nach BNB mit der höchsten Haltbarkeitsstufe >50 Jahre eingestuft. In der Regel ist die Haltbarkeit von Holzprodukten im Innenbereich deutlich länger.
  • Strapazierfähigkeit, Pflege, Reparaturfreundlichkeit. Die Strapazierfähigkeit von massiven Holzprodukten und Holzplatten ist hoch. Die die Reparaturfreundlichkeit oder modulare Austauschbarkeit ist prinzipiell gegeben hängt jedoch von Produktdesign bzw. der Befestigungsart ab.

Nachnutzung – Ist Stand und Potentiale

  • Holzprodukte können prinzipiell je nach Verwendung (unbehandelt, mit Farben, Lacken oder Leimen) wieder verwendet werden oder recycelt werden.
  • Holzprodukte werden nach ihrer Nutzung heute in Altholzkategorien AI (unbelastet) bis AIV (belastet) eingeteilt und in Deutschland thermisch verwertet oder das Altholz exportiert. AI und AII Althölzer sind heute europaweit bereits wertvolle Ersatzbrennstoffe für Öl und Gas und haben absolut nichts mit Entsorgung zu tun, sie werden im Gegenteil vielfach in regionalen Biomasseheiz(kraft)werken genutzt. Altholz wird weltweit auch stofflich genutzt z.B. in Holzplatten. Dies verbietet in Deutschland jedoch die deutsche Altholzverordnung und in Deutschland hergestellte Holzplatten könnten aber dürfen nicht Altholz enthalten. Allerdings verbietet die Verordnung nicht, dass Holzplatten mit bis zu 100% Altholzanteil nach Deutschland importiert und hier im Bau eingesetzt werden. Entsorgung von Altholz in der Müllverbrennung oder der Deponien gibt es heute quasi nicht mehr. Technisch gängige Verwertungswege für Altholz im stofflichen Recycling, die in anderen Ländern umfangreich genutzt werden, sind in Deutschland durch die deutsche Altholzverordnung ausgeschlossen.

Umwelt und Qualitätssiegel

  • HOLZ VON HIER Label für besonders klima- und umweltfreundliche Holzprodukte mit Holz der kurzen Wege aus nachhaltiger Waldwirtschaft inklusive Herkunftsnachweis und Ökobilanz. Holz von Hier ist ein Klima- und Umweltlabel und hat deshalb keine eigenen Kriterien für die nachhaltige Forstwirtschaft entwickelt, sondern verlangt Nachweise wie FM-Zertifikate nach FSC oder PEFC oder vergleichbar. (Deutschland hat weltweit gesehen sehr strenge Waldgesetze und eine seit Jahrhunderten nachhaltige Forstwirtschaft. In Deutschland sind mehr als 70% der Waldflächen, nahezu alle für den Markt bewirtschafteten Flächen mit Ausnahme von Kleinstflächen für den Eigenbedarf oder Flächen mit besonderen Vorrangfunktionen, zusätzlich nach den beiden Labeln FSC und PEFC zertifiziert).
  • FSC und PEFC Label, die weltweit die nachhaltige Waldbewirtschaftung nach den jeweiligen Kriterien von FSC und PEFC nachweisen.
  • EPD sind keine Umweltlabel.


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Baustoffe: „OSB Platte“

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Bild: OSB Platten kommen typischerweise als wandbildende Elemente im Holzrahmenbau vor, aber auch im Inennausbau für tragende Wände, Decken, Böden und anderes. (Bild: HvH zur Verfügung gestellt).

Begleittexte zur Produktumweltampel und Holzinfomeile
Mehr Infos unter http://www.holz-von-hier.de
http://www.holz-von-hier.de/produktumweltampel-app/

OSB Platten: Informationen zu Vorketten, Nutzungsphase, Nachnutzung

Einleitendes

Die Produktion von Holzplatten weltweit. Weltweit werden 268,8 Millionen m3 Holz basierte Plattenwerkstoffe produziert und 263,7 Millionen m3 verarbeitet. Die 3 Weltregionen mit der größten Produktion an Holzplatten sind Asien, Europa und Nord Amerika (FAO aktueller Weltwaldbericht, 2011). Weltweit produzieren 15 Länder 80% der holzbasierten Plattenwerkstoffe und sie verbrauchen auch 75% dieser Holzplatten. Eine „Über“-Produktion bei hohen Exporten aber kaum oder verhältnismäßig wenig Importen von Holzplatten findet vor allem in Asien und Lateinamerika statt. Auf Länderebene rangieren hier China mit 7,6 Mio. m3, Polen mit 6,2 Mio. m³ und Malaysia mit 5,4 Mio. m³ auf den ersten Plätzen. Ein Mehrbedarf bei hohen Importen, aber kaum Exporten besteht vor allem in Nord-Amerika. Hier ist es vor allem die USA mit 6,7 Mio. m³ Mehrbedarf.

Die Produktion von Holzplatten in Europa. Die Produktion liegt bei ca. 78 Mio. m3 und der Verbrauch bei ca. 77 Mio. m3. Die 15 Länder Europas mit der größten Produktion an Holzplatten produzieren zusammen etwa 86% der gesamten Holzplatten in Europa und verbrauchen 72% davon selbst. Die größten Produzenten für Holzplatten sind (1) Deutschland (Nr.1), (2) Russland, (3) Polen, (4) Frankreich und (5) Italien. Die fünf größten Konsumenten für Holzplatten in Europa sind (1) Deutschland, (2) Russland, (3) Italien, (4) England und (5) Frankreich.

Quantitativ vermeidbare Stoffströme in Europa. Deutschland hat die europaweit mit Abstand größten vermeidbaren Stoffströme und so auch Transporte bei Plattenwerkstoffen. Die vermeidbaren Stoffströme der 15 größten Produktionsländer Europas liegen bei ca. 33 Mio. m3 Holzplatten, 32% davon Deutschland. Die größte „Über-“Produktion beim Platten haben Polen (6,2 Mio. m3), Deutschland (3,5 Mio. m³), Österreich (2,9 Mio. m³). Den größten Mehrbedarf an Platten haben England mit 2,9 Mio. m³ und Italien mit 1,6 Mio. m³.

 

Vorketten – Rohstoffe

  • Grundrohstoffe im Produkt. OSB Platten enthalten: entrindetes Nadelholz aus Durchforstung (Fichte, Kiefer), MUF-Leim (Melamin-Harnstoff-Formaldehydharze), PMDI-Leim (PUR) (Diphenylmethan, Diisocyanat)- Umwandlung bei der Herstellung in PUR-Polyurethan.
  • Rohstoffgewinnung, Zwischenprodukte, Halbwaren. (1) Holz. Holz aus heimischen Wäldern ist Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Deutsche Wälder werden seit Jahrhunderten nachhaltig bewirtschaftet die nachhaltige Forstwirtschaft ist hier im Waldgesetz verankert. Nahezu alle unsere bewirtschafteten Waldflächen sind zusätzlich mit Nachhaltigkeitslabeln für den Forst zertifiziert (FSC und PEFC). Das ist nicht überall auf der Welt so, beispielsweise in Asien, Lateinamerika und Afrika sind nur etwa 1-5% der Waldflächen mit solchen Nachhaltigkeitslabeln zertifiziert. Bei Importen ohne solche Waldlabel ist, je nach Herkunftsland die Raubbaugefahr hoch. In Deutschland gibt es keinen Raubbau an Wäldern. Der Herkunftsnachweis des Klima- und Umweltlabels HOLZ VON HIER ist Due Diligence konform und Eingangsvoraussetzung für Rundholz in den HOLZ VON HIER Stoffstromnachweis ist, dass das Holz aus nachhaltiger Waldwirtschaft stammt (nachgewiesen mit FM-Zertifikat von FSC, PEFC oder vergleichbar).
  • Reichweite. Holz das aus nachhaltiger Waldwirtschaft stammt ist prinzipiell dauerhaft verfügbar, denn es wird nicht mehr Holz entnommen als nachwächst. Holz das aus Raubbau stammt sollte aus Klima- und Umweltschutzgründen nicht verwendet werden (die „Reichweite“ richtet sich nach den Vorkommen in Ländern mit Primärwäldern, v.a. in den Tropen wie Asien, Lateinamerika, Afrika und den borealen Waldgebieten wie z.B. Sibirien, Kanada usw.).

Vorketten – Transporte

  • „Die Bedeutung der Transporte für die Ökobilanz von Produkten wird heute systemisch unterschätzt“ (Holz von Hier). Standarddatensätze aus Ökobilanzen (EPD) rechnen im Grunde produktunabhängig mit 50 bis 350 km für die Vorketten (wissenschaftliche Studien rechnen bei deutscher Produktion für OSB Platten mit 50 – 136 km, Thünen Institut, IBU). So werden die Transporte in ihrer Klima- und Umweltwirkung meist stark unterschätzt.
  • Ohne Stoffstromnachweise können im Bau und Innenausbau eingesetzte Produkte tausende von Transportkilometern zurückgelegt haben. Dies soll anhand von Stoffstromindizien aufgezeigt werden. Beispiel VORPRODUKTE: die Warenströme bei Rundholz, Schnittholz, Hobelware sind heute global und ohne Herkunftsnachweis (z.B. „Holz von Hier“) kann man auch beim Holz nicht automatisch davon ausgehen, dass es aus „kurzen Wegen“ stammt (Info pdf „Holzmarkt weltweit“). Beispiel PRODUKT DIELEN: Dielen werden in Deutschland hergestellt aber auch importiert, teilweise mit Hölzern unbekannter Herkunft oder möglicherweise sogar aus Raubbau. Dielen mit dem Label „HOLZ VON HIER“ Label zeichnet besonders klima- und umweltfreundliche Produkte der kurzen Wege, mit Rundholz aus heimischen nachhaltig bewirtschafteten Wäldern aus.

Nutzungsphase

  • Gesundheit. In Deutschland hergestellte und verleimte Holzprodukte enthalten keine gesundheitsgefährlichen Substanzen. Potentiell gesundheitsgefährliche Substanzen könnten nur aus dem verwendeten Bindemitteln bzw. Härtern stammen. Bei in Deutschland hergestellten OSB-Platten liegen gemessene Formaldehydwerte bei 0 – 6,4 mg HCHO/100 g (Werte aus EPD). Info „Formaldehyde, VOC, PCP und CO – was ist relevant bei Holzprodukten“.
  • REACH-RISK. Ein Risiko für gesundheistgefährliche Substanzen in den Plattenbei deustcher und Europäishcer produktiion ist nihct gegeben. MDI und PMDI Leime sind nicht REACH gelistet. Importplatten aus anderen Weltregionen können jedoch auch andere Leime usw. enthalten. Bei Platten ist es daher immer sinnvoll auf die deutsche bzw. europäische Herkunft zu achten, bzw. auf einen Herkunftsnachweis wie Holz von Hier, denn in Deutschland und Europa gelten im Vergleich zu anderen Weltregionen sehr strenge Gesundheitsauflagen an die Produktion.
  • Sicherheit – Verhalten im Brandfall. Sicherheit. Holz brennt, jedoch wird bei massivem Holz durch die Verkohlungen um den Brandherd die Abbrandgeschwindigkeit stark verringert. Nach der Projektdatenbank wecobis des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung und der Bayerischen Architektenkammer sind Naturmaterialien wie Holz und Stein sowohl in der Nutzungsphase wie auch im Brandfall optimal gesundheitsverträglich. Bei Brand entstehen die üblichen Brandgase allerdings ohne hochtoxische Stoffe wie z.B. bei Kunststoffbränden.
  • Haltbarkeit. Die Haltbarkeit der meisten Holzprodukte wird nach BNB mit der höchsten Haltbarkeitsstufe >50 Jahre eingestuft. In der Regel ist die Haltbarkeit von Holzprodukten im Innenbereich deutlich länger.
  • Strapazierfähigkeit, Pflege, Reparaturfreundlichkeit. Die Strapazierfähigkeit von massiven Holzprodukten und Holzplatten ist hoch. Die die Reparaturfreundlichkeit oder modulare Austauschbarkeit ist prinzipiell gegeben hängt jedoch von Produktdesign bzw. der Befestigungsart ab.

Nachnutzung – Ist Stand und Potentiale

  • Holzprodukte können je nach Verwendung (unbehandelt, mit Farben, Lacken oder Leimen) wiederwerwendet werden oder recycelt werden.
  • Holzprodukte werden nach ihrer Nutzung heute in Altholzkategorien AI (unbelastet) bis AIV (belastet) eingeteilt und in Deutschland thermisch verwertet oder das Altholz exportiert. AI und AII Althölzer sind heute europaweit bereits wertvolle Ersatzbrennstoffe für Öl und Gas und haben absolut nichts mit Entsorgung zu tun, sie werden im Gegenteil vielfach in regionalen Biomasseheiz(kraft)werken genutzt. Altholz wird weltweit auch stofflich genutzt z.B. in Holzplatten. Dies verbietet in Deutschland jedoch die deutsche Altholzverordnung und in Deutschland hergestellte Holzplatten könnten aber dürfen nicht Altholz enthalten. Allerdings verbietet die Verordnung nicht, dass Holzplatten mit bis zu 100% Altholzanteil nach Deutschland importiert und hier im Bau eingesetzt werden. Entsorgung von Altholz in der Müllverbrennung oder der Deponien gibt es heute quasi nicht mehr. Technisch gängige Verwertungswege für Altholz im stofflichen Recycling, die in anderen Ländern umfangreich genutzt werden, sind in Deutschland durch die deutsche Altholzverordnung ausgeschlossen.

Umwelt und Qualitätssiegel

  • HOLZ VON HIER Label für besonders klima- und umweltfreundliche Holzprodukte mit Holz der kurzen Wege aus nachhaltiger Waldwirtschaft inklusive Herkunftsnachweis und Ökobilanz. Holz von Hier ist ein Klima- und Umweltlabel und hat deshalb keine eigenen Kriterien für die nachhaltige Forstwirtschaft entwickelt, sondern verlangt Nachweise wie FM-Zertifikate nach FSC oder PEFC oder vergleichbar. (Deutschland hat weltweit gesehen sehr strenge Waldgesetze und eine seit Jahrhunderten nachhaltige Forstwirtschaft. In Deutschland sind mehr als 70% der Waldflächen, nahezu alle für den Markt bewirtschafteten Flächen mit Ausnahme von Kleinstflächen für den Eigenbedarf oder Flächen mit besonderen Vorrangfunktionen, zusätzlich nach den beiden Labeln FSC und PEFC zertifiziert).
  • FSC und PEFC Label, die weltweit die nachhaltige Waldbewirtschaftung nach den jeweiligen Kriterien von FSC und PEFC nachweisen.
  • EPD sind keine Umweltlabel.


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Baustoffe: „Spanplatten“

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Bild: Spanplatten werden häufig für Innenausbau und Möbelbau eingesetzt.

Begleittexte zur Produktumweltampel und Holzinfomeile
Mehr Infos unter http://www.holz-von-hier.de
http://www.holz-von-hier.de/produktumweltampel-app/

Spanplatten: Informationen zu Vorketten, Nutzungsphase, Nachnutzung

Einleitendes

Die Produktion von Holzplatten weltweit. Weltweit werden 268,8 Millionen m3 Holz basierte Plattenwerkstoffe produziert und 263,7 Millionen m3 verarbeitet. Die 3 Weltregionen mit der größten Produktion an Holzplatten sind Asien, Europa und Nord Amerika (FAO aktueller Weltwaldbericht, 2011). Weltweit produzieren 15 Länder 80% der holzbasierten Plattenwerkstoffe und sie verbrauchen auch 75% dieser Holzplatten. Eine „Über“-Produktion bei hohen Exporten aber kaum oder verhältnismäßig wenig Importen von Holzplatten findet vor allem in Asien und Lateinamerika statt. Auf Länderebene rangieren hier China mit 7,6 Mio. m3, Polen mit 6,2 Mio. m³ und Malaysia mit 5,4 Mio. m³ auf den ersten Plätzen. Ein Mehrbedarf bei hohen Importen, aber kaum Exporten besteht vor allem in Nord-Amerika. Hier ist es vor allem die USA mit 6,7 Mio. m³ Mehrbedarf.

Die Produktion von Holzplatten in Europa. Die Produktion liegt bei ca. 78 Mio. m3 und der Verbrauch bei ca. 77 Mio. m3. Die 15 Länder Europas mit der größten Produktion an Holzplatten produzieren zusammen etwa 86% der gesamten Holzplatten in Europa und verbrauchen 72% davon selbst. Die größten Produzenten für Holzplatten sind (1) Deutschland (Nr.1), (2) Russland, (3) Polen, (4) Frankreich und (5) Italien. Die fünf größten Konsumenten für Holzplatten in Europa sind (1) Deutschland, (2) Russland, (3) Italien, (4) England und (5) Frankreich.

Quantitativ vermeidbare Stoffströme in Europa. Deutschland hat die europaweit mit Abstand größten vermeidbaren Stoffströme und so auch Transporte bei Plattenwerkstoffen. Die vermeidbaren Stoffströme der 15 größten Produktionsländer Europas liegen bei ca. 33 Mio. m3 Holzplatten, 32% davon Deutschland. Die größte „Über-“Produktion beim Platten haben Polen (6,2 Mio. m3), Deutschland (3,5 Mio. m³), Österreich (2,9 Mio. m³). Den größten Mehrbedarf an Platten haben England mit 2,9 Mio. m³ und Italien mit 1,6 Mio. m³.

Vorketten – Rohstoffe

  • Grundrohstoffe im Produkt. Spanplatten (roh und beschichtet) enthalten: Holzspäne (Fichte) 84-86%, Wasser 4-7 %, UF-Leim (Harnstoffharz) 8-10%, Parafinwachsemulsion < 1%, sowie Dekopapiere und Melamionformaldehydharz (bei beschichteten Platten).
  • Rohstoffgewinnung, Zwischenprodukte, Halbwaren. (1) Holz aus heimischen Wäldern ist Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Deutsche Wälder werden seit Jahrhunderten nachhaltig bewirtschaftet die nachhaltige Forstwirtschaft ist hier im Waldgesetz verankert. Nahezu alle unsere bewirtschafteten Waldflächen sind zusätzlich mit Nachhaltigkeitslabeln für den Forst zertifiziert (FSC und PEFC). Das ist nicht überall auf der Welt so, beispielsweise in Asien, Lateinamerika und Afrika sind nur etwa 1-5% der Waldflächen mit solchen Nachhaltigkeitslabeln zertifiziert. Bei Importen ohne solche Waldlabel ist, je nach Herkunftsland die Raubbaugefahr hoch. In Deutschland gibt es keinen Raubbau an Wäldern. Der Herkunftsnachweis des Klima- und Umweltlabels HOLZ VON HIER ist Due Diligence konform und Eingangsvoraussetzung für Rundholz in den HOLZ VON HIER Stoffstromnachweis ist, dass das Holz aus nachhaltiger Waldwirtschaft stammt (nachgewiesen mit FM-Zertifikat von FSC, PEFC oder vergleichbar).
  • Reichweite. Holz das aus nachhaltiger Waldwirtschaft stammt ist prinzipiell dauerhaft verfügbar, denn es wird nicht mehr Holz entnommen als nachwächst. Holz das aus Raubbau stammt sollte aus Klima- und Umweltschutzgründen nicht verwendet werden (die „Reichweite“ richtet sich nach den Vorkommen in Ländern mit Primärwäldern, v.a. in den Tropen wie Asien, Lateinamerika, Afrika und den borealen Waldgebieten wie z.B. Sibirien, Kanada usw.).

Vorketten  – Transporte

  • „Die Bedeutung der Transporte für die Ökobilanz von Produkten wird heute systemisch unterschätzt“ (Holz von Hier). Standarddatensätze aus Ökobilanzen (EPD) rechnen im Grunde produktunabhängig mit 50 bis 350 km für die Vorketten (wissenschaftliche Studien rechnen bei deutscher Produktion für Spanplatten mit 97- 200 km, für Röhrenspanplatten mit 97 – 111 km, Thünen Institut, IBU). So werden die Transporte in ihrer Klima- und Umweltwirkung meist stark unterschätzt.
  • Ohne Stoffstromnachweise können im Bau und Innenausbau eingesetzte Produkte tausende von Transportkilometern zurückgelegt haben. Dies soll anhand von Stoffstromindizien aufgezeigt werden. Die Warenströme bei Rundholz, Schnittholz, Hobelware sind heute global und ohne Herkunftsnachweis (z.B. „Holz von Hier“) kann man auch beim Holz nicht automatisch davon ausgehen, dass es aus „kurzen Wegen“ stammt (Info pdf „Holzmarkt weltweit“). Spanplatten selbst werden in Deutschland hergestellt aber auch importiert, teilweise mit Hölzern unbekannter Herkunft oder möglicherweise sogar aus Raubbau. Das Label „HOLZ VON HIER“ Label zeichnet besonders klima- und umweltfreundliche Produkte der kurzen Wege, mit Rundholz aus heimischen nachhaltig bewirtschafteten Wäldern aus.

Nutzungsphase

  • Gesundheit. In Deutschland hergestellte und verleimte Holzprodukte enthalten keine gesundheitsgefährlichen Substanzen. Potentiell gesundheitsgefährliche Substanzen könnten nur aus dem verwendeten Bindemitteln bzw. Härtern stammen. Bei in Deutschland hergestellten beschichteten Spanplatten liegen gemessene Formaldehydwerte durch die Beschichtungen bei 0,1 – 4,8 mg HCHO/100 g (Werte aus EPD). Info „Formaldehyde, VOC, PCP und CO – was ist relevant bei Holzprodukten“.
  • REACH-RISK. Bei in Deutschland und Europa hergestellten Spanplatten ist ein Risiko für gesundheitsgefährliche Substanzen im Produkte nicht gegeben. MDI und PMDI Leime sind nicht REACH gelistet. Bei Platten aus nicht EU Ländern können aber auch andere Leime verwendet werden, die gegebenenfalls gesundheitsgefährlicher sind. Deshalb ist es wichtig gerade auch bei Plattenwerkstoffen, bzw. Produkten daraus, auf die deutsche bzw. europäische Herkunft, bzw. auf Herkunftsnachweise wie Holz von Hier zu achten.
  • Sicherheit – Verhalten im Brandfall. Holz brennt, jedoch wird bei massivem Holz durch die Verkohlungen um den Brandherd die Abbrandgeschwindigkeit stark verringert. Nach der Projektdatenbank wecobis des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung und der Bayerischen Architektenkammer sind Naturmaterialien wie Holz und Stein sowohl in der Nutzungsphase wie auch im Brandfall optimal gesundheitsverträglich. Bei Brand entstehen die üblichen Brandgase allerdings ohne hochtoxische Stoffe wie z.B. bei Kunststoffbränden.
  • Haltbarkeit. Die Haltbarkeit der meisten Holzprodukte wird nach BNB mit der höchsten Haltbarkeitsstufe >50 Jahre eingestuft. In der Regel ist die Haltbarkeit von Holzprodukten im Innenbereich deutlich länger.
  • Strapazierfähigkeit, Pflege, Reparaturfreundlichkeit. Die Strapazierfähigkeit von massiven Holzprodukten und Holzplatten ist hoch. Die die Reparaturfreundlichkeit oder modulare Austauschbarkeit ist prinzipiell gegeben hängt jedoch von Produktdesign bzw. der Befestigungsart ab.

Nachnutzung – Ist Stand und Potentiale

  • Holzprodukte können prinzipiell je nach Verwendung (unbehandelt, mit Farben, Lacken oder Leimen) wieder verwendet werden oder recycelt werden.
  • Spanplatten werden in der Regel recycelt und dann energetisch als Ersatzbrennstoff verwertet.
  • Holzprodukte werden generell nach ihrer Nutzung heute in Altholzkategorien AI (unbelastet) bis AIV (belastet) eingeteilt und stofflich oder thermisch verwertet oder das Altholz exportiert. AI und AII Althölzer sind heute europaweit bereits wertvolle Ersatzbrennstoffe für Öl und Gas und haben absolut nichts mit Entsorgung zu tun, sie werden im Gegenteil vielfach in regionalen Biomasseheiz(kraft)werken genutzt. Altholz wird weltweit auch stofflich genutzt z.B. in Holzplatten. Dies verbietet in Deutschland jedoch die deutsche Altholzverordnung und in Deutschland hergestellte Holzplatten könnten aber dürfen nicht Altholz enthalten. Allerdings verbietet die Verordnung nicht, dass Holzplatten mit bis zu 100% Altholzanteil nach Deutschland importiert und hier im Bau eingesetzt werden. Entsorgung von Altholz in der Müllverbrennung oder der Deponien gibt es heute quasi nicht mehr. Technisch gängige Verwertungswege für Altholz im stofflichen Recycling, die in anderen Ländern umfangreich genutzt werden, sind in Deutschland durch die deutsche Altholzverordnung ausgeschlossen.

Umwelt und Qualitätssiegel

  • HOLZ VON HIER Label für besonders klima- und umweltfreundliche Holzprodukte mit Holz der kurzen Wege aus nachhaltiger Waldwirtschaft inklusive Herkunftsnachweis und Ökobilanz.
  • FSC und PEFC Label, die weltweit die nachhaltige Waldbewirtschaftung nach den jeweiligen Kriterien von FSC und PEFC nachweisen.
  • EPD sind keine Umweltlabel.