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Energiesparen in der Nutzungsphase hängt auch vom Material ab

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Bild. Energiesparen in der Nutzungsphase hängt von wesentlich mehr ab als vom U-Wert der Baustoffe oder der baufunktionalen Einheiten.

Energiesparen in der Nutzungsphase hängt nicht nur vom U-Wert sondern auch vom Material ab

Energiesparen in der Nutzungsphase hängt nicht nur vom U-Wert oder technischen Aspekten ab, sondern ganz maßgeblich auch vom Nutzerverhalten und dessen Wohlfühltemperatur. Was nutzt der beste Passivhausstandard bei hoch gedämmten Räumen, wenn die Nutzer wegen eines schlechten Raumklimas mehrfach am Tag lüften müssen oder wollen?

Die Raumtemperatur bei der wir uns wohl fühlen, ist auch von der Innenfläche der Raumwände abhängig und die wiederum auch vom Material. Jeder Baustoff hat ein anderes energetisches Verhalten. Das wird in Berechnungen (z.B. Energieausweis) aber in der Regel nicht berücksichtigt, denn meist wird dabei nur die Wärmeleitfähigkeit (U-Wert) von Baustoffen berücksichtigt, nicht die Phasenverschiebung.

Phasenverschiebung genauso bedeutsam wie der U-Wert

Für den sommerlichen Wärmeschutz und den Heizbedarf im Winter ist aber die Phasenverschiebung genauso bedeutsam wie die Wärmeleitfähigkeit (U-Wert).

  • Vergleicht man beispielsweise eine Massivholzmauer und eine Ziegelwand mit gleichem (!) U-Wert, so muss man bei der Ziegelwand, beispielsweise morgens, erst die Wand mit aufheizen, wonach diese die Wärme kontinuierlich wieder abgibt, „wie ein Akku“.
  • Massive Holzwände nehmen viel weniger Wärme auf, man muss also nur die Raumluft erwärmen, so dass die Reaktionszeit des Beheizens der Räume schneller ist. Eine massive Holzwand ist „wie eine Thermoskanne“. Durch die Struktur von Holz ist die Oberflächentemperatur in Durchschnitt 3-4 Grad höher als im konventionellen Bau. So fühlt man sich in einem massiven Holzhaus schon bei etwa 19-20°C wohl, in anderen Gebäuden wird im Mittel meist bis auf 24°C geheizt.

Holz von Hier Tipp: Jedes Grad Raumtemperatur erfordert rund 5-6% mehr Heizenergie. Deshlab lohnt es sich, eine spezifische Wärmebrückenberechnung anstatt eines Pauschalansatzes zu machen. Dadurch kann eventuell eine Förderung für besonders energiearme Gebäude in Anspruch genommen werden.

U-Wert in [W/m2k] und Material

Der U-Wert kennzeichnet die Wärmemenge, die in einer Stunde durch jeden Quadratmeter eines Bauteils bekannter Dicke im Dauerzustand der Beheizung hindurchgeht, wenn der Temperaturunterschied zwischen der Luft auf beiden Seiten dieser Wand 1 K beträgt. Mit dem U-Wert wird ausgedrückt, welche Leistung pro m² des Bauteils auf einer Seite benötigt wird, um eine Temperaturdifferenz von 1 Kelvin aufrecht zu erhalten. Je kleiner der U-Wert ist, desto besser, weil weniger Wärme durch den Bauteil geleitet wird. Der U-Wert kann aber nur die Wärmeleitung beschreiben, und dies auch nur im stationären Fall. Instationäre Vorgänge, Speicherung oder Wärmestrahlung werden dabei nicht berücksichtigt.

  • Der U-Wert kann nur näherungsweise zur Berechnung der Dämmwirkung und damit Energieeinsparung heran gezogen werden, denn er verläuft mit der Dämmdicke nicht linear, sondern als Hyperbelfunktion. Meist wird der U-Wert linear berechnet, was jedoch falsch ist. Um einen exakten Wert zu bekommen der für den Bauherren in Hinblick auf die Energieeinsparung interessant ist, müsste der U-Wert bei jeden Dämmstoff und jeder baufunktionalen Einheit (Wand-Dämmung-Fassade) nicht berechnet sondern gemessen werden.
  • Der U-Wert ist von weiteren Materialeigenschaften abhängig und die Dämmwirkung ist nicht automatisch besser je dicker die Dämmung ist. Meist wird der Wert in Berechnungen jedoch linear eingesetzt.
  • Bei Kondenswasserbildung ist der U-Wert deutlich schlechter, denn feuchte Wände dämmen schlechter als trockene. Insofern bestimmt das Material der abufunktionalen Einheit nachhaltig und langfristig auch den U-Wert mit.
  • Die Thematik Kondenswasserbildung durch Materialien mit geringer Fähigkeit Wasserdampf abzuleiten (z.B. Kunststoffdämmungen), wenn diese noch dazu falsch verbaut sind, ist also nicht nur problematisch wegen einer möglicherweise auftretenden Schimmelbildung bei Kondenswasserbildung, sondern auch für die Energieeinsparung relevant.

Wärmespeicherfähigkeit – ist vor allem eine Materialeigenschaft

Die Wärmespeicherfähigkeit ist eine Materialeigenschaft und gibt die gespeicherte Wärme eines Stoffes an, wenn dieser um 1 K erwärmt wird. Die gespeicherte Wärmemenge ist umso höher, je höher die spezifische Wärmekapazität, je größer die Rohdichte und je höher der Temperaturunterschied zur Umgebung ist (z.B. zwischen innen und außen bei einer Außenwand).

  • Sommerlicher Wärmeschutz und wohlige Wärme auch nachts entsteht nur durch hohe Wärmespeicherfähigkeit der Wand- und Dämmmaterialien.
  • Die Wärmespeicherfähigkeit von Nachwachsenden Rohstoffen (NaWaRo) wie Holzfaserdämmplatten ist mehr als 10-mal höher als die von Kunststoffdämmstoffen wie EPS, XPS, PUR.  Dies hat nicht nur, aber auch, mit der Rohdichte zu tun (Holzfaserdämmplatte: 160 kg/m3, EPS 20 kg/m3).
  • Die Wärmespeicherkapazität von Holz ist deutlich höher als z.B. von Beton oder Ziegel. Deshalb kühlt im Winter eine Holzwand abends, wenn die Heizung ausgestellt wird, weniger stark ab, als eine Ziegel- oder Betonwand. Am nächsten Morgen muss nicht erst die Wand aufgeheizt werden, um rasch ein gute Raumtemperatur zu erreichen. Das spart prinzipiell Energie (bei entsprechenden Nutzerverhalten).
  • Dämmung mit Holzdämmstoffen ist für den sommerlichen Wärmeschutz deutlich positiver zu werten als eine Kunststoffdämmung, weil sie wesentlich ausgleichender auf die Temperaturen im Inneren des Hauses reagiert. Deshalb sind beispielsweise mit Holzdämmstoffen ausgebaute Dächer im Sommer weniger von Überhitzung betroffen als bei anderen Dämmstoffen. Für ein ausgeglichenes Raumklima und die Vermeidung von Tauwasserbildung sind Dämmstoffe mit hoher Wärmespeicherfähigkeit positiv zu bewerten.

 

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Baustoffe: „Holzfaser-Zementplatte (Heraklit)“

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Bild: Holzfaser-Zement-Platten eignen sich vor allem dort wo z.B. Böden mit trittschallempfindlichen Materialien belegt sind (z.B. Steinplatten) die noch schall- und wärmegedämmt werden sollen.

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Heraklit Holzfaser-Zementplatte: Informationen zu Vorketten, Nutzungsphase, Nachnutzung

Einleitendes

Der Name „Heraklit“ ist ein Handelsname für Holzfaser-Zement-Dämmplatten. Da mehr als 70 Prozent der in Deutschland verwendeten HWL-Platten von einer Firma aus Österreich (mit weltweiter Produktion und Firmensitzen weltweit) hergestellt werden, die diesen Handelsnamen führt, sind Holzwolle-Dämmplatten bei uns oft nur unter diesem Markennahmen bekannt. Europäische Produktionsstandorte für die Holzwolle-Dämmplatten sind Deutschland, Griechenland, Kroatien, Slowakei, Tschechien, Ungarn und weitere Weltweit. Holzwolle-Dämmplatten wie Heraklit bestehen aus Holzwolle und mineralischen Bindemitteln, vor allem Zement und Magnesit. Die Platte dient der Wärmedämmung bei Gebäuden, als Putzgrund, Deckenplatte und anderes. Andere Platten nach ähnlichem Prinzip sind Platten aus Steinwolle plus mineralische Bindemittel („Heralan“) oder auch Kombinationen aus Steinwolle und Polystyrol plus mineralische Bindemittel. Mit Holz haben nur Holzfaser-Zement-Dämmplatten zu tun, diese sind im Folgenden beschrieben.

Vorketten – Rohstoffe

  • Grundrohstoffe im Produkt. Holzwolle-Platten (Handelsname einer Firma „Heraklit“) bestehen aus: Holz 25-35%, gebrannter Magnesium als Bindemittel 30-40% (oder Zement), Magnesiumsulfat 3-6%, Wasser 30-40%.
  • Rohstoffgewinnung, Zwischenprodukte, Halbwaren. Der Grundrohstoff Holz stammt als Rundholz und Hackschnitzel aus dem Wald, die Grundrohstoffe für Zement sind Sand, Kalk, Ton (oder Bauxit), Gips, Flugasche stammen aus Bergbau und werden zusammen mit Magnesiumsulfat und Wasser sowie Additiven zu Dämmplatten verpresst.
  • Reichweite. Holz das aus nachhaltiger Waldwirtschaft stammt ist prinzipiell dauerhaft verfügbar, denn es wird nicht mehr Holz entnommen als nachwächst. Holz das aus Primärwäldern also tropischen und borealen Urwäldern stammt sollte aus Klima- und Umweltschutzgründen nicht verwendet werden. Für die Rohstoffe Sand, Kalk, Ton, Gips und Magnesiumsulfat gelten die Angaben zu Zement und Beton. Auch hier wäre umweltfreundlicher Abbau wichtig, unterliegt jedoch bei nicht deutscher oder europäischer Herstellung nicht den bei uns geltenden Umwelt- und Gesundheitsvorgaben.

Vorketten – Transporte

  • „Die Bedeutung der Transporte für die Ökobilanz von Produkten wird heute systemisch unterschätzt“ (Holz von Hier). Standarddatensätze aus Ökobilanzen (EPD) rechnen im Grunde produktunabhängig mit 50 bis 350 km für die Vorketten (wissenschaftliche Studien rechnen bei deutscher Produktion mit 75-200 km IBU bis 562 km Thünen Institut die Vorketten vom Holzfaserplatten). So werden die Transporte in ihrer Klima- und Umweltwirkung meist stark unterschätzt.
  • Ohne Stoffstromnachweise können im Bau und Innenausbau eingesetzte Produkte tausende von Transportkilometern zurückgelegt haben. So werden die Transporte in ihrer Klima- und Umweltwirkung meist stark unterschätzt. Dies soll anhand von Stoffstromindizien aufgezeigt werden. (1) Holzfaserplatten ohne Herkunftsnachweise wie „HOLZ VON HIER“ können sehr viele Transportkilometer im Stoffstrom zurückgelegt haben und das obwohl der Rohstoff an sich sehr regional zu beziehen wäre, denn der Markt für Holzplatten udn auch Holzfaserdämmplatten wie „Heraklit“ ist international.

Nutzungsphase

  • Gesundheit. In Deutschland hergestellte Holzdämmstoffe halten die gesetzlichen Vorgaben zu Formaldehyden, VOC und Eluaten ein. Gesundheitsrelevante Emissionen können nur aus dem verwendeten Bindemitteln bzw. Härtern stammen. Holzfaser-Zement-Platten sollten am besten nicht direkt mit der Innenraumluft in Verbindung stehen.
  • REACH-RISK. Das Risiko dass hoch gesundheitsgefährliche Substanzen (neben Formaldehyd) laut REACH Verordnung im Produkt vorkommen ist bei den Holznatelen gering, bei den Zementanteilen aber möglicherweise gegeben. In Deutschland und Europa hergestellte Produkte sind jedoch an die REACH-Verordnung gebunden.
  • Sicherheit – Verhalten im Brandfall. Holzdämmstoffe können brennen, ja, aber Holzdämmstoffe nach DIN werden in der Regel in die Brandstoffklasse B1 (schwerentflammbar) eingeteilt. Entscheidend ist hierbei für die Sicherheit im Brandfall, dass Baustoffe nach B1 als selbst verlöschend gelten, während sich bei Baustoffen nach B2 und darunter der Brand selbst erhält, auch wenn die Brandursache entfällt (z.B. abtropfendes Weiterbrennen). Eine Verkohlungsschicht verhindert bei Holzdämmstoffen generell im Brandfall das schnelle Durchbrennen und hemmt so die Ausbreitung des Feuers, so können höchste Brandschutzanforderungen bis F90 B / REI 90 errichtet werden. Im Brandfall haben Holzdämmstoffe eine deutlich geringere Rauchentwicklung als andere Dämmstoffe (z.B. Kunststoffdämmstoffe) und brennen auch nicht tropfend ab. Holzfaserdämmplatten mit Mineralischen Bestandteilen wie Zement sind zudem sicher noch schlechter brennbar (die Brandklasse konnte hier noch nicht ermittelt werden und ist auch nicht in EPD vermerkt).
  • Haltbarkeit. Die Haltbarkeit von Dämmstoffen aller Art wird laut BNB wie folgt angegeben: als Schäume/Filze/Einblasware: > 50 Jahre, als Platten: 40 Jahre. Hierbei wird vom BNB kein Materialunterschied in der Haltbarkeit gesehen.
  • Strapazierfähigkeit, Pflege, Reparaturfreundlichkeit. Holfaserdämmstoffe sind an defekten Stellen vergleichsweise einfach austauschbar. Pflege in dem Sinne ist nicht nötig, die Platte sollte aber feuchtesicher verbaut sein. Eine Reparatur ist nicht möglich, die Platte wid bei Defekt als ganzes ausgetauscht.

Nachnutzung – Ist Stand und Potentiale

  • Der heute gängige Nachnutzungsweg für Holzzementfaserplatten ist die Deponierung bzw. thermische thermische Verwertung (in der MVA).

Umwelt und Qualitätssiegel

  • Bisher keine uns bekannten.


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Baustoffe: „HDF Platte für Innenausbau“

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Bild: HDF (und MDF) Plattenwerkstoffe als Innenraumdämmung sind heute in Holzbauten vielfach verwendet.

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MDF Platten für den Innenausbau: Informationen zu Vorketten, Nutzungsphase, Nachnutzung

Einleitendes

Die Produktion von Holzplatten weltweit. Weltweit werden 268,8 Millionen m3 Holz basierte Plattenwerkstoffe produziert und 263,7 Millionen m3 verarbeitet. Die 3 Weltregionen mit der größten Produktion an Holzplatten sind Asien, Europa und Nord Amerika (FAO aktueller Weltwaldbericht, 2011). Weltweit produzieren 15 Länder 80% der holzbasierten Plattenwerkstoffe und sie verbrauchen auch 75% dieser Holzplatten. Eine „Über“-Produktion bei hohen Exporten aber kaum oder verhältnismäßig wenig Importen von Holzplatten findet vor allem in Asien und Lateinamerika statt. Auf Länderebene rangieren hier China mit 7,6 Mio. m3, Polen mit 6,2 Mio. m³ und Malaysia mit 5,4 Mio. m³ auf den ersten Plätzen. Ein Mehrbedarf bei hohen Importen, aber kaum Exporten besteht vor allem in Nord-Amerika. Hier ist es vor allem die USA mit 6,7 Mio. m³ Mehrbedarf.

Die Produktion von Holzplatten in Europa. Die Produktion liegt bei ca. 78 Mio. m3 und der Verbrauch bei ca. 77 Mio. m3. Die 15 Länder Europas mit der größten Produktion an Holzplatten produzieren zusammen etwa 86% der gesamten Holzplatten in Europa und verbrauchen 72% davon selbst. Die größten Produzenten für Holzplatten sind (1) Deutschland (Nr.1), (2) Russland, (3) Polen, (4) Frankreich und (5) Italien. Die fünf größten Konsumenten für Holzplatten in Europa sind (1) Deutschland, (2) Russland, (3) Italien, (4) England und (5) Frankreich.

Quantitativ vermeidbare Stoffströme in Europa. Deutschland hat die europaweit mit Abstand größten vermeidbaren Stoffströme und so auch Transporte bei Plattenwerkstoffen. Die vermeidbaren Stoffströme der 15 größten Produktionsländer Europas liegen bei ca. 33 Mio. m3 Holzplatten, 32% davon Deutschland. Die größte „Über-“Produktion beim Platten haben Polen (6,2 Mio. m3), Deutschland (3,5 Mio. m³), Österreich (2,9 Mio. m³). Den größten Mehrbedarf an Platten haben England mit 2,9 Mio. m³ und Italien mit 1,6 Mio. m³.

Vorketten – Rohstoffe

  • Grundrohstoffe im Produkt. Holzfaserdämmstoffplatten (MDF, HDF, DHF, DFF) bestehen aus: Holzfasern 82 – 86%, Wasser 5-7%, PMDI-Leim oder UF-Leim (Harnstoffharz) 4 – 11%, Parafinemulsion < 1%. Bei beschichteten Platten kommen noch Additive wie (z.B. Melaminformaldehydharz) und ggf. Dekopapiere hinzu.
  • Rohstoffgewinnung, Zwischenprodukte, Halbwaren. Grundrohstoff ist Rundholz aus dem Wald (sog. Industrieholz) sowie Hackschnitzel die von der Holzindustrie zu Dämmstoffen verarbeitet werden.
  • Reichweite. Holz das aus nachhaltiger Waldwirtschaft stammt ist prinzipiell dauerhaft verfügbar, denn es wird nicht mehr Holz entnommen als nachwächst. Holz das aus Primärwäldern also tropischen und borealen Urwäldern stammt sollte aus Klima- und Umweltschutzgründen nicht verwendet werden. Infos zu (1) Nachhaltiger Forstwirtschaft, (2) Raubbau, (3) Primärwäldern und (4) Ländern mit Primärwäldern und hohem Raubbaurisiko finden sich im Infoteil.

Vorketten – Transporte

  • „Die Bedeutung der Transporte für die Ökobilanz von Produkten wird heute systemisch unterschätzt“ (Holz von Hier). Standarddatensätze aus Ökobilanzen (EPD) rechnen im Grunde produktunabhängig mit 50 bis 350 km für die Vorketten (wissenschaftliche Studien rechnen mit 75-200 km IBU bis 562 km Thünen Institut die Vorketten vom Holzfaserplatten). So werden die Transporte in ihrer Klima- und Umweltwirkung meist stark unterschätzt.
  • Holzfaserplatten ohne Herkunftsnachweise wie „HOLZ VON HIER“ können sehr viele Transportkilometer im Stoffstrom zurückgelegt haben und das obwohl der Rohstoff an sich sehr regional zu beziehen wäre, denn der Markt für Holzplatten ist international.

Nutzungsphase

  • Gesundheit. In Deutschland hergestellte Holzdämmstoffe halten die gesetzlichen Vorgaben zu Formaldehyden, VOC und Eluaten ein. Gesundheitsrelevante Emissionen können nur aus dem verwendeten Bindemitteln bzw. Härtern stammen. Info „Formaldehyde, VOC, PCP und CO – was ist relevant bei Holzprodukten“.
  • REACH-RISK. Ein Risiko für gesundheitsgefährliche Substanzen in den Platten bei deutscher und europäischer Produktion ist nicht gegeben bzw. gering. MDI und PMDI Leime sind nicht REACH gelistet. Importplatten aus anderen Weltregionen können jedoch auch andere Leime usw. enthalten. Bei Platten ist es daher immer sinnvoll auf die deutsche bzw. europäische Herkunft zu achten, bzw. auf einen Herkunftsnachweis wie Holz von Hier, denn in Deutschland und Europa gelten im Vergleich zu anderen Weltregionen sehr strenge Gesundheitsauflagen an die Produktion.
  • Sicherheit – Verhalten im Brandfall. Holzdämmstoffe können brennen, ja, aber Holzdämmstoffe nach DIN werden in der Regel in die Brandstoffklasse B1 (schwerentflammbar) eingeteilt. Entscheidend ist hierbei für die Sicherheit im Brandfall, dass Baustoffe nach B1 als selbst verlöschend gelten, während sich bei Baustoffen nach B2 und darunter der Brand selbst erhält, auch wenn die Brandursache entfällt (z.B. abtropfendes Weiterbrennen). Eine Verkohlungsschicht verhindert bei Holzdämmstoffen im Brandfall das schnelle Durchbrennen und hemmt so die Ausbreitung des Feuers, so können höchste Brandschutzanforderungen bis F90 B / REI 90 errichtet werden. Im Brandfall haben Holzdämmstoffe eine deutlich geringere Rauchentwicklung als andere Dämmstoffe (z.B. Kunststoffdämmstoffe) und brennen auch nicht tropfend ab.
  • Haltbarkeit. Die Haltbarkeit von Dämmstoffen aller Art wird laut BNB wie folgt angegeben: als Schäume/Filze/Einblasware: > 50 Jahre, als Platten: 40 Jahre. Hierbei wird vom BNB kein Materialunterschied in der Haltbarkeit gesehen.
  • Strapazierfähigkeit, Pflege, Reparaturfreundlichkeit. Holfaserdämmstoffe sind an defekten Stellen vergleichsweise einfach und ungefährlich austauschbar.

Nachnutzung – Ist Stand und Potentiale

  • Holzprodukte können je nach Verwendung (unbehandelt, mit Farben, Lacken oder Leimen) wiederwerwendet werden oder recycelt werden.
  • Holzprodukte werden nach ihrer Nutzung heute in Altholzkategorien AI (unbelastet) bis AIV (belastet) eingeteilt und in Deutschland thermisch verwertet oder das Altholz exportiert. AI und AII Althölzer sind heute europaweit bereits wertvolle Ersatzbrennstoffe für Öl und Gas und haben absolut nichts mit Entsorgung zu tun, sie werden im Gegenteil vielfach in regionalen Biomasseheiz(kraft)werken genutzt. Altholz wird weltweit auch stofflich genutzt z.B. in Holzplatten. Dies verbietet in Deutschland jedoch die deutsche Altholzverordnung und in Deutschland hergestellte Holzplatten könnten aber dürfen nicht Altholz enthalten. Allerdings verbietet die Verordnung nicht, dass Holzplatten mit bis zu 100% Altholzanteil nach Deutschland importiert und hier im Bau eingesetzt werden. Entsorgung von Altholz in der Müllverbrennung oder der Deponien gibt es heute quasi nicht mehr. Technisch gängige Verwertungswege für Altholz im stofflichen Recycling, die in anderen Ländern umfangreich genutzt werden, sind in Deutschland durch die deutsche Altholzverordnung ausgeschlossen.

Umwelt und Qualitätssiegel

  • HOLZ VON HIER Label für besonders klima- und umweltfreundliche Holzprodukte mit Holz der kurzen Wege aus nachhaltiger Waldwirtschaft inklusive Herkunftsnachweis und Ökobilanz. Holz von Hier ist ein Klima- und Umweltlabel und hat deshalb keine eigenen Kriterien für die nachhaltige Forstwirtschaft entwickelt, sondern verlangt Nachweise wie FM-Zertifikate nach FSC oder PEFC oder vergleichbar. (Deutschland hat weltweit gesehen sehr strenge Waldgesetze und eine seit Jahrhunderten nachhaltige Forstwirtschaft. In Deutschland sind mehr als 70% der Waldflächen, nahezu alle für den Markt bewirtschafteten Flächen mit Ausnahme von Kleinstflächen für den Eigenbedarf oder Flächen mit besonderen Vorrangfunktionen, zusätzlich nach den beiden Labeln FSC und PEFC zertifiziert).
  • FSC und PEFC Label, die weltweit die nachhaltige Waldbewirtschaftung nach den jeweiligen Kriterien von FSC und PEFC nachweisen.
  • EPD sind keine Umweltlabel.


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Baustoffe: „Brandverhalten von Baustoffen“

Feuerwerhrhaus
Bild: Feuerwehrhaus in Holzbauweise. Haben Sie sich schon einmal gefragt warum Feuerwehrleute Holzbaubrände für ungefährlicher einstufen als einen Brand in anderen Gebäuden?

Sicherheit für und im Brandfall ist oberstes Gebot und das hängt von mehr Aspekten ab als dem Brandverhalten einzelner Baustoffe 

Die Brandklassen sind nur ein Aspekt der Sicherheit im tatsächlichen Brandfall. Mindestens ebenso bedeutsam für die Sicherheit zwei weitere Aspekte:

  1. Wie standsicher ist das Gebäude. Damit ist gemeint, wie viel Zeit man hat, um das brennende Gebäude sicher zu verlassen.
  2. Welche Gesundheitsgefahren entstehen. Denn, die meisten Menschen sterben bei Gebäudebränden nicht durch einstürzende Gebäudeteile, sondern durch giftige Gase („Rauchvergiftung“). Nach Aussagen von Brandschutzexperten kommen die meisten Todesfälle bei Hausbränden nicht durch herabstürzende Teile zustande sondern durch toxische Brandgase.

Jedes Gebäude kann brennen

Da darf man sich nicht täuschen: ob Ziegel, Beton oder Holz – jedes Gebäude kann brennen. Im folgenden ist als Vergleich das Brandverhalten von Holzprodukten im Vergleich zu Kunststoffprodukten beschrieben.

Beispiel 1:  Brandverhalten von Holzprodukten

  • Brandstoffklasse: je nach Produkt von schwer entflammbar (z.B. Böden) bis normalsentflammbar.
  • „Hohe Standfestigkeit im Brandfall“. Bei Holz ist die Standfestigkeit im Brandfall wesentlich besser kalkulierbar, als z.B. bei Stahlträgern. Beim Holzbrand, bildet sich um das Kernholz von selbst eine Art Schutzmantel aus Holzkohle. Diese Verkohlungsschicht verhindert bei Holzprodukten im Brandfall das schnelle Durchbrennen. Es kann kein Sauerstoff mehr ins Holz eindringen und der Abbrand verlangsamt sich stark. Dies hemmt die Ausbreitung des Feuers und so können höchste Brandschutzanforderungen bis F90 B / REI 90 errichtet werden. Die Standfestigkeit bei einem Brand ist in Holzhäusern mit massiven tragenden Holzbalken teilweise besser als in Betonbauten mit Stahlträgern. Deshalb musste man ja dazu übergehen, Stahlträger in Betonbauten immer raffinierter zu ummanteln, früher mit Asbestummantelungen und heute mit gegen Feuer imprägnierten Kunststoffmaterialien, die jedoch massiven Bränden auch nur begrenzte Zeit standhalten können. Bei massiven Holzwänden und Massivholzmauern kommt dazu, dass auch die Gefahr der Selbstentzündung von z.B. Tapeten oder Vorhängen auf der anderen Wandseite stark herab gesetzt ist. So kann ein Brand nicht oder nur schwer von einem Raum auf den anderen übergreifen und sich nicht, wie es sonst häufig vorkommt, durch Selbstentzündung von Tapeten, Vorhängen in dem Feuer abgewandten Räumen ausbreiten.
  • Keine giftigen Gase im Brandfall. Bei natürlichem Holz entstehen keine giftigen Gase im Brandfall. Im Brandfall haben Holzprodukte eine deutlich geringere Rauchentwicklung als z.B. Kunststoffe und brennen auch nicht tropfend ab. Bei Bränden in Holzhäusern mit Holzfenstern und Holzböden usw. ist die Gefahr einer Rauchgasvergiftung weit geringer als z.B. beim Abbrand von Kunststoffen. Beim Abbrand von PVC beispielsweise können giftige Gase entstehen, das ist gesundheitsgefährdend bei und noch nach einem Brand.

Beispiel 2: Brandverhalten von Kunststoffprodukten

  • Brandstoffklasse: leicht entflammbar, brennendes Abtropfen.
  • Brandverhalten von Kunststoffprodukten an der Gebäudehülle. Im Brandfall schmelzen Kunststoffprodukte und tropfen gegebenenfalls auch brennend ab. Abtropfende brennende Kunststoffe können nur schwer gelöscht werden. In letzter Zeit häufen sich die Fernsehberichte von brennenden EPS gedämmten Fassaden. Von Feuerwehrleuten kam hier oft die Aussage „es ist als würde man in ein Feuer Erdöl gießen“. Viele Bundesländer reagieren mit Verschärfung der Vorschriften indem z.B. bei Neubauten von mehrstöckigen Häusern bei Kunststoffdämmungen verstärkt sogenannte Brandriegelbänder aus Mineralwolle eingefügt werden müssen. Ob dies allerdings in der Praxis ausreichen wird, die extrem schnelle Ausbreitug von Kunststoffbefeuerten Bränden an Gebäudehüllen aufzuhalten ist in der Praxis noch unklar.Zudem gilt dies nur für Neubauten nicht für Altbauten oder Sanierungsbau, denn ein Nachrüsten wäre hier viel zu teuer (einen Bericht darüber aus dem NDR Fernsehen mit Aussagen von Feurerwehrleuten gibt es auf http://www.holz-von-hier.de/mediathek).
  •  Steigerung der Brandlast durch viele Kunststoffprodukte im Gebäudeinneren. Wir vergessen aber oft, dass wir auch im Inneren unserer Häuser heute unglaublich viele Kunststoffprodukte haben. Auch Böden aus Kunststoffen können daher eine erhebliche Steigerung der maßgeblichen Brandlast ergeben. Was oft nicht von Anfang an, auch nicht in der Gebäudeplanung, berücksichtigt wird. Dies ist auch dann der Fall wenn oder obwohl heute nahezu alle Kunststoffprodukte im Baubereich mit Flammschutzmitteln versehen sind.
  • Gesundheitsgefahren durch giftige Gase beim Abbband. Das Problem ist hier zudem, dass bei Brand von Kunststoffen sehr dichter beißender und hochgiftiger Rauch entsteht, der die Orientierung und damit die Fluchtgeschwindigkeit gerade in öffentlichen Gebäuden mit Personengruppen erschwert, die sich selbst schwer orientieren und organisieren können (z.B. Schulen, Kindergärten, Seniorenheime, Krankenhäuser usw.). Bei der Verbrennung von Kunststoffen und besonders PVC Produkten in den Gebäuden entstehen neben Kohlenmonoxid und Stickstoffoxiden auch hochgiftige Chlorwasserstoffe und Dioxine sowie ggf. auch hochgiftige und kanzerogene polykondensierte Aromate (z.B. Pyrene und Chrysene). Auch und gerade die heute noch meist verwendeten bromhaltigen Flammschutzmittel (z.B. HBCD) spalten bei der Verbrennung hochgiftige Dibenzodioxine/-furane ab. Eine weitere Gefahr geht von schwermetallhaltigen Stabilisatoren (z.B. Blei) aus.

Brandklassen von Baustoffen

Im Gebäudebau und der Planung ist nach den heutigen Vorschriften sehr viel ausgerichtet an den Brandstoffklassen der Baustoffe. Sie bestimmen die Planung und Ausschreibung wesentlich mit. Das Brandverhalten eines Baustoffes wird dabei nach DIN EN 13501-1 in folgende Brandklassen eingeteilt:

  • A1: nichtbrennbar ohne Anteile von brennbaren Baustoffen (mit: keine Rauchentwicklung, kein brennendes Abtropfen/Abfallen).
  • A2 – s1 d0: nichtbrennbar mit Anteilen von brennbaren Baustoffen (mit: keine Rauchentwicklung, kein brennendes Abtropfen/Abfallen).
  • B1, C-s1 d0: schwerentflammbar (mit keine Rauchentwicklung, kein brennendes Abtropfen/Abfallen).
  • A2, B1, C – s2 d0: schwerentflammbar (mit: kein brennendes Abtropfen/Abfallen).
  • A2, B2, C – s3 d0: normalentflammbar (mit: keine Rauchentwicklung).
  • A2, B2, C – s1 d1: : normalentflammbar (mit: kein brennendes Abtropfen/Abfallen).
  • A2, B3, C – s1 d2 / A2, B, C – s3 d2 / D – s1 d0 / D – s2 d0: leicht entflammbar (brennendes Abtropfen, Abfallen).

Bis hin zur Baustoffklasse B1 (schwer entflammbar) gelten Baustoffe als selbstverlöschend. Ab Baustoffklasse B2 (normalentflammbar) und B3 (leichtentflammbar) unterhält der Brand sich selbst, auch wenn die Brandursache entfällt. Entscheidend ist hierbei für die Sicherheit im Brandfall, dass Baustoffe nach B1 als selbstverlöschend gelten, während sich bei Baustoffen nach B2 und darunter der Brand selbst erhält, auch wenn die Brandursache entfällt (z.B. abtropfendes Weiterbrennen).


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Baustoffe: „MDF Platte für Innenausbau“

 5- Südosten
Bild: Holzfaserdämmplatten gehören heute bei modernen Bauten zur gängigen Baustoffausrüstung.

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MDF Platten für den Innenausbau: Informationen zu Vorketten, Nutzungsphase, Nachnutzung

Einleitendes

Die Produktion von Holzplatten weltweit. Weltweit werden 268,8 Millionen m3 Holz basierte Plattenwerkstoffe produziert und 263,7 Millionen m3 verarbeitet. Die 3 Weltregionen mit der größten Produktion an Holzplatten sind Asien, Europa und Nord Amerika (FAO aktueller Weltwaldbericht, 2011). Weltweit produzieren 15 Länder 80% der holzbasierten Plattenwerkstoffe und sie verbrauchen auch 75% dieser Holzplatten. Eine „Über“-Produktion bei hohen Exporten aber kaum oder verhältnismäßig wenig Importen von Holzplatten findet vor allem in Asien und Lateinamerika statt. Auf Länderebene rangieren hier China mit 7,6 Mio. m3, Polen mit 6,2 Mio. m³ und Malaysia mit 5,4 Mio. m³ auf den ersten Plätzen. Ein Mehrbedarf bei hohen Importen, aber kaum Exporten besteht vor allem in Nord-Amerika. Hier ist es vor allem die USA mit 6,7 Mio. m³ Mehrbedarf.

Die Produktion von Holzplatten in Europa. Die Produktion liegt bei ca. 78 Mio. m3 und der Verbrauch bei ca. 77 Mio. m3. Die 15 Länder Europas mit der größten Produktion an Holzplatten produzieren zusammen etwa 86% der gesamten Holzplatten in Europa und verbrauchen 72% davon selbst. Die größten Produzenten für Holzplatten sind (1) Deutschland (Nr.1), (2) Russland, (3) Polen, (4) Frankreich und (5) Italien. Die fünf größten Konsumenten für Holzplatten in Europa sind (1) Deutschland, (2) Russland, (3) Italien, (4) England und (5) Frankreich.

Quantitativ vermeidbare Stoffströme in Europa. Deutschland hat die europaweit mit Abstand größten vermeidbaren Stoffströme und so auch Transporte bei Plattenwerkstoffen. Die vermeidbaren Stoffströme der 15 größten Produktionsländer Europas liegen bei ca. 33 Mio. m3 Holzplatten, 32% davon Deutschland. Die größte „Über-“Produktion beim Platten haben Polen (6,2 Mio. m3), Deutschland (3,5 Mio. m³), Österreich (2,9 Mio. m³). Den größten Mehrbedarf an Platten haben England mit 2,9 Mio. m³ und Italien mit 1,6 Mio. m³.

Vorketten – Rohstoffe

  • Grundrohstoffe im Produkt. Holzfaserdämmstoffplatten (MDF, HDF, DHF, DFF) bestehen aus: Holzfasern 82 – 86%, Wasser 5-7%, PMDI-Leim oder UF-Leim (Harnstoffharz) 4 – 11%, Parafinemulsion < 1%. Bei beschichteten Platten kommen noch Additive wie (z.B. Melaminformaldehydharz) und ggf. Dekopapiere hinzu.
  • Rohstoffgewinnung, Zwischenprodukte, Halbwaren. Grundrohstoff ist Rundholz aus dem Wald (sog. Industrieholz) sowie Hackschnitzel die von der Holzindustrie zu Dämmstoffen verarbeitet werden.
  • Reichweite. Holz das aus nachhaltiger Waldwirtschaft stammt ist prinzipiell dauerhaft verfügbar, denn es wird nicht mehr Holz entnommen als nachwächst. Holz das aus Primärwäldern also tropischen und borealen Urwäldern stammt sollte aus Klima- und Umweltschutzgründen nicht verwendet werden. Infos zu (1) Nachhaltiger Forstwirtschaft, (2) Raubbau, (3) Primärwäldern und (4) Ländern mit Primärwäldern und hohem Raubbaurisiko finden sich im Infoteil.

Vorketten – Transporte

  • „Die Bedeutung der Transporte für die Ökobilanz von Produkten wird heute systemisch unterschätzt“ (Holz von Hier). Standarddatensätze aus Ökobilanzen (EPD) rechnen im Grunde produktunabhängig mit 50 bis 350 km für die Vorketten (wissenschaftliche Studien rechnen mit 75-200 km IBU bis 562 km Thünen Institut die Vorketten vom Holzfaserplatten). So werden die Transporte in ihrer Klima- und Umweltwirkung meist stark unterschätzt.
  • Ohne Stoffstromnachweise können im Bau und Innenausbau eingesetzte Produkte tausende von Transportkilometern zurückgelegt haben. Holzfaserplatten ohne Herkunftsnachweise wie „HOLZ VON HIER“ können sehr viele Transportkilometer im Stoffstrom zurückgelegt haben und das obwohl der Rohstoff an sich sehr regional zu beziehen wäre, denn der Markt für Holzplatten ist international.

Nutzungsphase

  • Gesundheit. In Deutschland hergestellte Holzdämmstoffe halten die gesetzlichen Vorgaben zu Formaldehyden, VOC und Eluaten ein. Gesundheitsrelevante Emissionen können nur aus dem verwendeten Bindemitteln bzw. Härtern stammen. Info „Formaldehyde, VOC, PCP und CO – was ist relevant bei Holzprodukten“.
  • REACH-RISK. Ein Risiko für gesundheitsgefährliche Substanzen in den Platten bei deutscher und europäischer Produktion ist nicht gegeben bzw. gering. MDI und PMDI Leime sind nicht REACH gelistet. Importplatten aus anderen Weltregionen können jedoch auch andere Leime usw. enthalten. Bei Platten ist es daher immer sinnvoll auf die deutsche bzw. europäische Herkunft zu achten, bzw. auf einen Herkunftsnachweis wie Holz von Hier, denn in Deutschland und Europa gelten im Vergleich zu anderen Weltregionen sehr strenge Gesundheitsauflagen an die Produktion.
  • Sicherheit – Verhalten im Brandfall. Sicherheit. Holzdämmstoffe können brennen, ja, aber Holzdämmstoffe nach DIN werden in der Regel in die Brandstoffklasse B1 (schwerentflammbar) eingeteilt. Entscheidend ist hierbei für die Sicherheit im Brandfall, dass Baustoffe nach B1 als selbst verlöschend gelten, während sich bei Baustoffen nach B2 und darunter der Brand selbst erhält, auch wenn die Brandursache entfällt (z.B. abtropfendes Weiterbrennen). Eine Verkohlungsschicht verhindert bei Holzdämmstoffen im Brandfall das schnelle Durchbrennen und hemmt so die Ausbreitung des Feuers, so können höchste Brandschutzanforderungen bis F90 B / REI 90 errichtet werden. Im Brandfall haben Holzdämmstoffe eine deutlich geringere Rauchentwicklung als andere Dämmstoffe (z.B. Kunststoffdämmstoffe) und brennen auch nicht tropfend ab.
  • Haltbarkeit. Die Haltbarkeit von Dämmstoffen aller Art wird laut BNB wie folgt angegeben: als Schäume/Filze/Einblasware: > 50 Jahre, als Platten: 40 Jahre. Hierbei wird vom BNB kein Materialunterschied in der Haltbarkeit gesehen.
  • Strapazierfähigkeit, Pflege, Reparaturfreundlichkeit. Holfaserdämmstoffe sind an defekten Stellen vergleichsweise einfach und ungefährlich austauschbar.

Nachnutzung – Ist Stand und Potentiale

  • Holzprodukte können je nach Verwendung (unbehandelt, mit Farben, Lacken oder Leimen) wiederwerwendet werden oder recycelt werden.
  • Holzprodukte werden nach ihrer Nutzung heute in Altholzkategorien AI (unbelastet) bis AIV (belastet) eingeteilt und in Deutschland thermisch verwertet oder das Altholz exportiert. AI und AII Althölzer sind heute europaweit bereits wertvolle Ersatzbrennstoffe für Öl und Gas und haben absolut nichts mit Entsorgung zu tun, sie werden im Gegenteil vielfach in regionalen Biomasseheiz(kraft)werken genutzt. Altholz wird weltweit auch stofflich genutzt z.B. in Holzplatten. Dies verbietet in Deutschland jedoch die deutsche Altholzverordnung und in Deutschland hergestellte Holzplatten könnten aber dürfen nicht Altholz enthalten. Allerdings verbietet die Verordnung nicht, dass Holzplatten mit bis zu 100% Altholzanteil nach Deutschland importiert und hier im Bau eingesetzt werden. Entsorgung von Altholz in der Müllverbrennung oder der Deponien gibt es heute quasi nicht mehr. Technisch gängige Verwertungswege für Altholz im stofflichen Recycling, die in anderen Ländern umfangreich genutzt werden, sind in Deutschland durch die deutsche Altholzverordnung ausgeschlossen.

Umwelt und Qualitätssiegel

  • HOLZ VON HIER Label für besonders klima- und umweltfreundliche Holzprodukte mit Holz der kurzen Wege aus nachhaltiger Waldwirtschaft inklusive Herkunftsnachweis und Ökobilanz. Holz von Hier ist ein Klima- und Umweltlabel und hat deshalb keine eigenen Kriterien für die nachhaltige Forstwirtschaft entwickelt, sondern verlangt Nachweise wie FM-Zertifikate nach FSC oder PEFC oder vergleichbar. (Deutschland hat weltweit gesehen sehr strenge Waldgesetze und eine seit Jahrhunderten nachhaltige Forstwirtschaft. In Deutschland sind mehr als 70% der Waldflächen, nahezu alle für den Markt bewirtschafteten Flächen mit Ausnahme von Kleinstflächen für den Eigenbedarf oder Flächen mit besonderen Vorrangfunktionen, zusätzlich nach den beiden Labeln FSC und PEFC zertifiziert).
  • FSC und PEFC Label, die weltweit die nachhaltige Waldbewirtschaftung nach den jeweiligen Kriterien von FSC und PEFC nachweisen.
  • EPD sind keine Umweltlabel.


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Baustoffe: „OSB Platte“

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Bild: OSB Platten kommen typischerweise als wandbildende Elemente im Holzrahmenbau vor, aber auch im Inennausbau für tragende Wände, Decken, Böden und anderes. (Bild: HvH zur Verfügung gestellt).

Begleittexte zur Produktumweltampel und Holzinfomeile
Mehr Infos unter http://www.holz-von-hier.de
http://www.holz-von-hier.de/produktumweltampel-app/

OSB Platten: Informationen zu Vorketten, Nutzungsphase, Nachnutzung

Einleitendes

Die Produktion von Holzplatten weltweit. Weltweit werden 268,8 Millionen m3 Holz basierte Plattenwerkstoffe produziert und 263,7 Millionen m3 verarbeitet. Die 3 Weltregionen mit der größten Produktion an Holzplatten sind Asien, Europa und Nord Amerika (FAO aktueller Weltwaldbericht, 2011). Weltweit produzieren 15 Länder 80% der holzbasierten Plattenwerkstoffe und sie verbrauchen auch 75% dieser Holzplatten. Eine „Über“-Produktion bei hohen Exporten aber kaum oder verhältnismäßig wenig Importen von Holzplatten findet vor allem in Asien und Lateinamerika statt. Auf Länderebene rangieren hier China mit 7,6 Mio. m3, Polen mit 6,2 Mio. m³ und Malaysia mit 5,4 Mio. m³ auf den ersten Plätzen. Ein Mehrbedarf bei hohen Importen, aber kaum Exporten besteht vor allem in Nord-Amerika. Hier ist es vor allem die USA mit 6,7 Mio. m³ Mehrbedarf.

Die Produktion von Holzplatten in Europa. Die Produktion liegt bei ca. 78 Mio. m3 und der Verbrauch bei ca. 77 Mio. m3. Die 15 Länder Europas mit der größten Produktion an Holzplatten produzieren zusammen etwa 86% der gesamten Holzplatten in Europa und verbrauchen 72% davon selbst. Die größten Produzenten für Holzplatten sind (1) Deutschland (Nr.1), (2) Russland, (3) Polen, (4) Frankreich und (5) Italien. Die fünf größten Konsumenten für Holzplatten in Europa sind (1) Deutschland, (2) Russland, (3) Italien, (4) England und (5) Frankreich.

Quantitativ vermeidbare Stoffströme in Europa. Deutschland hat die europaweit mit Abstand größten vermeidbaren Stoffströme und so auch Transporte bei Plattenwerkstoffen. Die vermeidbaren Stoffströme der 15 größten Produktionsländer Europas liegen bei ca. 33 Mio. m3 Holzplatten, 32% davon Deutschland. Die größte „Über-“Produktion beim Platten haben Polen (6,2 Mio. m3), Deutschland (3,5 Mio. m³), Österreich (2,9 Mio. m³). Den größten Mehrbedarf an Platten haben England mit 2,9 Mio. m³ und Italien mit 1,6 Mio. m³.

 

Vorketten – Rohstoffe

  • Grundrohstoffe im Produkt. OSB Platten enthalten: entrindetes Nadelholz aus Durchforstung (Fichte, Kiefer), MUF-Leim (Melamin-Harnstoff-Formaldehydharze), PMDI-Leim (PUR) (Diphenylmethan, Diisocyanat)- Umwandlung bei der Herstellung in PUR-Polyurethan.
  • Rohstoffgewinnung, Zwischenprodukte, Halbwaren. (1) Holz. Holz aus heimischen Wäldern ist Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Deutsche Wälder werden seit Jahrhunderten nachhaltig bewirtschaftet die nachhaltige Forstwirtschaft ist hier im Waldgesetz verankert. Nahezu alle unsere bewirtschafteten Waldflächen sind zusätzlich mit Nachhaltigkeitslabeln für den Forst zertifiziert (FSC und PEFC). Das ist nicht überall auf der Welt so, beispielsweise in Asien, Lateinamerika und Afrika sind nur etwa 1-5% der Waldflächen mit solchen Nachhaltigkeitslabeln zertifiziert. Bei Importen ohne solche Waldlabel ist, je nach Herkunftsland die Raubbaugefahr hoch. In Deutschland gibt es keinen Raubbau an Wäldern. Der Herkunftsnachweis des Klima- und Umweltlabels HOLZ VON HIER ist Due Diligence konform und Eingangsvoraussetzung für Rundholz in den HOLZ VON HIER Stoffstromnachweis ist, dass das Holz aus nachhaltiger Waldwirtschaft stammt (nachgewiesen mit FM-Zertifikat von FSC, PEFC oder vergleichbar).
  • Reichweite. Holz das aus nachhaltiger Waldwirtschaft stammt ist prinzipiell dauerhaft verfügbar, denn es wird nicht mehr Holz entnommen als nachwächst. Holz das aus Raubbau stammt sollte aus Klima- und Umweltschutzgründen nicht verwendet werden (die „Reichweite“ richtet sich nach den Vorkommen in Ländern mit Primärwäldern, v.a. in den Tropen wie Asien, Lateinamerika, Afrika und den borealen Waldgebieten wie z.B. Sibirien, Kanada usw.).

Vorketten – Transporte

  • „Die Bedeutung der Transporte für die Ökobilanz von Produkten wird heute systemisch unterschätzt“ (Holz von Hier). Standarddatensätze aus Ökobilanzen (EPD) rechnen im Grunde produktunabhängig mit 50 bis 350 km für die Vorketten (wissenschaftliche Studien rechnen bei deutscher Produktion für OSB Platten mit 50 – 136 km, Thünen Institut, IBU). So werden die Transporte in ihrer Klima- und Umweltwirkung meist stark unterschätzt.
  • Ohne Stoffstromnachweise können im Bau und Innenausbau eingesetzte Produkte tausende von Transportkilometern zurückgelegt haben. Dies soll anhand von Stoffstromindizien aufgezeigt werden. Beispiel VORPRODUKTE: die Warenströme bei Rundholz, Schnittholz, Hobelware sind heute global und ohne Herkunftsnachweis (z.B. „Holz von Hier“) kann man auch beim Holz nicht automatisch davon ausgehen, dass es aus „kurzen Wegen“ stammt (Info pdf „Holzmarkt weltweit“). Beispiel PRODUKT DIELEN: Dielen werden in Deutschland hergestellt aber auch importiert, teilweise mit Hölzern unbekannter Herkunft oder möglicherweise sogar aus Raubbau. Dielen mit dem Label „HOLZ VON HIER“ Label zeichnet besonders klima- und umweltfreundliche Produkte der kurzen Wege, mit Rundholz aus heimischen nachhaltig bewirtschafteten Wäldern aus.

Nutzungsphase

  • Gesundheit. In Deutschland hergestellte und verleimte Holzprodukte enthalten keine gesundheitsgefährlichen Substanzen. Potentiell gesundheitsgefährliche Substanzen könnten nur aus dem verwendeten Bindemitteln bzw. Härtern stammen. Bei in Deutschland hergestellten OSB-Platten liegen gemessene Formaldehydwerte bei 0 – 6,4 mg HCHO/100 g (Werte aus EPD). Info „Formaldehyde, VOC, PCP und CO – was ist relevant bei Holzprodukten“.
  • REACH-RISK. Ein Risiko für gesundheistgefährliche Substanzen in den Plattenbei deustcher und Europäishcer produktiion ist nihct gegeben. MDI und PMDI Leime sind nicht REACH gelistet. Importplatten aus anderen Weltregionen können jedoch auch andere Leime usw. enthalten. Bei Platten ist es daher immer sinnvoll auf die deutsche bzw. europäische Herkunft zu achten, bzw. auf einen Herkunftsnachweis wie Holz von Hier, denn in Deutschland und Europa gelten im Vergleich zu anderen Weltregionen sehr strenge Gesundheitsauflagen an die Produktion.
  • Sicherheit – Verhalten im Brandfall. Sicherheit. Holz brennt, jedoch wird bei massivem Holz durch die Verkohlungen um den Brandherd die Abbrandgeschwindigkeit stark verringert. Nach der Projektdatenbank wecobis des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung und der Bayerischen Architektenkammer sind Naturmaterialien wie Holz und Stein sowohl in der Nutzungsphase wie auch im Brandfall optimal gesundheitsverträglich. Bei Brand entstehen die üblichen Brandgase allerdings ohne hochtoxische Stoffe wie z.B. bei Kunststoffbränden.
  • Haltbarkeit. Die Haltbarkeit der meisten Holzprodukte wird nach BNB mit der höchsten Haltbarkeitsstufe >50 Jahre eingestuft. In der Regel ist die Haltbarkeit von Holzprodukten im Innenbereich deutlich länger.
  • Strapazierfähigkeit, Pflege, Reparaturfreundlichkeit. Die Strapazierfähigkeit von massiven Holzprodukten und Holzplatten ist hoch. Die die Reparaturfreundlichkeit oder modulare Austauschbarkeit ist prinzipiell gegeben hängt jedoch von Produktdesign bzw. der Befestigungsart ab.

Nachnutzung – Ist Stand und Potentiale

  • Holzprodukte können je nach Verwendung (unbehandelt, mit Farben, Lacken oder Leimen) wiederwerwendet werden oder recycelt werden.
  • Holzprodukte werden nach ihrer Nutzung heute in Altholzkategorien AI (unbelastet) bis AIV (belastet) eingeteilt und in Deutschland thermisch verwertet oder das Altholz exportiert. AI und AII Althölzer sind heute europaweit bereits wertvolle Ersatzbrennstoffe für Öl und Gas und haben absolut nichts mit Entsorgung zu tun, sie werden im Gegenteil vielfach in regionalen Biomasseheiz(kraft)werken genutzt. Altholz wird weltweit auch stofflich genutzt z.B. in Holzplatten. Dies verbietet in Deutschland jedoch die deutsche Altholzverordnung und in Deutschland hergestellte Holzplatten könnten aber dürfen nicht Altholz enthalten. Allerdings verbietet die Verordnung nicht, dass Holzplatten mit bis zu 100% Altholzanteil nach Deutschland importiert und hier im Bau eingesetzt werden. Entsorgung von Altholz in der Müllverbrennung oder der Deponien gibt es heute quasi nicht mehr. Technisch gängige Verwertungswege für Altholz im stofflichen Recycling, die in anderen Ländern umfangreich genutzt werden, sind in Deutschland durch die deutsche Altholzverordnung ausgeschlossen.

Umwelt und Qualitätssiegel

  • HOLZ VON HIER Label für besonders klima- und umweltfreundliche Holzprodukte mit Holz der kurzen Wege aus nachhaltiger Waldwirtschaft inklusive Herkunftsnachweis und Ökobilanz. Holz von Hier ist ein Klima- und Umweltlabel und hat deshalb keine eigenen Kriterien für die nachhaltige Forstwirtschaft entwickelt, sondern verlangt Nachweise wie FM-Zertifikate nach FSC oder PEFC oder vergleichbar. (Deutschland hat weltweit gesehen sehr strenge Waldgesetze und eine seit Jahrhunderten nachhaltige Forstwirtschaft. In Deutschland sind mehr als 70% der Waldflächen, nahezu alle für den Markt bewirtschafteten Flächen mit Ausnahme von Kleinstflächen für den Eigenbedarf oder Flächen mit besonderen Vorrangfunktionen, zusätzlich nach den beiden Labeln FSC und PEFC zertifiziert).
  • FSC und PEFC Label, die weltweit die nachhaltige Waldbewirtschaftung nach den jeweiligen Kriterien von FSC und PEFC nachweisen.
  • EPD sind keine Umweltlabel.


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Baustoffe: „Brettsperrholz-Zwischenwände“

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Bild: Brettsperrholz und Kreuzlagenholzwände mit Schnittholz heimischer Sägewerke eignen sich für Innen- und Außenwände. (Bild: HvH zur Verfügung gestellt).

Begleittexte zur Produktumweltampel und Holzinfomeile
Mehr Infos unter http://www.holz-von-hier.de
http://www.holz-von-hier.de/produktumweltampel-app/

Brettsperrholz-Zwischenwände: Informationen zu Vorketten, Nutzungsphase, Nachnutzung

Einleitendes

Brettsperrholzwände werden aus Schnittholz hergestellt, das verleimt (seltener gedübelt oder genagelt) wird um so Wandstärken unterschiedlichster Dicken herzustellen. Die größeren Wandstärken, aus massiven Holzwänden, werden für Außenwände eingesetzt, die schlankeren Wandstärken werden auch als tragende Innenwände genutzt. Brettsperrholz und Kreuzlagenholzwände eignen sich für Innen- und Außenwände. Schnittholz (bzw. bei Kreuzlagenholz auch dickere Balken) aus dem heimischen Sägewerken werden hierzu verleimt. Die Wände sind schnell aufgestellt und können die Bauzeiten deutlich verkürzen. Selbst die Leitunen für Strom und Wasser lassen sich bereits vorab einplanen und mit CNC punktgenau einfräsen. Die massiven Holzwände können unterschiedlich weiterbehandelt werden, also einfach gestrichen, verschalt, verputzt oder anderes und selbst roh sehen sie – wer es so pur mag – schön aus.

Vorketten – Rohstoffe

  • Grundrohstoffe im Produkt. Brettschichtholz besteht aus miteinander verklebten Bretten aus Nadelholz und Bindemitteln (Kleber), meist Melamin-Harnstoff-Formaldehyd (2,2%), Phenol-Resorzin (0,3%) und Polyurethan (0,01%).
  • Rohstoffgewinnung, Zwischenprodukte, Halbwaren. (1) Holz. Holz aus heimischen Wäldern ist Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Deutsche Wälder werden seit Jahrhunderten nachhaltig bewirtschaftet die nachhaltige Forstwirtschaft ist hier im Waldgesetz verankert. Nahezu alle unsere bewirtschafteten Waldflächen sind zusätzlich mit Nachhaltigkeitslabeln für den Forst zertifiziert (FSC und PEFC). Das ist nicht überall auf der Welt so, beispielsweise in Asien, Lateinamerika und Afrika sind nur etwa 1-5% der Waldflächen mit solchen Nachhaltigkeitslabeln zertifiziert. Bei Importen ohne solche Waldlabel ist, je nach Herkunftsland die Raubbaugefahr hoch. In Deutschland gibt es keinen Raubbau an Wäldern. Der Herkunftsnachweis des Klima- und Umweltlabels HOLZ VON HIER ist Due Diligence konform und Eingangsvoraussetzung für Rundholz in den HOLZ VON HIER Stoffstromnachweis ist, dass das Holz aus nachhaltiger Waldwirtschaft stammt (nachgewiesen mit FM-Zertifikat von FSC, PEFC oder vergleichbar).
  • Reichweite. Holz das aus nachhaltiger Waldwirtschaft stammt ist prinzipiell dauerhaft verfügbar, denn es wird nicht mehr Holz entnommen als nachwächst. Holz das aus Raubbau stammt sollte aus Klima- und Umweltschutzgründen nicht verwendet werden (die „Reichweite“ richtet sich nach den Vorkommen in Ländern mit Primärwäldern, v.a. in den Tropen wie Asien, Lateinamerika, Afrika und den borealen Waldgebieten wie z.B. Sibirien, Kanada usw.).

Vorketten – Transporte

  • „Die Bedeutung der Transporte für die Ökobilanz von Produkten wird heute systemisch unterschätzt“ (Holz von Hier). Standarddatensätze aus Ökobilanzen (EPD) rechnen im Grunde produktunabhängig mit 50 bis 350 km für die Vorketten. So werden die Transporte in ihrer Klima- und Umweltwirkung meist stark unterschätzt.
  • Ohne Stoffstromnachweise können im Bau und Innenausbau eingesetzte Produkte tausende von Transportkilometern zurückgelegt haben. Dies soll anhand von Stoffstromindizien aufgezeigt werden. (1) Beispiel VORPRODUKTE: die Warenströme bei Rundholz, Schnittholz sind heute global und ohne Herkunftsnachweis (z.B. „Holz von Hier“) kann man auch beim Holz nicht automatisch davon ausgehen, dass es aus „kurzen Wegen“ stammt. (2) Beispiel PRODUKT BRETTSPERRHOLZ: Brettsperrholz wird in Deutschland hergestellt aber auch importiert, teilweise mit Hölzern unbekannter Herkunft oder möglicherweise sogar aus Raubbau. Holz mit dem Label „HOLZ VON HIER“ Label zeichnet besonders klima- und umweltfreundliche Produkte der kurzen Wege, mit Holz aus heimischen nachhaltig bewirtschafteten Wäldern aus.

Nutzungsphase

  • Gesundheit. In Deutschland hergestellte Holzprodukte enthalten keine gesundheitsgefährlichen Substanzen. Potentiell gesundheitsgefährliche Substanzen könnten nur aus dem verwendeten Bindemitteln bzw. Härtern stammen. Info „Formaldehyde, VOC, PCP und CO – was ist relevant bei Holzprodukten“.
  • REACH-RISK. Ein Risko für Gesnheistgefährliche Subnstanezn im Produket ist bei deutscher bzw. europäischer Herstellung nicht gegeben. MDI und PMDI Leime, die vielfach verwendet werden, sind nicht REACH gelistet.
  • Sicherheit – Verhalten im Brandfall. Holz brennt, jedoch wird bei massivem Holz durch die Verkohlungen um den Brandherd die Abbrandgeschwindigkeit stark verringert. Nach der Projektdatenbank wecobis des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung und der Bayerischen Architektenkammer sind Naturmaterialien wie Holz und Stein sowohl in der Nutzungsphase wie auch im Brandfall optimal gesundheitsverträglich. Bei Brand entstehen die üblichen Brandgase allerdings ohne hochtoxische Stoffe wie z.B. bei Kunststoffbränden.
  • Haltbarkeit. Die Haltbarkeit der meisten Holzprodukte wird nach BNB mit der höchsten Haltbarkeitsstufe >50 Jahre eingestuft. In der Regel ist die Haltbarkeit von Holzprodukten im Innenbereich deutlich länger.
  • Strapazierfähigkeit, Pflege, Reparaturfreundlichkeit. Die Strapazierfähigkeit von massiven Holzprodukten und Holzplatten ist hoch. Die die Reparaturfreundlichkeit oder modulare Austauschbarkeit ist prinzipiell gegeben hängt jedoch von Produktdesign bzw. der Befestigungsart ab.

Nachnutzung – Ist Stand und Potentiale

  • Holzprodukte können je nach Verwendung (unbehandelt, mit Farben, Lacken oder Leimen) wiederwerwendet werden oder recycelt werden.
  • Gerade die Weiterverwendung von Massiven Holzmauern ist gut möglich, jedoch selten nötg da diese Wände sehr lange halten und sich an Wohnansprüche (modulare Erweiterbarkeit, Reperaturfähigkeit, gute Bearbeitbarkeot wie z.B. zum Einfügen neuer Raumteilertüren usw) gut anpassen können.
  • Holzprodukte werden generell nach ihrer Nutzung heute in Altholzkategorien AI (unbelastet) bis AIV (belastet) eingeteilt und stofflich oder thermisch verwertet oder das Altholz exportiert. AI und AII Althölzer sind heute europaweit bereits wertvolle Ersatzbrennstoffe für Öl und Gas und haben absolut nichts mit Entsorgung zu tun, sie werden im Gegenteil vielfach in regionalen Biomasseheiz(kraft)werken genutzt. Altholz wird weltweit auch stofflich genutzt z.B. in Holzplatten. Dies verbietet in Deutschland jedoch die deutsche Altholzverordnung und in Deutschland hergestellte Holzplatten könnten aber dürfen nicht Altholz enthalten. Allerdings verbietet die Verordnung nicht, dass Holzplatten mit bis zu 100% Altholzanteil nach Deutschland importiert und hier im Bau eingesetzt werden. Entsorgung von Altholz in der Müllverbrennung oder der Deponien gibt es heute quasi nicht mehr. Technisch gängige Verwertungswege für Altholz im stofflichen Recycling, die in anderen Ländern umfangreich genutzt werden, sind in Deutschland durch die deutsche Altholzverordnung ausgeschlossen.

Umwelt und Qualitätssiegel

  • HOLZ VON HIER Label für besonders klima- und umweltfreundliche Holzprodukte mit Holz der kurzen Wege aus nachhaltiger Waldwirtschaft inklusive Herkunftsnachweis und Ökobilanz. Holz von Hier ist ein Klima- und Umweltlabel und hat deshalb keine eigenen Kriterien für die nachhaltige Forstwirtschaft entwickelt, sondern verlangt Nachweise wie FM-Zertifikate nach FSC oder PEFC oder vergleichbar. (Deutschland hat weltweit gesehen sehr strenge Waldgesetze und eine seit Jahrhunderten nachhaltige Forstwirtschaft. In Deutschland sind mehr als 70% der Waldflächen, nahezu alle für den Markt bewirtschafteten Flächen mit Ausnahme von Kleinstflächen für den Eigenbedarf oder Flächen mit besonderen Vorrangfunktionen, zusätzlich nach den beiden Labeln FSC und PEFC zertifiziert).
  • FSC und PEFC Label, die weltweit die nachhaltige Waldbewirtschaftung nach den jeweiligen Kriterien von FSC und PEFC nachweisen.
  • EPD sind keine Umweltlabel.