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„Kunststoffprodukte und problematische Stoffe“

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Bild: Traditioneller Markt in Asien. Viele Kunststoffprodukte kommen heute aus Asien. Beispielsweise ist China zu einem der Hauptproduktionsländer für Kunststoff-Granulate geworden, die dann in Europa zu Kunststoffprodukten auch für den Baubereich weiterverarbeitet werden. (Bild B&S).

Kunststoffprodukte und potentielle Gesundheitsgefahren im täglichen Gebrauch

Gesundheitsrisiken im täglichen Gebrauch sind bei einigen Kunststoffen bereits durch den Kunststoff an sich gegeben. Beispielsweise PVC (Polyvinylchlorid) wird vielfach selbst als Krebs erzeugend und erbgutverändernd beschreiben. Kunststoffprodukte enthalten aber zudem teilweise hohe Konzentrationen an Weichmachern, Stabilisatoren, Pigmente, Flammschutzmittel und weitere Additive.

Kunststoffprodukte aus Deutscher Produktion müssen jedoch, anders als Importwaren, die bei uns geltenden Grenzwerte zu Formaldehyden, VOC und kanzerogene Substanzen einhalten. Bei Importprodukten sind die Vorschriften in den Herstellerländern oftmals nicht mit den hohen Standards innerhalb der EU zu vergleichen.

Kunststoffprodukte könnten potentiell eine oder mehrere REACH relevante Substanzen enthalten, etwa 5 Substanzen der REACH Verbotsliste und 41 Substanzen der REACH Kandidatenliste. Bei Weichmachern sind 2 Substanzen laut REACH Verordnung bereit Grenzwerten innerhalb der EU unterworfen und 13 Substanzen stehen auf der REACH Kandidatenliste, bei Flammschutzmitteln sind es 5 Substanzen, bei Stabilisatoren 2 und bei Treibmitteln 1 auf der REACH Kandidatenliste. Problem Weichmacher.

Prolematische Weichmacher in Kunststoffen

  • Weichmacher in Kunststoffen, die mit unserer Haut und Schleimhäuten direkt in Kontakt kommen wie z.B. PVC in Böden, Lebensmittelverpackungen, Kinderspielzeug usw., sind physiologisch generell bedenklich, denn trotz des geringen Dampfdrucks können sie über Speichel, Hautkontakt oder die Atemwege aufgenommen werden.
  • Weichmacher wie Phtalate sind Leber und Nieren schädigend, können bei Kindern entwicklungshemmend wirken und stehen im Verdacht, Krebs erzeugend zu sein. Schnuller und Spielzeug nur phtalatfrei kaufen ! Einige Phtalate (z.B. DEHP) werden als frucht- und fruchtbarkeitsschädigend eingestuft.

Problematische Flammschutzmittel in Kunststoffen

  • In Kunststoffprodukten sind heute nahezu immer Flammschutzmittel enthalten.
  • Unter anderen, das Flammschutzmittel Hexabromcyclododekan (HBCD). Dies ist z.B. auch immer noch in Kunststoffdämmstoffen enthalten. HBCD gilt als hoch kanzerogen und ist laut REACH Verordnung in der EU über 1 mg/kg im Produkt verboten. Bromhaltige Flammschutzmittel wie HBCD gelangen wahrscheinlich nur in geringen Mengen aus unbeschädigten Kunststoffen in die Umwelt, dennoch kann HBCD selbst in niedrigsten Dosen in der Umwelt kaum abgebaut werden und reichert sich in der Muttermilch und im Blut an. Deshalb gilt es als „sehr giftig für Wasserorganismen mit langfristiger Wirkung“, ist nur relativ schwer abbaubar und toxisch für aquatische Organismen mit einem sehr hohen Bioakkumulationspotenzial, das es sich auch im Grundwasser und damit im Trinkwasser anreichert. Das Umweltbudensamt empfiehlt auf Produkte die HBCD bzw. die generell kritische Flammschutzmittel enthalten zu verzichten.

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Baustoffe: „PP-PES-Textilkunststoffboden“

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Bild: Textilmuster aus Kunststofffasern. Textile Bodenbeläge bestehen meist aus Polyamidkunststoffen (Bild: B&S).

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PP-PES-Textilkunststoffboden: Informationen zu Vorketten, Nutzungsphase, Nachnutzung

Einleitendes

Gesundheitsrisiken im täglichen Gebrauch sind bei einigen Kunststoffen bereits durch den Kunststoff an sich gegeben. Kunststoffprodukte enthalten aber zudem teilweise hohe Konzentrationen an Weichmachern, Stabilisatoren, Pigmente, Flammschutzmittel und weitere Additive. Kunststoffprodukte aus Deutscher Produktion müssen jedoch, anders als Importwaren, die bei uns geltenden Grenzwerte zu Formaldehyden, VOC und kanzerogene Substanzen einhalten. Bei Importprodukten sind die Vorschriften in den Herstellerländern oftmals nicht mit den hohen Standards innerhalb der EU zu vergleichen.

Im Überblick gibt es folgende Bodenarten: (1) Textile Böden aus Kunststofffasern, (2) PVC Beläge, (3) Keramik, (4) Holzböden wie Dielen und Parkett, (5) Laminat, (6) Linoleum, (7) Kork, (8) Elastomere und (9) Sonstige wie z.B. Textile Böden aus Naturfasern (Baumwolle, Jute, Flachs, Kokos, Hanf, Sisal, Wolle, Haar, Seide). Textile Kunststoffböden haben einen Marktanteil 50% (ca. 240 Mio. m2; Tendenz: fallend). PVC Beläge: Marktanteil 10% (ca. 48 Mio. m2; Tendenz: stark fallend). Keramik: Marktanteil 15% (ca. 72 Mio. m2, Tendenz: steigend). Holzböden (Dielen, Massivparkett, Fertigparkett): Marktanteil 4% (ca. 20 Mio. m2; Tendenz: stark steigend). Laminat: Marktanteile 16% (ca. 80 Mio. m2;Tendenz: sehr stark steigend). Linoleum: Marktanteile 2% (ca. 9 Mio. m2, Tendenz: gleich bleibend). Kork: Marktanteile 1% (ca. 6,5 Mio. m2; Tendenz sehr stark steigend). Elastomere: Marktanteile 2% (ca. 6,5 Mio. m2; Tendenz: steigend). Sonstiges: Marktanteile 1% (ca. 6 Mio. m2; Tendenz: steigend).

Zum Vergleich Preisspannen ohne Verlegung (ohne Gewähr):

  • Massive Dielenböden: 30-60 €/m2
  • Massivholz-Parkett: 35-70 €m2
  • Fertigparkett höhere Qualitäten: 35-65 €/m2
  • Fertigparkett niedrige Qualitäten: 20-40 €/m2
  • Industrieparkett: 20-50 €/m2
  • Laminat: <20 – 40 €/m2.
  • Keramische Böden gibt es von <15 bis >50 (> 80) €/m2
  • Textile Synthetik Böden gibt es von <15 bis > 80 €/m2
  • PVC Böden gibt es von <15 bis > 80 €/m2

 Vorketten – Rohstoffe

  • Einleitendes. Textiler Bodenbelag aus Polyamidkunststoff (PP und PES) „Getufteter Boden“ besteht aus: Nutzschichtmaterial 100% Polyamidfasern, Trägermaterial 100% Polypropylen (PP) oder Polyester (PES), Rückenschichtung: Geweberücken aus PP oder PES.
  • Grundrohstoffe. (1) Polypropylen (PP): Öl wird zu Naphta, das zu Propen, das zu Polypropylen und das zu PP-Granulat verarbeitet. Polyester (PE): Öl wird über Erdölkraking und Ethylenglycol plus Terephtalsäure zu Polyethylenterephthalat (PET) oder metallisiertes Polyethylenterephthalat (MPET) und diverse Verarbeitungsstufen zu Polyester-Rohfolien(-Garne, u.a.) verarbeitet. (1) ERDÖL: Grundrohstoff jedes Kunststoffproduktes ist Erdöl. Erdölvorkommen legen in etwa 78 Länder der Erde (USGS) der Großteil davon jedoch mit sehr geringen Vorkommen. Die Haupterdölvorkommen die wirtschaftlich erschlossen werden können liegen in Saudi-Arabien 13,2%, Russland 12,5%, USA 10,4% und China 5% (Deutschland 0,1% der Weltvorkommen). (2) VORPRODUKTE: Erdöl wird im weltweiten Warenverkehr über zahlreiche Zwischenschritte zu den verschiedensten Kunststoffvorprodukten wie Granulate, Folien usw. verarbeitet.
  • Reichweite. Die Reichweite der Ölreserven, als Grundrohstoff aller Kunststoffprodukte, liegt bei 101 Jahren (USGS).

Vorketten – Transporte

  • „Die Bedeutung der Transporte für die Ökobilanz von Produkten wird heute systemisch unterschätzt“ (Holz von Hier). Standarddatensätze aus Ökobilanzen (EPD) rechnen im Grunde produktunabhängig mit 50 bis 350 km für die Vorketten. So werden die Transporte in ihrer Klima- und Umweltwirkung meist stark unterschätzt.
  • Ohne Stoffstromnachweise können im Bau und Innenausbau eingesetzte Produkte tausende von Transportkilometern zurückgelegt haben. Dies soll anhand von Stoffstromindizien aufgezeigt werden. (1) Beispiel Grudnrohstoff Öl. Deutschland hat 0,1% der Weltvorkommen an Erdöl und entsprechend hoch sind allein die Transporte bei diesem Grundrohstoff aller Kunststoffprodukte (z.B. aus Saudi-Arabien, Russland, USA). (2) Beispiel Vorprodukte. Erdöl wird im weltweiten Warenverkehr über zahlreiche Zwischenschritte zu PP und PES verarbeitet. (3) Beispiel Vorproduktimporte. Nach Deutschland werden jedes Jahr z.B. synthetische Spinnfasern (0,34 Mio. t), Polymere des Propylens (1,6 Mio. t) und Ethylens (2,5 Mio. t) importiert (z.B. Asien). (4) Beispiel Additive.  Flammschutzmittel, Treibgase, Stabilisatoren usw. werden weltweit hergestellt und gehandelt. (5) Beispiel Textile Kunststoffböden. Kunststoffböden werden in Deutschland und weltweit hergestellt.

Nutzungsphase

  • Gesundheit. In Deutschland hergestellte Kunststoffböden halten die gesetzlichen Vorgaben zu Formaldehyden, VOC und Eluaten ein (gemessene Werte aus EPD sind z.B. (1) Formaldehyde und Kanzerogene: k.a.; (2) VOC: TVOC-28-Tage: 300 µg/m3, SVOC-28-Tage: 30 µg/m3, VOC o. NIK-28-Tage 100 µg /m3; (3) zu Eluaten liegen meist keine Messungen vor, sie werden teils als „nicht relevant“ eingestuft, vermutlich weil man davon ausgeht, dass das Material in der Müllverbrennung entsorgt wird.
  • REACH-RISK. Kunststoffböden könnten potentiell gesundheitsgefährliche Substanzen enthalten. Kunststoffprodukte könnten potentiell eine oder mehrere REACH relevante Substanzen enthalten, es stehen (A) 5 Substanzen auf der REACH-Verbotsliste und (B) 41 Substanzen auf der REACH-Kandidatenliste. Bei Weichmachern sind (A) 2 Substanzen laut REACH-Verordnung bereit Grenzwerten innerhalb der EU unterworfen und (B) 13 Substanzen stehen auf der REACH-Kandidatenliste, bei Flammschutzmitteln sind es (B) 5 Substanzen, bei Stabilisatoren 2 und bei Treibmitteln 1 auf der REACH Kandiatenliste.
  • Anmerkungen. (1) Textile Kunststoffböden enthalten hohe Konzentrationen an „Ausrüstungen“ (Additive), hierzu gehören „Antistatika“ (z.B. Metallfasern oder Ammoniumverbindungen), „Antisoilings“ sollen die Teppichfasern länger vor Verschmutzung schützen (die Fasern werden dazu z.B. mit FCKW oder Glykolethern beschichtet), „Flammschutzmittel“ und anderes. [Anmerkung: bei v.a. fernöstlichen Teppichen aus Wolle werden Mottenschutzmittel, meist Permithrin, eingesetzt vor allem um die Qualitätssicherung der Ware während der Lagerung und dem Transport sich gewährleisten]. (2) In Kunststoffprodukten kann auch das Flammschutzmittel HBCD vorkommen. HBCD gilt als hoch kanzerogen und ist in der EU über 1 mg/kg im Produkt verboten. Bromhaltige Flammschutzmittel wie HBCD reichern sich selbst in niedrigsten Dosen in der Umwelt (z.B. Muttermilch, Blut, Grundwasser) an und können kaum abgebaut werden. HBCD gilt als „sehr giftig für Wasserorganismen mit langfristiger Wirkung“, es ist toxisch für aquatische Organismen mit einem sehr hohen Bioakkumulationspotenzial.
  • Sicherheit – Verhalten im Brandfall. Im Brandfall schmelzen Kunststoffprodukte und tropfen gegebenenfalls auch brennend ab. Abtropfende brennende Kunststoffe können nur schwer gelöscht werden. Auch Böden aus Kunststoffen können daher eine erhebliche Steigerung der maßgeblichen Brandlast ergeben. Dies ist auch der Fall obwohl heute nahezu alle Kunststoffprodukte im Baubereich mit Flammschutzmitteln versehen sind. Bei Brand entsteht sehr dichter beißender Rauch, der die Orientierung und damit die Fluchtgeschwindigkeit gerade in öffentlichen Gebäuden mit Personengruppen die sich selbst schwer orientieren und organisieren können deutlich behindern kann (z.B. Schulen, Kindergärten, Seniorenheime, Krankenhäuser usw.). Bei der Verbrennung von Kunststoffprodukten entstehen neben giftigem Kohlenmonoxid, Stickstoffoxide, Chlorwasserstoffe auch hochgiftige und kanzerogene Dioxine, Furane sowie ggf. auch polykondensierte Aromate wie Pyrene und Chrysene (dazu gibt es aber keine Messwerte in EPD). Nach Aussagen von Brandschutzexperten kommen die meisten Todesfälle bei Hausbränden nicht durch herabstürzende Teile zustande sondern durch toxische Brandgase.
  • Haltbarkeit. die Haltbarkeit von Böden aus Textilen Kunststofffasern wird vom BNB mit 8-10 Jahren eingestuft.
  • Strapazierfähigkeit, Pflege, Reparaturfreundlichkeit. Die Grundpflege von Textilen Böden ist vergleichsweise einfach. Anders ist es jedoch bei stark verschmutzten Textilböden, diese ist schwierig und wenn die Böden mit dem Untergrund verklebt sind auch nur mit professionellen Wasserdampf-Reinigungsmaschinen machbar.

Nachnutzung – Ist Stand und Potentiale

  • Gebrauchte Teppiche und Teppichreste werden heute als Sperrmüll der kommunalen Müllverbrennung zugeführt.
  • Der bei der Verbrennung entstehe Chlorwasserstoff und die Dioxine werden in deutschen MVA durch die hohen Anforderungen an die Abluftreinigung weitgehend zurückgehalten. Diese hohe Reinigungsleistung Kosten enorm viel. Deshalb finden heute durchaus und zunehmend Müllstoffströme in Länder statt die weniger hohe Auflagen haben.
  • Eine Deponierung ist nicht mehr möglich (TAS Siedlungsabfall) kann aber bei vermischtem Bauschutt noch vereinzelt vorkommen.
  • Thermoplaste lassen sich theoretisch, allerdings nur wenn sie sortenrein und unverschmutzt vorliegen, prinzipiell wieder einschmelzen und zu einem neuen Produkt formen, allerdings nur im Downcycling mit erheblichen Qualitätsverlusten. Vor allem die Wiederverwertung nicht sortenreiner Abfälle, wie beispielsweise im Sperrmüll oder Hausmüll, ist nach wie vor schwierig und wird es wohl auch bleiben, da dies sehr personalintensiv und mit hohem Einsatz an Wasser und Energie verbunden ist, so dass hier sowohl die Kosten-Nutzen-Rechnung als auch die Ökobilanz oft negativ ausfallen.

Umwelt und Qualitätssiegel

Es gibt verschiedene ‚Teppichsiegel‘:

  • BLAUER ENGEL: Fremdüberwachtes staatliches Label. Grenzwerte und geringe Konzentration an Formaldehyden.
  • ETG-Siegel (Europäische Teppichgemeinschaft): Selbstverpflichtung der Branche. Grenzwerte zu Pentachlorphenol (PCP) oder Formaldehyd.
  • GUT (Gemeinschaft umweltfreundlicher Teppichböden): Selbstverpflichtung der Branche zu (a) Verzicht au zu Asbest, FCKW, Azo-Färbemittel, Vinylchlorid, Pestizide, Formaldehyd und Pentachlorphenol (PCP) in der Herstelung; (b) Einhaltung selbst gesetzter Grenzwerte für Toluol, Styrol, Vinylcyclohexen und 4-Phenylcyclohexen, sowie Festlegung von Summenparametern für aromatische Kohlenwasserstoffe und flüchtige organische Stoffe, die nach eigenen Aussagen deutlich unter den auf den Markt gängigen Werten liegen (Anmerkung: Laboruntersuchungen ergaben jedoch, dass die vorgegebenen Richtwerte der GUT teilweise erheblich überschritten werden).
  • IWS Siegel: Schutz bzw. Behandlung von Wollteppichen mit Mottenschutzmitteln (Pyrethroide).
  • EPD sind keine Label.


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Baustoffe: „PVC-Vinyl-Boden“

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Bild: Textilmuster aus Kunststofffasern (Bild: B&S).

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PVC-Vinyl-Boden: Informationen zu Vorketten, Nutzungsphase, Nachnutzung

Einleitendes

Chemische Prozesse sind energieaufwändig. Polyvinylchlorid ist ein Kunststoff der an sich – unabhängig von weiteren Additiven – bereits als gesundheitsgefährlich beschrieben ist. PVC Böden gibt es in einer sehr weiten Preisspanne.

Gesundheitsrisiken im täglichen Gebrauch sind bei einigen Kunststoffen bereits durch den Kunststoff an sich gegeben. Beispielsweise PVC (Polyvinylchlorid) wird vielfach selbst als Krebs erzeugend und erbgutverändernd beschreiben. Kunststoffprodukte enthalten aber zudem teilweise hohe Konzentrationen an Weichmachern, Stabilisatoren, Pigmente, Flammschutzmittel und weitere Additive. Kunststoffprodukte aus Deutscher Produktion müssen jedoch, anders als Importwaren, die bei uns geltenden Grenzwerte zu Formaldehyden, VOC und kanzerogene Substanzen einhalten. Bei Importprodukten sind die Vorschriften in den Herstellerländern oftmals nicht mit den hohen Standards innerhalb der EU zu vergleichen.

Kunststoffprodukte könnten potentiell eine oder mehrere REACH relevante Substanzen enthalten, etwa 5 Substanzen der REACH Verbotsliste und 41 Substanzen der REACH Kandidatenliste. Bei Weichmachern sind 2 Substanzen laut REACH Verordnung bereit Grenzwerten innerhalb der EU unterworfen und 13 Substanzen stehen auf der REACH Kandidatenliste, bei Flammschutzmitteln sind es 5 Substanzen, bei Stabilisatoren 2 und bei Treibmitteln 1 auf der REACH Kandidatenliste. Greenpeace stuft Polyvinylchlorid (PVC), Polycarbonat und Styropor (EPS) als die drei giftigsten Kunststoffe ein und rät dringend diese aus Gesundheitsgründen und Umweltschutzgründen zu vermeiden (http.//www.greenpeace.de)

Vorketten – Rohstoffe

  • Grundrohstoffe im Produkt. Vinyl /PVC Böden bestehen aus: PVC (PolyVinylChlorid) 34,4%, Füller 54,3%, Weichmacher 10,5 %, Stabilisator 0,3%, Pigment 0,2%, Additive 0,1 %, PUR-(Polyurethan)-Überzug 0,2%.
  • Rohstoffgewinnung, Zwischenprodukte, Halbwaren. PVC (Polyvinylchlorid): Öl wird zu Naphta (oder Ethan, Propen, Flüssiggas), das zu Ethen und das plus Chlor zu Vinylchlorid, dieses zu Polyvinylchlorid (PVC) und das dann zum Vorprodukt PVC Granulat verarbeitet (Eingangsprodukt EPD). (1) ERDÖL: Grundrohstoff jedes Kunststoffproduktes ist Erdöl. Erdölvorkommen legen in etwa 78 Länder der Erde (USGS) der Großteil davon jedoch mit sehr geringen Vorkommen. Die Haupterdölvorkommen die wirtschaftlich erschlossen werden können liegen in Saudi-Arabien 13,2%, Russland 12,5%, USA 10,4% und China 5% (Deutschland 0,1% der Weltvorkommen). (2) VORPRODUKTE: Erdöl wird im weltweiten Warenverkehr über zahlreiche Zwischenschritte zu den verschiedensten Kunststoffvorprodukten wie Granulate, Folien usw. verarbeitet.
  • Reichweite. Die Reichweite der Ölreserven, als Grundrohstoff aller Kunststoffprodukte, liegt bei 101 Jahren (USGS).

Vorketten – Transporte

  • „Die Bedeutung der Transporte für die Ökobilanz von Produkten wird heute systemisch unterschätzt“ (Holz von Hier). Standarddatensätze aus Ökobilanzen (EPD) rechnen im Grunde produktunabhängig mit 50 bis 350 km für die Vorketten. So werden die Transporte in ihrer Klima- und Umweltwirkung meist stark unterschätzt.
  • Ohne Stoffstromnachweise können im Bau und Innenausbau eingesetzte Produkte tausende von Transportkilometern zurückgelegt haben. Dies soll anhand von Stoffstromindizien aufgezeigt werden. (1) Beispiel GRUNDROHSTOFF ÖL: Deutschland hat 0,1% der Weltvorkommen an Erdöl und entsprechend hoch sind allein die Transporte bei diesem Grundrohstoff aller Kunststoffprodukte (z.B. aus Saudi-Arabien, Russland, USA). (2) Beispiel VORPRODUKTE: Erdöl wird im weltweiten Warenverkehr über zahlreiche Zwischenschritte zu Naphta, das zu Ethen, das plus Chlor zu Vinylchlorid, das zu Polyvinylchlorid (PVC) und das zum Vorprodukt PVC Granulat/Folien verarbeitet. (3) Beispiel VORPRODUKTIMPORTE: nach Deutschland werden jedes Jahr synthetische Spinnfasern (0,34 Mio. t), Polymere des Vinylacetates (0,14 Mio. t), des Vinylchlorides (0,73 Mio. t), des Styrol (0,77 Mio. t), des Propylens (1,6 Mio. t), des Ethylens (2,5 Mio. t) importiert (z.B. Asien). (4) Beispiel ADDITIVE: Flammschutzmittel, Treibgase, Stabilisatoren usw. werden weltweit hergestellt und gehandelt. (5) Beispiel PVC-BÖDEN selbst: Kunststoffböden werden in Deutschland und weltweit hergestellt.

Nutzungsphase

  • Gesundheit. In Deutschland hergestellte Kunststoffböden halten die gesetzlichen Vorgaben zu Formaldehyden, VOC und Eluaten ein (gemessene Werte aus EPD sind z.B. (1) Formaldehyde und Kanzerogene: k.a.; (2) VOC: TVOC-28-Tage: <50 – 100 µg/m3, SVOC-28-Tage: <5 – 10 µg/m3, VOC o. NIK-28-Tage <5 – 10 µg /m3; (3) zu Eluaten liegen meist keine Messungen vor, sie werden teils als „nicht relevant“ eingestuft, vermutlich weil man davon ausgeht, dass das Material in der Müllverbrennung entsorgt wird.
  • REACH-RISK. Kunststoffböden könnten potentiell gesundheitsgefährliche Substanzen enthalten. Kunststoffprodukte könnten potentiell eine oder mehrere REACH relevante Substanzen enthalten, es stehen (A) 5 Substanzen auf der REACH-Verbotsliste und (B) 41 Substanzen auf der REACH-Kandidatenliste. Bei Weichmachern sind (A) 2 Substanzen laut REACH-Verordnung bereit Grenzwerten innerhalb der EU unterworfen und (B) 13 Substanzen stehen auf der REACH-Kandidatenliste, bei Flammschutzmitteln sind es (B) 5 Substanzen, bei Stabilisatoren 2 und bei Treibmitteln 1 auf der REACH Kandiatenliste.
  • Anmerkungen. (1) Gesundheitsrisiken im täglichen Gebrauch liegen bereits im Ausgangsstoff PVC, denn Vinylchlorid, wird vielfach als krebserzeugend und erbgutverändernd beschreiben. Kunststoffböden enthalten neben den Füllstoffen (54,3%) hohe Konzentrationen an Weichmachern (10,5 %) und zudem Stabilisatoren, Pigmente, Flammschutzmittel und weitere Additive. (2) Weichmacher in PVC (Böden, Lebensmittelverpackungen, Kinderspielzeug sw.) sind physiologisch aber generell bedenklich, denn trotz des geringen Dampfdrucks können sie über Speichel, Hautkontakt oder die Atemwege aufgenommen werden. Weichmacher wie Phtalate sind leber- und nierenschädigend, können bei Kindern entwicklungshemmend wirken und stehen im Verdacht, krebserzeugend zu sein (Schnuller und Spielzeug nur phtalatfrei kaufen !). Einige Phtalate (z.B. DEHP) werden als frucht- und fruchtbarkeitsschädigend eingestuft. (3) In Kunststoffen wird heute immer noch das Flammschutzmittel Hexabromcyclododekan (HBCD) eingesetzt. HBCD gilt als hoch kanzerogen und ist laut REACH-Verordnung in der EU über 1 mg/kg im Produkt verboten. Bromhaltige Flammschutzmittel wie HBCD gelangen wahrscheinlich nur in geringen Mengen aus unbeschädigten Kunststoffen in die Umwelt, dennoch kann HBCD selbst in niedrigsten Dosen in der Umwelt kaum abgebaut werden und reichert sich in der Muttermilch und im Blut an. Deshalb gilt es als „sehr giftig für Wasserorganismen mit langfristiger Wirkung“, ist nur relativ schwer abbaubar und toxisch für aquatische Organismen mit einem sehr hohen Bioakkumulationspotenzial, das es sich auch im Grundwasser und damit im Trinkwasser anreichert. Das Umweltbudensamt empfiehlt auf Produkte die HBCD bzw. die generell kritische Flammschutzmittel enthalten zu verzichten.
  • Sicherheit – Verhalten im Brandfall. Im Brandfall schmelzen Kunststoffprodukte und tropfen gegebenenfalls auch brennend ab. Abtropfende brennende Kunststoffe können nur schwer gelöscht werden. Auch Böden aus Kunststoffen können daher eine erhebliche Steigerung der maßgeblichen Brandlast ergeben. Dies ist auch der Fall obwohl heute nahezu alle Kunststoffprodukte im Baubereich mit Flammschutzmitteln versehen sind. Bi Brand entsteht sehr dichter beißender Rauch, der die Orientierung und damit die Fluchtgeschwindigkeit gerade in öffentlichen Gebäuden mit Personengruppen die sich selbst schwer orientieren und organisieren können deutlich behindern kann (z.B. Schulen, Kindergärten, Seniorenheime, Krankenhäuser usw.). Bei der Verbrennung von PVC Produkten in den Gebäuden entstehen neben Kohlenmonoxid und Stickstoffoxide auch hochgiftige Chlorwasserstoffe und Dioxine sowie ggf. auch hochgiftige und kanzerogene polykondensierte Aromate (z.B. Pyrene und Chrysene) und bromhaltige Flammschutzmittel (z.B. HBCD) spalten bei der Verbrennung hochgiftige Dibenzodioxine/-furane ab. Eine weitere Gefahr geht von schwermetallhaltigen Stabilisatoren (z.B. Blei) aus. Dazu gibt es aber keine Messwerte in EPD. Nach Aussagen von Brandschutzexperten kommen die meisten Todesfälle bei Hausbränden nicht durch herabstürzende Teile zustande sondern durch toxische Brandgase.
  • Dauerhaftigkeit. Haltbarkeit. Die Haltbarkeit von Kunststofffußböden wird vom BNB mit 20 Jahren eingestuft (Vergleich Holzböden und Keramikböden > 50 Jahre; Kostenvergleich siehe Info „Böden).
  • Strapazierfähigkeit, Pflege, Reparaturfreundlichkeit. Die Grundreinigung von Kunststoffböden ist meist einfach, anders ist es bei stark verschmutzten Kunststoffböden, beispielweise in öffentlichen Räumen. Hier wird oft Fachpersonel von Reinigungsfirmen in Anspruch genommen, wobei dann oft starke chemische Reinigungsmittel genutzt werden.

Nachnutzung – Ist Stand und Potentiale

  • Die Entsorgung in Müllverbrennungsanlagen ist heute der mengenmäßig übliche Weg der Entsorgung für PVC.
  • Der bei der Verbrennung entstehe Chlorwasserstoff und die Dioxine werden in deutschen MVA durch die hohen Anforderungen an die Abluftreinigung weitgehend zurückgehalten. Diese hohe Reinigungsleistung Kosten enorm viel. Deshalb finden heute durchaus und zunehmend Müllstoffströme in Länder statt die weniger hohe Auflagen haben.
  • Deponierung von PVC war bis 1989 der gängige Entsorgungsweg, aber auch heute noch werden gewisse Anteile an PVC im unsortierten Bauschutt deponiert. Gerade bei Weich-PVC kommt es hier aber aufgrund ihres Weichmacheranteils zu erheblichen Belastungen des Sickerwasser und damit von Umwelt und Grundwasser.
  • Eine Nachnutzung von Kunststoffdämmstoffen ist heute in der Regel noch nicht gegeben. Bei PVC ist die Wiederverwendung schwierig bis unmöglich, obwohl es teilweise Rücknahmesysteme der Industrie für PVC-Bauprodukte wie Rohre und Fenster gibt.
  • Allerdings werden die Produkte nur in den seltensten Fällen unverändert wieder verwendet. Thermoplaste lassen sich, allerdings nur wenn sie sortenrein und unverschmutzt vorliegen, prinzipiell wieder einschmelzen und zu einem neuen Produkt formen, allerdings nur im Downcycling mit erheblichen Qualitätsverlusten. Vor allem die Wiederverwertung nicht sortenreiner Abfälle, wie beispielsweise im Hausmüll, ist nach wie vor schwierig und wird es wohl auch bleiben, da dies sehr personalintensiv und mit hohem Einsatz an Wasser und Energie verbunden ist, so dass hier sowohl die Kosten-Nutzen-Rechnung als auch die Ökobilanz oft negativ ausfallen. Die werkstoffliche Verwertung wird daher zurzeit fast ausschließlich dort eingesetzt, wo große Mengen eines sortenreinen Materials zur Verfügung stehen, also beispielsweise die Verschnittreste in der Produktion selbst.

Umwelt und Qualitätssiegel

Es gibt verschiedene ‚Teppichsiegel‘:

  • BLAUER ENGEL: Fremdüberwachtes staatliches Label. Grenzwerte und geringe Konzentration an Formaldehyden.
  • ETG-Siegel (Europäische Teppichgemeinschaft): Selbstverpflichtung der Branche. Grenzwerte zu Pentachlorphenol (PCP) oder Formaldehyd.
  • GUT (Gemeinschaft umweltfreundlicher Teppichböden): Selbstverpflichtung der Branche zu (a) Verzicht au zu Asbest, FCKW, Azo-Färbemittel, Vinylchlorid, Pestizide, Formaldehyd und Pentachlorphenol (PCP) in der Herstelung; (b) Einhaltung selbst gesetzter Grenzwerte für Toluol, Styrol, Vinylcyclohexen und 4-Phenylcyclohexen, sowie Festlegung von Summenparametern für aromatische Kohlenwasserstoffe und flüchtige organische Stoffe, die nach eigenen Aussagen deutlich unter den auf den Markt gängigen Werten liegen (Anmerkung: Laboruntersuchungen ergaben jedoch, dass die vorgegebenen Richtwerte der GUT teilweise erheblich überschritten werden).
  • IWS Siegel: Schutz bzw. Behandlung von Wollteppichen mit Mottenschutzmitteln (Pyrethroide).
  • EPD sind keine Label.


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Ressourcen: Ursachen nicht-nachhaltigen Umganges mit Ressourcen

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Bild: Aufgegebener Braunkohletagebau in Deutschland – in Deuschland strengen Umweltauflagen unterworfen beispielsweise hinsichtlich nachfolgender Rekultivierung. (Bild: B&S).

Hauptsächliche Ursachen des nicht nachhaltigen Umganges mit Ressourcen.

Hauptursachen des nicht nachhaltigen Umganges mit Ressourcen sind (1) Weltweites Bevölkerungswachstum, (2) Nicht nachhaltiges Wirtschaften, (3) Nicht nachhaltige Produkte/nicht nachhaltiger Konsum.

(1) Weltweites Bevölkerungswachstum.

Die wesentlichen Treiber für den zunehmenden Rohstoffeinsatz ist auch die wachsende Weltbevölkerung, von 4,3 Mrd. im Jahr 1980 auf über 7 Mrd. heute und auf geschätzte 9,3 Mrd. im Jahr 2050. Hinzu kommt ein zunehmender Rohstoffeinsatz pro Kopf in den alten Industrieländern und vor allem auch den Schwellenländern wie China, Brasilien oder Indien. So betrug im Jahr 2004 der Pro-Kopf-Konsum an Rohstoffen in Europa 55 kg pro Tag, in Nordamerika 102 kg, in Asien dagegen nur 15 kg und in Afrika nur rund 11 kg (Sustainable Europe Research Institute, 2010).

(2) Nicht nachhaltiges Wirtschaften.

Alle Ressourcenfelder sind miteinander verknüpft, Einwirkungen auf einen Bereich ziehen unweigerlich, meist nicht bekannte und kaum vorhersehbare, Aus- bzw. Nebenwirkungen in anderen Bereichen nach sich. Umso wichtiger ist daher ein sorgsamer und schonender Umgang mit den Ressourcen. Die Weltgemeinschaft ist aber noch weit davon entfernt, sich im Ressourcenverbrauch als ein zusammenhängendes System zu betrachten. Der Primärenergieverbrauch der Welt beispielsweise ist in den letzten 20 Jahren um etwa 30% gestiegen, nicht etwa gesunken, und liegt heute bei 479 EJ (BMWI, 2009, 2010; WBGU; 2009). Lediglich in Europa ist der Primärenergieverbrauch tendenziell rückläufig.

Der weltweite Verbrauch von fossilen Brennstoffen hat sich im Laufe des 20. Jahrhunderts verzwölffacht und der Abbau von Bodenschätzen ist um den Faktor 34 (!) gestiegen. Neue aufstrebende Wirtschaftsnationen wie China und Indien treiben den Welt-Energieverbrauch stark an. China z.B. hat seinen Energieverbrauch in nur 17 Jahren um ca. 50% gesteigert und lag 2007 nur noch ca. 20% unter dem Energieverbrauch der USA (BMWI 2009, 2010).

Trotz einer 20-jährigen Historie der Klimaverhandlungen haben die weltweiten CO2-Emissionen in Summe zugenommen. Die zwei weltgrößten CO2-Emittenten sind die USA und China. Die CO2-Emissionen Chinas haben sich seit 1990 verdreifacht (BMWI, 2009/2010; WBGU, 2009).

Viele Länder mit Primärwäldern, die große CO2-Senken sind, haben in den letzten 10 Jahren große Teile ihrer Primärwälder abgeholzt, was nicht als Landnutzungsänderung gewertet wurde und nicht in die Erfassung der Treibhausgasemissionen eingeht. Namhafte Wissenschaftler forderten bereits 2000, Primärwälder im Klimaschutzprozess unter Schutz zu stellen und ihre Nutzung als Landnutzungsänderung zu werten, dies wurde bisher nicht berücksichtigt. Seitdem fanden massiv Primärwaldrodungen vor allem in Afrika, Asien und Lateinamerika statt.

Umgesetzte Energiesparmaßnahmen wurden in der Primärenergiebilanz von 1990 bis heute durch Wachstumsprozesse (Wirtschaftswachstum, Bevölkerungswachstum) teilweise wieder aufgehoben. Dies gilt im Großen wie im Kleinen. So hat sich z.B. in Deutschland durch die gestiegene Ausstattung mit Elektrogeräten der Stromverbrauch um 12% erhöht, obwohl die Geräte meist verbrauchsärmer wurden (BMWI, 2010).

Für viele Länder der Weltgemeinschaft ist Energie sparen noch kaum ein Thema. Dabei ist Energie sparen die größte „Energiequelle“ weltweit. Sie ist jederzeit nutzbar, spart Kosten, kann von jedem angewendet werden und befördert innovative Techniken. Energie sparen in Industrie, Gewerbe, Handel, Kommunen und Haushalten leistet einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und ist eine wichtige Säule nachhaltiger Beschaffung, z.B. durch die Beschaffung verbrauchsarmer Geräte (z.B. mit dem Blauen Engel).

(3) Nicht nachhaltige Produkte / Konsum.

Akteure und Konsumenten in Deutschland haben über die Verwendung von Produkten und Materialien, die ganz oder zu Teilen von außerhalb Deutschlands und Europas stammen, einen Einfluss auf die quantitative und qualitative Inanspruchnahme von Ressourcen und die Umweltauswirkungen in anderen Teilen der Welt.

In nur wenigen Ländern und Regionen der Welt gibt es so ehrgeizige Umweltziele, hohe Umweltstandards und anspruchsvolle rechtliche Rahmenbedingungen wie in Deutschland und Europa.

In Deutschland trägt oft auch das Engagement der Wirtschaft selbst dazu bei, Umweltbelastungen möglichst gering zu halten. Im Sinne von Klima- und Umweltschutz sowie Ressourcenschonung reicht es jedoch nicht, dass der letzte Produktionsschritt im Stoffstrom nach den hohen Standards der EU und Deutschlands produziert wurde, das sollte in der gesamten Stoffstromkette stringent durchgeführt werden. Denn, in vielen anderen Ländern, aus denen Deutschland und die EU Rohstoffe und Produkte importieren, gibt es keine solchen vergleichbaren Rahmenbedingungen.

Somit tragen viele Importwaren in die EU nicht nur den Umweltrucksack an erhöhten Transportemissionen mit sich, sondern hinterlassen zusätzlich einen noch größeren Fußabdruck an Ressourcen- und Umweltverbrauch.

Beispielsweise ist die deutsche Altholzverordnung die im Sinne der Umwelt und des Verbraucherschutzes strengste ihrer Art in Europa, wenn nicht weltweit. Sie verbietet beispielsweise die Nutzung von Altholz bei in Deutschland hergestellten Plattenwerkstoffen. Nicht verboten ist jedoch der Import von Billigplatten, die bis zu 100% teils schutzmittelbelastetes Altholz enthalten können. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, steigt seit einigen Jahren auch bei deutschen Plattenherstellern der Handelsanteil mit Importen im Portfolio zulasten der eigenen Produktion.

Ein anderes Beispiel betrifft den Wasserverbrauch. Dabei geht es nicht nur um die unmittelbare Belastung der Ressource Wasser durch den Gebrauch von Produkten, sondern zunehmend auch um den indirekten Wasserverbrauch durch die Produktion von Gütern. Viele Konsumgüter werden in sehr wasserarmen Gegenden der Welt hergestellt und verschärfen dort durch hohen Wasserbedarf die Probleme massiv. Baumwolle ist eines der bekannteren Beispiele hierfür.

Bei Produkten, die nach deutschen und europäischen Umweltstandards produziert wurden, ist man auf der sicheren Seite. Aber nicht nur der Handel mit fertigen Produkten sondern auch mit Rohstoffen und Halbwaren für die stoffliche Nutzung ist weltweit stark gewachsen und unübersichtlich. Das Ausmaß der Transporte im Stoffstrom ist auch von der Art des Rohstoffes abhängig.


Die gemeinnützige Initiative Holz von Hier, mit dem gleichnamigen Klima- und Umweltlabel HOLZ VON HIER, hat das Ziel einen Beitrag zu Klima-, Umwelt- und Ressourcenschutz sowie regionaler Wertschöpfung und Verbraucherschutz zu leisten. Das geht, neben politischen Vorgaben, nur über Information und nachhaltige Produkte. Wie Sie das unterstützen können, wie wir gemeinsam hier viel bewegen können und die Ziele ganz konkret umsetzen können erfahren Sie unter „aktiv werden“ bei http://www.holz-von-hier.de


Dieser Beitrag wurde für HOLZ VON HIER verfasst von G. Bruckner und P. Strohmeier. 


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Gesundheit: „Fokus VOC“

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Bild: VOC Belastungen sind in vielen neu gebauten Gebäuden hoch. VOC – zu deutsch flüchtige organische Verbindungen – kommen nahezu in allen Produkten vor. Entscheidend für die Gesundheit sind nicht – nur – die Konzentrationen, sondern vor allem die Art der VOC. (Bild: HvH zur Verfügng gestellt).

VOC Emissionen gibt es aus nahezu jedem Material oder Bauprodukt – sie sind kein spezifisches Thema von Holzprodukten

„VOC“, das sind leichtflüchtige (VVOC), flüchtige (VOC) und schwerflüchtige organische Verbindungen (SVOC) die in Deutschland als Summe „TVOC“ in der Raumluft gemessen werden. In den letzten Jahren werden leider werden immer wieder gerade Naturstoffe in Zusammenhang mit VOC negativ genannt, dies ist so jedoch nicht verallgemeinerbar oder nachvollziehbar wie nachfolgend erläutert wird, denn VOC Emissionen gibt es nahezu bei jedem Material oder Bauprodukt. Das Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA) schreibt über Flüchtige organische Verbindungen: „In Innenräumen gibt es eine Vielzahl potenzieller Quellen für flüchtige organische Verbindungen. Diese lassen sich in drei Kategorien einteilen:

  1. gebäudebezogene Quellen,
  2. auf menschliche Aktivität bezogene Quellen und
  3. außenluftbezogene Quellen.

Gebäudebezogene Quellen für VOC

Als gebäudebezogene Quellen für VOC kommen nahezu alle Materialien infrage, die in Gebäuden Verwendung finden (z.B. Wandverkleidungen, Bodenbeläge, Isolationen, Dichtungen, Möbel, Farben, Lacke, Lösemittel). Das Spektrum spiegelt Veränderungen in der Zusammensetzung der Materialien über die Jahre wider. Auch bisher emissionsarme Materialien wie Bausteine, Mörtel u.a. Konstruktionselemente enthalten heute kunststoff- und lösungsmittelhaltige Zuschlagstoffe, die die Emissionen der Zukunft beeinflussen werden (* s. Beispiele).

  • (*) Beispiele für VOC-Emissionsquellen in Innenräumen sind: Bauprodukte: EPS, XPS, PUR, PE, PER, PVC, PU, Holzschutzmittel, Hölzer, Tapeten, Farben, Teppiche, Möbel, alle Arten von Bauprodukten; alle Einrichtungsgegenstände: lackierte und verleimte Möbel, Platten aller Materialien; Textilien jeder Art; Haushalts- und Bürogeräte: Drucker, Kopierer; Verbrennungsprozesse: Tabakrauch, offener Kamin, Öfen, Kerzen, Kochen, Braten, Backen; Klebstoffe, Lösemittel, Farben, Lacke; Wasch-, Putz-, Reinigungsmittel und Kosmetika; Schimmel und Personenausdünstung; Alkane, Alkene, Cycloalkene aus Kfz-Verkehr, Kraftstoffe, Lacke, Harze, Fleckentferner u.a; Aromatische Verbindungen aus Kfz-Verkehr, Tabakrauch, Lösemittel, Teppiche (PE, PER u.a.), Hartschaumprodukte (EPS, XPS, PUR); Terpene aus Holz, Lösemitteln, Duftstoffzusatz; Naphthalin aus Bitumenplatten, Teerkleber, Teerpappen, Mottenschutz u.a.; Alkohole aus Reiniger, Lösemittel, Abbauprodukte u.a. aus Weichmachern u.a.; Aldehyde aus Desinfektionsmittel, Alkydharzfarben, Ölfarben, Abbauprodukte aus Linoleum, Korkfußböden, Holzprodukte; Ketone aus Lösemitteln, Stoffwechselprodukte, UV-gehärtete Lackoberflächen; Ester aus Lösemittel, Weichmacher, u.a.; Glykolether aus Lösemitteln (z.B. in wasserlöslichen Farben und Lacken), Reiniger u.a.; halogenierte Verbindungen aus Entfettung, Lösemittel, chem. Reinigung, Tippex u.a.; Verbindungen aus Bindemitteln (Phenol), Desinfektion (Kresole), Dichtungen (Butanonoxim).

Gesundheitliche Aspekte zu VOC – die Toxizität von VOCs ist jedoch sehr unterschiedlich

Gesundheitliche Aspekte hoher, lang andauernder VOC-Konzentrationen in Innenräumen sind Müdigkeit, Kopfschmerzen, Abfall der Leistungsfähigkeit, Infektionsanfälligkeit, Irritationen von Augen, Nase, Rachen, trockene Schleimhäute, trockene Haut, Juckreiz.

Die Toxizität von VOCs ist jedoch sehr unterschiedlich. Benzol gilt beispielsweise als krebserregend, wohingegen diverse VOC natürlichen Ursprungs wie Terpene aus natürlichen Harzen, Naturölen, Naturfarben grundsätzlich als harmlos(er) eingestuft werden. Einzelnen Natur-Terpenen wird bei entsprechender Dosierung sogar eine positive Auswirkung nachgesagt.

Fakt ist, für die meisten VOCs fehlen bislang wissenschaftlich detaillierte und fundierte Erkenntnisse zur gesundheitlichen Wirkung. Man sollte hier aber vor allem auch unterscheiden zwischen natürlich vorkommenden und anthropogenen (Menschen gemachten) VOC.

  • Natürliche VOC werden von einer Vielzahl biogener und anthropogener Prozesse in die Umwelt emittiert und Pflanzen, Tiere, Böden und Meere sind natürliche Quellen für VOC.
  • Anthropogene VOC kommen vor allem in vielen Lösemitteln, Farben, Dichtmassen vor. Der typische „Neugeruch“ bei Wohnungseinrichtungen, der süßliche Geruch von Styropor, überhaupt die Ausgasungen diverser Baustoffe, Teppich, Möbel, Kleber, Farbanstriche und Duftkerzen sind alle auch auf VOC zurückzuführen.
  • Die Abklingzeit bei VOC Emissionen kann wenige Tage bis mehr als 3 Jahre dauern.

VOC Gruppen

VOC Gruppen sind (1) TVOC, (2) SVOC und (3) MVOC.

  • TVOC werden zur Raumluftbewertung herangezogen, die Empfehlungen die hier für maximale Werte gegeben werden orientieren sich an Erfahrungswerten bauüblicher Mischungsverhältnisse. Diese pauschale Betrachtung wird herangezogen, da für viele VOCs allgemein wissenschaftlich anerkannten Gefahrenwerte noch fehlen. Lediglich die Einhaltung der Grenzwerte einzelner, bekannt hochtoxischer „VOC-Stoffe“ wie Benzol, werden in einer detaillierten Messung zusätzlich berücksichtigt.
  • SVOC belasten die Innenraumluft langfristig. Die Ausgasung erfolgt weniger stark, dafür über einen längeren Zeitraum, oft über Jahre. Quellen für SVOC Emissionen können unter anderem sein: phosphororganische Flammschutzmittel, Phthalate (Weichmacher in zahlreichen Kunststoffen), Biozide (Farben, Lacke, Kleber), Pyrethroide (Holzschutz, Insektensprays, Teppiche), Glykolverbindungen (in vielen Klebern und auch lösemittelfreien Farben).
  • MVOC sind durch Mikroorganismen erzeugte flüchtige organische Verbindungen. Allein durch Schimmelbildung bei schlechter Bausubstanz oder feuchten Wänden durch übertriebene oder falsche Dämmung kann der MVOC-Wert in Räumen sehr hoch sein.

 


Schützen Sie sich durch Wissen: erfahren Sie mehr über gesundheitsgefährliche Substanzen in Baustoffen mit der Produktumweltampel (APP zum download unter http://www.holz-von-hier.de)

REACH verbietet  Substanzen bzw. unterlegt sie Grenzwerten, die man bereits als extrem toxisch, kanzerogen (krebserregend), erbgutschädigend, das Kind im Mutterleib schädigend, Gewässer gefährdend usw. eingestuft hat, die also gravierende, bereits bekannte Auswirkungen auf die Gesundheit und die Umwelt haben. Aber TÄGLICH werden neue Substanzen entwickelt, kommen auf den Markt und finden sich in Produkten, von denen bisher niemand realistisch weiß, welche Auswirkungen sie haben.

  • Je naturnaher und weniger weiter verarbeitet ein Produkt ist, desto eher kann man davon ausgehen, dass keine solchen Substanzen enthalten sind.
  • Da die Europäische REACH Verordnung weltweit führend ist, sind natürlich auch die in Europa hergestellten Produkte in dieser Hinsicht führend. In anderen Ländern der Welt dürfen noch Substanzen in Produkten vorkommen, die bei uns längst verboten sind  oder Grenzwerten unterliegen.
  • Achten Sie beim Produktkauf deshalb auf die Herkunft (z.B. Herkunftslabel wie Holz von Hier) und auf Label, die bestimmte  Substanzen de fakto in Produkten ganz ausschließen wie z.B. Formaldehyd (z.B. Blauer Engel, Natureplus).
  • Nutzen Sie den Infobereich der Produktumweltampel, auf dem die REACH Substanzen gelistet sind, bei ihrem nächsten Einkauf. Falls sie Inhaltsangaben auf Produkten finden, lesen Sie nach, ob sich eine REACH relevante Substanz in den Produkten befindet.
  • Fragen Sie einfach nach ob das Produkt, das sie kaufen wollen folgenden Substanzen enthält: Flammschutzmittel, Weichmacher, Schäumungs-/Bläh/-Treibmitttel, Stabilisatoren, Porenbildner, Härter, Harze, Beschichtungen oder Korrosionsschutz. Hier sollten Sie dann besonders auf REACH relevante Substanzen achten. Fragen Sie nach, welche Substanzen hier enthalten sind und vergleichen Sie die Substanzen mit der REACH-Tabelle auf ihrer Produktumweltampel.
  • Auch bei Farben und Lacken ist die Gefahr von gesundheitsgefährlichen Substanzen durchaus gegeben. Fragen Sie auch hier nach und prüfen Sie die Substanz auf Ihrer Liste der Produktumweltampel.
  • Lesen Sie die weiteren Infos im Bereich Gesundheit im Montags-Blog und die Baustoff-Steckbriefe im Freitags-Blog.
  • Jeder Hersteller oder Händler ist laut EU verpflichtet, Ihnen Auskunft zu geben, ob sein Produkt REACH relevante Substanzen enthält. Bei welchen Produktgruppen Sie hier besonders achtsam sein sollten, sagt Ihnen die Produktumweltampel im Bereich Gesundheit.

 


Die gemeinnützige Initiative Holz von Hier, mit dem gleichnamigen Klima- und Umweltlabel HOLZ VON HIER, hat das Ziel einen Beitrag zu Klima-, Umwelt- und Ressourcenschutz sowie regionaler Wertschöpfung und Verbraucherschutz zu leisten. Das geht, neben politischen Vorgaben, nur über Information und nachhaltige Produkte. Wie Sie das unterstützen können, wie wir gemeinsam hier viel bewegen können und die Ziele ganz konkret umsetzen können erfahren Sie unter „aktiv werden“ bei http://www.holz-von-hier.de


Dieser Beitrag wurde für HOLZ VON HIER verfasst von G. Bruckner und P. Strohmeier. 


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Gesundheit: „Fokus PCP, PCB“

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Bild: Schiffstransport. PCP, PCB ist nur noch ein Problem von Importprodukten nach Deutschland, denn diese Substanzen sind in der deutschen Produktion verboten. (Bild: gekauft, photocase, B&S).

Fokus PCP, PCB  – nur noch ein Problem bei Importprodukten (in Deutschland verboten).

Das Thema PCP, PCB (Pentachlorphenol, Phenol, Chlorophen) Belastung spielt nur noch bei Importprodukten oder in nicht sanierten Altbauten eventuell eine Rolle. In der Umweltgesetzgebung lag in den letzten Jahren ein Fokus auf der Substanz Pentachlorphenol (PCP).

PCP fällt unter die höchste Wassergefährdungsklasse und kann in Gewässern auch langfristig schädliche Wirkungen haben. PCP, PCB gilt auch für Menschen als sehr giftig, karzinogen, erbgutschädigend, mutagen, kann das Kind im Mutterleib schädigen, ist sehr giftig beim Einatmen, reizt Augen, Atmungsorgane und Haut.

Beim Thema Holzschutz geht es heute in der öffentlichen Diskussion jedoch immer noch fast nur um PCP. PCP und PCB dienten früher in Europa vor allem der Fixierung und Konservierung für Holzprodukte im Außenbereich. Heute gibt es auch für den Außenbereich sehr gute Alternativen ganz ohne Chemie wie z.B. Thermoholz.

Dazu muss man aber auch wissen, PCP ist in Deutschland heute bereits ganz verboten ist. In anderen Ländern ist PCP noch erlaubt. Ein Herkunftsnachweis wie Holz von Hier für Deutsche Produkte minimiert also das Risiko einer PCP Belastung quasi gegen null.

Bei Importen dagegen ist sehr wohl noch auf PCP zu achten. Vor allem Importe aus Asien haben immer wieder ein PCP Problem. PCP ist nicht nur eventuell in Holz-Import-Produkten vorhanden, sondern auch in Textilien, Leder und anderen Produktgruppen.

(1) PCP ist bei deutscher Produktion verboten.

In Deutschland ist Herstellung und Verwendung von PCP durch das deutsche Chemikaliengesetz untersagt. Früher kam PCP wegen seiner fungiziden Wirkung vor allem in Holzschutzmitteln zum Einsatz, beispielsweise in den Mitteln Xylamon, Hylotox und Paratectol. Deshalb können noch heute Belastungen im Altbestand vorhanden sein.

(2) PCP ist bei Europäischer Produktion eingeschränkt.

In der EU ist PCP eingeschränkt, d.h. in Stoffen bis 0,1% Masse erlaubt, sonst verboten. Das gilt auch für Derivate und Salze von PCP. Ausnahmen gibt es in der EU in Human- und Tierarzneimittel!, Kosmetika (!), Kraft- und Brennstoffen, bestimmten Farben (soweit wir bisher wissen).

(3) PCP wird in der Produktion außerhalb der EU weiter verwendet.

PCP wird in anderen Länder weltweit durchaus noch in der Produktion eingesetzt (z.B. Asien), z.B. in der Textil- und Lederindustrie und als Imprägniermittel und Bläueschutz für Holz/Holzprodukte. Daher werden immer wieder Fälle bekannt, in denen importierte, PCP-haltige Bedarfsgegenstände zu individuellen Belastungen führen (Heudorf 2000). Weltweit nimmt die PCP-Belastung von Umwelt und Menschen zwar ab, Abweichungen davon werden aber vor allem im asiatischen Raum beobachtet (Zheng, 2011). Das heißt bei Importen von dort ist bei Produkten die potentiell PCP enthalten könnten, Vorsicht geboten. Zudem sei hier auch darauf verweisen, dass heute in vielen Produkten eine Vielzahl von Fixier- und Konservierungsmitteln vorkommt.

Neben PCP, Phenole werden als Fixiermittel weltweit beispielsweise Substanzen wie Diarsenpentaoxid und Natriumdichromat, -dihydrat, anhydrid eingesetzt. Auch diese Stoffe unterliegen in der EU bereits Grenzwerten (REACH). Man kann sich also durch bewussten Einkauf von beispielsweise lösemittelfreien Farben bestimmte Emissionen in Innenräumen ersparen. Hierzu kann und sollte auf Produkte mit Labeln wie dem Blauen Engel oder Natureplus zurückgegriffen werden. Die Wahl des Materials im Bauprodukt selbst spielt kaum eine Rolle, entscheidend ist, ob das Produkt Kleber, Härter, Weichmacher usw. enthält, die in Deutschland und Europa laut Gesetz verboten sind oder Substanzen enthält die auf der REACH Kandidatenliste stehen.

Schützen Sie sich durch Wissen: erfahren Sie mehr über gesundheitsgefährliche Substanzen in Baustoffen mit der Produktumweltampel (APP zum download unter http://www.holz-von-hier.de)

REACH verbietet solche Substanzen bzw. unterlegt sie Grenzwerten, die man bereits als extrem toxisch, kanzerogen (krebserregend), erbgutschädigend, das Kind im Mutterleib schädigend, Gewässer gefährdend usw. eingestuft hat, die also gravierende, bereits bekannte Auswirkungen auf die Gesundheit und die Umwelt haben.

Aber TÄGLICH werden neue Substanzen entwickelt, kommen auf den Markt und finden sich in Produkten, von denen bisher niemand realistisch weiß, welche Auswirkungen sie haben.

  • Je naturnaher und weniger weiter verarbeitet ein Produkt ist, desto eher kann man davon ausgehen, dass keine solchen Substanzen enthalten sind.
  • Da die Europäische REACH Verordnung weltweit führend ist, sind natürlich auch die in Europa hergestellten Produkte in dieser Hinsicht führend. In anderen Ländern der Welt dürfen noch Substanzen in Produkten vorkommen, die bei uns längst verboten sind  oder Grenzwerten unterliegen.
  • Achten Sie beim Produktkauf deshalb auf die Herkunft (z.B. Herkunftslabel wie Holz von Hier) und auf Label, die bestimmte  Substanzen de fakto in Produkten ganz ausschließen wie z.B. Formaldehyd (z.B. Blauer Engel, Natureplus).
  • Nutzen Sie den Infobereich der Produktumweltampel, auf dem die REACH Substanzen gelistet sind, bei ihrem nächsten Einkauf. Falls sie Inhaltsangaben auf Produkten finden, lesen Sie nach, ob sich eine REACH relevante Substanz in den Produkten befindet.
  • Fragen Sie einfach nach ob das Produkt, das sie kaufen wollen folgenden Substanzen enthält: Flammschutzmittel, Weichmacher, Schäumungs-/Bläh/-Treibmittel, Stabilisatoren, Porenbildner, Härter, Harze, Beschichtungen oder Korrosionsschutz. Hier sollten Sie dann besonders auf REACH relevante Substanzen achten. Fragen Sie nach, welche Substanzen hier enthalten sind und vergleichen Sie die Substanzen mit der REACH-Tabelle auf ihrer Produktumweltampel.
  • Auch bei Farben und Lacken ist die Gefahr von gesundheitsgefährlichen Substanzen durchaus gegeben. Fragen Sie auch hier nach und prüfen Sie die Substanz auf Ihrer Liste der Produktumweltampel.
  • Lesen Sie die weiteren Infos im Bereich Gesundheit im Montags-Blog und die Baustoff-Steckbriefe im Freitags-Blog.
  • Jeder Hersteller oder Händler ist laut EU verpflichtet, Ihnen Auskunft zu geben, ob sein Produkt REACH relevante Substanzen enthält. Bei welchen Produktgruppen Sie hier besonders achtsam sein sollten, sagt Ihnen die Produktumweltampel im Bereich Gesundheit.

Die gemeinnützige Initiative Holz von Hier, mit dem gleichnamigen Klima- und Umweltlabel HOLZ VON HIER, hat das Ziel einen Beitrag zu Klima-, Umwelt- und Ressourcenschutz sowie regionaler Wertschöpfung und Verbraucherschutz zu leisten. Das geht, neben politischen Vorgaben, nur über Information und nachhaltige Produkte. Wie Sie das unterstützen können, wie wir gemeinsam hier viel bewegen können und die Ziele ganz konkret umsetzen können erfahren Sie unter „aktiv werden“ bei http://www.holz-von-hier.de


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Gesundheit: „Fokus Formaldehyd“

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Bild: Bei Produkten zu sparen, die prinzipiell gesundheitsschädliche Substanzen enthalten oder enthalten können, lohnt sich nicht. (Bild: gekauft photocase, B&S)

Fokus Formaldehyd – vor allem noch ein potentielles Problem von Importprodukten

In Umweltproduktdeklarationen und Gesundheitslabeln und der Umweltgesetzgebung lag in den letzten Jahren ein Fokus auf Formaldehyden. Formaldehyd steht auch in der Europäischen Union auf der REACH-Kandidatenliste, sie unterliegen damit bei in Deutschland hergestellten Produkten bereits Verboten. Formaldehyde kommen beispielsweise in Epoxidharzen bzw. Klebstoffen vor, können also bei vielen Produktgruppen vorkommen in denen solche Substanzen verwendet werden wie z.B. Kunststoffprodukte, Holzplatten, Dämmsysteme, Verbundsysteme, usw..

In vielen Produkten die in Deutschland hergestellt werden, ist heute Formaldehyd gar nicht mehr enthalten. Nachweislich in Deutschland hergestellte Holzplatten werden heute in der Regel ohne Formaldehyd haltige Kleber hergestellt.In Importprodukten ist Formaldehyd aber noch ein großes Thema.

Produkte die nahezu Formaldehydfrei sind bzw. nur noch geringe Formaldehydwerte enthalten, die aber sehr deutlich noch unter den gesetzlichen Vorgaben liegen sind mit den Labeln BLAUER ENGEL und NATUREplus ausgezeichnet.

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REACH verbietet solche Substanzen bzw. unterlegt sie Grenzwerten, die man bereits als extrem toxisch, kanzerogen (krebserregend), erbgutschädigend, das Kind im Mutterleib schädigend, Gewässer gefährdend usw. eingestuft hat, die also gravierende, bereits bekannte Auswirkungen auf die Gesundheit und die Umwelt haben.  Aber TÄGLICH werden neue Substanzen entwickelt, kommen auf den Markt und finden sich in Produkten, von denen bisher niemand realistisch weiß, welche Auswirkungen sie haben.

  • Je naturnaher und weniger weiter verarbeitet ein Produkt ist, desto eher kann man davon ausgehen, dass keine solchen Substanzen enthalten sind.
  • Da die Europäische REACH Verordnung weltweit führend ist, sind natürlich auch die in Europa hergestellten Produkte in dieser Hinsicht führend. In anderen Ländern der Welt dürfen noch Substanzen in Produkten vorkommen, die bei uns längst verboten sind  oder Grenzwerten unterliegen.
  • Achten Sie beim Produktkauf deshalb auf die Herkunft (z.B. Herkunftslabel wie Holz von Hier) und auf Label, die bestimmte  Substanzen de fakto in Produkten ganz ausschließen wie z.B. Formaldehyd (z.B. Blauer Engel, Natureplus).
  • Nutzen Sie den Infobereich der Produktumweltampel, auf dem die REACH Substanzen gelistet sind, bei ihrem nächsten Einkauf. Falls sie Inhaltsangaben auf Produkten finden, lesen Sie nach, ob sich eine REACH relevante Substanz in den Produkten befindet.
  • Fragen Sie einfach nach ob das Produkt, das sie kaufen wollen folgenden Substanzen enthält: Flammschutzmittel, Weichmacher, Schäumungs-/Bläh/-Treibmitttel, Stabilisatoren, Porenbildner, Härter, Harze, Beschichtungen oder Korrosionsschutz. Hier sollten Sie dann besonders auf REACH relevante Substanzen achten. Fragen Sie nach, welche Substanzen hier enthalten sind und vergleichen Sie die Substanzen mit der REACH-Tabelle auf ihrer Produktumweltampel.
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  • Jeder Hersteller oder Händler ist laut EU verpflichtet, Ihnen Auskunft zu geben, ob sein Produkt REACH relevante Substanzen enthält. Bei welchen Produktgruppen Sie hier besonders achtsam sein sollten, sagt Ihnen die Produktumweltampel im Bereich Gesundheit.

Die gemeinnützige Initiative Holz von Hier, mit dem gleichnamigen Klima- und Umweltlabel HOLZ VON HIER, hat das Ziel einen Beitrag zu Klima-, Umwelt- und Ressourcenschutz sowie regionaler Wertschöpfung und Verbraucherschutz zu leisten. Das geht, neben politischen Vorgaben, nur über Information und nachhaltige Produkte. Wie Sie das unterstützen können, wie wir gemeinsam hier viel bewegen können und die Ziele ganz konkret umsetzen können erfahren Sie unter „aktiv werden“ bei http://www.holz-von-hier.de


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