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Globales Denken erfordert regionales Handeln.


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Biodiversität: „Der heimische Wald – artenreicher als man denkt“

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Bild: Heimischer Wald mit diversem Jungwuchs. Begleittexte zur Holzinfomeile und Produktumweltampel. Biodiversität: „Der heimische Wald – artenreicher als man denkt“. (Bild: B&S).

Der heimische Wald – artenreicher als man denkt.

Artenvielfalt in heimischen Wäldern. Die vielfältigen Waldfunktionen wie Klima-, Immissions-, Erosions-, Lawinen-, Lärm-, Grundwasserschutz, Hochwasserabmilderung, Erholung und andere, werden umso besser gewährleistet, je höher die Baumartenvielfalt ist. Große Landnutzungsänderungen, wie bei tropischen Primärwäldern, kommen bei uns heute nicht vor. Deutsche Wälder sind seit Jahrhunderten nachhaltig bewirtschaftet, es wird nicht mehr entnommen als nachwächst. Unsere „Alten Nachhaltigkeitswälder“ sind nicht mit, auch nachhaltig bewirtschafteten aber monostrukturierten, tropischen Plantagen vergleichbar. Verantwortliche Waldbesitzer sowie das starke öffentliche Bewusstsein für die ökonomische, aber auch die ökologische und soziale Bedeutung des Waldes ist in Deutschland sehr groß, anders als in vielen anderen Ländern, auch in Europa. Das ist die Grundlage dafür, warum unsere „Alten Nachhaltigkeitswälder“ trotz intensiver Nutzung vergleichsweise artenreich sind (s.u.).

Dennoch gehen in den bewirtschafteten Wäldern Europas die weniger gebräuchlichen Baumarten zurück, wenn sie nicht nachgefragt werden.

Etwa 7.000 bis 14.000 Tierarten und ebenso viele Pflanzenarten leben in heimischen bewirtschafteten Wäldern. Unsere bewirtschafteten Nachhaltigkeitswälder sind auch artenreich. Der Artenreichtum im Wald hängt stark von der Vielfalt der heimischen Baumarten ab. In unseren heimischen nachhaltig bewirtschafteten Wäldern kommen potenziell etwa 60 Baumarten vor. Es besteht ein Zusammenhang zwischen Produktivität und Artenzahl: mit Halbierung der Artenzahl verlieren wir 20% Produktivität und die Produktivität von Monokulturen erfordert hohen Energieaufwand. Baumartenvielfalt macht Wälder stabil und wertvoll. Hochwertige Stämme, aber auch Standardqualitäten ungewöhnlicherer Sortimente (neben der Fichte) erzielen gute Preise und sollten nicht einfach in Sammellose gehen. Besondere Hölzer sind von spezialisierten Verarbeitern gesucht. Sie werden aber immer öfter als Importware bezogen. Auch, weil die Verarbeiter oft nicht wissen, wo sie diese regional bekommen. Baumartenvielfalt ist eine wichtige Grundlage, um auf den Markt und Trends reagieren zu können.

Artenvielfalt im heimischen Wald durch Marktmechanismen und Produkte fördern.

Schutz durch Nutzung der Vielfalt in unseren heimischen bewirtschafteten „Alten-Nachhaltigkeitswäldern“. Anders als in tropischen und borealen Primärwäldern (Urwäldern) trägt gerade die Nutzung dieser Vielfalt der heimischen Baumarten in bewirtschafteten Wäldern zur Förderung der Artenvielfalt bei. Vor allem auf dieser Basis werden Waldbesitzer verstärkt auch seltenere Baumarten in ihren Wäldern anpflanzen und pflegen. Förderung der Vielfalt in heimischen Wäldern erfordert Nutzung möglichst vieler der ca. 60 heimischen Baumarten in Produkten. Markt & Kunden haben den größten Einfluss. Aber es reicht nicht aus, Holzarten zu verwenden, die potentiell bei uns wachsen. Wichtig ist es, Produkte aus heimischen Hölzern der kurzen Wege nachzufragen, denn nur so bleibt die Kette geschlossen und die Nachfrage kann ihre Wirkung im Wald entfalten. Nur wenn Kunden Produkte aus der Bandbreite nachweislich heimischer Hölzer nachfragen, werden diese Baumarten wieder verstärkt angepflanzt. So sollten Produkte aus Holz der kurzen Wege aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern genutzt und beschafft werden.

Das Zertifikat »HOLZ VON HIER« ist hierfür ein transparentes Einkaufsargument.

 


Die gemeinnützige Initiative Holz von Hier, mit dem gleichnamigen Klima- und Umweltlabel HOLZ VON HIER, hat das Ziel einen Beitrag zu Klima-, Umwelt- und Ressourcenschutz sowie regionaler Wertschöpfung und Verbraucherschutz zu leisten. Das geht, neben politischen Vorgaben, nur über Information und nachhaltige Produkte. Wie Sie das unterstützen können, wie wir gemeinsam hier viel bewegen können und die Ziele ganz konkret umsetzen können erfahren Sie unter „aktiv werden“ bei http://www.holz-von-hier.de


Dieser Beitrag wurde für HOLZ VON HIER verfasst von G. Bruckner und P. Strohmeier. 
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Biodiversität: „Biodiversitätsverluste durch Transporte“

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Bild: Lange Transporte sind nicht nur klimaschädlich, sondern haben teilweise auch hohe Risiken für Biodiversitätsverluste. (Bild: B&S photocase, gekauft für Infomaterialien von HvH).

Biodiversitätsverluste durch Transporte

Das Risiko für Biodiversitätsverluste durch Transporte ist sehr hoch und zwar einerseits durch die Schiffstransporte aber auch die langen Transporte auf dem Landweg per LKW. Je nach Land kann das Risiko für Biodiversitätsverluste durch die Transporte von Rohstoffen auf dem europäischen Markt das Risiko für Biodiversitätsverluste durch den Abbau und die Ernte der Ressourcen übersteigen.

Hier einige Beispiele wobei der innovatve Faktor RBL aus der Produktumweltampel bedeutet einen „Risk of Biodiversity Loss“ also ein potentielles Risiko, ausgedrückt als Anzahl der Tierarten die durch die jeweilige Aktivität gefährdet bis vom Aussterben bedroht sind.

  • (1) Beispiel China. RBL durch Holzernte: 285 Arten, RBL durch Bergbau: 113 Arten, RBL durch Transporte der Rohstoffe/-produkte von China nach Deutschland: 872 Arten.
  • (2) Beispiel USA. RBL durch Holzernte: 75 Arten, RBL durch Bergbau: 186 Arten, RBL durch Transporte der Rohstoffe/-produkte von USA nach Deutschland: 290 Arten.
  • (3) Beispiel Brasilien. RBL durch Holzernte: 320 Arten, RBL durch Bergbau: 103 Arten, RBL durch Transporte der Rohstoffe/-produkte von Brasilien nach Deutschland: 178 Arten.
  • (4) Beispiel Kamerun. RBL durch Holzernte: 380 Arten, RBL durch Bergbau: 51 Arten, RBL durch Transporte der Rohstoffe/-produkte von Kamerun nach Deutschland: 94 Arten.
  • (5) Beispiel Indonesien. RBL durch Holzernte: 343 Arten, RBL durch Bergbau: 283 Arten, RBL durch Transporte der Rohstoffe/-produkte von Indonesien nach Deutschland: 792 Arten.
  • (6) Beispiel Weiss-Russland (ohne Sibirien). RBL durch Holzernte: 17 Arten, RBL durch Bergbau: 27 Arten, RBL durch Transporte der Rohstoffe/-produkte von Russland nach Deutschland: 72 Arten.
  • (7) Beispiel zum Vergleich Deutschland. RBL durch Holzernte: 14 Arten, RBL durch Bergbau: 15 Arten, RBL durch interne Transporte der Rohstoffe/-produkte innerhalb Deutschlands: 32 Arten.

 


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Dieser Beitrag wurde für HOLZ VON HIER verfasst von G. Bruckner und P. Strohmeier. 


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Biodiversität: „Biodiversitätsverluste entstehen auch durch die Gewinnung von Öl, Metallen, Erzen“

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Bild: Tagebau in Deutschland. Tagebau ist immer auch Landnutzungsänderung, aber nicht überall auf der Welt findet Tagebau unter denselben, im weltweiten Vergleich, noch eher schonenden Bedingungen statt und nicht überall werden diese Flächen auch wieder rekultiviert, sowie bei uns. (Bild: B&S).

Biodiversitätsverluste entstehen auch durch die Gewinung von Öl, Metallen, Erzen.

Biodiversitätsverluste entstehen auch durch die Gewinung von Öl, Metallen, Erzen. Dies ist nur noch nicht so genau wie beim Holz in den Fokus gerückt. Dennoch gibt es auch beim Tagebau und Bergbau sowie der Ölförderung umweltschonendere und umweltzerstöhrendere  Verfahren und Vorgehensweisen. In Deutschland und Europa ist hier viel über unsere strenge Umweltgesetzgebung geregelt, wobei solche Regelungen in anderen Weltregionen oft nicht üblich sind.

Generell gilt hier natürlich, dass der Abbau dieser Rohstoffe endlich ist, anders als bei den nachwachsendens Rohstoffen (NaWaRo) wie beispielsweise Holz, Stroh und andere, die sich bei nachhaltiger Bewirtschaftung natürlich regenerieren. Umso wichtiger ist es bei fossilen Rohstoffen wie Öl oder bei Erzen und Mineralien, dass der Abbau nicht nur möglichst weitgehnd umweltfreundlich geschieht, sondern dass er auch ressoucenschonend geschieht. Zudem sollten gerade diese Materialien nur in solchen Produkten verwendet werden deren Design eine Wiederverwertung bzw. ein Recycling ermöglicht. Noch besser wäre es, wenn diese Rohstoffe in Kreisläuen geführt werden die über Kaskadennutzung möglichst lange im Kresielauf gehalten werden bis sie letztlich durch Downcycling entsorgt werden müssen.

Durch die Landnutzungsänderugen und die Umweltverschmutzungen die der Abbau von Öl, Erzen sowie Metallen mit sich bringt entstehen beachtliche Biodiversitätsverlsute, die jedoch auch von Land zu Land sehr unterschiedlich sind. Im Profibereich der Umweltproduktampel finden sich hierzu detailiertere Daten.

  • Beispiel Erdöl. Erdöl ist einer der derzeit wichtigsten Energieträger, vor allem ist er aber auch ein Rohstoff, von dem die Weltwirtschaft noch in vielfältiger Weise abhängt. Problematisch ist dabei nicht nur, dass diese Ressource endlich ist (s. nächster Punkt), sondern auch, dass mit der Gewinnung teilweise extreme und weitreichende Umweltverschmutzung und Zerstörung von Lebensräumen verbunden ist. Dies betrifft in ganz besonderem Maße z.B. die Gewinnung von Erdöl aus Teersanden, wie es in Kanada im Großmaßstab geplant ist. Da der Markt aufgrund der zahllosen Zwischenschritte zwischen dem Rohstoff und den unzähligen hieraus hergestellten Produkten kaum Einfluss auf die Herkunft des Öls hat, sind generell aus Erdöl hergestellte Produkte z.B. mit Umweltbelastungen verbunden. Hier ist z.B. PVC als ein prominentes Produkt zu nennen.
  • Beispiel Gold. Gold kommt vor allem in vielen wenig entwickelten Regionen der Erde vor. Hier existieren meist keinerlei Umweltstandards oder Sozialstandards. Das hat zur Folge, dass Gold hier im ungezügelten Raubbau gewonnen wird. Im Amazonasbecken beispielsweise werden durch den Goldgräberboom riesige Gebiete zerstört und einige international besonders gefährdete Arten gehen dadurch verloren.

 


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Biodiversität: „Europa, Deutschland und der Tropenholzmarkt“

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Bild: Primärwaldeinschlag in Lateinamerika (Venezuela). (Bild: B&S).

Europa, Deutschland und der Tropenholzmarkt

Nationen mit noch großen Primärwaldvorkommen sind beispielsweise Brasilien, Rußland, Kanada, USA (ohne Alaska), Peru, Kolumbien, Indonesien, Mexiko, Bolivien, Papua, Kongo (mehr Daten auf der Produktumweltampel oder http://www.holz-von-hier.de). Die Produkte, die sie für den Holz-, Papier-, Zellstoff-, Biokraftstoffbereich, Genussmittel-, Kosmetiksektor produzieren, werden großteils exportiert (WBGU, 2009) und zwar gerade nach Europa und Deutschland.

Der Markt hat entscheidenden Einfluss auf den Schutz der Biodiversität weltweit.

Die Beschaffung hat über den Umweltfußabdruck von Produkten steuernden Einfluss. Maßnahmen im Rahmen der nachhaltigen Beschaffung, die dem Schutz des Klimas dienen, sind gleichzeitig auch positiv für die Erhaltung der Artenvielfalt. Der zunehmende Artenverlust weltweit betrifft nicht nur ethische Fragen, sondern hat nicht absehbare Folgen für die Menschheit, da sie als Teil des globalen Ökosystems von der Artenvielfalt in vielfältigster Weise existenziell abhängig ist. Umweltverschmutzung ist oft auch mit einem nicht nachhaltigen Umgang mit Ressourcen verbunden, hier verschwimmen die Grenzen zum nächsten wesentlichen Hauptaspekt der Umweltrelevanz nachhaltiger Produkte, der Ressourcenschonung. Viele Materialien können im Rahmen ihrer Gewinnung größere oder geringere Umweltverschmutzungen verursachen. Dies ließe sich generell in Beschaffungsüberlegungen mit einbeziehen. Umweltlabel geben hier wichtige Entscheidungshilfen:

  • HOLZ VON HIER für klima- und umweltfreundliche Holzprodukte;
  • BLAUER ENGEL und NATUREplus für umweltfreundliche Farben, Lacke, etc, energiesparedne Geräte, Bürobedarf usw.
  • Waldlabel FSC und PEFC für Holz aus nachhaltiger Waldwirtschaft.

 

Beispiel für einen Flyer aus dem Medienbereich von HOLZ VON HIER.

Mehr unter http://www.holz-von-hier.de

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Die gemeinnützige Initiative Holz von Hier, mit dem gleichnamigen Klima- und Umweltlabel HOLZ VON HIER, hat das Ziel einen Beitrag zu Klima-, Umwelt- und Ressourcenschutz sowie regionaler Wertschöpfung und Verbraucherschutz zu leisten. Das geht, neben politischen Vorgaben, nur über Information und nachhaltige Produkte. Wie Sie das unterstützen können, wie wir gemeinsam hier viel bewegen können und die Ziele ganz konkret umsetzen können erfahren Sie unter „aktiv werden“ bei http://www.holz-von-hier.de


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Biodiversität: „Green Carbon – Black Trade“

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Bild. Solche Urwaldriesen gibt es in den Tropen kaum noch. Auf und von so einem solchen „Riesen“ leben unzählige Arten. (Bild: B&S).

Green Carbon – Black Trade

Die folgenden Aussagen stammen aus dem Bericht Green Carbon – Black Trade (2012) von UNEP und Interpol. Alles was im Folgenden beschrieben ist, ist in Deutschland schon aufgrund von „Basis“-Kontrollbehörden wie der Finanzbehörde kaum denkbar. Die folgenden Aussagen sind die reine Übersetzung aus diesem Bericht. Der Bericht ist auch downloadbar unter http://www.holz-von-hier.de.

10 Wege des illegalen Holzeinschlages und 20 Wege illegales Holz rein zu waschen

Zunächst soll hier erwähnt werden, dass es im Vergleich zu den Tropen in Deutschland keinen illegalen Holzeinschlag gibt, hier herrscht seit Jahrhunderten nachhaltige Waldwirtschaft, schon allein durch unser Waldgesetz udn bei uns sind huete nahezu alle bewirzshcteten Flächen nach den Waldlabeln FSC oder PEFC zertuifizert. Ganz anders als in den Tropen, hier sind bisher maximal 1-5% der Waldflächen  überhaupt nach diesen Labeln zertifiziert. Zudem haben viele Länder eigene Waldlabel entwickelt die in Europa teils sehr umstritten sind.

Die 10 Wege des illegalen Holzeinschlages sind nach dem Bericht von UNEP und Interpool:

  • (1) Einschlag in geschützten Gebieten.
  • (2) Einschlag ohne Erlaubnis (ohne Einschlagskonzessionen) in nicht geschützten Gebieten.
  • (3) Einschlag in Krisen/Kriegsgebieten.
  • (4) Einschlag in Überschreitung der pro Konzession erlaubten Mengen.
  • (5) Einschlag mit gefälschten oder mehrfach verwendeten Konzessionen.
  • (6) Erlangung von Erlaubnissen durch Bestechung. Beispielsweise kostet laut Bericht die Erlaubnis zur Erlangung eines Kahlschlages in einem Tropenwald von 17 km2 bei einem offiziellen Beamten in etwa 25.000 Dollar).
  • (7) Einrichtung oder Ausweitung von Plantagen. Plantagen werden laut Bericht heute zunehmend genutzt um illegal geschlagenes Holz rein zu waschen. So ist z.B. die Plantagenfläche in Laufe der vergangenen 10 Jahre um 50% gestiegen, der Anteil des verkauften Plantagenholzes ist dagegen um 500% gestiegen. Gleichzeitig ist der Anteil des offiziellen illegalen Einschlages aus solchen Ländern gesunken. Vielfach werden Erlaubnisse zur Anlage von Plantagen nur als vorgeschobener Grund erworben, um in Wirklichkeit illegalen Holzeinschlag durchzuführen und das illegale Holz als Plantagenholz abzusetzen, obwohl die Plantage selbst nie angelegt wurde.
  • (8) Ausweitung der Landwirtschaft durch kleine Farmer.
  • (9) Großflächige Rinderhaltung und Sojabohnenproduktion. Dies ist beispielsweise im Amazonasgebiet heute für 70% des Primärwaldverlustes verantwortlich. Dies hat auch eine ethisch-politische Dimension vor Ort denn viele kleine Landbesitzer werden dort von Großgrundbesitzern von ihrem Land vertrieben und sind gezwungen für ihren Lebensunterhalt neue Flächen zu roden.
  • (10) Erweiterung von Straßenkorridoren, Bergbau, Tagebau und anderes.

Die 20 Wege um illegales Holz rein zu waschen sind nach dem Bericht von UNEP und Interpool (auch illegales Importholz nach Europa):

  • (1) Vermischung illegalen Holzes mit legalem Holz durch Überschreitung der erlaubten Mengen in einer Konzession.
  • (2) Vermischung illegalen Holze mit legalem Holz durch Transport von illegalem Holz zu einer legal konzessionierten Einschlagsstelle (Aufpolterung dort).
  • (3) Nutzung von Einschlagskonzessionen in einem Gebiet, um in einem anderen Gebiet illegal einzuschlagen (Anmerkung: z.B. einem Gebiet mit wertvolleren Stämmen).
  • (4) Vermischung von illegal geschlagen Stämmen und legalen Stämmen in einem Sägewerk oder Papierwerk vor Ort. Alle Produkte des Verarbeiters bekommen das gleiche „Statement“ zu legaler Herkunft.
  • (5) Falschangaben hinsichtlich des produzierten Volumens.
  • (6) Schmuggel von illegalem Holz grenzüberschreitend durch Bestechung und Wiedereinfuhr als „legalen Ursprungs“ und damit Umgehung von (Anmerkung: teuren) Lizenzen.
  • (7) Schmuggel von illegalem Holz grenzüberschreitend durch Bestechung und dann Ausfuhr aus dem Zielland als Holz legalen Ursprunges. (Anmerkung: z.B. von Indonesien nach Malaysia als VPR Land und von dort als legales Holz nach Europa). Beispiel: es gibt steuerbedingte Schätzungen aus Malaysia, dass 90 – 97% des importierten Holzes nach Malaysia illegalen Ursprunges war und damit bis zu 33 mal (!) größer als die offiziellen Angaben (S. 49). (Anmerkung: von Malaysia einem VPA Land für die europäische Due Diligence aus geht Holz als legales Holz direkt nach Europa oder zunächst nach China – wird dort noch weiter vermischt – und von dort nach Europa, USA, Japan).
  • (8) Die (bewaffnete) Kontrolle von offiziellen oder illegalen Grenzstation vor allem in Krisenregionen.
  • (9) Export von Stämmen über Straße oder Schiff über Drittländer im offenen Handel und dadurch Wechsel der Eigentümerschaft und des vermutlichen Ursprunges des Holzes (Anmerkung: über mehrere wechselnde Händler). Hierfür werden teilweise auch extra Scheinfirmen für diese Transaktionen gegründet und später wieder aufgelöst.
  • (10) Fälschung der Herkunft von Holzprodukten in Zollpapieren, einschließlich der Fälschung von Zertifikaten (Zitat: „ …including falsifiing ecocertification“).
  • (11) Falsche Deklaration der Baumarten auf Zollpapieren insbesondere bei gefährdeten oder seltenen Arten.
  • (12) Nutzung von existierenden Exporterlaubnissen und Zertifikaten um illegal in einem anderen Teil des Landes geschlagenes Holz zu exportieren.
  • (13) Mehrfachnutzung derselben Exporterlaubnisse oder desselben Zertifikates. Die Zoll prüft (Anmerkung: selbst wenn er nicht korrupt ist) nur stichprobenhaft. Es ist eine häufige Schmuggelpraxis das Frachtpapier von nicht überprüfte Frachten einfach bei der nächsten Fracht wieder genutzt werden, und wenn sie hier nicht geprüft werden dann wieder etc..
  • (14) Nutzung gefälschter Erlaubnisse oder illegale Erlangung von Permits durch das Hacken von Regierungsseiten oder durch Bestechung.
  • (15) Ein begrenzter Kreis von Handelshäusern erhält offizielle Generalerlaubnisse Holz legal zu exportieren bzw. zu zertifizieren, oft durch Bestechung. Diese Firmen mischen legales Holz mit illegal eingeschlagenem Holz. Jeder Kunde dieser offiziell bestätigten bzw. validierten Handelshäuser kauft so Holz das als legal klassifiziert ist.
  • (16) Erlangung zur legalen Errichtung einer Plantage und Einschlag von bestehendem Primärwald. Viele Plantagen werden einzig und allein zu dem Zweck gegründet die bestehenden Bäume (Anmerkung: im Primärwald) zu fällen. Nach verkauf der Bäume aus dem Primärwald wird oft die Form aufgelöst oder bekommt neuen Plantagen Erlaubnisse für zusätzliche Gebiete.
  • (17) Erlangung einer Erlaubnis für die Gründung einer Plantage und Schleusung illegal geschlagenen Holzes durch diese nicht produktive Plantage. (Anmerkung: die Genehmigung bezieht sich nur auf die Gründung der Plantage und nicht auf die Menge des daraus zu vermarktenden Holzes, also die Menge, die aus der Plantage überhaupt kommen kann; bei der frischen Anlage einer Holzplantage kann man die ersten Jahre naturgemäß bis die Bäume groß genug sind gar nichts ernten !).
  • (18) Verschleierung illegal geschlagenen Holzes mit Vermischung mit legal produziertem Plantagenholz.
  • (19) Vermarktung illegal geschlagenen Holzes als teil legaler Kahlschläge zur Anlage von Palmöl oder Sojaplantagen. (Anmerkung: die erlaubte Anlage einer Plantage beinhaltet auch die legale Vermarktung des auf dieser Flächen geschlagenen Holzes. Wohlgemerkt aus Primärwald der eigentlich rechtlich niemandem in dem Sinne wie z.B. bei Europäischen Wäldern gehört! Der Betreiber vermarktet aber illegales Holz aus anderen Flächen über diese Erlaubnis mit).
  • (20) Einschlag von weit angelegten Korridoren von neu angelegten Straßen. (Anmerkung: Der Einschlag für die Straße ist legal, die „Straße“ wir aber mehrfach so bereit wie nötig angelegt).

Was kann jeder tun

Wer das das Risiko von Raubbauholz vermeiden will (Anmerkungen von B&S) …

(1) … sollte Holzprodukte der kurzen Wege aus heimischer Herkunft kaufen, wie sie mit dem Klima- und Umweltlabel HOLZ VON HER erhältlich sind.

(2) … sollte bei Produkten aus Importhölzern auf anerkannte Waldlabel achten wie FSC oder PEFC.

(3) … sollte auf Produkte mit Palmöl und auf importierten „Biosprit“ verzichten

Generell gilt: die Zertifizierung nachhaltiger Waldwirtschaft alleine kann die Biodiversität und die Primärwaldflächen in den Tropen nicht schützen

In den Tropen sind generell zertifierte Waldflächen (FSC, PEFC) besser als Waldflächen ohne Zertifizierung. Dennoch muss man bedenken, dass die  Zertifizierung nachhaltiger Waldwirtschaft alleine am Risiko für Biodiversitätsverluste in Tropischen Urwäldern nur wenig ändern kann, weil:

  • (1) Die Biodiversität nicht im Fokus der Zertifizierungen ist.
  • (2) Bisher nur wenige Flächen gerade in den Ländern mit den noch verbliebenen großen Primärwaldflächen zertifiziert sind.
  • (3) Einschlagskonzessionen hier schneller vergeben awerden, als Waldflächen zertifiziert werden können. Auch legale staatliche Papiere für Holz aus diesen Weltregionen sind möglicherweise kritisch einzustufen (vgl. von der deutschen BLE aufgedeckter Due Dilligence Fall mit Wenge aus dem Kongo 2015). Hier wurden selbst in Schutzgebieten Einschlagskonzessionen vergeben.
  • (4) Die Hauptursache für die Abholzung von Primärwäldern in den Tropen ist heute jedoch in vielen Länder nicht mehr nur die Holznutzung als billiges Raubbauholz (das die Weltmarktpreise für Schnittholz weltweit um bis zu 9-16% drücken kann; WWF, 2009), sondern die Abholung für den Anbau von Palmöl und Zuckerrohr für („Bio“-) Agrartreibstoffe und Soja für Futtermittel wegen des weltweit ansteigenden Fleischkonsumes, auch in Regionen wo dieser bisher sehr niedrig war (z.B. Asien, China).

In vielen tropischen Region das Korruptionsrisiko hoch ist. Gerade in Afrika, Asien, Lateinamaerika  stuft selbst die Weltbank das Korruptionsrisiko sehr hoch ein. Die Raubbaustoffströme sind lang und unüberschaubar. Allein der Blick auf die Handelsströme von Tropenholz, die weltweiten Zwischenhändler und Zwischenlagerplätze bis das Holz überhaupt erst einmal in Europa angelangt ist, macht eigentlich schon deutlich das Raubbauholz nur äußerst schwer (bis kaum) von legalem Holz, auf diesen extrem langen Transportwegen im Stoffstrom getrennt werden kann.

 


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Dieser Beitrag wurde für HOLZ VON HIER verfasst von G. Bruckner und P. Strohmeier.


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Biodiversität: „Biodiversitätsverluste durch Landnutzungsänderung und kommerziellen Holzeinschlag in tropischen und borealen Primärwäldern“

Porträt eines Gorilla
Bild: Protrait eines Gorillas. Ihr Lebensraum in Afrika verschwindet rasend schnell. China kauft Land und Einschlagskonzessionen in Afrika in einem Ausmass das man nur als zweite moderne Form der „Ressourcen-Kolonialisierung“ bezeichnen kann. (Anmerkung B&S, Bild: B&S gekauft für Aktionen von HvH).

Biodiversitätsverluste durch Landnutzungsänderung und kommerziellen Holzeinschlag in tropischen und borealen Primärwäldern.

Tropische Primärwälder (Urwälder) gehören zu den artenreichsten Lebensräumen der Erde, 50-70% aller Arten der Welt leben hier (UNEP, 2002). Sie sind Hot Spots der Biodiversität. Dabei macht ihre Fläche nur 10% der Landfläche der Erde aus. Das bedeutet, in keinem anderen Lebensraum finden sich so viele Arten auf engem Raum, wie in tropischen Primärwäldern. Tropenwälder zählen aber auch zu den gefährdetsten Lebensräumen. Ihr Schutz würde den größten Beitrag zum Schutz der weltweiten Biodiversität leisten. Tropenwälder gehen aus verschiedenen Gründen verloren, zu den wichtigsten zählen Rodung zur Landgewinnung für Plantagen (Palmöl, Zuckerrohr, Soja und andere), Brennholznutzung und kommerzieller Holzeinschlag. Vielfach ist es auch eine Kombination dieser Faktoren.

Jede kommerzielle, auch zertifizierte, Nutzung bisher unberührter Primärwälder führt letztlich zu einem Verlust an Biodiversität.

Dabei kann die »Bewirtschaftung« dieser Wälder auch bis zu 100%-iger Entnahme von Biomasse (Kahlschlag) und zu einer Zerstörung der organischen Bodenschicht führen, z.B. für die Vorbereitung der Rekultivierung, meist die Anlage von Plantagen für Holz, Palmöl, Zuckerrohr und anderes (WBGU, 2009). Aber auch eine Einzelstammentnahme, die oft als schonende Nutzung der Tropischen Primärwälder angesehen wird, führt nach neuen wissenschaftlichen Studien letztlich zu starken Artenverlusten in diesen Lebensräumen (Asner et al, 2006). So werden z.B. pro verwertetem Baum im Amazonasgebiet 27 weitere Bäume beschädigt, 40 Meter Straße neu gebaut und 600 m² Lücke ins Kronendach gerissen (WWF, 2008).

Waldzertifizierung alleine kann die Vernichtung tropischer Primärwälder nicht aufhalten, ist aber eine der wichtigen  Maßnahmen gegen den Raubbau.

Waldzertifizierungen in den Tropen sind als ein Sensibilisierungsinstrument und eine von verschiedenen möglichen Maßnahmen gegen ungeregelten Raubbau und insofern sehr wichtig. Gerade bei Importen in die EU ist auf Label für die Nachhaltige Waldwirtschaft (dz.B. die weltweit agierenden Label FSC und PEFC) zu achten. Bisher sind in Asien aber nur 3%, Lateinamerika 2% und Afrika 0,5% der Wälder nach Waldlabeln wie PEFC bzw. FSC zertifiziert (I-Net Seiten PEFC und FSC; mehr Infos Info CD „Wälder global und regional“ und auf http://www.holz-von-hier.de). Der Importanteil an so zertifizierten Hölzern in die EU ist noch gering. Da gerade in diesen Regionen die Regenwaldzerstörung aber rapide voran schreitet, kann die Waldzertifizierung allein die Vernichtung tropischer Primärwälder nicht aufhalten. Hinzu kommt das Problem der Kontrolle. Asiatische Länder wie China und Indonesien entwickeln sich zu den größten Tropenholzumschlagplätzen weltweit. Eine Kontrolle der Holzherkünfte ist hier nach Einschätzung vieler Marktkenner kaum bzw. nicht möglich.

Auch die Nutzung von tropischem Plantagenholz ist keine Lösung gegen den Raubbau.

Diese sind meist in den letzten 20 Jahren entstanden und für viele wurden zuvor Primärwälder abgeholzt. Zudem wird tropisches Plantagenholz in der Holzqualität (kurze Wachstumszyklen: Teak 30 – 50 Jahre) von der Branche meist schlechter bewertet als Holz aus Primärwäldern, das gilt auch für die noch jungen Plantagen mit Nachhaltigkeitslabeln. Für qualitativ hochwertige Produkte wird nach wie vor auf Holz aus Primärwäldern zurückgegriffen. Plantagen in den Tropen können also den Druck auf die tropischen Primärwälder letztlich nicht verhindern.In Verbindung mit illegalem Holzhandel zeigt sich zudem ein weiteres Problem: in der letzten Dekade stieg die Fläche an Holzplantagen in Indonesien um ca. 80% an. Im gleichen Zeitraum stieg der Anteil von Plantagenrundholz auf dem Markt aber um 600%! Experten gehen hier davon aus, dass ein großer Anteil illegal geschlagenen Holzes unter der Bezeichnung „Plantagenholz“ in den Handel geschleust wird (Interpol environmental crime programme, 2012).

Beispiele für durch Holzeinschlag gefährdete Arten.

  • Gorillas leben in den Wäldern Zentralafrikas. Abholzung von Urwäldern, auch für den Holzexport bedrohen die Art existenziell. In Afrika sind in den letzten 20 Jahren ca. 80 Mio. Hektar Urwald durch Raubbau verloren gegangen (FAO, 2011), mit fatalen Folgen.
  • Primärwaldeinschlag ist die wichtigste Ursache für das Verschwinden von Tieren Lateinamerikas (Riesenotter, Jaguar u.a).
  • In den letzten 20 Jahren hat hier die Primärwaldfläche um 93 Mio. Hektar abgenommen (s.o.). Raubbau-Holzeinschlag für Tropenhölzer zerstört einen großen Teil des Lebensraums des asiatischen Tapirs, allein 50% in den letzten drei (!) Tapirgenerationen (IUCN red list).
  • Orang Utans gelten als „Gärtner des Regenwaldes“. Studien gehen davon aus, dass, wenn nicht bald Einschneidendes geschieht, es nur noch 20 Jahre dauern wird, bis es in der Heimat des Orang Utans keinen Tropenwald mehr gibt. Nur 20 Jahre ! (IUCN red list) bis eine so eindrucksvolle Art von der Erde verschwindet.
  • Auch Sumatra-Tiger kämpfen ums Überleben. Jedes Jahr verschwinden 1,3 Mio. Hektar der Heimat des Tigers für Exportholz, Papier- und Palmölplantagen. Gartenholz aus Thermoholz statt Merbau, Meranti, Teak und anderem Tropenholz aus Raubbau ist ein erster Schritt hier zu helfen.

Was jeder tun kann: fragen Sie beim nächsten Produktkauf nach dem Label „HOLZ VON HIER“.

Produkte mit dem Label HOLZ VON HIER stehen für Holz der kurzen Wege aus nachhaltig bewirtschafteten heimischen Wäldern entlang der gesamten heimischen Verarbeitungskette. Das trägt systemimmanent zum Schutz der weltweiten Biodiversität bei. Fragen Sie beim nächsten Produkteinkauf nach dem Label HOLZ VON HIER, denn je mehr Sie dies nachfragen umso mehr werden Hersteller, Händler und Baumärkte auch verstärkt auf das neue Label HOLZ VON HIER setzen und damit weltweit einen wichtigen Beitrag leisten die Biodiversität zu schützen.

Holz von Hier ist nicht nur ein Klima- und Umweltlabel sondern eine junge gemeinnützige Initiative, die zum Schutz von Klima, Biodiversität und Ressourcen sowie zur regionalen Wertschöpfung und Verbraucherschutz beiträgt. Dazu brauchen wir Ihre Unterstützung! Beteiligen Sie sich an Holz von Hier Aktionen, schenken Sie uns ein Link und Like und abbonieren Sie diesen Blog.

Mehr Infos unter http://www.holz-von-hier.de

 


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Biodiversität: „Risiko für Biodiversitätsverluste und die Produktumweltampel“

Okapi
Bild: Okapi, ein scheuer Waldbewohner dessen Lebensraum, die ungestörten Primärwälder der Tropen, jedes Jahr ein Stück kleiner wird. Durch Raubbau aber auch legalen Einschlag über Einschlagskonzessionen der Länder mit verbliebenen tropischen Regenwäldern. Wenn wir wollen dass diese Lebensräume erhalten werden, muss die Weltgemeinschaft für den Erhalt (!) und Schutz von tropischen Primärwäldern bezahlen. (Bild: B&S gekauft für Aktionen von HvH).

Risiko für Biodiversitätsverluste und die Produktumweltampel

Biodiversität ist eine bislang wenig beachtete Umweltwirkung von Produkten, die sich kaum in existierenden Bewertungsinstrumenten oder Labeln wieder findet. Selbst im Hinblick auf Holz wird der Einfluss eines Produktes auf die Biodiversität in bestehenden Labeln nicht bewertet. In Umweltproduktdeklarationen oder Ökobilanzen fehlen entsprechende Aussagen völlig. Das spiegelt auch wieder, dass die Auswirkungen von Produkten und Produktionsweisen auf die Artenvielfalt schwer zu erfassen sind. Indikatoren werden eher umgekehrt untersucht, z.B. in Form des Zustands der Artenvielfalt bestimmter Ökosysteme. Derzeit gibt es erste Bestrebungen, sich diesem Thema anzunähern, die sich aber beispielsweise auf die Auswirkungen ganz bestimmter Bewirtschaftungsweisen von Wäldern auf die Artenvielfalt beschränken und sich nicht nur auf einen Rohstoff fokussieren, sondern Auswirkungen auch sehr lokal untersucht.

Bedeutung und Bewertung in der Produktumweltampel

In der Produktumweltampel die Holz von Hier, gefördert von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, gemeinsam mit Partnerorganisationen herausgibt und kontinuierlich weiterentwickelt, wird ein neuartiger Ansatz gewählt, der eine allgemeine Abschätzung für das Risiko von Biodiversitätsverlusten ermöglicht. Die einzige hierfür geeignete verfügbare Datenquelle zur Biodiversität bzw. deren Gefährdung stellt die internationale Rote Liste von IUCN dar.

  • Die „Red List“ lässt vielfältige Auswertungsoptionen zu und ist eine solide und belastbare Datenbasis, da nur vielfach untersuchte und belegte Zusammenhänge Eingang in die Rote Liste finden.
  • Da nur ein geringer Teil der Arten der Welt derzeit überhaupt in der „Red List“ erfasst und beschrieben ist, stellen die auf die Rote Liste gestützten Aussagen der Umweltampel aber nur Mindestaussagen der Gefährdung dar, die sogar noch höher sein kann bzw. wahrscheinlich sein wird.
  • Anhand der Informationen in der Roten Liste lassen sich Gefährdungen bestimmen Weltregionen oder Ländern zuordnen, ebenso wie bestimmten Prozessen.Daher ist es möglich, den Einfluss der Gewinnung von unterschiedlichen Materialien z.B. oder unterschiedlichen Produktionsstätten auf die Gefährdung der Artenvielfalt abzuschätzen.
  • Dennoch weist der Parameter Biodiversität eine Besonderheit gegenüber anderen Parametern wie z.B. Energie oder Klima auf. Anders als bei letzteren kann im Bereich Biodiversität keine mengenbezogene Aussage zum Produkt oder Material getroffen werden, etwa nach dem Schema „1 tonne Material X hat diese Auswirkung und 2 tonnen Material X jene“.
  • Anders als z.B. hinsichtlich der Emissionen von Kohlendioxid, die man konkret beziffern kann und die auch unmittelbar wirken, ist der Artenverlust in der Regel eine Langzeitwirkung, die sich erst nach einer längeren Einwirkungsdauer zeigt.
  • Die Daten in der Roten Liste repräsentieren Gefährdungsabschätzungen und keine Mengenangaben.
  • Daher ist der neu für die Umweltampel entwickelte innovative Faktor RBL (Risk of Biodiversity Loss) keine quantitative Aussage, sondern drückt ein Risiko aus. Denn, 1) ist in der Red List nur ein Bruchteil der weltweit gefährdeten Arten genannt, 2) ist Biodiversität mehr als die Summe aller Arten und 3) sind in der Red List Mehrfachnennungen möglich, dass heist manche Arten sind durch mehrere Ursachen gefährdet, ihr Verlustrisiko ist also insgesamt wohl höher als mit dem RBL-Wert erfasst werden kann.
  • Die Produktumweltampel wird Teil der Holzinfomeile von Holz von Hier.

 

Produktumweltampel
Mehr Infos unter http://www.holz-von-hier.de
http://www.holz-von-hier.de/produktumweltampel-app/


Die gemeinnützige Initiative Holz von Hier, mit dem gleichnamigen Klima- und Umweltlabel HOLZ VON HIER, hat das Ziel einen Beitrag zu Klima-, Umwelt- und Ressourcenschutz sowie regionaler Wertschöpfung und Verbraucherschutz zu leisten. Das geht, neben politischen Vorgaben, nur über Information und nachhaltige Produkte. Wie Sie das unterstützen können, wie wir gemeinsam hier viel bewegen können und die Ziele ganz konkret umsetzen können erfahren Sie unter „aktiv werden“ bei http://www.holz-von-hier.de


Dieser Beitrag wurde für HOLZ VON HIER verfasst von G. Bruckner und P. Strohmeier.