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Baustoffe: „Brandverhalten von Baustoffen“

Feuerwerhrhaus
Bild: Feuerwehrhaus in Holzbauweise. Haben Sie sich schon einmal gefragt warum Feuerwehrleute Holzbaubrände für ungefährlicher einstufen als einen Brand in anderen Gebäuden?

Sicherheit für und im Brandfall ist oberstes Gebot und das hängt von mehr Aspekten ab als dem Brandverhalten einzelner Baustoffe 

Die Brandklassen sind nur ein Aspekt der Sicherheit im tatsächlichen Brandfall. Mindestens ebenso bedeutsam für die Sicherheit zwei weitere Aspekte:

  1. Wie standsicher ist das Gebäude. Damit ist gemeint, wie viel Zeit man hat, um das brennende Gebäude sicher zu verlassen.
  2. Welche Gesundheitsgefahren entstehen. Denn, die meisten Menschen sterben bei Gebäudebränden nicht durch einstürzende Gebäudeteile, sondern durch giftige Gase („Rauchvergiftung“). Nach Aussagen von Brandschutzexperten kommen die meisten Todesfälle bei Hausbränden nicht durch herabstürzende Teile zustande sondern durch toxische Brandgase.

Jedes Gebäude kann brennen

Da darf man sich nicht täuschen: ob Ziegel, Beton oder Holz – jedes Gebäude kann brennen. Im folgenden ist als Vergleich das Brandverhalten von Holzprodukten im Vergleich zu Kunststoffprodukten beschrieben.

Beispiel 1:  Brandverhalten von Holzprodukten

  • Brandstoffklasse: je nach Produkt von schwer entflammbar (z.B. Böden) bis normalsentflammbar.
  • „Hohe Standfestigkeit im Brandfall“. Bei Holz ist die Standfestigkeit im Brandfall wesentlich besser kalkulierbar, als z.B. bei Stahlträgern. Beim Holzbrand, bildet sich um das Kernholz von selbst eine Art Schutzmantel aus Holzkohle. Diese Verkohlungsschicht verhindert bei Holzprodukten im Brandfall das schnelle Durchbrennen. Es kann kein Sauerstoff mehr ins Holz eindringen und der Abbrand verlangsamt sich stark. Dies hemmt die Ausbreitung des Feuers und so können höchste Brandschutzanforderungen bis F90 B / REI 90 errichtet werden. Die Standfestigkeit bei einem Brand ist in Holzhäusern mit massiven tragenden Holzbalken teilweise besser als in Betonbauten mit Stahlträgern. Deshalb musste man ja dazu übergehen, Stahlträger in Betonbauten immer raffinierter zu ummanteln, früher mit Asbestummantelungen und heute mit gegen Feuer imprägnierten Kunststoffmaterialien, die jedoch massiven Bränden auch nur begrenzte Zeit standhalten können. Bei massiven Holzwänden und Massivholzmauern kommt dazu, dass auch die Gefahr der Selbstentzündung von z.B. Tapeten oder Vorhängen auf der anderen Wandseite stark herab gesetzt ist. So kann ein Brand nicht oder nur schwer von einem Raum auf den anderen übergreifen und sich nicht, wie es sonst häufig vorkommt, durch Selbstentzündung von Tapeten, Vorhängen in dem Feuer abgewandten Räumen ausbreiten.
  • Keine giftigen Gase im Brandfall. Bei natürlichem Holz entstehen keine giftigen Gase im Brandfall. Im Brandfall haben Holzprodukte eine deutlich geringere Rauchentwicklung als z.B. Kunststoffe und brennen auch nicht tropfend ab. Bei Bränden in Holzhäusern mit Holzfenstern und Holzböden usw. ist die Gefahr einer Rauchgasvergiftung weit geringer als z.B. beim Abbrand von Kunststoffen. Beim Abbrand von PVC beispielsweise können giftige Gase entstehen, das ist gesundheitsgefährdend bei und noch nach einem Brand.

Beispiel 2: Brandverhalten von Kunststoffprodukten

  • Brandstoffklasse: leicht entflammbar, brennendes Abtropfen.
  • Brandverhalten von Kunststoffprodukten an der Gebäudehülle. Im Brandfall schmelzen Kunststoffprodukte und tropfen gegebenenfalls auch brennend ab. Abtropfende brennende Kunststoffe können nur schwer gelöscht werden. In letzter Zeit häufen sich die Fernsehberichte von brennenden EPS gedämmten Fassaden. Von Feuerwehrleuten kam hier oft die Aussage „es ist als würde man in ein Feuer Erdöl gießen“. Viele Bundesländer reagieren mit Verschärfung der Vorschriften indem z.B. bei Neubauten von mehrstöckigen Häusern bei Kunststoffdämmungen verstärkt sogenannte Brandriegelbänder aus Mineralwolle eingefügt werden müssen. Ob dies allerdings in der Praxis ausreichen wird, die extrem schnelle Ausbreitug von Kunststoffbefeuerten Bränden an Gebäudehüllen aufzuhalten ist in der Praxis noch unklar.Zudem gilt dies nur für Neubauten nicht für Altbauten oder Sanierungsbau, denn ein Nachrüsten wäre hier viel zu teuer (einen Bericht darüber aus dem NDR Fernsehen mit Aussagen von Feurerwehrleuten gibt es auf http://www.holz-von-hier.de/mediathek).
  •  Steigerung der Brandlast durch viele Kunststoffprodukte im Gebäudeinneren. Wir vergessen aber oft, dass wir auch im Inneren unserer Häuser heute unglaublich viele Kunststoffprodukte haben. Auch Böden aus Kunststoffen können daher eine erhebliche Steigerung der maßgeblichen Brandlast ergeben. Was oft nicht von Anfang an, auch nicht in der Gebäudeplanung, berücksichtigt wird. Dies ist auch dann der Fall wenn oder obwohl heute nahezu alle Kunststoffprodukte im Baubereich mit Flammschutzmitteln versehen sind.
  • Gesundheitsgefahren durch giftige Gase beim Abbband. Das Problem ist hier zudem, dass bei Brand von Kunststoffen sehr dichter beißender und hochgiftiger Rauch entsteht, der die Orientierung und damit die Fluchtgeschwindigkeit gerade in öffentlichen Gebäuden mit Personengruppen erschwert, die sich selbst schwer orientieren und organisieren können (z.B. Schulen, Kindergärten, Seniorenheime, Krankenhäuser usw.). Bei der Verbrennung von Kunststoffen und besonders PVC Produkten in den Gebäuden entstehen neben Kohlenmonoxid und Stickstoffoxiden auch hochgiftige Chlorwasserstoffe und Dioxine sowie ggf. auch hochgiftige und kanzerogene polykondensierte Aromate (z.B. Pyrene und Chrysene). Auch und gerade die heute noch meist verwendeten bromhaltigen Flammschutzmittel (z.B. HBCD) spalten bei der Verbrennung hochgiftige Dibenzodioxine/-furane ab. Eine weitere Gefahr geht von schwermetallhaltigen Stabilisatoren (z.B. Blei) aus.

Brandklassen von Baustoffen

Im Gebäudebau und der Planung ist nach den heutigen Vorschriften sehr viel ausgerichtet an den Brandstoffklassen der Baustoffe. Sie bestimmen die Planung und Ausschreibung wesentlich mit. Das Brandverhalten eines Baustoffes wird dabei nach DIN EN 13501-1 in folgende Brandklassen eingeteilt:

  • A1: nichtbrennbar ohne Anteile von brennbaren Baustoffen (mit: keine Rauchentwicklung, kein brennendes Abtropfen/Abfallen).
  • A2 – s1 d0: nichtbrennbar mit Anteilen von brennbaren Baustoffen (mit: keine Rauchentwicklung, kein brennendes Abtropfen/Abfallen).
  • B1, C-s1 d0: schwerentflammbar (mit keine Rauchentwicklung, kein brennendes Abtropfen/Abfallen).
  • A2, B1, C – s2 d0: schwerentflammbar (mit: kein brennendes Abtropfen/Abfallen).
  • A2, B2, C – s3 d0: normalentflammbar (mit: keine Rauchentwicklung).
  • A2, B2, C – s1 d1: : normalentflammbar (mit: kein brennendes Abtropfen/Abfallen).
  • A2, B3, C – s1 d2 / A2, B, C – s3 d2 / D – s1 d0 / D – s2 d0: leicht entflammbar (brennendes Abtropfen, Abfallen).

Bis hin zur Baustoffklasse B1 (schwer entflammbar) gelten Baustoffe als selbstverlöschend. Ab Baustoffklasse B2 (normalentflammbar) und B3 (leichtentflammbar) unterhält der Brand sich selbst, auch wenn die Brandursache entfällt. Entscheidend ist hierbei für die Sicherheit im Brandfall, dass Baustoffe nach B1 als selbstverlöschend gelten, während sich bei Baustoffen nach B2 und darunter der Brand selbst erhält, auch wenn die Brandursache entfällt (z.B. abtropfendes Weiterbrennen).

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Möbel und Innenausbau: „Schön und nachhaltig soll es sein!“

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Bild: Vollholzplatte aus Ulme für einen Schreibtisch. Holz von Hier ist immer und auch im Matrialmix ein Hinkucker.

Deutschland ist „Weltmeister des Internationalen Wohnens

Deutschland und USA haben hohe Importraten an Möbeln. In die USA werden pro Jahr Möbel im Wert von 16-17 Mrd. Euro importiert, in Deutschland sind es 7-8 Mrd. Euro (VDM-Statistiken), obwohl hier deutlich weniger Menschen leben. Deutschland kann so als ein Importweltmeister für im Ausland gefertigte Möbel gelten. Bei uns bedeutet das weniger Wertschöpfung und weniger Klima-/Umweltschutz.

Die Möbelindustrie der Welt hat Deutschland als Absatzmarkt und Trendplattform im Fokus.

Neuheiten, Trends, Wandel. Wenn man die einschlägigen Messen und Portale der Branche besucht wird die jährlich wechselnde Vielfalt an Designs und Neuheiten im Möbel- und Innenausbau deutlich, fast wie in der Modewelt. Deutsche Unternehmen sind sehr erfinderisch. Aber auch der Turnover durch Kopieren der deutschen Trendsetter von Herstellern in Billiglohnländern ist enorm. Die Top-Argumente für Produkte heimischer Betriebe sind Ideen, Kreativität, Design, Top-Qualität der Ausführung, individuelles Eingehen auf Kundenwünsche und in der Regel sehr gutes Preis-Leistungs-Qualitätsverhältnis. Auch die Vielfalt der Dienstleistungen rund ums Einrichtungen ist vor allem im Mittelstand hoch. Heimische Betriebe übernehmen Verantwortung für ihre Region, ihre Arbeitnehmer und ihre Kunden.

  • Die deutschen Möbelhersteller sind auf einen technischen top-Level. Heimische Schreinereien sind hoch kreativ und innovativ. Aber auch die  Konkurrenz mit kopierten Billigimporten aus Niedrigproduktionsländern ist heute extrem. Sich mit Individualität und Design hier absetzen zu wollen trägt oft nur für eine jeweils begrenzte Zeit.
  • Was jedoch nicht von Importen kopiert werden kann, sind top-umweltfreundliche heimische Rohstoffe, z.B. Holzmöbel mit Holz von Hier Nachweis.

Leider wird bei Holzprodukten immer noch Holz unsicherer Herkunft mit langen Transporte im Warenstrom im Möbelbau und Innenausbau eingesetzt.

Importe von Schnittholz, Furnier und Furniersperrholzplatten für den Möbelbau oder ganze Einrichtungen nehmen zu und gerade im Möbel und Innenausbau werden hier oft Tropenhölzer verwendet. Bei Importen sollte man immer Label für nachhaltige Waldwirtschaft in den Herkunftsländern achten.

In Deutschland werden etwa 70 Tropenhölzer verarbeitet, etwa 33 davon sind laut IUCN gefährdete Arten (z.B. Meranti, Ramin, Teak). Mehr als 30 weitere Tropenhölzer kommen aus unsicheren Quellen bzw. Raubbau. Kontrolle von Tropenholzimporten ist nach Erfahrung der Holzwirtschaft bei vielen Ländern mit großen Tropenholzumschlagplätzen (z.B. China, Indonesien) nahezu unmöglich.

Die Verstöße gegen die europäische Due Diligence bereits kurz nach ihrer Einführung zeigen, „… dass der Nachweis der legalen Holzherkunft aus Ländern mit hohem Korruptionsrisiko allein mit staatlichen Dokumenten nicht erbracht werden kann“ so das BMELV. Bei den Importen wird oft Holz „unsicherer Herkünfte“ bzw. Tropenholz verwendet.

Exotisch klingende Phantasiehandelsnamen sollten beim Holzbodenkauf niemanden betören, denn sie machen das Wohnzimmer nicht schöner als heimische Hölzer und hinter vielen dieser Namen stehen weltweit gefährdete Baumarten (Red List IUCN) oder Hölzer aus Raubbau. Gerade bei den Tropenhölzern ist besonders wichtig darauf zu achten, dass das Holz nicht aus Raubbau stammt (z.B. durch die weltweiten Waldlabel FSC oder PEFC), es wäre aber auch wichtig darauf zu achten, dass es sich nicht um Baumarten der Roten Liste von IUCN handelt (mehr Infos http://www.holz-von-hier.de).

„Rote Karte“ für Tropenholz der Roten Liste von IUCN.
„Rote Karte“ für Tropenholz aus Raubbau an Primärwäldern

Beispiele dafür sind: Abachi (Obeche), Afromosia (Kokrodua), Amaranth, Aningré, Apa (Doussié, Afzelia), Bilinga (Opepe), Bongossi (Azobé), Bubinga (Kevazingo), Cumaru (Amburana), Dibétou (African Walnut), Iroko (Kambala), Jatobá (Brasilian cherry), Rotes Khaya (Benin), Mahogany (Lagos M.), Kingwood (Zebrawood, Tigerwood, Urunday), Makoré, Merbau, Missanda (Tali), Padouk (Korallenholz, Brawood, Camwood), Palisander Rosewood), Peroba Rose (Amarello), Sirari, Sonokeling, Sucupira (Aramatta), Wenge (Panga Panga).

Gefährdete Tropenholzarten-Flyer-s2

Aber es muss ja nicht unbedingt Tropenholz sein wenn man schön wohnen will, die Vielfalt und Schönheit heimischer Hölzer ist enorm. Die meisten Tropenholzimporte könnten aus technischen und optischen Gründen durch heimische Hölzer ersetzt werden. Wir haben etwa 60 heimische Baumarten als Alternative! Brauchen wir wirklich Holz aus Urwäldern? Heimisches Holz der kurzen Wege stammt aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern!

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Bild: Bücherwand Robinie.

Die Schönheit und Vielfalt heimischer Hölzer für Möbel und Innenausbau entdecken.

Holz im Möbelbau und Innenausbau ist unverzichtbar, sehr oft werden hier aber Tropenhölzer eingesetzt. Holz von Hier will dazu beitragen die Schönheit und Vielfalt heimischer Hölzer wieder in den Blick zu rücken. In unseren Wäldern wachsen 60 wunderschöne heimische Holzarten! Wir brauchen kein Tropenholz, das immer noch vielfach aus Raubbau stammt. Birke lässt sich statt Ramin oder Limba verwenden, Ulme statt Aningré, Robinie statt Teak, Nussbaum statt Palisander, Bergahorn statt kanadischer Ahorn, Räuchereiche statt Wenge, um nur einige zu nennen. Heimischer Hölzer machen jeden Raum jedes Möbelstück zu einem Erlebnis. Innovationen wie Thermohölzer und Räucherhölzer ersetzen auch dunkle Tropenhölzer oder Tropenholz im Außenbereich optisch und technisch. Technische Verfahren, wie das „Räuchern“, entlocken heimischen Hölzern ungeahnte Farbvarianten die dunklem Tropenholz einiges voraus haben. Hölzer wie heimisches Thermoholz kann Tropenholz in jeder Anwendung ersetzen, auf Terrassen, am Swimmingpool, im Bad.

„Grüne Karte“ für nachweislich heimisches Holz der kurzen Wege.

Holzarten wie Ahorn, Birke, Buche, Douglasie, Eiche, Erle, Esche, Fichte, Hainbuche, Kirsche, Kiefer, Lärche, Nussbaum, Robinie, Rüster, Tanne, Zirbelkiefer, Thermohölzer aller Holzarten, Räucherhölzer aller Holzarten und andere heimische Hölzer sind sehr gut für Holzböden geeignet. Aber auch bei Arten die potentiell bei uns vorkommen ist ohne Herkunftsnachweis nicht automatisch gesagt, dass das Holz aus (unseren) nachhaltig bewirtschafteten Wäldern stammt: Ahorn aus Kanada, Robinie und Eiche aus Rumänien, Lärche aus Sibirien usw.

Hier ist der Herkunftsnachweis und das Label HOLZ VON HIER ein Nachweis für heimisches Holz der kurzen Wege aus unseren seit langem nachhaltig bewirtschafteten Wäldern.

Finden Sie Ihr heimisches Lieblingsholz. Jedes Holz hat seinen eigenen Charakter, seine eigenen Geschichten, Märchen und Mythen.

Erfahren Sie mehr über: Apfel, Birne, Buche, Douglasie, Eibe, Eiche, Elsbeere, Esche, Esskastanie, Feldahorn, Fichte, Grauerle, Hainbuche, Kiefer, Kirsche, Kornelkirsche, Lärche, Linde, Mehlbeere, Pappel, Platane, Robinie, Rosskastanie, Roteiche, Roterle, Schlehe, Schwarzkiefer, Speierling, Spitzahorn, Tanne, Traubenkirsche, Vogelbeere, Weide, Zirbe, Zwetschge und Co.


Baufunktionale Einheit Innenausbau und Möbel

In den folgenden Blogbeiträgen werden folgende häufige Bauprodukte für den Innenausbau und Möbelbau hinsichtlich der Aspekte „Vorketten, Nutzungsphase, Nachnutzung“ näher beschreiben:

  • Schnittholz – Hobelware.
  • Brettsperholz für Zwischenwände und Decken.
  • Spanplatten
  • OSB Platten
  • Furniersperrholzplatten
  • Mehrschichtplatten
  • Massivholzplatten
  • MDF Platten für den Innenaussbau
  • HSF Platten fü den Innenausbau
  • Holzfaser-Zemnet-Platten (Heraklit) z.B. für Dachausbau
  • Gipsplatten

Die Umweltdaten dazu finden sich in der Produkt-Umwelt Ampel (siehe unten).

Obwohl Holz von Hier natürlich für Holz steht, sollen die Beschreibungen zu den anderen Baustoffen möglichst neutral sein. Darum haben wir uns bemüht, denn jeder Baustoff hat seine Vorteile und auch gewisse Anwendungseinschränkungen. Dennoch ist ein Vergleich von Baustoffen hinsichtlich der Vorketten, Nutzungsphase und Nachnutzungsaspekte sicher für viele Leser interessant. Den Fokus wollen wir dabei bewusst weniger auf technische Aspekte als vielmehr auf Nachhaltigkeits-, Umwelt- und Gesundheitsaspekte lenken. Da wir diese Betrachtung noch nirgends so zusammengestellt gefunden haben, wurden diese „Rohfassungen von Nachhaltigkeits-Baustoffsteckbriefen“ erstellt.

Holz von Hier ist hier offen für Ergänzungen, Anmerkungen und Hinweise und würde sich über Erfahrungen, Wünsche oder Anregungen sehr freuen, mit denen wir die „Nachhaltigkeits-Baustoffsteckbriefen“ nach und nach ergänzen könnten.

Weitere Informationen zu den technischen Aspekten von Baustoffen finden sich z.B. auf den Baustoffdantenbanken von WECOBIS, der FNR und anderen.


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Begleittexte zur Produktumweltampel und Holzinfomeile
Mehr Infos unter http://www.holz-von-hier.de


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Baustoffe: „Keramikfliesen und -platten“

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Bild: Böden aus Keramikfliesen und -platten sind einfach in der Pflege aber fusskalt (Bild: HvH zur Verfügung gestellt).

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Keramikfliesen und -platten: Informationen zu Vorketten, Nutzungsphase, Nachnutzung

Einleitendes

Im Überblick gibt es folgenden Bodenarten: (1) Textile Böden aus Kunststofffasern, (2) PVC Beläge, (3) Keramik, (4) Holzböden wie Dielen und Parkett, (5) Laminat, (6) Linoleum, (7) Kork, (8) Elastomere und (9) Sonstige wie z.B. Textile Böden aus Naturfasern (Baumwolle, Jute, Flachs, Kokos, Hanf, Sisal, Wolle, Haar, Seide). Textile Kunststoffböden: Marktanteil 50% (ca. 240 Mio. m2; Tendenz: fallend). PVC Beläge: Marktanteil 10% (ca. 48 Mio. m2; Tendenz: stark fallend). Keramik bzw. mineralische Beläge: Marktanteil 15% (ca. 72 Mio. m2, Tendenz: steigend). Holzböden (Dielen, Massivparkett, Fertigparkett): Marktanteil 4% (ca. 20 Mio. m2; Tendenz: stark steigend). Laminat: Marktanteile 16% (ca. 80 Mio. m2;Tendenz: sehr stark steigend). Linoleum: Marktanteile 2% (ca. 9 Mio. m2, Tendenz: gleich bleibend).  Kork: Marktanteile 1% (ca. 6,5 Mio. m2; Tendenz sehr stark steigend). Elastomere: Marktanteile 2% (ca. 6,5 Mio. m2; Tendenz: steigend). Sonstiges: Marktanteile 1% (ca. 6 Mio. m2; Tendenz: steigend).

Keramische Fliesen und Platten (Preise ohne Verlegung): Keramische Böden gibt es von <15 bis >50 (> 80) €/m2

Vorketten – Rohstoffe

  • Grundrohstoffe im Produkt. Keramische Fliesen und Platten bestehen aus: Tone 60%, Feldspate 22%, Kaolin 8%, Kalkstein 4%, Sand 3%, Glasuren ca. 4%.
  • Rohstoffgewinnung, Zwischenprodukte, Halbwaren. (1) TON: Ton bzw. Bentonit wird in 42 Ländern der Erde abgebaut (USGS), die drei Hauptabbauländer sind USA 33,7%, China 23,7% und Griechenland 8,4%. Deutschland hat 2,5% Anteil an der Weltproduktion an Bentonit. Jährlich importiert Deutschland aber auch ca. 22.000 Tonnen Bentonit. (2) FELDSPAT: Feldspat wird in 44 Ländern der Erde abgebaut (USGS), die drei Hauptabbauländer sind Italien 25,7%, Türkei 19,1%, China 11,5%. Deutschland gewinnt 1,1% der Weltproduktion an Feldspat. (3) KAOLIN: Kaolin wird in 53 Ländern der Erde abgebaut (USGS), die Hauptabbauländer sind Usbekistan 18,3%, USA 16% und Deutschland 12%. Jährlich werden in Deutschland etwa 4,6 Mio. t Kaolin abgebaut aber auch 0,63 Mio. t importiert aus Belgien, Tschechien, USA, GB und Niederlande. (4) KALK: Kalk wird in 46 Ländern der Erde abgebaut (USGS), die Hauptabbauländer sind China 63,4%, USA 5,4% und Indien 4,3%. Deutschland gewinnt 1,9% der Weltproduktion an Kalk, etwa 6,7 Mio. t (BGR, 2012). Jährlich importiert Deutschland aber auch ca. 1,9 Mio. t Kalk, vor allem aus Österreich, Belgien, Polen und Frankreich.
  • Reichweite. Die Reichweite von Ton, Feldspat, Kaolin, Kalk liegt bei >> 100 Jahren (USGS).

Vorketten – Transporte

  • „Die Bedeutung der Transporte für die Ökobilanz von Produkten wird heute systemisch unterschätzt“ (Holz von Hier). Standarddatensätze aus Ökobilanzen (EPD) rechnen im Grunde produktunabhängig mit 50 bis 350 km für die Vorketten. So werden die Transporte in ihrer Klima- und Umweltwirkung meist stark unterschätzt.
  • Ohne Stoffstromnachweise können im Bau und Innenausbau eingesetzte Produkte tausende von Transportkilometern zurückgelegt haben. Dies soll anhand von Stoffstromindizien aufgezeigt werden. (1) Beispiel Ton. In Deutschland werden jährlich 6,7 Mio. t Ton abgebaut und 0,02 Mio. t importiert (z.B. USA, China, Griechenland). (2) Beispiel Feldspat. Deutschland gewinnt jährlich etwa 0,2 Mio. t Feldspat (1,1% der Weltproduktion), importiert aber auch 0,43 Mio. t Feldspat (z.B. Italien, Türkei, China). (3) Beispiel Kaolin. Jährlich werden in Deutschland etwa 4,6 Mio. t Kaolin abgebaut aber auch 0,63 Mio. t importiert (z.B. aus Belgien, Tschechien, USA, GB und Niederlande). (4) Beispiel Kalk. Deutschland produziert jährlich 6,7 Mio. t Kalk und importiert ca. 2 Mio. t (v.a. aus Österreich, Belgien, Polen und Frankreich, bis > 1.100 km). (5) Beispiel GLASUREN: Glasuren werden in Deutschland aber auch weltweit hergestellt und gehandelt. (6) Beispiel Keramikfliesen. Keramikfliesen werden in Deutschland hergestellt aber auch 0,84 Mio. t Fliesen jährlich importiert (z.B. aus China, Mexiko, Türkei).

Nutzungsphase

  • Gesundheit. In Deutschland hergestellte Keramikfliesen und –platten halten die gesetzlichen Vorgaben zu Formaldehyden, VOC und Eluaten ein (gemessene Werte gibt es kein, in EPD heißt es, es sind „keine Nachweise auf Gesundheitsgefährdung erforderlich“.
  • REACH-RISK. Keramikfliesen enthalten durch den Brand meist keine raumluftbelastenden, ausgasenden Stoffe mehr, das gilt vor allem für in Europa hergestellte Produkte. Dennoch stehen (B) 11 Substanzen auf der REACH Kandidatenliste, die potentiell in Keramikprodukten vorkommen könnten. Anmerkungen: (1) eine Gesundheitsgefährdung geht bzw. ging früher hauptsächlich durch die Glasuren aus. Dies ist bei deutscher Produktion strengeren Kontrollen unterworfen als bei einer Produktion in Erdteilen mit weniger strengen Auflagen. Natürlich ist dieser Aspekt zudem bei Böden weniger relevant als beispielsweise bei Glasuren für Essgeschirr oder Trinkgefässe. (2) Mikrobiologische, allergene Stoffe wie Milben, Hausstaub, Pilze usw. können sich auf der Fliesen selbst kaum halten oder entwickeln, aber sehr wohl in den Verlegfugen. (3) Bei Verlegung mit einem Kalk- oder Zementmörtel wird die Raumluft nicht mehr belastet, wenn das Anmachwasser verdunstet ist. Bei einer Verlegung mit Klebern, besteht sowohl eine höhere Ausdünstungsgefahr wie ein höheres Risiko der mikrobiologische Besiedlung.
  • Sicherheit – Verhalten im Brandfall. Stein und Keramikböden gelten als nicht brennbare Böden. Nach der Projektdatenbank wecobis des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung und der Bayerischen Architektenkammer sind Naturmaterialien wie Holz und Stein sowohl in der Nutzungsphase wie auch im Brandfall optimal gesundheitsverträglich. Bei Brand entstehen die üblichen Brandgase allerdings ohne hochtoxische Stoffe wie z.B. bei Kunststoffbränden.
  • Haltbarkeit. Die Haltbarkeit von Keramik Böden wird vom BNB mit >50 Jahre angegeben. Je nach Art und Qualität der Keramik kann die Haltbarkeit aber noch höher sein.
  • Strapazierfähigkeit, Pflege, Reparaturfreundlichkeit. Keramik und Steinböden sind sehr robuste und pflegeleichte Böden.

Nachnutzung – Ist Stand und Potentiale

  • Der übliche Nachnutzungsweg ist für Keramikböden ist die Bauschuttdeponie, da die Fliesen und Platten in der Regel fest mit dem Untergrund verklebt werden und bei Bauabbruch kaum bruchfrei abgelöst werden können.
  • Es ist kein Reuse oder Recycling möglich

Umwelt und Qualitätssiegel

  • IBU-Qualitätssiegel der deutschen Fliesenhersteller.
  • EPD sind kein Label


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Baustoffe: „PVC-Vinyl-Boden“

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Bild: Textilmuster aus Kunststofffasern (Bild: B&S).

Begleittexte zur Produktumweltampel und Holzinfomeile
Mehr Infos unter http://www.holz-von-hier.de
http://www.holz-von-hier.de/produktumweltampel-app/

PVC-Vinyl-Boden: Informationen zu Vorketten, Nutzungsphase, Nachnutzung

Einleitendes

Chemische Prozesse sind energieaufwändig. Polyvinylchlorid ist ein Kunststoff der an sich – unabhängig von weiteren Additiven – bereits als gesundheitsgefährlich beschrieben ist. PVC Böden gibt es in einer sehr weiten Preisspanne.

Gesundheitsrisiken im täglichen Gebrauch sind bei einigen Kunststoffen bereits durch den Kunststoff an sich gegeben. Beispielsweise PVC (Polyvinylchlorid) wird vielfach selbst als Krebs erzeugend und erbgutverändernd beschreiben. Kunststoffprodukte enthalten aber zudem teilweise hohe Konzentrationen an Weichmachern, Stabilisatoren, Pigmente, Flammschutzmittel und weitere Additive. Kunststoffprodukte aus Deutscher Produktion müssen jedoch, anders als Importwaren, die bei uns geltenden Grenzwerte zu Formaldehyden, VOC und kanzerogene Substanzen einhalten. Bei Importprodukten sind die Vorschriften in den Herstellerländern oftmals nicht mit den hohen Standards innerhalb der EU zu vergleichen.

Kunststoffprodukte könnten potentiell eine oder mehrere REACH relevante Substanzen enthalten, etwa 5 Substanzen der REACH Verbotsliste und 41 Substanzen der REACH Kandidatenliste. Bei Weichmachern sind 2 Substanzen laut REACH Verordnung bereit Grenzwerten innerhalb der EU unterworfen und 13 Substanzen stehen auf der REACH Kandidatenliste, bei Flammschutzmitteln sind es 5 Substanzen, bei Stabilisatoren 2 und bei Treibmitteln 1 auf der REACH Kandidatenliste. Greenpeace stuft Polyvinylchlorid (PVC), Polycarbonat und Styropor (EPS) als die drei giftigsten Kunststoffe ein und rät dringend diese aus Gesundheitsgründen und Umweltschutzgründen zu vermeiden (http.//www.greenpeace.de)

Vorketten – Rohstoffe

  • Grundrohstoffe im Produkt. Vinyl /PVC Böden bestehen aus: PVC (PolyVinylChlorid) 34,4%, Füller 54,3%, Weichmacher 10,5 %, Stabilisator 0,3%, Pigment 0,2%, Additive 0,1 %, PUR-(Polyurethan)-Überzug 0,2%.
  • Rohstoffgewinnung, Zwischenprodukte, Halbwaren. PVC (Polyvinylchlorid): Öl wird zu Naphta (oder Ethan, Propen, Flüssiggas), das zu Ethen und das plus Chlor zu Vinylchlorid, dieses zu Polyvinylchlorid (PVC) und das dann zum Vorprodukt PVC Granulat verarbeitet (Eingangsprodukt EPD). (1) ERDÖL: Grundrohstoff jedes Kunststoffproduktes ist Erdöl. Erdölvorkommen legen in etwa 78 Länder der Erde (USGS) der Großteil davon jedoch mit sehr geringen Vorkommen. Die Haupterdölvorkommen die wirtschaftlich erschlossen werden können liegen in Saudi-Arabien 13,2%, Russland 12,5%, USA 10,4% und China 5% (Deutschland 0,1% der Weltvorkommen). (2) VORPRODUKTE: Erdöl wird im weltweiten Warenverkehr über zahlreiche Zwischenschritte zu den verschiedensten Kunststoffvorprodukten wie Granulate, Folien usw. verarbeitet.
  • Reichweite. Die Reichweite der Ölreserven, als Grundrohstoff aller Kunststoffprodukte, liegt bei 101 Jahren (USGS).

Vorketten – Transporte

  • „Die Bedeutung der Transporte für die Ökobilanz von Produkten wird heute systemisch unterschätzt“ (Holz von Hier). Standarddatensätze aus Ökobilanzen (EPD) rechnen im Grunde produktunabhängig mit 50 bis 350 km für die Vorketten. So werden die Transporte in ihrer Klima- und Umweltwirkung meist stark unterschätzt.
  • Ohne Stoffstromnachweise können im Bau und Innenausbau eingesetzte Produkte tausende von Transportkilometern zurückgelegt haben. Dies soll anhand von Stoffstromindizien aufgezeigt werden. (1) Beispiel GRUNDROHSTOFF ÖL: Deutschland hat 0,1% der Weltvorkommen an Erdöl und entsprechend hoch sind allein die Transporte bei diesem Grundrohstoff aller Kunststoffprodukte (z.B. aus Saudi-Arabien, Russland, USA). (2) Beispiel VORPRODUKTE: Erdöl wird im weltweiten Warenverkehr über zahlreiche Zwischenschritte zu Naphta, das zu Ethen, das plus Chlor zu Vinylchlorid, das zu Polyvinylchlorid (PVC) und das zum Vorprodukt PVC Granulat/Folien verarbeitet. (3) Beispiel VORPRODUKTIMPORTE: nach Deutschland werden jedes Jahr synthetische Spinnfasern (0,34 Mio. t), Polymere des Vinylacetates (0,14 Mio. t), des Vinylchlorides (0,73 Mio. t), des Styrol (0,77 Mio. t), des Propylens (1,6 Mio. t), des Ethylens (2,5 Mio. t) importiert (z.B. Asien). (4) Beispiel ADDITIVE: Flammschutzmittel, Treibgase, Stabilisatoren usw. werden weltweit hergestellt und gehandelt. (5) Beispiel PVC-BÖDEN selbst: Kunststoffböden werden in Deutschland und weltweit hergestellt.

Nutzungsphase

  • Gesundheit. In Deutschland hergestellte Kunststoffböden halten die gesetzlichen Vorgaben zu Formaldehyden, VOC und Eluaten ein (gemessene Werte aus EPD sind z.B. (1) Formaldehyde und Kanzerogene: k.a.; (2) VOC: TVOC-28-Tage: <50 – 100 µg/m3, SVOC-28-Tage: <5 – 10 µg/m3, VOC o. NIK-28-Tage <5 – 10 µg /m3; (3) zu Eluaten liegen meist keine Messungen vor, sie werden teils als „nicht relevant“ eingestuft, vermutlich weil man davon ausgeht, dass das Material in der Müllverbrennung entsorgt wird.
  • REACH-RISK. Kunststoffböden könnten potentiell gesundheitsgefährliche Substanzen enthalten. Kunststoffprodukte könnten potentiell eine oder mehrere REACH relevante Substanzen enthalten, es stehen (A) 5 Substanzen auf der REACH-Verbotsliste und (B) 41 Substanzen auf der REACH-Kandidatenliste. Bei Weichmachern sind (A) 2 Substanzen laut REACH-Verordnung bereit Grenzwerten innerhalb der EU unterworfen und (B) 13 Substanzen stehen auf der REACH-Kandidatenliste, bei Flammschutzmitteln sind es (B) 5 Substanzen, bei Stabilisatoren 2 und bei Treibmitteln 1 auf der REACH Kandiatenliste.
  • Anmerkungen. (1) Gesundheitsrisiken im täglichen Gebrauch liegen bereits im Ausgangsstoff PVC, denn Vinylchlorid, wird vielfach als krebserzeugend und erbgutverändernd beschreiben. Kunststoffböden enthalten neben den Füllstoffen (54,3%) hohe Konzentrationen an Weichmachern (10,5 %) und zudem Stabilisatoren, Pigmente, Flammschutzmittel und weitere Additive. (2) Weichmacher in PVC (Böden, Lebensmittelverpackungen, Kinderspielzeug sw.) sind physiologisch aber generell bedenklich, denn trotz des geringen Dampfdrucks können sie über Speichel, Hautkontakt oder die Atemwege aufgenommen werden. Weichmacher wie Phtalate sind leber- und nierenschädigend, können bei Kindern entwicklungshemmend wirken und stehen im Verdacht, krebserzeugend zu sein (Schnuller und Spielzeug nur phtalatfrei kaufen !). Einige Phtalate (z.B. DEHP) werden als frucht- und fruchtbarkeitsschädigend eingestuft. (3) In Kunststoffen wird heute immer noch das Flammschutzmittel Hexabromcyclododekan (HBCD) eingesetzt. HBCD gilt als hoch kanzerogen und ist laut REACH-Verordnung in der EU über 1 mg/kg im Produkt verboten. Bromhaltige Flammschutzmittel wie HBCD gelangen wahrscheinlich nur in geringen Mengen aus unbeschädigten Kunststoffen in die Umwelt, dennoch kann HBCD selbst in niedrigsten Dosen in der Umwelt kaum abgebaut werden und reichert sich in der Muttermilch und im Blut an. Deshalb gilt es als „sehr giftig für Wasserorganismen mit langfristiger Wirkung“, ist nur relativ schwer abbaubar und toxisch für aquatische Organismen mit einem sehr hohen Bioakkumulationspotenzial, das es sich auch im Grundwasser und damit im Trinkwasser anreichert. Das Umweltbudensamt empfiehlt auf Produkte die HBCD bzw. die generell kritische Flammschutzmittel enthalten zu verzichten.
  • Sicherheit – Verhalten im Brandfall. Im Brandfall schmelzen Kunststoffprodukte und tropfen gegebenenfalls auch brennend ab. Abtropfende brennende Kunststoffe können nur schwer gelöscht werden. Auch Böden aus Kunststoffen können daher eine erhebliche Steigerung der maßgeblichen Brandlast ergeben. Dies ist auch der Fall obwohl heute nahezu alle Kunststoffprodukte im Baubereich mit Flammschutzmitteln versehen sind. Bi Brand entsteht sehr dichter beißender Rauch, der die Orientierung und damit die Fluchtgeschwindigkeit gerade in öffentlichen Gebäuden mit Personengruppen die sich selbst schwer orientieren und organisieren können deutlich behindern kann (z.B. Schulen, Kindergärten, Seniorenheime, Krankenhäuser usw.). Bei der Verbrennung von PVC Produkten in den Gebäuden entstehen neben Kohlenmonoxid und Stickstoffoxide auch hochgiftige Chlorwasserstoffe und Dioxine sowie ggf. auch hochgiftige und kanzerogene polykondensierte Aromate (z.B. Pyrene und Chrysene) und bromhaltige Flammschutzmittel (z.B. HBCD) spalten bei der Verbrennung hochgiftige Dibenzodioxine/-furane ab. Eine weitere Gefahr geht von schwermetallhaltigen Stabilisatoren (z.B. Blei) aus. Dazu gibt es aber keine Messwerte in EPD. Nach Aussagen von Brandschutzexperten kommen die meisten Todesfälle bei Hausbränden nicht durch herabstürzende Teile zustande sondern durch toxische Brandgase.
  • Dauerhaftigkeit. Haltbarkeit. Die Haltbarkeit von Kunststofffußböden wird vom BNB mit 20 Jahren eingestuft (Vergleich Holzböden und Keramikböden > 50 Jahre; Kostenvergleich siehe Info „Böden).
  • Strapazierfähigkeit, Pflege, Reparaturfreundlichkeit. Die Grundreinigung von Kunststoffböden ist meist einfach, anders ist es bei stark verschmutzten Kunststoffböden, beispielweise in öffentlichen Räumen. Hier wird oft Fachpersonel von Reinigungsfirmen in Anspruch genommen, wobei dann oft starke chemische Reinigungsmittel genutzt werden.

Nachnutzung – Ist Stand und Potentiale

  • Die Entsorgung in Müllverbrennungsanlagen ist heute der mengenmäßig übliche Weg der Entsorgung für PVC.
  • Der bei der Verbrennung entstehe Chlorwasserstoff und die Dioxine werden in deutschen MVA durch die hohen Anforderungen an die Abluftreinigung weitgehend zurückgehalten. Diese hohe Reinigungsleistung Kosten enorm viel. Deshalb finden heute durchaus und zunehmend Müllstoffströme in Länder statt die weniger hohe Auflagen haben.
  • Deponierung von PVC war bis 1989 der gängige Entsorgungsweg, aber auch heute noch werden gewisse Anteile an PVC im unsortierten Bauschutt deponiert. Gerade bei Weich-PVC kommt es hier aber aufgrund ihres Weichmacheranteils zu erheblichen Belastungen des Sickerwasser und damit von Umwelt und Grundwasser.
  • Eine Nachnutzung von Kunststoffdämmstoffen ist heute in der Regel noch nicht gegeben. Bei PVC ist die Wiederverwendung schwierig bis unmöglich, obwohl es teilweise Rücknahmesysteme der Industrie für PVC-Bauprodukte wie Rohre und Fenster gibt.
  • Allerdings werden die Produkte nur in den seltensten Fällen unverändert wieder verwendet. Thermoplaste lassen sich, allerdings nur wenn sie sortenrein und unverschmutzt vorliegen, prinzipiell wieder einschmelzen und zu einem neuen Produkt formen, allerdings nur im Downcycling mit erheblichen Qualitätsverlusten. Vor allem die Wiederverwertung nicht sortenreiner Abfälle, wie beispielsweise im Hausmüll, ist nach wie vor schwierig und wird es wohl auch bleiben, da dies sehr personalintensiv und mit hohem Einsatz an Wasser und Energie verbunden ist, so dass hier sowohl die Kosten-Nutzen-Rechnung als auch die Ökobilanz oft negativ ausfallen. Die werkstoffliche Verwertung wird daher zurzeit fast ausschließlich dort eingesetzt, wo große Mengen eines sortenreinen Materials zur Verfügung stehen, also beispielsweise die Verschnittreste in der Produktion selbst.

Umwelt und Qualitätssiegel

Es gibt verschiedene ‚Teppichsiegel‘:

  • BLAUER ENGEL: Fremdüberwachtes staatliches Label. Grenzwerte und geringe Konzentration an Formaldehyden.
  • ETG-Siegel (Europäische Teppichgemeinschaft): Selbstverpflichtung der Branche. Grenzwerte zu Pentachlorphenol (PCP) oder Formaldehyd.
  • GUT (Gemeinschaft umweltfreundlicher Teppichböden): Selbstverpflichtung der Branche zu (a) Verzicht au zu Asbest, FCKW, Azo-Färbemittel, Vinylchlorid, Pestizide, Formaldehyd und Pentachlorphenol (PCP) in der Herstelung; (b) Einhaltung selbst gesetzter Grenzwerte für Toluol, Styrol, Vinylcyclohexen und 4-Phenylcyclohexen, sowie Festlegung von Summenparametern für aromatische Kohlenwasserstoffe und flüchtige organische Stoffe, die nach eigenen Aussagen deutlich unter den auf den Markt gängigen Werten liegen (Anmerkung: Laboruntersuchungen ergaben jedoch, dass die vorgegebenen Richtwerte der GUT teilweise erheblich überschritten werden).
  • IWS Siegel: Schutz bzw. Behandlung von Wollteppichen mit Mottenschutzmitteln (Pyrethroide).
  • EPD sind keine Label.


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Baustoffe: „Massivholz Parkett“

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Bild: Massisvholzparkett aus heimischer „Kupfereiche“ (Bild: für HvH zur Verfügung gestellt). 

Begleittexte zur Produktumweltampel und Holzinfomeile
Mehr Infos unter http://www.holz-von-hier.de
http://www.holz-von-hier.de/produktumweltampel-app/

Massivholz Parkett: Informationen zu Vorketten, Nutzungsphase, Nachnutzung

Einleitendes

Bei Holzfußböden gibt es: Dielenböden, Massivholzparkett und Fertigparkette. Die deutsche Parkettproduktion beläuft sich heute auf ca. 11 Mio. m2, der deutsche Parkettverbrauch liegt weit darüber, geschätzt bei ca. 20 Mio. m2 (HvH). Das heisst, die Parkettimporte sind hoch. Dies ist oft Importparkett aus Tropenhölzern, meist sogar unsicherer Herkunft, bzw. aus Raubbau. Die deutschen Parketthersteller könnten  ihre Produktion erheblich steigern wenn mehr Parkett aus heimischen Hölzern anstatt Parkett aus Tropenhölzern nachgefragt würde. Hier wäre es besondes wichtig nach dem Label Holz von Hier zu fragen, denn auch potentiell bei uns vorkommende Holzarten können oft noch lange Transporte hinter sich haben, z.B. Lärche aus Sibirien oder Ahorn aus Kanada.

Vorketten – Rohstoffe

  • Grundrohstoffe im Produkt. Hauptinhaltsstoff von Holzböden ist der Naturstoff Holz, Massivholz-Parkett besteht aus gehobelten Parkettfriesen.
  • Rohstoffgewinnung, Zwischenprodukte, Halbwaren. Parkettböden gibt es in allen denkbaren Holzarten zu kaufen. Gerade Massivholzparkette sind heute wieder gefragt und werden auch von deutschen Herstellern noch gefertigt. Importware ist in der Regel nahezu nur Fertigparkett. Die deutsche Parkettproduktion beläuft sich heute auf ca. 11 Mio. m2, vor allem Massivparkett und hochwertige Mehrschichtparkette, der deutsche Parkettverbrauch liegt nach Schätzungen von Marktkennern weit darüber 20 Mio. m2. Bei den Importen wird oft Holz „unsicherer Herkünfte“ bzw. Tropenholz verwendet. Rote Karte“ für Parkett aus Tropenholz der Roten Liste von IUCN (mehr: http://www.holz-von-hier.de). Beispiele dafür sind: Abachi (Obeche), Afromosia (Kokrodua), Amaranth, Aningré, Apa (Doussié, Afzelia), Bilinga (Opepe), Bongossi (Azobé), Bubinga (Kevazingo), Cumaru (Amburana), Dibétou (African Walnut), Iroko (Kambala), Jatobá (Brasilian cherry), Rotes Khaya (Benin), Mahogany (Lagos M.), Kingwood (Zebrawood, Tigerwood, Urunday), Makoré, Merbau, Missanda (Tali), Padouk (Korallenholz, Brawood, Camwood), Palisander Rosewood), Peroba Rose (Amarello), Sirari, Sonokeling, Sucupira (Aramatta), Wenge (Panga Panga). „Grüne Karte“ für nachweislich heimisches Holz (Holzböden mit HOLZ VON HIER Label). Holzarten wie Ahorn, Birke, Buche, Douglasie, Eiche, Erle, Esche, Fichte, Hainbuche, Kirsche, Kiefer, Lärche, Nussbaum, Robinie, Rüster, Tanne, Zirbelkiefer, Thermohölzer aller Holzarten, Räucherhölzer aller Holzarten und andere heimische Hölzer sind sehr gut für Holzböden geeignet.
  • Reichweite. Holz das aus nachhaltiger Waldwirtschaft stammt ist prinzipiell dauerhaft verfügbar, denn es wird nicht mehr Holz entnommen als nachwächst. Holz das aus Primärwäldern also tropischen und borealen Urwäldern stammt sollte aus Klima- und Umweltschutzgründen nicht verwendet werden. Infos zu (1) Nachhaltiger Forstwirtschaft, (2) Raubbau, (3) Primärwäldern und (4) Ländern mit Primärwäldern und hohem Raubbaurisiko finden sich im Infoteil.

Vorketten – Transporte

  • „Die Bedeutung der Transporte für die Ökobilanz von Produkten wird heute systemisch unterschätzt“ (Holz von Hier). Standarddatensätze aus Ökobilanzen (EPD) rechnen im Grunde produktunabhängig mit 50 bis 350 km für die Vorketten. So werden die Transporte in ihrer Klima- und Umweltwirkung meist stark unterschätzt.
  • Ohne Stoffstromnachweise können im Bau und Innenausbau eingesetzte Produkte tausende von Transportkilometern zurückgelegt haben. Dies soll anhand von Stoffstromindizien aufgezeigt werden. (1) Beispiel VORPRODUKTE: die Warenströme bei Rundholz, Schnittholz, Hobelware sind heute global und ohne Herkunftsnachweis (z.B. „Holz von Hier“) kann man auch beim Holz nicht automatisch davon ausgehen, dass es aus „kurzen Wegen“ stammt (Info pdf „Holzmarkt weltweit“). (2) Beispiel PRODUKT PARKETT selbst: in Deutschland werden z.B. ca. 11 Mio. m2 Parkett produziert und schätzungsweise weit über 20 Mio. m2 verbraucht. Jedes zweite Parkett stammt also aus Importen mit teilweise mit Hölzern unbekannter Herkunft oder möglicherweise sogar aus Raubbau. Parkett mit den Label „HOLZ VON HIER“ Label zeichnet besonders klima- und umweltfreundliche Produkte der kurzen Wege, mit Rundholz aus heimischen nachhaltig bewirtschafteten Wäldern aus.

Nutzungsphase

  • Gesundheit. In Deutschland hergestellte Holzböden halten die gesetzlichen Vorgaben zu Formaldehyden, VOC und Eluaten ein. Info „Formaldehyde, VOC, PCP und CO – was ist relevant bei Holzprodukten“.
  • REACH-RISK. Das Risiko für hoch gesundheitsgefährliche Substanzen im Produkt selbst ist nicht gegeben. Holzböden sind gesunde Böden. Es kommt aber darauf an, wie der Boden verbaut bzw. verlegt wird, also ohne oder mit Kleber. Massivholzparkette enthalten im Produkt selbst keine Kleber und werden heute in der Regel auch nicht auf den Boden geklebt sondern mit Nut-und-Feder-Systemen oder einfach verlegbaren Klick-Fix-Systemen verlegt. Die Oberflächen von Holzprodukten sind entweder geölt, gewachst, gelaugt oder mit Lacken versiegelt. Die Oberflächen sind bei Massivparkett auch individuell nach Kundenwunsch behandelbar. Heute werden bei deutscher (!) Produktion, meist gesundheitsverträglichere Produkte bei der Oberflächenbehandlung verwendet als es die gesetzlichen Standards vorschreiben.
  • Sicherheit – Verhalten im Brandfall. Massive Holzböden wie Massivparkett haben im Brandfall erhebliche Vorteile. Auch nach der Norm EN 14342 gelten Holzfußböden mit mindestens 5 mm Deckschicht, also Massivholzböden wie Dielen und Massivparkett gelten als „brandsicher“. Nach der Projektdatenbank wecobis des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung und der Bayerischen Architektenkammer sind Naturmaterialien wie Holz und Stein sowohl in der Nutzungsphase wie auch im Brandfall optimal gesundheitsverträglich. Bei Brand entstehen die üblichen Brandgase allerdings ohne hochtoxische Stoffe wie z.B. bei Kunststoffbränden.
  • Haltbarkeit. die Haltbarkeit von Massivholzparkett wird vom BNB in der Kategorie >50 Jahre eingestuft, real ist die Haltbarkeit aber durch die Möglichkeiten des Abschleifens und der guten Renovierbarkeit bedeutend länger einzustufen. Vollholzböden sind „Mehr-Generationenböden“, sie kommen nicht aus der Mode und sind zeitlos schön.
  • Strapazierfähigkeit, Pflege, Reparaturfreundlichkeit. Vollholzböden sind strapazierfähige, lange haltbare und pflegeleichte Böden.

Nachnutzung – Ist Stand und Potentiale

  • Holzböden wie Dielen oder Massivparkett halten Generationen, denn sie sind z.B. sehr gut und einfach abschleifbar. Sollten sie einmal stärker verschmutzt oder beschadet sein, können diese Böden sehr gut auch ausgebessert werden.
  • Grundsätzlich können diese Böden (wenn sie nicht mit den Untergrund verklebt wurden, was heute selten mehr der Fall ist), entfernt und wieder verwendet werden. Massive Holzböden sind heute aber so gefragt und so wertvoll, dass sie auch beim Renovieren alter Häuser nicht ausgebaut, sondern abgeschliffen und wieder instand gesetzt werden.
  • Generell gilt: Holzprodukte werden nach ihrer Nutzung heute in Altholzkategorien AI (unbelastet) bis AIV (belastet) eingeteilt und in Deutschland thermisch verwertet oder das Altholz exportiert. AI und AII Althölzer sind heute europaweit bereits wertvolle Ersatzbrennstoffe für Öl und Gas und haben absolut nichts mit Entsorgung zu tun, sie werden im Gegenteil vielfach in regionalen Biomasseheiz(kraft)werken genutzt.
  • Altholz wird weltweit auch stofflich genutzt z.B. in Holzplatten. Dies verbietet in Deutschland jedoch die deutsche Altholzverordnung und in Deutschland hergestellte Holzplatten könnten aber dürfen nicht Altholz enthalten. Allerdings verbietet die Verordnung nicht, dass Holzplatten mit bis zu 100% Altholzanteil nach Deutschland importiert und hier im Bau eingesetzt werden.
  • Entsorgung von Altholz in der Müllverbrennung oder der Deponien gibt es heute quasi nicht mehr. Technisch gängige Verwertungswege für Altholz im stofflichen Recycling, die in anderen Ländern umfangreich genutzt werden, sind in Deutschland durch die deutsche Altholzverordnung ausgeschlossen.

Umwelt und Qualitätssiegel

  • HOLZ VON HIER Label für besonders klima- und umweltfreundliche Holzprodukte inklusive Herkunftsnachweis und Ökobilanz.
  • EPD sind keine Umweltlabel.


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Baustoffe: „Dielen aus Massivholz“

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Bild: Massive Holzdielen (im Bild aus heimischer „Kupfereiche“) sind wunderschön, kostengünstig und halten für Generationen.

Begleittexte zur Produktumweltampel und Holzinfomeile
Mehr Infos unter http://www.holz-von-hier.de
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Dielen aus Massivholz: Informationen zu Vorketten, Nutzungsphase, Nachnutzung

Einleitendes

Bei Holzfußböden gibt es: Dielenböden, Massivholzparkett und Fertigparkette. Gesundheitsbewussste Kunden leben sehr gut mit heimischem Holzfußböden. „Langzeit-Sparfüchse“ entscheiden sich für echte Holzfußböden da diese optimal strapazierfähig und langlebig sind. Umweltbewusste Kunden mit einem ausgeprägten Verständnis für optimale Preis-Qualitäts-Leistungsvergleiche entscheiden sich erst recht für echte Holzfußböden aus heimischen Hölzern, das sowohl der Preis als auch die Umweltbilanz sehr gut sind.

Vorketten – Rohstoffe

  • Grundrohstoffe im Produkt. Hauptinhaltsstoff von Holzböden ist der Naturstoff Holz, massive Dielenböden bestehen aus gehobeltem Schnittholz.
  • Rohstoffgewinnung, Zwischenprodukte, Halbwaren. (1) Holz. Dielenböden gibt es in allen denkbaren Holzarten zu kaufen. Bei den Importen wird oft Holz „unsicherer Herkünfte“ bzw. Tropenholz verwendet. Rote Karte“ für Parkett aus Tropenholz der Roten Liste von IUCN (mehr: http://www.holz-von-hier.de). Beispiele dafür sind: Abachi (Obeche), Afromosia (Kokrodua), Amaranth, Aningré, Apa (Doussié, Afzelia), Bilinga (Opepe), Bongossi (Azobé), Bubinga (Kevazingo), Cumaru (Amburana), Dibétou (African Walnut), Iroko (Kambala), Jatobá (Brasilian cherry), Rotes Khaya (Benin), Mahogany (Lagos M.), Kingwood (Zebrawood, Tigerwood, Urunday), Makoré, Merbau, Missanda (Tali), Padouk (Korallenholz, Brawood, Camwood), Palisander Rosewood), Peroba Rose (Amarello), Sirari, Sonokeling, Sucupira (Aramatta), Wenge (Panga Panga). „Grüne Karte“ für nachweislich heimisches Holz (Holzböden mit HOLZ VON HIER Label). Holzarten wie Ahorn, Birke, Buche, Douglasie, Eiche, Erle, Esche, Fichte, Hainbuche, Kirsche, Kiefer, Lärche, Nussbaum, Robinie, Rüster, Tanne, Zirbelkiefer, Thermohölzer aller Holzarten, Räucherhölzer aller Holzarten und andere heimische Hölzer sind sehr gut für Holzböden geeignet.
  • Reichweite. Holz das aus nachhaltiger Waldwirtschaft stammt ist prinzipiell dauerhaft verfügbar, denn es wird nicht mehr Holz entnommen als nachwächst. Holz das aus Primärwäldern also tropischen und borealen Urwäldern stammt sollte aus Klima- und Umweltschutzgründen nicht verwendet werden.

Vorketten – Transporte

  • „Die Bedeutung der Transporte für die Ökobilanz von Produkten wird heute systemisch unterschätzt“ (Holz von Hier). Standarddatensätze aus Ökobilanzen (EPD) rechnen im Grunde produktunabhängig mit 50 bis 350 km für die Vorketten. So werden die Transporte in ihrer Klima- und Umweltwirkung meist stark unterschätzt.
  • Ohne Stoffstromnachweise können im Bau und Innenausbau eingesetzte Produkte tausende von Transportkilometern zurückgelegt haben. Dies soll anhand von Stoffstromindizien aufgezeigt werden. (1) Beispiel VORPRODUKTE: die Warenströme bei Rundholz, Schnittholz, Hobelware sind heute global und ohne Herkunftsnachweis (z.B. „Holz von Hier“) kann man auch beim Holz nicht automatisch davon ausgehen, dass es aus „kurzen Wegen“ stammt (Info pdf „Holzmarkt weltweit“). (2) Beispiel PRODUKT DIELEN: Dielen werden in Deutschland hergestellt aber auch importiert, teilweise mit Hölzern unbekannter Herkunft oder möglicherweise sogar aus Raubbau. Dielen mit den Label „HOLZ VON HIER“ Label zeichnet besonders klima- und umweltfreundliche Produkte der kurzen Wege, mit Rundholz aus heimischen nachhaltig bewirtschafteten Wäldern aus.

Nutzungsphase

  • Gesundheit. In Deutschland hergestellte Holzböden halten die gesetzlichen Vorgaben zu Formaldehyden, VOC und Eluaten ein. Info „Formaldehyde, VOC, PCP und CO – was ist relevant bei Holzprodukten“. Das Naturmaterial Holz ist optimal gesundheitsverträglich. Auch nach der Projektdatenbank WECOBIS des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung und der Bayerischen Architektenkammer sind Naturmaterialien wie Holz und Stein sowohl in der Nutzungsphase wie auch im Brandfall optimal gesundheitsverträglich. Bei anderen Böden, wie Elastomere, Linoleum, Polyolefinen, PVC oder textilen Chemiefasern, gibt es große Unterschiede im Hinblick auf den Gesundheitsschutz und man sollte sich beim Kauf durch Nachweise versichern lassen, dass keine gesundheitsschädlichen Gase emittiert werden (wie z.B. VOC, Nitrosamine, Formaldehyde u.a., vgl. WECOBIS).
  • REACH-RISK. Das Risiko für hoch gesundheitsgefährliche Substanzen im Produkt selbst ist nicht gegeben. Holzböden sind gesunde Böden. Es kommt aber darauf an, wie der Boden verbaut bzw. verlegt wird, also ohne oder mit Kleber. Dielenböden enthalten im Produkt selbst keine Kleber und werden heute in der Regel auch nicht auf den Boden geklebt sondern mit Nut-und-Feder-Systemen oder einfach verlegbaren Klick-Fix-Systemen verlegt. Die Oberflächen von Holzprodukten sind entweder geölt, gewachst, gelaugt oder mit Lacken versiegelt. Die Oberflächen sind bei Dielen auch individuell nach Kundenwunsch behandelbar. Heute werden bei deutscher (!) Produktion, meist gesundheitsverträglichere Produkte bei der Oberflächenbehandlung verwendet als es die gesetzlichen Standards vorschreiben.
  • Sicherheit – Verhalten im Brandfall. Massive Holzböden wie Dielen haben im Brandfall erhebliche Vorteile. Auch nach der Norm EN 14342 gelten Holzfußböden mit mindestens 5 mm Deckschicht, also Massivholzböden wie Dielen und Massivparkett gelten als „brandsicher“. Nach der Projektdatenbank wecobis des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung und der Bayerischen Architektenkammer sind Naturmaterialien wie Holz und Stein sowohl in der Nutzungsphase wie auch im Brandfall optimal gesundheitsverträglich. Bei Brand entstehen die üblichen Brandgase allerdings ohne hochtoxische Stoffe wie z.B. bei Kunststoffbränden.
  • Haltbarkeit. Die Haltbarkeit von Dielenböden wird vom Bundesbauministerium in der Kategorie 50 Jahre eingestuft (der höchsten Vregeben Kategorie), real ist die Haltbarkeit aber durch die Möglichkeiten des Abschleifens und der guten Renovierbarkeit bedeutend länger einzustufen. Vollholzböden sind „Mehr-Generationenböden“, sie kommen nicht aus der Mode und sind zeitlos schön.
  • Strapazierfähigkeit, Pflege, Reparaturfreundlichkeit. Vollholzböden sind strapazierfähige, lange haltbare und pflegeleichte Böden.

Nachnutzung – Ist Stand und Potentiale

  • Holzböden wie Dielen oder Massivparkett halten Generationen, denn sie sind z.B. sehr gut und einfach abschleifbar. Sollten sie einmal stärker verschmutzt oder beschadet sein, können diese Böden sehr gut auch ausgebessert werden.
  • Grundsätzlich können diese Böden (wenn sie nicht mit den Untergrund verklebt wurden, was heute selten mehr der Fall ist), entfernt und wieder verwendet werden.
  • Massive Holzböden sind heute aber so gefragt und so wertvoll, dass sie auch beim Renovieren alter Häuser nicht ausgebaut, sondern abgeschliffen und wieder instand gesetzt werden.
  • Generell gilt: Holzprodukte werden nach ihrer Nutzung heute in Altholzkategorien AI (unbelastet) bis AIV (belastet) eingeteilt und in Deutschland thermisch verwertet oder das Altholz exportiert.
  • AI und AII Althölzer sind heute europaweit bereits wertvolle Ersatzbrennstoffe für Öl und Gas und haben absolut nichts mit Entsorgung zu tun, sie werden im Gegenteil vielfach in regionalen Biomasseheiz(kraft)werken genutzt.
  • Altholz wird weltweit auch stofflich genutzt z.B. in Holzplatten. Dies verbietet in Deutschland jedoch die deutsche Altholzverordnung und in Deutschland hergestellte Holzplatten könnten aber dürfen nicht Altholz enthalten. Allerdings verbietet die Verordnung nicht, dass Holzplatten mit bis zu 100% Altholzanteil nach Deutschland importiert und hier im Bau eingesetzt werden.
  • Entsorgung von Altholz in der Müllverbrennung oder der Deponien gibt es heute quasi nicht mehr. Technisch gängige Verwertungswege für Altholz im stofflichen Recycling, die in anderen Ländern umfangreich genutzt werden, sind in Deutschland durch die deutsche Altholzverordnung ausgeschlossen.

Umwelt und Qualitätssiegel

  • HOLZ VON HIER Label für besonders klima- und umweltfreundliche Holzprodukte inklusive Herkunftsnachweis und Ökobilanz.
  • EPD sind keine Umweltlabel.


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Baustoffe: „Stahl Fassadenplatte“

P1010432
Bild: Kaserne mit gemäß der Ausschreibungstexte verlangter schusssicherer Stahlfassade und darunter einem leichten und im Vergleich zu anderen angebotenen Baustoffen kostengünstigen Korpus aus einer Massivholzmauer mit Holz von Hier.

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Stahl Fassadenbleche: Informationen zu Vorketten, Nutzungsphase, Nachnutzung

Einleitendes

Stahlfassaden sind gut verformbar und heute in vielfältigen Farben und Formen zu bekommen. Sie sind allerdings nur mit Korrosionsschutz witterungsbeständig, jedoch sind solceh Fassaden immer mit Korrosionsschutz ab Werk versehen. Stahl ist wie Aluminium sehr gut recycelbar. Bei der Primärerzeugung von Rohstahl werden, in Europa bei sehr guten Öfen, nur etwa 1,5 kg CO2 /kg Stahl ausgestoßen. Das ist mit anderen Länder weltweit in denen Stahl mit ganz andern (nicht vergleichbaren Umweltauflagen) produziert wird nicht vergleichbar. Da auch das Recycling von Stahl nicht wenig Energie verbraucht, entstehen hier, bei den besten Öfen in Europa, immerhin noch 0,8 kg CO2/kg Stahl. Die CO2-Bilanz ist abhängig von der verwendeten Stromerzeugung. Zum Vergleich: Bei der Herstellung von 1 kg Roh-Aluminium werden 10 kg CO2 freigesetzt (bei Verwendung eines durchschnittlichen Energiemixes).

Vorketten – Rohstoffe

  • Grundrohstoffe im Produkt. Profiltafeln aus Stahl bestehen aus Stahl mit einem metallischen Überzug (oft aus Zink und anderen Metallen oder und teilweise einer organischen Beschichtung mit Polyester).
  • Rohstoffgewinnung, Zwischenprodukte, Halbwaren. Stahlbleche werden aus Baustahl und dieser aus Rohstahl und Rohstahl aus Eisengranulat /Eisenblöcken und diese aus Eisenerz hergestellt. (1) EISENERZ: Eisenerz wird in etwa 42 Ländern der Welt mit Vorkommen geschürft (USGS), die Länder mit den drei größten Vorkommen sind China 44,7%, Australien 17,8% und Brasilien 13,6%, die deutschen Vorkommen sind sehr gering (0,1% der Weltvorkommen). (2) ROHSTAHL: Rohstahl, als Vorprodukt von Baustahlprodukten, wird in 86 Ländern der Welt hergestellt (USGS), die Hauptproduzenten sind China 46,3%, Japan 6,9%, USA, 5,7%. In Deutschland wird immerhin 2,8% der Weltproduktion an Rohstahl hergestellt.
  • Reichweite. Die Reichweite von Eisenerz wird mit 30 Jahren angegeben (USGS).

Vorketten – Transporte

  • „Die Bedeutung der Transporte für die Ökobilanz von Produkten wird heute systemisch unterschätzt“ (Holz von Hier). Standarddatensätze aus Ökobilanzen (EPD) rechnen im Grunde produktunabhängig mit 50 bis 350 km für die Vorketten. So werden die Transporte in ihrer Klima- und Umweltwirkung meist stark unterschätzt.
  • Ohne Stoffstromnachweise können im Bau und Innenausbau eingesetzte Produkte tausende von Transportkilometern zurückgelegt haben. Dies soll anhand von Stoffstromindizien aufgezeigt werden. (1) Beispiel EISENERZ: Deutschland importiert 99% seines Eisenerzes (BGR, 2012), jährlich 39 Mio. Tonnen, davon 61% aus Brasilien (ca. 1.500 km LKW + 8.200 km Schiff), 13% aus Schweden (ca. 2.000 km LKW) und 11% aus Kanada (ca. 3.500 km LKW + 6.000 km Schiff). (2) Beispiel ROHSTAHL: Deutschland produziert ca. 43 Mio. t Rohstahl, verbraucht ca. 38 Mio. Tonnen und importiert ca. 31 Mio. Tonnen (BGR, 2012), ein Stoffstrom der mit enormen Transporten belastet ist, da rechnerisch im Schnitt mindestens die Hälfte aus Importen mit hohen Transportbelastungen stammen (z.B. aus China, Japan, USA). (3) Beispiel BAUSTAHLPRODUKTE: die diversen Baustahlprodukte die im Bau in Deutschland zum Einsatz kommen werden sowohl und Deutschland hergestellt als auch importiert und exportiert. Bei Baustahl der im Bau verwendet wird kann deshalb nicht automatisch davon ausgegangen werden, dass dieser in Deutschland aus Rohstahl hergestellt wurde.

Nutzungsphase

  • Gesundheit. In Deutschland hergestellte Metallfassadenelemente halten die gesetzlichen Vorgaben zu Formaldehyden, VOC und Eluaten ein. In den analysieren EPD lagen keine Messwerte dazu vor mit dem Vermerk, dass das Produkt nur im Außenbereich angebracht wird. Zu den Beschichtungen wird angegeben, dass die VOC Emissionen „das AgBB Schema erfüllen“ also die deutschen Grenzwerte für VOC.
  • REACH-RISK (Risiko für Gesundheitsgefährliche Substanzen nach REACH). Metallfassaden könnten potentiell gesundheitsgefährliche Substanzen enthalten. Im Materialbereich Metalle finden sich potentiell 2 Substanzen der REACH-Verordnung und 13 Substanzen der REACH-Kandiatenliste, hinzu kommen eventuell Substanzen aus den Klebern und den Kunststoffbeschichtungen.
  • Sicherheit – Verhalten im Brandfall. Metalle brennen nicht. Stahlbelche aber in der Regel keine Kunststofflayer sondern Schutzschichten aus Legierungen.
  • Haltbarkeit. Die Nutzungsdauer für Fassadenbleche aus Stahl ist abhängig von der Schutzschicht. Legierungen gegen Korrossion haben alle Fassadenbleche aus Stahl. In der BBSR Datenbank wird eine Nutzungsdauer von 50 Jahren angegeben.
  • Strapazierfähigkeit. Metallfassaden mit Schutzlegierungen sind strapazierfähig, jedoch nicht schlag- oder verbiegeunempfindlich (z.B. gegen Hagel oder Schnee).
  • Pflege. Absolut jede Fassade braucht aber eine gewisse Pflege, auch Metallfassaden. Metallfassaden rosten zwar im Prinzip nicht müssen aber dafür, dass sie das nicht tun aber dennoch gepflegt werden, siehe Exkurs unten.
  • Reparaturfreundlichkeit. Der Austausch beschädigter größerer Fassadenplatten kann nur von Fachleuten ausgeführt werden. Beschädigte Platten können nur als ganzes ausgetauscht werden.

Nachnutzung – Ist Stand und Potentiale

  • Stahl ist sehr gut wieder verwertbar. Stahlschrott wird geschmolzen und wieder zu Stahl verarbeitet, dieser Prozess gelingt sogar mehrfach. Legierungselemente können, müssen aber nicht beim Recycling entfernt werden. Hochlegierte Stähle werden meist extra erfasst und vergütet (Ausnahme: Recycling von Dosenschrott kann nur als Downcycling erfolgen).
  • Stahl ist heute weltweit meistrecycelte Werkstoff mit einer Recyclingquote von 70% bis vereinzelt 90%.
  • In Umweltbilanzen ist meist nicht beachtet, dass das Recycling von Metallpropdukten heute nicht automatisch in Deutschland erfolgt, sondern ebenfalls über lange Transportdistanzen beispielsweise in Asien (z.B. China) oder anderen Ländern mit geeigneter Infrastruktur (große Häfen) sowie geringeren Löhnen und Umweltauflagen.

Umwelt und Qualitätssiegel

  • Uns bisher keine bekannt.
  • Umweltproduktdeklarationen (EPD) von Herstellern sind KEINE unabhängigen Umweltlabel.

 

Exkurs: jede Fassade braucht Pflege! Metallfassaden rosten zwar nicht, müssen aber dennoch gepflegt werden

  • Edelstahlfassaden können durch Industrieabgase, Verkehrsabgase, tausalzhaltiges Spritzwasser, aber auch durch feinen Eisenstaub, wie er durch Bremsabrieb in stark verkehrsbelasteten Bereichen entsteht, in Mitleidenschaft gezogen werden“. In Merkblättern (z.B. Merkblatt 965 der Informationsstelle Edelstahl Rostfrei) wird eine regelmäßige Reinigung im gleichen Rhythmus, wie er für die Glasoberflächen angewandt wird empfohlen.
  • Im Prinzip gibt es keine wirklich pflegefreie Fassade“, bekräftigt Pfeifer in dem Artikel. „Jede Fassadenkonstruktion benötige ein gewisses Mindestmaß an Pflege bzw. Instandhaltung“. Dies gelte selbst für Beton und Granit sowie für rostfreien Edelstahl (s.o.).
  • Weiter heißt es in dem Artikel: „In manchen Fällen habe er (der Gutachter) sogar wirtschaftliche Totalschäden feststellen müssen, d. h., die Kosten der Sanierung lagen in vergleichbarer Größenordnung wie der Neuwert der Fassade. Bei Quadratmeterpreisen zwischen 700 und 1.500 Euro stellt die Metallfassade bei einem Gewerbeobjekt mittlerer Größe einen Aktivposten in Millionenhöhe dar. Der Erhalt dieses Wertes erfordere sachgerechte Pflege. In der Praxis, so Pfeifer, stelle er leider immer wieder fest, dass den Gebäudemanagern hierbei Fehler unterlaufen. Ursache sei häufig falsch verstandene Sparsamkeit. Ungeeignete Pflegemittel, die das Material angreifen und Oberflächenveränderungen bzw. Korrosion hervorrufen, sowie unsachgemäßes Vorgehen von nicht ausreichend qualifizierten Billiganbietern mit Personal, das z. B. nicht behebbare Kratzschäden an empfindlichen Sichtflächen und Oberflächenbeschichtungen verursacht“.