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Globales Denken erfordert regionales Handeln.


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Nachhaltige Produkte: „Öko-Design“

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Bild: Design allein ist nicht alles: Öko-Design wird immer wichtiger für alle Produkte. (Bild: HvH zur Verfügung gestellt)

Was ist „Öko-Design“ für nachhaltige Produkte? Öko-Design durch haltbare, modulare und reparaturfähige Produkte

Produktumweltampel

Ein wichtiger und ursprünglicher Aspekt von Ökodesign ist für Holz von Hier das Erreichen von Klima-, Umwelt-, und Ressourcenschutz durch haltbare, modulare und reparaturfähige Produkte. Deshalb legt auch die Produktumweltampel (SAVE, siehe auch Freitag-Blog) im Bereich ÖkoDesign besonderes Gewicht darauf (zumal andere Aspekte hier in anderen Bereichen abgedeckt sind).

Deutscher Ökodesign Wettbewerb

Der deutsche Ökodesign Wettbewerb, der die gemeinsam vom Umweltbundesamt und dem Internationalen Designzentrum Berlin entwickelt wurde, berücksichtigt: (1) Idee, Gesamtkonzeption, (2) Material und Energieeinsatz, (3) Gestaltung und Konstruktion, (4) Schadstoffe und Abfälle, (5) Sozial- und Gesundheitsverträglichkeit, (6) Produktkommunikation und Serviceleistungen.

Europäische Ökodesign Richtlinie 2009/125/EG

In Europa regelt das Thema Ökodesign, die Europäische Ökodesign Richtlinie 2009/125/EG. Diese Richtlinie gilt für energieverbrauchsrelevante Produkte und löst die Richtlinie 2005/32/EG von 2005 ab. Die neue Richtlinie gilt prinzipiell auch für, wie sie oft genannt werden „passive“ energieverbrauchsrelevante Produkte wie Dämmstoffe. Für jede ins Visier genommene Produktgruppe müssen (teils sehr komplexe und im Hinblick auf die Bewertung undurchsichtige) Vorbereitungsstudien durchgeführt werden, aus denn sich Handlungsempfehlungen für Durchführungsverordnungen ableiten lassen (sollen). Beispiele für bisher über Durchführungsverordnungen geregelte Produktgruppen sind: Bürobeleuchtung, Straßenbeleuchtung, Fernseher, Standby Verluste, elektrische Motoren, Umwälzpumpen, Ventilatoren, private Kühl- und Gefrierschränke. Für andere Produktgruppen wie Heizkessel und Raumklimaanlagen liegen Vorstudien vor und Durchführungsmaßnahmen sind (noch?) in Arbeit. Für andere Produktgruppen wie PC, Monitore, Drucker, Kopierer, Multifunktionsgeräte kamen die Vorbereitungsstudien zu dem Schluss, dass kein Handlungsbedarf besteht, weshalb hier keine weiteren Aktivitäten geplant sind.

Aus Sicht des Umweltschutzes ist das nicht nachvollziehbar, schon aufgrund des Materialumsatzes bei diesen Geräten sowie dem Einsatz von begrenzten Ressourcen wie seltenen Metallen usw.. Gerade bei diesen Produkten wäre ein wichtiger Nachhaltigkeitsaspekt die Verwendung von recycelten Materialien. Grundsätzlich ist es hier besonders wichtig, auf Umweltlabel zu achten, z.B. Blauer Engel für verbrauchsarme Elektrogeräte.

Systemimmanente Bedeutung von Umweltlabeln für Ökodesign

Ein wichtiger Aspekt von Umweltlabeln ist: das Erreichen von Klima-, Umwelt-, und Ressourcenschutz durch positive Veränderungen bei Rohstoffeinsatz- und -gewinnung, Transporten und Produktion, die über den bestehenden Status Quo von Richtlinien hinaus gehen.

Heutige Lebenszykluskostenbetrachtungen und auch die meisten Ökobilanzen greifen für einen umfassenden Klima- und Umweltschutz noch zu kurz. Denn Ressourcenschonung fängt nicht erst beim richtigen Design in der Endproduktion an. Ressourcenschonung fängt schon bei der Auswahl der Materialien an. Das ist bei Holzprodukten nicht anders, als bei anderen Produkten wie z.B. Elektrogeräten. Bei komplexen Produkten wie Elektrogeräten ist dies nur noch viel komplizierter als bei Holzprodukten.

Kommt das Coltan für Handys aus Recycling oder ist es „Blut-Coltan“ aus dem Kongo, woher kommt der PVC-Anteil, woher die anderen Rohstoffe eines hoch komplexen Produkts und wie wurden sie gewonnen? Wie viele Transportkilometer hat ein PC in den Vorketten auf dem Rücken? Es geht eben nicht nur um die Nutzungsphase oder um den letzten Verarbeitungsschritt eines Produktes. Jedes Produkt mit einem seriösen Umweltlabel muss über Richtlinien (auch beispielsweise über die Ökodesignrichtlinie für Elektrogeräte oder die Due Diligence Verordnung für Holzprodukte) hinausgehen (denn das ist ja bereits Standard bzw. gesetzlich geregelt) und muss weitergehende Umweltverbesserungen aufzeigen, propagieren, umsetzen und kontrollieren. Das gilt für jedes Produkt.

Umweltlabel gehen über die Europäsichen Richtlinien, wie z.B. die Designrichtline hinaus, und müssen es auch, um noch mehr Umweltwirkungen zu erreichen als der Status quo bereits in der EU vorschreibt. Umweltlabel wie z.B. HOLZ VON HIER, Blauer Engel, Naturplus, FSC, PEFC und andere erreichen allein aus dem Grunde mehr Umweltwirkungen, weil sie systemimmanent schneller auf den Markt reagieren müssen, denn:

  • der Markt für bestimmte, primär global produzierte Produkte, ändert sich heute schneller als man Studien schreiben oder Verordnungen erlassen kann.
  • die Kontrolle für Waren, die nicht in Europa gefertigt wurden, aber auf den EU-Markt kommen, ist nicht (beim Holz z. B. Altholzverordnung) bzw. eher selten (beim Holz z. B. Due Diligence) geregelt.
  • die Vorketten sind kaum und die Art der eingesetzten Rohstoffe ist nicht berücksichtigt (z.B. Coltan aus Recycling oder „Blut-Coltan“ aus dem Kongo). Aber was nutzt es dem Klima, wenn ein Gerät 20% energiesparender ist, aber nur fünf Jahre hält, bei den Vorketten tausende Transportkilometer im Stoffstrom mitschleppt und zudem aus Rohstoffen hergestellt wurde, die nicht nachhaltig gewonnen wurden?

 


Die gemeinnützige Initiative Holz von Hier, mit dem gleichnamigen Klima- und Umweltlabel HOLZ VON HIER, hat das Ziel einen Beitrag zu Klima-, Umwelt- und Ressourcenschutz sowie regionaler Wertschöpfung und Verbraucherschutz zu leisten. Das geht, neben politischen Vorgaben, nur über Information und nachhaltige Produkte. Wie Sie das unterstützen können, wie wir gemeinsam hier viel bewegen können und die Ziele ganz konkret umsetzen können erfahren Sie unter „aktiv werden“ bei http://www.holz-von-hier.de


Dieser Beitrag wurde für HOLZ VON HIER verfasst von G. Bruckner und P. Strohmeier. Natürlich wurde aus Zeitgründen nicht jeder Beitrag im HvH-Blog vorher mit dem Kuratorium oder Beiräten bei HvH abgestimmt. Deshalb ist es möglich, dass es hier teils abweichende oder differenzierte Meinungen gibt. Generell dienen aber alle Blogs sowieso nur dazu, dass jeder sich eigene Gedanken machen kann. Diskurs über die Beiträge ist natürlich sehr erwünscht.
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Nachhaltige Produkte: „Globales denken – erfordert regionales Handeln!“

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Bild: Für wen wir nachhaltig handeln müssen ist doch klar. (Bild: B&S)

Nachhaltigkeitsaspekte von Produkten: „Nutzung von Labeln und Nachweisen“

Nutzen Sie Label und Nachweisen zur Kontrolle der Einhaltung von Umweltkriterien. Da es kaum einem Akteur und Entscheider zuzumuten ist, die komplexen Umweltauswirkungen von Produkten, die beschafft oder gekauft werden, zu beurteilen, spielen zur Kontrolle und Identifikation von nachhaltigen Produkten unter den oben genannten Gesichtspunkten Umweltlabel eine wichtige Rolle. Hier ist es von Bedeutung, die Aussagen und Kriterien der diversen Umweltlabel zu betrachten und zu vergleichen. Es gibt diverse Label, die Umweltkriterien bei Produkten festlegen und überprüfen. Von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR, Projektträger des Bundeslandwirtschaftsministeriums) wurden aus über 300 europäischen Umweltlabeln 8 ausgewählt, die zur nachhaltigen Beschaffung und dem nachhaltigen Einkauf empfohlen werden: HOLZ VON HIER, Blauer Engel, NaturePlus, EU Umweltblume, FSC, PEFC, Nordic Swan, österreichisches Umweltzeichen.

Globales Denken – erfordert regionales Handeln! (HOLZ VON HIER)

„Deutschland ist ein Vorreiter für Klima- und Umweltschutz in Europa. Unsere Wirtschaft und besonders auch der Mittelstand sind eine tragende Säule für unsere Wertschöpfung. Umweltschutz geschieht letztlich durch unser Verhalten, die Art unseres Einkaufes und der Beschaffung von Produkten“ (Holz von Hier).

Der Schutz von Klima, Biodiversität und Ressourcen erfordert neben den politischen Instrumenten und Handlungsstrategien für Naturschutz mit seinen klaren politischen Vorgaben und Gesetzen (z.B. FFH, Natura 2000 usw.) heute auch andere marktbasierte Strategien. Denn hier handelt es sich einerseits um Probleme, die politisch nur weltweit angepackt werden können und müssen, andererseits sind die Zusammenhänge, Ursachen und Handlungsmöglichkeiten komplex, vielfältig, erfordern systemisches Vorgehen und das gleichzeitige Handeln vieler Akteure. Hier ist es enorm wichtig, dass einige Länder, Regionen oder Akteure Vorreiter sind. Eine solche Vorreiterrolle weltweit nimmt die EU ein. Deutschland hat innerhalb der EU in vielen Aspekten für Klima-, Umwelt- und Ressourcenschutz eine Vorreiterrolle.

So wie die Wirtschaft immer globaler vernetzt ist, muss auch bei Themen wie Klima, Biodiversität und Ressourcen global vernetzt und systemisch gedacht werden. Hier hat jedes Handeln in einem Teil der Welt mittelbare und unmittelbare Einflüsse auf den Rest der Welt und umgekehrt. Dennoch hat man gerade bei diesen Themen einen völlig anderen Ansatzhebel als im politischen Naturschutz, der aber höchst effektiv wirken kann. Dieser Hebel ist der Markt, der nachhaltige Konsum, die nachhaltige Beschaffung in Wirtschaft, Gesellschaft und der öffentlichen Hand. Nirgends kann man so deutlich im ursprünglichen Sinne von Nachhaltigkeit handeln wie hier: Bestimmte Erscheinungen und nicht nachhaltige Handlungsweisen der Akteure im Markt tragen maßgeblich zu Klimawandel, Verlust an Biodiversität und Ressourcenausbeutung bei. Der Markt kann aber auf der anderen Seite essentiell Klima-, Biodiversität und Ressourcenschutz steuern.

Die wichtigsten Akteure im Markt: das sind wir alle!

Nachhaltig einkaufen: wir alle machen praktischen Klima und Umweltschutz mit der Art unseres Einkaufes

Nachhaltig Handeln bewegt inzwischen viele mit Kopf und Herz. Und diejenigen die jetzt schon (oder schon lange) nachhaltig handeln, werden heute von wohl niemandem (kaum jemand) mehr als „Ökospinner“ angesehen.

  • Mehr als 80% der befragten Verbraucher in der aktuellen Trendstudie der Otto Group waren der Ansicht, dass sich die globalen Probleme, wie Klimawandel oder soziale Ungleichheit, nur gemeinsam lösen lassen und dass Politik, Unternehmen und jeder Einzelne seinen Teil dazu beitragen muss.
  • Nur 30% der Befragten sahen allein bei der Politik die Verantwortung und nötige Bereitschaft „… um ökologische und soziale Herausforderungen in Zukunft zu lösen“.
  • Mehr als 60% der Befragten waren der Ansicht, dass klimafreundlich und verantwortungsvoll handelnde Unternehmen die Gewinner sind und sein werden.
  • Heute kaufen bereits 56% der Deutschen ethisch korrekte ökologische Produkte. Dieser Markt wächst rasch an und hat sich in den letzten 4 Jahren verdoppelt !
  • Regionalität auf Produktebene wird heute laut der Umfragen 87% der Deutschen immer wichtiger. Klima- und umweltfreundliche Produkte und Dienstleistungen entsprechen einem Megatrend unserer Zeit und Gesellschaft.

Klima- & Umweltzeichen wie HOLZ VON HIER bieten hier eine praktische Orientierungshilfe für Verbracher, Architelten dun die die öffentliche Hand und erleichtern Auswahl und Kaufentscheidung beträchtlich. Gleichzeitig bieten Umweltzeichen wie HOLZ VON HIER Unternehmen die Chance, ihre Umweltkompetenz für alle sichtbar unter Beweis zu stellen.

 


Die gemeinnützige Initiative Holz von Hier, mit dem gleichnamigen Klima- und Umweltlabel HOLZ VON HIER, hat das Ziel einen Beitrag zu Klima-, Umwelt- und Ressourcenschutz sowie regionaler Wertschöpfung und Verbraucherschutz zu leisten. Das geht, neben politischen Vorgaben, nur über Information und nachhaltige Produkte. Wie Sie das unterstützen können, wie wir gemeinsam hier viel bewegen können und die Ziele ganz konkret umsetzen können erfahren Sie unter „aktiv werden“ bei http://www.holz-von-hier.de


Dieser Beitrag wurde für HOLZ VON HIER verfasst von G. Bruckner und P. Strohmeier.