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Globales Denken erfordert regionales Handeln.


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Klimaschutz: „Transportarme Produkte sind nachhaltige Produkte“

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Bild: Schnittholz von heimischen Sägewerken mit dem HOLZ VON HIER Klima- und Umweltlabel: ein Best-Practise-Beispiel für die konkrete Umsetzung von  europäischen Nachhaltigkeitsstrategien (Bild: HvH).

Transportarme Produkte sind nachhaltige Produkte

Ein wachsender Anteil der globalen Warenströme ist von Bedarf und Wirtschaftswachstum abgekoppelt. Die Außenhandelswarenströme weltweit Transporte sind seit 1970 gegenüber der Produktion überproportional gestiegen. Das heißt, dass die Warenströme nicht durch gestiegenen Bedarf bedingt sind. Ein wachsender Anteil der globalen Warenströme ist daher vom Bedarf her überflüssig.

Reduktion der Klima- und Umweltbelstung durch Transporte über technische Maßnahmen erreichen zu wollen reicht für den Klimaschutz heute nicht mehr aus. Eine Reduktion der Transportkilometer im Produktumweltrucksack ist heute mehr als nötig.

Maßnahmen zur Verminderung der verkehrsbedingten Umweltbelastung in Europa

Allen Bemühungen zum Trotz steigt der LKW-Verkehr proportional am stärksten an. Dabei werden von der EU diverse Anstrengungen unternommen, um die Umweltbelastungen durch Verkehr zu senken. Diese beschränken sich bisher jedoch wietgehend auf …

  • (1) technische Maßnahmen wie (a) Effizienzsteigerungen (verbrauchsärmere Motoren, ein 40 Tonner verbraucht heute 30% weniger als sein Vorgänger aus den 1960ziger Jahren, Verbrauch heute ca. 30 Liter auf 100 km im Schnitt für 40Tonner, das gilt zudem nur für Deutsche LKW !. (b) Neue Antriebe (Auswirkungen v.a. auf die Bremsenergie und das Laden der Batterie).
  • (2) alternative Kraftstoffe (Treibstoffe aus Biomasse. Aber siehe Biomassediskussion! Biofuels sind fürs Klima heute eher katastrophal)
  • (3) Materilaien udn Ökodesign, wie (a) leichte Werkstoffe für den LKW-Bau (noch wenig in der Umsetzung, Leichte LKW mit noch geringem Marktanteil) oder (b) aerodynamische Formgebung.
  • Die Reduzierung der Transportstrecken und damit eine echte Entkopplung von Wirtschaftswachstum und Verkehrsaufkommen wie es im 6. Umweltaktionsprogramm der EU, aus Klima- und Umweltschutzgründen, sowie im Sinne der Nachhaltigkeitsstrategien der EU gefordert wird, ist bisher noch kaum im Fokus.
  • Das Umweltlabel HOLZ VON HIER hat genau diesen Fokus bei Produkten in den Mittelpunkt gerückt und ist damit ein best-praktise-Beispiel.

Produktumweltampel

Mit Förderung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt wurde eine Produktumweltampel entwickelt, die Holz von Hier in 2016, gemeinsam mit Unterstützung von Partnern national und in einzelnen Bundesländern (wie z.B. der Bayerischen Sparkassenstiftung) herausgibt. Mit der Produktumweltampel wird gezeigt, dass die Transporte nicht nur einen „gewissen Anteil“, sondern im Gegenteil einen ganz wesentlichen Anteil an der Nachhaltigkeit eines Produktes haben können.

Was jeder tun kann: fragen Sie beim nächsten Produktkauf nach dem Label „HOLZ VON HIER“.

Produkte mit dem Label HOLZ VON HIER stehen für Holz der kurzen Wege aus nachhaltig bewirtschafteten heimischen Wäldern entlang der gesamten heimischen Verarbeitungskette. Das trägt systemimmanent zum Schutz der weltweiten Biodiversität bei. Fragen Sie beim nächsten Produkteinkauf nach dem Label HOLZ VON HIER, denn je mehr Sie dies nachfragen umso mehr werden Hersteller, Händler und Baumärkte auch verstärkt auf das neue Label HOLZ VON HIER setzen und damit weltweit einen wichtigen Beitrag leisten Klima, Biodiversität und Ressourcen zu schützen. Holz von Hier ist nicht nur ein Klima- und Umweltlabel sondern eine junge gemeinnützige Initiative, die zum Schutz von Klima, Biodiversität und Ressourcen sowie zur regionalen Wertschöpfung und Verbraucherschutz beiträgt. Dazu brauchen wir Ihre Unterstützung! Beteiligen Sie sich an Holz von Hier Aktionen, schenken Sie uns ein Link und Like und abbonieren Sie diesen Blog. Mehr Infos unter http://www.holz-von-hier.de

 


Die gemeinnützige Initiative Holz von Hier, mit dem gleichnamigen Klima- und Umweltlabel HOLZ VON HIER, hat das Ziel einen Beitrag zu Klima-, Umwelt- und Ressourcenschutz sowie regionaler Wertschöpfung und Verbraucherschutz zu leisten. Das geht, neben politischen Vorgaben, nur über Information und nachhaltige Produkte. Wie Sie das unterstützen können, wie wir gemeinsam hier viel bewegen können und die Ziele ganz konkret umsetzen können erfahren Sie unter „aktiv werden“ bei http://www.holz-von-hier.de


Dieser Beitrag wurde für HOLZ VON HIER verfasst von G. Bruckner und P. Strohmeier.
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Klimaschutz: „Sind Schifftransporte umweltfreundlicher?“

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Bild: Schiffsfracht. (Bild gekauft HvH von photocase, s. http://www.holz-von-hier.de)

Sind Schifftransporte umweltfreundlicher? …

Immer wieder hört man das Argument, dass lange Transporte z.B. Überseetransporte die Umweltbilanz eines Produktes nicht so sehr oder sogar weniger belasten als z.B. Transporte innerhalb Europa oder Deutschlands mit dem LKW. Deshalb seien auch die Internationalen Warentransporte, die vielfach auf dem Schiffswege erfolgen, in der Umweltbilanz von Produkten eher untergeordnet, heisst es oft.

… das ist nicht eindeutig zu beantworten

  • Wahr ist, dass pro Tonnen-Kilometer (t-km) Frachtgut die Umweltbelastung beim LKW höher liegt. Beispiel: GWP für einen durchschnittlichen LKW in Europa 0,054 kg CO2äqv. pro t-km, für einen durchschnittlichen Containerfrachter 0,015 kg CO2äqv./t-km. Dennoch ist aber letztlich ein Produkt aus China allein durch die Länge der Transportstrecke (ca. 3.500 LKW-km + 18.500 Schiffs-km) wesentlich klimabelastender (allein durch die Transporte) als ein Produkt aus Deutschland bzw. Europa (z.B. <500> LKW-km).
  • Wahr ist aber auch, dass die Einführung von reinerem Benzin und Diesel in Europa sowie der EURO Normen für LKW den Schadstoffausstoß von NOX, Schwefel, Ozon und Partikeln usw. bei europäischen LKW pro t-km reduziert haben. Dies kann sich aber natürlich bei sich ausweitenden Transportstrecken mit LKW innerhalb Europas wieder in der Klimawirkung aufheben.
  • Wahr ist aber auch, dass Frachtschiffe weltweit immer noch, aus Kostengründen, mit Schweröl fahren, mit erheblichen Umweltproblemen.

Frachtschiffe fahren weltweit immer noch aus Kostengründen mit Schweröl

Hauptbestandteil von Schwerölen sind Alkane, Alkene, Cycloalkene und hochkonzentriert aromatische Kohlenwasserstoffe, sowie Stickstoff- und Schwefelverbindungen. Dies sind alles selbst hochtoxische Stoffe.

  • Deshalb gilt Schweröl nach der EU Gefahrenstoffverordnung als „giftig“, „gesundheitsschädlich“ und „umweltgefährlich“, einige der Bestandteile werden von der EU als hoch kanzerogen und erbgutschädigend eingestuft.

Schweröl enthält zudem bis zu 3 % unbrennbare Bestandteile, den so genannten „Sludge“ der alle im Schweröl noch vorhandenen Verunreinigungen des Erdöls enthält wie z.B. auch Schwermetalle (z.B. Nickel, Vanadium usw.).

  • Dieser „Sludge“ kann gebührenpflichtig in Häfen entsorgt werden, aber einfacher, obwohl in Europa verboten, ist natürlich das verklappen auf hoher See. Das Verklappen und Reinigen der Tanks auf hoher See ist in anderen Weltregionen – üblich. An Strände gespülte „Sludge“ Klumpen hat wohl fast jeder schon einmal gesehen.

Durch neue Raffinerietechniken (z.B. deutsche Ölindustrie) kann auch im Schiffstreibstoff der Anteil an Schweröl prinzipiell reduziert werden …

  • … aber wegen der stark gestiegenen „billigen“ internationalen Handelsströme (die nicht die Umweltkosten internalisieren müssen) erfreut sich Schweröl pur (MFO) für Schiffstransporte nicht sinkender sondern eher steigender Nachfrage.

Auch wegen des stark angestiegenen und weiter ansteigenden Bedarfes in Asien (z.B. China; 8 der größte Seehäfen der Welt liegen in Asien mit weiteren geplanten Ausbaukapazitäten) ist mit einem Rückgang an solchem sehr stark umweltbelastenden Schweröl für Schiffstransporte nicht zu rechnen.

  • Immer häufiger finden sich offensichtlich in Ländern, wo weniger kontrolliert wird, als in Europa, auch illegale Beimengungen wie Reste aus der Kunststoffherstellung oder Altöle im Schweröl, die Schwerölreste noch um ein vielfaches giftiger machen.

Auch die Abgase auf Frachtschiffen, die mit Schweröl fahren, haben es in sich, …

  • …denn in der Regel fährt der Großteil dieser Frachter bisher ohne Filteranlagen. Die Belastungen der Abgase mit Schwefel und giftigen Gasen (Dioxine usw.) ist enorm. Deshalb fordert man für die Schifffahrt zunehmend Reinigungsanlagen die zumindest den Schwefel aus dem Abgas waschen, aber das möglicherweise auf Kosten der Gewässer. Gefordert wird dies (unserer Kenntnis nach, bitte korregiert uns) bisher nur für Schiffe, die die Nord- und Ostsee befahren. Ob dies wieder nur für deutschen Reedereien gelten wird oder auch für die Überseeschiffe aus anderen Weltregionen, die die großen Überseefrachthäfen Europas ansteuern (z.B. Rotterdam), ist unklar.

Die 10 größten Seehäfen der Welt

Bei den größten Seehäfen der Welt ist Asien eindeutig der Platzhirsch. Das macht auch deutlich wohin und von wo die Haupthandelsströhme auf dem Meer verlaufen. Zu den 10 Giganten der weltweiten Seehäfen zählt in Europa immer noch der Rotterdammer Hafen. Die 10 größten Seehäfen sind im folgenden (in absteigender Rangfolge) genannt mit ihren jährlich abgefertigten Standardkontainern (ein Standardcontainer ist 6,06 mr lang, 2,44 m breit).

  • Platz 10) Rotterdamer Hafen (Niederlande): mit 11,88 Millionen abgefertigten Standardcontainern .
  • Platz 9) Freihandelshafen von Dubai: 13,01 Mio.
  • Platz 8) Der Hafen von Qingdao: 13,02 Mio. (2020 soll er bis zu 30 Mio. Standardcontainer abfertigen).
  • Platz 7) Guangzhou in China: 14,26 Mio.
  • Platz 6) Ningbo-Zhoushan an der Ostküste Chinas: 14,72 Mio. Standardcontainer.
  • Platz 5) Hafen Buasen in Südkorea: 16,17 Mio.
  • Platz 4) Hafen Shenzhen in China: 22,57 Mio..
  • Platz 3) Hafen Hongkong, die Sonderverwaltungszone an der Südküste Chinas: 24,38 Mio.
  • Platz 2) Hafen Singapore: 29,94 Mio.
  • Platz 1) Hafen Shanghai: 31,74 Mio.

 


Die gemeinnützige Initiative Holz von Hier, mit dem gleichnamigen Klima- und Umweltlabel HOLZ VON HIER, hat das Ziel einen Beitrag zu Klima-, Umwelt- und Ressourcenschutz sowie regionaler Wertschöpfung und Verbraucherschutz zu leisten. Das geht, neben politischen Vorgaben, nur über Information und nachhaltige Produkte. Wie Sie das unterstützen können, wie wir gemeinsam hier viel bewegen können und die Ziele ganz konkret umsetzen können erfahren Sie unter „aktiv werden“ bei http://www.holz-von-hier.de


Dieser Beitrag wurde für HOLZ VON HIER verfasst von G. Bruckner und P. Strohmeier.