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Globales Denken erfordert regionales Handeln.

Klimaschutz: „Klimakiller lange Transporte“

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Bild: Zunehmende Warentransporte rund um den Globus sind einer der Hauptklimakiller. (Bild: B&S).

Klimakiller Nummer 3: lange Transporte und globale Waremströme

Der globalisierte Verkehr bildet die drittgrößte Quelle für Treibhausgase, die den Klimawandel bewirken.

  • Der weltweite Handel mit Waren und Rohstoffen steigt in rasantem Tempo. Dies ist in mancher Hinsicht sicherlich eine Notwendigkeit, insbesondere bei speziellen Gütern oder Rohstoffen, die ein begrenztes Herkunftsgebiet aufweisen. Fragwürdiger werden solche Transporte bei Rohstoffen, Gütern und Produkten, die im Prinzip in allen Teilen der Welt gleichermaßen vorkommen.
  • Die Beispiele sind zahllos, von Nordseekrabben, die in Afrika gepult und dann wieder in Norddeutschland verkauft werden, über Fleisch für Fertiggerichte, das tausende von Kilometern im Stoffstrom zurücklegt, bis hin zu Buchenrundholz aus Deutschland, welches nach China verschifft und dort zu Möbelgestellen verarbeitet wird, aus denen wiederum nahe am Wuchsort Polstermöbel gefertigt werden.
  • Von den weltweit verschifften Containern gelangen über 20% aus Asien nach Europa, 17% nach Nordamerika. Umgekehrt kommen nur etwa 7% von Europa und 8% von Nordamerika nach Asien (Deutsche Bahn, Museum Nürnberg).
  • Deutschland hat seit Kyoto in fast jedem Sektor CO2-Emissionen eingespart (Haushalte, Gewerbe bis zu 40%), die CO2-Emissionen im Verkehrssektor sind aber auch bei uns angestiegen (BMWI, 2009, 2010).
  • Transporte sind bisher der einzige Sektor innerhalb der EU, in dem bisher keine CO2-Einsparmaßnahmen erzielt werden konnten. Bisher erreichte Verbesserungen im Verbrauch und der Verkehrstechnologie wurden durch einen erheblich schneller ansteigenden Verkehr weit überkompensiert. Die bisherigen Maßnahmen zeigen keine Klimaschutzwirkung.

Selbst die Forst- und Holzwirtschaft zählt aktuell zu den transportintensiven Branchen.

  • Deutschland rangiert beim Rundholzimport auf Platz 3 und beim Rundholzexport auf Platz 5 weltweit (FAO, 2011).
  • Deutschland ist zudem der zweitgrößte Schnittholzimporteur und der viertgrößte Schnittholzexporteur der Welt (s.o.).
  • Nur 30% des Holzes in Holzprodukten auf dem deutschen Markt ist heute auch in deutschen Wäldern gewachsen (WWF, 2008).
  • Importiert wird fast alles, vom Rundholz über Schnittholz, Halbwaren, Parkett, Möbel und vieles mehr, bis hin zu Dachstühlen und ganzen Holzhäusern.
  • Die Stoffströme werden auch hier immer unübersichtlicher und weniger nachvollziehbar.

Güterverkehr findet auf der Straße statt.

Der Großteil des Güterverkehrs findet wie bekannt auf der Straße statt. Im Jahr 2012 beispielsweise waren die in Deustchand transportierten Waren wie folgt auf die Transportmittel verteilt: 3.120 Mio. t Waren wurden per LKW auf der Straße transportiert, 356 Mio. t auf der Schiene und 259 Mio. t auf Flüssen. Auf der Starße wurden davon nur etwa 3 Mio. t von deutschen LKW innerhalb Deutschlands transportiert.

Entwicklung des Welthandels und dessen Tansporte.

Im Jahr 1950 waren es noch 0,6 Milliarden US Dollar, die mit Welthandel verdient wurden, im Jahr 1990 waren es bereits 3.5 Mrd. US Dollar und im Jahr 2011 etwa 18 Milliarden US Dollar, das ist eine exponentielle Steigerung. Demzufolge entwickelte sich auch der Weltnutzfahrzeugmarkt (KPMG: gesamt 12.090). Allein in den letzten 10 Jahren ist dieser weltweit erheblich angestiegen.

  • Von 2005 bis 2015 um 2.570.000 mehr Nutzfahrzeuge, davon allerdings 97% (2.500.000) in Ländern, die nicht den Europäischen Umweltstandards für Nutzfahrzeuge entsprechen, die teils aber auch Güter in die EU transportieren.
  • Das bedeutet, dass die Umweltbelastungen, die mit Produkten auf dem europäischen Markt verbunden sind, zugenommen haben und zunehmen werden. Ein wachsender Anteil der globalen Warenströme ist von Bedarf und Wirtschaftswachstum abgekoppelt.
  • Die Außenhandelswarenströme weltweit Transpoprte sind seit 1970 gegenüber der Produktion überproportional gestiegen. Das heißt, dass die Warenströme nicht durch gestiegenen Bedarf bedingt sind. Ein wachsender Anteil der globalen Warenströme ist daher vom Bedarf her überflüssig.

Entwicklung des Verkehrsaufkommens in Deutschland.

Auch in Deutschland hat die Steigerung im Güterverkehr auf der Straße per LKW sehr stark zugenommen, allen Bemühungen, wie einer Verlagerung von Gütern auf die Bahn zu trotz.

  • Güterverkehr 1990: Gesamt: 287 Mrd. tkm: davon LKW:170 Mrd. tkm (59%), davon Bahn: 62 Mrd. tkm, Binnenschiff: 55 Mrd. tkm.
  • Güterverkehr 2010: Gesamt: 614 Mrd. tkm: davon LKW: 453 Mrd. tkm (74%), davon Bahn: 104 Mrd. tkm, Binnenschiff: 57 Mrd. tkm.
  • Güterverkehr Prognosen 2025: Gesamt: 936 Mrd. tkm; davon LKW: 704 Mrd. tkm (75%), davon Bahn: 152 Mrd. tkm, Binnenschiff: 80 Mrd. tkm.

Die Transporte haben in der Klimaschutzdiskussion bisher keinen Platz

Die Transporte haben in der Klimaschutzdiskussion bisher keinen Platz. Holz von Hier will das mit Partnern gemeinsam ändern.

  • Wenn wir über Maßnahmen zu Klimaschutz diskutieren, reden wir in Europa politisch und öffentlich meist nur über verbrauchsarme Geräte, Energiesparlampen, Senkung des Energieverbrauches in der Produktion, Energiesparende Techniken. Das ist natürlich alles auch wichtig …
  • … aber noch niemand redet ernsthaft davon, dass man auch die Stoffströme verkürzen muss.
  • Holz von Hier tut dies und zeigt auch auf, welche Folgen die überbordenden Warenströme für Klima, Umwelt, Biodiversität, Ressourcen, Verbraucherschutz und Gesundheit haben.
  • Ist das wirtschaftsfeindlich? Nein, im Gegenteil, denn dadurch wird die regionale Wertschöpfung gefördert.
  • Und Holz von Hier macht auch deutlich, dass durch ein solches „Stoffstromanagement hin zu kurzen Wege in der gesamten Produktionskette wesentlich zur „Entkopplung von Wirtschaftswachstum und Verkehrsaufkommen“ beiträgt …
  • … dies wiederum ist ein wesentliches Ziel im 6. Umweltaktionsprogramm der Europäischen Union. Holz vonHier verfolgt hiermit also starke EU konforme Ziele.

Was jeder tun kann

Fragen Sie beim nächsten Produktkauf nach dem Label „HOLZ VON HIER“. Achten sie auf Produkte die in ihrem Stoffstrom möglichst wenige Kilometer zurück gelegt haben. Das einzige Label, das bisher kurze Wege im gesamten Stoffstrom nachweist ist HOLZ VON HIER.

Produkte mit dem Label HOLZ VON HIER stehen für Holz der kurzen Wege aus nachhaltig bewirtschafteten heimischen Wäldern entlang der gesamten heimischen Verarbeitungskette. Das trägt systemimmanent zum Schutz der weltweiten Biodiversität bei. Fragen Sie beim nächsten Produkteinkauf nach dem Label HOLZ VON HIER, denn je mehr Sie dies nachfragen umso mehr werden Hersteller, Händler und Baumärkte auch verstärkt auf das neue Label HOLZ VON HIER setzen und damit weltweit einen wichtigen Beitrag leisten Klima, Biodiversität und Ressourcen zu schützen.

Holz von Hier ist nicht nur ein Klima- und Umweltlabel, sondern eine junge gemeinnützige Initiative (gegründet 2012) , die zum Schutz von Klima, Biodiversität und Ressourcen sowie zur regionalen Wertschöpfung und Verbraucherschutz beiträgt. Dazu brauchen wir Ihre Unterstützung! Beteiligen Sie sich an Holz von Hier Aktionen, schenken Sie uns ein Link und Like und abbonieren Sie diesen Blog.

 


Die gemeinnützige Initiative Holz von Hier, mit dem gleichnamigen Klima- und Umweltlabel HOLZ VON HIER, hat das Ziel einen Beitrag zu Klima-, Umwelt- und Ressourcenschutz sowie regionaler Wertschöpfung und Verbraucherschutz zu leisten. Das geht, neben politischen Vorgaben, nur über Information und nachhaltige Produkte. Wie Sie das unterstützen können, wie wir gemeinsam hier viel bewegen können und die Ziele ganz konkret umsetzen können erfahren Sie unter „aktiv werden“ bei http://www.holz-von-hier.de


Dieser Beitrag wurde für HOLZ VON HIER verfasst von G. Bruckner und P. Strohmeier.
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