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Globales Denken erfordert regionales Handeln.


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Baustoffe: „PP-PES-Textilkunststoffboden“

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Bild: Textilmuster aus Kunststofffasern. Textile Bodenbeläge bestehen meist aus Polyamidkunststoffen (Bild: B&S).

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PP-PES-Textilkunststoffboden: Informationen zu Vorketten, Nutzungsphase, Nachnutzung

Einleitendes

Gesundheitsrisiken im täglichen Gebrauch sind bei einigen Kunststoffen bereits durch den Kunststoff an sich gegeben. Kunststoffprodukte enthalten aber zudem teilweise hohe Konzentrationen an Weichmachern, Stabilisatoren, Pigmente, Flammschutzmittel und weitere Additive. Kunststoffprodukte aus Deutscher Produktion müssen jedoch, anders als Importwaren, die bei uns geltenden Grenzwerte zu Formaldehyden, VOC und kanzerogene Substanzen einhalten. Bei Importprodukten sind die Vorschriften in den Herstellerländern oftmals nicht mit den hohen Standards innerhalb der EU zu vergleichen.

Im Überblick gibt es folgende Bodenarten: (1) Textile Böden aus Kunststofffasern, (2) PVC Beläge, (3) Keramik, (4) Holzböden wie Dielen und Parkett, (5) Laminat, (6) Linoleum, (7) Kork, (8) Elastomere und (9) Sonstige wie z.B. Textile Böden aus Naturfasern (Baumwolle, Jute, Flachs, Kokos, Hanf, Sisal, Wolle, Haar, Seide). Textile Kunststoffböden haben einen Marktanteil 50% (ca. 240 Mio. m2; Tendenz: fallend). PVC Beläge: Marktanteil 10% (ca. 48 Mio. m2; Tendenz: stark fallend). Keramik: Marktanteil 15% (ca. 72 Mio. m2, Tendenz: steigend). Holzböden (Dielen, Massivparkett, Fertigparkett): Marktanteil 4% (ca. 20 Mio. m2; Tendenz: stark steigend). Laminat: Marktanteile 16% (ca. 80 Mio. m2;Tendenz: sehr stark steigend). Linoleum: Marktanteile 2% (ca. 9 Mio. m2, Tendenz: gleich bleibend). Kork: Marktanteile 1% (ca. 6,5 Mio. m2; Tendenz sehr stark steigend). Elastomere: Marktanteile 2% (ca. 6,5 Mio. m2; Tendenz: steigend). Sonstiges: Marktanteile 1% (ca. 6 Mio. m2; Tendenz: steigend).

Zum Vergleich Preisspannen ohne Verlegung (ohne Gewähr):

  • Massive Dielenböden: 30-60 €/m2
  • Massivholz-Parkett: 35-70 €m2
  • Fertigparkett höhere Qualitäten: 35-65 €/m2
  • Fertigparkett niedrige Qualitäten: 20-40 €/m2
  • Industrieparkett: 20-50 €/m2
  • Laminat: <20 – 40 €/m2.
  • Keramische Böden gibt es von <15 bis >50 (> 80) €/m2
  • Textile Synthetik Böden gibt es von <15 bis > 80 €/m2
  • PVC Böden gibt es von <15 bis > 80 €/m2

 Vorketten – Rohstoffe

  • Einleitendes. Textiler Bodenbelag aus Polyamidkunststoff (PP und PES) „Getufteter Boden“ besteht aus: Nutzschichtmaterial 100% Polyamidfasern, Trägermaterial 100% Polypropylen (PP) oder Polyester (PES), Rückenschichtung: Geweberücken aus PP oder PES.
  • Grundrohstoffe. (1) Polypropylen (PP): Öl wird zu Naphta, das zu Propen, das zu Polypropylen und das zu PP-Granulat verarbeitet. Polyester (PE): Öl wird über Erdölkraking und Ethylenglycol plus Terephtalsäure zu Polyethylenterephthalat (PET) oder metallisiertes Polyethylenterephthalat (MPET) und diverse Verarbeitungsstufen zu Polyester-Rohfolien(-Garne, u.a.) verarbeitet. (1) ERDÖL: Grundrohstoff jedes Kunststoffproduktes ist Erdöl. Erdölvorkommen legen in etwa 78 Länder der Erde (USGS) der Großteil davon jedoch mit sehr geringen Vorkommen. Die Haupterdölvorkommen die wirtschaftlich erschlossen werden können liegen in Saudi-Arabien 13,2%, Russland 12,5%, USA 10,4% und China 5% (Deutschland 0,1% der Weltvorkommen). (2) VORPRODUKTE: Erdöl wird im weltweiten Warenverkehr über zahlreiche Zwischenschritte zu den verschiedensten Kunststoffvorprodukten wie Granulate, Folien usw. verarbeitet.
  • Reichweite. Die Reichweite der Ölreserven, als Grundrohstoff aller Kunststoffprodukte, liegt bei 101 Jahren (USGS).

Vorketten – Transporte

  • „Die Bedeutung der Transporte für die Ökobilanz von Produkten wird heute systemisch unterschätzt“ (Holz von Hier). Standarddatensätze aus Ökobilanzen (EPD) rechnen im Grunde produktunabhängig mit 50 bis 350 km für die Vorketten. So werden die Transporte in ihrer Klima- und Umweltwirkung meist stark unterschätzt.
  • Ohne Stoffstromnachweise können im Bau und Innenausbau eingesetzte Produkte tausende von Transportkilometern zurückgelegt haben. Dies soll anhand von Stoffstromindizien aufgezeigt werden. (1) Beispiel Grudnrohstoff Öl. Deutschland hat 0,1% der Weltvorkommen an Erdöl und entsprechend hoch sind allein die Transporte bei diesem Grundrohstoff aller Kunststoffprodukte (z.B. aus Saudi-Arabien, Russland, USA). (2) Beispiel Vorprodukte. Erdöl wird im weltweiten Warenverkehr über zahlreiche Zwischenschritte zu PP und PES verarbeitet. (3) Beispiel Vorproduktimporte. Nach Deutschland werden jedes Jahr z.B. synthetische Spinnfasern (0,34 Mio. t), Polymere des Propylens (1,6 Mio. t) und Ethylens (2,5 Mio. t) importiert (z.B. Asien). (4) Beispiel Additive.  Flammschutzmittel, Treibgase, Stabilisatoren usw. werden weltweit hergestellt und gehandelt. (5) Beispiel Textile Kunststoffböden. Kunststoffböden werden in Deutschland und weltweit hergestellt.

Nutzungsphase

  • Gesundheit. In Deutschland hergestellte Kunststoffböden halten die gesetzlichen Vorgaben zu Formaldehyden, VOC und Eluaten ein (gemessene Werte aus EPD sind z.B. (1) Formaldehyde und Kanzerogene: k.a.; (2) VOC: TVOC-28-Tage: 300 µg/m3, SVOC-28-Tage: 30 µg/m3, VOC o. NIK-28-Tage 100 µg /m3; (3) zu Eluaten liegen meist keine Messungen vor, sie werden teils als „nicht relevant“ eingestuft, vermutlich weil man davon ausgeht, dass das Material in der Müllverbrennung entsorgt wird.
  • REACH-RISK. Kunststoffböden könnten potentiell gesundheitsgefährliche Substanzen enthalten. Kunststoffprodukte könnten potentiell eine oder mehrere REACH relevante Substanzen enthalten, es stehen (A) 5 Substanzen auf der REACH-Verbotsliste und (B) 41 Substanzen auf der REACH-Kandidatenliste. Bei Weichmachern sind (A) 2 Substanzen laut REACH-Verordnung bereit Grenzwerten innerhalb der EU unterworfen und (B) 13 Substanzen stehen auf der REACH-Kandidatenliste, bei Flammschutzmitteln sind es (B) 5 Substanzen, bei Stabilisatoren 2 und bei Treibmitteln 1 auf der REACH Kandiatenliste.
  • Anmerkungen. (1) Textile Kunststoffböden enthalten hohe Konzentrationen an „Ausrüstungen“ (Additive), hierzu gehören „Antistatika“ (z.B. Metallfasern oder Ammoniumverbindungen), „Antisoilings“ sollen die Teppichfasern länger vor Verschmutzung schützen (die Fasern werden dazu z.B. mit FCKW oder Glykolethern beschichtet), „Flammschutzmittel“ und anderes. [Anmerkung: bei v.a. fernöstlichen Teppichen aus Wolle werden Mottenschutzmittel, meist Permithrin, eingesetzt vor allem um die Qualitätssicherung der Ware während der Lagerung und dem Transport sich gewährleisten]. (2) In Kunststoffprodukten kann auch das Flammschutzmittel HBCD vorkommen. HBCD gilt als hoch kanzerogen und ist in der EU über 1 mg/kg im Produkt verboten. Bromhaltige Flammschutzmittel wie HBCD reichern sich selbst in niedrigsten Dosen in der Umwelt (z.B. Muttermilch, Blut, Grundwasser) an und können kaum abgebaut werden. HBCD gilt als „sehr giftig für Wasserorganismen mit langfristiger Wirkung“, es ist toxisch für aquatische Organismen mit einem sehr hohen Bioakkumulationspotenzial.
  • Sicherheit – Verhalten im Brandfall. Im Brandfall schmelzen Kunststoffprodukte und tropfen gegebenenfalls auch brennend ab. Abtropfende brennende Kunststoffe können nur schwer gelöscht werden. Auch Böden aus Kunststoffen können daher eine erhebliche Steigerung der maßgeblichen Brandlast ergeben. Dies ist auch der Fall obwohl heute nahezu alle Kunststoffprodukte im Baubereich mit Flammschutzmitteln versehen sind. Bei Brand entsteht sehr dichter beißender Rauch, der die Orientierung und damit die Fluchtgeschwindigkeit gerade in öffentlichen Gebäuden mit Personengruppen die sich selbst schwer orientieren und organisieren können deutlich behindern kann (z.B. Schulen, Kindergärten, Seniorenheime, Krankenhäuser usw.). Bei der Verbrennung von Kunststoffprodukten entstehen neben giftigem Kohlenmonoxid, Stickstoffoxide, Chlorwasserstoffe auch hochgiftige und kanzerogene Dioxine, Furane sowie ggf. auch polykondensierte Aromate wie Pyrene und Chrysene (dazu gibt es aber keine Messwerte in EPD). Nach Aussagen von Brandschutzexperten kommen die meisten Todesfälle bei Hausbränden nicht durch herabstürzende Teile zustande sondern durch toxische Brandgase.
  • Haltbarkeit. die Haltbarkeit von Böden aus Textilen Kunststofffasern wird vom BNB mit 8-10 Jahren eingestuft.
  • Strapazierfähigkeit, Pflege, Reparaturfreundlichkeit. Die Grundpflege von Textilen Böden ist vergleichsweise einfach. Anders ist es jedoch bei stark verschmutzten Textilböden, diese ist schwierig und wenn die Böden mit dem Untergrund verklebt sind auch nur mit professionellen Wasserdampf-Reinigungsmaschinen machbar.

Nachnutzung – Ist Stand und Potentiale

  • Gebrauchte Teppiche und Teppichreste werden heute als Sperrmüll der kommunalen Müllverbrennung zugeführt.
  • Der bei der Verbrennung entstehe Chlorwasserstoff und die Dioxine werden in deutschen MVA durch die hohen Anforderungen an die Abluftreinigung weitgehend zurückgehalten. Diese hohe Reinigungsleistung Kosten enorm viel. Deshalb finden heute durchaus und zunehmend Müllstoffströme in Länder statt die weniger hohe Auflagen haben.
  • Eine Deponierung ist nicht mehr möglich (TAS Siedlungsabfall) kann aber bei vermischtem Bauschutt noch vereinzelt vorkommen.
  • Thermoplaste lassen sich theoretisch, allerdings nur wenn sie sortenrein und unverschmutzt vorliegen, prinzipiell wieder einschmelzen und zu einem neuen Produkt formen, allerdings nur im Downcycling mit erheblichen Qualitätsverlusten. Vor allem die Wiederverwertung nicht sortenreiner Abfälle, wie beispielsweise im Sperrmüll oder Hausmüll, ist nach wie vor schwierig und wird es wohl auch bleiben, da dies sehr personalintensiv und mit hohem Einsatz an Wasser und Energie verbunden ist, so dass hier sowohl die Kosten-Nutzen-Rechnung als auch die Ökobilanz oft negativ ausfallen.

Umwelt und Qualitätssiegel

Es gibt verschiedene ‚Teppichsiegel‘:

  • BLAUER ENGEL: Fremdüberwachtes staatliches Label. Grenzwerte und geringe Konzentration an Formaldehyden.
  • ETG-Siegel (Europäische Teppichgemeinschaft): Selbstverpflichtung der Branche. Grenzwerte zu Pentachlorphenol (PCP) oder Formaldehyd.
  • GUT (Gemeinschaft umweltfreundlicher Teppichböden): Selbstverpflichtung der Branche zu (a) Verzicht au zu Asbest, FCKW, Azo-Färbemittel, Vinylchlorid, Pestizide, Formaldehyd und Pentachlorphenol (PCP) in der Herstelung; (b) Einhaltung selbst gesetzter Grenzwerte für Toluol, Styrol, Vinylcyclohexen und 4-Phenylcyclohexen, sowie Festlegung von Summenparametern für aromatische Kohlenwasserstoffe und flüchtige organische Stoffe, die nach eigenen Aussagen deutlich unter den auf den Markt gängigen Werten liegen (Anmerkung: Laboruntersuchungen ergaben jedoch, dass die vorgegebenen Richtwerte der GUT teilweise erheblich überschritten werden).
  • IWS Siegel: Schutz bzw. Behandlung von Wollteppichen mit Mottenschutzmitteln (Pyrethroide).
  • EPD sind keine Label.
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Baustoffe: „Keramikfliesen und -platten“

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Bild: Böden aus Keramikfliesen und -platten sind einfach in der Pflege aber fusskalt (Bild: HvH zur Verfügung gestellt).

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Keramikfliesen und -platten: Informationen zu Vorketten, Nutzungsphase, Nachnutzung

Einleitendes

Im Überblick gibt es folgenden Bodenarten: (1) Textile Böden aus Kunststofffasern, (2) PVC Beläge, (3) Keramik, (4) Holzböden wie Dielen und Parkett, (5) Laminat, (6) Linoleum, (7) Kork, (8) Elastomere und (9) Sonstige wie z.B. Textile Böden aus Naturfasern (Baumwolle, Jute, Flachs, Kokos, Hanf, Sisal, Wolle, Haar, Seide). Textile Kunststoffböden: Marktanteil 50% (ca. 240 Mio. m2; Tendenz: fallend). PVC Beläge: Marktanteil 10% (ca. 48 Mio. m2; Tendenz: stark fallend). Keramik bzw. mineralische Beläge: Marktanteil 15% (ca. 72 Mio. m2, Tendenz: steigend). Holzböden (Dielen, Massivparkett, Fertigparkett): Marktanteil 4% (ca. 20 Mio. m2; Tendenz: stark steigend). Laminat: Marktanteile 16% (ca. 80 Mio. m2;Tendenz: sehr stark steigend). Linoleum: Marktanteile 2% (ca. 9 Mio. m2, Tendenz: gleich bleibend).  Kork: Marktanteile 1% (ca. 6,5 Mio. m2; Tendenz sehr stark steigend). Elastomere: Marktanteile 2% (ca. 6,5 Mio. m2; Tendenz: steigend). Sonstiges: Marktanteile 1% (ca. 6 Mio. m2; Tendenz: steigend).

Keramische Fliesen und Platten (Preise ohne Verlegung): Keramische Böden gibt es von <15 bis >50 (> 80) €/m2

Vorketten – Rohstoffe

  • Grundrohstoffe im Produkt. Keramische Fliesen und Platten bestehen aus: Tone 60%, Feldspate 22%, Kaolin 8%, Kalkstein 4%, Sand 3%, Glasuren ca. 4%.
  • Rohstoffgewinnung, Zwischenprodukte, Halbwaren. (1) TON: Ton bzw. Bentonit wird in 42 Ländern der Erde abgebaut (USGS), die drei Hauptabbauländer sind USA 33,7%, China 23,7% und Griechenland 8,4%. Deutschland hat 2,5% Anteil an der Weltproduktion an Bentonit. Jährlich importiert Deutschland aber auch ca. 22.000 Tonnen Bentonit. (2) FELDSPAT: Feldspat wird in 44 Ländern der Erde abgebaut (USGS), die drei Hauptabbauländer sind Italien 25,7%, Türkei 19,1%, China 11,5%. Deutschland gewinnt 1,1% der Weltproduktion an Feldspat. (3) KAOLIN: Kaolin wird in 53 Ländern der Erde abgebaut (USGS), die Hauptabbauländer sind Usbekistan 18,3%, USA 16% und Deutschland 12%. Jährlich werden in Deutschland etwa 4,6 Mio. t Kaolin abgebaut aber auch 0,63 Mio. t importiert aus Belgien, Tschechien, USA, GB und Niederlande. (4) KALK: Kalk wird in 46 Ländern der Erde abgebaut (USGS), die Hauptabbauländer sind China 63,4%, USA 5,4% und Indien 4,3%. Deutschland gewinnt 1,9% der Weltproduktion an Kalk, etwa 6,7 Mio. t (BGR, 2012). Jährlich importiert Deutschland aber auch ca. 1,9 Mio. t Kalk, vor allem aus Österreich, Belgien, Polen und Frankreich.
  • Reichweite. Die Reichweite von Ton, Feldspat, Kaolin, Kalk liegt bei >> 100 Jahren (USGS).

Vorketten – Transporte

  • „Die Bedeutung der Transporte für die Ökobilanz von Produkten wird heute systemisch unterschätzt“ (Holz von Hier). Standarddatensätze aus Ökobilanzen (EPD) rechnen im Grunde produktunabhängig mit 50 bis 350 km für die Vorketten. So werden die Transporte in ihrer Klima- und Umweltwirkung meist stark unterschätzt.
  • Ohne Stoffstromnachweise können im Bau und Innenausbau eingesetzte Produkte tausende von Transportkilometern zurückgelegt haben. Dies soll anhand von Stoffstromindizien aufgezeigt werden. (1) Beispiel Ton. In Deutschland werden jährlich 6,7 Mio. t Ton abgebaut und 0,02 Mio. t importiert (z.B. USA, China, Griechenland). (2) Beispiel Feldspat. Deutschland gewinnt jährlich etwa 0,2 Mio. t Feldspat (1,1% der Weltproduktion), importiert aber auch 0,43 Mio. t Feldspat (z.B. Italien, Türkei, China). (3) Beispiel Kaolin. Jährlich werden in Deutschland etwa 4,6 Mio. t Kaolin abgebaut aber auch 0,63 Mio. t importiert (z.B. aus Belgien, Tschechien, USA, GB und Niederlande). (4) Beispiel Kalk. Deutschland produziert jährlich 6,7 Mio. t Kalk und importiert ca. 2 Mio. t (v.a. aus Österreich, Belgien, Polen und Frankreich, bis > 1.100 km). (5) Beispiel GLASUREN: Glasuren werden in Deutschland aber auch weltweit hergestellt und gehandelt. (6) Beispiel Keramikfliesen. Keramikfliesen werden in Deutschland hergestellt aber auch 0,84 Mio. t Fliesen jährlich importiert (z.B. aus China, Mexiko, Türkei).

Nutzungsphase

  • Gesundheit. In Deutschland hergestellte Keramikfliesen und –platten halten die gesetzlichen Vorgaben zu Formaldehyden, VOC und Eluaten ein (gemessene Werte gibt es kein, in EPD heißt es, es sind „keine Nachweise auf Gesundheitsgefährdung erforderlich“.
  • REACH-RISK. Keramikfliesen enthalten durch den Brand meist keine raumluftbelastenden, ausgasenden Stoffe mehr, das gilt vor allem für in Europa hergestellte Produkte. Dennoch stehen (B) 11 Substanzen auf der REACH Kandidatenliste, die potentiell in Keramikprodukten vorkommen könnten. Anmerkungen: (1) eine Gesundheitsgefährdung geht bzw. ging früher hauptsächlich durch die Glasuren aus. Dies ist bei deutscher Produktion strengeren Kontrollen unterworfen als bei einer Produktion in Erdteilen mit weniger strengen Auflagen. Natürlich ist dieser Aspekt zudem bei Böden weniger relevant als beispielsweise bei Glasuren für Essgeschirr oder Trinkgefässe. (2) Mikrobiologische, allergene Stoffe wie Milben, Hausstaub, Pilze usw. können sich auf der Fliesen selbst kaum halten oder entwickeln, aber sehr wohl in den Verlegfugen. (3) Bei Verlegung mit einem Kalk- oder Zementmörtel wird die Raumluft nicht mehr belastet, wenn das Anmachwasser verdunstet ist. Bei einer Verlegung mit Klebern, besteht sowohl eine höhere Ausdünstungsgefahr wie ein höheres Risiko der mikrobiologische Besiedlung.
  • Sicherheit – Verhalten im Brandfall. Stein und Keramikböden gelten als nicht brennbare Böden. Nach der Projektdatenbank wecobis des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung und der Bayerischen Architektenkammer sind Naturmaterialien wie Holz und Stein sowohl in der Nutzungsphase wie auch im Brandfall optimal gesundheitsverträglich. Bei Brand entstehen die üblichen Brandgase allerdings ohne hochtoxische Stoffe wie z.B. bei Kunststoffbränden.
  • Haltbarkeit. Die Haltbarkeit von Keramik Böden wird vom BNB mit >50 Jahre angegeben. Je nach Art und Qualität der Keramik kann die Haltbarkeit aber noch höher sein.
  • Strapazierfähigkeit, Pflege, Reparaturfreundlichkeit. Keramik und Steinböden sind sehr robuste und pflegeleichte Böden.

Nachnutzung – Ist Stand und Potentiale

  • Der übliche Nachnutzungsweg ist für Keramikböden ist die Bauschuttdeponie, da die Fliesen und Platten in der Regel fest mit dem Untergrund verklebt werden und bei Bauabbruch kaum bruchfrei abgelöst werden können.
  • Es ist kein Reuse oder Recycling möglich

Umwelt und Qualitätssiegel

  • IBU-Qualitätssiegel der deutschen Fliesenhersteller.
  • EPD sind kein Label


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Ressourcen: „Folgen nicht-nachhaltigen Umganges mit Ressourcen“

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Bild: Bodenerosion nach Kahlschlag in Afrika (Tansania) – selbst Subsistenzwirtschaft wird hier schwer. (Bild: B&S)

Die Folgen nicht nachhaltigen Umganges mit Ressourcen betreffen uns alle und unsere Kinder

Die Folgen nicht nachhaltigen Umganges mit Ressourcen haben nicht nur Einfluss auf die Gegenwart, sondern bestimmen über die Zukunft aller Menschen und aller nachfolgenden Generationen. Die Forderung nachhaltig und schonend mit Ressourcen umzugehen war der Beginn und Grundpfeiler jeglicher Nachhaltigkeitsdebatte. Nicht nachhaltiger Umgang mit Ressourcen hat garavierende (1) Humanitäre Folgen, (2) Volkswirtschaftliche Folgen, (3) Negative Ökosystemauswirkungen. Die Art, wie ökologisch und sozial fair Rohstoffe gewonnen werden, wie lange sie im Stoffstrom transportiert werden und wie effizent sie im gesamten Stoffstrom genutzt werden, entscheidet über die Nachhaltigkeit.

(1) Humanitäre Folgen

Der hohe Energie- und Rohstoffverbrauch der Industrienationen und der sich stark entwickelnden Nationen Asiens (z.B. China, Indien) bleibt nicht ohne Folgen für die Rohstoffvorräte der Welt und löst damit auch humanitäre Folgen und Ungleichgewichte aus. Jede Rohstoffgewinnung hat weltweit systemisch bedingt auch humanitäre Folgen, durch Beeinflussung von Wasser, Luft, Boden, Biodiversität, biogenen Rohstoffen und durch Nutzungskonkurrenzen wie im folgenden Beispiel gezeigt wird.

Beispiel Nahrungs- und Futtermittelbedarf.

Weltweit steigen Nahrungs- und Futtermittelbedarf und damit wiederum der Bedarf an Boden, Wasser, Energie und Mineralien (z. B. Phosphor) zur Produktion. Heute leben 6,6 Mrd. Menschen auf unserer Erde, davon 80% in Entwicklungsländern (FAOSTAT, 2006), bis 2030 werden es 8,3 Mrd. sein. Mit höherem Einkommen und steigender Verstädterung steigt der Konsum an Fleisch, Milchprodukten, Fetten, Zucker, auch in Entwicklungs- und Schwellenländern. Weltweit stehen etwa 34% der Landflächen für landwirtschaftliche Nutzung zur Verfügung (ca. 50 Mio. km2), davon dienen bereits heute 80% (Weide und Futteranbau) der Viehhaltung. Von der weltweit genutzten Biomasse werden 58% als Futtermittel, 20% als Rohstoffe, 10% als Brennholz und nur 12% als Nahrung genutzt (Steinfeld et al., 2006). Weltweit steigen so auch die Nahrungsmittelpreise.

Eine der Ursachen dafür ist der steigende Fleischkonsum, aber auch der weltweite Bioenergieboom. Ein Entschärfen dieser Nutzungskonkurrenz wäre heute noch möglich (WBGU, 2009). Nachhaltige Beschaffung im Bereich Lebensmittel beispielsweise für Kantinen könnte sich auch an ökologischer und bodenschonender Bewirtschaftung orientieren. Nicht bodenschonende Bewirtschaftung bei der Nahrungs- und Futtermittelproduktion führt zu Humusabbau, Bodenverdichtung, Wind- und Wassererosion. Phosphor z.B. ist ein überlebensnotwendiges Element, das nicht erneuerbar und nur in endlichen begrenzten Ressourcen zur Verfügung steht. Der Verlust an Mutterboden und Phosphor durch Erosion ist ein elementares und wachsendes Problem.

(2) Volkswirtschaftliche Folgen

Rohstoffe, sind wesentliche Produktionsfaktoren, z.B. fossile Energie treibt heute immer noch die Weltwirtschaft an. Hier zeigt sich, wie sensibel die Wirtschaft auf Engpässe und Knappheiten reagiert. Einige abiotische Rohstoffe sind nahezu ubiquitär, wie Steine, Erden etc. Hieran besteht quantitativ auf absehbare Zeit kein Mangel. Insbesondere ist hier eine umweltschonende Gewinnung wichtig, um nicht andere Ressourcen zu beeinträchtigen wie z.B. Wasser, Boden oder Luft.

Ein Großteil der natürlichen Ressourcen ist jedoch nur in begrenztem Umfang vorhanden und nicht erneuerbar. Beispiele sind Erdöl, Erdgas sowie bestimmte Mineralien und seltene Erden, die immer weniger aus leicht zugänglichen Quellen zu beschaffen sind.

Beispiel Erdöl und Erdgas.

Die Weltvorräte an Erdöl werden auf ca. 160.000 Mio. Tonnen, die von Erdgas auf 180.000 Mrd. m3 geschätzt. Davon liegen beim Erdöl 87% und beim Erdgas 57% in Risiko- bzw. Krisenregionen wie dem Nahen Osten, Afrika, Südamerika und in starken Wachstumsregionen wie Asien (vgl. Abb. 4). Die Reichweite des Welt-Vorrates an Erdöl und Erdgas wird bei gegebener Förderquote auf etwa 40 bis > 60 Jahre geschätzt (BMWI, 2009/2010).

Auf die Art der Materialien kommt es an.

In der EU werden jährlich 16 Tonnen Werkstoffe pro Person verbraucht, davon werden 6 Tonnen zu Abfall (EU Kommission, 2011: „Fahrplan für ein ressourcenschonendes Europa“). Deshalb kommt der Art der Rohstoffe, nachwachsend oder regenerierbar, große Bedeutung zu.

Außerdem ist es wichtig, ob sie nach Ende der Lebensphase recycelt, wieder verwertet oder nur entsorgt werden können. Der BDE (Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft e. V.) mahnt deshalb an, dass eine Erhöhung der Recyclingquote von Materialien kein Selbstzweck sei, sondern ein nationales Erfordernis, da die deutsche Industrie aufgrund der sich weltweit dramatisch verknappenden Primärrohstoffvorkommen“ auf eine effektive Kreislaufwirtschaft angewiesen sei, um auch künftig auf hohem Niveau produzieren zu können. Bei vielen Materialien ist heute jedoch die Verwertungsrate bzw. reale Recyclingquote extrem gering.

Ressourcenschonende Gebäude und nachhaltige Beschaffung mit Blick auf optimale Ressourcenschonung: auch hier kommt es auf die Art des Materials an. Ressourceneffizienz und das eingesetzte Material spielen weder bei Gebäudebewertungssytemen noch EPD eine Rolle. Dabei gibt es hier deutliche Unterschiede. Holz beispielsweise ist ein nachwachsender Rohstoff, wenn es aus nachhaltiger Waldwirtschaft stammt. Altholz wird heute nach der Nutzungsphase zu nahezu 100% wieder verwertet und nicht entsorgt, im Gegensatz zu einigen anderen Baustoffen.

(3) Negative Ökosystemauswirkungen

Durch die steigende Nachfrage nach Rohstoffen wie Öl, Gas, Erzen und Mineralien werden weltweit zunehmend Rohstoffvorkommen in Gebieten erschlossen, die besonders sensibel auf menschliche Einflüsse reagieren. Selbst der Abbau in Lagerstätten mit nur geringer Rohstoffkonzentration wächst, so dass die Gewinnung energie- und materialintensiver wird. In Folge dessen wachsen die Umweltauswirkungen der Rohstoffgewinnung überproportional zum Anstieg der Förderung. Ein Beispiel ist die Gewinnung von Erdöl aus Teersanden in Kanada. Auch die Weiterverarbeitung der Rohstoffe im Stoffstrom geht mit Umwelt-, Material- und Energieverbrauch sowie Emissionen einher.

Anmerkung: das Label HOLZ VON HIER beispielsweise kennzeichnet klima- und umweltfreundliche Holzprodukte entlang des gesamten realen Stoffstromes.


Die gemeinnützige Initiative Holz von Hier, mit dem gleichnamigen Klima- und Umweltlabel HOLZ VON HIER, hat das Ziel einen Beitrag zu Klima-, Umwelt- und Ressourcenschutz sowie regionaler Wertschöpfung und Verbraucherschutz zu leisten. Das geht, neben politischen Vorgaben, nur über Information und nachhaltige Produkte. Wie Sie das unterstützen können, wie wir gemeinsam hier viel bewegen können und die Ziele ganz konkret umsetzen können erfahren Sie unter „aktiv werden“ bei http://www.holz-von-hier.de


Dieser Beitrag wurde für HOLZ VON HIER verfasst von G. Bruckner und P. Strohmeier.


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Baustoffe: „PVC-Vinyl-Boden“

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Bild: Textilmuster aus Kunststofffasern (Bild: B&S).

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PVC-Vinyl-Boden: Informationen zu Vorketten, Nutzungsphase, Nachnutzung

Einleitendes

Chemische Prozesse sind energieaufwändig. Polyvinylchlorid ist ein Kunststoff der an sich – unabhängig von weiteren Additiven – bereits als gesundheitsgefährlich beschrieben ist. PVC Böden gibt es in einer sehr weiten Preisspanne.

Gesundheitsrisiken im täglichen Gebrauch sind bei einigen Kunststoffen bereits durch den Kunststoff an sich gegeben. Beispielsweise PVC (Polyvinylchlorid) wird vielfach selbst als Krebs erzeugend und erbgutverändernd beschreiben. Kunststoffprodukte enthalten aber zudem teilweise hohe Konzentrationen an Weichmachern, Stabilisatoren, Pigmente, Flammschutzmittel und weitere Additive. Kunststoffprodukte aus Deutscher Produktion müssen jedoch, anders als Importwaren, die bei uns geltenden Grenzwerte zu Formaldehyden, VOC und kanzerogene Substanzen einhalten. Bei Importprodukten sind die Vorschriften in den Herstellerländern oftmals nicht mit den hohen Standards innerhalb der EU zu vergleichen.

Kunststoffprodukte könnten potentiell eine oder mehrere REACH relevante Substanzen enthalten, etwa 5 Substanzen der REACH Verbotsliste und 41 Substanzen der REACH Kandidatenliste. Bei Weichmachern sind 2 Substanzen laut REACH Verordnung bereit Grenzwerten innerhalb der EU unterworfen und 13 Substanzen stehen auf der REACH Kandidatenliste, bei Flammschutzmitteln sind es 5 Substanzen, bei Stabilisatoren 2 und bei Treibmitteln 1 auf der REACH Kandidatenliste. Greenpeace stuft Polyvinylchlorid (PVC), Polycarbonat und Styropor (EPS) als die drei giftigsten Kunststoffe ein und rät dringend diese aus Gesundheitsgründen und Umweltschutzgründen zu vermeiden (http.//www.greenpeace.de)

Vorketten – Rohstoffe

  • Grundrohstoffe im Produkt. Vinyl /PVC Böden bestehen aus: PVC (PolyVinylChlorid) 34,4%, Füller 54,3%, Weichmacher 10,5 %, Stabilisator 0,3%, Pigment 0,2%, Additive 0,1 %, PUR-(Polyurethan)-Überzug 0,2%.
  • Rohstoffgewinnung, Zwischenprodukte, Halbwaren. PVC (Polyvinylchlorid): Öl wird zu Naphta (oder Ethan, Propen, Flüssiggas), das zu Ethen und das plus Chlor zu Vinylchlorid, dieses zu Polyvinylchlorid (PVC) und das dann zum Vorprodukt PVC Granulat verarbeitet (Eingangsprodukt EPD). (1) ERDÖL: Grundrohstoff jedes Kunststoffproduktes ist Erdöl. Erdölvorkommen legen in etwa 78 Länder der Erde (USGS) der Großteil davon jedoch mit sehr geringen Vorkommen. Die Haupterdölvorkommen die wirtschaftlich erschlossen werden können liegen in Saudi-Arabien 13,2%, Russland 12,5%, USA 10,4% und China 5% (Deutschland 0,1% der Weltvorkommen). (2) VORPRODUKTE: Erdöl wird im weltweiten Warenverkehr über zahlreiche Zwischenschritte zu den verschiedensten Kunststoffvorprodukten wie Granulate, Folien usw. verarbeitet.
  • Reichweite. Die Reichweite der Ölreserven, als Grundrohstoff aller Kunststoffprodukte, liegt bei 101 Jahren (USGS).

Vorketten – Transporte

  • „Die Bedeutung der Transporte für die Ökobilanz von Produkten wird heute systemisch unterschätzt“ (Holz von Hier). Standarddatensätze aus Ökobilanzen (EPD) rechnen im Grunde produktunabhängig mit 50 bis 350 km für die Vorketten. So werden die Transporte in ihrer Klima- und Umweltwirkung meist stark unterschätzt.
  • Ohne Stoffstromnachweise können im Bau und Innenausbau eingesetzte Produkte tausende von Transportkilometern zurückgelegt haben. Dies soll anhand von Stoffstromindizien aufgezeigt werden. (1) Beispiel GRUNDROHSTOFF ÖL: Deutschland hat 0,1% der Weltvorkommen an Erdöl und entsprechend hoch sind allein die Transporte bei diesem Grundrohstoff aller Kunststoffprodukte (z.B. aus Saudi-Arabien, Russland, USA). (2) Beispiel VORPRODUKTE: Erdöl wird im weltweiten Warenverkehr über zahlreiche Zwischenschritte zu Naphta, das zu Ethen, das plus Chlor zu Vinylchlorid, das zu Polyvinylchlorid (PVC) und das zum Vorprodukt PVC Granulat/Folien verarbeitet. (3) Beispiel VORPRODUKTIMPORTE: nach Deutschland werden jedes Jahr synthetische Spinnfasern (0,34 Mio. t), Polymere des Vinylacetates (0,14 Mio. t), des Vinylchlorides (0,73 Mio. t), des Styrol (0,77 Mio. t), des Propylens (1,6 Mio. t), des Ethylens (2,5 Mio. t) importiert (z.B. Asien). (4) Beispiel ADDITIVE: Flammschutzmittel, Treibgase, Stabilisatoren usw. werden weltweit hergestellt und gehandelt. (5) Beispiel PVC-BÖDEN selbst: Kunststoffböden werden in Deutschland und weltweit hergestellt.

Nutzungsphase

  • Gesundheit. In Deutschland hergestellte Kunststoffböden halten die gesetzlichen Vorgaben zu Formaldehyden, VOC und Eluaten ein (gemessene Werte aus EPD sind z.B. (1) Formaldehyde und Kanzerogene: k.a.; (2) VOC: TVOC-28-Tage: <50 – 100 µg/m3, SVOC-28-Tage: <5 – 10 µg/m3, VOC o. NIK-28-Tage <5 – 10 µg /m3; (3) zu Eluaten liegen meist keine Messungen vor, sie werden teils als „nicht relevant“ eingestuft, vermutlich weil man davon ausgeht, dass das Material in der Müllverbrennung entsorgt wird.
  • REACH-RISK. Kunststoffböden könnten potentiell gesundheitsgefährliche Substanzen enthalten. Kunststoffprodukte könnten potentiell eine oder mehrere REACH relevante Substanzen enthalten, es stehen (A) 5 Substanzen auf der REACH-Verbotsliste und (B) 41 Substanzen auf der REACH-Kandidatenliste. Bei Weichmachern sind (A) 2 Substanzen laut REACH-Verordnung bereit Grenzwerten innerhalb der EU unterworfen und (B) 13 Substanzen stehen auf der REACH-Kandidatenliste, bei Flammschutzmitteln sind es (B) 5 Substanzen, bei Stabilisatoren 2 und bei Treibmitteln 1 auf der REACH Kandiatenliste.
  • Anmerkungen. (1) Gesundheitsrisiken im täglichen Gebrauch liegen bereits im Ausgangsstoff PVC, denn Vinylchlorid, wird vielfach als krebserzeugend und erbgutverändernd beschreiben. Kunststoffböden enthalten neben den Füllstoffen (54,3%) hohe Konzentrationen an Weichmachern (10,5 %) und zudem Stabilisatoren, Pigmente, Flammschutzmittel und weitere Additive. (2) Weichmacher in PVC (Böden, Lebensmittelverpackungen, Kinderspielzeug sw.) sind physiologisch aber generell bedenklich, denn trotz des geringen Dampfdrucks können sie über Speichel, Hautkontakt oder die Atemwege aufgenommen werden. Weichmacher wie Phtalate sind leber- und nierenschädigend, können bei Kindern entwicklungshemmend wirken und stehen im Verdacht, krebserzeugend zu sein (Schnuller und Spielzeug nur phtalatfrei kaufen !). Einige Phtalate (z.B. DEHP) werden als frucht- und fruchtbarkeitsschädigend eingestuft. (3) In Kunststoffen wird heute immer noch das Flammschutzmittel Hexabromcyclododekan (HBCD) eingesetzt. HBCD gilt als hoch kanzerogen und ist laut REACH-Verordnung in der EU über 1 mg/kg im Produkt verboten. Bromhaltige Flammschutzmittel wie HBCD gelangen wahrscheinlich nur in geringen Mengen aus unbeschädigten Kunststoffen in die Umwelt, dennoch kann HBCD selbst in niedrigsten Dosen in der Umwelt kaum abgebaut werden und reichert sich in der Muttermilch und im Blut an. Deshalb gilt es als „sehr giftig für Wasserorganismen mit langfristiger Wirkung“, ist nur relativ schwer abbaubar und toxisch für aquatische Organismen mit einem sehr hohen Bioakkumulationspotenzial, das es sich auch im Grundwasser und damit im Trinkwasser anreichert. Das Umweltbudensamt empfiehlt auf Produkte die HBCD bzw. die generell kritische Flammschutzmittel enthalten zu verzichten.
  • Sicherheit – Verhalten im Brandfall. Im Brandfall schmelzen Kunststoffprodukte und tropfen gegebenenfalls auch brennend ab. Abtropfende brennende Kunststoffe können nur schwer gelöscht werden. Auch Böden aus Kunststoffen können daher eine erhebliche Steigerung der maßgeblichen Brandlast ergeben. Dies ist auch der Fall obwohl heute nahezu alle Kunststoffprodukte im Baubereich mit Flammschutzmitteln versehen sind. Bi Brand entsteht sehr dichter beißender Rauch, der die Orientierung und damit die Fluchtgeschwindigkeit gerade in öffentlichen Gebäuden mit Personengruppen die sich selbst schwer orientieren und organisieren können deutlich behindern kann (z.B. Schulen, Kindergärten, Seniorenheime, Krankenhäuser usw.). Bei der Verbrennung von PVC Produkten in den Gebäuden entstehen neben Kohlenmonoxid und Stickstoffoxide auch hochgiftige Chlorwasserstoffe und Dioxine sowie ggf. auch hochgiftige und kanzerogene polykondensierte Aromate (z.B. Pyrene und Chrysene) und bromhaltige Flammschutzmittel (z.B. HBCD) spalten bei der Verbrennung hochgiftige Dibenzodioxine/-furane ab. Eine weitere Gefahr geht von schwermetallhaltigen Stabilisatoren (z.B. Blei) aus. Dazu gibt es aber keine Messwerte in EPD. Nach Aussagen von Brandschutzexperten kommen die meisten Todesfälle bei Hausbränden nicht durch herabstürzende Teile zustande sondern durch toxische Brandgase.
  • Dauerhaftigkeit. Haltbarkeit. Die Haltbarkeit von Kunststofffußböden wird vom BNB mit 20 Jahren eingestuft (Vergleich Holzböden und Keramikböden > 50 Jahre; Kostenvergleich siehe Info „Böden).
  • Strapazierfähigkeit, Pflege, Reparaturfreundlichkeit. Die Grundreinigung von Kunststoffböden ist meist einfach, anders ist es bei stark verschmutzten Kunststoffböden, beispielweise in öffentlichen Räumen. Hier wird oft Fachpersonel von Reinigungsfirmen in Anspruch genommen, wobei dann oft starke chemische Reinigungsmittel genutzt werden.

Nachnutzung – Ist Stand und Potentiale

  • Die Entsorgung in Müllverbrennungsanlagen ist heute der mengenmäßig übliche Weg der Entsorgung für PVC.
  • Der bei der Verbrennung entstehe Chlorwasserstoff und die Dioxine werden in deutschen MVA durch die hohen Anforderungen an die Abluftreinigung weitgehend zurückgehalten. Diese hohe Reinigungsleistung Kosten enorm viel. Deshalb finden heute durchaus und zunehmend Müllstoffströme in Länder statt die weniger hohe Auflagen haben.
  • Deponierung von PVC war bis 1989 der gängige Entsorgungsweg, aber auch heute noch werden gewisse Anteile an PVC im unsortierten Bauschutt deponiert. Gerade bei Weich-PVC kommt es hier aber aufgrund ihres Weichmacheranteils zu erheblichen Belastungen des Sickerwasser und damit von Umwelt und Grundwasser.
  • Eine Nachnutzung von Kunststoffdämmstoffen ist heute in der Regel noch nicht gegeben. Bei PVC ist die Wiederverwendung schwierig bis unmöglich, obwohl es teilweise Rücknahmesysteme der Industrie für PVC-Bauprodukte wie Rohre und Fenster gibt.
  • Allerdings werden die Produkte nur in den seltensten Fällen unverändert wieder verwendet. Thermoplaste lassen sich, allerdings nur wenn sie sortenrein und unverschmutzt vorliegen, prinzipiell wieder einschmelzen und zu einem neuen Produkt formen, allerdings nur im Downcycling mit erheblichen Qualitätsverlusten. Vor allem die Wiederverwertung nicht sortenreiner Abfälle, wie beispielsweise im Hausmüll, ist nach wie vor schwierig und wird es wohl auch bleiben, da dies sehr personalintensiv und mit hohem Einsatz an Wasser und Energie verbunden ist, so dass hier sowohl die Kosten-Nutzen-Rechnung als auch die Ökobilanz oft negativ ausfallen. Die werkstoffliche Verwertung wird daher zurzeit fast ausschließlich dort eingesetzt, wo große Mengen eines sortenreinen Materials zur Verfügung stehen, also beispielsweise die Verschnittreste in der Produktion selbst.

Umwelt und Qualitätssiegel

Es gibt verschiedene ‚Teppichsiegel‘:

  • BLAUER ENGEL: Fremdüberwachtes staatliches Label. Grenzwerte und geringe Konzentration an Formaldehyden.
  • ETG-Siegel (Europäische Teppichgemeinschaft): Selbstverpflichtung der Branche. Grenzwerte zu Pentachlorphenol (PCP) oder Formaldehyd.
  • GUT (Gemeinschaft umweltfreundlicher Teppichböden): Selbstverpflichtung der Branche zu (a) Verzicht au zu Asbest, FCKW, Azo-Färbemittel, Vinylchlorid, Pestizide, Formaldehyd und Pentachlorphenol (PCP) in der Herstelung; (b) Einhaltung selbst gesetzter Grenzwerte für Toluol, Styrol, Vinylcyclohexen und 4-Phenylcyclohexen, sowie Festlegung von Summenparametern für aromatische Kohlenwasserstoffe und flüchtige organische Stoffe, die nach eigenen Aussagen deutlich unter den auf den Markt gängigen Werten liegen (Anmerkung: Laboruntersuchungen ergaben jedoch, dass die vorgegebenen Richtwerte der GUT teilweise erheblich überschritten werden).
  • IWS Siegel: Schutz bzw. Behandlung von Wollteppichen mit Mottenschutzmitteln (Pyrethroide).
  • EPD sind keine Label.


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Ressourcen: Ursachen nicht-nachhaltigen Umganges mit Ressourcen

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Bild: Aufgegebener Braunkohletagebau in Deutschland – in Deuschland strengen Umweltauflagen unterworfen beispielsweise hinsichtlich nachfolgender Rekultivierung. (Bild: B&S).

Hauptsächliche Ursachen des nicht nachhaltigen Umganges mit Ressourcen.

Hauptursachen des nicht nachhaltigen Umganges mit Ressourcen sind (1) Weltweites Bevölkerungswachstum, (2) Nicht nachhaltiges Wirtschaften, (3) Nicht nachhaltige Produkte/nicht nachhaltiger Konsum.

(1) Weltweites Bevölkerungswachstum.

Die wesentlichen Treiber für den zunehmenden Rohstoffeinsatz ist auch die wachsende Weltbevölkerung, von 4,3 Mrd. im Jahr 1980 auf über 7 Mrd. heute und auf geschätzte 9,3 Mrd. im Jahr 2050. Hinzu kommt ein zunehmender Rohstoffeinsatz pro Kopf in den alten Industrieländern und vor allem auch den Schwellenländern wie China, Brasilien oder Indien. So betrug im Jahr 2004 der Pro-Kopf-Konsum an Rohstoffen in Europa 55 kg pro Tag, in Nordamerika 102 kg, in Asien dagegen nur 15 kg und in Afrika nur rund 11 kg (Sustainable Europe Research Institute, 2010).

(2) Nicht nachhaltiges Wirtschaften.

Alle Ressourcenfelder sind miteinander verknüpft, Einwirkungen auf einen Bereich ziehen unweigerlich, meist nicht bekannte und kaum vorhersehbare, Aus- bzw. Nebenwirkungen in anderen Bereichen nach sich. Umso wichtiger ist daher ein sorgsamer und schonender Umgang mit den Ressourcen. Die Weltgemeinschaft ist aber noch weit davon entfernt, sich im Ressourcenverbrauch als ein zusammenhängendes System zu betrachten. Der Primärenergieverbrauch der Welt beispielsweise ist in den letzten 20 Jahren um etwa 30% gestiegen, nicht etwa gesunken, und liegt heute bei 479 EJ (BMWI, 2009, 2010; WBGU; 2009). Lediglich in Europa ist der Primärenergieverbrauch tendenziell rückläufig.

Der weltweite Verbrauch von fossilen Brennstoffen hat sich im Laufe des 20. Jahrhunderts verzwölffacht und der Abbau von Bodenschätzen ist um den Faktor 34 (!) gestiegen. Neue aufstrebende Wirtschaftsnationen wie China und Indien treiben den Welt-Energieverbrauch stark an. China z.B. hat seinen Energieverbrauch in nur 17 Jahren um ca. 50% gesteigert und lag 2007 nur noch ca. 20% unter dem Energieverbrauch der USA (BMWI 2009, 2010).

Trotz einer 20-jährigen Historie der Klimaverhandlungen haben die weltweiten CO2-Emissionen in Summe zugenommen. Die zwei weltgrößten CO2-Emittenten sind die USA und China. Die CO2-Emissionen Chinas haben sich seit 1990 verdreifacht (BMWI, 2009/2010; WBGU, 2009).

Viele Länder mit Primärwäldern, die große CO2-Senken sind, haben in den letzten 10 Jahren große Teile ihrer Primärwälder abgeholzt, was nicht als Landnutzungsänderung gewertet wurde und nicht in die Erfassung der Treibhausgasemissionen eingeht. Namhafte Wissenschaftler forderten bereits 2000, Primärwälder im Klimaschutzprozess unter Schutz zu stellen und ihre Nutzung als Landnutzungsänderung zu werten, dies wurde bisher nicht berücksichtigt. Seitdem fanden massiv Primärwaldrodungen vor allem in Afrika, Asien und Lateinamerika statt.

Umgesetzte Energiesparmaßnahmen wurden in der Primärenergiebilanz von 1990 bis heute durch Wachstumsprozesse (Wirtschaftswachstum, Bevölkerungswachstum) teilweise wieder aufgehoben. Dies gilt im Großen wie im Kleinen. So hat sich z.B. in Deutschland durch die gestiegene Ausstattung mit Elektrogeräten der Stromverbrauch um 12% erhöht, obwohl die Geräte meist verbrauchsärmer wurden (BMWI, 2010).

Für viele Länder der Weltgemeinschaft ist Energie sparen noch kaum ein Thema. Dabei ist Energie sparen die größte „Energiequelle“ weltweit. Sie ist jederzeit nutzbar, spart Kosten, kann von jedem angewendet werden und befördert innovative Techniken. Energie sparen in Industrie, Gewerbe, Handel, Kommunen und Haushalten leistet einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und ist eine wichtige Säule nachhaltiger Beschaffung, z.B. durch die Beschaffung verbrauchsarmer Geräte (z.B. mit dem Blauen Engel).

(3) Nicht nachhaltige Produkte / Konsum.

Akteure und Konsumenten in Deutschland haben über die Verwendung von Produkten und Materialien, die ganz oder zu Teilen von außerhalb Deutschlands und Europas stammen, einen Einfluss auf die quantitative und qualitative Inanspruchnahme von Ressourcen und die Umweltauswirkungen in anderen Teilen der Welt.

In nur wenigen Ländern und Regionen der Welt gibt es so ehrgeizige Umweltziele, hohe Umweltstandards und anspruchsvolle rechtliche Rahmenbedingungen wie in Deutschland und Europa.

In Deutschland trägt oft auch das Engagement der Wirtschaft selbst dazu bei, Umweltbelastungen möglichst gering zu halten. Im Sinne von Klima- und Umweltschutz sowie Ressourcenschonung reicht es jedoch nicht, dass der letzte Produktionsschritt im Stoffstrom nach den hohen Standards der EU und Deutschlands produziert wurde, das sollte in der gesamten Stoffstromkette stringent durchgeführt werden. Denn, in vielen anderen Ländern, aus denen Deutschland und die EU Rohstoffe und Produkte importieren, gibt es keine solchen vergleichbaren Rahmenbedingungen.

Somit tragen viele Importwaren in die EU nicht nur den Umweltrucksack an erhöhten Transportemissionen mit sich, sondern hinterlassen zusätzlich einen noch größeren Fußabdruck an Ressourcen- und Umweltverbrauch.

Beispielsweise ist die deutsche Altholzverordnung die im Sinne der Umwelt und des Verbraucherschutzes strengste ihrer Art in Europa, wenn nicht weltweit. Sie verbietet beispielsweise die Nutzung von Altholz bei in Deutschland hergestellten Plattenwerkstoffen. Nicht verboten ist jedoch der Import von Billigplatten, die bis zu 100% teils schutzmittelbelastetes Altholz enthalten können. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, steigt seit einigen Jahren auch bei deutschen Plattenherstellern der Handelsanteil mit Importen im Portfolio zulasten der eigenen Produktion.

Ein anderes Beispiel betrifft den Wasserverbrauch. Dabei geht es nicht nur um die unmittelbare Belastung der Ressource Wasser durch den Gebrauch von Produkten, sondern zunehmend auch um den indirekten Wasserverbrauch durch die Produktion von Gütern. Viele Konsumgüter werden in sehr wasserarmen Gegenden der Welt hergestellt und verschärfen dort durch hohen Wasserbedarf die Probleme massiv. Baumwolle ist eines der bekannteren Beispiele hierfür.

Bei Produkten, die nach deutschen und europäischen Umweltstandards produziert wurden, ist man auf der sicheren Seite. Aber nicht nur der Handel mit fertigen Produkten sondern auch mit Rohstoffen und Halbwaren für die stoffliche Nutzung ist weltweit stark gewachsen und unübersichtlich. Das Ausmaß der Transporte im Stoffstrom ist auch von der Art des Rohstoffes abhängig.


Die gemeinnützige Initiative Holz von Hier, mit dem gleichnamigen Klima- und Umweltlabel HOLZ VON HIER, hat das Ziel einen Beitrag zu Klima-, Umwelt- und Ressourcenschutz sowie regionaler Wertschöpfung und Verbraucherschutz zu leisten. Das geht, neben politischen Vorgaben, nur über Information und nachhaltige Produkte. Wie Sie das unterstützen können, wie wir gemeinsam hier viel bewegen können und die Ziele ganz konkret umsetzen können erfahren Sie unter „aktiv werden“ bei http://www.holz-von-hier.de


Dieser Beitrag wurde für HOLZ VON HIER verfasst von G. Bruckner und P. Strohmeier. 


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Baustoffe: „Laminatboden“

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Bild: Laminate sind nach wie vor gefragt,  für Böden aber auch Inneneinrichtungen.

Begleittexte zur Produktumweltampel und Holzinfomeile
Mehr Infos unter http://www.holz-von-hier.de

Produktumweltampel (-APP)

Laminat: Informationen zu Vorketten, Nutzungsphase, Nachnutzung

Einleitendes

Als Laminat wird ein Werkstoff bezeichnet, der aus zwei oder mehreren flächig miteinander verklebten Schichten besteht. Diese Schichten können aus gleichen oder unterschiedlichen Materialien bestehen. Laminatfussböden bestehen aus einer Trägerschicht aus Holzplatten, die mit einer dünnen Dekorschicht verziert ist und versiegelt wird. Laminate sind in verschiedenen Paneelenstärken und mit unterschiedlicher Abriebfestigkeit erhältlich. Preiswerte Laminate sind dünn und empfindlicher gegen Abrieb und Feuchtigkeit, vor allem an den Stoßkanten. Hochwertige Laminate dagegen imitieren teils mit Strukturprägungen die Holzoberflächen eines echten Parkettbodens. Alle Laminatfussböden haben aber gegenüber Vollholzböden den Nachteil, dass sie bei Beschädigungen oder Verschleiß nicht abschleifbar sind. Es gibt auch Lamiant aus faserverstärkten Kunststoffen, sie werden in der Luftfahrt, im Boots- und Automobilbau und anderem eingesetzt, wo hochfeste und leichte Materialien benötigt werden. HPL (High Pressure Laminate) und CPL (Continuous Pressure Laminate) sind Laminate in denen Papier, Pappe oder Textilfasern mitteln Leim zu flachen Platten verpresst sind, die sich weiter mit Leim, zu dickeren Laminaten verarbeiten lassen (z.B. Markennahmen wie „Resopalplatten“). Als Leime werden Melamin- oder Phonolharze verwendet. Solche Kunsttsofflaminate werden auch zur Herstellung von Möbeln, Türen und Böden verwendte. Beim Kauf von Bodenbelängen aus Laminat sollte man daher genau nachfragen. Mit Holz haben nur Laminate mit Holzplatten und aufgebrachten Dekorschichten zu tun.

Vorketten – Rohstoffe

  • Grundrohstoffe im Produkt. (Holz-)Laminat besteht zu 60-70% aus Holzplatten (HDF), 8-18% aus Papier und zu 16-21% aus Kunstharz.
  • Rohstoffgewinnung, Zwischenprodukte, Halbwaren. Ohne Klima- und Umweltlabel (wie z.B. Holz von Hier) oder ohne Waldlabel (wie z.B. FSC oder PEFC) kann gerade bei Importen Holz „unsicherer Herkünfte“ verwendet worden sein.
  • Reichweite. Holz das aus nachhaltiger Waldwirtschaft stammt ist prinzipiell dauerhaft verfügbar, denn es wird nicht mehr Holz entnommen als nachwächst. Holz das aus Primärwäldern also tropischen und borealen Urwäldern stammt sollte aus Klima- und Umweltschutzgründen nicht verwendet werden.

Vorketten – Transporte

  • „Die Bedeutung der Transporte für die Ökobilanz von Produkten wird heute systemisch unterschätzt“ (Holz von Hier). Standarddatensätze aus Ökobilanzen (EPD) rechnen im Grunde produktunabhängig mit 50 bis 350 km für die Vorketten (in EPD zu Laminat deutscher Hersteller werden Transportentfernungen von 800 km bei der Herkunft der Eingangsrohstoffe in die Produktion angegeben). So werden die Transporte in ihrer Klima- und Umweltwirkung meist stark unterschätzt.
  • Ohne Stoffstromnachweise können im Bau und Innenausbau eingesetzte Produkte tausende von Transportkilometern zurückgelegt haben. Dies soll anhand von Stoffstromindizien aufgezeigt werden. (1) Beispiel Vorprodukt Platten. Die Warenströme bei Platten (als Hauptbestandteil von Laminat) sind heute global und ohne Herkunftsnachweis (z.B. „Holz von Hier“) kann man auch bei Holzplatten nicht automatisch davon ausgehen, dass sie in „kurzen Wegen“ produziert wurden. Importplatten können sowohl Altholz enthalten als auch Hölzer aus Raubbau. (2) Beispiel Laminat selbst. Laminat wird in Deutschland hergestellt aber vielfach auch importiert. Laminat mit den Label „HOLZ VON HIER“ Label zeichnet besonders klima- und umweltfreundliche Produkte der kurzen Wege, mit Holz aus heimischen nachhaltig bewirtschafteten Wäldern aus.

Nutzungsphase

  • Gesundheit. In Deutschland hergestellte Laminatböden halten die gesetzlichen Vorgaben zu Formaldehyden, VOC und Eluaten ein (in analysierten Produkt EPD liegen die genannten Messwerte zu VOC deutlich unter den gesetzlichen Grenzwerten z.B. bei TVOC 300 µg/m3, VOPC ohne NIK: 100 µg/m3, SVOC 30 µg/m3, zu Formaldehyden, Kanzerogenen, Eluaten sind keine Angabe gemacht). Info „Formaldehyde, VOC, PCP und CO – was ist relevant bei Holzprodukten“.
  • REACH-RISK. Das gesundheitliche Risiko bei Laminatböden ist hauptsächlich nach ihren Holzplattenwerkstoffen und den verwendeten Leimen zu beurteilen. Kleber mit PAK sind in Deutschland ! verboten und anderen Ländern der Welt noch nicht. Darauf ist bei Importen unter anderem zu achten.
  • Sicherheit – Verhalten im Brandfall. Holzfußböden unter 5 mm Deckschicht, also auch Laminate, gelten als „nicht brandsicher“.
  • Haltbarkeit. Laminat ist im Vergleich zu Vollholzböden deutlich weniger strapazierfähig und die Lebensdauer ist deutlich geringer, da das Produkt nicht renovierbar ist. Das BNB stuft seine Haltbarkeit mit 20 Jahren ein.
  • Strapazierfähigkeit, Pflege, Reparaturfreundlichkeit. Laminat ist deutlich weniger strapazierfähig als Vollholzböden aber strapazierfähiger als beispielsweise textile Kunststoffböden und es ist pflegeleicht.

Nachnutzung – Ist Stand und Potentiale

  • Laminat kann in der Regel nicht wieder verwertet werden, sondern wird in Kaskadennutzung in entsprechenden Altholzanlagen als Ersatzbrennstoff für Öl und Gas energetisch genutzt, wobei Wärme und Strom erzeugt werden.
  • Generell gilt: Holzprodukte werden nach ihrer Nutzung heute in Altholzkategorien AI (unbelastet) bis AIV (belastet) eingeteilt und in Deutschland thermisch verwertet oder das Altholz exportiert. AI und AII Althölzer sind heute europaweit bereits wertvolle Ersatzbrennstoffe für Öl und Gas und haben absolut nichts mit Entsorgung zu tun, sie werden im Gegenteil vielfach in regionalen Biomasseheiz(kraft)werken genutzt. Altholz wird weltweit auch stofflich genutzt z.B. in Holzplatten. Dies verbietet in Deutschland jedoch die deutsche Altholzverordnung und in Deutschland hergestellte Holzplatten könnten aber dürfen nicht Altholz enthalten. Allerdings verbietet die Verordnung nicht, dass Holzplatten mit bis zu 100% Altholzanteil nach Deutschland importiert und hier im Bau eingesetzt werden. Entsorgung von Altholz in der Müllverbrennung oder der Deponien gibt es heute quasi nicht mehr. Technisch gängige Verwertungswege für Altholz im stofflichen Recycling, die in anderen Ländern umfangreich genutzt werden, sind in Deutschland durch die deutsche Altholzverordnung ausgeschlossen.

Umwelt und Qualitätssiegel

  • HOLZ VON HIER Label für besonders klima- und umweltfreundliche Holzprodukte mit Holz der kurzen Wege aus nachhaltiger Waldwirtschaft inklusive Herkunftsnachweis und Ökobilanz. Holz von Hier ist ein Klima- und Umweltlabel und hat deshalb keine eigenen Kriterien für die nachhaltige Forstwirtschaft entwickelt, sondern verlangt Nachweise wie FM-Zertifikate nach FSC oder PEFC oder vergleichbar. (Deutschland hat weltweit gesehen sehr strenge Waldgesetze und eine seit Jahrhunderten nachhaltige Forstwirtschaft. In Deutschland sind mehr als 70% der Waldflächen, nahezu alle für den Markt bewirtschafteten Flächen mit Ausnahme von Kleinstflächen für den Eigenbedarf oder Flächen mit besonderen Vorrangfunktionen, zusätzlich nach den beiden Labeln FSC und PEFC zertifiziert).
  • FSC und PEFC Label, die weltweit die nachhaltige Waldbewirtschaftung nach den jeweiligen Kriterien von FSC und PEFC nachweisen.
  • EPD sind keine Umweltlabel.


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Gesundheit: „Fokus VOC“

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Bild: VOC Belastungen sind in vielen neu gebauten Gebäuden hoch. VOC – zu deutsch flüchtige organische Verbindungen – kommen nahezu in allen Produkten vor. Entscheidend für die Gesundheit sind nicht – nur – die Konzentrationen, sondern vor allem die Art der VOC. (Bild: HvH zur Verfügng gestellt).

VOC Emissionen gibt es aus nahezu jedem Material oder Bauprodukt – sie sind kein spezifisches Thema von Holzprodukten

„VOC“, das sind leichtflüchtige (VVOC), flüchtige (VOC) und schwerflüchtige organische Verbindungen (SVOC) die in Deutschland als Summe „TVOC“ in der Raumluft gemessen werden. In den letzten Jahren werden leider werden immer wieder gerade Naturstoffe in Zusammenhang mit VOC negativ genannt, dies ist so jedoch nicht verallgemeinerbar oder nachvollziehbar wie nachfolgend erläutert wird, denn VOC Emissionen gibt es nahezu bei jedem Material oder Bauprodukt. Das Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA) schreibt über Flüchtige organische Verbindungen: „In Innenräumen gibt es eine Vielzahl potenzieller Quellen für flüchtige organische Verbindungen. Diese lassen sich in drei Kategorien einteilen:

  1. gebäudebezogene Quellen,
  2. auf menschliche Aktivität bezogene Quellen und
  3. außenluftbezogene Quellen.

Gebäudebezogene Quellen für VOC

Als gebäudebezogene Quellen für VOC kommen nahezu alle Materialien infrage, die in Gebäuden Verwendung finden (z.B. Wandverkleidungen, Bodenbeläge, Isolationen, Dichtungen, Möbel, Farben, Lacke, Lösemittel). Das Spektrum spiegelt Veränderungen in der Zusammensetzung der Materialien über die Jahre wider. Auch bisher emissionsarme Materialien wie Bausteine, Mörtel u.a. Konstruktionselemente enthalten heute kunststoff- und lösungsmittelhaltige Zuschlagstoffe, die die Emissionen der Zukunft beeinflussen werden (* s. Beispiele).

  • (*) Beispiele für VOC-Emissionsquellen in Innenräumen sind: Bauprodukte: EPS, XPS, PUR, PE, PER, PVC, PU, Holzschutzmittel, Hölzer, Tapeten, Farben, Teppiche, Möbel, alle Arten von Bauprodukten; alle Einrichtungsgegenstände: lackierte und verleimte Möbel, Platten aller Materialien; Textilien jeder Art; Haushalts- und Bürogeräte: Drucker, Kopierer; Verbrennungsprozesse: Tabakrauch, offener Kamin, Öfen, Kerzen, Kochen, Braten, Backen; Klebstoffe, Lösemittel, Farben, Lacke; Wasch-, Putz-, Reinigungsmittel und Kosmetika; Schimmel und Personenausdünstung; Alkane, Alkene, Cycloalkene aus Kfz-Verkehr, Kraftstoffe, Lacke, Harze, Fleckentferner u.a; Aromatische Verbindungen aus Kfz-Verkehr, Tabakrauch, Lösemittel, Teppiche (PE, PER u.a.), Hartschaumprodukte (EPS, XPS, PUR); Terpene aus Holz, Lösemitteln, Duftstoffzusatz; Naphthalin aus Bitumenplatten, Teerkleber, Teerpappen, Mottenschutz u.a.; Alkohole aus Reiniger, Lösemittel, Abbauprodukte u.a. aus Weichmachern u.a.; Aldehyde aus Desinfektionsmittel, Alkydharzfarben, Ölfarben, Abbauprodukte aus Linoleum, Korkfußböden, Holzprodukte; Ketone aus Lösemitteln, Stoffwechselprodukte, UV-gehärtete Lackoberflächen; Ester aus Lösemittel, Weichmacher, u.a.; Glykolether aus Lösemitteln (z.B. in wasserlöslichen Farben und Lacken), Reiniger u.a.; halogenierte Verbindungen aus Entfettung, Lösemittel, chem. Reinigung, Tippex u.a.; Verbindungen aus Bindemitteln (Phenol), Desinfektion (Kresole), Dichtungen (Butanonoxim).

Gesundheitliche Aspekte zu VOC – die Toxizität von VOCs ist jedoch sehr unterschiedlich

Gesundheitliche Aspekte hoher, lang andauernder VOC-Konzentrationen in Innenräumen sind Müdigkeit, Kopfschmerzen, Abfall der Leistungsfähigkeit, Infektionsanfälligkeit, Irritationen von Augen, Nase, Rachen, trockene Schleimhäute, trockene Haut, Juckreiz.

Die Toxizität von VOCs ist jedoch sehr unterschiedlich. Benzol gilt beispielsweise als krebserregend, wohingegen diverse VOC natürlichen Ursprungs wie Terpene aus natürlichen Harzen, Naturölen, Naturfarben grundsätzlich als harmlos(er) eingestuft werden. Einzelnen Natur-Terpenen wird bei entsprechender Dosierung sogar eine positive Auswirkung nachgesagt.

Fakt ist, für die meisten VOCs fehlen bislang wissenschaftlich detaillierte und fundierte Erkenntnisse zur gesundheitlichen Wirkung. Man sollte hier aber vor allem auch unterscheiden zwischen natürlich vorkommenden und anthropogenen (Menschen gemachten) VOC.

  • Natürliche VOC werden von einer Vielzahl biogener und anthropogener Prozesse in die Umwelt emittiert und Pflanzen, Tiere, Böden und Meere sind natürliche Quellen für VOC.
  • Anthropogene VOC kommen vor allem in vielen Lösemitteln, Farben, Dichtmassen vor. Der typische „Neugeruch“ bei Wohnungseinrichtungen, der süßliche Geruch von Styropor, überhaupt die Ausgasungen diverser Baustoffe, Teppich, Möbel, Kleber, Farbanstriche und Duftkerzen sind alle auch auf VOC zurückzuführen.
  • Die Abklingzeit bei VOC Emissionen kann wenige Tage bis mehr als 3 Jahre dauern.

VOC Gruppen

VOC Gruppen sind (1) TVOC, (2) SVOC und (3) MVOC.

  • TVOC werden zur Raumluftbewertung herangezogen, die Empfehlungen die hier für maximale Werte gegeben werden orientieren sich an Erfahrungswerten bauüblicher Mischungsverhältnisse. Diese pauschale Betrachtung wird herangezogen, da für viele VOCs allgemein wissenschaftlich anerkannten Gefahrenwerte noch fehlen. Lediglich die Einhaltung der Grenzwerte einzelner, bekannt hochtoxischer „VOC-Stoffe“ wie Benzol, werden in einer detaillierten Messung zusätzlich berücksichtigt.
  • SVOC belasten die Innenraumluft langfristig. Die Ausgasung erfolgt weniger stark, dafür über einen längeren Zeitraum, oft über Jahre. Quellen für SVOC Emissionen können unter anderem sein: phosphororganische Flammschutzmittel, Phthalate (Weichmacher in zahlreichen Kunststoffen), Biozide (Farben, Lacke, Kleber), Pyrethroide (Holzschutz, Insektensprays, Teppiche), Glykolverbindungen (in vielen Klebern und auch lösemittelfreien Farben).
  • MVOC sind durch Mikroorganismen erzeugte flüchtige organische Verbindungen. Allein durch Schimmelbildung bei schlechter Bausubstanz oder feuchten Wänden durch übertriebene oder falsche Dämmung kann der MVOC-Wert in Räumen sehr hoch sein.

 


Schützen Sie sich durch Wissen: erfahren Sie mehr über gesundheitsgefährliche Substanzen in Baustoffen mit der Produktumweltampel (APP zum download unter http://www.holz-von-hier.de)

REACH verbietet  Substanzen bzw. unterlegt sie Grenzwerten, die man bereits als extrem toxisch, kanzerogen (krebserregend), erbgutschädigend, das Kind im Mutterleib schädigend, Gewässer gefährdend usw. eingestuft hat, die also gravierende, bereits bekannte Auswirkungen auf die Gesundheit und die Umwelt haben. Aber TÄGLICH werden neue Substanzen entwickelt, kommen auf den Markt und finden sich in Produkten, von denen bisher niemand realistisch weiß, welche Auswirkungen sie haben.

  • Je naturnaher und weniger weiter verarbeitet ein Produkt ist, desto eher kann man davon ausgehen, dass keine solchen Substanzen enthalten sind.
  • Da die Europäische REACH Verordnung weltweit führend ist, sind natürlich auch die in Europa hergestellten Produkte in dieser Hinsicht führend. In anderen Ländern der Welt dürfen noch Substanzen in Produkten vorkommen, die bei uns längst verboten sind  oder Grenzwerten unterliegen.
  • Achten Sie beim Produktkauf deshalb auf die Herkunft (z.B. Herkunftslabel wie Holz von Hier) und auf Label, die bestimmte  Substanzen de fakto in Produkten ganz ausschließen wie z.B. Formaldehyd (z.B. Blauer Engel, Natureplus).
  • Nutzen Sie den Infobereich der Produktumweltampel, auf dem die REACH Substanzen gelistet sind, bei ihrem nächsten Einkauf. Falls sie Inhaltsangaben auf Produkten finden, lesen Sie nach, ob sich eine REACH relevante Substanz in den Produkten befindet.
  • Fragen Sie einfach nach ob das Produkt, das sie kaufen wollen folgenden Substanzen enthält: Flammschutzmittel, Weichmacher, Schäumungs-/Bläh/-Treibmitttel, Stabilisatoren, Porenbildner, Härter, Harze, Beschichtungen oder Korrosionsschutz. Hier sollten Sie dann besonders auf REACH relevante Substanzen achten. Fragen Sie nach, welche Substanzen hier enthalten sind und vergleichen Sie die Substanzen mit der REACH-Tabelle auf ihrer Produktumweltampel.
  • Auch bei Farben und Lacken ist die Gefahr von gesundheitsgefährlichen Substanzen durchaus gegeben. Fragen Sie auch hier nach und prüfen Sie die Substanz auf Ihrer Liste der Produktumweltampel.
  • Lesen Sie die weiteren Infos im Bereich Gesundheit im Montags-Blog und die Baustoff-Steckbriefe im Freitags-Blog.
  • Jeder Hersteller oder Händler ist laut EU verpflichtet, Ihnen Auskunft zu geben, ob sein Produkt REACH relevante Substanzen enthält. Bei welchen Produktgruppen Sie hier besonders achtsam sein sollten, sagt Ihnen die Produktumweltampel im Bereich Gesundheit.

 


Die gemeinnützige Initiative Holz von Hier, mit dem gleichnamigen Klima- und Umweltlabel HOLZ VON HIER, hat das Ziel einen Beitrag zu Klima-, Umwelt- und Ressourcenschutz sowie regionaler Wertschöpfung und Verbraucherschutz zu leisten. Das geht, neben politischen Vorgaben, nur über Information und nachhaltige Produkte. Wie Sie das unterstützen können, wie wir gemeinsam hier viel bewegen können und die Ziele ganz konkret umsetzen können erfahren Sie unter „aktiv werden“ bei http://www.holz-von-hier.de


Dieser Beitrag wurde für HOLZ VON HIER verfasst von G. Bruckner und P. Strohmeier.