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Gesundheit: „Fokus Formaldehyd“

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Bild: Bei Produkten zu sparen, die prinzipiell gesundheitsschädliche Substanzen enthalten oder enthalten können, lohnt sich nicht. (Bild: gekauft photocase, B&S)

Fokus Formaldehyd – vor allem noch ein potentielles Problem von Importprodukten

In Umweltproduktdeklarationen und Gesundheitslabeln und der Umweltgesetzgebung lag in den letzten Jahren ein Fokus auf Formaldehyden. Formaldehyd steht auch in der Europäischen Union auf der REACH-Kandidatenliste, sie unterliegen damit bei in Deutschland hergestellten Produkten bereits Verboten. Formaldehyde kommen beispielsweise in Epoxidharzen bzw. Klebstoffen vor, können also bei vielen Produktgruppen vorkommen in denen solche Substanzen verwendet werden wie z.B. Kunststoffprodukte, Holzplatten, Dämmsysteme, Verbundsysteme, usw..

In vielen Produkten die in Deutschland hergestellt werden, ist heute Formaldehyd gar nicht mehr enthalten. Nachweislich in Deutschland hergestellte Holzplatten werden heute in der Regel ohne Formaldehyd haltige Kleber hergestellt.In Importprodukten ist Formaldehyd aber noch ein großes Thema.

Produkte die nahezu Formaldehydfrei sind bzw. nur noch geringe Formaldehydwerte enthalten, die aber sehr deutlich noch unter den gesetzlichen Vorgaben liegen sind mit den Labeln BLAUER ENGEL und NATUREplus ausgezeichnet.

Schützen Sie sich durch Wissen: erfahren Sie mehr über gesundheitsgefährliche Substanzen in Baustoffen mit der Produktumweltampel (APP zum download unter http://www.holz-von-hier.de)

REACH verbietet solche Substanzen bzw. unterlegt sie Grenzwerten, die man bereits als extrem toxisch, kanzerogen (krebserregend), erbgutschädigend, das Kind im Mutterleib schädigend, Gewässer gefährdend usw. eingestuft hat, die also gravierende, bereits bekannte Auswirkungen auf die Gesundheit und die Umwelt haben.  Aber TÄGLICH werden neue Substanzen entwickelt, kommen auf den Markt und finden sich in Produkten, von denen bisher niemand realistisch weiß, welche Auswirkungen sie haben.

  • Je naturnaher und weniger weiter verarbeitet ein Produkt ist, desto eher kann man davon ausgehen, dass keine solchen Substanzen enthalten sind.
  • Da die Europäische REACH Verordnung weltweit führend ist, sind natürlich auch die in Europa hergestellten Produkte in dieser Hinsicht führend. In anderen Ländern der Welt dürfen noch Substanzen in Produkten vorkommen, die bei uns längst verboten sind  oder Grenzwerten unterliegen.
  • Achten Sie beim Produktkauf deshalb auf die Herkunft (z.B. Herkunftslabel wie Holz von Hier) und auf Label, die bestimmte  Substanzen de fakto in Produkten ganz ausschließen wie z.B. Formaldehyd (z.B. Blauer Engel, Natureplus).
  • Nutzen Sie den Infobereich der Produktumweltampel, auf dem die REACH Substanzen gelistet sind, bei ihrem nächsten Einkauf. Falls sie Inhaltsangaben auf Produkten finden, lesen Sie nach, ob sich eine REACH relevante Substanz in den Produkten befindet.
  • Fragen Sie einfach nach ob das Produkt, das sie kaufen wollen folgenden Substanzen enthält: Flammschutzmittel, Weichmacher, Schäumungs-/Bläh/-Treibmitttel, Stabilisatoren, Porenbildner, Härter, Harze, Beschichtungen oder Korrosionsschutz. Hier sollten Sie dann besonders auf REACH relevante Substanzen achten. Fragen Sie nach, welche Substanzen hier enthalten sind und vergleichen Sie die Substanzen mit der REACH-Tabelle auf ihrer Produktumweltampel.
  • Auch bei Farben und Lacken ist die Gefahr von gesundheitsgefährlichen Substanzen durchaus gegeben. Fragen Sie auch hier nach und prüfen Sie die Substanz auf Ihrer Liste der Produktumweltampel.
  • Lesen Sie die weiteren Infos im Bereich Gesundheit im Montags-Blog und die Baustoff-Steckbriefe im Freitags-Blog.
  • Jeder Hersteller oder Händler ist laut EU verpflichtet, Ihnen Auskunft zu geben, ob sein Produkt REACH relevante Substanzen enthält. Bei welchen Produktgruppen Sie hier besonders achtsam sein sollten, sagt Ihnen die Produktumweltampel im Bereich Gesundheit.

Die gemeinnützige Initiative Holz von Hier, mit dem gleichnamigen Klima- und Umweltlabel HOLZ VON HIER, hat das Ziel einen Beitrag zu Klima-, Umwelt- und Ressourcenschutz sowie regionaler Wertschöpfung und Verbraucherschutz zu leisten. Das geht, neben politischen Vorgaben, nur über Information und nachhaltige Produkte. Wie Sie das unterstützen können, wie wir gemeinsam hier viel bewegen können und die Ziele ganz konkret umsetzen können erfahren Sie unter „aktiv werden“ bei http://www.holz-von-hier.de


Dieser Beitrag wurde für HOLZ VON HIER verfasst von G. Bruckner und P. Strohmeier. 
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Holz von Hier im Vorstand des Holzbaucluster Hessen

Vorstand HCH111

In Hessen hat sich ein neues Cluster in der Holzwirtschaft gegründet. Nach Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westphalen haben sich nun auch in Hessen wichtige Akteure der Branche zusammengschlossen, um entlang der Verarbeitungskette Synergien zu nutzen und Akteure zu vernetzen. Das Cluster untescheidet sich jedoch in so manchem von bestehenden Clustern. Das fängt bereits mit dem Namen an. Genau heißt es ‚Holzbaucluster Hessen‘. Das deutet schon auf ein weiteres hin, dass nämlch hier die Initiative zentral von Verband hessischer Zimmermeister ausging und der Holzbau der zentrale Dreh- und Angelpunkt darstellt.

Nach einer längeren Vorphase mit Sondierungs- und Kooperationsgesprächen war es nun endlich soweit und das Holzbaucluster hat sich im Rahmen einer Versammlung von potenziellen Mitgliedern am 15.6.2016 konstitutiert. Als Organisationsform wurde ein gemeinnütziger Verein gewählt. Ziele sind die Förderung des Klima- und Umweltschutz auf regionaler Ebene, die Sensibilisierung der Gesellschaft und Wirtschaft im Hinblick auf einen nachhaltigen und ressourcenschonenden Umgang mit Holz, das Leisten eines wesentlichen Beitrages zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes, die zukunftsfähige Sicherung von Arbeitsplätzen und die Stärkung der Wertschöpfung in der Region und darüber hinaus.

Kein Wunder also, dass sich Holz von Hier gut mit diesen Zielen im Einklang sehen kann. So war Holz von Hier von Beginn an ein interessierter und mitgestaltender Akteur und am 15.6. auch Gründungsmitglied. Aber wie vieles beruht auch dies auf Gegenseitigkeit, Holz von Hier bedankt sich daher für das Interesse und die Offenheit von Seiten der Holzbaubranche in Hessen. Es freut uns insbesondere, dass sich diese Offenheit und das Interesse in Hessen, das sich wohltuend von manchen anderen Regionen unterscheidet, auch darin ausdrückt, das Holz von Hier bei der Gründungsversammlung einstimmig mit in den Vorstand gewählt worden ist. Es geht also doch!

Die Vorstandsmitglieder im Bild oben (v.l.n.r):

TH Mittelhessen (Prof. Dr. Achim Vogelsberger); Holz von Hier (Dr. Philipp Strohmeier), Verband hessischer Zimmermeister (Walter Maiß), (Bundesbildungszentrum des Zimmerer- und Ausbaugewerbes (Helmhardt Neuenhagen), Hessen Forst (Michaael Gerst), Landkreis Lahn-Dill (Heinz Schreiber), Zimmererinnung Fulda (Stefan Rehm) sowie (nicht im Bild): DeSH (Lars Schmidt und Handwerkskammer Kassel (Johannes Schwarz).

 


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Baustoffe: „Dielen aus Massivholz“

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Bild: Massive Holzdielen (im Bild aus heimischer „Kupfereiche“) sind wunderschön, kostengünstig und halten für Generationen.

Begleittexte zur Produktumweltampel und Holzinfomeile
Mehr Infos unter http://www.holz-von-hier.de
http://www.holz-von-hier.de/produktumweltampel-app/

Dielen aus Massivholz: Informationen zu Vorketten, Nutzungsphase, Nachnutzung

Einleitendes

Bei Holzfußböden gibt es: Dielenböden, Massivholzparkett und Fertigparkette. Gesundheitsbewussste Kunden leben sehr gut mit heimischem Holzfußböden. „Langzeit-Sparfüchse“ entscheiden sich für echte Holzfußböden da diese optimal strapazierfähig und langlebig sind. Umweltbewusste Kunden mit einem ausgeprägten Verständnis für optimale Preis-Qualitäts-Leistungsvergleiche entscheiden sich erst recht für echte Holzfußböden aus heimischen Hölzern, das sowohl der Preis als auch die Umweltbilanz sehr gut sind.

Vorketten – Rohstoffe

  • Grundrohstoffe im Produkt. Hauptinhaltsstoff von Holzböden ist der Naturstoff Holz, massive Dielenböden bestehen aus gehobeltem Schnittholz.
  • Rohstoffgewinnung, Zwischenprodukte, Halbwaren. (1) Holz. Dielenböden gibt es in allen denkbaren Holzarten zu kaufen. Bei den Importen wird oft Holz „unsicherer Herkünfte“ bzw. Tropenholz verwendet. Rote Karte“ für Parkett aus Tropenholz der Roten Liste von IUCN (mehr: http://www.holz-von-hier.de). Beispiele dafür sind: Abachi (Obeche), Afromosia (Kokrodua), Amaranth, Aningré, Apa (Doussié, Afzelia), Bilinga (Opepe), Bongossi (Azobé), Bubinga (Kevazingo), Cumaru (Amburana), Dibétou (African Walnut), Iroko (Kambala), Jatobá (Brasilian cherry), Rotes Khaya (Benin), Mahogany (Lagos M.), Kingwood (Zebrawood, Tigerwood, Urunday), Makoré, Merbau, Missanda (Tali), Padouk (Korallenholz, Brawood, Camwood), Palisander Rosewood), Peroba Rose (Amarello), Sirari, Sonokeling, Sucupira (Aramatta), Wenge (Panga Panga). „Grüne Karte“ für nachweislich heimisches Holz (Holzböden mit HOLZ VON HIER Label). Holzarten wie Ahorn, Birke, Buche, Douglasie, Eiche, Erle, Esche, Fichte, Hainbuche, Kirsche, Kiefer, Lärche, Nussbaum, Robinie, Rüster, Tanne, Zirbelkiefer, Thermohölzer aller Holzarten, Räucherhölzer aller Holzarten und andere heimische Hölzer sind sehr gut für Holzböden geeignet.
  • Reichweite. Holz das aus nachhaltiger Waldwirtschaft stammt ist prinzipiell dauerhaft verfügbar, denn es wird nicht mehr Holz entnommen als nachwächst. Holz das aus Primärwäldern also tropischen und borealen Urwäldern stammt sollte aus Klima- und Umweltschutzgründen nicht verwendet werden.

Vorketten – Transporte

  • „Die Bedeutung der Transporte für die Ökobilanz von Produkten wird heute systemisch unterschätzt“ (Holz von Hier). Standarddatensätze aus Ökobilanzen (EPD) rechnen im Grunde produktunabhängig mit 50 bis 350 km für die Vorketten. So werden die Transporte in ihrer Klima- und Umweltwirkung meist stark unterschätzt.
  • Ohne Stoffstromnachweise können im Bau und Innenausbau eingesetzte Produkte tausende von Transportkilometern zurückgelegt haben. Dies soll anhand von Stoffstromindizien aufgezeigt werden. (1) Beispiel VORPRODUKTE: die Warenströme bei Rundholz, Schnittholz, Hobelware sind heute global und ohne Herkunftsnachweis (z.B. „Holz von Hier“) kann man auch beim Holz nicht automatisch davon ausgehen, dass es aus „kurzen Wegen“ stammt (Info pdf „Holzmarkt weltweit“). (2) Beispiel PRODUKT DIELEN: Dielen werden in Deutschland hergestellt aber auch importiert, teilweise mit Hölzern unbekannter Herkunft oder möglicherweise sogar aus Raubbau. Dielen mit den Label „HOLZ VON HIER“ Label zeichnet besonders klima- und umweltfreundliche Produkte der kurzen Wege, mit Rundholz aus heimischen nachhaltig bewirtschafteten Wäldern aus.

Nutzungsphase

  • Gesundheit. In Deutschland hergestellte Holzböden halten die gesetzlichen Vorgaben zu Formaldehyden, VOC und Eluaten ein. Info „Formaldehyde, VOC, PCP und CO – was ist relevant bei Holzprodukten“. Das Naturmaterial Holz ist optimal gesundheitsverträglich. Auch nach der Projektdatenbank WECOBIS des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung und der Bayerischen Architektenkammer sind Naturmaterialien wie Holz und Stein sowohl in der Nutzungsphase wie auch im Brandfall optimal gesundheitsverträglich. Bei anderen Böden, wie Elastomere, Linoleum, Polyolefinen, PVC oder textilen Chemiefasern, gibt es große Unterschiede im Hinblick auf den Gesundheitsschutz und man sollte sich beim Kauf durch Nachweise versichern lassen, dass keine gesundheitsschädlichen Gase emittiert werden (wie z.B. VOC, Nitrosamine, Formaldehyde u.a., vgl. WECOBIS).
  • REACH-RISK. Das Risiko für hoch gesundheitsgefährliche Substanzen im Produkt selbst ist nicht gegeben. Holzböden sind gesunde Böden. Es kommt aber darauf an, wie der Boden verbaut bzw. verlegt wird, also ohne oder mit Kleber. Dielenböden enthalten im Produkt selbst keine Kleber und werden heute in der Regel auch nicht auf den Boden geklebt sondern mit Nut-und-Feder-Systemen oder einfach verlegbaren Klick-Fix-Systemen verlegt. Die Oberflächen von Holzprodukten sind entweder geölt, gewachst, gelaugt oder mit Lacken versiegelt. Die Oberflächen sind bei Dielen auch individuell nach Kundenwunsch behandelbar. Heute werden bei deutscher (!) Produktion, meist gesundheitsverträglichere Produkte bei der Oberflächenbehandlung verwendet als es die gesetzlichen Standards vorschreiben.
  • Sicherheit – Verhalten im Brandfall. Massive Holzböden wie Dielen haben im Brandfall erhebliche Vorteile. Auch nach der Norm EN 14342 gelten Holzfußböden mit mindestens 5 mm Deckschicht, also Massivholzböden wie Dielen und Massivparkett gelten als „brandsicher“. Nach der Projektdatenbank wecobis des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung und der Bayerischen Architektenkammer sind Naturmaterialien wie Holz und Stein sowohl in der Nutzungsphase wie auch im Brandfall optimal gesundheitsverträglich. Bei Brand entstehen die üblichen Brandgase allerdings ohne hochtoxische Stoffe wie z.B. bei Kunststoffbränden.
  • Haltbarkeit. Die Haltbarkeit von Dielenböden wird vom Bundesbauministerium in der Kategorie 50 Jahre eingestuft (der höchsten Vregeben Kategorie), real ist die Haltbarkeit aber durch die Möglichkeiten des Abschleifens und der guten Renovierbarkeit bedeutend länger einzustufen. Vollholzböden sind „Mehr-Generationenböden“, sie kommen nicht aus der Mode und sind zeitlos schön.
  • Strapazierfähigkeit, Pflege, Reparaturfreundlichkeit. Vollholzböden sind strapazierfähige, lange haltbare und pflegeleichte Böden.

Nachnutzung – Ist Stand und Potentiale

  • Holzböden wie Dielen oder Massivparkett halten Generationen, denn sie sind z.B. sehr gut und einfach abschleifbar. Sollten sie einmal stärker verschmutzt oder beschadet sein, können diese Böden sehr gut auch ausgebessert werden.
  • Grundsätzlich können diese Böden (wenn sie nicht mit den Untergrund verklebt wurden, was heute selten mehr der Fall ist), entfernt und wieder verwendet werden.
  • Massive Holzböden sind heute aber so gefragt und so wertvoll, dass sie auch beim Renovieren alter Häuser nicht ausgebaut, sondern abgeschliffen und wieder instand gesetzt werden.
  • Generell gilt: Holzprodukte werden nach ihrer Nutzung heute in Altholzkategorien AI (unbelastet) bis AIV (belastet) eingeteilt und in Deutschland thermisch verwertet oder das Altholz exportiert.
  • AI und AII Althölzer sind heute europaweit bereits wertvolle Ersatzbrennstoffe für Öl und Gas und haben absolut nichts mit Entsorgung zu tun, sie werden im Gegenteil vielfach in regionalen Biomasseheiz(kraft)werken genutzt.
  • Altholz wird weltweit auch stofflich genutzt z.B. in Holzplatten. Dies verbietet in Deutschland jedoch die deutsche Altholzverordnung und in Deutschland hergestellte Holzplatten könnten aber dürfen nicht Altholz enthalten. Allerdings verbietet die Verordnung nicht, dass Holzplatten mit bis zu 100% Altholzanteil nach Deutschland importiert und hier im Bau eingesetzt werden.
  • Entsorgung von Altholz in der Müllverbrennung oder der Deponien gibt es heute quasi nicht mehr. Technisch gängige Verwertungswege für Altholz im stofflichen Recycling, die in anderen Ländern umfangreich genutzt werden, sind in Deutschland durch die deutsche Altholzverordnung ausgeschlossen.

Umwelt und Qualitätssiegel

  • HOLZ VON HIER Label für besonders klima- und umweltfreundliche Holzprodukte inklusive Herkunftsnachweis und Ökobilanz.
  • EPD sind keine Umweltlabel.


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Gesundheit: „REACH und Holzprodukte“

Thermo- Buche Chromrak

Bild: Beispielsweise heimisches Thermoholz für Außen- und Nassbereiche: hier kann man in vielerlei Hinsicht gut barfuß laufen. Thermoholz ist technisch und ohne Chemie extrem haltbar gemacht – damit kann kaum ein Tropenholz mithalten. Aber viele heimische  Holzarten sind auch ohne thermische Behandlung optimal für den Außenbereich geeignet. (Bild: HvH zur Verfügung gestellt).

REACH und Holzprodukte

Unter den REACH Substanzen sind insgesamt nur wenige, die in Holzprodukten allgemein vorkommen können. Produkte die nachweislich in Deutschland hergestellt wurden, enthalten prinzipiell keine unter REACH gelisteten Substanzen. Auch deshalb ist es wichtig hier auf Herkunftsnachweise wie HOLZ VON HIER zu achten.

Das Risiko, dass Substanzen der REACH Liste in Holzprodukten enthalten sind, bei nachweislich in Europa hergestellt wurden, ist gering. Dass ein Produkt auf dem europäischen Markt verkauft wird, ist aber natürlich kein Nachweis, dass es auch in Europa hergestellt wurde. Auch die europäische „CE-Kennzeichnung“ sagt nur aus, dass das Produkt, egal welcher Herkunft (gilt auch für Importprodukte),  die europäischen Vorgaben an die Produktsicherheit und technischen Standards in Europa einhalten. Den Nachweis, dass Holzprodukte innerhalb kurzer Wege in Deutschland (Europa) hergestellt wurde, liefert nur das Label HOLZ VON HIER mit seinem Herkunftsnachweis entlang des gesamten Stoffstromes.

(1) Formaldehyde in Klebern – nicht mehr bei in Deutschland hergestellten Platten

Formaldehyde stehen zwar auf der REACH-Kandidatenliste, in Deutschland gibt es für deutsche Produktion jedoch bereits scharfe Grenzwerte. Label wie der BLAUE ENGEL und NATUREplus setzen diese Grenzen noch niedriger. Bei in Deutschland hergestellten Holzplatten kommen folgende Substanzen als Härter und Klebstoffe zum Einsatz, die alle NICHT REACH relevant sind. Keine der gängigen Klebstoffe in deutschen/europäischen Holzplatten sind also bisher laut REACH verboten:

  • UF Harnstoff-Formaldehyd (6,8-13,3%);
  • MUF Melamin-Harnstoff-Formaldehyd (in dt. Platten 0,04 – 3,5% i.d.R. < 0,5%);
  • MUPF Melaminharz (in dt. Platten i.d.R. 0 – 11%);
  • PUR-Klebstoffe (in dt. Platten z.B. 0,01-0,7%, Anmerkung: in nicht deutschen Platten teils bis 4-6%);
  • PRF Phenol-Resorzin (dt. Pl. 0,002% – 0,29 %, i.d.R. < 0,05%);
  • EPI Emulsion Polymer-Isocyanate (in dt. Platten 0,0003% – 0,08% i.d.R. < 0,05%);
  • PMDI und MDI Klebstoffe (polymeres 4,4 Diphenylmethandiisocyanat; in dt. Platten 0,001-3,52% i.d.R. immer < 4%, MDI ist ein Klebstoff der eingesetzt wird, wenn der Hersteller sich ein hohes Ziel bezüglich Null-Formaldehyd-Emissionen setzt);
  • Parafinemulsion (in dt. Platten 0,1 – 1,89%, i.d.R < 0,5%);
  • Harnstoff (in dt. Platten z.B. i.d.R. 0,1 – 0,5%, i.d.R. deutlich <1%).

(2) Härter – nur bei Importprodukten REACH relevante Substanzen potentiell enthalten

In importierten Produkten jeder Art, auch in Kunststoffen, Zement oder auch Holzplatten könnten folgende unter REACH gelistete Härter vorkommen:

  • 2,2‘-Dichlor-4,4‘-methylendianilin, Härter bei PU-Kunststoffen;
  • 1,3,5-Tris[(2S und 2R)-2,3-epoxypropyl]-1,3,5-triazin-2,4,6-(1H,3H,5H)-trion (-TGIC); 1,3,5-Tris(oxiran-2-ylmethyl)-1,3,5-triazinan-2,4,6-trion (TGIC), v.a. bei Herstellung von Kunststoffen.

(3) Fixierung (Holzschutz) – nur bei Importprodukten REACH relevante Substanzen potentiell enthalten

Beim Thema „Holzschutz“ sind nur bei Holz-Importen potentiell REACH relevnate Substanzen vorhanden. Gerade beim Thema „Holzschutz“ steht Holz heute immer noch oft in der Kritik, bei in Deutschland hergestellten Holzprodukten zu Unrecht.

  • Einerseits gibt es heute sehr gute Alternativen die ganz ohne Chemie auskommen wie z.B. Thermoholz.
  • Zum anderen ist dies nahezu nur noch ein Problem von Importprodukten. Beim Thema Holzschutz geht es in der Diskussion fast immer um PCP, das in Deutschland ganz verboten ist. In vielen Ländern der Welt ist es jedoch noch erlaubt, darauf ist bei Importen zu achten, vor allem aus Asien (Vergleiche Blogbeitrag“Fokus PCP).
  • Drittes gilt es zu bedenken, dass Fixier-/Konservierungsmittel auch in anderen Produkten häufig vorkommen.
  • Weitere eventuell verwendete Holzschutzmittel der REACH Liste die wenn dann in Importen vorkommen können sind: Diarsenpentaoxid,Natriumdichromat, -dihydrat, anhydrid.

(4) Holzfarben

Bei Farben die auch teilweise auf Holzprodukten verwendet werden, meist jedoch auf Importwaren wie Möbeln, ist auf folgende REACH relevante Substanzen zu achten. Farbsubstanzen der REACH-Liste/Kandidatenliste die teils auch für Anstrich von Naturstoffen verwendet werden sind:

  • Dinatrium-4-amino-3-[[4‘-[(2,4-diaminophenyl)azo][1,1‘-biphenyl]-4-yl]azo]-5-hydroxy-6-(phenylazo)naphthalin-2,7-disulfonat
  • Crysene (PAK). Hier gibt es bereits Nutzungsbeschränkungen in der EU.

Label wie NATUREplus und BLAUER ENGEL schließen in Farben Substanzen der REACH Liste aus …
… auch bei Importen (die diese Label tragen) und anderen Nicht-Holz-Produkten aus.

Schützen Sie sich durch Wissen: erfahren Sie mehr über gesundheitsgefährliche Substanzen in Baustoffen mit der Produktumweltampel (APP zum download unter http://www.holz-von-hier.de)

REACH verbietet solche Substanzen bzw. unterlegt sie Grenzwerten, die man bereits als extrem toxisch, kanzerogen (krebserregend), erbgutschädigend, das Kind im Mutterleib schädigend, Gewässer gefährdend usw. eingestuft hat, die also gravierende, bereits bekannte Auswirkungen auf die Gesundheit und die Umwelt haben.

Aber TÄGLICH werden neue Substanzen entwickelt, kommen auf den Markt und finden sich in Produkten, von denen bisher niemand realistisch weiß, welche Auswirkungen sie haben.

  • Je naturnaher und weniger weiter verarbeitet ein Produkt ist, desto eher kann man davon ausgehen, dass keine solchen Substanzen enthalten sind.
  • Da die Europäische REACH Verordnung weltweit führend ist, sind natürlich auch die in Europa hergestellten Produkte in dieser Hinsicht führend. In anderen Ländern der Welt dürfen noch Substanzen in Produkten vorkommen, die bei uns längst verboten sind  oder Grenzwerten unterliegen.
  • Achten Sie beim Produktkauf deshalb auf die Herkunft (z.B. Herkunftslabel wie Holz von Hier) und auf Label, die bestimmte  Substanzen de fakto in Produkten ganz ausschließen wie z.B. Formaldehyd (z.B. Blauer Engel, Natureplus).
  • Nutzen Sie den Infobereich der Produktumweltampel, auf dem die REACH Substanzen gelistet sind, bei ihrem nächsten Einkauf. Falls sie Inhaltsangaben auf Produkten finden, lesen Sie nach, ob sich eine REACH relevante Substanz in den Produkten befindet.
  • Fragen Sie einfach nach ob das Produkt, das sie kaufen wollen folgenden Substanzen enthält: Flammschutzmittel, Weichmacher, Schäumungs-/Bläh/-Treibmitttel, Stabilisatoren, Porenbildner, Härter, Harze, Beschichtungen oder Korrosionsschutz. Hier sollten Sie dann besonders auf REACH relevante Substanzen achten. Fragen Sie nach, welche Substanzen hier enthalten sind und vergleichen Sie die Substanzen mit der REACH-Tabelle auf ihrer Produktumweltampel.
  • Auch bei Farben und Lacken ist die Gefahr von gesundheitsgefährlichen Substanzen durchaus gegeben. Fragen Sie auch hier nach und prüfen Sie die Substanz auf Ihrer Liste der Produktumweltampel.
  • Lesen Sie die weiteren Infos im Bereich Gesundheit im Montags-Blog und die Baustoff-Steckbriefe im Freitags-Blog.
  • Jeder Hersteller oder Händler ist laut EU verpflichtet, Ihnen Auskunft zu geben, ob sein Produkt REACH relevante Substanzen enthält. Bei welchen Produktgruppen Sie hier besonders achtsam sein sollten, sagt Ihnen die Produktumweltampel im Bereich Gesundheit.

Die gemeinnützige Initiative Holz von Hier, mit dem gleichnamigen Klima- und Umweltlabel HOLZ VON HIER, hat das Ziel einen Beitrag zu Klima-, Umwelt- und Ressourcenschutz sowie regionaler Wertschöpfung und Verbraucherschutz zu leisten. Das geht, neben politischen Vorgaben, nur über Information und nachhaltige Produkte. Wie Sie das unterstützen können, wie wir gemeinsam hier viel bewegen können und die Ziele ganz konkret umsetzen können erfahren Sie unter „aktiv werden“ bei http://www.holz-von-hier.de


Dieser Beitrag wurde für HOLZ VON HIER verfasst von G. Bruckner und P. Strohmeier.


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Gesundheit: „Überblick über die REACH-Substanzgruppen“

Europaparlament
Bild: Die Europäische Union ist auch im Bereich Gesundheit bzw. Verbot von gesundheitsgefährlichen Substanzen in Produkten  mit der REACH Verordnung Vorreiter weltweit. (Bild: gekauft photocase, B&S).

Überblick über die REACH-Substanzgruppen auf der Produktumweltampel

Sehr viele der unter der Europäischen REACH Verordnung oder der REACH Kandidatenliste aufgeführten stark gesundheits- und umweltgefährdenden Substanzen werden in Flammschutzmitteln, Weichmachern, Schäumungs-, Bläh-, Treibmitteln, Stabilisatoren, Porenbildnern, Härtern, Beschichtungen, Korrosionsschutz und Lösungsmitteln verwendet. Eine Liste mit den einzelnen Substanzen zum schnellen Nachschlagen vor dem nächsten Produktkauf finden Sie auf der Produktumweltampel (APP zum download finden Sie auf http://www.holz-von-hier.de)

Informationen zu den Substanzgruppen

(1) Flammschutzmittel

Nahezu alle bei REACH aufgelisteten Flammschutzmittel werden bei Kunststoffprodukten eingesetzt. Der Gehalt an Flammschutzmitteln in verschiedenen Kunststoffen liegt zwischen 0% und 15%. Beispiele: Polystyrolschaum (0,8-4%), HIPS (11-15%), Epoxidharz (19-33%), Polyamide (13-16%), Polyolefine( 5-8%), Polyurethan (10-18%), Polyethylen-terephthalate (8-11%), ungesättigte Polyester (13 – 28%), Polycarbonate (4-6%), Styrol-Copolymere (12-14%). Trotz einer gewissen Brandhemmungswirkung werden im Brandfall bei Produkten mit Flammschutzmitteln Dioxine freigesetzt. Auch bei Produktion, Gebrauch und Entsorgung von solchen Produkten können Dioxine freigesetzt werden. Hierzu liegen jedoch eigentlich noch wenige Erfahrungen vor (*).

  • (*) Gruppen von Flammschutzmitteln: Es gibt grundsätzlich folgende Gruppen von Flammschutzmitteln: (1) Halogenierte und bromierte Flammschutzmittel (z.B. Polybromierte Diphenylether wie PentaBDE, OctaBDE, DecaBDE, TBBPA, HBCD, Polybromierte Biphenyle, Brom- und Dibromstyrol, 2,4,6-Tribromphenol), (2) Stickstoffbasierte Flammschutzmittel (z.B. Melamin, Harnstoff), (3) Organophosphor-Flammschutzmittel (TCEP (Tris(chlorethyl)phosphat), TCPP (Tris(chlorpropyl)phosphat), TDCPP (Tris(dichlorisopropyl)phosphat), TPP (Triphenylphosphat), TEHP (Tris-(2-ethylhexyl)phosphat), TKP (Trikresylphosphat), ITP („Isopropyliertes Triphenylphosphat“) Mono-, Bis-, Tris(isopropylphenyl)phosphate unterschkiedlichen Isopropylierungsgrades, RDP (Resorcinol-bis(diphenylphosphat), BDP (Bisphenol-A-bis(diphenylphosphat)) und (4) Anorganische Flammschutzmittel (Aluminiumhydroxid [Al(OH)3], Magnesiumhydroxid [Mg(OH)2, MDH, „Magnesiumdihydrat“], Ammoniumsulfat [(NH4)2SO4] und -phosphat [(NH4)3PO4], Roter Phosphor, Antimontrioxid (Sb2O3), Antimonpentoxid (Sb2O5), Zinkborate, Kalk [Ca(OH)2].

(2) Weichmacher

Weichmacher werden fast ausschließlich in Kunststoffen wie PVC, Schaumstoff, Klebern, Polyvinyl, Polyvinylchlorid, Vinylplastik, Acrylen eingesetzt.

(3) Schäumungs-, Bläh-, Treibmittel
Schäumungs-, Bläh-, Treibmittel werden vor allem in Kunststoffen wie Polystyrolen und anderen (z.B. für Dämmstoffe) eingesetzt.

(4) Stabilisatoren

Stabilisatoren werden vor allem (a) für Produkte verwendet die haltbar gemacht werden sollen wie z.B. Reinigungsmittel, Körperpflegemittel, industriell hergestellte Nahrungsmittel usw aber auch (b) für Kunststoffe. Diese müssen mit Thermostabilisatoren gegen Hitze und mit UV-Stabilisatoren gegen die Wirkungen von Licht geschützt werden. Auch Emulsionen werden durch entsprechende Stoffe stabilisiert. Hitze-Stabilisatoren werden vor allem für Objekte aus Polyvinylchlorid benötigt, das heißt für Bau-Produkte wie zum Beispiel Fensterprofile, Rohre und Kabel. Besonders für Produkte aus Polypropylen oder Polyethylen werden Licht-Stabilisatoren gebraucht.

(5) Porenbildner

Porenbildner werden vor allem in der Ziegelproduktion, der Herstellung von Mineral(schaum)-dämmplatten und in der Halbleiterproduktion eingesetzt.

(6) Härter

Härter werden vor allem für die Herstellung von Harzen verwendet.

(7) Harze

Harz gibt es als Naturharze und Kunstharze. Naturharze werden heute meist durch Kunstharze ersetzt. Harze werden verwendet für Leime, Klebstoffe, Oberflächenveredelung/-versiegelung, Formenherstellung, zur Herstellung von Schaumstoffen, Faser-Kunststoff-Verbundstoffen, Holzfaserwerkstoffen, Lacken, Acrylharzen, Polymerbeton, und vieles mehr.

(8) Beschichtungen

Die bei REACH aufgelisteten Stoffe finden sich auch im Bereich Beschichtungen für Werkzeuge, Spezialbeschichtungen in Industrieanlagen, Kunststoffbeschichtungen, Textilien und Metallen, keine bei Beschichtungen für Holzprodukte.

(9) Korrosionsschutz

Korrosionsschutz wird v.a. bei Metall- und Kunststoffprodukten verwendet.


Auszüge aus dem Experten-Handbuch zu Umwelt-Produkt-Ampel. Eine Liste aller REACH relevanten Substanzen finden Sie auf der Holz von Hier Produkt-Umwelt-Ampel-APP.

Tabelle 1: Vorkommen von Additiven in Produktgruppen.
Tabelle 2: Substanzen der REACH-Liste bzw. der REACH-Kandidatenliste die in ausgewählten Materialien von Produktgruppen vorkommen könnten: REACH-Risk (Risiko für das Vorkommen von REACH relevanten Substanzen in Produkten. Je mehr potentielle Substanzen im den Material-Produktkategorien genannt sind, desto höher ist das Risiko, dass eine oder mehrer Substanzen im Produkten aus diesen Materialien vorkommen, vor allem wenn dies Importe sind, wen diese Produkte also nicht in Europa hergestellt wurden.

REACH-1

REACH-2

Schützen Sie sich durch Wissen: erfahren Sie mehr über gesundheitsgefährliche Substanzen in Baustoffen mit der Produktumweltampel (APP zum download unter http://www.holz-von-hier.de)

REACH verbietet solche Substanzen bzw. unterlegt sie Grenzwerten, die man bereits als extrem toxisch, kanzerogen (krebserregend), erbgutschädigend, das Kind im Mutterleib schädigend, Gewässer gefährdend usw. eingestuft hat, die also gravierende, bereits bekannte Auswirkungen auf die Gesundheit und die Umwelt haben.

Aber TÄGLICH werden neue Substanzen entwickelt, kommen auf den Markt und finden sich in Produkten, von denen bisher niemand realistisch weiß, welche Auswirkungen sie haben.

  • Je naturnaher und weniger weiter verarbeitet ein Produkt ist, desto eher kann man davon ausgehen, dass keine solchen Substanzen enthalten sind.
  • Da die Europäische REACH Verordnung weltweit führend ist, sind natürlich auch die in Europa hergestellten Produkte in dieser Hinsicht führend. In anderen Ländern der Welt dürfen noch Substanzen in Produkten vorkommen, die bei uns längst verboten sind  oder Grenzwerten unterliegen.
  • Achten Sie beim Produktkauf deshalb auf die Herkunft (z.B. Herkunftslabel wie Holz von Hier) und auf Label, die bestimmte  Substanzen de fakto in Produkten ganz ausschließen wie z.B. Formaldehyd (z.B. Blauer Engel, Natureplus).
  • Nutzen Sie den Infobereich der Produktumweltampel, auf dem die REACH Substanzen gelistet sind, bei ihrem nächsten Einkauf. Falls sie Inhaltsangaben auf Produkten finden, lesen Sie nach, ob sich eine REACH relevante Substanz in den Produkten befindet.
  • Fragen Sie einfach nach ob das Produkt, das sie kaufen wollen folgenden Substanzen enthält: Flammschutzmittel, Weichmacher, Schäumungs-/Bläh/-Treibmitttel, Stabilisatoren, Porenbildner, Härter, Harze, Beschichtungen oder Korrosionsschutz. Hier sollten Sie dann besonders auf REACH relevante Substanzen achten. Fragen Sie nach, welche Substanzen hier enthalten sind und vergleichen Sie die Substanzen mit der REACH-Tabelle auf ihrer Produktumweltampel.
  • Auch bei Farben und Lacken ist die Gefahr von gesundheitsgefährlichen Substanzen durchaus gegeben. Fragen Sie auch hier nach und prüfen Sie die Substanz auf Ihrer Liste der Produktumweltampel.
  • Lesen Sie die weiteren Infos im Bereich Gesundheit im Montags-Blog und die Baustoff-Steckbriefe im Freitags-Blog.
  • Jeder Hersteller oder Händler ist laut EU verpflichtet, Ihnen Auskunft zu geben, ob sein Produkt REACH relevante Substanzen enthält. Bei welchen Produktgruppen Sie hier besonders achtsam sein sollten, sagt Ihnen die Produktumweltampel im Bereich Gesundheit.

Die gemeinnützige Initiative Holz von Hier, mit dem gleichnamigen Klima- und Umweltlabel HOLZ VON HIER, hat das Ziel einen Beitrag zu Klima-, Umwelt- und Ressourcenschutz sowie regionaler Wertschöpfung und Verbraucherschutz zu leisten. Das geht, neben politischen Vorgaben, nur über Information und nachhaltige Produkte. Wie Sie das unterstützen können, wie wir gemeinsam hier viel bewegen können und die Ziele ganz konkret umsetzen können erfahren Sie unter „aktiv werden“ bei http://www.holz-von-hier.de


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„Das wird mich immer an Holz von Hier erinnern“

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Holz von Hier als Aussteller auf der Woche der Umwelt in Berlin

Es waren ereignisreiche sonnige Tage auf der Woche der Umwelt in Schloss Bellevue, mit vielen schönen Gesprächen und vielen Top Kontakten. Wir sind dankbar, so viele für den weiteren Weg von Holz von Hier wichtige Menschen getroffen zu haben. Und wir sind auch froh zu erleben, dass das Thema Klimaschutz durch Produkte, Netzwerke und Innovationen so vielfältig angepackt wird. Wir sind der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und der Jury, die die wenigen Aussteller aus hunderten Bewerbungen ausgewählt hat, sehr dankbar, dass Holz von Hier auf der Woche der Umwelt als Aussteller dabei sein konnte.

Nach seiner Abendrede vor den Ausstellern bekam Herr Gauck von ausgewählten Gästen Geschenke überreicht, bedankte sich herzlich und erklärte, dass die vielen Geschenke, die man in seiner Position bekomme im Schloss in einer speziellen „Kammer für Geschenke“ ausgestellt würden. Nach der Ansprache haben wir es geschafft zu ihm vorzudringen und Ihm kurz Holz von Hier vorzustellen und welcher Klimanutzen mit der Verkürzung der Stoffströme erreicht werden kann. Herr Gauck war beeindruckt und dankte uns und allen an Holz von Hier Beteiligten für das Engagement. Dann schenkten wir Ihm einen selbst entworfenen Flaschenöffner aus heimischem Kirschholz. Herr Gauck meinte „Oh der ist aber schön, funktioniert der auch?“ Das haben wir ihm natürlich versichert. Dann endete das Gespräch mit den Worten von Herrn Gauck „Der kommt nicht in die Kammer, sondern bei mir auf den Esstisch und das wird mich immer an Holz von Hier erinnern“.

Wir wünschten – und wünschen – Herrn Gauck noch alles Gute und Gottes Segen, auch nach der Amtszeit und …. weg war er.

Was für ein Tag auf Schloss Bellevue ! organisiert durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt. Danke, dass wir dabei sein konnten. Herrn Bundespräsidenten Gauck auf der Woche der Umwelt Holz von Hier kurz vorstellen zu können war für uns eine große Ehre und Freude.

Ihre Gabriele Bruckner und Herr Philipp Strohmeier, für die gemeinnützige Initiative Holz von Hier mit dem gleichnamigen Klima- und Umweltlabel.

Für mehr Infos und Bilder : http://www.holz-von-hier.de


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Baustoffe: „Stahl Fassadenplatte“

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Bild: Kaserne mit gemäß der Ausschreibungstexte verlangter schusssicherer Stahlfassade und darunter einem leichten und im Vergleich zu anderen angebotenen Baustoffen kostengünstigen Korpus aus einer Massivholzmauer mit Holz von Hier.

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Begleittexte zur Produktumweltampel und Holzinfomeile
Mehr Infos unter http://www.holz-von-hier.de
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Stahl Fassadenbleche: Informationen zu Vorketten, Nutzungsphase, Nachnutzung

Einleitendes

Stahlfassaden sind gut verformbar und heute in vielfältigen Farben und Formen zu bekommen. Sie sind allerdings nur mit Korrosionsschutz witterungsbeständig, jedoch sind solceh Fassaden immer mit Korrosionsschutz ab Werk versehen. Stahl ist wie Aluminium sehr gut recycelbar. Bei der Primärerzeugung von Rohstahl werden, in Europa bei sehr guten Öfen, nur etwa 1,5 kg CO2 /kg Stahl ausgestoßen. Das ist mit anderen Länder weltweit in denen Stahl mit ganz andern (nicht vergleichbaren Umweltauflagen) produziert wird nicht vergleichbar. Da auch das Recycling von Stahl nicht wenig Energie verbraucht, entstehen hier, bei den besten Öfen in Europa, immerhin noch 0,8 kg CO2/kg Stahl. Die CO2-Bilanz ist abhängig von der verwendeten Stromerzeugung. Zum Vergleich: Bei der Herstellung von 1 kg Roh-Aluminium werden 10 kg CO2 freigesetzt (bei Verwendung eines durchschnittlichen Energiemixes).

Vorketten – Rohstoffe

  • Grundrohstoffe im Produkt. Profiltafeln aus Stahl bestehen aus Stahl mit einem metallischen Überzug (oft aus Zink und anderen Metallen oder und teilweise einer organischen Beschichtung mit Polyester).
  • Rohstoffgewinnung, Zwischenprodukte, Halbwaren. Stahlbleche werden aus Baustahl und dieser aus Rohstahl und Rohstahl aus Eisengranulat /Eisenblöcken und diese aus Eisenerz hergestellt. (1) EISENERZ: Eisenerz wird in etwa 42 Ländern der Welt mit Vorkommen geschürft (USGS), die Länder mit den drei größten Vorkommen sind China 44,7%, Australien 17,8% und Brasilien 13,6%, die deutschen Vorkommen sind sehr gering (0,1% der Weltvorkommen). (2) ROHSTAHL: Rohstahl, als Vorprodukt von Baustahlprodukten, wird in 86 Ländern der Welt hergestellt (USGS), die Hauptproduzenten sind China 46,3%, Japan 6,9%, USA, 5,7%. In Deutschland wird immerhin 2,8% der Weltproduktion an Rohstahl hergestellt.
  • Reichweite. Die Reichweite von Eisenerz wird mit 30 Jahren angegeben (USGS).

Vorketten – Transporte

  • „Die Bedeutung der Transporte für die Ökobilanz von Produkten wird heute systemisch unterschätzt“ (Holz von Hier). Standarddatensätze aus Ökobilanzen (EPD) rechnen im Grunde produktunabhängig mit 50 bis 350 km für die Vorketten. So werden die Transporte in ihrer Klima- und Umweltwirkung meist stark unterschätzt.
  • Ohne Stoffstromnachweise können im Bau und Innenausbau eingesetzte Produkte tausende von Transportkilometern zurückgelegt haben. Dies soll anhand von Stoffstromindizien aufgezeigt werden. (1) Beispiel EISENERZ: Deutschland importiert 99% seines Eisenerzes (BGR, 2012), jährlich 39 Mio. Tonnen, davon 61% aus Brasilien (ca. 1.500 km LKW + 8.200 km Schiff), 13% aus Schweden (ca. 2.000 km LKW) und 11% aus Kanada (ca. 3.500 km LKW + 6.000 km Schiff). (2) Beispiel ROHSTAHL: Deutschland produziert ca. 43 Mio. t Rohstahl, verbraucht ca. 38 Mio. Tonnen und importiert ca. 31 Mio. Tonnen (BGR, 2012), ein Stoffstrom der mit enormen Transporten belastet ist, da rechnerisch im Schnitt mindestens die Hälfte aus Importen mit hohen Transportbelastungen stammen (z.B. aus China, Japan, USA). (3) Beispiel BAUSTAHLPRODUKTE: die diversen Baustahlprodukte die im Bau in Deutschland zum Einsatz kommen werden sowohl und Deutschland hergestellt als auch importiert und exportiert. Bei Baustahl der im Bau verwendet wird kann deshalb nicht automatisch davon ausgegangen werden, dass dieser in Deutschland aus Rohstahl hergestellt wurde.

Nutzungsphase

  • Gesundheit. In Deutschland hergestellte Metallfassadenelemente halten die gesetzlichen Vorgaben zu Formaldehyden, VOC und Eluaten ein. In den analysieren EPD lagen keine Messwerte dazu vor mit dem Vermerk, dass das Produkt nur im Außenbereich angebracht wird. Zu den Beschichtungen wird angegeben, dass die VOC Emissionen „das AgBB Schema erfüllen“ also die deutschen Grenzwerte für VOC.
  • REACH-RISK (Risiko für Gesundheitsgefährliche Substanzen nach REACH). Metallfassaden könnten potentiell gesundheitsgefährliche Substanzen enthalten. Im Materialbereich Metalle finden sich potentiell 2 Substanzen der REACH-Verordnung und 13 Substanzen der REACH-Kandiatenliste, hinzu kommen eventuell Substanzen aus den Klebern und den Kunststoffbeschichtungen.
  • Sicherheit – Verhalten im Brandfall. Metalle brennen nicht. Stahlbelche aber in der Regel keine Kunststofflayer sondern Schutzschichten aus Legierungen.
  • Haltbarkeit. Die Nutzungsdauer für Fassadenbleche aus Stahl ist abhängig von der Schutzschicht. Legierungen gegen Korrossion haben alle Fassadenbleche aus Stahl. In der BBSR Datenbank wird eine Nutzungsdauer von 50 Jahren angegeben.
  • Strapazierfähigkeit. Metallfassaden mit Schutzlegierungen sind strapazierfähig, jedoch nicht schlag- oder verbiegeunempfindlich (z.B. gegen Hagel oder Schnee).
  • Pflege. Absolut jede Fassade braucht aber eine gewisse Pflege, auch Metallfassaden. Metallfassaden rosten zwar im Prinzip nicht müssen aber dafür, dass sie das nicht tun aber dennoch gepflegt werden, siehe Exkurs unten.
  • Reparaturfreundlichkeit. Der Austausch beschädigter größerer Fassadenplatten kann nur von Fachleuten ausgeführt werden. Beschädigte Platten können nur als ganzes ausgetauscht werden.

Nachnutzung – Ist Stand und Potentiale

  • Stahl ist sehr gut wieder verwertbar. Stahlschrott wird geschmolzen und wieder zu Stahl verarbeitet, dieser Prozess gelingt sogar mehrfach. Legierungselemente können, müssen aber nicht beim Recycling entfernt werden. Hochlegierte Stähle werden meist extra erfasst und vergütet (Ausnahme: Recycling von Dosenschrott kann nur als Downcycling erfolgen).
  • Stahl ist heute weltweit meistrecycelte Werkstoff mit einer Recyclingquote von 70% bis vereinzelt 90%.
  • In Umweltbilanzen ist meist nicht beachtet, dass das Recycling von Metallpropdukten heute nicht automatisch in Deutschland erfolgt, sondern ebenfalls über lange Transportdistanzen beispielsweise in Asien (z.B. China) oder anderen Ländern mit geeigneter Infrastruktur (große Häfen) sowie geringeren Löhnen und Umweltauflagen.

Umwelt und Qualitätssiegel

  • Uns bisher keine bekannt.
  • Umweltproduktdeklarationen (EPD) von Herstellern sind KEINE unabhängigen Umweltlabel.

 

Exkurs: jede Fassade braucht Pflege! Metallfassaden rosten zwar nicht, müssen aber dennoch gepflegt werden

  • Edelstahlfassaden können durch Industrieabgase, Verkehrsabgase, tausalzhaltiges Spritzwasser, aber auch durch feinen Eisenstaub, wie er durch Bremsabrieb in stark verkehrsbelasteten Bereichen entsteht, in Mitleidenschaft gezogen werden“. In Merkblättern (z.B. Merkblatt 965 der Informationsstelle Edelstahl Rostfrei) wird eine regelmäßige Reinigung im gleichen Rhythmus, wie er für die Glasoberflächen angewandt wird empfohlen.
  • Im Prinzip gibt es keine wirklich pflegefreie Fassade“, bekräftigt Pfeifer in dem Artikel. „Jede Fassadenkonstruktion benötige ein gewisses Mindestmaß an Pflege bzw. Instandhaltung“. Dies gelte selbst für Beton und Granit sowie für rostfreien Edelstahl (s.o.).
  • Weiter heißt es in dem Artikel: „In manchen Fällen habe er (der Gutachter) sogar wirtschaftliche Totalschäden feststellen müssen, d. h., die Kosten der Sanierung lagen in vergleichbarer Größenordnung wie der Neuwert der Fassade. Bei Quadratmeterpreisen zwischen 700 und 1.500 Euro stellt die Metallfassade bei einem Gewerbeobjekt mittlerer Größe einen Aktivposten in Millionenhöhe dar. Der Erhalt dieses Wertes erfordere sachgerechte Pflege. In der Praxis, so Pfeifer, stelle er leider immer wieder fest, dass den Gebäudemanagern hierbei Fehler unterlaufen. Ursache sei häufig falsch verstandene Sparsamkeit. Ungeeignete Pflegemittel, die das Material angreifen und Oberflächenveränderungen bzw. Korrosion hervorrufen, sowie unsachgemäßes Vorgehen von nicht ausreichend qualifizierten Billiganbietern mit Personal, das z. B. nicht behebbare Kratzschäden an empfindlichen Sichtflächen und Oberflächenbeschichtungen verursacht“.