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Globales Denken erfordert regionales Handeln.


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Nachhaltigkeit: „Ressourcenschonendes Europa – Europa 2020“

Europaparlament
Bild: Europa ist in vielen Leitlinien, bei der Gesetzgebung und in Verordnungen weltweit Vorreiter für Klima-, Umwelt- und Ressoucrenschutz. (Bild: HvH gekauft photocase, http://www.holz-von-hier.de)

Die wichtigsten Beispiele für Politische Programme und Handlungsinstrumente zur Nachhaltigkeit und ihre Ansatzwirkung sind: (1) Klima: Kohlenstoffhandel, (2) Energie: EU Nachhaltigkeitsstrategie, (3) Illegaler Holzhandel: FLEGT und Due Diligence und Nachhaltige Waldwirtschaft, (4) Primärwaldschutz: REDD+, (5) Schutz der Biodiversität (ohne Primärwaldschutz): CBD, ITTA, (6) Ressourcenschonendes Europa – Europa 2020. Im Folgenden wird Europa 2020 kurz beschrieben, weitere Montags-Blogbeiträge befassen sich mit den anderen Themen.

Europa 2020 – Ressourcenschonendes Europa

Die Europäische Union unterstreicht mit diversen Beschlüssen und Strategien der letzten Jahre die große Bedeutung, die sie in der Ressourceneffizienz für die Wettbewerbsfähigkeit der Europäischen Union sieht. Nur wenn Europa mit knapper werdenden Ressourcen besser haushalten lernt, wird sich die wirtschaftliche Spitzenposition Europas halten lassen. Bei wachsender Weltbevölkerung wird das Wohlstandsniveau nur dann ansteigen können, wenn intelligente, innovative Ansätze für Ressourceneffizienz umgesetzt werden, Europa kann und will hier eine Vorreiterrolle spielen. Im Jahr 2010 wurde beispielsweise die Strategie Europa 2020 beschlossen, die als eine wichtige Leitinitiative ein „Ressourcenschonendes Europa“ im Blick hat.

Die Leitinitiative zielt darauf ab, das Wirtschaftswachstum von der Ressourcennutzung abzukoppeln, den Übergang zu einer emissionsarmen Wirtschaft zu unterstützen, die Nutzung erneuerbarer Energieträger und die Energieeffizienz zu fördern sowie das Verkehrswesen zu modernisieren. Im September 2011 legte die EU-Kommission dann ihren „Fahrplan für ein ressourcenschonendes Europa“ vor. Dies dient der Umsetzung der EU-Leitinitiative „Ressourcenschonendes Europa“. Als vorläufiger Hauptindikator wurde von der Kommission die Ressourcenproduktivität vorgeschlagen (Verhältnis des BIP zum inländischen Materialverbrauch – EUR/Tonne).

ProgRess – Deutsches Ressourceneffizienzprogramm

Anfang 2012 wurde ein deutsches Ressourceneffizienz-Programm gegründet (ProgRess). Hier liegt der Fokus auf abiotischen nicht-energetischen Rohstoffen und der stofflichen Nutzung biotischer Rohstoffe. Die Nutzung anderer Ressourcen (z.B. Wasser, Luft, Fläche, Boden, Biodiversität) wird in anderen Programmen und Regelwerken behandelt. Es sind fünf Handlungsfelder vorgeschlagen: (1) nachhaltige Rohstoffversorgung sichern, (2) Ressourceneffizienz in der Produktion steigern, (3) Konsum auch auf Ressourceneffizienz orientieren, (4) ressourceneffiziente Kreislaufwirtschaft ausbauen sowie (5) übergreifende Instrumente nutzen.

Es werden 20 Handlungsansätze beschrieben, hier wird vor allem auf Marktanreize, Information, Beratung, Bildung, Forschung, Innovation sowie auf die Stärkung freiwilliger Maßnahmen und Initiativen in Wirtschaft und Gesellschaft gesetzt.

Als Maßnahmenbeispiele werden genannt: Effizienzberatung für KMU, Unterstützung von Umweltmanagementsystemen, Berücksichtigung von Ressourcenaspekten in Normungsprozessen, Stärkung von Produktkennzeichen und Zertifizierungssystemen, Ausbau der Kreislaufwirtschaft und anderes. Die verstärkte Ausrichtung der öffentlichen Beschaffung an ressourceneffizienten Produkten und Dienstleistungen ist ein wichtiger Ansatz im Programm. Ein zentrales Element in einem der Handlungsfeldern stellt die konsequente Verwendung nachwachsender Rohstoffe dar, womit man bezogen auf den Mengenanteil v.a. beim Holz landet.

 


Die gemeinnützige Initiative Holz von Hier, mit dem gleichnamigen Klima- und Umweltlabel HOLZ VON HIER, hat das Ziel einen Beitrag zu Klima-, Umwelt- und Ressourcenschutz sowie regionaler Wertschöpfung und Verbraucherschutz zu leisten. Das geht, neben politischen Vorgaben, nur über Information und nachhaltige Produkte. Wie Sie das unterstützen können, wie wir gemeinsam hier viel bewegen können und die Ziele ganz konkret umsetzen können erfahren Sie unter „aktiv werden“ bei http://www.holz-von-hier.de


Dieser Beitrag wurde für HOLZ VON HIER verfasst von G. Bruckner und P. Strohmeier. 
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Dämmstoffe – Dämmung ohne Rücksicht auf das Klima?

MHM-3
Bild. Rohbau Massivholzmauer. Die Dämmstoffdicke kann hier deutlich geringer sein um die EnEV zu erfüllen.

Funktionssystem Wand-Dämmung-Fassade beachten!

„Dämmung“ ist heute ein Zauberwort für den Klimaschutz. Meist sind dies jedoch Dämmstoffe, die externe Klima- und Umweltkosten nicht internalisiert haben (z.B. ökologischer Rucksack des Materials, Recyclingmöglichkeiten usw.). Gerade bei der Dämmung kommt es im Sinne des Klimaschutzes auf die reale Energieeinsparung an und zwar die Energieeinsparung der Dämmung und der Wand. Man muss also letztlich das Funktionssystem Wand-Dämmung-Fassade betrachten.

Energiesparen in der Nutzungsphase hängt nicht nur vom U-Wert sondern auch vom Material ab

Energiesparen in der Nutzungsphase hängt nicht nur vom U-Wert oder technischen Aspekten ab, sondern ganz maßgeblich auch vom Nutzerverhalten und dessen Wohlfühltemperatur. Was nutzt der beste Passivhausstandard bei hoch gedämmten Räumen, wenn die Nutzer wegen eines schlechten Raumklimas mehrfach am Tag lüften müssen oder wollen?

Die Raumtemperatur bei der wir uns wohl fühlen, ist auch von der Innenfläche der Raumwände abhängig und die wiederum auch vom Material. Jeder Baustoff hat ein anderes energetisches Verhalten. Das wird in Berechnungen (z.B. Energieausweis) aber in der Regel nicht berücksichtigt, denn meist wird dabei nur die Wärmeleitfähigkeit (U-Wert) von Baustoffen berücksichtigt, nicht die Phasenverschiebung.

Die „Phasenverschiebung“ ist genauso bedeutsam wie der U-Wert

Für den sommerlichen Wärmeschutz und den Heizbedarf im Winter ist aber die Phasenverschiebung genauso bedeutsam wie die Wärmeleitfähigkeit (U-Wert).

  • Vergleicht man beispielsweise eine Massivholzmauer und eine Ziegelwand mit gleichem (!) U-Wert, so muss man bei der Ziegelwand, beispielsweise morgens, erst die Wand mit aufheizen, wonach diese die Wärme kontinuierlich wieder abgibt, „wie ein Akku“.
  • Massives Holz nimmt viel weniger Wärme auf, man muss also nur die Raumluft erwärmen, so dass die Reaktionszeit des Beheizens der Räume schneller ist. Eine massive Holzwand ist „wie eine Thermoskanne“. Durch die Struktur von Holz ist die Oberflächentemperatur in Durchschnitt 3-4 Grad höher als im konventionellen Bau. So fühlt man sich in einem massiven Holzhaus schon bei etwa 19-20°C wohl, in anderen Gebäuden wird im Mittel meist bis auf 24°C geheizt.
  • Holz von Hier Tipp: Jedes Grad Raumtemperatur erfordert rund 5-6% mehr Heizenergie. Deshlab lohnt es sich, eine spezifische Wärmebrückenberechnung anstatt eines Pauschalansatzes zu machen. Dadurch kann eventuell eine Förderung für besonders energiearme Gebäude in Anspruch genommen werden.

U-Wert in [W/m2k] und Material

Der U-Wert kennzeichnet die Wärmemenge, die in einer Stunde durch jeden Quadratmeter eines Bauteils bekannter Dicke im Dauerzustand der Beheizung hindurchgeht, wenn der Temperaturunterschied zwischen der Luft auf beiden Seiten dieser Wand 1 K beträgt. Mit dem U-Wert wird ausgedrückt, welche Leistung pro m² des Bauteils auf einer Seite benötigt wird, um eine Temperaturdifferenz von 1 Kelvin aufrecht zu erhalten. Je kleiner der U-Wert ist, desto besser, weil weniger Wärme durch den Bauteil geleitet wird. Der U-Wert kann aber nur die Wärmeleitung beschreiben, und dies auch nur im stationären Fall. Instationäre Vorgänge, Speicherung oder Wärmestrahlung werden dabei nicht berücksichtigt.

  • Der U-Wert kann nur näherungsweise zur Berechnung der Dämmwirkung und damit Energieeinsparung heran gezogen werden, denn er verläuft mit der Dämmdicke nicht linear, sondern als Hyperbelfunktion. Meist wird der U-Wert linear berechnet, was jedoch falsch ist. Um einen exakten Wert zu bekommen der für den Bauherren in Hinblick auf die Energieeinsparung interessant ist, müsste der U-Wert bei jeden Dämmstoff und jeder baufunktionalen Einheit (Wand-Dämmung-Fassade) nicht berechnet sondern gemessen werden.
  • Der U-Wert ist von weiteren Materialeigenschaften abhängig und die Dämmwirkung ist nicht automatisch besser je dicker die Dämmung ist. Meist wird der Wert in Berechnungen jedoch linear eingesetzt.
  • Bei Kondenswasserbildung ist der U-Wert deutlich schlechter, denn feuchte Wände dämmen schlechter als trockene. Insofern bestimmt das Material der abufunktionalen Einheit nachhaltig und langfristig auch den U-Wert mit. Die Thematik Kondenswasserbildung durch Materialien mit geringer Fähigkeit Wasserdampf abzuleiten (z.B. Kunststoffdämmungen), wenn diese noch dazu falsch verbaut sind, ist also nicht nur problematisch wegen einer möglicherweise auftretenden Schimmelbildung bei Kondenswasserbildung, sondern auch für die Energieeinsparung relevant.

Die Wärmespeicherfähigkeit ist vor allem eine Materialeigenschaft

Da gerade Holz Top Eigenschaften bei der Wärmespeicherfähigkiet hat, muss im Verbundsystem Wand-Dämmung-Fassade eine Holzwand deutlich weniger gedämmt werden als Wände aus anderen Baustoffen. Klimafreundlich Bauen heißt aber mehr als einen bestimmten Uw-Wert durch die Dämmung einhalten. Bei klimafreundlichem Bauen kommt es auch stark auf das Material an. „Soll heute ein Beton- oder Steinbau billig gedämmt werden, bedeutet das meist: außen drauf kommt eine dicke Billig-Dämmung aus Styropor“. In einem massiven Holzhaus ist eventuell (muss nicht) das Grundmaterial etwas teurer, man braucht aber weniger Dämmung, um den gleichen Uw-Wert zu erreichen. Die Endkosten sind letztlich in der Regel vergleichbar. Die Ökobilanz keinesfalls!

Die Wärmespeicherfähigkeit ist eine Materialeigenschaft und gibt die gespeicherte Wärme eines Stoffes an, wenn dieser um 1 K erwärmt wird. Die gespeicherte Wärmemenge ist umso höher, je höher die spezifische Wärmekapazität, je größer die Rohdichte und je höher der Temperaturunterschied zur Umgebung ist (z.B. zwischen innen und außen bei einer Außenwand).

  • Sommerlicher Wärmeschutz und wohlige Wärme auch nachts entsteht nur durch hohe Wärmespeicherfähigkeit der Wand- und Dämmmaterialien.
  • Die Wärmespeicherfähigkeit von Nachwachsenden Rohstoffen (NaWaRo) wie Holzfaserdämmplatten ist mehr als 10-mal höher als die von Kunststoffdämmstoffen wie EPS, XPS, PUR.  Dies hat nicht nur, aber auch, mit der Rohdichte zu tun (Holzfaserdämmplatte: 160 kg/m3, EPS 20 kg/m3).
  • Die Wärmespeicherkapazität von Holz ist deutlich höher als z.B. von Beton oder Ziegel. Deshalb kühlt im Winter eine Holzwand abends, wenn die Heizung ausgestellt wird, weniger stark ab, als eine Ziegel- oder Betonwand. Am nächsten Morgen muss nicht erst die Wand aufgeheizt werden, um rasch ein gute Raumtemperatur zu erreichen. Das spart prinzipiell Energie (bei entsprechenden Nutzerverhalten).
  • Dämmung mit Holzdämmstoffen ist für den sommerlichen Wärmeschutz deutlich positiver zu werten als eine Kunststoffdämmung, weil sie wesentlich ausgleichender auf die Temperaturen im Inneren des Hauses reagiert. Deshalb sind beispielsweise mit Holzdämmstoffen ausgebaute Dächer im Sommer weniger von Überhitzung betroffen als bei anderen Dämmstoffen. Für ein ausgeglichenes Raumklima und die Vermeidung von Tauwasserbildung sind Dämmstoffe mit hoher Wärmespeicherfähigkeit positiv zu bewerten.

Dämmstoffdicken für die ENEV

Der in der ENEV erlaubte Wert bei Dämmstoffen von 0,045 W/(m²*K) wird von nahezu allen gängigen Dämmstoffen eingehalten, die Werte zwischen 0,03 und 0,45 haben (z.B. Holzfaserdämmstoffe, Steinwolle, Glaswolle, Mineralwolle und Kunststoffdämmstoffe wie EPS, XPS und auch WDVS-Systeme). Die Umweltwirkung dieser Dämmstoffe unterscheidet sich jedoch sehr deutlich in den Vorketten und der Nachnutzung.

Für die ENEV und Förderungen bei der KfW-Bank und anderen Banken ist der U-Wert wichtig, denn durch die Dämmung können prinzipiell hohe Energieeinsparungen erzielt werden. Hat die Außenwand aber bereits beispielsweise einen U-Wert von 0,5 W/m2K, so bringt dieser Aufwand nur eine geringe Verbesserung. Ebenso kann man mit einer sehr dicken Dämmung bei entsprechend falschem Nutzerverhalten so gut wie keine zusätzliche Einsparung erzielen, da ein Teil der Wärmeenergie beispielsweise auch durch Lüften entweichen kann. Lüften kann aber gerade bei bestimmten Dämmungen (z.B. Kunststoffdämmungen) zwecks gesundem Raumklima und  Vorbeugung gegen Schimmelbildung unbedingt notwendig sein.

  • Eine Idealwand nach EnEV ha einen U-Wert von 0,24 W/m2K. Eine Holzblockwand (600) hat eine Uw-Wert von 0,4 W/m2K, Leichtziegel (600) 0,43 W/m2K, Gasbeton 0,83 W/m2K, Vollziegel (1200) 1,3 W/m2K, Leichtbeton (1200) 1,53 W/m2K, Kalksandstein (1400) 1,67 W/m2K, Betonblocksteinen 2,02 W/m2K.
  • Der Wärmestrom durch die Wand wird in W/m2 ausgedrückt. Eine Idealwand nach EnEV liegt hier bei 6,0 W/m2, eine Holzblockwand bei 10 W/m2, eine Wand aus Leichtziegel bei 10,8 W/m2, eine Wand aus Gasbeton bei 20,75 W/m2, eine Wand aus Vollziegel bei 32,5 W/m2, eine Wand aus Leichtbeton bei 38,25 W/m2, eine Wand aus Kalksandstein bei 41,8 W/m2, eine Wand aus Betonblocksteinen bei 50,5.W/m2. Der Wärmestrom durch die Wand liegt nach einer Dämmung der wand für eine Idealwand gemäss EnEV für eine Holzblockwand bei 2,5 W/m2 (KfW förderfähig), eine Wand aus Leichtziegeln bei 3,28 W/m2 (KfW Förderfähig), eine Wand aus Gasbeton bei 13,25 W/m2, eien Wand aus Vollziegel bei 25 W/m2, eine Wand aus Leichtbeton bei 30,75 W/m2, eine Wand aus Kalksandstein bei 34,25 W/m2, eine Wand aus Betonblocksteinen bei 34,25 W/m2.

Die ENEV berücksichtigt leider nur den U-Wert und die Umweltförderungen zur ENEV basieren darauf.

Im Bestand und in der Sanierung wo es vor allem um Ziegel oder Betonwände geht, darf also nicht nur der U-Wert für die Ermittlung der Umweltwirkung herangezogen werden. Zur Einhaltung der EnEV sind bei der Dämmung von Außenwänden mit diversen Wandmaterialien unterschiedliche Dämmstoffdicken nötig. Um den Idealwert für die EnEV zu erreichen braucht man beispielsweise bei einer Holzblockwand 5 – 7 cm Dämmstoff, bei Leichtziegel 6 – 8 cm, bei Gasbeton 9 – 12 cm, bei Vollziegel 10 – 14 cm, bei Kalksandstein 11 – 14 cm, bei Betonblocksteinen 11 – 15 cm.

Die Funktionseinheit „Wand-Dämmung-Fassade“ sollte in der Umweltbilanz und auch die Umweltinstrumenten (z.B auch der ENEV oder der KfW Förderung) als Einheit deutlich stärker betrachtet werden als bisher, denn erst dieser Überblick macht die Kliamunterschiede zwischen Baustoffen deutlich.

Da alle Dämmstoffe heute ähnliche U-Werte haben, ist die ENEV unabhängg vom Material. Bei den Anschaffungskosten sind vielfach immer noch Kunststoffdämmstoffe wie Styropor etwas kostenünstiger, aber in der Nutzungsphase und bei der Entsorgung keinesfalls.

Würde die ENEV Nutzungszeitrisiken oder Nachnutzungsaspekte berücksichtigen (was sie nicht tut) würden sich nicht nur bei den Umweltwirkungen sondern auch den Kosten deutliche Unterschiede zwischen Dämmstoffgruppen zeigen. Dies soll an einem Vergleich zwischen Holzfaserdämmplatten und Kunstsstoffdämmstoffen aufgezeigt werden. Baustoffe die für die nachhaltige Generation deutlich höhere volkwirtschaftliche und Umweltkosten verursachen, sollten, wenn möglich, in der Förderung anders behandelt werden, denn die Europäische Union legt immer mehr Wert auf die Betrachtug des gesamten Lebenszyklus von Baustoffen.

(1) Beispiel Holzfaserdämmplatten

Nutzungsphase

  • Kosteneinsparungen in der Nutzungsphase. Bei Gebäuden die mit Holzfaserdämmplatte gedämmt sind, noch besser Holzgebäude die mit Holzfaserdämmplatten gedämmt sind, wird aufgrund der Materialeigenschaften auch während der Nutzungsphase Geld gespart und zwar durch folgende Eigenschaften des Materials …
  • Es gibt mit Holzfaserdämmplatten keine thermische Abkopplung der Fassade, deshalb kaum Tauwasserbildung und damit auch keine Vereisung oder Schimmelbildung am System Wand-Dämmung-Fassade.
  • Das garantiert eine optimale Langlebigkeit im Wärmeverbund Wand-Dämmung-Fassade. Die Holzfaserdämmung ist lange haltbar, bei vergleichsweise geringer Schadensanfälligkeit.
  • Holzfasern können Wärme gut speichern und verhindern die nächtliche Auskühlung der Wand. Beim Beheizen am nächsten Tag muss nur der Raum und nicht auch noch die Wand mit aufgeheizt werden.
  • Holzfasern puffern auch die Sonnenhitze gut ab. So liegen die Temperaturen um einige Grad niedriger als wenn sich der Raum unter einer anderen Dämmung befände. Dadurch kann beispielsweise bei öffentlichen und gewerblichen Gebäuden Energie für die Klimaanlagen gespart werden. So wird die Aufheizung gerade unter Dachschrägen im Sommer spürbar reduziert.
  • Weil Holzfaserplatten mehr Masse als andere Dämmstoffe aufweisen, können sie Luft- und Trittschall in allen Frequenzbereichen gut absorbieren und somit gleichzeitig auch als Schalldämmung dienen. Das spart richtig berechnet auch Kosten für eine Schalldämmung.
  • Holzfaserplatten zeichnen sich durch eine hohe Diffusionsoffenheit aus, das heißt sie können Feuchtigkeit in einer hohen Menge gut aufnehmen und bei Bedarf auch wieder abgeben. Sie tragen somit zu einem angenehmen Raumklima bei und beugen Schimmel vor. Während in anders gedämmten Gebäudetypen der Schimmelbildung im Gebäude im Nachhinein durch mehr Heizen oder Klimatisierung (Klimaanlage) der Räume entgegen gewirkt werden muss, erledigt dies bei Holzbaustoffen bzw. Holzfaserdämmstoffen das Material als „natürliche Klimaanlage“. Das spart real Energiekosten.
  • Bei Holzgebäuden die mit Holzfaser gedämmt sind führt das zu einem optimalen Raumklima. Ein gutes Raumklima führt zu verbessertem Nutzerverhalten im Umgang mit der Lüftung und Heizung. Dadurch wird real Energie gespart.

Nachnutzung (end-of-life)

  • Holzfaserdämmplatten und deutliche Kosteneinsparungen bis marktfähige Preise in der Nachnutzung (end-of-life) durch den „Sekundärrohstoff Altholz“.
  • Holzdämmstoffe, Holzbaustoff und Holzfassaden können sowohl in gleicher Funktion wieder verwertet werden, sie können recycelt und sowohl stofflich als auch energetisch wiederverwertet werden. Das nach Ende der Nutzungsphase entstehende Altholz ist heute schon längst kein Abfall“ mehr, sondern ein immer wertvollerer Sekundärrohstoff. Das sieht man an den Preisen die gezahlt werden, für Altholz der Klassen A1 und AII wird heute auf dem Markt ein Rohstoffpreis vom Nachnutzer an den Anbieter bezahlt und keine Entsorgungskosten mehr vom Anbieter an den Nachnutzer. Altholz wird heute nicht mehr in der Müllverbrennung entsorgt oder deponiert. Dazu ist der Sekundärrohstoff Altholz zu wertvoll. Die Nachnutzungskosten sind im Vergleich zu anderen Materialien gering bzw. nicht vorhanden, man kann sogar ggf. noch etwas am Material verdienen.
  • Sinnvolle Nachnutzung stofflich und energetisch ist 100%. Entsorgung in Müllverbrennungsanlagen und Deponien = 0%.

(2) Beispiel Kunststoff-Dämmstoffe

Nutzungsphase.

  • Ölbasierte Kunststoffdämmstoffen wie EPS (Polystyrol), XPS und PUR  gehören heute zu den in den Anschaffungskosten günstigsten Dämmstoffen.
  • Es entstehen aber in der Nutzungsphase versteckte Kosten und auch hohe Kosten bei der Entsorgung. Dies kann auch über die Lifecycle Kosten bei der Beschaffung berücksichtigt werden. Kunststoffdämmstoffe haben mögliche versteckte Kosten während der Nutzungsphase wie im folgenden beschrieben …
  • Durch EPS-Dämmung besteht die Gefahr der thermischen Abkopplung der Fassade von der Wand, und deshalb die Gefahr von Tauwasser-/Kondenswasserbildung im Sommer. Das Wasser kann nur durch Diffusion, also Verdampfen, abgeführt werden, was aber nur unzureichend gelingt. Damit wird die Wand unter der EPS-Dämmung immer feuchter und verliert letztlich damit auch einen Teil ihrer Dämmfähigkeit. Das Gesamtpaket aus Wand und Dämmschicht funktioniert so sagen einige Bauexperten so sogar von Jahr zu Jahr immer schlechter und die Bewohner müssen zunehmend gegen ein feuchtes, ungemütliches Raumklima anheizen.
  • Polystyrol speichert keine Wärme, sondern isoliert nur, auch gegen die Strahlungswärme der Sonne. Der Aufwärmeffekt von Südwänden kann so nicht genutzt werden, eine mögliche Einsparung dadurch an Heizkosten auch nicht.
  • Die Haltbarkeit von EPS-Dämmungen wird im Internet mit etwa 40 bis 50 Jahre angegeben. Dies ist sicherlich hoch eingeschätzt, zumal man hiermit noch wenig / keine Erfahrungen hat.
  • Das Dämmsystem EPS-Putzgitter-Putz ist sehr schadensanfällig, so sind immer wieder Reparaturen am Putz nötig. Inzwischen bekannte Phänomene sind das Vereisen von EPS-Fassaden im Winter. Frostschäden an diesen Fassaden sind ernst zu nehmen, denn durch Putzabplatzungen oder mechanische Beschädigungen der Fassade, kann Feuchte in die Isolation eindringen.

  Nachnutzung (End-of-Life).

  • Kunststoffdämmstoffe versursachen nach End-of-Life hohe volkswirtschaftliche Kosten.
  • Bisher ist kein vernünftiges Recyclingsystem für Polystyrol vorhanden, der Hauptnachnutzungsweg ist die Entsorgung in Müllverbrennungsanlagen (MVA). Die Probleme für Gesundheit und Umwelt und die hohen Kosten, die bei der Entsorgung (Nachnutzung /end-of-life) dieser Materialien entstehen, werden auf Allgemeinheit verlagert.
  • Nach einer Studie von Greenpeace (1999) verursacht beispielsweise die Verbrennung von 1 Tonne Kunststoff in der MVA einen finanziellen Mehraufwand in der Verbrennung von 800 Euro pro verbrannter Tonne Kunststoff im Vergleich zu anderen Materialien (wegen der hohen Chlor und Dioxinbelastungen die die Filter belasten). Das wären umgerechnet Kosten von 3 – 4 €/m2 Fassadendämmung, die dem Betreiber der MVA (bei uns oft Kommunale Zweckverbände) entstehen.
  • Das Verhältnis von Kosten der MVA (3- 4 €) zu Einnahmen (1 €) durch die Entsorgungsgebühr (die wegen des geringen Gewichtes klein ist, da Polystyrol fast nichts wiegt und die MVA nach Tonnage abrechnen) ist also 80% zu 20%.
  • Die meisten MVA nehmen Polystyrol deshalb nur ungern an, müssen es aber. Heute geht dies noch, weil die zu entsorgenden Mengen noch verhältnismäßig gering sind. Was jedoch auf die Müllverbrennungsanlagen zukommt und damit auf viele Kommunen, wenn die Verwendung dieser Stoffe weiter zu zunimmt, ist ein ungeklärtes Problem, das auf die nachfolgende Entscheidergeneration verlagert wird.
  • Das hochkalorische Material verursacht sowohl bei der Entsorgung in der MVA wie der Deponie Umweltprobleme. Diese werden verlagert wenn der Polystyrol nach end-of-life exportiert wird (z.B. nach China) in Länder, die nicht die weltweit führenden deutschen Umweltstandards für MVA und Deponien einhalten müssen.
  • Es gibt auch indirekte Gesundheits- und Umweltgefahren durch die Deponierung. EPS enthält heute in der Regel als notwendiges Flammschutzmittel noch Hexabromcyclododekan (HBCD). HBCD gilt inzwischen unter der EU-REACH-Kandidaten-Liste als sehr stark kanzerogen (krebserregend) und extrem Gewässerorganismen gefährdend. Es soll über 1 ppm verboten werden. Die Hersteller bemühen sich derzeit Alternativen zu finden um HBCD mittelfristig durch einen anderen Stoff ersetzen zu können.
  • Pentan, das in den meisten Polystyrol basierten Dämmstoffen als Schäumungsmittel enthalten ist, gilt ebenfalls als sehr kanzerogen (krebserzeugend), hierbei kommt es jedoch auf die Art des Pentans an, als wie kanzerogen es gilt. Das wird dann relevant wenn EPS deponiert wird (in Deutschland nicht erlaubt) und diese Stoffe über Auswaschungen in Grundwasser (und so auch ins Trinkwasser) und Oberflächengewässer gelangen. Eigentlich gibt es für die Deponierung von Polystyrol noch keine sinnvollen langfristigen Schutzkonzepte.
  • Gesundheits- und Umweltgefahren durch Verbrennung in MVA. Beim Verbrennen von Polystyrol in MVA entstehen hohe Konzentrationen an Dioxinen. Wird das Material nicht in deutschen MVA verbrannt mit seinen strengen Auflagen für die Emissionen, dann gelangen diese Stoffe in die Umwelt. Hinzu kommt, dass die hohen C-Gehalte im Material für viele Deponien zu viel sind, daher muss das Material oft in MVA „vorbehandelt“ werden, bevor es in die Deponien kann, was eine doppelte Umweltbelastung end-of- life bedeutet.
  • EPS-Recycling ist wegen Verschmutzungen, Vermischungen bisher kaum Praxis. Theoretisch kann EPS-Recyclat in Deutschland nur in geringen Mengen zu Polystyrol-Granulat und für hochwertige Spritzgussanwendungen verarbeitet werden. Leider wird ein Teil vor allem flammschutzmittelhaltiger Schaumstoff-Recyclate zu anderen Produkten weiterverarbeitet, aber dadurch sind signifikante Restgehalte an Flammschutzadditiven gegebenenfalls auch in sensiblen Anwendungen (z.B. Lebensmittelverpackungen) nicht auszuschließen.

Baufunktionale Einheit Dämmung

In den folgenden Blogbeiträgen werden folgende Dämmstofftypen hinsichtlich der Aspekte „Vorketten, Nutzungsphase, Nachnutzung“ näher beschrieben:

  • Holzbasierte Dämmstoffe: Holzfaserdämmstoffplatten.
  • Mineralische Dämmstoffe: Mineralwolle, Glaswolle, Steinwolle.
  • Kunststoffdämmstoffe: EPS, XPS, PUR
  • und Wärme-Dämm-Verbund-Systeme: WDVS

Die Umweltdaten dazu finden sich in der Produkt-Umwelt Ampel (siehe unten)

Obwohl Holz von Hier natürlich für Holz steht, sollen die Beschreibungen zu den anderen Baustoffen möglichst neutral sein. Darum haben wir uns bemüht, denn jeder Baustoff hat seine Vorteile und auch gewisse Anwendungseinschränkungen. Dennoch ist ein Vergleich von Baustoffen hinsichtlich der Vorketten, Nutzungsphase und Nachnutzungsaspekte sicher für viele Leser interessant. Den Fokus wollen wir dabei bewusst weniger auf technische Aspekte als vielmehr auf Nachhaltigkeits-, Umwelt- und Gesundheitsaspekte lenken. Da wir diese Betrachtung noch nirgends so zusammengestellt gefunden haben, wurden diese „Rohfassungen von Nachhaltigkeits-Baustoffsteckbriefen“ erstellt.

Holz von Hier ist hier offen für Ergänzungen, Anmerkungen und Hinweise und würde sich über Erfahrungen, Wünsche oder Anregungen sehr freuen, mit denen wir die „Nachhaltigkeits-Baustoffsteckbriefen“ nach und nach ergänzen könnten.

Weitere Informationen zu den technischen Aspekten von Baustoffen finden sich z.B. auf den Baustoffdantenbanken von WECOBIS, der FNR und anderen.


Ampelsymbol
Begleittexte zur Produktumweltampel und Holzinfomeile
Mehr Infos unter http://www.holz-von-hier.de


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Nachhaltigkeit: „Konvention zur biologischen Vielfalt (CBD) und Tropenholzabkommen (ITTA)“

Porträt eines Gorilla

Bild: Porträt eines Gorilla, eine stark gefährdete prominente Tierart. Aber fast täglich sterben Arten aus die kaum einer kennt. (Bild: HvH gekauft für HvH Aktionen, http://www.holz-von-hier.de)

Konvention zur biologischen Vielfalt (CBD) ohne Primärwaldschutz, also ohne Verbindung zum internationalen Tropenholzabkommen (ITTA) !

Von den etwa 233 Ländern der Welt haben 192 die CBD, die Konvention zur biologischen Vielfalt unterzeichnet (CbD: http://www.cbd.int), darunter natürlich auch Deutschland. „Nur“ 41 Länder haben sie nicht unterzeichnet, darunter bislang die USA (unserer Kenntnis nach).

Was sagt das aber im Bezug auf die Artenvielfalt in Wälder aus? Wenig.

Wenig, wenn man sich ansieht wie viele Länder gleichzeitig das  ITTA unterzeichnet haben, das International Tropical Timber Agreement (ITTA:http://whc.unesco.org), obwohl 60-80% der interantionalen Biodiversität in eben diesen Primärwäldern vorkommt.

  • „Das internationale Tropenholzabkommen (ITTA von 2006) hat das Ziel, die Expansion und Diversifizierung des internationalen Handels mit Tropenholz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern und legalem Einschlag zu fördern und die nachhaltige Bewirtschaftung von Tropenwäldern zu befördern“.
  • Das Abkommen ist bisher auch bei den Ländern die das Abkommen unterzeichnet haben in der Praxis kaum kontrolliert (UNEP/Interpol, 2012) und kaum umgesetzt (bisher sind nur 1-5% der Waldfläche in Ländern mit tropischen Primärwäldern zertifiziert).
  • Dabei sollte immer wieder zumindest erwähnt werden, dass wissenschaftliche Studien seit langem nachgewiesen haben, dass auch die nachhaltige Holzernte aus diesen Urwäldern zum Biodiversitätsverlusten führt (Asner et al., 2000, Science; u.a.).
  • Das ITTA haben von 233 Ländern weltweit nur 60 unterzeichnet, darunter Deutschland, aber auch Länder mit großen noch verbliebenen Primärwaldflächen weltweit wie Brasilien, Kamerun, Malaysia und Indonesien, Länder die an den internationalen Märkten zum Holzhandel teilnehmen.
  • Die meisten dieser Länder mit tropischen Primärwäldern sind Länder, die in den letzten 20 Jahren 50-70% ihrer Primärwaldflächen durch Vergabe von Einschlagskonzessionen (und Raubbau für Palmöl, Zuckerrohr, Sojaplantagen) verloren haben.
  • Länder wie Indonesien, von denen UNEP und Interpol berichten (Grenn Carbon – Black Trade, 2012), dass mehr als 90-95% des von Indonesien nach Malaysia (für den internationalen Markt) importierten Holzes der letzten Jahre gefälschte „legale“ Dokumente hatte, und das dieses Holz höchstwahrscheinlich alles illegales Raubbauholz war.
  • Länder wie Kamerun haben das Abkommen unterzeichnet, ein Land, das laut Red List von IUCN die größten Artenverluste in Wäldern weltweit aufweist, usw.
  • Erst gar nicht unterzeichnet haben das Abkommen 60 Länder weltweit, darunter Russland, Madagaskar, Südafrika, Türkei, Kenia (Sitz der UN !), Tansania u.a.

Was sind solche Konventionen wert? Dazu soll sich jeder seine eigene Meinung machen. Aber, vor allem nur der Markt entscheidet bisher über die Biodiversität – und der Markt das sind wir alle.

Was jeder tun kann:

  • Fragen Sie beispielsweise beim nächsten Produktkauf nach dem Label „HOLZ VON HIER“. Produkte mit dem Label HOLZ VON HIER stehen für Holz der kurzen Wege aus nachhaltig bewirtschafteten heimischen Wäldern entlang der gesamten heimischen Verarbeitungskette. Das trägt systemimmanent zum Schutz der weltweiten Biodiversität bei. Fragen Sie beim nächsten Produkteinkauf nach dem Label HOLZ VON HIER, denn je mehr Sie dies nachfragen, umso mehr werden Hersteller, Händler und Baumärkte auch verstärkt auf das neue Label HOLZ VON HIER setzen und damit einen wichtigen Beitrag leisten die Biodiversität zu schützen.
  • Wenn es unbedingt Tropenholz sein muss (warum ?) ….  kaufen Sie kein Tropenholzprodukt mehr ohne anerkannte Forstlabel.
  • Setzen Sie sich bei Ihrer Kommune dafür ein, dass in den kommunalen BHKW kein Palmöl als „Bio“-Energie verheitzt wird. Mit Bio hat das meist nichts zu tun. Die Produktion 1 Tonne Palmöl erzeugt 30 Tonnen CO2 (WGBU, 2009).
  • Verzichten Sie auf Produkte mit Palmöl. Palmöl wird nicht nur zur Energieerzeugung verwendet, sondern ist in Schokoladen, Seifen, Waschmitteln, Kosmetik usw. enthalten. Lesen Sie die Inhaltsangaben solcher Produkte und verzichten Sie auf Produkte mit Palmöl.  Palmöl ist, weil es von der EU subventioniert wird, im Vergleich zu z.B. zu unserem heimischen Rapsöl billiger, aber oft nur weil es subventioniert wird. Das heist aber noch lange nicht, dass der Schokoriegel mit Palmöl billiger ist als der ohne. Palmöl ist zudem  deutlich weniger gesund als andere pflanzliche Fette.
  • Auch im Bereich Bioenergie sind die Warenströme in vielen Produktgruppen global. Damit dies überhaupt noch „grün“ bzw. „nachhaltig“ ist, nehmen wieder­um Bioenergielabel im Energiebereich zu – weltweit. Beispiele: RSB – Roundtable on Sustainable Biofuel; GGL – Green Gold Label; ISCC – International Sustaainability and Carbon Certification; Laborelec; RASPO – Round­tabel on Sustainable Plam Oil; BSI – Better Sugar Cane Initative; RTRS – Round Table on Responsible Soy, um nur einige zu nennen. Inwieweit diese nachhaltig sind, soll hier nicht näher diskutiert werden. Machen Sie sich ihr eigenes Bild. Aber die generelle Frage bleibt natürlich, „was ist klimafreudlich an Energierohstoffen, die rund um den Globus transportiert werden“, das haben wir bereits beim ÖL?

 


Die gemeinnützige Initiative Holz von Hier, mit dem gleichnamigen Klima- und Umweltlabel HOLZ VON HIER, hat das Ziel einen Beitrag zu Klima-, Umwelt- und Ressourcenschutz sowie regionaler Wertschöpfung und Verbraucherschutz zu leisten. Das geht, neben politischen Vorgaben, nur über Information und nachhaltige Produkte. Wie Sie das unterstützen können, wie wir gemeinsam hier viel bewegen können und die Ziele ganz konkret umsetzen können erfahren Sie unter „aktiv werden“ bei http://www.holz-von-hier.de


Dieser Beitrag wurde für HOLZ VON HIER verfasst von G. Bruckner und P. Strohmeier. Natürlich wurde aus Zeitgründen nicht jeder Beitrag im HvH-Blog vorher mit dem Kuratorium oder Beiräten bei HvH abgestimmt. Deshalb ist es möglich, dass es hier teils abweichende oder differenzierte Meinungen gibt. Generell dienen aber alle Blogs sowieso nur dazu, dass jeder sich eigene Gedanken machen kann. Diskurs über die Beiträge ist natürlich sehr erwünscht.


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Baustoffe: „Wand aus Ziegelsteinen und Mörtel“

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Bild: Ältere Ziegelklinkerwand wie sie in Mittel- und Norddeutschland an vielen Häusern typisch ist. Ton und Kalk sind die Hauptmaterialien in klassischen Ziegelsteinen. (Bild: B&S)
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Wand aus Ziegelsteinen und Mörtel: Informationen zu Vorketten, Nutzungsphase, Nachnutzung

Einleitendes

Ziegelsteinwände bestehen in der Reegl aus Ziegelsteinen pur, Ziegel mit Mineralwollefllung oder Ziegel mit Perlittefüllungen und Maurermörtel zur Verbuindung und befséstigung der Steine. Die Rohdichte für Ziegel pur liegt bei 550 – 1.400 kg/m3 (Durchsch. 740 kg/m3), für Ziegel mit Mineralwollefüllung bei etwa 705 kg/m3 (bei 54% Befüllung) und für Ziegel mit Perlittefüllung bei etwa 806 kg/m3 (bei 47% Befüllung), 574 kg/m3 (62% Befüllung) und 391 kg/m3 (78% Befüllung). Bei Ziegeln und anderen gemauerten Wänden wird in EPD, Bauratgebern und im Internet in der Regel eine mittlere Wanddicke von 30 cm angegeben (Dicken: 10 bis >40 cm). Maurermörtel hat laut EPD-BMT-2009111-D eine Ergiebigkeit von 0,6 – 0,65 Liter/kg. Es werden 34-37 kg/m2 bei einer Wanddicke von 18 cm bis 48-52 kg/m2 bei einer Wanddicke von 37 cm Maurermörtel gebraucht. Das sind etwa 6 kg/m3 bis 19 kg/m3. Eine baufunktionale Einheit ist hier in der Regel eine Wand mit 0,3 Meter Dicke, 1 m Höhe und 3,3 m Länge (1 m2).  Ziegel gibt als auch als Ziegelklinkersteine für Fassaden.

Vorketten – Rohstoffe

  • Grundrohstoffe im Produkt. Ziegel (pur) bestehen aus: Ton, Kalk, (Natur-)Steinmehl. Ziegel mit Mineralwollefüllung bestehen aus: Ziegelanteil 38-49%, Mineralwollanteil 51-62%, Hilfsstoffe und ggf. Bindemittel. Ziegel mit Perlittefüllung bestehen aus: Ziegelanteil 22-55%, Perlitteanteil 45-78%. Hinzu kommen Hilfsstoffe für die Porosierung (Polystyrol oder Sägespäne oder Papierfangstoffe) und ggf. Bindemittel (in Dt. auf Wasserbasis).
  • Rohstoffgewinnung, Zwischenprodukte, Halbwaren. (1) TON gilt als ubiquitär. (2) KALK wird in 46 Ländern der Welt abgebaut, die drei Hauptabbauländer sind China (63,4%), USA und Indien (Deutschland hat 1,9% der Weltproduktion). (3) PERLITTE: Perlitte werden in 15 Ländern der Welt abgebaut, die drei größten Produzenten sind Griechenland 26,9%, Türkei 26,9%, Iran 16,8% (Deutschland hat keine eigenen Vorkommen).
  • Reichweite. Die Reichweite von Ton Kalk, Natursteinen wird mit >> 100 Jahren, die von Perlitten mit 34 Jahren eingestuft (USGS).

Vorketten – Transporte

  • „Die Bedeutung der Transporte für die Ökobilanz von Produkten wird heute systemisch unterschätzt“ (Holz von Hier). Standarddatensätze aus Ökobilanzen (EPD) rechnen im Grunde produktunabhängig mit 50 bis 350 km für die Vorketten. So werden die Transporte in ihrer Klima- und Umweltwirkung meist stark unterschätzt.
  • Ohne Stoffstromnachweise können im Bau und Innenausbau eingesetzte Produkte tausende von Transportkilometern zurückgelegt haben. Dies soll anhand von Stoffstromindizien aufgezeigt werden. (1) Beispiel TON: in Deutschland werden jährlich 6,7 Mio. t Ton abgebaut und 0,02 Mio. t importiert. (2) Beispiel KALK: Deutschland produziert jährlich 6,7 Mio. t Kalk und importiert ca. 2 Mio. t, v.a. aus Österreich, Belgien, Polen und Frankreich (bis > 1.100 km). (3) Beispiel PERLITTE: Deutschland hat keine eigenen Vorkommen und importiert jedes Jahr etwa 0,1 Mio. t Perlitte v.a. aus Griechenland und der Türkei. (4) Beispiel PUR und MINERALWOLLE: Kunststoffvorprodukte wie PUR-Granulate werden bei uns hergestellt aber auch weltweit gehandelt (z.B. China ca. 50% des Weltmarktes), ähnliches gilt für Mineralwolle. (5) Beispiel ZIEGEL selbst: in Deutschland werden jährlich etwa 7 Mio. m3 Mauerziegel hergestellt (etwa 90 – 100 Herstellerfirmen, sowohl Familienbetriebe als auch Global Player), aber es werden auch Ziegel importiert. Beim Baustoffhandel kann der Ziegel sowohl aus deutscher Produktion oder weltweitem Handel stammen (teils desselben Konzerns).

Nutzungsphase

Gesundheit. In Deutschland hergestellte Ziegel mit Mineralwolle-, PUR- oder Perlitte-Füllung halten die gesetzlichen Vorgaben zu Formaldehyden, VOC und Eluaten ein (gemessene Formaldehydwerte laut EPD: 0,02-0,04 ppm, Grenzwert: 0,05 ppm; zu VOC, Eluaten, Kanzerogenen sind in analysierten Produkt-EPD keine Angaben gemacht, es wird vermerkt „die Grenzwerte laut AgBB Schema werden eingehalten“).

REACH-RISK. bei Ziegel mit Mineralwolle und PUR Füllung trägt nicht der Ziegelanteil sondern die Füllungen mit Mineralwolle und PUR ein Risiko für REACH relevante Substanzen. Es ist aber auch anzumerken, dass sich die Mineralwolle bzw. das PUR im inneren der Ziegel befindet die als Dämmziegel für Außenwände eingesetzt werden, wodurch gesundheitsbelastende Emissionen in die Innenräume eher unwahrscheinlich werden.

Sicherheit – Verhalten im Brandfall. Ziegel gelten als im Brandfall innert (nicht brennbar).

Haltbarkeit. Ziegelmauerwände werden nach BNB mit einer Haltbarkeit > 50 Jahren eingestuft.

Strapazierfähigkeit. Ziegelwände sind, wenn sie wie üblich verputzt sind, auch bei Witterungseinfluss strapazierfähig.

Pflege. Der Pflegeaufwand hängt hier vor allem von der Art des Putzes und der Anstrichfarbe ab.

Reparaturfreundlichkeit. Ziegelwände sollten wenn Schadstellen wie Risse oder ähnliches vorhanden sind vom Fachmann saniert werden. Auf Klinkerfassaden einfach Kunststoffdämmungen aufzukleben, wie es heute leider immer mehr geschieht, kann sehr schwerwiegende Flogen haben wie z.B. Kondenswasserbildung, mit allen möglichen Folgen wie Schimmelbildung, feuchte Wände und anderes. Auf die für (Mittel- und ) Norddeutschland typischen alten Klinkerwände einfach eine Styropordämmung aufzukleben wird auch dem hier noch typischen Altbaustiel nicht gerecht.

Nachnutzung – Ist Stand und Potentiale

  • Bauabbruch von Ziegelwänden wird heute in Deutschland in der Regel auf der Bauschuttdeponie entsorgt.
  • Ziegelwände werden heute in Deutschland in dem Sinne nicht wider verwendet oder recycelt (laut EPD).
  • Für Recycling und die Weiterverarbeitung müssten die Ziegel erst vom Mörtel getrennt werden. Vor allem bei Ziegeln die mit Dämmstoffen wie Mineralwolle oder PUR gefüllt sind müssten Ziegelanteil und Mineralwolle bzw. PUR sortenrein getrennt werden, was in der Praxis quasi nicht möglich und nicht der Fall ist.

Umwelt und Qualitätssiegel

  • CE Kennzeichnung.
  • Bisher sind uns kein Umwelt-Label bekannt.
  • EPD sind keine Umweltlabel.


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Nachhaltigkeit: „Primärwaldschutz: REDD+“

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Bild: Solche Baumriesen, wie hier in Asien, gibt es nur noch wenige. Wenn wir die tropischen und borealen Primärwälder = Urwälder nicht schützen können, geht mehr verloren als „nur“ solche Urwaldriesen. (Bild: B&S)

Die wichtigsten Beispiele für Politische Programme und Handlungsinstrumente zur Nachhaltigkeit und ihre Ansatzwirkung sind: (1) Klima: Kohlenstoffhandel, (2) Energie: EU Nachhaltigkeitsstrategie, (3) Illegaler Holzhandel: FLEGT und Due Diligence, (4) Nachhaltige Waldwirtschaft, (5) Primärwaldschutz: REDD+, (6) Schutz der Biodiversität (ohne Primärwaldschutz): CBD, ITTA, (7) Ressourcenschonendes Europa – Europa 2020. Im Folgenden wird der REDD+ Prozess kurz beschrieben, verschiedene Montags-Blogbeiträge befassen sich mit den anderen Themen. 

Primärwaldschutz: REDD+ ist ein politisches Instrument für Primärwaldschutz, aber praktisch bisher ein zahloser Tiger.

Es existieren international unterschiedliche Vorschläge, der ungebremsten Zerstörung der Primärwälder zu begegnen. Eine davon ist, die Nicht-Nutzung finanziell zu honorieren. Ansätze hierzu finden sich in der REDD+ Strategie, die sich aber noch im Entwicklungsstadium befindet.

REDD+ sieht im Prinzip vor, finanzielle Anreize zu setzen, Abholzung von Primärwald zu vermeiden. REDD+ als ein internationales Abkommen zum Schutz von Primärwäldern ist derzeit aber noch nicht ratifiziert, also im Augenblick generell noch gar nicht wirksam und eine entscheidende Frage ist zudem, woher die finanziellen Mittel hierzu kommen werden/sollen. Diskutiert wird hier der Kohlenstoffhandel.

Pro Jahr werden allein durch Primärwaldrodung mindestens 13 Mrd. t CO2 freigesetzt, davon ca. 2-4 Mrd. t CO2 aus der Zerstörung der organischen Bodenschicht (WBGU, 2009). Das wäre ein Gegenwert an Kohlenstoffzertifikaten von 65 Mrd. € (bei 5 €/Tonne CO2). Und das wäre dennoch immerhin mehr als die wirtschaftliche Bedeutung des Außenhandels mit Holzprodukten.

Dennoch wird in vielen Weltregionen für die Ausbeutung bzw. Sicherung von Rohstoffreserven und Land sowie Raubbau immer noch mehr bezahlt als mit REDD bezahlt werden würde.

Primärwaldschutz durch Instrumente wie den Kohlenstoffhandel umzusetzen ist schwierig und in den Weltklimaverhandlungen noch kaum integriert.

Ansätze zum Schutz von Primärwäldern finden sich in der aktuellen REDD+-Strategie, eine entscheidende Frage ist dabei, woher die finanziellen Mittel hierzu kommen sollen. Von einer Reihe von Akteuren wird dabei die Einbeziehung in den internationalen Kohlenstoffhandel favorisiert. Dies stößt jedoch nicht nur von Seiten diverser Entwicklungsländer und NGO auf Kritik, sondern wurde auch von ökonomischen Studien als teils sogar kontraproduktiv bewertet. Nach Ansicht diverser NGO könnte auf diesem Weg sogar noch mehr Zerstörung von Primärwäldern resultieren.

Primärwaldabholzungen für die Anlage von Holz-/Palmölplantagen wird bisher nicht als Landnutzungsänderung bei den Klimaverhandlungen gewertet, so dass dies die Befürchtung von NGO bestätigt, wenn Länder für die Anlage von Plantagen Kohlenstoffzertifikate bekämen, selbst wenn auf diesen Flächen vorher Primärwald gerodet wurde.

Primärwaldschutz wäre langfristig für die Weltgemeinschaft billiger als die Folgen von Klimawandel und Biodiversitätsverlusten zu bezahlen.   

Es wäre billiger für die Weltgemeinschaft den Ländern mit Primärwäldern den Schutz zu bezahlen als weiter zunehmende Klimafolgen oder die Folgen der Umweltzerstörung. Dies sehen auch Aktionspläne wie der Global Marschall Plan und Strategien wie z.B. REDD+ eigentlich vor, nur bisher ohne durchschlagenden Erfolg. Dabei gilt es schnell zu handeln, denn heute verschwindet Primärwald gerade in den Tropen sehr schnell (z.B. aktueller FAO Weltwaldbericht).

Zudem kosten die Folgen des Klimawandels die Weltgemeinschaft bereits heute 120 bis 200 Mrd. US-Dollar jedes Jahr, mindestens etwa 20 bis 40 Mrd. US-Dollar (grob 20%) davon gehen auf das Konto von Primärwaldabholzungen, vor allem in den Tropen. Das ist ebenso viel wie diese Weltregionen derzeit mit ihren Exporten an Rundholz, Industrieholz, Schnittholz, Holzwerkstoffe und Zellstoff zusammen verdienen (vgl. Tabelle unten).

So gesehen wäre es für Weltgemeinschaft in Summe billiger für den Primärwalderhalt zu bezahlen, als die, zudem weiter steigenden Folgekosten zu tragen. Ist der Primärwald einmal weg, ist das zudem unwiederbringlich, denn Plantagen können die CO2-Emissionen aus den Böden nicht ausgleichen.

Darauf zu warten, dass sich die Weltgemeinschaft auf verbindliche Rechtsgrundlagen einigen könnte, würde viel zu lange dauern und das Instrument des Kohlenstoffhandels ist heute auch zu brüchig und unsicher.

Dennoch würde die Anrechenbarkeit des Primärwaldschutzes (von echten Primärwäldern und nicht von Plantagen natürlich) auf den Kohlenstoffmärkten sowie die Wertung von Primärwaldabholzungen für Plantagen als Landnutzunsänderung, wohl zum Primärwaldschutz beitragen. Hierzu wieder ein Vergleich.

Die Entwaldung von einem Hektar Tropenwald kann bis zu 1 bis 2 Gt (Milliarden Tonnen) CO2 freisetzen (WGBU, 2009). Pro Jahr können so allein durch Primärwaldrodung mindestens 13 Mrd. t CO2 freigesetzt werden, davon ca. 2-4 Mrd. t CO2 aus der Zerstörung der organischen Bodenschicht. Dieser Kohlenstoff wird z.B. auch bei einer Rekultivierung für Plantagen freigesetzt.

Eine Einsparung dieser CO2-Mengen durch Kompensationsmaßnahmen würde derzeit an der Leipziger Kohlenstoffbörse EEX, selbst bei den heute extrem niedrigen Werten der Zertifikate von nur noch 5 €/t CO2(Stand Anfang 2013), immer noch etwa 65 Mrd. € erbringen.

Wäre der Primärwaldschutz in den Kohlenstoffmärkten anrechenbar könnten die Länder Asiens, Afrikas, Lateinamerikas sowie Russland und Kanada, also die Weltregionen mit tropischen und borealen Primärwäldern derzeit damit theroretisch mehr verdienen als in Summe für alle ihre Exporte an Holzprodukten (s. Tabelle mit Daten aus FAO, 2009, 2011). Allerdings ist hier noch nicht das Hauptgeschäft eingerechnet Palmöl von Plantagen für die zuvor Primärwälder gerodet wurden.

REDD-oder-Exporteinnahmen

Abb. 1: Rein rechnerisch könnte Primärwaldschutz den Weltregionen mit tropischen Primärwäldern (Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien) und den Weltregionen mit borealen Primärwäldern ( Russische Förderation, Nordamerika und Kanda) bis zu 65 Mrd. € aus dem Kohlenstoffhandel einbringen – wenn der Primärwaldschutz (über REDD) im Kohlenstoffhandel verankert wäre. Das wäre mehr als diese Länder mit dem Export von Rudnholz, Indsutreiholz, Schnittholz, Holzwrekstoffen und Zellstoff verdienen. (Daten zu Exporteneinnahmen aus FAO, 2009).

Den „Tigern“geht die Luft aus

Umweltschäden senken das Wirtschaftswachstum weltweit, auch das der „Tigerstaaten“. Beispielsweise in China, dem „Wachstumstigerstaat“ schlechthin, betragen die Kosten (!) durch Umweltschäden inzwischen fast 10% des Bruttoinlandsproduktes (www.wikipdia.de, germanwatch.org, http://germanwatch.org/klima/klichi07.pdf). So viel wie das Wirtschaftswachstum Chinas. Ein Nullsummenspiel wirtschaftlich gesehen für die Chinesische Volkswirtschaft. Daher hat China auch angefangen wie keine andere Nation der Welt bisher in Green Technologie zu setzen. Auf der anderen Seite sind es gerade China und andere Asiatische Tigerstaaten, die wie keine andere Nation weltweit auf der Suche nach ausbeutbaren Rohstoffvorräten unterwegs ist (vgl. UNEP Berichte).

Was Sie tun können: Global denken – regional handeln !

Immer mehr Organisationen sind der Ansicht, dass (1) nur durch strikte Verbote des Handels mit Holzprodukten aus Primärwäldern oder aus Raubbau, sowie (2) durch Veränderung des Konsumverhaltens in Industrieländern ein echter Schutz von Primärwäldern möglich ist.
Genau einen solchen Einfluss auf das Konsumverhalten hat Holz von Hier zum Ziel.

Holz von Hier ist der Ansicht, der beste und nachhaltigste Schutz von Umwelt, Klima und Biodiversität ist die Minimierung der Emissionen von Anfang an, also (1) in Vorketten (in einem möglichst weiten Bilanzraum), (2) bei der Produktion und letztlich (3) bei der Entsorgung/Recycling/Wiederverwertung von Produkten. Hierdurch wird die Rohstoffeffizienz optimiert. Wichtig ist dabei von Beginn an auf möglichst kurze Wege im Stoffstrom, Energiesparen und Vermeidung der Verwendung von Rohstoffen, die potenziell umwelt- und klimaschädlich gewonnen wurden, zu achten.

Holz von Hier setzt sich daher für eine Vermeidung von gefährdeten Holzarten und Ersatz durch heimische Alternativen ein, um so den Nutzungsdruck auf die letzten Primärwälder zu reduzieren. Auf den Primärwaldschutz, den Klimaschutz und den Schutz der Biodiversität hat der Markt und die Nachfrage der Kunden langfristig den größten Einfluss.

  • In mit HOLZ VON HIER gelabelten Produkten ist kein Holz weltweit gefährdeter Baumarten oder Holz aus Raubbau enthalten.
    HOLZ VON HIER setzt sich umfangreich für den Ersatz von weltweit gefährdeten Holzarten nach der Roten Liste von IUCN durch heimische Alternativen ein.
  • HOLZ VON HIER setzt sich dafür ein Entscheider Gesellschaft und Kunden zu zeigen wie sehr verantwortliche Betriebe mit ihren Produkten zu Klima- und Umweltschutz beitragen können.
  • HOLZ VON HIER setzt sich im seinem Informationstransfer dafür ein zu verdeutlichen wo, wie und warum heimische Alternativen Holz aus unsicheren Quellen ersetzen sollten, um so den Nutzungsdruck auf die letzten Primärwälder zu reduzieren.
  • HOLZ VON HIER Produkte schützen Primärwälder, Klima und Biodiversität

 


Die gemeinnützige Initiative Holz von Hier, mit dem gleichnamigen Klima- und Umweltlabel HOLZ VON HIER, hat das Ziel einen Beitrag zu Klima-, Umwelt- und Ressourcenschutz sowie regionaler Wertschöpfung und Verbraucherschutz zu leisten. Das geht, neben politischen Vorgaben, nur über Information und nachhaltige Produkte. Wie Sie das unterstützen können, wie wir gemeinsam hier viel bewegen können und die Ziele ganz konkret umsetzen können erfahren Sie unter „aktiv werden“ bei http://www.holz-von-hier.de


Dieser Beitrag wurde für HOLZ VON HIER verfasst von G. Bruckner und P. Strohmeier. Natürlich wurde aus Zeitgründen nicht jeder Beitrag im HvH-Blog vorher mit dem Kuratorium oder Beiräten bei HvH abgestimmt. Deshalb ist es möglich, dass es hier teils abweichende oder differenzierte Meinungen gibt. Generell dienen aber alle Blogs sowieso nur dazu, dass jeder sich eigene Gedanken machen kann. Diskurs über die Beiträge ist natürlich sehr erwünscht.


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Baustoffe: „Wand aus Kalksandsteinen und Mörtel“

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Bild: Sandabbau in Deutschland findet nach strengen ökologischen Vorgaben statt. B
eim Sandabbbau findet man auch Holzschätze, wie hier eine 5.000 Jahre alt Mooreiche (Bild: B&S, mehr Infos holz-von-hier.de).
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Wand aus Kalksandsteinen und Mörtel: Informationen zu Vorketten, Nutzungsphase, Nachnutzung

Einleitendes

Kalksandsteine sind Kunststeine in denen Sand und Brandkalk unter hohem Duck stabil verpresst sind. Kalksandstein wird für Außen- und Innenwände verwendet. Die Rohdichte von Kalksandstein liegt im Mittel bei 1900 kg/m3 (1200 – 2600 kg/m3) und da Kalksandstein vergleichsweise schwer ist, ist er dadurch gut schalldämmend. Kalksandstein weist allerdings einen hohen Wärmedurchgangskoeffizienten auf, deshalb ist eine Dämmung solcher Wände unerlässlich. Palettenpreise für Kalksandstein (Preise ohne Verlegung und ohne Frachten) leigen bei <15 €/m2 bis < 50 €/m2 (Spezialanwendungen) und wegen des hohe Gewichts schlagen die Frachten für nicht Selbstabholer mit < 3 bis 11 €/m2 pro Palette bei Lieferung von deutschen Herstellern zu Buche. Für Kalksandstein Sichtmauerwerk dürfen nur frostbeständige Kalksandsteine verwendet werden. Frisch hergestellte Kalksandsteine neigen zur Nachschwindung. Diese Nachschwindung ist nach wenigen Wochen beendet, so dass dann nicht mehr mit Rissbildung zu rechnen ist. Um Rissbildung im frischen Kalksandsteinmauerwerk zu vermeiden müssen senkrechte Dehnfugen eingebracht werden. Notwendige Beschichtungen auf Kalksandsteinaußenwänden sind meist Kieselsäureimprägniermittel, Silicon-, Silan-, Siloxan-Imprägniermittel, Dispersionssilikatfarben, Silikonharzfarben, Dispersionsfarben, Lösemittelhaltige Polymerisatfarben

Vorketten – Rohstoffe

  • Grundrohstoffe im Produkt. Kalksandsteine bestehen aus Brandkalk und Sand (plus Wasser), in der Regel werden bei deutscher Produktion keine Bindemittel zugegeben.
  • Rohstoffgewinnung, Zwischenprodukte, Halbwaren. (1) SAND besser Bausand (Quarzsand) gilt als ubiquitär wird jedoch in vielen Ländern knapp. (2) KALK wird in 46 Ländern der Welt abgebaut, die drei Hauptabbauländer sind China (63,4%), USA und Indien (Deutschland hat 1,9% der Weltproduktion).
  • Reichweite. Die Reichweite von Kalk und Sand wird mit >> 100 Jahren eingestuft (USGS).

Vorketten – Transporte

  • „Die Bedeutung der Transporte für die Ökobilanz von Produkten wird heute systemisch unterschätzt“ (Holz von Hier). Standarddatensätze aus Ökobilanzen (EPD) rechnen im Grunde produktunabhängig mit 50 bis 350 km für die Vorketten. So werden die Transporte in ihrer Klima- und Umweltwirkung meist stark unterschätzt.
  • Ohne Stoffstromnachweise können im Bau und Innenausbau eingesetzte Produkte tausende von Transportkilometern zurückgelegt haben. Dies soll anhand von Stoffstromindizien aufgezeigt werden. (1) Beispiel KLAKSANDSTEIN selbst: die Grundrohstoffe für Kalksandstein wie Brandkalk und Sand liegen in Deutschland unfassend vor, aber Kalksandstein wird auch importiert (z.B. Polen).

Nutzungsphase

  • Gesundheit. In Deutschland hergestellter Kalksandstein hält die gesetzlichen Vorgaben zu Formaldehyden, VOC und Eluaten ein. Zu Formaldehyden, VOC, Eluaten, Kanzerogenen sind in analysierten Produkt-EPD keine Angaben gemacht, es wird vermerkt „es sind keine Nachweise im Produkt gefordert“ oder „die Grenzwerte laut AgBB Schema werden eingehalten“.
  • REACH-RISK. Bei Kalksandsteinwänden tragen weniger die Wandmaterialien selbst als vor allen deren Beschichtungen und Farben ein Risiko für REACH relevante Substanzen. Hier werden üblicherweise verwendet: Kieselsäureimprägniermittel, Silicon-, Silan-, Siloxan-Imprägniermittel, Dispersionssilikatfarben, Silikonharzfarben, Dispersionsfarben, Lösemittelhaltige Polymerisatfarben.
  • Sicherheit – Verhalten im Brandfall. Kalksandstein wird in die Brandklasse A1 eingestuft und gilt als nicht brennbar.
  • Haltbarkeit. Mauern (und Fassaden) aus Kalksandstein werden nach BNB mit einer Haltbarkeit > 50 Jahren eingestuft. Für Kalksandstein Sichtmauerwerk dürfen nur frostbeständige Kalksandsteine verwendet werden. Frisch hergestellte Kalksandsteine eignen zur Nachschwindung. Diese Nachschwindung ist nach wenigen Wochen beendet, so dass dann nicht mehr mit Rissbildung zu rechnen ist. Um Rissbildung im frischen Kalksandsteinmauerwerk zu vermeiden muss senkrechte Dehnfugen eingebracht werden.
  • Strapazierfähigkeit, Pflege. Kalksandsteinwände sind, wenn sie nach der Schwindung wie üblich verputzt sind, auch bei Witterungseinfluss strapazierfähig.
  • Pflege. Der Pflegeaufwand der Kalksandsteinwände hängt hier vor allem von der Art des Putzes und der Anstrichfarbe ab.
  • Reparaturfreundlichkeit. Die Reparaturfreundlichkeit ist wie die von anderen gemauerten Bausteinwänden einzustufen.

Nachnutzung – Ist Stand und Potentiale für Nachnutzung

  • In der Regel wird Kalksandstein aus Bauabbruch auf Bauschuttdeponien entsorgt.
  • Theoretisch gäbe es auch bei Kalksandsteinen die von Mörtelresten und anderen Resten reinigt sind, die Möglichkeit der Wiederverwendung, was heute jedoch aus Kostengründen kaum angewendet wird.

Umwelt und Qualitätssiegel

  • CE Kennzeichnung.
  • Bisher kein Umwelt-Label bekannt.
  • EP sind keine Umweltlabel.


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Nachhaltigkeit: „Illegaler Holzhandel: FLEGT „

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Bild: Kahlschlag tropischer Primärwälder wie hier in Südamerika, erfolgt weltweit  für Holzhandel, Palmöl & Co sowie Weideland. (Bild: B&S)

Die wichtigsten Beispiele für Politische Programme und Handlungsinstrumente zur Nachhaltigkeit und ihre Ansatzwirkung sind: (1) Klima: Kohlenstoffhandel, (2) Energie: EU Nachhaltigkeitsstrategie, (3) Illegaler Holzhandel: FLEGT und Due Diligence und Nachhaltige Waldwirtschaft, (4) Primärwaldschutz: REDD+, (5) Schutz der Biodiversität (ohne Primärwaldschutz): CBD, ITTA, (6) Ressourcenschonendes Europa – Europa 2020. Im Folgenden wird das FLEGT Abkommen mit der Due Diligence und die Abgrenzung zu Forstlabeln kurz beschrieben, weitere Montags-Blogbeiträge befassen sich mit den anderen Themen.

Illegaler Holzhandel: FLEGT und Due Diligence politische Instrumente der EU gegen illegalen Holzhandel

FLEGT ist ein internationales Abkommen zur Eindämmung illegalen Holzhandels. FLEGT mit dem Bestandteil der Due Diligence ist europäisches Gesetz.

FLEGT besteht aus 3 Säulen:

  • (1) VPS – Vertragspartnerschaften mit anderen holzproduzierenden Ländern,
  • (2) nachhaltige Beschaffung,
  • (3) Due Diligence die Selbstverpflichtung der Marktteilnehmer.

Seit 2013 ist in der EU die Due Diligence Verordnung (DD) in Kraft getreten, die das FLEGT Abkommen von Seiten der EU verschärfen und für Holzprodukte konkretisieren soll. Anbieter, die Holzprodukte erstmals auf dem europäischen Markt einführen, müssen einer der genehmigenden Stellen in der EU glaubhafte Nachweise erbringen, dass das Holz nicht aus Raubbau stammt. Dies muss z.B. für einen deutschen Importeur keine deutsche Stelle sein.

  • Die Due Diligence soll sicherstellen, dass, unabhängig vom Herkunftsland, kein illegales Holz mehr in die EU gelangt. Mit illegalem Holz ist Holz gemeint, das nicht im Einklang mit den anwendbaren nationalen Gesetzen des Ursprungslandes geschlagen worden ist.
  • Die Definition darüber, was illegal ist, obliegt dem Ursprungsland selbst. Wenn es z. B. keine nationalen Gesetze gibt, die eine bestimmte Art der Waldbewirtschaftung vorschreiben, verstößt z. B. Kahlschlag nicht gegen nationales Gesetz und ist somit konform mit den Anforderungen der FLEGT-Regelung.
  • Illegales Holz ist oft Holz, das in ausgewiesenen Naturschutzgebieten geschlagen wurde. Illegales Holz drückt die Holzpreise weltweit um 7-16% (WWF, 2008; FAO, 2010).
  • Aber Holz, das legal in die EU gelangt, ist nicht automatisch gleichzusetzen mit nachhaltigem Holz (Black-Box-Segment). Das „Black Box Segment“ ist ein großes Segment an in die EU importiertem Holz und bildet zugleich die große Dunkelziffer zwischen den deklarierten Umweltwirkungen und dem, was an Auswirkungen auf die Ökosysteme tatsächlich auftritt.
  • Legal in die EU importiertes Holz, ist nicht automatisch gleichzusetzen mit nachhaltig, ökologisch, umwelt-/klimaverträglichem Holz.
  • Beispielsweise kann Holz eingeführt werden, welches konform mit nationalen Gesetzen in Primärwäldern geschlagen wurde, von Holzfirmen, die dafür legal erworbene Konzessionen haben (z. B. Sibirien, Indonesien). Dieses Holz gilt auch unter FLEGT nicht als problematisch.
  • Zudem gibt es heute zahlreiche anerkannte Dokumente von höchster Stelle, die belegen, dass beim Handel mit Tropenholz Korruption und Missbrauch von Dokumenten an der Tagesordnung ist (vgl. den Bericht von UNEP und Interpol „Green Carbon – Black Trade, 2012, auf http://www.holz-von-hier.de unter Mediathek)
  • Die Due Diligence schreibt bei Importen keine Zertifiakte anerkannter Waldlabel vor.

Zertifizierung nachhaltiger Waldwirtschaft und Forstlabel

Obwohl die Due Diligence keine Zertifiakte anerkanter Waldlabel vorschreibt, wird die Zertifizierung nachhaltiger Waldwirtschaft politisch als gewisser Hebel gegen den Raubbau gesehen, schließt aber, anders als REDD+, auch eine Nutzung von Primärwäldern ein.

  • Weltweit gibt es diverse Siegel und viele Länder mit Primärwäldern haben inzwischen eigene Label entwickelt (z.B. Malaysia). Die bekanntesten und sichersten Label für die Nachhaltige Waldwirtschaft nach speziellen Kriterien sind die weltweit operierenden Label FSC und PEFC.
  • Aber quantitativ würde die Zertifizierung der nachhaltigen Waldwirtschaft allein nicht für den Primärwaldschutz ausreichen, denn in Ländern mit verbliebenen tropischen Primärwäldern (Asien, Afrika, Südamerika) ist der Anteil der mit PEFC und FSC zertifizierten Waldflächen bisher <1 – 5%. Bei Importen ohne solche Waldlabel ist, je nach Herkunftsland die Raubbaugefahr hoch.
  • Alle Holzprodukte die als Importe nach Europa und Deutschland kommen, sollten grundsätzlich anerkannte (s.o) Waldlabel tragen.
  • Deutsche Wälder werden seit Jahrhunderten nachhaltig bewirtschaftet die nachhaltige Forstwirtschaft ist hier im Waldgesetz verankert. Nahezu alle unsere bewirtschafteten Waldflächen sind zusätzlich mit Nachhaltigkeitslabeln für den Forst zertifiziert (FSC und PEFC).
  • Holz das aus nachhaltiger Waldwirtschaft stammt ist prinzipiell dauerhaft verfügbar, denn es wird nicht mehr Holz entnommen als nachwächst. Holz das aus Raubbau stammt sollte aus Klima- und Umweltschutzgründen nicht verwendet werden (die „Reichweite“ richtet sich nach den Vorkommen in Ländern mit Primärwäldern, v.a. in den Tropen wie Asien, Lateinamerika, Afrika und den borealen Waldgebieten wie z.B. Sibirien, Kanada usw.). In Deutschland gibt es keinen Raubbau an Wäldern.

HOLZ VON HIER ist Due Diligence konform und geht noch darüber hinaus

  • Legales Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft ist nach der Due Diligence Holz, das nach Landesgesetzen in nachhaltig bewirtschafteten Forsten eingeschlagen wurde und nach internationalen/nationalen Gesetzen gehandelt wurde.
  • Nach der allgemeinen forstlichen Definition für Nachhaltigkeit, bedeutet dies zunächst grundlegend, dass jährlich nicht mehr Holz entnommen wird, als nachwächst. Dies gilt prinzipiell für neue Plantagen genauso wie für »Alte Nachhaltigkeitswälder« wie z.B. in Deutschland, die seit Jahrhunderten nachhaltig bewirtschaftet werden, deren Biodiversitätsindex und CO2-Speicherstatus aber deutlich höher ist.
  • Holz von Hier ist KEIN Forstlabel an sich, da es keine eigenen Kriterien für die Waldbewirtschaftung hat, aber Holz von Hier schließt Holz aus Primärwäldern und aus nicht nachhaltigem Waldbau in seinen Produkten aus und fordert im Gegenzug Nachweise für die nachhaltige Waldwirtschaft. Das Rundholz das für Holz von Hier Produkte verwendet wird stammt aus nachhaltig bewirtschafteten heimischen Wäldern (nachgewiesen durch FM-Zertifkate von FSC, PEFC oder vergleichbar).

 


Die gemeinnützige Initiative Holz von Hier, mit dem gleichnamigen Klima- und Umweltlabel HOLZ VON HIER, hat das Ziel einen Beitrag zu Klima-, Umwelt- und Ressourcenschutz sowie regionaler Wertschöpfung und Verbraucherschutz zu leisten. Das geht, neben politischen Vorgaben, nur über Information und nachhaltige Produkte. Wie Sie das unterstützen können, wie wir gemeinsam hier viel bewegen können und die Ziele ganz konkret umsetzen können erfahren Sie unter „aktiv werden“ bei http://www.holz-von-hier.de


Dieser Beitrag wurde für HOLZ VON HIER verfasst von G. Bruckner und P. Strohmeier. Natürlich wurde aus Zeitgründen nicht jeder Beitrag im HvH-Blog vorher mit dem Kuratorium oder Beiräten bei HvH abgestimmt. Deshalb ist es möglich, dass es hier teils abweichende oder differenzierte Meinungen gibt. Generell dienen aber alle Blogs sowieso nur dazu, dass jeder sich eigene Gedanken machen kann. Diskurs über die Beiträge ist natürlich sehr erwünscht.