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Globales Denken erfordert regionales Handeln.


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Nachhaltigkeit: „Energie: EU Nachhaltigkeitsstrategie“

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Bild: Energieverschwendung gibt es weltweit und Energiesparen ist die größte Energieressource die wir haben. (Bild: B&S)

Die wichtigsten Beispiele für Politische Programme und Handlungsinstrumente zur Nachhaltigkeit und ihre Ansatzwirkung sind: (1) Klima: Kohlenstoffhandel, (2) Energie: EU Nachhaltigkeitsstrategie, (3) Illegaler Holzhandel: FLEGT und Due Diligence, (4) Nachhaltige Waldwirtschaft, (5) Primärwaldschutz: REDD+, (6) Schutz der Biodiversität (ohne Primärwaldschutz): CBD, ITTA, (7) Ressourcenschonendes Europa – Europa 2020. Im Folgenden wird die EU Nachhahltigkeitsstrategie kurz beschrieben, weitere Montags-Blogbeiträge befassen sich mit den anderen Themen. 

Energie: Erneuerte Nachhaltigkeitsstrategie der Europäischen Union als politisches Instrument im Bereich Energie.

Die Erneuerte EU-Nachhaltigkeitsstrategie bietet im Themenbereich Energie diverse Vorschläge technischer Ansatzpunkte für saubere Energie, Erneuerbare Energien und Energiesparen. Auch im Themenfeld „Nachhaltige Verkehrsentwicklung“ werden Handlungsvorschläge gemacht, hauptsächlich durch technische Maßnahmen zur Verminderung der Schadstoffemissionen und Steigerung des Anteiles von Biokraftstoffen auf 20% (mit Folgen für den Klimaschutz wie z.B. Abholzung von Primärwald für Palmölplantagen u.a.).

Das im 6. Umweltaktionsplan propagierte Leitbild „Entkopplung von Wirtschaftswachstum und Verkehrsaufkommen“ oder „Internalisierung externer Kosten“ ist auch in der erneuerten EU-Nachhaltigkeitsstrategie enthalten.

Ein weiterer effektiver Ansatzpunkt für „Entkopplung von Wirtschaftswachstum und Verkehrsaufkommen“ ist, auf möglichst kurze Transporte im gesamten Stoffstrom von Produkten zu achten.

Hier setzt das Klima- und Umweltlabel HOLZ VON HIER bei Holzprodukten an.

 


Die gemeinnützige Initiative Holz von Hier, mit dem gleichnamigen Klima- und Umweltlabel HOLZ VON HIER, hat das Ziel einen Beitrag zu Klima-, Umwelt- und Ressourcenschutz sowie regionaler Wertschöpfung und Verbraucherschutz zu leisten. Das geht, neben politischen Vorgaben, nur über Information und nachhaltige Produkte. Wie Sie das unterstützen können, wie wir gemeinsam hier viel bewegen können und die Ziele ganz konkret umsetzen können erfahren Sie unter „aktiv werden“ bei http://www.holz-von-hier.de


Dieser Beitrag wurde für HOLZ VON HIER verfasst von G. Bruckner und P. Strohmeier. 
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Baustoffe: „Stahlbetonwand aus Baustahl und Baubeton“

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Bild: Stahlbeton ist heute der Universalbaustoff in den Metropolen der Welt. Holzbau erreicht bisher etwa 5-7 Stockwerke in reiner Holzbauweise. Wo Leichtbau verbunden mit hoher Stabilität und Flexibilität gefragt ist, kommt zunehmend auch Stahlbeton gemischt mit Holzbauelementen zum tragen, denn auch im mehrgeschossigen Bau werden die positiven Eingenschaften von Holz immer mehr erkannt.
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Faserzement-Fassadentafeln: Informationen zu Vorketten, Nutzungsphase, Nachnutzung

Einleitendes

Stahlbeton ist mit über 100 Millionen verbauten Kubikmetern im Jahr der wichtigste Baustoff Deutschlands. 12% der deutschen Stahlproduktion werden jährlich zu rund 6 Millionen Tonnen Betonstahl verarbeitet. Der Einsatz von Stahlbeton statt des unbewehrten Betons ist notwendig, wenn in einem Bauteil Zugspannungen auftreten, die zu einem schlagartigen Versagen der Gesamttragfähigkeit führen könnten. Die Weltstahlproduktion betrug 2011 etwa 1.515 Mill. Tonnen, davon 45% aus China, 7% aus Japan, 7,5% aus GUS (Russland, Ukraine usw.), 7,7% aus Nafta (USA, Kanada, Mexiko) und 12% EU-27. Deutschland hat 3% Anteil an der Weltstahlproduktion. (Stahlstatistik-Welt; Stahlmarkt 07/2012). Bei Stahlbeton kann die Wanddicke flexibel festgelegt werden. Pro 1 m3 Beton wird als stabilisierendes Element Baustahl eingebettet. Meist sind dies je Bauausschreibung 40 – 300 kg Stahl pro m3 Beton (www.gutefrage.net). Als Mittel wird eine Menge von ca. 170 kg Stahl pro m3 Beton angenommen. Hauptvorteil von Stahlbeton ist wohl seine Nichtbrennbarkeit und ein hoher Feuerwiderstand, Hauptnachteil ist wohl die Gefahr von Rissbildung. Das Eigengewicht vergrößert als tote Last die erforderliche Betonstahlmenge und kann bei  schlanken Konstruktionen durch Rissbildung zu Verformungen führen. Hier ist eine Verbundkonstruktion oder Spannbeton geeigneter. Spannbeton unterscheidet sich vom Stahlbeton durch eine planmäßige Vorspannung der Stahleinlagen. Damit werden die Zugspannungen überdrückt und eine Rissbildung und Bauteilverformung stark reduziert. Stahlrost im Beton. Dies kann vor allem bei befahrenen Flächen in bodennahen Zonen ein Problem sein, durch Regenwasser oder tausalzhaltigem Schneematsch. Sanierung der betroffenen Bereiche ist möglich aber nicht billig. Auch Stahl sollte immer einen Korrosionsschutz enthalten.
Typische Einsatzbereiche: Decken, Balken oder Bodenplatten, Brückenpfeiler, Stützwände. Kosten für den Wandbau sind im folgenden nur grob abgeschätzt. Beton kostet etwa 120-150 € (mittel 135 €/m3). Baumatten aus Stahl Kosten ca. 1,50-1,7 €/kg Stahl (Kosten für den Privatmann, für gewerblichen Bau sicher günstiger). Das würde bei den oben genannten Mengen ca. 60 – 510 €/ Stahl im m3 Stahlbeton bedeuten, im Mittel angenommen ca. 270 €/Stahl im m3 Stahlbeton. Da wären zusammen ca. 180 – 660 €/m3 Stahlbeton, im Mittel ca. 400 €/m3 Stahlbeton.

Vorketten – Rohstoffe

  • Grundrohstoffe im Produkt. Stahlbeton besteht aus Baustahl und Baubeton. Grundrohstoff für Baustahl ist Eisenerz. Grundrohstoffe für Baubeton sind: Kies, Sand, Kalk, Ton (oder Bauxit), Gips, Flugasche, Wasser und Additive.
  • Rohstoffgewinnung, Zwischenprodukte, Halbwaren. Vom Eisenerz zum Baustahl. Eisenerz wird geschürft und zu Eisengranulaten und dann zu Rohstahl verarbeitet. Rohstahl wird zu Rohstahlblöcken und Vorprofilen aus Stahl verarbeitet und diese zu diversen Baustahlprodukten weiterverarbeitet. Dieser Rohstoffstoffstrom ist global. In Zementwerken werden die Rohmaterialien Kalk, Ton (oder Silizium, Aluminiumoxid), Sand und Additive als so genannter Zementklinker gebrannt und anschließend durch Zugabe von Gips als Zement fein vermahlen. Beton besteht aus Kies, Sand, Wasser und dem Bindemittel Zement. Es können auch Zusatzstoffe enthalten sein, welche die Eigenschaften von Beton gezielt beeinflussen (z.B. Substanzen gegen Schwinden, bessere Pumpeigenschaften, Fliess-, Forstschutz-, Luftporen-, Quellmittel). EISENERZ wird in 42 Ländern der Welt geschürft, in China, Australien, Brasilien liegen 76% der Weltvorkommen. Deutschland (< 0,1% der Weltvorkommen) importiert >99% seines Bedarfes (39 Mio. Tonnen, v.a.. aus Brasilien (61%), Schweden und Kanada. ROHSTAHL wird in 86 Ländern der Welt hergestellt vor allem in China (46,3%), Japan und USA. Deutschland (2,8 % der Weltproduktion) importiert auch Rohstahl. GIPS wird in 80 Ländern der Welt gewonnen, vor allem in China (55,3%), USA und Iran. Deutschland (0,8% der Weltproduktion) importiert auch Gipsprodukte. KALK ist in 46 Ländern der Welt verfügbar, vor allem in China (63,4%), USA und Indien. Deutschland (1,9% der Weltproduktion, 6,7 Mio. t) importiert auch jährlich etwa 1,9 Mio. t Kalk aus Österreich, Belgien, Polen, Frankreich. SAND besser Bausand (Quarzsand) gilt als ubiquitär wird jedoch in vielen Ländern knapp . FLUGASCHE fällt in der Industrie an. BAUXIT (als Bestandteil von Zementklinker) kommt weltweit in 26 Ländern vor, Australien, China und Brasilien haben 61% an den Weltvorkommen. Deutschland hat keine eigenen Bauxitvorkommen.
  • Reichweite. Die Reichweite von Eisenerz wird mit 42 Jahren angegeben, die von Gips, Kalk, Ton usw. mit >> 100 Jahre (USGS).

Vorketten – Transporte

  • „Die Bedeutung der Transporte für die Ökobilanz von Produkten wird heute systemisch unterschätzt“ (Holz von Hier). Standarddatensätze aus Ökobilanzen (EPD) rechnen im Grunde produktunabhängig mit 50 bis 350 km für die Vorketten. So werden die Transporte in ihrer Klima- und Umweltwirkung meist stark unterschätzt.
  • Ohne Stoffstromnachweise können im Bau und Innenausbau eingesetzte Produkte tausende von Transportkilometern zurückgelegt haben. Dies soll anhand von Stoffstromindizien aufgezeigt werden. (1) Beispiel EISENERZ: Deutschland importiert sein Eisenerz zu 99%, mit entsprechenden Transporten z.B. aus China, Australien, Brasilien. (2) Beispiel ROHSTAHL: Deutschland produziert ca. 43 Mio. t Rohstahl, verbraucht ca. 38 Mio. Tonnen und importiert ca. 31 Mio. Tonnen, mit entsprechenden Transporten z.B. aus China, Japan, USA. (3) Beispiel BAUSTAHL: selbst die diversen Baustahlprodukte die in Deutschland zum Einsatz kommen, werden hier hergestellt aber auch importiert. (4) Beispiel KALK: Deutschland produziert jährlich 6,7 Mio. t Kalk und importiert ca. 2 Mio. t, v.a. aus Österreich, Belgien, Polen und Frankreich (bis > 1.100 km). (5) Beispiel TON: in Deutschland werden jährlich 6,7 Mio. t Ton abgebaut und 0,02 Mio. t importiert. (6) Beispiel GIPS: Deutschland produziert jährlich etwa 2 Mio. Tonnen Gips (0,8% der Weltgipsproduktion) und könnte damit im Wesentlichen den eigenen Bedarf decken. Dennoch wird auch Gips importiert jährlich 0,12 Mio. t und vor allem auch Waren aus Gips (z.B. 0,14 Mio. Tonen Gipsplatten). (7) Beispiel STEINE: Deutschland baut selbst Steine in Steinbrüchen ab, jährlich werden z.B. aber auch etwa 0,72 – 1 Mio. Tonnen Dolomit und andere Steine nach Deutschland importiert. (8) Beispiel BAUXIT (Zusatz im Zementklinker): Deutschland hat keine eigenen Vorkommen und importiert seinen Bedarf von jährlich 2 – 2,4 Mio. Tonnen Bauxit weltweit (z.B. Australien, China, Brasilien). (9) Beispiel BETONPRODUKTE selbst: Deutschland produziert jährlich große Mengen an Portlandzement (32 Mio. t), Transportbeton (34 Mio. t) und Porenbeton (31 Mio. t) und etwa 0,7 Mio. t Leichtbeton, Betonplatten und Betonsteine, importiert aber auch 1,6 Mio. t Betonprodukte wie Leichtbetonplatten und Leichtbetonsteine.

Nutzungsphase

  • Gesundheit. In Deutschland hergestellter Stahlbeton hält die gesetzlichen Vorgaben zu Formaldehyden, VOC und Eluaten ein (zu Formaldehyden, VOC, Eluaten, Kanzerogenen sind in analysierten Produkt-EPD keine Angaben gemacht, es wird nur vermerkt, dass die Grenzwerte laut AgBB Schema eingehalten werden.
  • REACH-RISK. Stahlbeton könnte jedoch potentiell weitere gesundheitsgefährliche Substanzen enthalten. Im Materialbereich „Metalle“ finden sich potentiell (A) 2 Substanzen in der REACH-Verordnung und (B) 13 Substanzen in der REACH-Kandidatenliste. Im Materialbereich „Beton“ (ohne Additive !) finden sich potentiell (B) 5 Substanzen in der REACH-Kandidatenliste.
  • Sicherheit – Verhalten im Brandfall. Stahlbeton an sich brennt nicht. Dennoch muss man beim Stahlanteil im Beton dazu übergehen diesen mit Flammschutzhemmenden Materialien zu ummanteln, denn ohne das ist bei Bränden die Standsicherheite der Stahlträger nicht zu gewährleisten. Zu Brandgasen liegen Angaben vor (auch nict EPD).
  • Haltbarkeit. Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) gibt für Stahlbetonwände einen Haltbarkeit von 50 Jahren an. Stahlrost im Beton, kann aber vor allem bei befahrenen Flächen in bodennahen Zonen (z.B. Parkhäuser usw.) ein Problem sein, durch Regenwasser oder tausalzhaltigen Schneematsch. Sanierung der betroffenen Bereiche ist möglich aber nicht billig. Auch Stahl der in Beton eingebettet ist wird oder sollte deshalb gerade bei öffentlichen Gebäuden aus Sicherheitsgründen immer einen Korrosionsschutz enthalten.
  • Strapazierfähigkeit. Stahlbeton ist in der Regel strapazierfähig.
  • Pflege. Stahlbeton ist bei ausreichend technischem Konstruktionsschutz wenig pflegeintensiv.
  • Reparaturfreundlichkeit. Tritt Rissbildung im Beton oder Korrosion des Stahles im Baustahl auf, ist dies nur dann tolerabel wenn es die Standfestigkeit nicht gefährdet. Die Reparatur der betroffenen Bereiche ist möglich aber teuer. Gegebenenfalls sind hier andere stabilisierende Maßnahmen zu ergriffen oder die betroffenen Gebäudeteile werden erneuert.

Nachnutzung – Ist Stand und Potentiale

  • Der Hauptentsorgungsweg für nicht getrennen Stahlbetonbauabbruch ist heute die Einlagerung in Bauschuttdeponien. Wird der Stahlbeton nach Ende der Nutzungsphase nicht in Baustahl und Baubeton getrennt, was allein aufgrund der Kosten oft schwierig ist, bleibt nur die Bauschuttdeponie.
  • Reuse und Recycling von Stahlbeton ist wohl auch in Zukunft als sehr schwierig bis nicht möglich zu bewerten.
  • Sortenreiner Baustahl wird in Deutschland zu etwa 11% direkt wieder verwertet und etwa 88% des Stahlschrottes steht theoretisch als Recyclingpotential für Neuproduktion von Baustählen zur Verfügung. Dies kann jedoch auch in China oder anderen Ländern der Welt sein wohin der Stahlschrott erst einmal transportiert werden muss.
  • Sortenreiner Baubeton ist nicht einfach aufzubereiten. Hierzu müsste der Beton zerkleinert und nach Kornfraktionen sortiert werden, denn nur so kann der Beton potentiell teilweise im Straßenbau verwendet werden. Ein Recycling als Frischbeton ist nur zu geringen Anteilen theoretisch möglich und heute eigentlich nicht üblich.

Umwelt und Qualitätssiegel

  • CE Kennzeichnung.
  • Bisher ist uns kein Umwelt-Label bekannt.
  • EPD (Umweltprodukdeklarationen) sind kein ! Umweltlabel. Die in EPD genannten Werte keine Rückschlüsse darauf zulassen, ob das Produkt besser oder schlechter ist als ein anderes.


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Nachhaltigkeit: „Klima: Kohlenstoffhandel“

Himmel und Bäume
Bild: Wälder erhalten unser Klima. (Bild: HvH gekauft photocase, http://www.holz-von-hier.de)

Die wichtigsten Beispiele für Politische Programme und Handlungsinstrumente zur Nachhaltigkeit und ihre Ansatzwirkung sind: (1) Klima: Kohlenstoffhandel, (2) Energie: EU Nachhaltigkeitsstrategie, (3) Illegaler Holzhandel: FLEGT und Due Diligence, (4) Nachhaltige Waldwirtschaft, (5) Primärwaldschutz: REDD+, (6) Schutz der Biodiversität (ohne Primärwaldschutz): CBD, ITTA, (7) Ressourcenschonendes Europa – Europa 2020. Im folgenden wird der Kohlenstoffhandel kurz beschrieben, die nächsten Montags-Blogbeiträge befassen sich mit den anderen Themen. 

Klima: Weltweiter Kohlenstoffhandel als politisches Klimaschutzinstrument

Kohlenstoffhandel ist ein weltweites Instrument, das für den Bereich Klimaschutz in den Themenfeldern Energie und Produktion entwickelt wurde.

Der Start war bereits ein Kompromiss und hat wichtige Ursachen des Klimawandels ausgelassen

In den CO2-Emissionshandel in Deutschland sind etwa 2.500 Firmen eingebunden. (www.dehst.de), alles Betriebe mit hohen Feuerungswärmeleistungen wie Stromversorger, Papier-, Zement-, Glas-, Ziegelwerke und andere aber auch öffentliche wie Stadtwerke. Diese 2.500 gelisteten Firmen machen jedoch nach den Untersuchungen im Rahmen der Kiotoverhandlungen 80-90% der CO2-Emissionen in Deutschland aus. Alle anderen, kleinere Firmen und öffentlichen CO2-Emittenten und unter anderen auch der Verkehr sind von diesem Emissionshandel ausgenommen. Sie können also auch bisher nicht, wenn sie sich CO2-freundlich verhalten, z. B. wenn eine Klein- und Mittelständischer Betrieb eine Biomasseheizanlage baut, am CO2-Zertifikate-Handel teilnehmen.

Der Grundgedanke des Emissionshandels geht ja auf die Kiotoverhandlungen zurück und war der, dass große CO2-Emittenten die nicht technische Lösungen für die Reduktion der Emissionen finden, sich durch CO2-Zertifikate „freikaufen“ können. Diese CO2-Zertifikate sollten von diesen Firmen eingekauft werden. Die ursprünglichen CO2-Zertifikate wurden mit 50 € bewertet. Ein Zertifikat bedeutet eine Tonne CO2 Einsparung. Was eine Tonne CO2 einspart wurde durch umfangreiche Studien und Diskurse erörtert.

Walderhalt bzw. Erhalt von Primärwäldern und der Verkehr oder Transporte wurden vom CO2 Handel in den Kiotoverhandlungen ausgeschlossen, obwohl die Abholzung von Primärwäldern und der zunehmend globale Verkehr zuden wichtigsten Antreibern für den Triebhauseffekt zählen (pers. Mit. Prof. Schulze, MPI Jena). 

In der so genannten 1. Emissionshandelsrunde der Europäischen Union wurde jedem Land eine gewisse Anzahl von CO2-Zertifikation zugeteilt. Diese wurden von der EU-Kommission an die Regierungen der Länder verteilt. Von dort hätten sie an die 2.500 gelisteten Firmen verkauft werden können. Deutschland und die meisten Europäischen Staaten haben jedoch 99 bis 100% ihrer Zertifikate an diese Firmen ohne Zahlung verteilt, mit den Argument zu Beginn des Prozesses keine unnötigen Belastungen für die Wirtschaft aufbauen zu wollen. Es wurden also zu Beginn der Umsetzung alle Zertifikate umsonst an die Firmen ausgegeben. Das war einer der Grüdnen der letztlich den Zertifikatspreis bis heute auf eine Nichtigkeit schrumpfen lies.

Für jeden der 2.500 gelisteten Firmen wurde zum Zeitpunkt des Status-Quo festgelegt oder berechnet was ihre realen CO2-Ausstöße sind. Diese Grenze wird ohne Anpassung innerhalb der Firma die nicht auf technischen Prozessen beruht sondern auf rohstofflichen Veränderungen bei den Firmen immer beibehalten. Wenn also eine Firma technisch nichts verändert (warum sollte sich technisch etwas verschlechtern in Produktionsprozessen?) bleibt alles gleich. Wenn aber die Firma ihre Rohstoffe heute in Europa einkauft und morgen in China, was den Stoffstrom und damit die CO2-Bealstung durch Trasporte deutlich erhöht, passiert im Zertifikatehandel auch … nichts. Es wird auch nicht eingerechnet, ob eine Firma vermehrt Ersatzbrennstoffe wie Klärschlamm, Altholz, Papierfangstoffe oder andere oder Kaskadennutzung oder Rücknahmesystem usw., mit einer wesentlich besseren CO2-Bilanz anstelle von Öl oder Gas, einsetzt.

Grundlegende Probleme des Kohlenstoffhandels

Ein grundlegendes Problem für den Klimaschutz ist dabei, dass sich hier über lange Zeit nur bestimmte Länder als Verpflichterländer beteiligten, darunter Deutschland. Die großen Emittentenländer von Treibhausgasen aus der Energieproduktion waren lange Jahre nicht dabei, darunter USA und Russland, ebenso wenig Schwellenländer wie China, Indien oder Brasilien. Dies hat sich seit den letzten Klimaverhandlungen in Paris geändert. Wie lange wird sich noch zeigen. Aber auch das ändert am den anderen wesentlichen Problemen des Kohlenstoffhandels nichts.

Der Kohlenstoffhandel ist halb Gesetz und halb Marktanreizprogramm. Gesetz deshalb, weil national bestimmte Unternehmen verpflichtet wurden für Emissionen Verschmutzungsrechte zu besitzen bzw. zu erwerben. Dies sind in der Regel Große bis Global Player (z.B. Energieunternehmen, Chemieindustrie, usw.). Die Kohlenstoffzertifikate stammen von CDM-Projekten, die Kohlenstoff einsparen. Als Marktanreizinstrument wird der Kohlenstoffhandel der Regelung auf Börsen überlassen. Das an sich birgt schon systemimmanente Probleme, z.B. weil so die Preise der Zertifikate nicht politisch festgesetzt werden können sonder an der Börse „verhandelt werden“ können. Wenn einerseits der Preis für Kohlenstoffzertifikate, die vor allem von Großen bis Global Playern gekauft werden müssen, weiter ungesteuert auf Börsen verhandelbar ist, auf denen vor allem Große und Globale Player agieren, und wenn andererseits diese Kohlenstoffzertifikate weiter faktisch zum überwiegenden Teil von Großprojekten angeboten werden, die von Großen und Global Playern umgesetzt werden, ist nur schwer vorstellbar wie die Preise ohne politische Steuerung wieder ansteigen sollen. Ein CO2-Zertifikat das auf einer Börse nur wenige Euro kostet nimmt keiner ernst, da ist es allemal billiger die billigen Zertifikate zu kaufen als etwas zu verändern.

Nach Ansicht nahmhafter Wissenschaftler trägt der Kohlenstoffhandel aktuell faktisch kaum noch etwas zum realen Klimaschutz bei. Der Grund hierfür sind nicht nur die oben genannten Aspekte, sondern schlicht die Tatsache, dass die Zertifikate nichts mehr wert sind. Die Preise sind von ursprünglich 50 €/Tonne CO2 auf heute 3-5 €/Tonne CO2 gesunken.

Eine Reduzierung der Zertifikate bringt hier wohl nur etwas mit entsprechender weltweiter scharfer Kontrolle (die teuer ist), denn inzwischen zahlreiche Recherchen belegen, dass Betrug und Missbrauch im Kohlenstoffhandel beträchtlich sind (z.B. Dokumentation „Profit“ in ARTE vom 20.5.2013).

Die Projekte die heute weltweit mit dem Geld der Kohlenstoffzertifiate „unterstützt“ werden sind fast durchgehend Großprojekte. Für kleinere NGO oder kleinere Projekte ist es heute nahezu unmöglich ein „CDM-Projekt“ zu werden und damit auch das Projekt über Gelder aus dem Kohlenstoffhandelszertifikaten finanziert zu bekommen. Das hat vor allem damit zu tun, dass allein die Kosten und der Aufwand für die Implementierung und Kontrolle der Kohlenstoffprojekte (Kosten im 6-stelligen Bereich) nur von Großen Playern und sehr großen NGO getragen werden können. Aber meist sind es gerade die denzentralen kleineren Projekte die oft enorme Klimawirkungen, Vorbildwikungen und damit Nachahmer haben. Eine Megastaudammprojekt kann man nicht regional wiederholen.

Der Kohlenstoffmarkt wird auch deshalb von vielen NGO nicht unkritisch gesehen udn auch in Bezug auf die reale (!) Überprüfbarkeit der exakten CO2-Einsparung, sowie die Unübersichtlichkeit, die Dominanz großer Player bei den Projekten, das Kriterium der Zusätzlichkeit (z.B. 56% der UNFCCC registrierten Projekte sind Großprojekte) und die Art der Projekte (z.B. HFC-23).

Dennoch ist dieses Instrument der CO2-Zertifikte weiter wichtig, denn es ist bisher das einzige international geltende und weltweit politisch umgesetzte also für die Teilnehmer verpflichtende Handlungsinstrument dieser Art.

Exkurs zu den deutschen CDM-Projekten

Von den etwa 250 angemeldeten deutschen CDM-Projekten (Auswertungen B&S für Holz von Hier) befinden sich 80% in China und Indien und 15% in Brasilien. Von diesen Projekten sind die meisten bisher nicht realisiert (Projektstatus: „angemeldet“, „offiziell registriert“, „implementiert“). Nur ein Drittel der Projekte ist realisiert (27% Projektstatus „verifiziert und nur 1% hat den Projektstatus „zertifiziert“). Also nur 1% der deutschen CDM-Projekte weist die versprochene CO2-Einsparung externen Gutachtern nach und kann so auch CO2-Zertifikate handeln. Etwa 70% der CO2-Einsparungen bei den realisierten Projekten werden durch drei HFC23-Großprojekte erreicht.

Beispiel HFC23. HFC23 ist ein Stoff der zur Kühlung eingesetzt wird und klimaschädliche Stoffe wie FCKW in Kühlschränken und Kühlunssystemen, Klimaanlagen ersetzt bzw. ersetzen soll. HFC23-Projket wuren bisher natürlich ausshcließlich von großen Global Playern (mit an sich genügend Finanzkraft) verwirklicht, in Ländern, wo diese sowieso tätig sind. Allerdings ist die echte Klimaschutzfwirkung von HFC23 fraglich, denn auch diesem Stoff wird inzwischen ein enormes Treibhauspotential bestätigt. Dennoch bekommen auch solche Projekte einmal umgesetzt und „durch“, ihre Finanzmittel aus dem Kohlenstoffhandel.


CDM-1  CDM-6 CDM-5 CDM-4 CDM-3 CDM-2

Warten wir nicht auf Kyoto und Co. um Klimaschutz konkret umzusetzen !

Das einzige was uns Verbrauchern bleibt, um zum Klimaschutz beizutragen ist nachhaltig einkaufen. Aber das sind enorme Möglichkeiten, denn die zweit- und drittwichtigste Ursache des Klimawandels, die Abholzung von tropischen und borealen Primärwäldern und die zunehmenden Transporte im Stoffstrom von Waren, werden von Kyoto sowieso nicht behandelt.

Nutzen Sie ihre Marktmacht und kaufen Sie nachhaltige Produkte ein wie z.B. Produkte mit Klima- und Umweltlabeln wie Holz von Hier oder Blauer Engel oder Natureplus usw. . Oder, wenn es unbedingt Tropenholz sein muss, dann selbstverständlich immer mit anerkannten Waldlabeln.

 


Die gemeinnützige Initiative Holz von Hier, mit dem gleichnamigen Klima- und Umweltlabel HOLZ VON HIER, hat das Ziel einen Beitrag zu Klima-, Umwelt- und Ressourcenschutz sowie regionaler Wertschöpfung und Verbraucherschutz zu leisten. Das geht, neben politischen Vorgaben, nur über Information und nachhaltige Produkte. Wie Sie das unterstützen können, wie wir gemeinsam hier viel bewegen können und die Ziele ganz konkret umsetzen können erfahren Sie unter „aktiv werden“ bei http://www.holz-von-hier.de


Dieser Beitrag wurde für HOLZ VON HIER verfasst von G. Bruckner und P. Strohmeier. Natürlich wurde aus Zeitgründen nicht jeder Beitrag im HvH-Blog vorher mit dem Kuratorium oder Beiräten bei HvH abgestimmt. Deshalb ist es möglich, dass es hier teils abweichende oder differenzierte Meinungen gibt. Generell dienen aber alle Blogs sowieso nur dazu, dass jeder sich eigene Gedanken machen kann. Diskurs über die Beiträge ist natürlich sehr erwünscht.


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Baustoffe: „Holzrahmenbauwand aus Bauholz oder Leimholz mit Platten“

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Bild: Rohbau einer Turnhalle mit Holz von Hier Nachweis (Cham, Bayern). Holzrahmenbauten sind keineswegs nur auf Privathäuser beschränkt. Mit Holz ist auch im öffentlichen Bau weit mehr möglich als viele Planer und öffentliche Entscheider denken. Sie sind Architekt oder Entscheider in einer Kommune? Rufen Sie uns an, Holz von Hier berät Komunen hier kostenlos und unverbindlich.

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Mehr Infos demnächst unter http://www.holz-von-hier.de

 

Holzrahmenbauwand aus Bauholz oder Leimholz mit Platten: Informationen zu Vorketten, Nutzungsphase, Nachnutzung

Einleitendes

Holz wird im Privatbau, im öffentlichen Bau und gewerblichen Bau eingesetzt. Die Kombinationen von Holzbaustoffen untereinander sind sehr vielfältig und erlauben sehr große gestalterische Spielräume bei der Planung und beim Bau. Holzbau ist traditionell und modern, kostengünstig, gesund und mit Holz von Hier Nachweis sehr umweltfreundlich. Beispielsweise allein eine einfache Holzrahmenbauwand aus Bauholz oder Leimholz und Platten kann aus diversen Produktkombinationen bestehen, wie z.B. KVH + OSB, BSH + OSB, Bauholz + OSB, KVH + Span, BSH + Span, Bauholz + Span, KVH + Bretter, BSH + Bretter, Bauholz + Bretter.

Holzrahmenbau ist eine sehr flexible Bauweise, die Bemessung einer durchschnittlichen Wand in Holzrahmenbauweise kann deshalb durchaus sehr unterschiedlich sein. Laut Fachagentur nachwachsende Rohstoffe (FNR) besteht eine Holzrahmenkonstruktion heute jedoch im Schnitt zumeist aus Rahmen im Abstand von 62,5 cm mit Abmessungen von 6 x 20 cm. Aus diesen angegebenen Abständen und der Stärke resultieren etwa 4 Rahmen auf 2 m Breite (2,05 m). Das ergibt durchschnittlich 2 Rahmen pro m Wandbreite.
Die Konstruktion ist oben und unten durch Querhölzer begrenzt. Bei einer durchschnittlichen Höhe eines Wandelements von etwa 2,5 Meter ergibt sich eine Länge von 1,6 m Querhölzer (2 x 0,8m) pro Meter Wandbreite. Insgesamt ergibt sich bei den Abmessungen der Hölzer ein Volumen von 0,26 m³ pro m² Wand. Die Wand ist außen und innen beplankt, in der Regel mit Platten (OSB oder Spanplatten) aber auch eine Beplankung mit Schnittholzbrettern ist möglich. Bei einer Dicke von 30 mm ergeben sich Volumina von 0,06 m³ Platten pro m² Wand. Die Breite des Grundgerüstes der Holzwand ist also 20 cm KVH oder Bauholz sowie vorne und hinten jeweils eine meist 3 mm starke Platte  (OSB oder Spanplatte). Das sind zusammen ca. 26 cm Wandstärke, also vergleichbar mit den mit Mitttel üblichen 30 cm anderer Wandtypen.

Vorketten – Rohstoffe

  • Grundrohstoffe in Produkt. Holzrahmenbau besteht aus einen Holzrahmen aus Bauholz der außen und innen mit Holzplatten oder Schnittholz verplankt ist. Als Bauholz wird heute meist KVH (Konstruktionsvollholz), BSH (Brettschichtholz) oder klassisches Bauholz (normales güteüberwachtes Bauschnittholz) verwendet. Als Holzplatten werden OSB- oder Spanplatten (roh) aber auch Holzbretter (normale qualitätsüberwachte Schnittholzbretter) verwendet.
  • Rohstoffgewinnung, Zwischenprodukte, Halbwaren. Grundrohstoff ist Rundholz aus Wäldern. Das Rundholz wird in Sägewerken zu Schnittholz, Brettern, KVH (verleimte Balken) und BSH (verleimte Bretter) verarbeitet. Holzplatten werden in der Holzindustrie aus Rundholz und Sägerestholz hergestellt. Diese Produkte werden von Holzbaubetrieben auf der Baustelle zusammengebaut, teils auch in gewissen Anteilen im Werk vorgefertigt.
  • Reichweite. Holz das aus nachhaltiger Waldwirtschaft stammt ist prinzipiell dauerhaft verfügbar, denn es wird nicht mehr Holz entnommen als nachwächst. Holz das aus Primärwäldern also tropischen und borealen Urwäldern stammt sollte aus Klima- und Umweltschutzgründen nicht verwendet werden. Infos zu (1) Nachhaltiger Forstwirtschaft, (2) Raubbau, (3) Primärwäldern und (4) Ländern mit Primärwäldern und hohem Raubbaurisiko finden sich im Infoteil.

Vorketten – Transporte

  • „Die Bedeutung der Transporte für die Ökobilanz von Produkten wird heute systemisch unterschätzt“ (Holz von Hier). Standarddatensätze aus Ökobilanzen (EPD) rechnen im Grunde produktunabhängig mit 50 bis 350 km für die Vorketten. Wissenschaftliche Studien rechnen bei deutscher Produktion für Bauholzprodukte mit Transportdistanzen von 100 bis > 800 km (KVH: 175 km; BSH: 827 km; Bauholz: 104 bis 200 km; OSB: 95 bis 136 km; Spanplatte: 98 bis 200 km; Schnittholz: 104 bis 200 km; z.B. Thünen Institut).So werden die Transporte in ihrer Klima- und Umweltwirkung meist stark unterschätzt.
  • Ohne Stoffstromnachweise können im Bau und Innenausbau eingesetzte Produkte tausende von Transportkilometern zurückgelegt haben. Dies soll anhand von Stoffstromindizien aufgezeigt werden. Dies soll anhand von Stoffstromindizien aufgezeigt werden. Die Warenströme bei Rundholz, Schnittholz, KVH, BSH und Holzplatten sind heute global und ohne Herkunftsnachweis wie das Label „Holz von Hier“ kann man bei Holzprodukten die im Bau verwendet werden heute nicht automatisch davon ausgehen, dass sie aus klima- und umweltfreundlichen „kurzen Wegen“ stammen.

Nutzungsphase

  • Gesundheit. In Deutschland hergestellte verleimte Holzprodukte halten die gesetzlichen Vorgaben zu Formaldehyden, VOC und Eluaten ein. Gesundheitsrelevante Emissionen können nur aus dem verwendeten Bindemitteln bzw. Härtern stammen. Infos unter  Formaldehyde, VOC, PCP – was ist relevant bei Holzprodukten, in Beiträgen im Montagsblog. In Deutschland ist PCP verboten, für Formaldehye sind Grenzwerte festgelegt und VOC ist nicht gleich VOC. In nahezu jedem Bauprodukt oder Produkt für den Innenausbau kommen VOC vor – nicht nur in Holzprodukten. Die Art der VOC macht den Gesundheitsaspekt aus. Natürliche VOC aus Holz sind dabei in der Belastung nicht mit VOC aus künstlichen Produkten vergleichbar.
  • REACH-RISK. Das Risiko für hoch gesundheitsgefährliche Substanzen ist gering.
  • Sicherheit – Verhalten im Brandfall. Da darf man sich nicht täuschen: ob Ziegel, Beton oder Holz, jedes Gebäude kann brennen. Entscheidend für die Sicherheit im Brandfall ist welche Gesundheitsgefahren entstehen und wie standsicher ist das Gebäude. Bei natürlichem Holz entstehen keine giftigen Gase im Brandfall. Zudem ist die Standfestigkeit in Holzhäusern mit massiven tragenden Holzbalken optimal und man hat viel Zeit um das Gebäude sicher zu verlassen, denn um das Kernholz bildet sich ein Schutzmantel aus Holzkohle, der das Holzgerüst schützt und lange die Standhaftigkeit erhält. Es kann kein Sauerstoff mehr ins Holz eindringen und der Abbrand verlangsamt sich stark. Bei massiven Holzwänden und Massivholzmauern kommt dazu, dass auch die Gefahr der Selbstentzündung von z.B. Tapeten oder Vorhängen auf der anderen Wandseite stark herab gesetzt ist. So kann ein Brand nicht oder nur schwer von einem Raum auf den anderen übergreifen. Nach der Projektdatenbank wecobis des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung und der Bayerischen Architektenkammer sind Naturmaterialien wie Holz und Stein sowohl in der Nutzungsphase wie auch im Brandfall optimal gesundheitsverträglich. Bei Brand entstehen die üblichen Brandgase allerdings ohne hochtoxische Stoffe wie z.B. bei Kunststoffbränden. Mehr Info: „Brandverhalten von Materialien im Vergleich“.
  • Haltbarkeit. Alle Mauermaterialien, Holz, Ziegel, Beton, Stahlbeton usw. werden vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) mit gleicher Haltbarkeit angegeben (in der höchsten vergebenen Kategorie von > 50 Jahre). Bei allen Materialien kommt es hiebei jedoch sehr auf den konstruktiven Wandschutz an. Deshalb sollte man Wand-Dämmung-Fassade immer als baukonstruktive Einheit betrachten und nicht unabhängig voneinander bewerten. Eine Holzwand mit einer Dämmung aus nachwachsenden Rohstoffen und einer Holzfassade (z.B. aus Lärche, Douglasie, Kiefer, Thermoholz) kann so auch leicht mehrere Generation halten (es viele Holzbauten die noch aus dem Mittelalter stammen, wie z.B. die Stabkirchen in Norwegen).
  • Strapazierfähigkeit. Eine Holzwand an sich muss nicht gepflegt werden, denn sie wird, wie jede Wand, von einer Fassade geschützt, am besten einer Holzfassade.
  • Pflege. Eine Holzwand an sich muss nicht gepflegt werden, denn sie wird, wie jede Wand, von einer Fassade geschützt, am besten einer Holzfassade.
  • Reparaturfreundlichkeit. Gerade bei Holzhäusern ein herausragendes Merkmal, dass die Reparaturfähigkeit und Veränderbarkeit sehr gut ist. Einzelne Teile können einfach und gut ausgetauscht und erneuert werden.

Nachnutzung – Ist Stand und Potentiale

  • Da Holzhäuser sehr lange halten stellt sich die Frage der Nachnutzung ggf. erst Generationen später. Auch bauliche Veränderungen (z.B. Fenster, Türen Zwischenwände oder Anbauten sind gerade bei Holzhäusern sehr einfach und schnell umsetzbar. Die massiven Holzbalken und Massiven Holzmauern von Holzhäusern können auch wieder verwertet werden.
  • Das Holz aus Holzrahmenbauten ist sortenrein sowohl wieder verwertbar, als auch stofflich und energetisch nutzbar. Die Dämmstoffe sind je nach Art des Dämmstoffes nachnutzbar (z.B. Holzfaserdämmstoffe) oder nur zu entsorgen (z.B. Mineralwolle oder Kunststoffe).

Umwelt und Qualitätssiegel

  • HOLZ VON HIER Label für besonders klima- und umweltfreundliche Holzprodukte inklusive Herkunftsnachweis und Ökobilanz.
  • EPD (Umweltprodukdeklarationen) sind kein ! Umweltlabel. Die in EPD genannten Werte lassen keine Rückschlüsse darauf zu, ob das Produkt besser oder schlechter als ein anderes ist.


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Nachhaltigkeit: „Politische Programme zur Nachhaltigkeit“

Europaparlament
Bild:  Die EU hat zahlreiche Programme zur Nachhaltigkeit aufgelegt (Bild: HvH gekauft photocase, http://www.holz-von-hier.de)

Politische Programme und Handlungsinstrumente zur Nachhaltigkeit

Die Politik hat eigentlich nur zwei Möglichkeiten den Markt zu beeinflussen:

  • (1) entweder über Gesetze und Regelungen ein bestimmtes Handeln zu verbieten oder
  • (2) über Marktanreize ein bestimmtes Markt- und Konsumverhalten zu belohnen.

Viele Programme der EU haben heute den Status von Leit- oder Richtlinien, die dem Markt indirekt und direkt enormes Gewicht in der Ausführung geben, denn außer bei klaren gesetzlichen Vorgaben erfordern diese letztlich das Handeln aller Marktteilnehmer, wenn eine reale, echte Klima- und Umweltwirkung erreicht werden soll. Diese Leit- und Richtlinien der EU müssen von den nationalen Regierungen, auf Länderebene herunter gebrochen und umgesetzt werden, was in den einzelnen EU-Ländern oft sehr unterschiedlich ausfällt.

Letztlich können die Teilnehmer und Akteure des Marktes, wenn sie Klima-, Umwelt- und Ressourcenschutz ernst nehmen, nicht der Politik allein die Verantwortung zusprechen. Dies liegt an dem simplen Fakt, dass die Politik diesen Teil der Klima-, Biodiversitäts- und Ressourcen-Ziele der EU nicht regeln kann.

Soll hier tatsächlich etwas in der Realität umgesetzt werden, braucht es die Akteure und Teilnehmer auf dem Markt, also Unternehmen, Kunden und die öffentliche Hand, die entsprechend produzieren, einkaufen und beschaffen müssen.

Gesetzliche Vorgaben mit Wirkung für den Klimaschutz gibt es bisher als harte Gesetze mit entsprechenden Konsequenzen nur auf nationaler Ebene einiger Länder. Auch hier ist Deutschland Vorreiter, z.B. mit Gesetzen wie der EnEV und anderen.

Der international anerkannte Stern-Report der Weltbank skizziert vier Hauptmöglichkeiten zum Reduzieren von Treibhausgasemissionen: (1) Reduzieren der Nachfrage nach emissionsintensiven Waren und Dienstleistungen. (2) Erhöhte Effizienz, die sowohl Geld als auch Emissionen sparen kann. (3) Handeln in Bezug auf Nicht-Energie-Emissionen (z.B. die Vermeidung von Abholzung von Primärwäldern). (4) Umstellen auf kohlenstoffärmere Technologien für Leistung, Wärme und Verkehr. Das Klima- und Umweltlabel HOLZ VON HIER setzt als Best-Parctise-Beispiel an den Punkten 1, 2 und 3 an.

Die wichtigsten Beispiele für Programme zur Nachhaltigkeit auf politischer Ebene

Die wichtigsten Beispiele für Politische Programme und Handlungsinstrumente zur Nachhaltigkeit und ihre Ansatzwirkung sind im folgenden genannt und in den folgenden Montags-Blogbeiträgen näher beschrieben:

  • Klima: Kohlenstoffhandel
  • Energie: EU Nachhaltigkeitsstrategie
  • Illegaler Holzhandel: FLEGT und Due Diligence
  • Nachhaltige Waldwirtschaft
  • Primärwaldschutz: REDD+
  • Schutz der Biodiversität (ohen Primärwaldschutz): CBD, ITTA
  • Nachhaltige Waldwirtschaft
  • Ressourcenschonendes Europa – Europa 2020

Die wichtigsten Beispiele für Handlungsinstrumente zur Nachhaltigkeit auf dem Markt

Die politische Schiene ist aber nur ein Teil der Möglichkeit wie man Nachhaltigkeit umsetzen kann, und oftmals ein sehr langsamer und zäher Weg wie man an den weltweiten Klimaverhandlungen sieht. Wir vergessen oft, dass WIR es sind, wir alle, die maßgeblich dazu beitragen, ob sich Nachhaltigkeit verwirklichen lässt oder nicht.

Warten wir nicht auf Verhandlungen in Paris, Brüssel oder sonstwo, werden wir jetzt selbst aktiv. Stimmen wir mit den Füssen, den Händen, dem Kopf und dem Herzen über Nachhaltigkeit ab … indem wir uns nachhaltig verhalten und nachhaltig einkaufen.

Nachhaltiges Handeln

Nachhaltiges Handeln ist so vielfältig möglich, dass wir hier nicht anfangen wollen Beispiele aufzuzählen. Jeder kann sich überlegen was er konkret tun kann um nachhaltig zu handeln. Das fängt vielleicht bei der Energiesparlampe an hört dort aber noch lange nicht auf. Tipps zum nachhaltigen Handeln finden sich bei allen Umweltverbänden.

Aber machen Sie doch für sich, in Ihrer Familie in ihrem Freundeskreis ein Anliegen daraus. Suchen Sie was sie tun können. Machen Sie ihre Kinder und Sich zu Klimacscouts, die suchen wo und wie Sie z.B. noch Energie, Wasser, Ressoucren in Ihrer Familie sparen können.

Wenn Sie tolle Ideen gefunden haben, teilen Sie diese doch auf unserem Blog oder auf unserer Webseite http://www.holz-von-hier.de mit uns und anderen, unter der Aktion „Klimascout“ bzw. #klimascout.  Oder mailen sie uns info@holz-von-hier.de unter dem Stichwort „Klimascout“.

Einkauf nachhaltiger Produkte 

Der Einkauf nachhaltiger Produkete sollte heute eigentlich immer selbstverständlicher werden. Nachhaltige Produkte erkennen Sie z.B. an Umweltlabeln. Natürlich können auch Produkte ohne Umweltlabel nachhaltig sein, nur man erkennt es eben nicht sofort. Elf Nachhaltigkeitsaspekte werden in den folgenden Blogbeiträgen beschrieben.

Am einfachsten ist aber, achten sie beim Einkauf auf Label wie

  • HOLZ VON HIER
  • Blauer Engel
  • Natureplus
  • EU Umweltblume
  • FSC
  • PEFC
  • oder vergleichbare

 


Die gemeinnützige Initiative Holz von Hier, mit dem gleichnamigen Klima- und Umweltlabel HOLZ VON HIER, hat das Ziel einen Beitrag zu Klima-, Umwelt- und Ressourcenschutz sowie regionaler Wertschöpfung und Verbraucherschutz zu leisten. Das geht, neben politischen Vorgaben, nur über Information und nachhaltige Produkte. Wie Sie das unterstützen können, wie wir gemeinsam hier viel bewegen können und die Ziele ganz konkret umsetzen können erfahren Sie unter „aktiv werden“ bei http://www.holz-von-hier.de


Dieser Beitrag wurde für HOLZ VON HIER verfasst von G. Bruckner und P. Strohmeier.


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Bauprodukte: „Massivholzwand aus Kreuzlagenholz oder Brettsperrholz“

Schülerwohnheim Rehau
Bild: Fünfstöckiges Holzhochhaus aus reiner Holzbauweise mit Holz von Hier Nachweis (Bayern). Massive Holzmauern ermöglichen einen sehr hohen Vorfertigungsgrad im Abbundbetrieb und damit sehr kurze Bauzeiten vor Ort.

Ampelsymbol
Begleittexte zur Produktumweltampel und Holzinfomeile
Mehr Infos unter http://www.holz-von-hier.de
URL-Links

Massivholzwand aus Kreuzlagenholz oder Brettsperrholz: Informationen zu Vorketten, Nutzungsphase, Nachnutzung

Massive Holzmauern ermöglichen einen sehr hohen Vorfertigungsgrad im Abbundbetrieb und damit kurze Bauzeiten vor Ort. Sie sind auch für öffentliche Bauten, mehrgeschossige Bauten und schnelle Bauweisen die später vielfach umgenutzt werden sollen oder müssen sehr geeignet. Im Bild ein 5-stöckiges Holzhochhaus in reiner Holzbauweise mit Kreuzlagenholz (mit Hoz von Hier Nachweis).

Vorketten – Rohstoffe

  • Grundrohstoffe im Produkt. Kreuzlagenholz besteht aus Balken (in der Regel Nadelholz) die miteinander fest verleimt, mit Holzdübeln verbunden, verschraubt oder mit Stahlstiften (in das Holz „geschossen“) zu einer festen Holzmauer verbunden sind.
  • Rohstoffgewinnung, Zwischenprodukte, Halbwaren. Grundrohstoff ist Rundholz aus dem Wald, diese wird in Sägewerken zu Schnittholzbalken und in spezialisierten Betrieben zu Kreuzlagenholz weiter verarbeitet. In diesen Betrieben findet großteils auch der Abbund statt also die Vorfertigung von passgenauen Fertigbauwänden für die Baustelle.
  • Reichweite. Holz das aus nachhaltiger Waldwirtschaft stammt ist prinzipiell dauerhaft verfügbar, denn es wird nicht mehr Holz entnommen als nachwächst. Holz das aus Primärwäldern also tropischen und borealen Urwäldern stammt sollte aus Klima- und Umweltschutzgründen nicht verwendet werden.

Vorketten – Transporte

  • „Die Bedeutung der Transporte für die Ökobilanz von Produkten wird heute systemisch unterschätzt“ (Holz von Hier). Standarddatensätze aus Ökobilanzen (EPD) rechnen im Grunde produktunabhängig mit 50 bis 350 km für die Vorketten. So werden die Transporte in ihrer Klima- und Umweltwirkung meist stark unterschätzt.
  • Ohne Stoffstromnachweise können im Bau und Innenausbau eingesetzte Produkte tausende von Transportkilometern zurückgelegt haben. Dies soll anhand von Stoffstromindizien aufgezeigt werden. (1) Beispiel VORPRODUKTE: selbst die Warenströme bei Rundholz und Schnittholz sind heute global und ohne Herkunftsnachweis (z.B. „Holz von Hier“) kann man auch beim Holz nicht automatisch davon ausgehen, dass es aus „kurzen Wegen“ stammt. (2) Beispiel PRODUKT SCHITTHOLZ: Schnittholz wird in Deutschland hergestellt aber auch importiert, teilweise mit Hölzern unbekannter Herkunft oder möglicherweise sogar aus Raubbau. Schnittholz mit den Label „HOLZ VON HIER“ Label zeichnet besonders klima- und umweltfreundliche Produkte der kurzen Wege, mit Rundholz aus heimischen nachhaltig bewirtschafteten Wäldern aus. Aufgrund des hohen Transportgewichtes der Massivholzmauerteile und aufgrund der Tatsache, dass die Hausteile hier vorab im Werk mit CNC Maschinen baustellenfertig vorgeformt werden sind die Transportkilometer bis zur Baustelle („A4“) hier wohl eher überschaubar.

Nutzungsphase

Gesundheit. In Deutschland hergestellte verleimte Holzprodukte halten die gesetzlichen Vorgaben zu Formaldehyden, VOC und Eluaten ein. Gesundheitsrelevante Emissionen können nur aus dem verwendeten Bindemitteln bzw. Härtern stammen. Info „Formaldehyde, VOC, PCP und CO – was ist relevant bei Holzprodukten“.

REACH-RISK. Das Risiko für hoch gesundheitsgefährliche Substanzen ist gering.

Sicherheit – Verhalten im Brandfall. Da darf man sich nicht täuschen: ob Ziegel, Beton oder Holz, jedes Gebäude kann brennen. Entscheidend für die Sicherheit im Brandfall ist welche Gesundheitsgefahren entstehen und wie standsicher ist das Gebäude. Bei natürlichem Holz entstehen keine giftigen Gase im Brandfall. Zudem ist die Standfestigkeit in Holzhäusern mit massiven tragenden Holzbalken optimal und man hat viel Zeit um das Gebäude sicher zu verlassen, denn um das Kernholz bildet sich ein Schutzmantel aus Holzkohle, der das Holzgerüst schützt und lange die Standhaftigkeit erhält. Es kann kein Sauerstoff mehr ins Holz eindringen und der Abbrand verlangsamt sich stark. Bei massiven Holzwänden und Massivholzmauern kommt dazu, dass auch die Gefahr der Selbstentzündung von z.B. Tapeten oder Vorhängen auf der anderen Wandseite stark herab gesetzt ist. So kann ein Brand nicht oder nur schwer von einem Raum auf den anderen übergreifen. Nach der Projektdatenbank wecobis des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung und der Bayerischen Architektenkammer sind Naturmaterialien wie Holz und Stein sowohl in der Nutzungsphase wie auch im Brandfall optimal gesundheitsverträglich. Bei Brand entstehen die üblichen Brandgase allerdings ohne hochtoxische Stoffe wie z.B. bei Kunststoffbränden. Mehr Info: „Brandverhalten von Materialien im Vergleich“.

Haltbarkeit. alle Mauermaterialien, Holz, Ziegel, Beton, Stahlbeton usw. werden vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) mit gleicher Haltbarkeit angegeben, in der höchsten vergebenen Kategorie von > 50 Jahre. Bei allen Materialien kommt es hierbei jedoch sehr auf den konstruktiven Wandschutz an. Deshalb sollte man Wand-Dämmung-Fassade immer als baukonstruktive Einheit betrachten und nicht unabhängig voneinander bewerten. Eine Holzwand mit einer Dämmung aus nachwachsenden Rohstoffen und einer Holzfassade (z.B. aus Lärche, Douglasie, Kiefer, Thermoholz) kann so auch leicht mehrere Generation halten. Es gibt viele Holzbauten die noch aus dem Mittelalter stammen, wie z.B. die Stabkirchen in Norwegen.

Strapazierfähigkeit. Eine Holzwand an sich ist genauso strapazierfähig wie jede ande Wand.

Pflege. Eine Holzwand an sich muss nicht gepflegt werden, denn sie wird, wie jede Wand, von einer Fassade geschützt, am besten einer Holzfassade.

Reparaturfreundlichkeit. Gerade bei Holzhäusern ein herausragendes Merkmal, dass die Reparaturfähigkeit und Veränderbarkeit sehr gut ist.

Nachnutzung – Ist Stand und Potentiale

  • Da Holzhäuser sehr lange halten stellt sich die Frage der Nachnutzung ggf. erst Generationen später. Einzelne Teile können einfach und gut ausgetauscht und erneuert werden. Auch bauliche Veränderungen (z.B. Fenster, Türen Zwischenwände oder Anbauten sind gerade bei Holzhäusern sehr einfach und schnell umsetzbar.
  • Die massiven Holzbalken und Massiven Holzmauern von Holzhäusern können auch wieder verwertet werden.
  • Das Holz aus Massivholzhäusern kann sortenrein sowohl wiederverwertbar, als auch stofflich und energetisch nutzbar sein.

Umwelt und Qualitätssiegel

  • HOLZ VON HIER Label für besonders klima- und umweltfreundliche Holzprodukte inklusive Herkunftsnachweis und Ökobilanz.
  • EPD (Umweltprodukdeklarationen) sind kein Umweltlabel, sondern vergleichbar. Die in EPD genannten Werte lassen keine Rückschlüsse darauf zu, ob das Produkt besser oder schlechter ist, als ein anderes.


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Nachhaltigkeit: „Der Begriff Nachhaltigkeit“

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Bild: Unser Erde – die einizige die wir alle gemeinsam haben. (Bild: B&S gekauft, Touristenshop NASA Center)

Die ursprüngliche Definition von Nachhaltigkeit

Im Jahr 1983 gründeten die Vereinten Nationen die WCED (World Commission on Environment and Development). Der Bericht der Kommmission (Brundtland-Bericht) von 1987 „Unsere gemeinsame Zukunft“ prägte die internationale Debatte über Entwicklungs- und Umweltpolitik maßgeblich sowie den heutigen Begriff der nachhaltigen Entwicklung. UN-Weltkommission (WCED) verstand unter „Nachhaltigkeit“ vor allem den schonenden Umgang mit Natur und Ressourcen. Nachhaltigkeit wurde auch im Sinne zukünftiger Generationen verstanden. Es soll, so hies es, darauf geachtet werden, sich so zu verhalten, dass „die Bedürfnisse heutiger Generationen befriedigt werden können, ohne die Chancen zukünftiger Generationen zu gefährden. Der zentrale Ansatzpunkt für Nachhaltigkeit war (und unserer Ansicht nach ist) aber der schonende Umgang mit den Ressourcen und mit der Umwelt. Die durch den Brundtlandt-Bericht der Vereinten Nationen geprägte Definition nachhaltiger Entwicklung gilt heute als die meist gebrauchte Definition von Nachhaltigkeit.

Das 3-Säulen-Modell

Der Deutsche Bundestag setzte 1995 die „Enquetekommission Schutz des Menschen und der Umwelt“ ein. Die Kommission definierte für das Leitbild nachhaltiger zukunftsverträglicher Entwicklung drei Dimensionen, für die sie Regeln vorschlug: ökologische, ökonomische und soziale Dimension. Die deutsche Enquetekommission propagierte damit oft verwendete 3-Säulenmodell der Nachhaltigkeit: Ökologie, Ökonomie, Soziales. Folgende Managementregeln wurden von der Kommission für die ökologische Dimension der Nachhaltigkeit formuliert. Die Nutzung einer Ressource darf auf Dauer nicht größer sein als die Rate ihrer Erneuerung oder die Rate des Ersatzes ihrer Funktionen. Die Freisetzung von Stoffen darf auf Dauer nicht größer sein als die Tragfähigkeit bzw. Aufnahmefähigkeit der Umwelt. Gefahren und unvertretbare Risiken für Menschen und Umwelt sind zu vermeiden. Das Zeitmaß menschlicher Eingriffe in die Umwelt muss in einem ausgewogenem Verhältnis zu der Zeit stehen, welche die Umwelt zur Selbststabilisierung benötigt.

Die „Nachhaltigkeitsinflation“

Heute ist „Nachhaltigkeit“ ein immer stärker inflationär verwendeter Begriff. Was meinen wir heute, wenn wir von Nachhaltigkeit sprechen? Das ist gar nicht so einfach zu beantworten, denn der Begriff der Nachhaltigkeit wird heute inflationär verwendet, die Definition bzw. Auslegung ist je nach Interessengruppe sehr unterschiedlich. Wenn zwei Interessengruppen heute über Nachhaltigkeit sprechen, kann sehr Unterschiedliches gemeint und die 3-Säulen der Nachhaltigkeit (Ökonomie, Ökologie, Soziales) können sehr unterschiedlich gewichtet sein. Es wurden sogar ernsthafte wissenschaftliche Diskurse dazu geführt, wie weit „nachfolgende Generationen“ definiert sein soll (ein, zwei, drei oder mehr ?) oder ob dies weltweit gelten soll und kann. Das entfernt sich sehr weit vom ursprünglichen Sinn der nachhaltigen Entwicklung nach dem Ansatz der UN-Weltkommission.

„Green washing – Nachhaltigkeit“

Die ökologische Dimension der Nachhaltigkeit verliert systemimmanent an Gewicht, was völlig vernachlässigt, dass sie die eigentlich treibende Kraft der Nachhaltigkeit ist. Oft sind ökologische und soziale Dimension untergewichtet.

Vor allem fehlt heute oft das Verständnis dafür, was die Intention der UN-Weltkommission war. Dass es um nichts weniger als die Sicherung der Lebensgrundlagen der jetzigen Menschen und aller nachfolgenden Generationen überall auf der Welt geht und dass dies nur durch den verantwortlichen Umgang mit Ressourcen wie Wasser, Boden, Rohstoffe und durch den Schutz von Klima und Umwelt erreicht werden kann.

Auch die soziale und ökonomische Komponente war nicht als gleich gewichteter Selbstzweck gedacht, sondern als im Dienst des Zieles eines schonenden und verantwortlichen Umganges mit den weltweiten Ressourcen stehend. Heute werden diese beiden Komponenten vielfach aus dem ursprünglichen Zusammenhang gerissen und als eigenständig der „ökologischen“ Dimension gegenüber gestellt.

Die „ökologische Dimension“ ist aber auch heute faktisch die Driving Force für die anderen Dimensionen. Rohstoffknappheiten beeinflussen die Wirtschaft maßgeblich und Rohstoffausbeutung schafft soziale Ungerechtigkeiten bis hin zu Flüchtlingsströmen und Umweltkriegen. Durch die Schädigung der Umwelt selbst entstehen soziale und ökonomische Nachteile. Soziale Gerechtigkeit und ökonomische Stabilität sind kein isolierter Selbstzweck, sondern basieren maßgeblich auf umweltschonendem Verhalten. Diese Effekte, die sich an Negativbeispielen zeigen (Umweltflüchtlinge, Nutzungskonkurrenzen um Ressourcen etc.), wurden damals bei der Definition der Nachhaltigkeit schon mit Sorge diskutiert. Diese Bedeutungsverschiebung zulasten der Umwelt in einem verbreiteten Verständnis von Nachhaltigkeit kritisieren inzwischen auch viele Wissenschaftler.

Ohne eine intakte Umwelt ist weder Wirtschaft noch soziale Gerechtigkeit möglich und darum ist Nachhaltigkeit vor allem Klima-, Umwelt- und Ressourcenschutz.

 


Die gemeinnützige Initiative Holz von Hier, mit dem gleichnamigen Klima- und Umweltlabel HOLZ VON HIER, hat das Ziel einen Beitrag zu Klima-, Umwelt- und Ressourcenschutz sowie regionaler Wertschöpfung und Verbraucherschutz zu leisten. Das geht, neben politischen Vorgaben, nur über Information und nachhaltige Produkte. Wie Sie das unterstützen können, wie wir gemeinsam hier viel bewegen können und die Ziele ganz konkret umsetzen können erfahren Sie unter „aktiv werden“ bei http://www.holz-von-hier.de


Dieser Beitrag wurde für HOLZ VON HIER verfasst von G. Bruckner und P. Strohmeier.