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Baumartensteckbrief – Zwetschge

Zwetschge-Header

Zwetschge (Prunus domestica) – Überblick

Verwendung: Schnittholz, Furnier, Möbel, Interieur/Drechselwaren; Frucht essbar. Leider verschwinden die schönen für die Biodiversität wichtigen Obsthochstämme immer mehr, das Holz wird bei uns leider immer noch zu oft minderwertig als Brennholz genutzt.

Holzeigenschaften: Holz dicht, fest, hart, lässt sich gut pollieren, sehr interessante Farben (rosa, rötlich, violett bis braun). Wird selten angeboten.

Vorkommen: die Kulturform ist in ganz Europa, Asien, Nord- und Südamerika, Südafrika, Australien beheimatet (ursprünglich vemutlich aus Zentralasien). Daher Holz von Hier Zertifikat nachfragen.

Kurzportrait zum Baum

Die Zwetschge wächst strauchförmig oder als bis zu 8 m hoher Baum mit oft sparrigem Wuchs und fast glatter, graubrauner Rinde. Zwetschgenbäume erreichen selten Durchmesser von über 80 cm, meistens nur von 50 bis 60 cm. Das Alter der Zwetschge erreicht selten 100 Jahre oder darüber. Junge Triebe sind grünlich, sonnenseits rötlich, kahl und mit sehr kleinen Korkwarzen besetzt. Die Winterknospen sind spitz bis eiförmig, braun, bis zu 1,5 mm lang und oft zu mehreren (bis zu vier) zusammen an den seitlichen Trieben sitzend. Die Blätter sind breit elliptisch, oberseits dunkel- und unterseits hellgrün. Die Blüten sind groß und grünlich weiß, zu 2 bis 4 in Büscheln angeordnet. Die blauschwarzen (Zwetschge, Pflaume) oder gelben (Mirabelle) Steinfrüchte besitzen je nach Sorte oder Kulturrasse ein mehr oder weniger festes, saftiges Fruchtfleisch. Fruchtreife ist vom August bis in den Oktober.

Standortpräferenzen

Die Zwetschge ist nur als Kulturpflanze oder höchstens verwildert bekannt. Über ihren Ursprung wird spekuliert. Vermutlich ist sie aus der Wildform von Prunus cerasifera (Kirschpflaume) hervorgegangen. Diese stammt aus dem Gebiet Zentralasiens. Die Zwetschge ist als Kulturpflanze weit verbreitet über ganz Europa, Asien, Nord- und Südamerika (Chile), Südafrika und Australien. Sie wird als Fruchtbaum vom Menschen gefördert und verbreitet. Verwildert findet man die Zwetschge in Hecken, Waldrändern und städtischen Bracheflächen. Die Zwetschge ist wärmebedürftig und frostempfindlich, jedoch nicht so stark wie Aprikose, Pfirsich oder Mandel (gleiche Pflanzengattung). Zu den Anbaugebieten in Bayern zählen besonders die Böden auf Keuper und Muschelkalk. Jedoch kommt die Zwetschge auch mit einer Vielzahl anderer Bodentypen sehr gut zurecht.

Waldbauliche Behandlung

Die Zwetschge wird bisher nicht im Waldbau eingesetzt, vielmehr wird sie als Obstgehölz in Gärten, auf Streuobstwiesen und in Obstplantagen angebaut. Kultursorten werden vegetativ durch Pfropfung vermehrt. Obwohl das Holz sehr gefragt und gut bezahlt ist, wird sie forstlich nicht angepflanzt oder gefördert.

Sonstiges zur Verwendung                

Das Holz der Pflaume ist dicht, fest und hart. Es ist schwer spaltbar, eignet sich jedoch sehr gut zum Schnitzen und Drechseln, da es durch die Farben (rosa, rötlich, violett bis Brauntöne) sehr interessant gezeichnet ist. Insgesamt lässt es sich gut bearbeiten und polieren. Das Holz wird verwendet für Furniere, Möbel, Drechsel- und Schnitzarbeiten, sowie edle Innenausbauten (Boote und Autos). Starkes Stammholz wird selten angeboten, da die Zwetschgen ab einem Alter von ca. 60 Jahren einen fauligen Kern bekommen, oft auch schon in jungen Jahren von Spechten bearbeitet werden und dadurch lokale Wasserschäden im Holz besitzen.

 

Mehr zum Thema

Jeden Montag gibt es einen neuen Baumartensteckbrief.
Mehr zum Thema Holzarten und Holzverwendung finden Sie auf der HOLZ VON HIER APP (www.bit.ly/hvh-APP) oder unter http://www.holz-von-hier.de

Mitmachen bei „Wald-Wege zur Vielfalt“

Sind Sie Waldbesitzer, eine Kommune mit Wald, ein Landschaftspflegeverband oder sonstige Organisation, die Wald oder Grünflächen bewirtschaftet, dann nutzen Sie die Plattform „Wald – Wege zur Vielfalt“, um Interessenten für weniger gängige Baumarten und Sortimente zu finden.

Diese (GIS basierte ) Plattform baut Holz von Hier mit einen Arbeitskreis von Forstexperten auf. Das begleitende gemeinnützige Projekt mit ein Titel „Wald-Wege zur Vielfalt“ wird unterstützt vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) und der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) in Rahmen des deutschen Bundesprogramms „Biologische Vielfalt“. Mehr zum Projekt unter http://www.holz-von-hier.de.

Bei Interesse an einer Teilnahme schicken Sie uns einfach eine Mail mit Ihren Kontaktdaten an info@holz-von-hier.de (Stichwort: Wald-Wege zur Vielfalt).

 

 

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Baumartensteckbrief – Weymouthskiefer . Strobe

Strobe-Weymouthkiefer-Header

Weymouthskiefer (Strobe; Pinus Strobus) – Überblick

Verwendung: Schnittholz, Außenholz, Außenbau, Verpackungen, Paletten, sonstiges (z.B. Schiffs-, Bootsbau).

Holzeigenschaften: Holz harzreich, dennoch leicht, zudem leicht bearbeitbar, dennoch von fester Struktur. Splint weiß, Kern rötlich bis braun.

Vorkommen: seit dem 16. Jahrhundert in Europa, ursprünglich aus Nordamerika. Deshalb Holz von Hier Zertifikat nachfragen.

Kurzportrait zum Baum

Im natürlichen Verbreitungsgebiet wird die Strobe ein bis zu 65 m hoher Baum, bei einem maximalen Stammdurchmesser von 4 m und einem Höchstalter von etwa 450 Jahren. Die Kronenform der jungen geradwüchsigen Bäume ist ungefähr kegelförmig, im Alter wird der Baum zunehmend breiter und besitzt eine flache Krone. Die Äste sind horizontal abstehend. Die Rinde ist schwarzgrau, die Borkenbildung setzt relativ spät an. Sie ist längsrissig und tief gefurcht. Die jungen Triebe sind relativ dünn, biegsam und leicht grünlich. Unter den Ansatzstellen der Nadeln stehen kleine Haare, die mit der Zeit abfallen. Die in 5-nadelige Kurztrieben sitzenden Nadeln sind mit 5 cm bis 14 cm relativ lang, sehr dünn und biegsam. Die Männlichen Blüten sind bis zu 7 mm groß und eiförmig. Die weiblichen hellroten Blüten stehen aufrecht einzeln oder zu viert nahe der Langtriebspitzen. Die Zapfen sind braun, 9 bis 20 cm lang und bis zu 4 cm dick. Die Strobe bildet im allgemeinen eine kräftige Pfahlwurzel aus.

Standortpräferenzen

Das natürliche Verbreitungsareal der Strobe ist der Nordosten des Nordamerikanischen Kontinents. Von dort gelangte sie schon im 16. Jahrhundert nach Europa. Die Strobe kommt mit warmem Klima ebenso gut zurecht wie mit kühlen Regionen der Mittelgebirge. Sie benötigt jedoch einen leichten Grundwasseranschluss oder regenfeuchte lagen und meidet zu trockene Standorte. Die Strobe bevorzugt sehr feuchte, tiefgründige, sandig-lehmige, silikatische, quarzreiche oder podsolierte Böden genauso, wie humusreiche saure Böden mit hohem Braunerdeanteil.

Waldbauliche Behandlung

Wegen ihres raschen Wachstums und der vielseitigen Verwendbarkeit des Holzes wurde sie rasch in Europa zu einer forstlich interessanten Waldbaumart, auch wegen ihrer geringen Bodenansprüche. Der von Ribes-Arten (z.B. Johannisbeerbüschen) im Wirtswechsel übertragene Rostpilz (Cronaricum ribicola) verursacht jedoch die verheerende Blasenrostkrankheit, die zum Absterben des Baumes führen kann. Der Blasenrost verursacht an den Stämmen und Ästen blasige Wucherungen, aus denen gelbe bis hellrote Pilzsporen ausbrechen. Diese befallen im Frühsommer als Zwischenwirt die Ribes-Arten, wo der Pilz erneut Sporen bildet. Schließlich bilden sich wieder Sporen, die auf den umstehenden Stroben weitere Infektionen verursachen. Trotz intensiver Züchtungsbemühungen zu resistenten Rassen wird der Anbau dieser wirtschaftlich und waldbaulich wertvollen Baumart momentan nicht empfohlen.

Sonstiges zur Verwendung

Das Splintholz ist fast weiß, der Kern leicht rötlich bsi braun. Das Holz ist harzreich, sehr leichten und besitzt eines der geringsten spezifischen Gewichte der in Mitteleuropa wachsenden Waldbaumarten. Es ist leicht bearbeitbar und dennoch von fester Struktur.

 

Mehr zum Thema

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Baumartensteckbrief – Walnuss

Walnuss-Header

 

Walnuss (Juglans regina) – Überblick

Verwendung: Schnittholz, Furnier, Möbel und Innenausbau, Interieur, Drechslerware, Musikinstrumentenbau, sonstiges wie Kunsthandwerk, Gewehrschäfte  u.a.

Holzeigenschaften: Holz feinfasering und hart, gute Festigkeitseigenschaften, beigefest, schwindet wenig und arbeitet wenn es trocken ist kaum noch, ist also sehr formstabil. Die schöne dunkle Maserung des Walnussholzes machen es wertvoll und gefragt. Es wird jedoch eher selten angeboten.

Vorkommen: der schon seit der Römerzeit bei uns und in ganz Mitteleuropa klutivierte Baum stammt aus dem Mittelmeergebiet, dem Kaukauss und Zentralasien, sein natürliches Verbreitungsareal reicht bis in den Himalaya. Daher: immer Holz von Hier Zertifikat nahcfragen.

Kurzportrait zum Baum

Walnussbäume können in Mitteleuropa Höhen zwischen 15 und 25 m (max. 30 m) erreichen. Die Stammdurchmesser betragen zwischen 60 und 80 cm (max. 2 m). Walnussbäume werden im Mitteleuropa etwa 200 bis 300 Jahre alt (am Naturstandort in Zentralasien bis zu 600 Jahre). Die Krone ist besonders im Freistand weit ausladend und starkastig. Die Rinde ist anfangs glatt und aschgrau, im Alter wird eine schwarzgraue, tief-längsrissige Borke gebildet. Junge Triebe sind anfangs behaart, grün bis braun mit hellen Korkwarzen. Ältere Triebe haben auffällig große Blattnarben. Die Winterknospen besitzen braunbehaarte Schuppenblätter und sind von rundlicher Form. Die Blätter sind wechselständig und unpaarig gefiedert, das Laub entfaltet sich erst, wenn andere Bäume bereits voll beblättert sind. Die Blätter riechen aromatisch. Die Blüten sind einhäusig verteilt, die männlichen in vielblütige Kätzchen, die weiblichen einzeln oder bis zu fünft in ährigen Blütenständen. Die Früchte (Steinfrüchte) bestehen aus einer sich ablösenden grünen Schale und dem verholzten Steinkern. Die Fruchtreife ist im Oktober. Der größte Fruchtertrag liegt bei einem Alter von 40 bis 50 Jahren. Die Walnuss besitzt ein tiefreichendes Pfahl-Herzwurzel­system.

Standortpräferenzen

Der schon zur Römerzeit bei uns kultivierte Baum stammt aus dem östlichen Mittelmeergebiet, dem Kaukasus und Zentralasien. Sein natürliches Verbreitungsareal reicht bis in den Himalaya, wo er in Höhen bis 3500 m gedeiht. In Mitteleuropa verwildert er in frischen, eichenreichen Mischwäldern. Relativ häufig ist er im submontan-kollinen Edellaubbaummischwald zu finden, besonders in der Umgebung von Weinbaugebiet. Der Walnussbaum wächst im Gebirge bis in 750 m Höhe mit guter Holzleistung. In den Alpen ist er in maximal 1200 m Höhe noch anzutreffen. Der Walnussbaum ist winterfrost- sowie spätfrostempfindlich und bevorzugt daher warme wintermilde und sommerwarme, nicht zu niederschlagsarme Lagen. Er gedeiht gut auf frischen, nährstoff- und basenreichen Kalk-Lehmböden und ist bodenanspruchsvoll.

Waldbauliche Behandlung

Meist wächst der Nussbaum als Einzelbaum in Gärten, Parks, der Feldflur oder als Alleebaum, stellenweise auch verwildert. Trotz der hohen Wertschätzung seines Holzes fand er bisher kaum in der forstlichen Edellaubholzwirtschaft Eingang. In Plantagen und auf Obstwiesen wird er für die Nussernte angebaut, allerdings gezüchtet als Halbstamm. In der Jugend verträgt der Walnussbaum noch Schatten. Nach langsamem Jugendstart ist er vom 5. Jahr an ziemlich raschwüchsig. Starke Durchmesser (bis 1 m) werden nur im Freistand erreicht. Ab einem Alter von 120 Jahren sind die Zuwächse stark rückgängig. In der Mischung mit anderen Laubbaumarten ist der Nussbaum nur schwach zuwachskräftig. Die Nachzucht ist in reinen Gruppen und Horsten zweckmäßig, da die Eiche und Buche gegenüber dem Walnuss stark konkurrieren. Es ist auf die geeignete Sortenwahl zu achten, da es viele unterschiedliche Varietäten gibt. Kleinfrüchtige Wildformen sollen weniger frostempfindlich sein.

Sonstiges zur Verwendung

Der Nussbaum liefert eines der wertvollsten und best bezahlten Nutzhölzer unserer einheimischen Baumarten. Auch stärkere Äste sind noch verwertbar. Er liefert auch gutes Brennholz. Die Wertleistung ist hoch, besonders in Wärme liebenden Laubmischwäldern (Föhngebiete). Der schmale helle Splintholzbereich ist stark abgesetzt vom schwarzbraunen bis rötlichbraunen, dunkel gemaserten Kernholz. Besonders die dunkle Maserung machen es so gefragt und wertvoll. Das Nussbaumholz ist feinfaserig und hart. Es besitzt gute Festigkeitseigenschaften und ist biegefest. Es schwindet wenig und arbeitet, wenn es trocken ist, kaum noch. Unter Witterungseinfluss ist es wenig dauerhaft, unter Wasser dagegen haltbar. Es ist gut und sauber zu bearbeiten. Für Maserfurniere werden meist die unteren, knollenartig verdickten Stammabschnitte (Maserknollen) verwendet. Starke oder wertvolle Stämme werden deshalb oft mit dem Wurzelstock ausgegraben. Das Holz wird verwendet für den Möbelbau (i.d.R. als Furniere), im Musikinstrumentenbau, im Kunsthandwerk (z.B. Gewehrschäfte) sowie für spezielle Anwendungen im Innenausbau. Gesucht ist das Nussbaum-Wurzelholz bei der Inneneinrichtung von Segelyachten, Sport- oder Luxusautos. Großkronige Fruchtbäume liefern jährlich bis 100 kg (max. 150 kg) Nüsse.

 

Mehr zum Thema

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Baumartensteckbrief – Weide . Weidenarten

Weiden-Header

Weide (diverse Arten; Salix spec.) – Überblick

Verwendung: Transportkisten, Schachteln, Brennholz, Korbflechterei. (Weidenplantagen als schnellwachsendes  Brennholz nutzbar).

Holzeigenschaften: Holz weich, leicht, ähnlich dem Pappelholz, nicht im Außenbereich verwendtbar.

Vorkommen: von den zahlreichen Wiedenarten in Mitteleuropa haben eigentlich nur die Silberweide (Salix alba) und die Bruchweide (Salix fragilis) forstliches und holztechnisches Potential, werden jedoch bei uns kaum noch genutzt. Die Silberwiede kommt in ganz Europa mit Ausnahme von Island, Großbritannien und Skandinavien vor. Daher: immer das Holz von Hier Zertifíkat nachfragen.

Kurzportrait zum Baum

Von den in Mitteleuropa vorkommenden zahlreichen Weidenarten besitzt eigentlich nur die Silberweide (= Weißweide, Salix alba) und die Bruchweide (Salix fragilis) oder deren Kreuzung (Salix x rubens) eine forstliche oder holztechnische Bedeutung, da diese zu max. 20 m hohen Bäumen wachsen. Die Silberweide kann bis zu 200 Jahre alt werden, Bruchweiden höchstens 150 Jahre. Waldbaulich kann auch noch die Salweide (Salix caprea) eine Bedeutung besitzen. Andere Weidenarten werden nur Sträucher und dienen zur Ufersicherung von stark dynamischen Fließgewässern (z.B. Mandelweide, Purpurweide, Korbweide) oder zur Korbflechterei (wobei heute der größte Teil der Rohwaren importiert wird). Die Rinde der Silber- und Bruchweide ist anfangs noch glatt, später bildet sich eine tief gefurchte und längsrissige Borke aus. Die jungen Triebe der Silberweide sind anfangs leicht befilzt, später kahl und olivbraun. Die der Bruchweide sind kahl und glänzend. Die Winterknospen der beiden Weidenarten sind eng am Zweig angelegt und dunkel- bis ockerbraun. Die Silberweide besitzt schmale, lanzettlich zugespitzte, bis 10 cm lange und bis 1,5 cm breite Blätter, die unterseits einen silbrig-grauen seidigen Filz besitzen. Der Blattrand ist leicht gezähnt. Die Laubblätter der Bruchweide sind nicht behaart, bis 17 cm lang, ebenfalls lanzettlich und lang zugespitzt. Die beiden Weidenarten blühen schon im März bis April und samen schon Ende Mai aus.

Standortpräferenzen

Die Silberweide kommt in ganz Europa mit Ausnahme Islands, der britischen Inseln und Skandinaviens vor. Im Osten reicht ihr Areal bis zum Ural. Vom Flachland bis in die montanen Höhenlagen verbreitet. Die Bruchweide ist in Süd-, Mittel- und Osteuropa, Kleinasien, Nordpersien, West- und Mittelsibirien verbreitet. Die Silberweide verträgt keine extremen Spätfrostlagen, da sie schon früh im Jahr austreibt und blüht. Die Bruchweide ist von ihren Klimaansprüchen ähnlich. Die optimalsten Wuchsorte der beiden beschriebenen Weidenarten sind tiefgründige, feuchte bis nasse Schlick- und Schwemmlandböden in Höhenlagen bis ca. 700 m. Die Salweide (Salix caprea) verträgt auch trockene Waldböden.

Waldbauliche Behandlung

Neben den Pappeln gehören die Weiden zu den raschwüchsigsten heimischen Baumarten und werden (wenn forstlich bisher überhaupt eingesetzt) gerne als Vorwaldarten genutzt. Die Wuchsleistungen der Silberweide sind beträchtlich. Mit 30 Jahren werden bereits Baumhöhen von über 20 m erreicht. Die Massen- und Volumenerzeugung liegt auf besten Standorten ähnlich hoch wie die der Hybridpappeln. Besonders auf sehr feuchten oder nassen Standorten sind sie (neben der Erle) die geeignetste Baumart. Ihr eigentlicher Standort ist der Silberweiden-Auenwald, der Eschenmischwald und der Grauerlenwald (im Alpenvorland). Die baumförmigen Weidenarten (Silberweide, Salweide, Bruchweide) besitzen im Vorwald oder auf großen Kahlschlag- bzw. Sturmflächen eine große Bedeutung wegen ihrer Wüchsigkeit und der damit einhergehenden Möglichkeit zum schnellen Unterbau von Halbschattenarten oder frostempfindlichen Edellaubarten – sofern der Boden für die Weiden feucht genug ist. Die Salweide ist auf trockenen Standorten noch gut wüchsig und ist daher für die Wiederaufforstung von Sturm- oder Käferlöchern besonders geeignet. Im Alter ab etwa 80 Jahren werden Weidenstämme häufig hohl oder sind von Kernfäule befallen.

Sonstiges zur Verwendung

Weidenholz ist weiß oder weißlich-gelb und besitzt nur selten einen abgetrennten Farbkern. Das weiche und relativ leichte Holz wird für ähnliche Zwecke wie das Pappelholz verwendet, z.B. für Transportkisten und Schachteln, Transportpaletten (Einwegpaletten), sowie als Blindholz in mehrschichtigen Leimholzbrettern. Es ist von geringer Dauerhaftigkeit und wird daher nicht im Außenbereich verwendet. Als Brennstofflieferant ist das Weidenholz geeignet, wenn auch mit niedrigerem Brennwert als bei den Hartlaubhölzern. Für die Biomasseproduktion gewinnen die kurzumtriebigen Weidenplantagen (Umtriebszeiten von 3 bis 5 Jahren) in Zukunft eine höhere Bedeutung. Hier werden die bis zu 5 m langen und 2 cm starken Triebe mit Großmaschinen regelmäßig abgeerntet. Die Pflanzen schlagen anschließend an der Stammbasis wieder reichhaltig aus.

 

Mehr zum Thema

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Baumartensteckbrief – Wacholder

WacholderHeader

 

Wacholder (Juniperus communis) – Überblick

Verwendung: eher im Nicht-Holzproduktbereich. Drechselware, sonstiges (z.B. Möbelrestauration, Räucherholz). Die Beeren werden als Gewürz, Heilmittel und die Schnapsbrennerei genutzt. Die Beerenzapfen enthalten hohe Zuckergehalte und ätherische Öle.

Holzeigenschaften: nur Drechselholz, Holz weich aber zäh, harzfrei, feinfaserig, angenehm duftend, sehr dauerhaft, elastisch.

Vorkommen:  Europa, Asien, Nordamerika.

Kurzportrait zum Baum /Strauch

Der Wacholder ist ein immergrüner Nadelbaum, der bis zu 15 m hoch werden kann. Der als Baum (mit max. Durchmessern von 50 cm) stark säulenförmig wachsende Wacholder kann bis zu 2000 Jahre alt werden! Meistens wächst der Wacholder aber als ein bis zu 6 m hoher Strauch. Der Hauptstamm dieser Strauchform ist selten über 2,5 m lang und maximal 15 cm dick. Das Dickenwachstum beträgt nur 1 mm pro Jahr, in den alpinen oder polaren Regionen oft auch nur ein Zehntel davon. Die Borke ist rötlichbraun bis grau, längsrissig und dünn in papierartigen Streifen abblätternd. Die Äste sind oft nur kurz und im spitzen Winkel vom Stamm abzweigend. Die jungen Triebe sind hellgrün und fast 3eckig. Die Nadeln sind stachelspitzig und sitzen mit einem breiten Grund auf den Zweigen. Die Blüten sind eingeschlechtig und zweihäuig (!). Sie sitzen an vorjährigen trieben. Die männlichen Blüten sind bis zu 5 mm lang, leicht elliptisch, gelb und bestehen aus mehreren Staubblattwirteln. Die weiblichen Blütenstände sitzen aufrecht, sind unscheinbar grün und besitzen knorpelige Schuppen. Die Beerenzapfen sind oval bis kugelig und von anfangs grün später ins dunkelblau umfärbend. Die Beerenreife benötigt zwei bis drei Jahre. Der Wacholder besitzt ein tiefreichendes Wurzelsystem. Die beiden Wuchsformen des Wacholders werden verschiedentlich in separate Rassen unterteilt: Juniperus communis ssp. communis (der säulenförmig wachsende Wacholder) und J. communis ssp alpina (der flach wachsende Wacholder des Alpenraums).

Standortpräferenzen

Der Wacholder kommt zirkumpolar vor, d.h. er wächst in Europa, Asien und Nordamerika. Er ist bis in hohe Vegetationszonen der Alpen und in den polaren Gebieten der Arktis zu finden. Der Wacholder besitzt weltweit von allen Nadelbaumarten das größte Verbreitungsgebiet. In Deutschland kommt er auf sandigen oder podsolierten Böden, auf Kalkmagerwiesen, auf Niedermooren, in alpinen Regionen und auf alpinen Schuttfluren vor. Außerdem ist er in den vergangenen Jahrhunderten durch die Schafbeweidung gefördert worden und stellt daher ein Kulturrelikt früherer Bewirtschaftungsformen dar. Der Wacholder besitzt eine sehr breite klimatische Anpassungsfähigkeit. Auf den warmen und sommertrockenen Standorten besitzt er einen Konkurrenzvorteil gegenüber anderen Gehölzen und kommt dort häufiger vor. Ebenso wie seine breite Klimaamplitude ist seine Toleranz gegenüber vielen verschiedenen Bodenarten. Er kommt auf flach- bis mittelgründigen und mäßig nährreichen bis nährstoffarmen Kalkböden mit hohem Steingehalt genauso vor, wie auf mäßig sauren und wechselfeuchten Ton-, Lehm- und Sandböden. Als Tiefwurzler ist er gut für Schutthänge (Muschelkalkhänge), Steillagen und Dünen geeignet.

Waldbauliche Behandlung

Der Wacholder ist extrem lichtbedürftig und bedarf einer speziellen waldbaulichen Behandlung, wenn man starke Stämme heranziehen möchte. Im Umkreis von 2 bis 5 Metern sollte kein weiterer schattenspendender Baum stehen. Er ist daher auf Freiflächen an Hängen geeignet, wo die schräge Sonne noch genug direktes Licht gibt. Seine breite Toleranz an den Boden und das Klima machen ihn zu einem attraktiven Baum für die Bestandsbegründung. Dort, wo andere Baumarten zu wenig Wasser oder zu viel Sonne nicht vertragen würden, ist der Wacholder noch einsetzbar. Er wird auch kaum von Reh und Hirsch verbissen.

Sonstiges zur Verwendung

Das Holz hat einen rötlich-braunen Kernholzbereich und einen hellen gelben Splint. Es ist weich, zäh, harzfrei, feinfasrig und angenehm duftend, sehr dauerhaft und elastisch. Der Brennwert ist sehr hoch und es wird gerne zum Räuchern verwendet (einschließlich der Nadeln und Zweige). Im Handwerk findet Wacholderholz in der Drechslerei, bei Intarsienarbeiten, Möbelrestauration und bei teuren Kleinmöbeln eine Verwendung. Die Beeren werden als Gewürz, Heilmittel und in der Schnapsbrennerei genutzt. Die Beerenzapfen enthalten bis zu 30% Zucker und 0,5% bis 2,5% ätherische Öle.

 

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