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Baumartensteckbrief – Vogelbeere

Vogelbeere-Header

 

Vogelbeere (Sorbus aucuparia) – Überblick

Verwendung: Schnittholz, Furnier, Möbel & Innenausbau, sonstiges (z.B. Spielzeug). Das schöne Holz findet leider immer noch wenig Beachtung, der Baum wird immer noch eher als „forstliches Unkraut“ betrachtet, dabei ist das Holz sehr interessant. Die Früchte sind Nahrung für viele Wildtiere und Vögel.

Holzeigenschaften: Holz dicht feinstrukturiert, mittelschwer, zäh, hart, gute Festigkeits- und Elastizitätseigenschaften (ähnlich wie Eiche), mäßig schwindend, reist kaum.

Vorkommen: ganz Europa bis zum Kaukasus im Osten und im Süden Balkan bis Sardinien. Daher: immer Holz von Hier Zertifikat nachfragen.

Kurzportrait zum Baum

Die Vogelbeere ist ein 10 bis 15 m (max. 20 m) hoher Baum mit schlankem zylindrischem Stamm von 40 bis 50 cm Durchmesser mit einer rundlichen lockeren Krone. Die Vogelbeere wird meist 80 bis 100 Jahre, maximal 200 Jahre alt. Im Jugendstadium ist die Rinde glatt und hellgrau mit großen quer verlaufenden Korkwarzen, im hohen Alter bildet sich an der Stammbasis eine schwärzlich-graue, längsrissige Borke. Die jungen Triebe sind rötlich-braun bis grau und anfangs behaart, später verkahlend. Die Winterknospen sind bis zu 13 mm lang, länglich-oval. Die Knospenschuppen sind rotbraun und anfänglich dicht behaart. Die Blätter sind unpaarig gefiedert und im Herbst kräftig rot gefärbt. Die weißen Blüten stehen in aufrechten Trugdolden und riechen unangenehm. Die in dichten Büscheln hängenden Steinfrüchte sind korallenrot. Das Wurzelsystem ist gekennzeichnet durch mäßig tiefe Senker mit flach streichenden Seitenwurzeln. In der Jugendphase besitzt sie ein gutes Stockausschlagsverhalten.

Standortpräferenzen

Bei einer insgesamt weiten Verbreitung vom Tiefland bis ins Bergland, häufig auch in höheren Gebirgslagen (im Bayerischen Wald bis in 1500 m Höhe, in den Bayerischen Alpen bis 1900 m Höhe) ist sie über ganz Europa bis zum Kaukasus verbreitet, fehlt jedoch im mittleren und südlichen Bereich der iberischen Halbinsel, im Süden des Balkans und auf Sardinien. Die wenig anspruchsvolle, klimavage (verträgt jedes Klima) Pionierbaumart ist winter- und spätfrosthart, unempfindlich gegen Schnee und resistent gegen Luftschadstoffe. Die bodenvage Art kommt auf mittel bis mäßig nährstoffversorgten Böden vor. Konkurrenz bedingt ist sie häufig auf nährstoffarmen, bodensauren, humusreichen Standorten, Hochmooren, Blockhalden und Kahlschlägen. Auf Pseudogleyböden wird das Wurzelsystem nur flach ausgebildet. Die Vogelbeere ist in subalpinen Dauergesellschaften mit Grünerle und Bergkiefer, im Lärchen- und Lärchen-Zirbenwald, im Kiefern- und Eichen-Birkenwald, sowie in bodensauren, fichten- und tannenreichen Wäldern und bodensauren Schlusswäldern mit Eiche und Kiefer beigemischt. Die Vogelbeere fehlt aus Konkurrenzgründen in Laubwald-Schlusswäldern.

Waldbauliche Behandlung

Die Licht- bis Halbschattbaumart zeigt in der Jugend ein schnelles Wachstum, wird später jedoch sehr langsamwüchsig. Für Hochlagenaufforstung kann nur die subalpine Unterart glabrata verwendet werden, nicht jedoch Tieflagensaatgut von Alleebäumen. Die Kernfäule im Stamm tritt meist nach etwa 100 Jahren auf. Die jungen Vogelbeerbäume werden stark vom Wild verbissen. Der mäßig wüchsige Baum ist nur in gering wüchsigen Bestandestypen konkurrenzfähig. Als nahezu einzige subalpine Laubbaumart eignet sich die frostharte Vorwald- und Pionierbaumart für Frostlagen, Kahlschläge, Bergstürze, Waldränder, Vogelschutzgehölze und als montaner Alleebaum. Die Streu zersetzt sich gut und kann zur Bodenverbesserung auf skelettreichen Böden dienen. Die ausschlagfähige Schutzwaldbaumart kann ferner für die biologische Wildbach- und Lawinenverbauung verwendet werden.

Sonstiges zur Verwendung

Die Vogelbeere bildet ein dichtes, fein strukturiertes, mittelschweres, hartes Holz mit guten Festigkeits- und Elastizitätseigenschaften, vergleichbar mit der Eiche. Sie besitzt eine hohe Zähigkeit und Spaltfestigkeit, ist mäßig schwindend und reißt daher kaum. Die lange als „forstliches Unkraut“ verkannte Art wird heute wieder stärker gefördert, als Pionierbaumart und als „Schmuckbaum“ an Waldwegen angepflanzt. Die Früchte sind Nahrung für eine Vielzahl von Vogelarten und Kleinsäuger. Heute wird Vogelbeerholz als Energieträger, im Handwerk (Furnierholz und Möbelbau, dekoratives Holz für Gebrauchsgegenstände und Spielzeug) und in der Medizin verwendet. Vor allem die Früchte süßer Vogelbeerzüchtungen (z.B. ‚moravica’, im tschechischen Mähren durch genetischen Zufall als eine Unterart entstand), deren Früchte weit weniger Gerbsäure beinhalten und sehr süß schmecken, spielen bei der Herstellung von Konfitüren oder Likören eine Rolle. Diese Varietät wird durch Pfropfung auf dem Wildtyp vermehrt.

 

Mehr zum Thema

Jeden Montag gibt es einen neuen Baumartensteckbrief.
Mehr zum Thema Holzarten und Holzverwendung finden Sie auf der HOLZ VON HIER APP (www.bit.ly/hvh-APP) oder unter http://www.holz-von-hier.de

Mitmachen bei „Wald-Wege zur Vielfalt“

Sind Sie Waldbesitzer, eine Kommune mit Wald, ein Landschaftspflegeverband oder sonstige Organisation, die Wald oder Grünflächen bewirtschaftet, dann nutzen Sie die Plattform „Wald – Wege zur Vielfalt“, um Interessenten für weniger gängige Baumarten und Sortimente zu finden.

Diese (GIS basierte ) Plattform baut Holz von Hier mit einen Arbeitskreis von Forstexperten auf. Das begleitende gemeinnützige Projekt mit ein Titel „Wald-Wege zur Vielfalt“ wird unterstützt vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) und der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) in Rahmen des deutschen Bundesprogramms „Biologische Vielfalt“. Mehr zum Projekt unter http://www.holz-von-hier.de.

Bei Interesse an einer Teilnahme schicken Sie uns einfach eine Mail mit Ihren Kontaktdaten an info@holz-von-hier.de (Stichwort: Wald-Wege zur Vielfalt).

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Baumartensteckbrief – Traubenkirsche

Traubenkirsche-Header

 

Traubenkirsche (Prunus padus) – Überblick

Verwendung: Schnittholz, Möbel & Innenausbau, Interieur, Drechselwaren, sonstiges (z.B. Instrumentenbau).

Holzeigenschaften: Holz relativ weich, leicht, elastsich, gut biegbar, schwindet nur gering. Splint gelblich-weiss, Kern rötlich bis dunkelbraun.

Vorkommen: ganz Europa, bis Kleinasien und Kaukasus. Daher: immer Holz von Hier Zertifikat nachfragen.

Kurzportrait zum Baum

Die Traubenkirsche wächst als mehrstämmiger Strauch oder als 15 m (max. 20 m) hoher Baum mit aufsteigenden Ästen und überhängenden Zweigen. Sie erreicht Stammdurchmesser von 70 cm und einem maximalen Alter von 80 Jahren. Die Rinde ist schwarzgrau, bildet im Alter eine dünne, längsrissige Borke und ist nach Verletzungen übel riechend. Junge Triebe sind kahl mit auffälligen Korkwarzen. Die Winterknospen sind länglich zugespitzt und besitzen bewimperte Schuppenblätter. Die breiten bis länglich elliptischen Blätter sind wechselständig, an der Basis herzförmig abgerundet und besitzen am Blattstiel zwei grüne Drüsen. Die weißen und intensiv duftenden Blüten (Mai und Juni) sind in überhängenden vielblütigen Trauben angeordnet. Die schwarz glänzenden im Juli und August reifen Steinfrüchte sind zwar essbar, jedoch nicht wohlschmeckend und in größeren Mengen unverträglich. Die Traubenkirsche besitzt ein intensives tiefgründiges Wurzelwachstum und eine gute Stockausschlagfähigkeit. Die Traubenkirsche (Prunus padus) sollte nicht mit der aus Nordamerika eingebürgerten Spätblühenden Traubenkirsche (Prunus serotina) verwechselt werden, die in Europa jedoch nicht die baumartige Form ausbildet, sondern als Strauch wächst. Letztere ist zur Zeit gebietsweise in massiver Ausbreitung begriffen.

Standortpräferenzen

Das Verbreitungsgebiet der Traubenkirsche erstreckt sich über weite Teile Europas und Asiens, fehlt jedoch in Südeuropa, Südrussland und auf dem Balkan. Sie tritt bevorzugt in Flussniederungen, feuchten Laubwäldern, Auwäldern und an Gewässern sowie in Gebirgstälern bis in 2000 m Höhe auf. Sie kommt auch im Eichen-Hainbuchenwald, in der Hartholzaue und besonders im Schwarzerlen-Eschenwald vor. Die Traubenkirsche ist eine Halbschattbaumart und liebt die gemäßigten bis warmen Gebiete entlang der mitteleuropäischen Fließ- und Stillgewässer. Da sie in der Regel in Böden mit sehr guter Wasserversorgung wurzelt, kommt sie auch mit niederschlagsarmen Zeiten zurecht (Grundwasserzeiger). Sie schlägt relativ früh im Jahr schon aus und ist daher leicht spätfrostempfindlich. Die Traubenkirsche wächst auf frisch-feuchten, feinerdereichen, meist vergleyten, basen- und nährstoffreichen Böden mit Grundwasseranschluss. Sie verträgt zeitweise Überschwemmung.

Waldbauliche Behandlung

Die Traubenkirsche wird zwar als Zierpflanze kultiviert, jedoch nur wenig forstlich beachtet. Dabei besitzt sie ein sehr interessant gefärbtes Holz und erreicht auch nutzholztaugliche Dimensionen. Die intensiv wurzelnde Traubenkirsche ist eine wertvolle Baumart zum Aufbau gestufter Waldränder im Auenwald und eignet sich zum Unterbau von Pappelbeständen nach dem Ausfall von Ulmen. Die Traubenkirsche kann gelegentlich durch die Gespinstmotte (Yponomeuta padi) kahlgefressen werden, erholt sich aber rasch wieder. Des weiteren besitzt die Traubenkirsche nur wenige Fraßfeinde.

Sonstiges zur Verwendung

Farbe des Kernholzes ist dunkelbraun, die des Splintholzes fast weiß. Das Holz der Traubenkirsche ist weich, leicht, elastisch, gut spalt- und biegbar und schwindet nur wenig. Es ist nicht sehr dauerhaft und von geringem Brennwert. Vor allem im frischen Zustand besitzt es einen unangenehmen, bittermandelartigen Geruch, der den Gebrauchswert einschränken kann. Im Volksmund heißt die Traubenkirsche daher oft auch Faulbaum, wobei botanisch gesehen unter Faulbaum eigentlich die Gehölzart Frangula alnus (auch Pulverholz) verstanden wird. Das Holz kann in der Tischlerei, zum Möbelbau, Musikinstrumentenbau und in der Drechslerei verwendet werden.

 

Mehr zum Thema

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Turnhallen mit Holz von Hier ausgezeichnet

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Holzbau gilt gemeinhin als per se umweltfreundlich und nachhaltig, da das Holz aus der Atmosphäre gebundenes CO2 langfristig fixiert und so eine Senke darstellt. Diese Betrachtungsweise ist jedoch unvollständig, wenn nicht die korrekte CO2-Bilanz unter Berücksichtigung auch der Herstellung und Produktion des Materials berücksichtigt wird. Hier spielt die Herkunft des Holzes eine sehr wichtige Rolle. Ob und in welchem Maße die CO2-Bilanz des verbauten Holzes positiv ist und somit eine echte Senke darstellt, unterscheidet sich beispielsweise bei einer Herkunft des Holzes aus geschlossen regionaler Verarbeitung auf der einen und beispielsweise Sibirien auf der anderen Seite erheblich. Daher muss wahrhaft nachhaltiges Bauen mit Holz im privaten wie öffentlichen Bereich konsequenterweise auch die Seite der Produktion mit einbeziehen. Ein einfacher und wirksamer Indikator hierfür ist z.B. ein Herkunftsnachweis nach Holz von Hier.

Immer wieder wird von Akteuren aus der Branche ins Feld geführt, dass für einen anspruchsvollen und zeitgemäßen Holzbau erforderliche Materialien, wie z.B. KVH und BSH, nicht oder kaum aus regionaler Produktion verfügbar seien. Branchenkenner können in der Tat auch einen Anstieg der Entfernungen, über die Rohmaterialien und Vorprodukte transportiert werden, beobachten. Dass dies jedoch nicht so sein muss, sondern dass eine Umsetzung geschlossener Verarbeitungsketten auch bei Holzbauten mit hohen Ansprüchen an die verwendeten Baumaterialien ohne weiteres möglich ist, zeigen zwei aktuelle Beispiele für kommunale Holzbauten, die mit dem Umweltzeichen und Herkunftsnachweis Holz von Hier ausgezeichnet worden sind. Hierbei handelt es sich um eine Mehrfachturnhalle im bayerischen Bad Kötzting sowie eine Turnhalle im baden-württembergischen Beffendorf.

Leimbinder in Holz von Hier mit höchster Festigkeitsklasse

In Bad Kötzting hat sich der Bauherr, der Landkreis Cham, das Ziel gesetzt, im Landkreis eine nachhaltige Entwicklung zu fördern. Dabei spielt der Klimaschutz eine wesentliche Rolle. Aus diesem Grund hat der Bauherr in der Ausschreibung auf die besondere Bedeutung des Klimaschutzes hingewiesen und einen Nachweis nach Holz von Hier für das verwendete Holz gefordert. Bis auf die im Untergrund verschwindenden Betonteile stellt sich der Anbau als kompletter Holzbau dar. Die Stützen und Wände, die Träger, die Dachschale, also die ganze Gebäudestruktur wurde in Holz ausgeführt. Für Tragwerk und Dach kamen Fichtenholz zum Einsatz, die Fassade wurde in Tannenholz ausgeführt. Bei dem über eine weite Strecke freitragenden Hallendach wurde die Konstruktion in Brettschichtholz geplant. Dabei wurden an die Leimbinder hohe Anforderungen gestellt. Die Trägerlänge sollte 36,70 m betragen bei einer Stützweite von ca. 30,90 m. Die Breite der Leiminder betrug ca. 26 cm. Auch an die Holzbeschaffenheit wurden mit der höchsten Festigkeitsklasse BSH GL 32c in Sichtqualität besondere Anforderungen gestellt. Branchenkenner gehen bei diesen Anforderungen automatisch davon aus, dass das Holz für diese Bauteile aus Skandinavien oder Russland stammt. Auch entsprechende Hersteller solcher Leimbinder in der geforderten Breite und Länge sind nicht gerade an jedem Ort ansässig. Tatsächlich jedoch konnte das Vorhaben unter Minimierung des Transportaufkommens realisiert werden.

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In dem Gebäude wurden insgesamt etwa 120 m³ Holz verbaut, was aufgrund der speziellen Charakteristika der hier verwendeten Leimbinder einer Rundholzmenge von etwa 346 fm entspricht. Die Gesamttransportentfernung vom Wald über die verschiedenen Fertigungsstationen hinweg bis zur Baustelle lagen dabei je nach Sortiment zwischen 100 und 250 km. Für den Planer und Bauherren war die Nachkontrolle der Einhaltung der geforderten Kriterien an die besondere Klimafreundlichkeit der verwendeten Hölzer einfach und komfortabel über die Produktbezogenen Zertifikate von Holz von Hier, welche die genaue Menge des für das jeweilige Bauteil verbauten Holzes sowie der akkumulierte Transportweg des Holzes vom Wald an dokumentieren. Die Echtheit der Zertifikate kann vom Planer oder Bauherrn direkt online über die Eingabe der Zertifikatsnummer überprüft werden.

Turnhalle aus schwarzwälder Tannenholz

Im Falle der Turnhalle in Beffendorf wurde als Besonderheit ausschließlich örtliches Tannenholz verwendet. Dies betrifft nicht nur klassische Sortimente wie z.B. die Fassade sondern auch weiterverarbeitete Holzwerkstoffe, wie KVH, BSH und DUO-Balken. Hier kamen insgesamt 258 m³ Holz zum Einsatz. Über alle verwendeten Sortimente hinweg entspricht dies einer Rundholzmenge von 700 fm. Die Gesamtentfernung vom Wald an bis zur Baustelle betrug für alle Sortimente 70 km.

Klimaschutz durch Holz von Hier zertifiziertes Holz:

Im Vergleich zu einem Bezug des Schnittholzes aus Skandinavien oder Sibirien, wie es insbesondere für weiter verarbeitete Holzwerkstoffe nicht unüblich ist, konnten die CO2-Emissionen in Kötzting um 90% (Im Falle von Schweden) bis 97% (Im Falle von Sibirien) und im Falle von Beffendorf um 96% (Im Falle von Schweden) bis 99% (Im Falle von Sibirien) reduziert werden. Die Zahlen im Vergleich sind in Tabelle 1 dargestellt.

Die tatsächlichen CO2-Emissionen durch den Transport des nach Holz von Hier zertifizierten Schnittholzes betragen etwa 1.120 kg im Falle der Turnhalle in Bad Kötzting und 800 kg im Falle der Turnhalle in Beffendorf.

Tabelle 1: Klima-Vergleichsrechnung

transportbedingte CO2-Emissionen nach Herkunft tats. CO2-Emissionen
(Holz von Hier)
Skandinavien
(2.000 km)
Russland
(4.000 km)
Sibirien
(6.500 km)
Kötzting
(207 m³ SH-Vorprodukt)
1118 kg 11.180 kg 22.356 kg 36.330 kg
Beffendorf
(420 m³ SH-Vorprodukt)
800 kg 22.700 kg 45.300 kg 73.700 kg

 


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Baumartensteckbrief – Tanne. Große Küstentanne

Küstentanne-Header

Tanne . Große Küstentanne (Abies grandis) – Überblick

Verwendung: Schnittholz, Bauholz, Möbel & Innenausbau, Außenholz (z.B. Bauholz im Außenbereich, Gartenmöbel), sonstiges (z.B. Orgeln).

Holzeigenschaften: Holz ähnlich Fichtenholz aber etwas schwerer, mäßig schwindend, gutes Stehvermögen, elastisch, sehr biegsam, tragfähig, gerige Neigung zum reißen und werfen, vergleichsweise gute Oberflächenbehandlung. Holz grau-weißlich.

Vorkommen:  Abies grandis: inzwischen in Mitteleuropa eingebürgert, ursprünglich aus Nordamerika. Daher: immer Holz von Hier Zertifikat nachfragen.

Große Küstentanne (Abies grandis) – Kurzportrait zum Baum

An den Naturstandorten erreicht die Küstentanne stattliche Höhen von bis zu 80 m, bei Stammdurchmessern von 2 m und einem Höchstalter von 300 Jahren. In Mitteleuropa wird die Baumart selten höher als 60 m bei einem Stammdurchmesser von bis zu 1,5 m. Die Borke ist in der Jugend glatt und grau bis graubraun, im Alter tiefgefurcht, bis zu 5 cm dick und kleinschuppig. Die jungen Zweige sind olivgrün, glatt und kurz fein behaart. Die Knospen sind harzreich, klein und rundlich. Die Nadeln der Große Küstentanne besitzen nur unterseits zwei helle Spaltöffnungslinien. Die Nadeln sind relativ weich, niemals stechend, 2,5 bis 5,5 cm lang, 1,7 bis 2,5 mm breit und deutlich gescheitelt. Die Zweige sehen daher ähnlich einem Kamm mit ungleichen Zähnen aus. Die zerriebenen Nadeln duften aromatisch. Die Zapfen sind 7 bis 10 cm lang und 4 cm dick, aufrecht stehend. Diese sind vor der Reife grünlich und besitzen versteckte Deckschuppen. Die Küstentanne bildet schon in der Jugend eine starke und rasch tief reichende Pfahlwurzel aus.

Standortpräferenzen

Das natürliche Verbreitungsareal der Großen Küstentanne liegt im nordwestlichen Nordamerika und ist zweigeteilt. Die küstennahen Gebiete liegen in Nordwest-Kalifornien, Oregon, Washington, Vancouver Island und British Columbia, die Inlandverbreitung liegt in den Wäldern West-Montanas und Wyomings bis in 2000 m Höhe. Entsprechend sind zahlreiche lokale Rassen bekannt und genutzt. Die Art ist vergesellschaftet mit der Douglasie, der Sitkafichte, Edeltanne, Hemlocktanne und der Amerikanischen Lärche. Die Tannenart wurde 1830 erstmalig nach England eingeführt und in Parks angepflanzt. Sie treibt ca. 2 Wochen später als die Weißtanne aus, ist so auch weniger spätfrostgefährdet und daher weniger auf eine Überschirmung durch Altbäume in der Jugend angewiesen. Die Große Küstentanne ist eine Halbschattenbaumart (im Gegensatz zu der Weißtanne) und verlangt daher schon in der Jugend mehr Licht. Ihre Ansprüche an den Nährstoffgehalt des Bodens sind gering, an die physikalischen Eigenschaften des Bodens dagegen höher. Sie bevorzugt lockere und tiefgründige Böden mit einem Lehm- oder Tongehalt, kommt bei entsprechender Feuchte auch auf sandigen oder podsolierten Böden zurecht und meidet trockene und stark kalkhaltige Böden.

Waldbauliche Behandlung

Für den forstlichen Anbau in West- und Mitteleuropa eignet sich nur die raschwüchsige Lokalrasse des westlichen Verbreitungsgebietes der Großen Küstentanne (aus entsprechenden Gebirgshöhen von Oregon, Washington und British Columbia). Die Große Küstentanne zeichnet sich besonders durch ihr rasches Jugendwachstum von bis zu 90 cm pro Jahr aus. Auf tiefgründigen, gut durchlüfteten Böden mit ständig ausreichender Feuchtigkeit ist sie der Weißtanne in der Wuchsleistung weit überlegen. Die waldbaulichen Vorteile der Großen Küstentanne sind auch die geringere Empfindlichkeit gegenüber Luftschadstoffen und gegenüber dem Verbiss durch Reh- und Rotwild. Sie ist weniger frostempfindlich und dem Befall von Läusen weniger ausgesetzt. Gegenüber dem Hallimasch-Pilz ist sie empfindlich. Ihr waldbaulicher Wert besteht hauptsächlich in der Eignung zur Anpflanzung in schnell zu schließenden Lücken und steilen Waldrändern (Tiefwurzler!), sowie zur Beimischung in raschwüchsigen Edellaub- und Lichtbaumarten. Dort, wo die Weißtanne wegen verschiedener Gründe nicht mehr wüchsig ist oder starkem Verbiss ausgesetzt ist, bietet die Große Küstentanne einen wertvollen Ersatz.

Sonstiges zur Verwendung

Das schnell gewachsene helle Holz der Großen Küstentanne ist grobfaserig und daher weniger geschätzt als das der Weißtanne und der Fichte, obwohl es den gleichen Verwendungszwecken dient.

 

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Diese (GIS basierte ) Plattform baut Holz von Hier mit einen Arbeitskreis von Forstexperten auf. Das begleitende gemeinnützige Projekt mit ein Titel „Wald-Wege zur Vielfalt“ wird unterstützt vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) und der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) in Rahmen des deutschen Bundesprogramms „Biologische Vielfalt“. Mehr zum Projekt unter http://www.holz-von-hier.de.

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Baumartensteckbrief – Tanne . Weißtanne

Weißtanne-Header

Tanne (Weißtanne, Abies alba) – Überblick

Verwendung: Schnittholz, Bauholz, Möbel & Innenausbau, Außenholz (z.B. Bauholz im Außenbereich, Gartenmöbel), sonstiges (z.B. Orgeln).

Holzeigenschaften: Holz ähnlich Fichtenholz aber etwas schwerer, mäßig schwindend, gutes Stehvermögen, elastisch, sehr biegsam, tragfähig, gerige Neigung zum reißen und werfen, vergleichsweise gute Oberflächenbehandlung. Holz grau-weißlich.

Vorkommen: Abies alba: Bergregionen und Mittelgebirge Europas (z.B. Pyrenäen, Alpen, Jura, Vogesen, Schwarzwald und alle anderen dt. Mittelgebirge, Apennin, Kroatien, Balkan, Tatra, Karpaten, Bulgarien). Abies grandis: inzwischen in Mitteleuropa eingebürgert, ursprünglich aus Nordamerika. Daher: immer Holz von Hier Zertifikat nachfragen.

Weißtanne (Abies alba) – Kurzportrait zum Baum

Die Weißtanne wird bis zu 60 m hoch, erreicht Alter von bis zu 600 Jahren mit einem max. Stammdurchmesser von bis zu 3 m. Sie bildet einen geraden Stamm mit silbriggrauer feinrissiger Schuppenborke aus. Die Krone ist anfangs spitzkegelförmig, im Alter säulig mit abgeflachtem Gipfel (Storchennestkrone). Junge Triebe sind hellgrau und mit kurzen braunen Haaren dicht besetzt. Die Nadeln sitzen auf einer scheibenförmigen Nadelbasis, die mit der Nadel abfällt, d.h. der kahle Zweig ist glatt. Die Tannennadel ist an der Spitze gekerbt, unterseits mit zwei weißen Wachsstreifen (im Gegensatz zur Eibe). Die Blüten sind nur im oberen Kronenbereich an den vorjährigen Trieben zu finden. Die Zapfen stehen aufrecht und zerfallen nach der Reife am Baum. Die Tanne besitzt eine tiefe Pfahlwurzel mit vielen Seitenwurzeln.

Standortpräferenzen

Das natürliche Verbreitungsareal der Weißtanne ist zerstreut über Teile Europas verteilt: In den Pyrenäen, im franz. Zentralmassiv, in den Alpen (nicht in den Zentralalpen), im Schweizer Jura, den Vogesen und dem Schwarzwald, kleinen Bereichen des Apennin und Korsikas, im Bereich der Julischen Alpen und Kroatiens, des südlichen Balkans (dort nur in den höheren Gebirgen), in Nord- und Nordostbayerischen Mittelgebirgen, im Thüringer Wald, dem Erzgebirge den Tschechischen Bergregionen bis zur Hohen Tatra und im Karpatengebirgszug bis nach Bulgarien. Die Weißtanne bevorzugt die mittleren und oberen Bergwaldstufen der Mittelgebirge, in den Alpen kommt sie bis in Höhen von 1600 m als Mischbaumart zusammen mit Buchen und Fichten vor. Sie bevorzugt Lagen höhere Luft- und Bodenfeuchte, ist spätfrostempfindlich und extrem schattentolerant. Die Jahresniederschlagsmenge ist für die Tanne 1000 bis 2500 mm am optimalsten, gedeiht aber auch bei 600 bis 1000 mm. Sie bevorzugt feinerdereiche und frische Standorte mit tiefgründigen Braunerden mit unterschiedlichen Basensättigungen. Bei mäßigen Nährstoffangeboten werden gute Wuchsleistungen nur bei genügend Phosphor, Stickstoff, Kalium und Calcium erzielt. Auf pseudovergleyten Böden mit mangelnder Bodenbelüftung bis hin zu Rohhumus-Gley und Torfböden kann sie auch gedeihen, da ihr ausgedehntes Wurzelsystem in unterschiedlichen Bodenschichten nach Nährstoffen sucht. Die Tanne ist durch ihre Wurzelleistung und die gute Streuabbau ein Bodenverbesserer.

Waldbauliche Behandlung

Die Tanne wird idealerweise in den montanen Berglagen im Mischbestand mit Buchen und Fichten gepflanzt und gefördert. Ein vertikal und horizontal reichlich strukturierter Plenterwald wird den Standort- und Wuchsansprüchen der Tanne am ehesten gerecht. Der Einschlag erfolgt in einem Alter von 90 bis 130 Jahren. Die Tanne verträgt wegen ihrer extremen Schattentoleranz lange Zeiten (Jahrzehnte) unter dem Schirm anderer Bäume und kann dabei mehrere Jahre ohne Höhenwachstum ausharren. Die anschließende Freistellung sollte aber nicht zu schnell geschehen. Eine Wertastung bei der Weißtanne bis ins hohe Alter führt zu besonders gesuchten und wertvollen Stämmen. Bei lang anhaltender Trockenheit ist die Tanne wegen ihres tiefen Wurzelsystems weniger empfindlich, als die Fichte. Bei häufigen Trockenperioden oder an heißen Südhängen kümmert sie. Sie ist sturmfest, außer auf feuchten Standorten. Bei offenen Wunden treten Pilzkrankheiten auf. Rotfäule verursacht geringere Schäden als bei der Fichte. Hallimasch-Pilze sind dagegen auch bei der Tanne häufig. Vereinzelt treten als Baumschädlinge Borkenkäfer als Sekundärschädlinge auf, des weiteren die Tannentrieblaus (gefährdet Jungbestände) und der Tannentriebwickler (ältere Bestände). Das Tannensterben ist eine seit etwa 200 Jahren periodisch auftretenden Krankheit, welche das allmähliche Absterben junger und alter Tannen ohne ersichtlichen Grund bezeichnet. Die Primärursache ist noch unbekannt. Die Krankheit zeigt sich in einem Abfallen der Nadeln von unten nach oben und von innen nach außen. Ältere Bäume erkranken von jüngeren. Im Laufe der Krankheit kann auch ein Nasskern in der Stammbasis und der Wurzel entstehen, der das Holz an dieser Stelle entwertet. Kurzfristiger Kahl- und Saumschlag, zu schnelle Bestands-verjüngungen, eine zu rasche Freiflächenverjüngung, ungenügende Kronenpflege und ungestufte Gleich-schlussbestände sind ungeeignete waldbauliche Maß-nahmen für die Weißtanne. Durch Luftschadstoffe und Trockenperioden (Schädigung der Nadeln und des Wurzelstocks) und überhöhte Wilddichten (Verbiss der Jungpflanzen) ist die Tanne in Bayern sehr selten geworden (nur noch 2,1% der Waldbäume, Jahr 2004) und bedarf inzwischen gezielter Aufforstungs- oder Schutzprogramme. Die Tanne kann auf ihren Ästen oder in der Krone von Misteln bewohnt werden.

Sonstiges zur Verwendung

Das Holz der Weißtanne ist grau-weiß bis gelblich und lässt keinen Kernbereich erkennen. Es ist beliebt für den Innenausbau, als Konstruktionsholz für den Außenbereich, findet Verwendung im Handwerk und in der Möbelindustrie. Gegenüber der Fichte hat die Tanne keine Harzblasen im Holz und wird bei entsprechenden Durchmessern gerne als Furnier verwendet. Weißtannenholz besitzt eine gute Tonresonanz und wird für viele Instrumente (z.B. Orgeln) genommen.

 

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