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Globales Denken erfordert regionales Handeln.


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Baumartensteckbrief – Pappel . Zitterpappel

Zitter-Pappel-Header

 

Pappel . Zitterpappel (Populus tremula) – Überblick

Verwendung: Schnittholz, Furnier, Möbel & Innenausbau, Böden & Decken, Holzwerkstoffe, sonstiges (z.B. Zündhölzer, Zelluloseholz, Prothesen)

Holzeigenschaften: Holz leicht, fest, zäh. Holz weißlich-gelb ohne dunkleren Kern.

Vorkommen: das natürliche Verbreitungsgebiet ist ganz Europa und Eurasien. Daher: immer Holz von Hier Zertifikat nachfragen.

Kurzportrait zum Baum

Die Zitterpappel ist ein bis zu 30 m (selten bis 40 m) hoher Baum mit einer breiten Krone. Der maximale Durchmesser des Stamms beträgt etwa 1 m. In Tieflagen ist die Zitterpappel relativ kurzlebig (70 bis 90 Jahre), in den Hochlagen und im Norden Europas ausdauernder (150 Jahre). Die Rinde ist anfangs gelblich-grau, glatt mit markanten gestreiften Korkwarzen. Im hohen Alter bildet sich eine schwarzgraue tiefrissige Borke. Die jungen Triebe sind gelbbraun, glänzend und besitzen große Korkwarzen. Die Winterknospen sind zugespitzt, klebrig und bis zu 7 mm lang. Die Laubblätter sind charakteristisch bis zu 7 cm lang gestielt, wobei dieser Stiel seitlich abgeflacht ist, sodass die Blätter im Wind hin und her flattern (zittern). Das Laubblatt ist rundlich bis eiförmig, unregelmäßig buchtig, stumpf gezähnt und anfangs leicht behaart. Die Zitterpappel ist zweihäusig (!), die Blütenkätzchen sind bis zu 10 cm lang, schlaff herabhängend. Männliche Blüten sind anfangs purpurfarben, weibliche Blütenkätzchen sind grünlich-gelb. Die Fruchtreife ist schon im Mai. Die Frucht ist eine vielsamige Kapsel, die Einzelfrüchte sind sehr klein. Das Wurzelsystem zeigt eine primär angelegte Pfahlwurzel, die nach der Entwicklung von Hauptseitenwurzeln zurücktritt. Später werden Senker bis in 150 cm Tiefe gebildet. Hoher Vertikalwurzelanteil. Die Zitterpappel besitzt die Fähigkeit zur Wurzelbrut, womit sie auch erfolgreich vermehrt werden kann.

Standortpräferenzen

Das Verbreitungsgebiet der Zitterpappel erstreckt sich in der planaren bis subalpinen Höhenlage über den gesamten eurasiatisch-nordischen Bereich und schließt subalpine Vorkommen bis zur Waldgrenze mit ein. Im Bayerischen Wald noch in Höhen bis 1200 m, in den Nordalpen bis in 1300 m. Die Zitterpappel ist klimavage. Sie ist winter- und spätfrosthart, relativ sturmfest und wenig dürreempfindlich. Sie besiedelt trockene Sandstandorte bis zeitweise überschwemmte, dichte, feinerdereiche Auenwaldböden. Sie verträgt kein stagnierendes Grundwasser. Gute Wuchsleistungen werden auf frischen, nährstoffreichen und lehmigen Sandböden erreicht. Lehm- und Tonböden werden im Unterboden gut erschlossen. Die bodenvage Art wird trotz breiter ökologischer Amplitude durch die Konkurrenz anderer Baumarten meistens auf Pionierstandorte gedrängt. Die Zitterpappel tritt reichlich in Dauergesellschaften mit Lichtbaumarten (z.B. im Eichen- oder Kiefernwald) und aufgelockerten Hochlagenbeständen auf. Optimal wächst die Zitterpappel in nordischen Nadel-Laub-Mischwäldern mit Kiefer, Fichte und Birke.

Waldbauliche Behandlung

Die frostharte Pionier- und Vorwaldbaumart ist geeignet für Kahlflächenaufforstungen. In der Jugend raschwüchsige Reinbestände können zur Starkholzproduktion im Schnellwuchsbetrieb verwendet werden. Durch stand-ortsangepassten Nebenbestand kann die Wurzelbrut und die Vergrasung eingeschränkt werden. Frühzeitige, mehrmalige Durchforstung und Trockenastung sind unerlässlich. Durch kurze Umtriebszeiten (50 bis 60 Jahre) kann Kernfäule verhindert werden. Die Zitterpappel kann als Zeitmischung mit raschwüchsigen Edellaubbäumen (Esche, Kirsche, Schwarzerle) eingesetzt werden. Im Mittelwald kann sie die Wertleistung erhöhen. Die Zitterpappel ist eine günstige Schutzbaumart für Tanne und kann truppweise auch in Fichtenbeständen beigemischt werden. Die Wuchsleistung ist stark variabel. Die Streu ist rasch abbaubar. Die Zitterpappel ist wegen der brüchigen Äste empfindlich gegen Schneebruchschäden. Durch Infektion über Wurzelverletzungen oder gebrochene Äste kann sich die Kern- oder Herzfäule verbreiten. Die Wurzelbrut kranker Mutterbäume ist schon von Anfang an damit infiziert. Dem Problem kann durch vorzeitige Nutzung und Zeitmischung entgegnet werden. Weitere Gefährdungen sind der Kleine und Große Pappelbock sowie Verbissschäden durch Reh- und Rotwild.

Sonstiges zur Verwendung

Das helle, weißlich-gelbe Holz besitzt keinen farblichen Kernbereich. Es ist leicht, fest, zäh und wird als Schälfurnier, für Zündhölzer, als Zelluloseholz, für Prothesen, Holzschuhe, Zeichentische und als Blindholz für Mittellagen in der Schichtholzherstellung verwendet.

 

Mehr zum Thema

Jeden Montag gibt es einen neuen Baumartensteckbrief.
Mehr zum Thema Holzarten und Holzverwendung finden Sie auf der HOLZ VON HIER APP (www.bit.ly/hvh-APP) oder unter http://www.holz-von-hier.de

Mitmachen bei „Wald-Wege zur Vielfalt“

Sind Sie Waldbesitzer, eine Kommune mit Wald, ein Landschaftspflegeverband oder sonstige Organisation, die Wald oder Grünflächen bewirtschaftet, dann nutzen Sie die Plattform „Wald – Wege zur Vielfalt“, um Interessenten für weniger gängige Baumarten und Sortimente zu finden.

Diese (GIS basierte ) Plattform baut Holz von Hier mit einen Arbeitskreis von Forstexperten auf. Das begleitende gemeinnützige Projekt mit ein Titel „Wald-Wege zur Vielfalt“ wird unterstützt vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) und der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) in Rahmen des deutschen Bundesprogramms „Biologische Vielfalt“. Mehr zum Projekt unter http://www.holz-von-hier.de.

Bei Interesse an einer Teilnahme schicken Sie uns einfach eine Mail mit Ihren Kontaktdaten an info@holz-von-hier.de (Stichwort: Wald-Wege zur Vielfalt).

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„Nachhaltigkeit darf an der Waldstraße nicht aufhören, auch was danach kommt ist wichtig“

VSH BW Jahreshauptversammlung 2014-1

Diese einleitenden Worte von Herrn Präsident Schilling auf der Jahreshauptversammlung des VSH Baden-Württemberg fassten zusammen was dann an vielen Beispielen aufgezeigt wurde, dass nämlich Holzprodukte und Holzbau ohne Schnittholz der kurzen Wege, zu wenig mit Klimaschutz, Ressourceneffizienz und regionaler Wertschöpfung zu tun haben.

Wer mittelständische Betriebe in ihrer Charakterstärke, Bodenständigkeit und Innovationskraft und auch ihrem klaren Bekenntnis zu ihren Regionen und klar auch zu Klima- und Umweltschutz erleben wollte, hätte bei der Jahreshautversammlung 2014 der Säger Baden-Württemberg in Bahlingen dabei sein müssen.

Wir berichten darüber als Holz von Hier, nicht nur, weil wir dabei waren und der Verband nochmals und noch stärker als schon im ganzen Jahr 2014 ein mehr als ganz klares „JA“ zu Holz von Hier gegeben hat. Wir wollen einen Verband kurz vorstellen, der gemeinsam mit Holz von Hier mehr als klar auch gegen Widerstände kommuniziert, dass die zunehmenden Transporte auch bei Holzproduktion ein globaler Wahnsinn sind, mit extremen Auswirkungen nicht nur für Klima und Umwelt sondern auch für die Regionen.

Holz von Hier wurde schon vieles vorgeworfen, es sei ein „Globalisierungsgegner“, „rückständig“, „vertritt Nischenfunktionen“, waren davon nur die nettesten Dinge. Dazu möchten wir hier nur eines sagen: Holz von Hier will gemeinsam mit dem Verband und inzwischen vielen anderen starken Partnern nur eines: eine Alternative auf der Produktebene schaffen und alle Ebenen über die Zusammenhänge informieren, so dass sich Betriebe und auch Architekten, Kommunen und Kunden selbst (!) entscheiden können was Ihnen wichtig ist.

Wenn Ihnen das wichtig ist: fragen Sie immer, wenn Sie ein Holzprodukt kaufen nach, ob es einen Holz von Hier Herkunftsnachweis bzw. Zertifikat hat !

Holz von Hier will kurze Stoffströme in Produkten salonfähig machen, weil es unserer Überzeugung und Erfahrung nach nicht nur ein wesentlicher Weg zu mehr praktischem ! Klimaschutz und Ressourcenschonung ist, sondern auch noch zudem alles andere als rückständig. Dies und mehr Nachhaltigkeit fordert im Übrigen auch die EU, beispielsweise in ihrem sechsten Umweltaktionsprogramm, aus Klima- und Umweltschutzgründen „Entkopplung von Wertschöpfung und Transporten“ – Produkte mit dem Holz von Hier Label sind dafür ein best-practice Beispiel.

Vielen ist es vielleicht nicht bewusst, deshalb sei hier nochmals betont: wenn Sie heute ein Holzprodukt kaufen oder ein Holzhaus bauen, heisst dies noch lange nicht, dass das Holz dafür auch aus dem Wald von nebenan und als Schnittholz vom Säger nebenan kommt. Vielmehr hat heute das Holz selbst bei einem Bezug von einem örtlichen Händler oder sogar Hersteller in vielen weiterverarbeiteten Halbwaren und auch Endprodukten enorm lange Transportwege hinter sich, vielfach aus Osteuropa, Russland, Übersee. Das trifft im Übrigen natürlich nicht nur für Holzprodukte zu, sondern für nahezu alle anderen Produkte aus anderen Materialen auch. Die Stoffströme werden immer globaler, was für Umwelt und Klima fatal ist.

Doch jetzt würden wir gerne ein paar Worte zur Situation der Säger in Baden-Württemberg sagen, um Ihnen die Bedeutung der heimischen Sägewerk für den klimafreundlichen Stoffstrom bei Holzprodukten nahe zu bringen und Ihnen auch diese Branche etwas näher vorzustellen. Im Übrigen ist diese beschriebene Situation für nahezu alle mittelständischen Säger in jedem Bundesland ähnlich und auch in anderen EU Ländern wie z.B. Frankreich.

#holzvonhier-Rundholz an Waldstraße-1

Bild Rundholzpolter an Waldstraße

Die Sägewerke leiden heute vor allem unter folgenden Punkten:

Folgende Aspekte wurden von den anwesenden Teilnehmern thematisiert und diskutiert:

(1) Heimische mittelständische Sägewerke bekommen im vielen Regionen zu wenig heimisches Rundholz.

(a) Erstens weil ein nicht geringer Teil des Rundholzes aus den Regionen exportiert wird. Laut FAO (Weltwaldbericht) ist beispielsweise Deutschland nach der Russischen Föderation, USA, Neuseeland und Frankreich der fünftgrößte Rundholzexporteur der Welt. (In Baden-Württemberg sind die Rundholzexporte aus dem Staatsforst nach Angaben von Herrn Forstpräsidenten Reger der an der Jahreshauptversammlung des VSH aus der Sicht des Staatsforstes gesprochen hat, vergleichsweise eher gering: ca. 20% des Einschlages gehen demnach aus dem Staatsforst nach außerhalb Baden-Württembergs).

(b) Zweitens ist in einigen Bundesländern gerade beim immer knapper werdenden Nadelholz ein Großteil des Rundholzes aus dem Staatsforst immer noch in Verträgen mit Großabnehmern anderweitig gebunden, so dass es für den Mittelstand in den Regionen nicht marktwirtschaftlich zur Verfügung steht.

(c) Drittes wird die Versorgung der heimischen mittelständischen Sägewerke aus dem Kommunalwald und dem Privatwald scheinbar immer schwieriger. Während der Staatsforst in vielen Bundesländern bereits nahe an der Nachhaltigkeitsgrenze bewirtschaftet – und hier auch demzufolge nicht mehr Holz mobilisierbar ist und aus Nachhaltigkeitsgründen auch nicht mobilisiert werden kann und sollte -, werden laut neuer Bundeswaldinventur die Bestände im Privatwald immer mehr. Jedoch auch hier an genügend Holz zu kommen wird für die Mittelständischen Säger aus diversen Gründen immer schwieriger.

  • Jede Kommune und jeder Waldbesitzer der hier mithelfen will regional Kreisläufe zu guten Konditionen wieder zu schließen ist hier herzlich zum Austausch mit Holz von Hier und dem VSH willkommen. Holz von Hier entwickelt hierzu auch mit einem Arbeitskreis aus forstlichen Vertretern und der BLE (Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung) eine bundesweite Plattform, die sicherlich für viele Kommunen und Waldbesitzer interessant sein kann. Bitte melden Sie Sich bei uns.

 

(2) Die immer weiter auseinander klaffende Schere zwischen Rundholzpreisen und Schnittholzpreisen ist für mittelständische Betriebe, die nicht in anderen Ländern oder Produktbereichen Depandancen haben nicht mehr ausgleichbar.

Die Rundholzpreise in Mitteleuropa sind weltweit die höchsten und werden regional vom Forst festgesetzt. Die Schnittholzpreise dagegen sind heute Weltmarktpreise und werden von einigen wenigen sehr großen Global Playern festgemacht. Bereits die Stoffströme beim Schnittholz sind heute international. Umweltorganisationen haben heraus gefunden, dass das in vielen Ländern der Welt in den dortigen Urwäldern illegal geschlagene Holz die Schnittholzpreise weltweit um 9 bis 16 % senkt. Ein wichtiges Dokument hierzu sind beispielsweise die Berichte der UNEP und Interpool wie z.B. „Green Carbon and Black trade“.

Dieses „billigere“ Holz das als alles andere als “klimaneutral“ gelten muss, erkaufen wir als Verbraucher meist unwissentlich mit enormen Folgen nicht nur für Klima und Biodiversität sondern auch für die Sägewerke in unseren Regionen und die Arbeitsplätze die sie zur Verfügung stellen. Dabei profitieren wir als Kunden von diesem Preisdumping meist noch nicht einmal. Die günstigeren Schnittholzpreise verlieren sich letztlich im Endprodukt das wir kaufen. Deswegen ist beispielsweise ein Car-Port, ein Holzhaus, ein Dachstuhl oder eine Inneneinrichtung mit dem klimafreundlichen Holz von Hier Nachweis in der Regel nicht oder nur sehr unwesentlich teurer als ein Holzprodukt mit Holz unbekannter Herkunft.

  • Im übrigen gilt das hier gesagte natürlich nicht nur für Holz sondern für jeden anderen Rohstoff. Raubbau an Ressourcen, egal bei welchem Material, macht über Dumpingpreise unsere Umwelt kaputt und kommt uns als Verbrauchern letztlich gar nicht zugute.

 

(3) Steigende Energiekosten bei derzeit immer weniger Rendite für Sägerestholzprodukte.

Die Energiekosten sind bei den Sägewerken erheblich gestiegen. Dies, verbunden mit immer strengeren Auflagen der Versicherer im Bereich Brandschutz, damit sie die Betriebe überhaupt noch versichern, und verbunden mit den Zahlungsmodalitäten, nehmen das betriebswirtschaftliche Ergebnis der mittelständischen Säger immer mehr in die Zange. Viele mittelständische Säger können froh sein, wenn sie am Ende des Jahres eine schwarze null schreiben und das liegt wie oben geschildert weder am betriebswirtschaftlichen Geschick noch der Innovationskraft der regionalen Betriebe, hat also nichts mit „natürlicher Auslese zu tun“ oder einem „unvermeidbaren Strukturwandel“, wie einige sicher immer schnell und gerne über die Brache sagen.

  • Jeder erfahrene Anbieter für betriebliche Brandschutzkonzepte im Sägewerksbereich, der von Versicherern akzeptiert wird und der den Betrieben des VSH gute Angebote machen kann ist hier herzlich eingeladen dies zu tun.

Hinzu kommt, dass es zwar für Energieholz aus dem Forst oder Landschaftspflegematerial im EEG, dem erneuerbaren Energien Gesetz, einen Förderbonus gibt, den so genannten NaWaRo Bonus für nachwachsende Rohstoffe, den gibt es aber nicht für das Restholz der Sägewerke. Warum eigentlich nicht fragt hier der VSH Baden Württemberg, wie wir finden zu recht. Und Holz von Hier fragt: „warum ist der NaWaRo Bonus eigentlich nicht an heimische Rohstoffe gebunden“. Warum bekommen also Waldhackschnitzel (teils auch noch ohne Waldnachhaltigkeitslabel) aus langen Transporten und teils Übersee-Importen, die gleiche Förderung in Deutschland wie Hackschnitzel aus dem heimischen Wald? Und das, wo doch die NaWaRo Förderung ursprünglich doch wohl als Klimaschutzförderung gedacht war?

  •  Wir werden dieses Thema in einer gesonderten Blog-Serie „gestaltete Bioenergie“ näher beleuchten.

 

Herbstwald Unterwuchs #holzvonhier

Bild eines heimischen Waldes (Bildquelle Holz von Hier)

Für diejenigen Leser, die die Stoffströme von Holz noch nicht so kennen, möchten wir kurz auch auf den Forst und die nachfolgenden Branchen eingehen.

Rundholz wird in unserem nachhaltig bewirtschaften heimischen Wäldern eingeschlagen. Bereits per Waldgesetz müssen unsere heimischen Wälder nachhaltig bewirtschaftet werden und darüber hinaus sind in Deutschland 70% der Waldflächen mit den international anerkannten Waldlabeln FSC und PEFC zertifiziert, die die nachhaltige Waldbewirtschaftung nochmals in besonderer Weise hervorheben und überprüfen. Das ist in anderen Ländern noch deutlich anders. In Afrika oder Asien sind beispielsweise weniger als 5 % aller Waldflächen mit diesen internationalen Nachhaltigkeitslabeln im Wald zertifiziert. Unter anderem deshalb ist es gerade bei Holz aus solchen Ländern besonders wichtig auf anerkannte Nachweise nachhaltiger Waldwirtschaft zu achten.
#holzvonhier - info - logging-and-corruption_ca51

Bild: Korruptionsrisiko nach Welregionen aus denen Rohstoffe also auch Holz nach Europa kommt (Quelle Weltbank).

Dies betrifft Holz von Hier nicht, weil es Holz aus solchen Ländern systemimmanent ausschließt. Da Holz von Hier bewusst keine eigenen Kriterien für die Waldbewirtschaftung in seinem Standard festgelegt hat, sondern den Stoffstrom ab dem Rundholz an Waldstraße betrachtet, für Holz von Hier das Thema nachhaltige Waldwirtschaft aber dennoch sehr wichtig ist, ist eine der Grundvoraussetzungen für Rundholz, das in die CoC Kontrolle von Holz von Hier eingespeist wird, dass dieses „ … aus nachhaltiger Waldwirtschaft stammen muss, nachgewiesen durch ein Forstmanagementzertifikat nach FSC, PEFC oder vergleichbar“.

Schnittholz #holzvonhier
Bild Schnittholz kurz vor dem Abtransport (Netzwerkbild Holz von Hier)

Heimische Sägewerke schneiden den Rohstoff Rundholz ein und machen daraus Bauholz, Schnittholz aller Art für den Hausbau und Innenausbau, Möbelbau und Holz im Außenbereich. Beim Säger fallen aber auch Sägerrestholzprodukte an, aus denen Hackschnitzel, Pellets oder Brennholz für Kunden wird.

Inzwischen sind die heimischen Sägewerke jedoch von zwei Seiten in Bedrängnis: sie bekommen immer weniger Rundholz aus dem heimischen Wald und auf der anderen Seite verwenden immer weniger nachfolgende Betriebe wie Zimmerer und Schreiner Holz das von heimischen Sägern eingeschnitten wurde, oft sicher unwissentlich, weil sie über den Handel beziehen, der auch in der Regel keine Herkunftsnachweise für das Holz innerhalb kurzer Wege hat.

Deshalb ist es ja so wichtig Ihren Zimmerer oder Schreiner der Ihnen einen Car-Port oder Holzhaus baut oder ein Möbelstück, zu fragen, ob er Ihnen nachweisen kann, woher das Holz kommt, z.B. über ein „Holz von Hier“-Zertifikat. Denn, einem Holzprodukt sieht man es ja nicht an woher das Holz stammt und wie der Stoffstrom war. Lärche aus Sibirien, Fichte aus Russland, Ahorn aus Kanada oder Holz unsicherer Herkunft ? Wenn Sie das nicht wollen, sondern bei allen Holzprodukten, auch bei solchen aus potentiell heimischen Baumarten sicher sein wollen, dass es Holz der kurzen Wege ist, sollten Sie immer einen Nachweis verlangen.

Auch vielen Architekten ist diese Thematik oft nicht bewusst, deshalb fragen Sie als kommunale Entscheider und als Kunden immer auch Ihren Architekten, er möge doch bitte Nachweise wie „Holz von Hier“ in der Ausschreibung fordern oder auf solche Produkte achten. Vielfach wird heute beispielsweise immer noch „Sibirische Lärche“ oder „Meranti“ und anderes ausgeschrieben was leicht durch umweltfreundlichere Holzprodukte derselben Verwendung ersetzt werden könnte. Das liegt weder an der Qualität des Holzes noch an Ignoranz, sondern vielfach daran, weil man sich dessen nicht bewusst ist und oder weil das seit Jahrzehnten beim Holzbau in Ausschreibungstexten so steht, die dann einfach übernommen werden. Auch hier stellen wir uns jeder Diskussion und würden uns freuen Ihnen als ausschreibende Architekten praktische Positiv-Beispiele aufzeigen zu können.

An dieser Stelle möchten wir uns auch bei den Organisationen bedanken die bereits jetzt Partner von Holz von Hier in Baden-Württemberg sind und sich mit viel Engagement auf eine solche Umweltkommunikation eingelassen haben und die Ergebnisse an ihre Klientel herantragen. Mehr zu diesen und allen weiteren Partnern von Holz von Hier erfahren Sie 2015 in unserer neuen Blog-Serie „Unser Partner“.

Wir freuen uns auf den weiteren Diskurs mit Ihnen Allen

Ihre GB und PS

 

Mehr Infos unter http://www.holz-von-hier.de

Mehr Infos zum VSH Baden-Württembreg unter: http://www.vsh.de

 

HOLZ VON HIER -Initiative, Zertifikat, Netzwerk
HOLZ VON HIER –ist eine gemeinnützige Initiative mit nationalem Kuratorium und Beiräten. Holz von Hier ist auch der Name für ein Zertifikat für besonders Klima- und Umweltfreundliche Holzprodukte aus Holz der kurzen Wege. Hinter Holz von Hier steht ein breites und offenes Netzwerk an Partnern und an engagierten Betrieben, die solche Produkte anbieten.
HOLZ VON HIER Stammseite: http://www.holz-von-hier.de
Betriebe, Produkte, Gebäude, Partner finden unter holz-von-hier.de oder einfach eingeben:
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Baumartensteckbrife – Pappel . Schwarzpappel

Schwarz-Pappel-Header

Pappel . Schwarzpappel (Populus nigra; ähnlich „Kanadapappel“ Populus x canadensis) – Überblick

Verwendung: Schnittholz, Möbel & Innenausbau, Böden & Decken, Holzwerkstoffe, sonstiges (z.B. Zündhölzer, Zelluloseholz, Prothesen). Gezüchtete Hybridpappeln werden in südlichen Ländern Europas teils in riesigen Plantagen als Starkholz aber vor allem für die Zellstoff- und Biomasseindustrie angebaut. Problematisch ist deren Wasserverbrauch und dass die Hybriden zunehmend in den natürlichen Schwarzpappelarealen verwilden.

Holzeigenschaften: Holz leicht, fest, zäh. Splint hellgelb, Kern hellbraun.

Vorkommen: das natürliche Verbreitungsgebiet ist ganz Europa bis Zentralasien und Nordwestafrika. Daher: immer Holz von Hier Zertifikat nachfragen.

Kurzportrait zum Baum

Im Gegensatz zur Zitterpappel ist die Schwarzpappel ein langlebiger, bis zu 350 Jahre alt werdender und 2 m starker Baum. Die maximale Höhe beträgt etwa 35 m. Die Krone ist starkastig und weitausladend. Die Rinde grau, die Borke ist im Alter sehr längs-tiefrissig. Die jungen Triebe sind gelblich-braun und kahl. Die Winterknospen sind länglich-oval, klebrig und an den Zweigen anliegend. Die Laubblätter sind dreieckig bis rautenförmig, 5 bis 10 cm lang, am Rand kerbig gesägt und spitz zulaufend. Die Schwarzpappel ist zweihäusig! Die im März und April vor dem Blattaustrieb erscheinenden hängenden männlichen Blütenkätzchen sind bis zu 9 cm lang mit purpurroten Staubbeuteln. Die weiblichen Kätzchen sind gelblich-grün. Die Fruchtreife ist schon im Mai. Das Wurzelsystem zeigt einen hohen Vertikalwurzelanteil und eine primär angelegte Pfahlwurzel. Die Schwarzpappel bildet reichlich Wurzelbrut und Stockausschläge. Die Kanadapappel, auch Euamerikanische Schwarzpappel oder Hybridpappel genannt, ist ein Bastard aus der Europäischen und der Kanadischen Schwarzpappel (P. deltoides). Diese Züchtung (auch spontan entstehend) ist raschwüchsiger, besitzt einen weniger ausladenden Wuchs und wird auch nicht so alt. Die Laubblätter beider Arten sind kaum von einander zu unterscheiden. Selbst Spezialisten haben diesbezüglich Probleme.

Standortpräferenzen

Über ihr natürliches Verbreitungsgebiet (Europa bis Zentralasien, Nordwestafrika) hinaus ist die Schwarzpappel in vielen Regionen (z.B. iberische Halbinsel, Baltikum) eingebürgert worden. Verbreitung in planar bis colinen Lagen. In den Alpen bis maximal 1400 m Höhe. Die Hybridpappel ist in vielen Gebieten als Plantagenbaum angepflanzt worden. Inzwischen ist die Europäische Schwarzpappel in ihrem Verbreitungsgebiet durch die Hybridisierung mit der Kanadischen Schwarzpappel und durch die starke Ausbreitung dieser Hybride extrem selten geworden. Vielerorts ist sie sogar schon nicht mehr zu finden. Die Schwarzpappel ist wärmeliebend und kommt hauptsächlich in den Ebenen und im tieferen Bergland vor. Extreme Winterkälte verträgt sie nicht, ist jedoch relativ frostresistent. Unter den einheimischen Pappelarten ist die Schwarzpappel die dürreempfindlichste. Die Schwarzpappel bevorzugt lockere, tiefgründige, nährstoff- und basenreiche Kies-, Sand- und Lehmböden. Die Schwarzpappel wächst zerstreut in Auenwälder (speziell in der Weichholzaue zusammen mit der Silberweide) und in den Flussniederungen des Flachlandes, die periodisch überschwemmt werden.

Waldbauliche Behandlung

Die Hybridpappel ist in z.T. riesigen Plantagen angebaut worden und verwildert zunehmend in den natürlichen Schwarzpappelbeständen. Beide Arten sind Pionier- und Vorwaldbaumart und damit an feuchten Stellen für Freiflächenaufforstungen geeignet. Die Europäische Schwarzpappel wird forstlich relativ wenig genutzt, da die Hybridpappel erheblich raschwüchsiger und weniger breitkronig ist. Die Hybridpappel wird meistens in Reinbeständen in großen Plantagen angebaut, wo selbst bei einer weiten Bepflanzung die Stämme astfrei und geradschaftig gehalten werden. Die in der Jugend raschwüchsigen Reinbestände der Hybridpappel können sowohl zur Starkholzproduktion im Schnellwuchsbetrieb als auch zur schnellen Biomasseproduktion verwendet werden. Ein erstes Ausforsten der jungen Pappeln im Reinbestand kann schon im Alter von etwa 10 Jahren erfolgen (BHD ca. 20 cm), wenn jeder zweite Baum entnommen wird. Die so in Plantagen angebauten Hybridpappeln sind nach 70 Jahren (Starkholz, BHD > 50 cm) hiebsreif und damit die raschwüchsigsten forstlich genutzten Bäume in Mitteleuropa. Die Hybridpappeln werden in Zukunft auch bei der Biomassenutzung eine größere Bedeutung erlangen (Kurzumtriebsplantagen). Durch kurze Umtriebszeiten kann auch die Kernfäule verhindert werden. Die Schwarzpappel kann als Zeitmischung mit raschwüchsigen Edellaubbäumen (Esche, Kirsche, Schwarzerle) eingesetzt werden. Im Mittelwald feuchter Standorte kann sie die Wertleistung erhöhen. Die Pyramidenpappel (Populus nigra ‚italica‘) mit den fast senkrecht aufgerichteten Ästen und der zypressenartigen markanten Form ist eine Zuchtform der Europäischen Schwarzpappel.

Sonstiges zur Verwendung

Das kernlose Holz ist leicht, fest und zäh. Es wird verwendet als Schälfurnier, für Zündhölzer, als Zelluloseholz, für Prothesen, Holzschuhe, Zeichentische und Blindholz für Mittellagen in der Schichtholzherstellung.

 

Mehr zum Thema

Jeden Montag gibt es einen neuen Baumartensteckbrief.
Mehr zum Thema Holzarten und Holzverwendung finden Sie auf der HOLZ VON HIER APP (www.bit.ly/hvh-APP) oder unter http://www.holz-von-hier.de

Mitmachen bei „Wald-Wege zur Vielfalt“

Sind Sie Waldbesitzer, eine Kommune mit Wald, ein Landschaftspflegeverband oder sonstige Organisation, die Wald oder Grünflächen bewirtschaftet, dann nutzen Sie die Plattform „Wald – Wege zur Vielfalt“, um Interessenten für weniger gängige Baumarten und Sortimente zu finden.

Diese (GIS basierte ) Plattform baut Holz von Hier mit einen Arbeitskreis von Forstexperten auf. Das begleitende gemeinnützige Projekt mit ein Titel „Wald-Wege zur Vielfalt“ wird unterstützt vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) und der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) in Rahmen des deutschen Bundesprogramms „Biologische Vielfalt“. Mehr zum Projekt unter http://www.holz-von-hier.de.

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Baumartensteckbrief – Mehlbeere

Mehlbeere-Header

Mehlbeere (Sorbus aria) – Überblick

Verwendung: Bisher selten verwendet. Geeignet für Schnittholz, Furnier, Möbel und Innenausbau, Interieur, Drechselware, Sonstiges (z.B. Spezialwerkzeuge, Messgräte, Axtstile, Werkzeuge, -griffe). Früchte wurden früher zu Fruchtmus verarbeitet, hoher Gehalt an Apfel- und Zitronensäure, wurden daher früher zur Essiggewinnung verwendet.

Holzeigenschaften: Holz sehr interessan. Holz hart, fest, zäh, vergleichsweise schwer, jedoch gut bearbeitbar, Struktur feinfasering, wenig schwindend. Splint gelblch-weiß, Kern braun bis rosa.

Vorkommen: Baumart mit sehr interessanten ökologisch-forstlichen  Eigenschaften (z.B. Bodenverbesserer, Pionierbaumart auch auf Rohböden oder Schutthalden, unempfindlich gegen Steinschlag ect), aber leider stark vernachlässigte mitteleuropäische Baumart, weil sehr langsam wachsend. Potentielles Vorkommen ganz Mitteleuropa, Licht- bis Halbschattenbaumart. Daher: immer Holz von Hier Zertifikat nachfragen.

Kurzprotrait zum Baum

Die Mehlbeere wächst sowohl in Strauchform als auch als bis zu 25 m hoher Baum. Das Höchstalter wird mit 200 Jahren angegeben, wobei dann Stammdurchmesser von bis zu 50 cm erreicht werden können. Die Kronenform ist ei- bis kugelförmig. Die Rinde ist grau, längsrissig und die Borkenbildung setzt bei der Mehlbeere erst in einem höheren Alter ein. Die jungen Triebe sind anfangs wollig bis filzig behaart, später verkahlend und olivgrün bis hellbraun, manchmal auch etwas rötlich. Deutlich sind an den Trieben und am jungen Stamm rautenförmige Korkwarzen zu erkennen. Die Winterknospen sind grün, die Knospenschuppen miteinander verklebt und an der Spitze wollig. Die Blätter sind eiförmig bis elliptisch geformt und leicht zugespitzt, mit leicht gezähntem Rand und unterseits weiß bis grau filzig bis wollig. Zum Zeitpunkt des Blattaustriebes sind die Blätter charakteristisch aufgerichtet. Die Seitennerven der Blätter enden meist in den größeren Blattzähnen. Die weißfilzigen Blüten (Mai und Juni) sind ca. 1,5 cm groß und zu mehreren in kleinen Schirmrispen vereinigt. Die Blüten duften angenehm und sind sehr nektarreich. Die im Oktober reifen Früchte sind orange- bis scharlachrot und 1 bis 1,5 cm lang. Der Blütenkelch bleibt oberseits der Früchte hängen. Die Früchte schmecken mehlig-fad. Die Mehlbeere besitzt eintiefes Herzwurzelsystem.

Standortpräferenzen

Das Verbreitungsareal der Mehlbeere umfasst fast ganz Europa bis weit nach Norden, über den Kaukasus bis in den Himalaya. In Deutschland kommt sie besonders im Bereich der Mittelgebirge, vor allem in Süddeutschland vor. In den Zentralalpen in Höhen bis 1600 m vorkommend. Der Mehlbeerbaum bevorzugt sommerwarme, trockene Kalkstandorte der kollinen und submontanen Höhenstufe. Es ist eine Halblichtbaumart, die frost- und winterhart und wenig dürreempfindlich ist. Die kalkliebende Mehlbeere wächst hauptsächlich auf tiefgründigem, feinem Hangschutt und Rendzinen, da sie dort dem Konkurrenzdruck der anderen Baumarten am wenigsten ausgesetzt ist. Auf kalk- und nährstoffreichen Humus- oder Lehmböden erreicht sie beste Wuchsleistungen.

Waldbauliche Behandlung

Die Mehlbeere ist eine der forstlich stark vernachlässigten mitteleuropäischen Baumarten. Die Licht- bis Halbschattbaumart ist besonders in lichten Eichen-Hainbuchenwäldern, in Buchen- und Kiefernwäldern, im Saum von wärmeliebenden Gebüschen und an südexponierten Hängen zu finden. Außerdem ist sie natürlicherweise den Wäldern trockener warmer Standorte beigemischt (z.B. Flaumeichenwälder und Lindenmischwäldern) und tritt nur selten als Bestandsbildende Baumart auf (z.B. Mehlbeeren-Ahornwald). Sie ist ein beliebter Straßen-, Park- und Gartenbaum, und verträgt auch kräftige Rückschnitte. Die Mehlbeere wächst sehr langsam. Sie eignet sich sehr gut für die Bildung eines Nebenbestandes unter Kiefern, als Beimischung zu Eichenbeständen und für die Aufforstung von Kalkschutthängen. Die Mehlbeere ist robust gegen Verletzungen durch Steinschlag. Das leicht abbaubare Laub wirkt bodenverbessernd und ist daher auf Rohböden und Schutthalden für den späteren Anbau anderer Baumarten von Bedeutung.

Sonstiges zur Verwendung

Das Holz besitzt einen gelblich-weißen Splint und einen rotbraunen, manchmal leicht rosagefärbten Kern. Die Struktur ist feinfaserig. Es ist hart, fest, zäh und häufig sehr schwer, jedoch gut bearbeitbar. Es wird als Drechslerholz, für Tischlereien, für Spezialwerkzeuge (Messgeräte), Axtstiele und andere Werkzeuge geschätzt. Der Brennwert ist ebenso hoch wie beim Buchenholz. Die Früchte wurden früher zu Fruchtmus verarbeitet. Sie besitzen einen hohen Gehalt an Apfel- und Zitronensäure und wurden daher auch für die Essiggewinnung verwendet.

 

Mehr zum Thema

Jeden Montag gibt es einen neuen Baumartensteckbrief.
Mehr zum Thema Holzarten und Holzverwendung finden Sie auf der HOLZ VON HIER APP (www.bit.ly/hvh-APP) oder unter http://www.holz-von-hier.de

Mitmachen bei „Wald-Wege zur Vielfalt“

Sind Sie Waldbesitzer, eine Kommune mit Wald, ein Landschaftspflegeverband oder sonstige Organisation, die Wald oder Grünflächen bewirtschaftet, dann nutzen Sie die Plattform „Wald – Wege zur Vielfalt“, um Interessenten für weniger gängige Baumarten und Sortimente zu finden.

Diese (GIS basierte ) Plattform baut Holz von Hier mit einen Arbeitskreis von Forstexperten auf. Das begleitende gemeinnützige Projekt mit ein Titel „Wald-Wege zur Vielfalt“ wird unterstützt vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) und der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) in Rahmen des deutschen Bundesprogramms „Biologische Vielfalt“. Mehr zum Projekt unter http://www.holz-von-hier.de.

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Baumartensteckbrief – Linde

Linde-Header

Linde (Tilia spp.) – Sommerlinde (Tilia platyphyllos), Winterlinde (Tilia cordata) – Überblick

Verwendung: Schnittholz, Furnier, Interieur, Drechselware, Schnitzerholz, sonstiges (z.B. Musikinstrumente, Spielzeug).

Holzeigenschaften: Holz weich, leicht, gleichmäßige Struktur, zäh aber wenig bruchfest, im Vregelch mt andern Hölzern relativ stark schwindend, aber leicht zu bearbeiten, nur für den Innenbereich. Splint gelblich-weiß, Kern dunkel.

Vorkommen:  ganz Europa (ohne Nordeuropa) einschließlich Kleinasien und Kaukasus. Daher: immer Holz von Hier Zertifikat nachfragen.

Kurzportrait zum Baum

Die bis zu 40 m hohen Bäume erreichen Stammdurchmesser von 1 m und mehr. Linden erreichen ein sehr hohes Alter, nicht selten 300 bis 400, maximal 1000 Jahre. Die Krone ähnelt in der Form dem Blatt. Im Alter bildet die Linde eine dunkelgraue, längsrissige Borke. Die jungen Triebe sind leicht hin und her gebogen, oft sonnenseitig rötlich und abstehend flaumig aber schon bald verkahlend. Die Triebe der Winterlinde besitzen kleine Korkwarzen. Die Winterknospen der Sommerlinde sind rötlich, eiförmig und an der Spitze leicht behaart. Die der Winterlinde sind nicht behaart. Die Blätter der Linden sind behaart und rundlich bis schief-herzförmig zugespitzt. Die Sommerlinde besitzt weiße, die Winterlinde bräunliche Haarbüschel an den Achseln der Blattnerven (Blattunterseite). Die Blüten sind zwittrig, 2- bis 5-zählig (Sommerlinde) oder 4- bis 11-zählig (Winterlinde) mit einem flügelartigen an den Blütenstand angewachsenen Hochblatt. Die Früchte bestehen aus einer einsamigen Nuss. Die Früchte der Sommerlinde sind größer als die der Winterlinde. Das Wurzelsystem ist als Herzwurzelsystem ausgebildet mit schrägen Abzweigungen aus den Achseln der Hauptseitenwurzeln. Die mechanische Wurzelenergie ist gering. Linden besitzen ein gutes Stockausschlagvermögen.

Standortpräferenzen

Das Verbreitungsareal der Sommerlinde ist ganz Europa, mit Ausnahme der nordeuropäischen Regionen, einschließlich Kleinasien und dem Kaukasus. Sie Sommerlinde kommt weiter im Süden und Südosten vor als die Winterlinde, die wiederum weiter nach Norden und Nordosten vorkommt. In den Höhenlage steigt die Sommerlinde höher als die für kolline Lagen typische Winterlinde. Im Bayerischen Wald bis in Höhen von 950 m, in den nördlichen Randalpen bis 1300 m. Die Sommerlinde (Schattbaumart) wächst im sommerwarmen, subatlantische Klima, besonders in luftfeuchteren Lagen. Die Wärme- und Lichtansprüche der Sommerlinde sind höher als die der Winterlinde. Längere Trockenperioden werden ertragen. Sommerlinde wie Winterlinde sind spätfrostgefährdet, erstere durch den 1-2 Wochen früheren Austrieb etwas stärker als die Winterlinde. Sie sind sturmfest. Optimal gedeiht die Sommerlinde auf frischen Lehmböden. Arme Böden werden gemieden. Bezüglich der Basen- und Nährstoffversorgung ist die Sommerlinde anspruchsvoller als die Winterlinde. Tief gelegene Vorkommen stocken meist auf extremen Böden. Die Sommerlinde tritt im kollinen bis submediterranen eichenreichen Mischwald auf. Besonders häufig auf sonnseitigen Blockhalden, etwas weniger in wärmeliebenden Laubwäldern. Häufig kommt die Sommerlinde auch in tief- bis submontanen Linden-Mischwäldern, in bodenfrischen Bergahornwäldern sowie Buchenwäldern vor. Die Winterlinde bevorzugt sommerwarme Laub- oder Laub-Nadelmischwälder (Eichen-Hainbuchenwälder), Ahorn-Hangwälder und Eichen-Auenwälder. Linden sind spezialisiert auf die Besiedelung sonnseitiger, mäßig stabilisierter, Kalkfeinschutthalden am nieder-schlagsreichen Alpenrand.

Waldbauliche Behandlung

Traditionell erfolgte die Bewirtschaftung der Linde meist im Mittelwald, außerdem finden sie sich als Einzelbäume im Plenterwald. In der Dorfkultur (Biergärten, Dorflinde, etc.), auf der Feldflur und als Alleebaum besitzen sie eine hohe Bedeutung. Allerdings sind beide Lindenarten relativ empfindlich gegenüber Abgasen und Streusalz. Von forstlicher Seite wird heute versucht, beide Lindenarten im Hochwald zu erhalten und zu fördern. Linden können bis zu 15 m astfreie Stämme bilden, was sie auch für Furniere interessant macht. Die Schatten ertragende Nebenbestandsbildnerin ist bodenpfleglich. Ferner eignet sie sich durch die gute Stockausschlagfähigkeit, die Unempfindlichkeit gegen Schäden und ihren Pioniercharakter zum Aufbau von Schutzwaldbestockungen auf Schutthalden und zur Bodenbefestigung. Die Streu ist relativ leicht abbaubar, die der Sommerlinde schneller als die der Winterlinde. Eine sorgsame Mischwuchspflege ist zum Erhalt der im Wirtschaftwald weitgehend verschwundenen Baumart notwendig. Linden werden im Nieder- und Mittelwald durch gutes Ausschlagvermögen begünstigt.

Sonstuiges zur Verwendung

Lindenholz besitzt einen breiten gelblich-weißen Splint und einen dunkel getönten Kern. Das Holz ist weich, leicht (Sommerlindenholz ist leichter als Winterlindenholz) mit sehr gleichmäßiger Struktur. Es ist zäh, aber wenig bruchfest, relativ stark schwindend, aber leicht zu bearbeiten. Unter Witterungseinfluss ist es wenig dauerhaft und wird daher meist nur im Innenbereich verwendet. Das Holz eignet sich besonders gut für Bildhauerei, Schnitzerei und Drechslerei, für den Musikinstrumentenbau und für eine Vielzahl kleinerer Gebrauchsgegenstände (Spielzeug, Küchengeräte, etc.). Das Holz findet aber auch in der Furnierherstellung eine Anwendung. Die Blüten finden eine Verwendung in der Medizin. Lindenblüten liefern einen sehr guten Bienenhonig.

 

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