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Baumartensteckbrief – Lärche

Lärche-Header

 

Lärche (Larix decidua)- Überblick

Verwendung: Schnittholz, Konstruktionsholz, Bauholz, Bauelemente (Fenster, Türen, Treppen), Außenholz, Fassaden, Möbel & Innenausbau, Böden & Decken, sonstiges

Holzeigenschaften:  Vergleichsweise hart und schwer. Splint rötlich-weiß, Kern rotbraun. Nach der Eibe das härteste europäische Nadelholz.

Vorkommen: Europaweit, Skandinavien, Osteuropa, Russland, Sibirien, Hauptverbreitungsgebiet in alpinen und subalpinen Regionen und borealen Waldgebieten. Daher: immer Holz von Hier Zertifikat nachfragen.

Kurzportrait zum Baum

Die Lärche wird unter optimalen Bedingungen bis zu 50 m hoch mit geradschaftigem Stamm, bei einem maximalen Alter von 500 Jahren und einem maximalen Stammdurchmesser mitunter bis zu 2 m. Aus der anfangs schmalen, kegelförmigen Krone bildet sich später ein breiter abgeflachter Wipfel. Die anfangs glatte und graubraune Rinde wird im Alter zu einer rotbraunen, tiefrissigen und schuppig abblätternden, bis zu 10 cm dicke Borke. Junge Triebe sind gelblich bis hellbraun und völlig von Nadelpolstern umgeben. Die Winterknospen sind ca. 2 mm groß, rund, dunkelbraun und dicht abschließend. Die sommergrünen Nadeln stehen an Kurztrieben in Büscheln zu 30 bis 50 Nadeln. An Langtrieben sitzen die Nadeln vereinzelt. Im Oktober werden die Nadeln goldgelb. Die von März bis Mai aufbrechenden Blüten sitzen an mindestens zweijährigen Kurztrieben und erscheinen vor dem Nadelaustrieb. Die männlichen Blüten sind kugelig, bis zu 1 cm groß, schwefelgelb und schon im Winter als vergrößerte Knospen erkennbar. Die weiblichen Blütenstände sind eiförmig, bis zu 1,5 cm lang, rötlich und aufrecht sitzend. Die aufrechten Zapfen bleiben am Ast sitzen, wenn im ersten Jahr der Fruchtreife die geflügelten Samenschuppen herausfallen. Typischerweise bildet die Lärche ein Herzwurzelsystem mit schräg abwärts gerichteten Hauptseitenwurzeln. Eine Pfahlwurzel wird nur in der Jugend angelegt.

Standortpräferenzen

Das Hauptverbreitungsgebiet der Lärche (Alpen-Lärche) ist subalpin und liegt in den Zentralalpen nahe der Baumgrenze, in Höhen bis zu 2400 m, dort häufig zusammen mit der Arve. Ein weiteres Verbreitungsareal liegt in der Hohen und Niederen Tatra (Tatra-Lärche), in den Waldbeskiden (Polen-Lärche) und in einzelnen Bergregionen Rumäniens. Angebaut wurde sie in den letzten 300 Jahren auch im Hügel- und Tiefland Mitteleuropas. Die Lärche toleriert kontinentales Klima und ist angepasst an strenge Winter, kurze, strahlungsreiche Sommer und Lufttrockenheit. Die weite Klimaamplitude reicht vom mäßig trocken-kontinentalen bis zum feucht-subatlantischen bei Jahresmitteltemperaturen von -1° bis 14° C und Jahresniederschlägen von 450 bis 2500 mm. Die Amplitude der Lärche ist größer als die der Fichte. Bei geringen Nährstoffansprüchen bevorzugt die Lärche frische Böden und wächst sowohl auf Kalk- als auch auf Silikatgestein. Sie gedeiht optimal auf tiefgründigen, gut durchlüfteten, nachhaltig frischen Böden und meidet Pseudogleyeböden wegen Luftmangel. Der Wasserbedarf liegt mit 250 bis 300 mm pro Jahr unter dem der Fichte und Tanne. Durch die hohe mechanische Wurzelenergie ist die Lärche für skelettreiche Böden und dichte Fließerdeböden geeignet. Auf schlecht durchlüfteten Böden bildet sich ein stark verflachtes Herzwurzelsystem mit Senkern aus.

Waldbauliche Behandlung

Der forstliche Anbau erfolgt sowohl als Mischbaumart als auch in Reinbeständen. Der Einschlag erfolgt im Alter von 100 bis 140 Jahren und später. Als Lichtbaumart ist die Lärche empfindlich gegen seitliche Kroneneinengung. Auf bewegten Böden in Steillagen neigt die Lärche zu Säbelwuchs. Die in ihrem natürlichen Areal winterfrostharte Hochlagenlärche ist in Tieflagen durch Spätfröste gefährdet. Frostgeschädigte Rindenpartien können vom Lärchenkrebspilz (Lachnellula willkommii) befallen werden, welcher zu Zuwachsverlusten und Kümmerwuchs, in der Regel aber nicht zum Absterben der Bäume führt. Auch die „Lärchenkrankheit“, ein Pilzbefall mit Ascocalyx laricina, wird durch späte Frühjahrsfröste ausgelöst und durch kühlfeuchte Sommer begünstigt. Bei Hochlagenaufforstungen kann ein epidemisches Absterben der jungen Triebe auftreten. Der Lärchen-Wickler (Zeiraphera diniana) kann in manchen Jahren ein Massenauftreten haben und dadurch ganze Bestände kahl fressen. Starker Befall durch die Lärchenminiermotte kann in Tieflagenaufforstungen zum Absterben der Bäume führen. Lärchenblasenfuß ist ein Schädling, der besonders in fichtenreichen Mischbeständen auftritt. Durch Verbiss- und Fegeschäden kann die Lärche in Tieflagen häufig nur unter Schutz eingebracht werden. In den Alpen ist die Lärche wichtigste Mischbaumart zur Stabilisierung fichtenreicher Bergwälder und als Pionierbaumart zur Wiederbestockung von Katastrophenflächen. In Tieflagen besonders geeignet zur Anreicherung von gering leistungsfähigen Eichen-Hainbuchen- und Buchenwäldern, wodurch die Rentabilität solcher Bestände deutlich gesteigert werden kann. Die Mischung mit Laubbäumen (Buche) ist wesentlich besser wüchsig als mit der Fichte. Für den Anbauerfolg ist die Auswahl geeigneter Standortrassen entscheidend.

 Sonstiges zur Verwendung

Der gelbliche bis rötlichweiße Splint setzt sich deutlich vom rotbraunen Kernholzbereich ab. Nach der Eibe ist das Holz der Lärche das schwerste und härteste Holz unter den heimischen Nadelhölzern mit hoher Festigkeit, Elastizität sowie gutem Schwindverhalten. Es ist leicht zu bearbeiten. Das Kernholz ist dauerhaft und witterungsbeständig. Aktuell findet das Holz der Lärche Verwendung als Möbelholz, Konstruktionsholz im Außenbereich (Fenster, Türen, Treppen), im Innenausbau (Wand- und Deckenverkleidung) und in der Industrie. Es ist eine sehr geschätzte Holzart.

 

Mehr zum Thema

Jeden Montag gibt es einen neuen Baumartensteckbrief.
Mehr zum Thema Holzarten und Holzverwendung finden Sie auf der HOLZ VON HIER APP (www.bit.ly/hvh-APP) oder unter http://www.holz-von-hier.de

Mitmachen bei „Wald-Wege zur Vielfalt“

Sind Sie Waldbesitzer, eine Kommune mit Wald, ein Landschaftspflegeverband oder sonstige Organisation, die Wald oder Grünflächen bewirtschaftet, dann nutzen Sie die Plattform „Wald – Wege zur Vielfalt“, um Interessenten für weniger gängige Baumarten und Sortimente zu finden.

Diese (GIS basierte ) Plattform baut Holz von Hier mit einen Arbeitskreis von Forstexperten auf. Das begleitende gemeinnützige Projekt mit ein Titel „Wald-Wege zur Vielfalt“ wird unterstützt vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) und der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) in Rahmen des deutschen Bundesprogramms „Biologische Vielfalt“. Mehr zum Projekt unter http://www.holz-von-hier.de.

Bei Interesse an einer Teilnahme schicken Sie uns einfach eine Mail mit Ihren Kontaktdaten an info@holz-von-hier.de (Stichwort: Wald-Wege zur Vielfalt).

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Baumartensteckbrief – Vogelkirsche

Vogelkirsche-Header

 

Kirsche (Kulturkirsche, Vogelkirsche; Prunus avium) – Überblick

Verwendung: Schnittholz, Furnier, Möbel & Innenausbau, Interieur, Drechselwaren, sonstiges. Frucht essbar. Leider verschwinden die schönen für die Biodiversität wichtigen Obsthochstämme immer mehr.

Holzeigenschaften: Wertvolles Nutzholz. Holz mittelschwer, hart, gute Festigkeit und Elastizität, schwindet etwas, dennoch gute Stehfähigkeit, leicht und sauber bearbeitbar, gut biegbar. Splint schmal, Kern mit schönen rötlichen Farbschattierungen. Zwischen dem Holz der Kulturkirsche und der Wildkirsche gibt es kaum Unterschiede.

Vorkommen: ganz Europa (außer hoher Norden und Nordosten) bis Kleinasien und Kaukasus. Daher: immer Holz von Hier Zertifikat nachfragen.

Kurzportrait zum Baum

Die Vogelkirsche wächst als 15 m bis 20 m (max. 30 m) hoher Baum mit bis zu 50 cm (max. 80 cm) Durchmesser. Vogelkirschen mit 60 bis 80 Jahren (max. 100 Jahren) verhältnismäßig kurzlebige Bäume. Im Freistand ist die Kronenform rund und der Hauptstamm kurz. Im Bestand kann die Vogelkirsche lange astfreie Stämme entwickeln. Die Rinde ist anfangs glatt, glänzend, grau- bis rotbraun mit quergestellten Korkwarzenbändern. Die Rinde löst sich im Alter in Querstreifen ab. Im hohen Alter bildet sich eine längsrissige, schwarzgraue Borke. Junge Triebe sind kahl, braun und besitzen runde Korkwarzen. Die Winterknospen sind länglich bis eiförmig, zugespitzt, braun und 3 bis 5 mm lang. Die Blätter sind verkehrt-eiförmig zugespitzt, grob gesägt und besitzen am Blattstiel 2 bis 4 roten Drüsen (Nektarien). Die vor der Laubentfaltung erscheinenden Blüten sind weiß, langstielig, in Büscheln zu 2 bis 4. Die Steinfrüchte (Kirschen) sind kugelig und glänzend schwarz- bis hellrot. Die Früchte der Wildform sind kleiner als die der kultivierten Süßkirschen-Sorten und bittersüß.

Standortpräferenzen

Das Verbreitungsgebiet der Vogelkirsche erstreckt sich mit Ausnahme des hohen Nordens und Nordostens über ganz Europa und reicht weit nach Kleinasien und den Kaukasus hinein. Sie kommt in den Alpen bis in 1500 m Höhe noch als Baum vor. Die Vogelkirsche liebt keine zu extremen Standorte, weder zu trockene und zu heiße als auch zu stark spätfrostgefährdete und Muldenlagen mit Kaltluft. In Mitteleuropa ist ihr diesbezügliches Optimum das ausgeglichene Klima der Auenwälder. Sie gedeiht besonders gut auf frischen, nährstoffreichen und gut durchlüfteten Lehmböden. Sie kommt sowohl mit kalkhaltigen als auch mit kalkarmen Böden zurecht. Die Vogelkirsche ist eine Baumart der artenreichen Laubmischwälder, kommt häufig an Waldrändern, Hecken sowie in umgebauten Mittelwäldern vor und ist in der Hartholzaue weit verbreitet.

Waldbauliche Behandlung

Die Vogelkirsche wird als Wertholz in jüngerer Zeit wieder vermehrt forstlich angebaut. Empfohlen wird der Anbau gerade bei Erstaufforstungen, weil die Vogelkirsche vergleichsweise zeitig gute Erträge verspricht. Bei genügend Lichtgenuss ist die Wuchsleistung der Vogelkirsche wenigstens ebenbürtig zur Esche. Mit 70 bis 90 Jahren erreicht sie in der Regel einen Durchmesser von 70 cm und eine Höhe von 25 bis 30 m. Die Nutzung erfolgt nach etwa 80 Jahren. Waldbaulich eignet sich der Kirschbaum bestens zur Mischung mit Eschen, Schwarzerlen, Linden, Bergahorn und Buchen. Ältere Bäume leiden häufig unter Stammfäule, was den Kirschbaum mit seiner kurzen Umtriebszeit als idealen Vorbaum in länger lebigen Edellaubwäldern macht. Eine häufig zu beobachtende Krankheit bei Süßkirschen und Wildkirschen ist der sogenannte Gummifuß. Dabei handelt es sich um eine Schädigung des Kambiums, die von außen durch eine mechanische Verletzung hervorgerufen wurde. Statt der Holzzellen werden an dieser Stelle gummiartige Zellen gebildet werden. Es kommt zu einem gallertartigen klebrigen Ausfluss, der an der Luft erhärtet und sich rötlich verfärbt. In das zerstörte Gewebe können nun Sekundärschädlinge (z.B. Pilze) eindringen. Ein häufiger Blattschädling ist die Schwarze Kirschlaus (Myzus cerasi), nach deren Befall sich die Blätter (meist der Endtriebe) charakteristisch zusammenrollen. Zu ihrer Entwicklung benötigt diese Laus einen Wirtswechsel auf Labkräuter oder Ehrenpreis-Arten.

Sonstiges zur Verwendung

Zwischen dem Holz der Süßkirsche und der Wildkirsche gibt es kaum erkennbare Unterschiede. Kirschholz besitzt einen schmalen gelblichen Splint und einen besonders schönen Farbkern mit rötlichen Schattierungen. Es gilt daher als eines der schönsten und wertvollsten Nutzhölzer der einheimischen Wälder. Das Holz ist mittelschwer, hart mit guter Festigkeit und Elastizität, es schwindet etwas, hat aber dennoch eine gute Stehfähigkeit. Es ist leicht und sauber zu bearbeiten, gut biegbar und schwer spaltbar. Das Holz wird im Handwerk (Furnierholz, Möbeltischlerei, Kunsttischlerei, Intarsienarbeiten, Drechslerei, Bildhauerei, Instrumentenbau), Innenausbau, Auto- und Bootsbau und im Haushalt verwendet. Süßkirschen besitzen, je nach Zuchtsorte, einen hohen Vitamin C Gehalt. Die Weltproduktion beträgt etwa 1,5 Millionen Tonnen. Die wichtigsten europäischen Erzeugerländer sind Deutschland, Italien und Frankreich.

 

Mehr zum Thema

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Mitmachen bei „Wald-Wege zur Vielfalt“

Sind Sie Waldbesitzer, eine Kommune mit Wald, ein Landschaftspflegeverband oder sonstige Organisation, die Wald oder Grünflächen bewirtschaftet, dann nutzen Sie die Plattform „Wald – Wege zur Vielfalt“, um Interessenten für weniger gängige Baumarten und Sortimente zu finden.

Diese (GIS basierte ) Plattform baut Holz von Hier mit einen Arbeitskreis von Forstexperten auf. Das begleitende gemeinnützige Projekt mit ein Titel „Wald-Wege zur Vielfalt“ wird unterstützt vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) und der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) in Rahmen des deutschen Bundesprogramms „Biologische Vielfalt“. Mehr zum Projekt unter http://www.holz-von-hier.de.

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Baumartensteckbrief – Schwarzkiefer

Schwarz-Kiefer-Header

Kiefer (Schwarzkiefer; Pinus nigra) – Überblick

Verwendung: Schnittholz, Konstruktionsholz, Bauholz, Bauelemente (Fenster, Türen, Treppen), Möbel & Innenausbau, Böden & Decken, Außenholz (Gartenmöbel, Verschalungen), teils Verpackungen, sonstiges wie z.B. sehr gut für Schiffsbau, Erdbau, Wasserbau und stark beanspruchte Werkstattböden geeignet.

Holzeigenschaften: Holz sehr harzreich, schwer, dauerhaft, von grobem Gefüge, gute Elastitzitäts- und Festigkeitseigenschaften, als Außenholz sehr gut geeignet. Splint breit und gelb, Kern rötlich bis braunrot.

Vorkommen: ganz Europa aber Schwerpunkt in Mitteleuropa und im Mittelmeergebiet, Balkan und Kleinasien (hier sehr viele Rassen). Daher: immer Holz von Hier Zertifikat nachfragen.

Kurzportrait zum Baum

Die Schwarzkiefer ist ein in Mitteleuropa maximal 30 bis 40 m hoch wachsender Baum mit einem Stammdurchmesser von bis zu 1 m. Das Alter erreicht maximal 400 Jahre. An einigen Naturstandorten (z.B. Korsika) erreicht die Schwarzkiefer auch 60 m Höhe und ein Alter von 600 Jahren. Die Krone ist in der Jugend kegelförmig mit stark aufgerichteten Äste, im Alter schirmartig abgeflacht. Im Freistand ist die Krone sehr weit ausladend. Die Borke ist schwarzgrau bis graubraun und im Alter mit tiefen Rissen und groben Schuppen versehen. Die jungen Triebe sind hellgrau und kahl, teilweise matt glänzend. Die Schwarzkiefer besitzt 2-nadelige (selten 3-nadelige) Kurztriebe. Die einzelnen Nadeln sind 8 bis 15 cm lang, dunkelgrün, steif und sehr dicht stehend. Männliche Blüten sind walzenförmig, bis zu 2,5 cm lang und gelb. Die weiblichen Blütenstände stehen aufrecht einzeln oder bis zu viert, sind ca. 1 cm lang und nur im obersten Kronenbereich. Die sehr kurzgestielten Zapfen sind bis zu 10 cm lang und bis zu 6 cm breit. Die oberen Zapfenschuppen sind oft kurzdornig und strahlig gestreift. Die Samen reifen im 2. Jahr und werden vom Herbst bis ins Frühjahr verbreitet. Die leeren Zapfen fallen im Mai und Juni ab. Die Schwarzkiefer bildet auf tiefgründigem Substrat eine starke Pfahlwurzel aus.

Standortpräferenzen

Die Schwarzkiefer wird in sehr viele Rassen unterteilt, die ihren Verbreitungsschwerpunkt rund um das Mittelmeergebiet, den Balkan und Kleinasien besitzt. Die einzelnen Schwarzkieferrassen kommen von 250 m Höhe (Pyrenäen) bis 2000 m Höhe (Taurus-Gebirge) vor, besitzen also ein sehr breites Spektrum an Wuchsorten. Die in Mitteleuropa anzutreffende Rasse stammt von der Österreichischen Schwarzkiefer (ursprünglich aus dem Wienerwald und Kärnten), da nur diese die nötige Winterhärte besitzt. Sie ist stark klimavag. Die unterschiedlichen Lokalrassen wachsen in Gebieten von 6 °C bis 18 °C Jahresmitteltemperatur, mit Jahresniederschlägen von 300 mm bis 2000 mm, oft die obere Waldgrenze bildend. Die im Mitteleuropa wachsende Schwarzkieferrasse liebt Standorte mit einer langen Vegetationsperiode, hoher Sommerwärme und reichlich Lichtgenuss. Sie ist weitgehend frost- und winterhart, sowie unempfindlich gegen Trockenheit. Einige der Schwarzkieferherkünfte wachsen nur auf kalkfreiem Gestein (z.B. die Schwarzkiefer Kalabriens und Siziliens), während die meisten anderen Rassen hauptsächlich auf kalkreichem Gestein verbreitet sind. Die Österreichische Schwarzkiefer bevorzugt mittel- bis flachgründige, mäßig nährstoffreiche, gut drainierte Lehm- und Sandböden. Sie gedeiht auch auf Kalkschutthalden und Karstböden. Unempfindlich ist sie auch gegen Salzwassergischt, was in Mitteleuropa von Bedeutung ist, wenn sie als Straßenbaum eingesetzt werden soll.

Waldbauliche Behandlung

Die Schwarzkiefer ist eine in Mitteleuropas Wäldern forstlich eher selten genutzte Nadelbaumart. Sie wird bevorzugt in Parks und Gärten angepflanzt. Sie spielt nur an wenigen Extremstandorten eine waldbauliche Rolle, so im Bereich des Fränkischen und Schwäbischen Jura, sowie auf den flachgründigen und südexponierten Hanglagen des Muschelkalkes. Auf diesen Extremstandorten übertrifft die Schwarzkiefer die Wuchsleistungen der Waldkiefer um 10% bis 20%. Gefahren drohen der Schwarzkiefer durch Nassschnee (Astbrüche) und Waldbrand (durch Streuansammlung unter den Bäumen). Sie ist relativ unempfindlich gegen industrielle Luftverunreinigungen. Ein weiteres Problem stellt das Schwarzkiefer-Triebsterben dar, welches von Scleroderris lagerbergii, einem rindenbewohnendem Pilz, ausgelöst wird. Vermeidung der Infektion durch Dichtstand, sowie Entfernung des Reisigs von eingeschlagenen, kranken Bäumen.

Sonstiges zur Verwendung

Der Splintbereich des Holzes ist breit und gelblich, der Kernbereich rötlich bis rotbraun. Das Holz der Schwarzkiefer ist weniger geschätzt als das der Waldkiefer. Es ist schwer, sehr harzreich, dauerhaft und von grobem Gefüge. Es eignet sich besonders gut für den Erd- und Wasserbau, für den Schiffsbau, stark beanspruchte Werkstattböden und dergleichen. Die Harzgewinnung stellt in einigen Gebieten des Verbreitungsareals der Schwarzkiefer noch heute eine wichtige Bedeutung dar. Pro Jahr können bis zu 4 kg Harz geerntet werden, aus dem Terpentinöl und Kolophonium gewonnen wird.

 

Mehr zum Thema

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Mitmachen bei „Wald-Wege zur Vielfalt“

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Baumartensteckbrief – Kiefer . Waldkiefer . Föhre

Wald-Kiefer-Header

Kiefer (Waldkiefer; Pinus sylvestris) – Überblick

Verwendung: Schnittholz, Konstruktionsholz, Bauholz, Bauelemente (Fenster, Türen, Treppen), Möbel & Innenausbau, Böden & Decken, Außenholz (Gartenmöbel, Verschalungen), Verpackungen, Holzwerkstoffe, Paletten, Zellstoff, sonstiges.

Holzeigenschaften: Holz harzreich, mittelschwer, mittelweich, gute Elastitzitäts- und Festigkeitseigenschaften, schwindet gering, technisch gut bearbeitbar, als Außenholz geeignet. Splint hellgelb, Kern teils braunrot.

Vorkommen: ganz Europa und Eurasien von Frankreich bis Sibirien, vom Balkan bis Skandinavien. Daher: immer Holz von Hier Zertifikat nachfragen.

Kurzportrait zum Baum

Der Stamm der Waldkiefer ist gerade und bis zu 40 m hoch. Die Stammdurchmesser betragen in der Regel bis zu 1 m, selten auch 1,5 m. Waldkiefern werden bis zu 200 Jahre alt, maximal bis 600 Jahre. Die Krone ist anfangs spitzkegelförmig mit quirlständigen Ästen, später vielgestaltig: im Flachland abgerundete Krone, unregelmäßig und grobastig, in höheren Lagen eher schmal, spitz und feinastig. Die Rinde ist im oberen Bereich fuchsrot und feinschuppig (Spiegelrinde). Der untere Bereich der alten Bäume besitzt eine dicke grau oder rotbraune tief gefurchte Plattenborke. Junge Triebe sind gelblich bis grün, kahl und vollkommen von den Schuppenblattbasen bedeckt. Die Nadeln stehen paarweise an den Kurztrieben. Die männlichen Blüten sind am Grund junger Langtriebe, walzenförmig, bis zu 7 mm lang und gelb. Die weiblichen Blütenstände sitzen oft an den Enden der Langtriebe einzeln oder bis zu fünft, sind rötlich und bis zu 6 mm lang. Die Samenanlagen werden erst ein Jahr nach der Bestäubung befruchtet. Anschließend reifen die Zapfen heran und entlassen im Frühjahr des dritten Jahres die kleinen vom Wind verbreiteten Samen. Die Zapfen sind kurzgestielt und eiförmig. Die Waldkiefer besitzt eine stark plastische Wurzel und kann sich dadurch an die jeweiligen Wuchsorte gut anpassen. In der Jugend besitzt sie eine kräftige Pfahlwurzel, im Alter viele horizontale Flachwurzeln.

Standortpräferenzen

Das Verbreitungsareal der Waldkiefer ist Eurasien von Ostfrankreich bis Ost-Sibirien. Im Süden des Verbreitungsareals beschränkt sich die Waldkiefer auf die Gebirge (z.B. auf der iberischen Halbinsel, auf dem Balkan oder der Türkei). In Skandinavien bis in den hohen Norden, auf den britischen Inseln nur in Ost-Schottland vorkommend. Sie gedeiht vom Flachland bis ins Gebirge (bis in 2100 m Höhe) in fast jeder Wuchszone. In den Mittelgebirgen ist sie bis in 700 m Höhe noch forstlich interessant. Sie ist anspruchslos, frosthart und relativ unempfindlich gegen Dürre und Feuer. Breite klimatische Amplitude. Wächst im Bereich von 400 bis 2500 mm Jahresniederschlag. Trockene, nährstoff- und basenarme Sande, Moor- oder Rohböden, Kalkfelsen, sowie Schwermetallstandorte (z.B. Serpentin). Die Waldkiefer besitzt eine breite Amplitude bezüglich ihrer Bodenansprüche und kommt auch auf Spezialstandorten und Grenzertragsstandorten vor.Die Waldkiefer besitzt, ähnlich wie die Esche, zwei stark unterschiedliche Standortoptima: zum einen trockene und zum anderen sauer feuchte Standorte.

 

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Waldbauliche Behandlung

Bisher wurde die Waldkiefer meist im schlagweisen Hochwald bewirtschaftet, angestrebt wird heute aber die Waldkiefer im Dauerwald, zusammen mit einzelnen Fichten und vielen Laubbaumarten zu halten. Die Waldkiefer ist ein Rohbodenbesiedler und besitzt bei dichter Bodenvegetation (Vergrasung) nur sehr schwache Naturverjüngungen. Die Bodenbearbeitung durch Maschinen oder Wildschweine fördern die Kiefernverjüngung. Die forstliche Nutzung erfolgt bei 100 bis 120 Jahren (Bauholz) und bei 120 bis 160 Jahren (Wertholz). Optimale Wuchsleistungen auf mäßig-frischen, tiefgründigen, feinerdereichen Böden. Zu frische und zu nährstoffreiche Böden sind waldbaulich eher ungeeignet (Astigkeit, Krummwuchs, Pilzanfälligkeit). Die Waldkiefer ist eine lichtbedürftige Pionierbaumart und eine ausgezeichnete Vorwaldart. Sie Waldkiefer stabilisiert weniger stabile Fichtenbestockungen. Empfehlenswert ist sie auch im Neben- und Hauptbestand mit der Hainbuche, Buche, Eiche, auf besser wüchsigen Standorten mit der Lärche und Douglasie. Eine intensive Pflege in der Jungwuchsphase („Protzen Aushieb“) ist erforderlich. Die Waldkiefer besitzt eine sehr hohe Nutzholzausbeute (90 %) und liefert Starkholz in guter Qualität (höherer Preis als bei der Fichte). Für den Ertrag ist die richtige Herkunftswahl entscheidend. Gefährdung durch Schnee- und Eisanhang. Durch die Reaktivierung von Mischbaumstandorten mit Buchen im Unterbau wird die Waldbrandgefahr vermindert. Die Waldkiefer leidet unter der größten Zahl an Forstschädlingen von allen einheimischen Nadelbäumen: Kieferneule, Kiefernspinner, Kiefernspanne, Rüsselkäfer oder Nonnen in Altbeständen. Junge Waldkiefern werden durch das Fegen, Schälen und den Verbiss von Rot- und Rehwild geschädigt. Die Nadelstreu mit ungünstigem Kohlenstoff-Stickstoff-Verhältnis wird langsam abgebaut und trägt zur Rohhumusbildung und Podsolierung des Bodens bei.

Sonstiges zur Verwendung

Das bräunlich gefärbte Kernholzbereich färbt sich unter Lichteinfluss stark braunrot. Der breite Splintholzbereich ist von heller bis gelblicher, selten rötlich-weißer Färbung. Das harzreiche Kiefernholz ist relativ weich, mittelschwer, besitzt gute Elastizitäts- und Festigkeitseigenschaften, schwindet gering und ist technisch gut bearbeitbar. Es findet Verwendung im Handwerk, der Möbelindustrie, für Parkett, im Innenausbau, in der Faser- und Zellstoffindustrie, sowie im Energiesektor.