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Baumartensteckbriefe – Kreuzdorn

Kreuzdorn-Header

 

Kreuzdorn (Rhamnus catharticus) -Überblick

Verwendung: Interieur, Drechselware, Sonstiges (z.B. Restauration, Messergriffe). Die Früchte enthalten Rhamentin, das in Verbindung mit Metallsalzen einen lichtechte, beständige Farbe ergibt, damit Wolle, Leder, Papier usw. gelb, orange, rotbraun oder olivgrün färben.

Holzeigenschaften: Holz hart, schwer, fest. Splint gelblich, Kern dunkelbraun, feine Maserung.

Vorkommen: Europa bis nach West- und Zentralasien, iberische Halbinsel und Teile Skandinaviens. Daher: immer Holz von Hier Zertifikat nachfragen.

Kurzportrait zum Baum

Der Purgier-Kreuzdorn wird als Strauch bis zu 2 m hoch. In seiner (seltene) Baumform erreicht er auch Höhen von bis zu 10 m. Die maximalen Stammdurchmesser betragen 35 cm. Der Purgier-Kreuzdorn kann über 100 Jahre alt werden. Der Stamm ist oft krumm und spannrückig, die Baumkrone ist unregelmäßig geformt und stark verästelt. Der Kreuzdorn besitzt in der Jugend eine Ringelrinde, im Alter eine schwarze, feinrissige Borke. Die Zweige sind kreuzweise angeordnet und enden oft in Dornen. Die Winterknospen sind zugespitzt, länglich-eiförmig, mit bewimperten Deckschuppen und bis zu 8 mm lang. Die Blätter sind gegenständig und elliptisch, mit 3-4 bogig zur Blattspitze zulaufenden Blattnerven. Die Blätter können leicht mit denen der Kornelkirsche oder des Pfaffenhütchens verwechselt werden. Die im Mai und Juni erscheinenden Blüten sind unscheinbar weißlich-grün. Die blauschwarzen Früchte sind giftig (Anthraglykoside). Die Fruchtreife ist im September und Oktober.

Standortpräferenzen

Die natürliche Verbreitung des Purgier-Kreuzdorns reicht von Europa bis nach West- und Zentralasien. Er fehlt auf der iberischen Halbinsel und in weiten Teilen Skandinaviens. Das Hochgebirge über 1600 m Höhe meidet er ebenfalls. Er wächst in der Hartholzaue (hier mit maximalen Stammdurchmessern), in feuchten Laubmischwäldern, an Waldrändern, in Feldgehölzen und Hecken. In Gesellschaft von Schlehe, Rotem Hartriegel, Hasel und Holunder. Der Purgier-Kreuzdorn bevorzugt sommerwarme und sommertrockene Standorte und kann sehr gut zur Bestandssicherung auf felsigen und heißen Hängen verwendet werden. Auf häufig kalkhaltigen, basenreichen bis humosen. lockeren, gerne auch steinigen Lehmböden.

Waldbauliche Behandlung

Als Licht- oder Halbschattbaumart kann der Purgier-Kreuzdorn in entsprechende lichte Laubwälder mit beigemischt werden. Er darf allerdings nicht zu stark von seinen Nachbarn bedrängt werden. Frühzeitiges Entfernen der Seitentriebe und unteren Äste schafft einen geradwüchsigen Stamm. Häufig erscheinen junge Triebe aus der Wurzelbrut, die ebenfalls zu entfernen sind. Der Purgier-Kreuzdorn ist der Zwischenwirt des Hafer-Kronenrostes (Puccinia coronifers), einer Pilzerkrankung, die beim Hafer auf den Blättern strichartige, rötlichgelbe Sporenfelder erscheinen lässt. In Haferanbaugebieten wird daher kein Purgier-Kreuzdorn stehen gelassen.

Sonstiges zur Verwendung

Das Holz des Purgier-Kreuzdorns besitzt einen rötlich bis dunkelbraunen Kern und einen schmalen gelblichen Splint. Es ist sehr hart, schwer, fest und sehr schwer spaltbar und wird deshalb für Drechslerarbeiten, in der Tischlerei, für Einlegearbeiten und in der Möbelrestauration verwendet. Das Holz ist äußerst dauerhaft. Es wird sehr selten angeboten, ist aber wegen der farblichen Schönheit und der feinen Maserung hoch geschätzt. Die Früchte des Purgier-Kreuzdorns besitzen das wasserlösliche Rhamnetin, welches in Verbindung mit Metallsalzen eine lichtechte und beständige Farbe ergibt. Damit kann Baumwolle, Wolle, Leder und Papier gelb, orange, rotbraun oder olivgrün gefärbt werden.

 

Mehr zum Thema

Jeden Montag gibt es einen neuen Baumartensteckbrief.
Mehr zum Thema Holzarten und Holzverwendung finden Sie auf der HOLZ VON HIER APP (www.bit.ly/hvh-APP) oder unter http://www.holz-von-hier.de

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Sind Sie Waldbesitzer, eine Kommune mit Wald, ein Landschaftspflegeverband oder sonstige Organisation, die Wald oder Grünflächen bewirtschaftet, dann nutzen Sie die Plattform „Wald – Wege zur Vielfalt“, um Interessenten für weniger gängige Baumarten und Sortimente zu finden.

Diese (GIS basierte ) Plattform baut Holz von Hier mit einen Arbeitskreis von Forstexperten auf. Das begleitende gemeinnützige Projekt mit ein Titel „Wald-Wege zur Vielfalt“ wird unterstützt vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) und der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) in Rahmen des deutschen Bundesprogramms „Biologische Vielfalt“. Mehr zum Projekt unter http://www.holz-von-hier.de.

Bei Interesse an einer Teilnahme schicken Sie uns einfach eine Mail mit Ihren Kontaktdaten an info@holz-von-hier.de (Stichwort: Wald-Wege zur Vielfalt).

 

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Baumartensteckbrief – Kastanie

Ross-Kastanie-Header

Kastanie (Ess-, Edelkastanie; Catanea sativa, spp.) – Überblick.

Verwendung: Schnittholz, Furnier, Möbel & Innenausbau, Interieur/Drechselwaren/Schnitzereien, Außenholz (z.B. Terrassen, Gartenmöbel), sonstiges (z.B. Schiffs-, Bootsbau, Zäune, Pfosten, Lawinenbau, Fässer); essbare Früchte.

Holzeigenschaften: Holz dihct, hart, elastsich, witterungs- dun schädlicngsrestsient. Splint hell, Kern meist dunkelbraun; die Rinde ist gernstoffreich.

Vorkommen: ganz Europa, ursprüngliches Verbreitungsgebiet sind die Kaukasusländer, Türkei, Griechenland, Serbien, die Steiermark, iberische italienische Halbinsel. Daher: immer Holz von Hier Zertifikat nachfragen.

Kurzportrait zum Baum

Die mit der Buche und Eiche verwandt Edelkastanie ist ein am Naturstandort bis zu 40 m hoher Baum und erreicht dabei Durchmesser von bis zu 1 m (oft auch darüber). Sie ist langlebig und kann mehrere Jahrhunderte alt werden. Der Stamm ist oft drehwüchsig, die Borke ist rauh und netzartig. Die wechselständigen Blätter sind länglich breit-lanzettlich mit grob gezähntem Blattrand und anfangs leicht behaart. Die weiblichen Blüten (Mai bis Juli) sind einzeln oder zu 2 bis 3 an einem Blütenstand oder am Grund der männlichen Blütenstände wachsend. Die durch Käfer, Bienen und den Wind bestäubten Blüten besitzen einen penetranten Verwesungsgeruch. Die Fruchtschale (Cupula) ist stark stachelig (seeigel-artig) mit i.d.R. zwei essbaren Früchten (Maroni). Die Edelkastanie ist ein Tiefwurzler und Halbschattbaumart.

Standortpräferenzen

Als ursprüngliches Verbreitungsgebiet der Edelkastanie werden die Kaukasusländer, die nördliche Türkei, Griechenland, das östliche und nördliche Serbien, die südöstliche Steiermark, die iberische und italienische Halbinsel angesehen. Durch den römischen Weinanbau gelangte die Kastanie schon früh nach Norden. Heute gilt sie in den wärmeren Gebieten Deutschlands als eingebürgert. Die obere Bestandsgrenze liegt in den Südalpen zwischen 800 und 1200 m Höhe. Die Edelkastanie kommt in eichenreichen Laubwäldern des Flach- und Hügellandes vor. Die Edelkastanie bevorzugt wenigstens 6 bis 7 Monate Vegetationsperiode mit warmen Sommern und milden Wintern, hohe Niederschlagsmengen bzw. hohe Luftfeuchtigkeitsmengen. Ihre optimalsten Wuchsleistungen zeigt sie auf mäßig frischen, tiefgründigen, lockeren Böden mit hohem Kaliumgehalt. Ärmere Silikatböden bevorzugt sie gegenüber kalkreichen Böden.

Waldbauliche Behandlung

Die Edelkastanie ist im Nieder- und Mittelwaldbetrieb eine prädestinierte Baumart. Sowohl ihre starke Stockausschlagfähigkeit (geeignet für Brennholz) als auch ihr guter geradwüchsiger Wuchs (bei Wertastung geeignet als Starkholz) machen sie dafür ideal. Als Brennholzlieferant in Kastanienniederwäldern mit Umtriebszeiten von 10 bis 15 Jahren erreicht man bis zu 15 m³/ha/Jahr. Der seit 1938 aus den USA nach Italien eingeschleppte Erreger des Kastaniensterbens (Cryphonectria parasitica), der sich rasch auch auf das gesamte europäische Areal ausgebreitet hat, hat zu hohem wirtschaftlichen Schaden geführt. Die Infektionen finden durch Rindenverletzungen statt. Bei Befall junger Äste entstehen auf der Rinde gelblich-braune Flecken. Bald danach sterben die jeweiligen Äste und Zweige ab. Die Krankheit kann anschließend auch auf das Kambium übergreifen, was zu Stammverformungen führt. Es sind bisher noch keine geeigneten Mittel zur direkten Bekämpfung der Krankheit bekannt. Auch in Mitteleuropa wirkt sich diese Krankheit zunehmend aus.

Sonstiges zur Verwendung

Das Holz ähnelt dem der eichen, jedoch mit sehr schmalen Holzstrahlen. Der Kernbereich ist meistens dunkelbraun, der Splint hell. Es ist dich, hart und elastisch. Das sehr dauerhafte und ziemlich schwere Holz wird besonders im Außenbereich genutzt. Als Zaun- und Pfostenmaterial ist es wegen seiner Witterungs- und Schädlingsresistenz geschätzt. Es wird verwendet im Lawinenverbau, in der Drechslerei, Schnitzerei, im Fassbau, für Telefonstangen und als wertvolles Möbelholz. Die Rinde ist gerbstoffreich. Die Früchte (oft von gezüchteten großfrüchtigen Sorten) werden für einige Süßwaren (z.B. Kastaniennougat) und Delikatessen (geröstete Maronen) verwendet. Die Nüsse besitzen einen ebenso hohen Energiewert wie Maissilage oder Eicheln und wurden (bzw. werden in manchen Regionen auch heute noch) für die Schweinemast verwendet. Im mitteleuropäischen Klima reifen die Früchte nur selten zu essbaren Größen heran. Die als Maronen bekannten Früchte auf heimischen Weihnachtsmärkten stammen i.d.R. aus dem Mittelmeergebiet. Der Kastanienwald besitzt auch einige andere kulinarische Spezialitäten, wie z.B. Erdtrüffel.

 

Mehr zum Thema

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Baumsteckbriefe – Hollunder

Holunder-Header

 

Holunder (Sambucus nigra) – Überblick

Verwendung: Interieur, Drechselware, Schnitzerei. Die Früchte sind essbar und besitzen einen hohen Kalium-, Calcium- und Phosphorgehalt sowie einen hohen Anteil an B-Vitaminen (v.a. B1, B6). Der Holundersaft wurde gegen Fiber verwendet und der Blütentee wirkt schweißtreibend.

Holzeigenschaften: Holz dicht, hart, mittelschwer, schwer zu trocken und reist leicht, Frage gelblich-weiß ohne Farbkern. Holz kaum technisch verwendet.

Vorkommen: ganz Europa bis Kaukasus.

Kurzportrait zum Baum

Der bis zu 7 m hohe Strauch oder bis zu 12 m hohe und bis zu 40 cm starke Baum ist mit seinen überhängenden Ästen und weißen intensiv duftenden Blütendolden bzw. grünen, später schwarzen Früchten eine charakteristische Art der kleinbäuerlichen Kulturlandschaft. Bei den meisten Holunderstämmen wirkt sich die schlechte Resistenz des Holzes gegen eindringende Pilze schon nach 50 Jahren aus. Allerdings überlebt das die meisten Pflanzen und treiben neu aus. Der Wurzelstock kann über 100 Jahre alt werden. Die Rinde der alten Bäume ist grob längsrissig und von grauer Farbe. Die jungen Triebe sind grünlich bis graubraun und besitzen auffällig viele Korkwarzen. Die Winterknospen sind breit-eiförmig, die Knospenschuppen kahl und nicht dicht schließend. Die gegenständigen Blätter sind unpaarig gefiedert. Die Blütendolden (Schirmrispen) stehen endständig an den jungen Trieben. Blühzeitraum ist der Juni. Die im August und September reifen Steinfrüchte sind bis zu 6 mm im Durchmesser, herbhängend und mit meistens drei Steinkernen versehen. Das Wurzelwerk ist flach aber weit streichend.

Standortpräferenzen

Das Verbreitungsgebiet des Holunders ist ganz Europa bis zum Kaukasus vor, er fehlt allerdings im größten Teil von Skandinavien. Er kommt von der Ebene bis in die alpinen Lagen in 1500 m Höhe vor. Der Holunder ist äußerst anspruchslos gegenüber den klimatischen Wuchsbedingungen. Er wächst auf nährstoffreichen, frischen Böden auf Waldlichtungen, an Wald- und Wegrändern sowie in Gebüschen und Hecken. Der Holunder gilt als Licht- oder Halbschattbaumart.

Waldbauliche Behandlung

Der Holunder wird immer noch als störende Pflanzenart auf freigestellten Waldlichtungen bekämpft. Neben der Himbeere und der Brennnessel ist er ein Stickstoffanzeiger, d.h. er bevorzugt solche Böden, in denen durch das Verschwinden der oberen Baumschicht der Nährstoffgehalt schnell und stark ansteigt. Bei richtiger waldbaulicher Pflege, etwa der Freischneidung von zukunftsfähigen starken Holundertrieben und dem Abschneiden von seitlichen Ästen kann der Holunder im dichten aber nicht zu dunklen Bestand geradschaftig hochgezogen werden. Allerdings ist sein Holz bisher so gut wie nicht nachgefragt.

Sonstiges zur Verwendung

Seit alters her werden die Blüten und Früchte des Schwarzen Holunders vom Menschen genutzt. Die Früchte besitzen einen hohen Kalium-, Calcium und Phosphorgehalt sowie einen hohen Anteil der Vitamine B1, Niacin und B6. Das Holz ist gelblich-weiß und ohne Farbkern. Im Längsschnitt ist es deutlich nadelrissig. Die Jahresringe sind wellenförmig angeordnet. Die jungen Triebe besitzen ein weißes Mark in der Astmitte. Im alten Holz bleibt dieser Markkanal erhalten. Holunderholz ist dicht, hart, zäh und mittelschwer. Es ist leicht spaltbar, lässt sich aber schwer trocknen und reißt leicht. Die Resistenz gegenüber Insektenfraß und Pilzen ist sehr gering. Verwendet wird das Holz in der Schnitzerei, Drechslerei und für Einlegearbeiten. In der Heilkunde wurde früher die Rinde medizinisch als Abführ- und Brechmittel verwendet. Der Holundersaft hilft gegen Fieber und der Blütentee wirkt schweißtreibend.

 

Mehr zum Thema

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Baumartensteckbrife – Haselnuss

Hasel-Header

Haselnuss (Corylus avellana) – Überblick

Verwendung: Interieur, Drechselware, sonstiges wie z.B. Fassreifen, Ruten für Korbflechterei. Nüsse essbar, die meisten Nüsse kommen jedoch aus Südosteuropa, Türkei u.a. auf den heimischen Markt, wichtige Nahrungsquelle für viele unserer Wildtiere.

Holzeigenschaften: Holz mittelhart, sehr zäh, gut spaltbar, Holzfarbe gelblich-weiß.

Vorkommen: ganz Europa. Daher: immer Holz von Hier Zertifikat nachfragen. Andere Haselarten wie z.B. die Baumhasel (Corylus colurna) kann durchaus auch baumförmigen Charakter erreichen.

Kurzportrait zum Baum

Die Hasel oder der Haselnussstrauch ist selten baumförmig, eher ein vom Grund an vielstämmiger, aufrechter und bis zu 6 m hoher Busch. Als Baumform erreicht die Hasel Höhen von bis zu 10 m und Durchmesser von bis zu 20 cm. Die Hasel kann bis zu 100 Jahre alt werden. Die graue in der Jugend pergamentartig abblätternde Rinde ist zuerst glatt, im Alter dann leicht rissig, mit zerstreuten hellen Korkwarzen. Junge Triebe sind filzig dicht behaart. Die Winterknospen sind eiförmig und silbrig behaart. Eine Endknospe am Zweig fehlt. Die wechselständigen, doppelt gesägten Blätter sind rundlich bis eiförmig mit einer herzförmigen Basis. Der Blattstiel ist drüsig behaart. Die Blütenkätzchen werden schon im Sommer des Vorjahres ausgebildet und sitzen zu 1 bis 4 am Ende oder in den Blattachseln der jungen Triebe. Die weiblichen Blüten bleiben größtenteils in den Knospen versteckt. Nur die rötlichen, fädigen Narben schauen hervor. Die Blüte ist von Februar bis März. Die Fruchtreife ist im August und September. Die Gemeine Hasel ist stark stockausschlagfähig.

Das Verbreitungsareal der Gemeinen Hasel ist ganz Europa, außer Nordskandinavien, den äußersten Westen und die Küstenregionen des Mittelmeeres. In Südeuropa ist die Hasel fast nur auf die Gebirge beschränkt. Die Hasel wächst in lichten Laubwäldern oft den Unterwuchs und die Strauchschicht dominierend. Sie ist wegen ihrer Stockausschlagsfähigkeit ein wichtiger Bestandteil des Nieder- und Mittelwaldes. Ebenso ist sie ein ideales Gehölz für Waldränder, Gebüschsäume und in Hecken, sowie in Buchen- und Eichenmischwäldern. Sie bevorzugt sommerwarme Standorte mit niedriger Gefahr von Spätfrösten. Die Hasel liebt tiefgründige, lockere, oft steinige, nährstoffreiche und leicht humose Lehmböden.

Waldbauliche Behandlung

Die Hasel wurde früher wegen ihrer Nüsse kultiviert. Inzwischen werden für solche Sonderkulturen die in Südosteuropa und Kleinasien verbreitete Baumhasel (Corylus colurna) wegen der größeren Früchte verwendet. Diese Art kann mit bis zu 25 m eher als die heimische Hasel einen baumförmigen Charakter erreichen. Die Baumhasel ist auch als frostharter Straßen und Alleebaum angepflanzt. Im Nieder- und Mittelwald ist die Gemeine Hasel wegen ihrer vielen Stockausschläge noch heute eine wichtige Baumart. Sie verträgt einen starken Rückschnitt. Allerdings sind die erzielbaren Holzvolumina gering. Dafür bietet die Hasel geradgewachsene mehrere Meter lange Holzstangen, die in allen Durchmessern verwendet werden können. Junge Ruten sind so elastisch wie die der Weiden.

Sonstiges zur Verwendung

Das gelblich-weiße Holz ist mittelhart, sehr zäh, gut spaltbar allerdings von geringer Dauerhaftigkeit und anfällig gegen Insektenfraß. Das Holz wird für Drechslerarbeiten und für Fassreifen verwendet. Es hat eine gute Holzkohlenqualität. Die Ruten werden in der Korbflechterei verwendet. Die Nüsse enthalten etwa 60 % Fett und 20 % Eiweiß und sind eine wichtige Nahrung für sehr viele Wildtiere. Diese verbreiten die Hasel auch schnell über die Fläche. Die Haselnuss besitzt mit 650 kcal/100g den zweithöchsten Energiegehalt von den in Deutschland wachsenden Früchten (nach der Walnuss mit 670 kcal). Die deutsche Haselnussproduktion macht nur einen geringen Anteil am Gesamtkonsum aus. Die meisten Nüssen kommen aus Südosteuropa und der Türkei von speziellen Hasel-Züchtungen.

 

Mehr zum Thema

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Baumartensteckbrief – Hainbuche

Hainbuche-Header

Hainbuche (Carpinus betulus) – Überblick

Verwendung: Schnittholz, Möbel & Innenausbau, Böden & Decken, sonstiges (z.B. stark belastete Bauteile, Werkzeuge/-stiele).

Holzeigenschaften: Holz schwer, dicht und sehr hart, Top-Holz für alle hoch belasteten Produkte wie Böden (Innenbereiche). Holz weisslich bis hellbraun.

Vorkommen: Süd- und Mitteleuropa, Skandinavien (Südschweden), Apenin, Balkan, Weissrussland, Ukraine, Türkei, Kaukasus. Daher: immer Holz von Hier Zertifikat nachfragen.

Kurzportrait zum Baum

Hainbuchen werden 20 bis 25 m hoch, max. 30 m mit 0,5 bis 1 m Durchmesser. Das maximale Alter liegt bei etwa 200 Jahren. Die Krone ist vielgestaltig. Als Schattbaumart wächst sie unter Schirm gerade. Der Stamm ist in der Regel spannrückig. Die Rinde ist in der Jugend glatt, später rauh, mit Längswülste und Furchen versehen, im hohen Alter wird sie leicht rissig. Junge Äste sind biegsam und leicht behaart. Die Winterknospen liegen an den Zweigen en an, sind spitz kegelförmig und bis zu 1 cm lang. Die Blätter sind doppelt gesägt. Die Blüten und Früchte sind in grünlichen Kätzchen angeordnet. Die bis zu 1 cm großen Nüsschen sind von einer dreilappig geflügelten Hülle umgeben. Die Heinbuche besitzt ein regelmäßiges tiefwurzelndes Herzwurzelsystem und ein hohes Stockausschlagvermögen.

Standortpräferenzen

Das Verbreitungsareal der Hainbuche reicht von Südostengland über Frankreich, Mitteleuropa, Südschweden, Dänemark, die Apenninhalbinsel, den gesamten Balkan, Weißrussland, Teile der Ukraine bis in die Nordtürkei und den Kaukasus. In südlicheren Gebieten ist sie auf die Gebirge beschränkt. Sie fehlt im Bereich der Mittelmeerküste. Die Hainbuche ist eine typische Baumart der tieferen Lagen und des Hügellandes. Sie wächst im Bayerischen Wald bis 700 m, in den Nordalpen bis 1100 m Höhe, besitzt aber in diesen Höhen keine forstliche Bedeutung mehr.Die Hainbuche ist spätfrosthart aber frühfrostgefährdet, liebt die sommerwarmen Standorte, ist etwas dürreempfindlich und ziemlich sturmfest. Sie wächst am liebsten auf leicht bodensauren, lehmigen Standorten. Wüchsig auf frischen (feuchten), nährstoff- und basenreichen (im Unterboden auch vergleyten), feinerdereichen, gut entwickelten tiefgründigen Böden. Ersetzt Buchen auf tonreichen, feuchten bis vergleyten Standorten in Mulden und Senken und ist auf mäßig frischen bis trocknen Kalksteinbraunlehmen mit geringer Wüchsigkeit noch vital. Basenarme und nährstoffarme Böden meidet sie. Im Eichen-Hainbuchenwald bildet die kurzlebige Schattbaumart mit der langlebigen Lichtbaumart eine hoch organisierte Lebensgemeinschaft.

Waldbauliche Behandlung

Die forstliche Nutzung erfolgt meist nach 70 bis 80 Jahren. Sie ist eine typische Mischwaldart, die auch in Nieder- und Mittelwäldern wegen ihres reichhaltigen Stockausschlages wächst. Da ihr anfänglicher Zuwachs stärker ist als das der Buche, ist sie für den Nieder- und Mittelwaldbetrieb auch geeigneter. Die Hainbuche ist eine typische Schattbaumart, auf sehr guten Standorten ist sie auch bis ins Alter schattentolerant. Die Hainbuche besitzt in der Jugend einen höheren Lichtbedarf als die Rotbuche. Beste Wuchsleistungen werden im frisch-feuchten Stieleichen-Hainbuchen-Wald und edellaubbaumreichen Buchenwald erreicht. Verbreitung auch im Hartholzauenwald. Das dichte Feinwurzelwerk erschließt schwere Lehm- und Tonböden sehr gut. Sie besitzt eine nicht so breite Standortamplitude wie die Buche, eher sehr ähnlich zur Stieleiche. Die Hainbuche ist die ideale Mischbaumart zur Nebenbestandsbildung (Unterbau) in Wertholzbeständen von Lichtbaumarten (Eiche, Kiefer, Esche, Edellaub). Ausgezeichnete Verwendung zum Aufbau von stufigen Waldrändern und reich strukturierten Beständen. Bei zu starker Freistellung leidet die Hainbuche unter Rindenbrand. Im Auenwald verträgt sie kürzere Überschwemmungsperioden. Auch bei extremem Verbiss durch Rot- und Rehwild besitzt sie ein gutes Ausheilungsvermögen. Die Volumen- und Wertleistungen sind gering, die Nutzholzausbeute ist gering (viele Äste und Spannrückigkeit). In Steillagen bildet die Hainbuche durch ihre starken Stockausschläge ein wertvolles Bodenschutzholz. Das Laub ist leicht und rasch abbaubar, was zu einer Bodenverbesserung führt. Die Wurzeln erschließen gut tiefere Schichten.

Sonstiges zur Verwendung

Die Hainbuche besitzt ein sehr schweres Holz, welches sehr dicht und hart ist. Es wird für stark belastete Bauteile, Werkzeuge und Inneneinrichtungen verwendet.

 

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