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Globales Denken erfordert regionales Handeln.


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Baumartensteckbrief – Eibe

Eibe-Header

 

Eibe (Taxus baccata) – Überblick

Achtung: Eibe ist nicht mit Holz von Hier Nachweis zu bekommen, da laut Red List von IUCN eine weltweit gefährdete Baumart in der Wildnis. Falls Hölzer im Gartenbereich und Landschaftsparkbereich anfallen nicht als Brennholz nutzen, denn diese Hölzer sind dafür viel zur wertvoll. 

Kurzportrait des Baumes

Der in Mitteleuropa bis zu 15 m hohe Baum ist in der Regel mehrstämmig. Im Alter können die einzelnen Stämme zu einem Scheinstamm verwachsen. Der Stammdurchmesser kann dabei bis zu 50 cm betragen. Eiben werden sehr alt. Das Alter des ältesten Exemplars in Deutschland wird auf 2000 Jahre geschätzt, bei einem Stammdurchmesser von 1 m. Die Krone des für den Unterwuchs typischen Baumes kann je nach Lichtsituation vielgestaltig ausgebildet sein. Die dünne Rinde ist rot- oder graubraun und blättert dünnschuppig ab. Direkt am Stamm sind häufig dicht anliegende Triebe. Die Zweige zeigen einige Jahre lang eine grüne Rinde. Die Nadeln sind schraubig stehend, ledrig fest, 1,5 bis 3,5 cm lang und 2 bis 2,5 mm breit. Gut erkennbar sind die Nadeln an dem etwas erhöhten Mittelnerv auf der Oberseite der Nadeln. Die männlichen Blüten sind kleine gelbliche mit Schuppen bekleidete Kugeln, die aus mehreren Staubblättern bestehen. Die weiblichen Blüten sind unscheinbar und nur knapp über 1 mm groß. Die Samen reifen im ersten Jahr. Der leuchtend rote Samenmantel (Arillus) ist der einzige Teil der Pflanze, der nicht den Wirkstoff Taxin enthält, welches für die meisten Warmblüter (außer für Rinder, Rehe und Hirsche) giftig ist.

Standortpräferenzen

Die Gemeine Eibe ist in den Mittelgebirgen Zentral-, Süd- und Südosteuropas, in Norwegen und den Britischen Inseln, in den Küstenregionen der Ostsee und in einigen Gebirgsregionen Nordafrikas beheimatet. Zusätzlich kommt die Eibe im Kaukasus vor, wo die höchsten und mächtigsten Exemplare wachsen. Die Standortamplitude der Eibe reicht vom Flachland bis in mittlere Gebirgslagen, in den Alpen bis 1400 m. Typischerweise ist die Eibe im wintermilden, feuchten, ozeanischen Klima verbreitet, da sie winter­frostempfindlich ist. Sie ist außerordentlich schattenverträglich, selbst im hohen Alter. Eiben wachsen mit Vorliebe auf frischen, lockeren, nährstoff- und kalkreichen Böden in Schluchten und an Steilhängen, auf spaltengründigen Rendzinen und auf Rankern. Nährstoffreiche, kalkarme Silikatstandorte werden bei ausreichender Luftfeuchtigkeit und nachhaltiger Bodenfrische angenommen. Optimale Bedingungen findet die Eibe in Wärme liebenden Buchenwäldern auf schattseitigen skelettreichen Böden. Durch die große Konkurrenz der Buche weicht die Eibe auf extremere, trockenere Standorte mit aufgelockerten Buchenbeständen aus. Obwohl die Eibe die in Mitteleuropa am schattenverträglichste Art ist, kann sie auch ohne Kronenschutz an sonnseitigen, hangfrischen Steilstandorten wachsen.

Waldbauliche Behandlung

Die Übernutzung der meisten Wälder und die Kahlschlagwirtschaft in der Vergangenheit erwies sich sehr ungünstig für die Eibe. In der Regel finden sich Eiben eher in Parkanlagen und Friedhöfen als im Wald. Wegen des starken Rückgangs der Eibe durch die Waldbewirtschaftung und durch extremen Wildverbiss steht die Art heute auf der Roten Liste. Ihr Schutz durch Zäune und Regulation der Wilddichte sind unumgänglich für den Erhalt der Eibe. Im Bergmischwald bereichert sie wertvoll den Nebenbestand. Durch die gute Stockausschlagfähigkeit und zähe Behauptung am Standort erfüllt sie gute Schutzfunktionen. Für die Erhaltung und Wiederausbreitung ist eine femelschlagartige Verjüngung unter Schirm und ein strenger Verbissschutz geeignet.

Sonstiges zur Verwendung

Das Eibenholz ist eines der wenigen Nadelhölzer ohne Harzkanäle. Es ist sehr schwer, elastisch und zäh, äußerst dauerhaft, schwer spalt- aber gut polierbar und schwindet nur gering. Der Holzstaub kann durch die verschiedenen Wirkstoffe in der Pflanze Übelkeit verursachen. Das Holz findet Verwendung im Kunsthandwerk (Drechslerei und Schnitzerei), vereinzelt für hochwertige Möbel sowie für den Musikinstrumentenbau, für edle Messergriffe und Werkzeugstiele und empfindliche Messwerkzeuge. Gerade gewachsene Stämme sind auch für Furniere gesucht.

 

Mehr zum Thema

Jeden Montag gibt es einen neuen Baumartensteckbrief.
Mehr zum Thema Holzarten und Holzverwendung finden Sie auf der HOLZ VON HIER APP (www.bit.ly/hvh-APP) oder unter http://www.holz-von-hier.de

Mitmachen bei „Wald-Wege zur Vielfalt“

Sind Sie Waldbesitzer, eine Kommune mit Wald, ein Landschaftspflegeverband oder sonstige Organisation, die Wald oder Grünflächen bewirtschaftet, dann nutzen Sie die Plattform „Wald – Wege zur Vielfalt“, um Interessenten für weniger gängige Baumarten und Sortimente zu finden.

Diese (GIS basierte ) Plattform baut Holz von Hier mit einen Arbeitskreis von Forstexperten auf. Das begleitende gemeinnützige Projekt mit ein Titel „Wald-Wege zur Vielfalt“ wird unterstützt vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) und der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) in Rahmen des deutschen Bundesprogramms „Biologische Vielfalt“. Mehr zum Projekt unter http://www.holz-von-hier.de.

Bei Interesse an einer Teilnahme schicken Sie uns einfach eine Mail mit Ihren Kontaktdaten an info@holz-von-hier.de (Stichwort: Wald-Wege zur Vielfalt).

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Decken aus heimischen Hölzern – mit Holz von Hier Zertifikat

Beispiel-Innenausbau-2

Decken und Dachausbau mit Holz von Hier; http://www.bit.ly/hvh-Betriebe

#holzvonhier-Produkte

Decken aus heimischen Hölzern: werden oft falsch eingeschätzt und unterschätzt.

Heimisches Holz muss keine Vergleiche scheuen,

das zeigt der Kurzvergleich Holz- und Stahlbetondecken.

  1. Die Energie-/Klimaschutzbilanz bei Produkten aus heimischem Holz der kurzen Wege ist unschlagbar.
  2. Eines der größten Probleme mit Betondecken /-böden ist, dass sie große „Energiedränagen“ sind. Beton leitet Wärme gut. Energieverluste und damit Kosten und negative Klimaeffekte sind hoch, wenn man Betondecken nicht gut isoliert. Holz dagegen isoliert sehr gut, das ist einer seiner top Materialeigenschaften.


Tritt-/Schallschutz
.

Tritt- und Schallschutz sind bei Stahlbetondecken sehr gut, aber auch bei modernen Holzdecken.

Brandverhalten.

Beton an sich ist ein nicht brennbarer und bei Brandbelastung sehr widerstandsfähiger Baustoff. Trotzdem treten bei den für Normalbrände typ. Temperaturen (bis 1000 °C) Schäden auf, deren Auswirkungen von Branddauer und Art der Konstruktion abhängen und die Stabilität der Betonkonstruktion als ganzes gefährden können. Holz an sich brennt, ja. Es hat aber im Brandfall eine sehr hohe Standfestigkeit und damit große Sicherheit.

  1. Beton ist, so wie andere Materialien auch kein „Universalbaustoff”. Es gibt Beanspruchungen für die er wegen seiner Sprödigkeit weniger geeignet ist. Nur wenige Menschen würden heute Holz als ähnlich universalen Baustoff ansehen wie Beton. De fakto ist Holz aber sogar vielseitiger anwendbar, beim Bau, im Außenbereich und Innenbereich, im Möbelbau usw.
  2. Eine Stahlbetondecke ist nicht automatisch kostengünstiger als eine Holzdecke.


Schadensanfälligkeit, Langlebigkeit, Unterhaltskosten.

Bei jedem Material hängt die Langlebigkeit, Schadensanfälligkeit von der Qualität der Rohstoffe und Verarbeitung auf der Baustelle ab. Die Erfahrung der letzten Jahrzehnte hat gezeigt, dass Betonkonstruktionen sachgemäß zu unterhalten sind und dass kleinere Schäden, wenn man sie nicht umgehend saniert und die Schadensursache beseitigt, sich relativ schnell zu größeren Schäden auswachsen. Bei den Unterhaltskosten ist Holz nicht besser oder schlechter als Beton.


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Foot prints – Baird Tapir – Die ökologische Fußspur von tropischen Terrassenhölzern aus Raubbau

HVH-Info-Footprint-Bairds Tapir

Baird Tapir. Die Restpopulation zählt weniger als 5.000 Individuen. Etwa 70% der zentralamerikanischen Waldflächen sind durch Entwaldung in den letzten 40 Jahren verloren gegangen. Allein 50% der Habitate sind in den letzten drei Tapirgenerationen verschwunden. Verzicht auf international gefährdete Holzarten (Rote Liste IUCN) und Holz tropischer Urwälder hilft diese Tierart zu schützen.

Zudem gibt es für alle Anwendungsbereiche schöne heimische Hölzer. Fragen Sie immer nach einem Herkunftsnachweis von HOLZ VON HIER.
HVH-Ausstellungsmodul-Fußabdrücke11
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Foot Print: die ökologische Fußspur von tropischen Hölzern aus Raubbau. Die 9 ausgewählten Tierarten aus Afrika (grün), Asien (blau) und Lateinamerika (orange) des Themenpfades „Foot Prints“ stehen exemplarisch als Botschafter für eine ungeheure Vielzahl an Tier- und Pflanzenarten, die größtenteils namenlos von unserer Erde verschwinden, nicht zuletzt auch durch die Nachfrage nach Tropenholz.

HvH-Ausstellungsmodul-Karte-Fußabdrücke


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Baumartensteckbrief – Douglasie

Douglasie-Header

 

Douglasie (Pseudotsuga menziesii) – Überblick

Verwendung: Schnittholz, Furnier, Möbel & Innenausbau, Böden & Decken, Bauelemente (Fenster, Türen, Treppen, u.a.), Konstruktionsholz, Außenholz, Holzwerkstoffe, sonstiges.

Holzeigenschaften: Holz hart, gutes Schwind- und Trockungsverhalten, gute Festigkeits- und Elastizitätseigenschaften, gute Witterungsbeständgkeit, deshalb auch als Außenholz geeignet. Splint weißlich-hell, Kern rotbraun, nachdunkelnd.

Vorkommen: Europa (forstlich bei uns seit langem eingebürgert), Nordamerika, Kanada. Deshalb: immer Holz von Hier Zertifikat nachfragen.

Kurzportrait zum Baum

Die Douglasie unterteilt sich in zwei Rassen, die „Grüne Douglasie“ (Küstendouglasie, Pseudotsuga menziesii var. menziesii), die im Bereich der Pazifikküste von British Columbia / Westkanada bis zum südlichen Californien / USA vorkommt und die „Graue Douglasie“ (Gebirgsdouglasie, Pseudotsuga menziesii var. glauca), die Inlandform, die von den feuchten bis kontinental-trockenen Gebieten der Rocky Mountains bis in 3000 m Höhe vorkommt. Die Küstendouglasie wird ein 70-80 m hoher Baum mit einer in der Jugend ebenmäßigen und kegelförmigen, im Alter in die Breite gehenden Kronenform. Das am Naturstandort gefundene Höchstalter dieser Rasse liegt bei 1000 Jahren. Der Stammdurchmesser kann stattliche Ausmaße von bis zu 4 m erreichen (besonders am Naturstandort in den regenfeuchten Küstenwäldern). Anfangs zeigt sie eine glatte, dunkelgraue Rinde, im Alter eine rot- bis graubraun und tief gefurchte, dicke Borke. Die ca. 3,5 cm langen Nadeln sind frischgrün, die jungen Zweige sind lang und waagrecht abgespreizt. An den bis zu 10 cm langen Zapfen überragen die Deckschuppen zwar die Samenschuppen, sind aber nicht nach hinten zurückgebogen. Die Gebirgsdouglasie wird dagegen nur etwa 50 m hoch und erreicht ein Höchstalter von 400 Jahren mit dabei 1,2 m starken Stämmen. Die Kronenform der Gebirgsrasse ist etwas schlanker als bei der Küstenrasse. Die dunkle, fast schwarzgraue Borke wird schon in der Jugend rissig. Die Nadeln sind graugrün oder bläulichgrün und ca. 2,5 cm lang. Die jungen Zweige sind schräg aufwärts gerichtet. Die bis zu 7 cm langen Zapfen besitzen lange und abstehende Deckschuppen. Beiden Rassen ist gemeinsam, dass die zerriebenen Nadeln angenehm fruchtig-harzig und leicht nach Zitrone riechen. Die Lebensdauer der Nadeln liegt bei etwa 8 Jahren. Abgefallene Nadeln hinterlassen kleine ovale Narben an den Zweigen. Die Douglasie zeigt ein typisches Herzwurzelsystem mit hoher Feinwurzeldichte. Besonders die Küstenform ist ein starker Tiefwurzler.

Standortpräferenzen

In Deutschland sind beide Douglasienformen vor etwa 140 Jahren eingeführt worden und haben sich als winterhart bewährt. Sie sind in Deutschland zum wichtigsten ausländischen Forstbaum geworden. Sie kann sowohl in Reinbeständen als auch in der Mischung mit anderen Baumarten angebaut werden. Analog zu ihren natürlichen Wuchsarealen wird die Küstendouglasie mehr im atlantisch geprägten Bereich und die Gebirgsdouglasie stärker im kontinentalen Bereich Europas angebaut. Für Bayern überwiegt die Inlandform. Die Küstendouglasie ist auch etwas spätfrostgefährdeter als die Gebirgsform. Optimale Wuchsleistungen werden bei ausgeglichenen Temperatur- und Niederschlagsverhältnissen in warm feuchten Berglagen bei ausreichender Luft- und Bodenfeuchte erreicht. Der Feuchtigkeitsbedarf der Douglasie ist in der Jugendphase sehr viel höher als bei Fichten und Kiefern. Jungpflanzen trocknen leicht aus. Bevorzugt werden tiefgründige, gut durchlüftete, humusreiche, mäßig saure, frische, sandige Lehmböden. Arme Sand- oder Tonböden sowie Kalkstandorte sind ungünstig. Besonders auf neutralen und kalkhaltigen Böden erleidet sie Kalkchlorosen.

Waldbauliche Behandlung

Der Anbau erfolgt häufig auf ertragsschwächeren Standorten im Reinbestand. Eine Naturverjüngung ist möglich. Der Einschlag erfolgt im Alter von 60 bis 80 Jahren. Die sehr schnellwüchsige Art zeigt Zuwächse von bis zu 18 m3 pro ha pro Jahr. Die Douglasie ist in der Jugend eine Halbschattbaumart (bis 40 % Lichtentzug), später eine Halblichtbaumart. Die Streu wird gut zersetzt. Durch die hohe mechanische Wurzelenergie eignet sich die Douglasie für skelettreiche Böden, mit optimaler Wurzelentwicklung auf Zweischichtböden. Die Douglasie ist wenig geeignet zum Aufschluss von Pseudogleyeböden. Starke Verbiss- und Fegeschäden machen einen Zaunschutz notwendig. Die Douglasien-Woll-Laus kann zu Nadelschäden führen. Wegen der Phomopsis-Krankheit, die von Rindenverletzungen ausgeht, müssen jegliche Verletzungen vermieden und eine Wertastung während der Vegetationsperiode durchgeführt werden. Stammfäulen sind weit verbreitet. Die Schüttekrankheit (ein Blattparasit) gefährdet hauptsächlich die Gebirgsrasse stark. Eine hohe Luftfeuchtigkeit, extrem nasse Frühsommer und sehr kalte Winter erhöhen dafür das Risiko. Die Kronenpflege zur Erhöhung der Vitalität und die starke Durchforstung zur Förderung trockenresistenter Lichtnadeln kann dieser Schüttekrankheiten entgegenwirken. Die Wuchsleistung der Douglasie ist außerordentlich hoch. Sie kann in submontanen Lagen die Fichte in Masse und Wert um 50 bis 100 % übertreffen. Die Douglasie ist wenig durch Sturmwurf und Borkenkäfer gefährdet. Bei Nassschnee kann es bei der Küstenform zu Ast- und Giebelbruch kommen.

Sonstiges zur Verwendung

Das Holz der Douglasie ist relativ hart, zeigt gutes Schwind- und Trockenverhalten, gute Festigkeits- und Elastizitätseigenschaften sowie eine gute Witterungsbeständigkeit. Es hat einen bis zu 6 cm breiten weißlich-hellen Splint und einen rotbraunen und nachdunkelnden Kernbereich. Douglasienholz wird im internationalen Handel als „Oregon Pine“ bezeichnet. Das Holz findet Verwendung für Möbel, im Innenausbau, als Bau- und Konstruktionsholz im Außenbereich (Wasserbau) sowie als Faserrohstoff.

 

Mehr zum Thema

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Mitmachen bei „Wald-Wege zur Vielfalt“

Sind Sie Waldbesitzer, eine Kommune mit Wald, ein Landschaftspflegeverband oder sonstige Organisation, die Wald oder Grünflächen bewirtschaftet, dann nutzen Sie die Plattform „Wald – Wege zur Vielfalt“, um Interessenten für weniger gängige Baumarten und Sortimente zu finden.

Diese (GIS basierte ) Plattform baut Holz von Hier mit einen Arbeitskreis von Forstexperten auf. Das begleitende gemeinnützige Projekt mit ein Titel „Wald-Wege zur Vielfalt“ wird unterstützt vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) und der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) in Rahmen des deutschen Bundesprogramms „Biologische Vielfalt“. Mehr zum Projekt unter http://www.holz-von-hier.de.

Bei Interesse an einer Teilnahme schicken Sie uns einfach eine Mail mit Ihren Kontaktdaten an info@holz-von-hier.de (Stichwort: Wald-Wege zur Vielfalt).

 


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Holz von Hier statt Tropenholz aus Raubbau für Innenausbau, Möbelbau und bei Bodenbelägen

#holzvonhier - info - disappearing-forests_ce8f
Foto aus http://www.grida.no/grapiclib

Verzicht auf gefährdete Tropenhölzer ist Schutz der Biodiversität

Tropenwälder gehören zu den artenreichsten Lebensräumen der Erde, etwa 50-70% aller Pflanzen- und Tierarten der Welt leben hier(1). Ihr Schutz ist wohl der größte Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt.

Der Verzicht auf gefährdete Tropenhölzer trägt zum Schutz dieser Lebensräume bei, denn auch eine Einzelstammentnahme, die oft als schonende Nutzung der Tropischen Primärwälder angesehen wird, führt nach neuen wissenschaftlichen Studien letztlich zu starken Artenverlusten in diesen Lebensräumen(2). So werden z.B. pro verwertetem Baum im Amazonasgebiet 27 weitere Bäume beschädigt, 40 Meter Straße neu gebaut und 600 m² Lücke ins Kronendach gerissen(3).

Auch die Nutzung von tropischem Plantagenholz ist keine echte Lösung gegen den Raubbau. Viele dieser Plantagen sind hier in den letzten 20 Jahren entstanden und für die meisten dieser Plantagen wurden zuvor Primärwälder abgeholzt(4). Zum anderen wird tropisches Plantagenholz in der Holzqualität wegen der kurzen Wachstumszyklen (Teak meist 20 Jahre) von der Branche in der Regel deutlich schlechter bewertet als Holz aus Primärwäldern, das gilt auch für die noch relativ jungen Plantagen mit Nachhaltigkeitslabeln(5). Für qualitativ hochwertige Produkte suchen die Hersteller nach wie vor Holz aus Primärwäldern. Plantagen in den Tropen können derzeit also den Druck auf die tropischen Primärwälder letztlich nicht verhindern.

Nach Deutschland werden etwa 70 Tropenholzarten importiert, als Rohstoff, in Halbwaren oder als fertige Produkte wie Parkett, Furnier, Möbel und andere, darunter 30 weltweit gefährdete Baumarten(6). Asiatische Länder wie China und Indonesien entwickeln sich zu den größten Tropenholzumschlagplätzen weltweit. Eine Kontrolle der Holzherkünfte ist hier nach Einschätzung vieler Marktkenner kaum bzw. nicht möglich.

#holzvonhier - info - Status PEFC und FSC Zertifizierungen weltweit

Foto aus http://www.grida.no/grapiclib

Verzicht auf Holz aus Primärwäldern ist Schutz von Klima und Biodiversität

Biodiversität ist heute als Schlüsselelement für nachhaltige Entwicklung international anerkannt. Zu ihrem Schutz hat sich Deutschland mit Unterzeichnung der UN-Konvention zur Biologischen Vielfalt verpflichtet.

Viele Studien belegen heute auch den ökonomischen Wert der Biodiversität. Allein die Schutzgebiete der Welt erbringen Dienstleistungen im Wert von 5.000 Mrd. US-$ jedes Jahr(7). Dabei machen Waldschutzgebiete der IUCN Kategorien I-VI nur 8% (3 Mio. km2) der Weltwaldflächen aus(8).

Jede kommerzielle, auch zertifizierte, Nutzung bisher unberührter Primärwälder führt letztlich zu einem Verlust an Biodiversität. Dabei kann die »Bewirtschaftung« dieser Wälder auch bis zu 100%-iger Entnahme von Biomasse (Kahlschlag) und zu einer Zerstörung der organischen Bodenschicht führen, z.B. für die Vorberei­tung der Rekultivierung, meist die Anlage von Plantagen für Holz, Palmöl, Zuckerrohr und anderes(4).

Zudem sind bisher nur wenige Gebiete in den Tropen mit dem Waldlabeln (FSC und PEFC) zertfiiert. Die Wald-Zertifizierung allein kann den Verlust an Urwäldern in den Tropen nicht stoppen. Das Verbraucherverhalten leisten einen wichtigen Beitrag. Bei Holzimporetn in die EU sollte immer auf Hölzer die mit Waldlabeln zertifiziert sind (FSC, PEFC) geachtet werden. Und bei uns sollte verstärkt auf heimisches Holz der kurzen Wege anstatt Tropenholz gesetzt werden, nachgewiesen durch das Label HOLZ VON HIER.

Die Nationen mit den noch größten Primärwaldvorkom­men sind(9): Brasilien, RUS, Kanada, USA (ohne Alaska), Peru, Kolumbien, Indonesien, Mexiko, Bolivien, Papua, Kongo. Die Produkte, die sie für den Holz-, Papier-, Zellstoff-, Biokraftstoffbereich, Genussmittel- und Kosmetiksektor produzieren, werden großteils exportiert(4) und zwar gerade auch nach Europa und Deutschland.

#holzvonhier - info - tropenholz aus Raubbau - nein Danke

Foto aus http://www.grida.no/grapiclib

Innerhalb der EU wird großes Gewicht auf die Vermeidung von Importen von Hölzern aus illegalen Quellen gelegt, d.h. von Holz aus Schutzgebieten. Dies ist aber der kleinere Teil der weltweiten Primärwälder. Auch »legales Holz«  aus Primärwäldern senkt die Biodiversität weltweit.

Deshalb Hölzer mit Holz von Hier Zertifikat für Innenausbau, Möbelbau und Böden die richtige Kaufentschei­dung für Klimaschutz und Artenvielfalt.

(1) UNEP, Ape Alliance, 2002; (2) Asner et al., 2008; (3) WWF, 2009; (4) WBGU, 2009; (5) wood products Europa, http://www.global wood.org; (6) Recherchen für Holz von Hier, s. Holz-von-Hier-Flyer »Gefährdete tropische Baumarten auf dem deutschen Markt«; (7) aktueller UN-Bericht zur Ökonomie der Biodiversität; (8) www. unep-wcmc.org; (9) Informationen Prof. E.-D. Schulze am MPI Jena.


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Foot prints – Jaguar – Die ökologische Fußspur von tropischen Terrassenhölzern aus Raubbau

HVH-Info-Footprint-Leopard

Jaguar. Die Entwaldungsraten gerade in Lateinamerika sind sehr hoch. Pro verwendetem Baum in Urwäldern des Amazonasgebietes z. B. werden durchschnittlich 27 weitere Bäume beschädigt und 600 m² Lücke ins Kronendach gerissen. Ab 2013 sollen verstärkt illegale Holzimporte in die EU vermieden werden. Dies ist aber der kleinere Teil der Tropenholzimporte nach Europa. Neue wissen. Studien zeigen: jedes, auch „legales“ Holz aus kommerziellem Einschlag in tropischen Urwäldern senkt die Biodiversität.

Zudem gibt es für alle Anwendungsbereiche schöne heimische Hölzer. Fragen Sie immer nach einem Herkunftsnachweis von HOLZ VON HIER..

HVH-Ausstellungsmodul-Fußabdrücke9
HVH-Ausstellungsmodul-Fußabdrücke10

Foot Print: die ökologische Fußspur von tropischen Hölzern aus Raubbau. Die 9 ausgewählten Tierarten aus Afrika (grün), Asien (blau) und Lateinamerika (orange) des Themenpfades „Foot Prints“ stehen exemplarisch als Botschafter für eine ungeheure Vielzahl an Tier- und Pflanzenarten, die größtenteils namenlos von unserer Erde verschwinden, nicht zuletzt auch durch die Nachfrage nach Tropenholz.

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HVH-Ausstellungsmodul-Fußabdrücke9


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Baumartensteckbrief – Buche

Buche-Header

Buche, Rotbuche (Fagus silvatica) – Überblick

Verwendung: Schnittholz, Furnier, Möbel & Innenausbau, Böden & Decken, Bauelemente (Fenster, Türen, Treppen, u.a.), Holzwerkstoffe, sonstiges (z.B. Sportgeräte); Rotkernige Buche ist als Möbelholz heute sehr gerfragt.

Holzeigenschaften: Holz gut berabeitbar, zäh, sehr tragfähig, wenig elastisch. Das Holz ist weißlichgrau bis rötlichbraun. Der „Rotkern“ der Buche ist eine interessante heute gefragte Farbvariante.

Vorkommen: ganz Mitteleuropa, von Nordspanien bis Südschweden, Apennin und Balkan bis Westrussland.

Kurzportrait zum Baum

Die Buche wächst im Bestandesschluss gerade und langschaftig und wird 30 bis 45 m hoch. Im Freistand setzt die Krone sehr tief an und kann im Extremfall breiter als hoch sein. Buchen erreichen Alter von bis zu 300 Jahren (max. 500), die forstliche Nutzung erfolgt meistens im Alter von 100 bis 140. Die Stammdurchmesser kann bis zu 2 m erreichen. Die Borke ist dünn, glatt und silbergrau. Nur selten kommt es zur Bildung einer rissigen Borke. Junge Zweige sind anfangs behaart, bald aber schon verkahlend. An den Ästen sind grau- bis rotbraune Korkwarzen zu sehen. Die Blüten sind eingeschlechtig an den jungen Trieben und erscheinen mit den ersten Blättern im April und Mai. Die Früchte (Bucheckern) werden von vielen Waldtieren gefressen oder vertragen. Die Buche bildet ein Herzwurzelsystem aus.

Standortpräferenzen

In Europa sind zwei Buchenarten beheimatet, die hier beschriebene Rotbuche und die östlich an das Areal der Rotbuche anschließende Orientbuche (Fagus orientalis). Die Rotbuche ist von Nordspanien über den gesamten zentraleuropäischen Raum und Südschweden, den Apennin und Balkan, bis nach Westrussland verbreitet. Natürlicherweise fehlt sie in den trockenen Gebieten Ungarns und an der Nordseeküste, in den Zentralalpen und an den trocken-heißen Küstengebieten des Mittelmeers. Sie gedeiht von der Ebene bis in mittlere Gebirgslagen der Alpen, in Höhen von 1400 m. Vor der Besiedlung des Menschen war sie die weitverbreiteste Baumart Europas. Sie bevorzugt wintermildes und feuchtes Klima und ist spätfrostempfindlich. Sie liebt daher ozeanische und weniger kontinentale Klimaeinflüsse mit mindestens 600 mm Jahresniederschlag und mit mindestens 5 Monaten Vegetationsperiode. Die Buche bevorzugt frische und lockere Böden. Bei trocknen und bodensauren Standorten (Großteil der einheimischen Buchenwälder ist bodensauer) erhöht sich der Lichtbedarf. Wuchsoptimum auf tiefgründigen, frischen, basenreichen, gut durchlüfteten und drainierten Braunerden bzw. Kalkstein-Braunlehm. Die Buche mag keinen Wasserstau. Sie eignet sich nicht zur Bodenverbesserung von pseudovergleyten und stark sauren Standorten.

Waldbauliche Behandlung

Die Rotbuche ist schattentolerant und entwickelt sich in der Jugend nur sehr langsam. Sie wird außer im Niederwald (fast keine Stockausschläge) in den anderen Forstbetriebssystemen intensiv angebaut bzw. gepflegt (Mittelwald, Schlagweiser Hochwald und Dauerwald). Die Bewirtschaftung im Schlagweisen Hochwald erfolgt im Schirm- oder Femelschlag, wobei die Verjüngung unter dem Schirm des aufgelichteten Altbestandes erfolg, bevor dieser komplett geräumt wird. Es wird angestrebt, die Ernte wertvoller Einzelbäume mit der Begründung der nächsten Generation zu verbinden, in vielfältigen, möglichst langfristigen Verjüngungsschritten. Die Massenzuwächse betragen im Mittel etwa 6 bis 12 fm/ha/Jahr. Der prozentuale Anteil des Stammholzes am Gesamtholzvolumen beträgt nur ca. 50 %. Die Buche reagiert sehr rasch auf Durchforstungseingriffe. Sie besitzt selbst im hohen Alter noch Zuwachssteigerungen nach der Freistellung (Lichtzuwachs). Schon frühzeitig im Jugendwachstum bildet sie eine Herzwurzel aus und kann dadurch in tiefen Boden- und Gesteinsschichten Nährstoffe nach oben pumpen, was typischen Flachwurzlern (z.B. Fichte) zu gute kommen kann. Die Buche ist die einheimische Baumart mit der höchsten Feinwurzelintensität. In schweren Böden, besonders in Pseudogleyen, wurzelt die Buche jedoch flach und ist dann auch sturmgefährdet. Buchenstreu ist im Vergleich zur Fichtenstreu relativ basenreich und daher günstiger für eine gute Bodenbildung (Bodendurchwühlung und Zersetzung von Bodenorganismen) und eine schnellere Nährstoffverfügbarkeit aus der Streu. Die Buche ist bruchgefährdet bei starker Raureif- und Eisbildung. Rindenbrand kann bei zu rascher Freistellung sowohl in der Jugend- als auch in der Altersphase auftreten. Sekundär verursacht Weißfäule Stammbruch. Nach Astverletzungen (Rückeschäden, Hagel, Verbiss) kann Buchenkrebs (Wundparasit, Nectria ditissima) auftreten. Befallene Äste sind in ihrem Wachstum gestört und sterben bei starkem Befall ab. Junge Buchen werden häufig von Rotwild, Rehwild und Hasen verbissen (Zaun- oder Einzelschutz sowie angepasste Wilddichten!). Durch Maikäferfraß, den Buchenprachtkäfer und vereinzelt auch durch Mäuse können Buchen nachhaltig geschädigt werden.

Sonstiges zur Verwendung

Das relative schwere und stark schwindende Holz ist gut bearbeitbar, zäh, sehr tragfähig aber wenig elastisch. Es dient traditionell als Brennholz, wird aber gerne in der Möbelindustrie und im Handwerk für stark beanspruchte Elemente verwendet. Der Splint- und Kernbereich des Buchenholzes ist weißlichgrau bis rötlichbraun. Der Rotkern der Buche ist nur eine Farbveränderung und beeinträchtigt nicht die Holzqualität. Der Holzpreis für rotkernige Starkbuchen ist stark modeabhängig und momentan sehr gering.

 

Mehr zum Thema

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Mehr zum Thema Holzarten und Holzverwendung finden Sie auf der HOLZ VON HIER APP (www.bit.ly/hvh-APP) oder unter http://www.holz-von-hier.de

Mitmachen bei „Wald-Wege zur Vielfalt“

Sind Sie Waldbesitzer, eine Kommune mit Wald, ein Landschaftspflegeverband oder sonstige Organisation, die Wald oder Grünflächen bewirtschaftet, dann nutzen Sie die Plattform „Wald – Wege zur Vielfalt“, um Interessenten für weniger gängige Baumarten und Sortimente zu finden.

Diese (GIS basierte ) Plattform baut Holz von Hier mit einen Arbeitskreis von Forstexperten auf. Das begleitende gemeinnützige Projekt mit ein Titel „Wald-Wege zur Vielfalt“ wird unterstützt vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) und der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) in Rahmen des deutschen Bundesprogramms „Biologische Vielfalt“. Mehr zum Projekt unter http://www.holz-von-hier.de.

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