holzvonhier

Globales Denken erfordert regionales Handeln.


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Veränderung durch echt klima- und umweltfreundliche Produkte

Waldweg_1 #holzvonhier

Bild: Waldweg im heimischen Mischwald

#holzvonhier/Klimaschutz

„Der Veränderungsdruck kommt aus der Gesellschaft.“

Mehr als 70% bis 80% der befragten Menschen in fast allen aktuellen Trendstudien sind der Ansicht, dass sich die globalen Probleme dieser Welt, wie Klimawandel oder soziale Ungleichheit, nur  gemeinsam lösen lassen und dass Politik, Unternehmen und jeder Einzelne seinen Teil dazu beitragen muss. Mehr als 60% sind der Ansicht, dass klimafreundlich und verantwortungsvoll handelnde Unternehmen immer wichtiger werden. Nur ein Drittel der Befragten sehen allein bei der Politik die Verantwortung und nötige Bereitschaft „… um ökologische und soziale Herausforderungen in Zukunft zu lösen. (Beispiel Trendstudie 2012, Trendbüro u.a.).

  • Klima- & Umweltzeichen wie „Holz von Hier“ bieten hier eine praktische Orientierungshilfe für Kunden und die öffentliche Hand.
  • Gleichzeitig bieten Umweltzeichen wie „Holz von Hier“ Unternehmen die Chance, ihre Umweltkompetenz für alle sichtbar unter Beweis zu stellen.

Schnittholz #holzvonhier

Bild: Schnittholz bereit zur Abholung bei einem heimischen Sägewerk  

Schutz von Klima, Biodiversität und Ressourcen durch die richtige Produkt und Materialwahl bei Einkauf und Beschaffung, dazu gehören folgende  Kriterien:

  1. Senkung des Verbrauchs an Energie, Wasser, Rohstoffen (a) in der Produktion des Produktes und zwar im gesamten Stoffstrom (und nicht nur im letzten Produktionsschritt) und (b) durch das Produkt selbst in der Nutzungsphase.
  2. Effizienzsteigerungen (a) in der Produktion des Produktes und zwar im gesamten Stoffstrom und nicht nur im letzten Produktionsschritt und (b) durch das Produkt selbst in der Nutzungsphase.
  3. Produkte mit möglichst kurzen Wegen im gesamten Stoffstrom der Produktion.
  4. Verwendung recyclingfähiger und wiederverwertbarer Produkte von Anfang an und Erhöhung der Recyclingquote nach Ende der Lebensphase.
  5. Öko-Design, Klima-, Umwelt- und Ressourcenschutz durch haltbare, modulare und reparaturfähige Produkte.
  6. Gezielte und starke Schonung von stark begrenzten und gefährdeten Ressourcen.
  7. Generelle Ressourcenschonung durch gezielte Materialauswahl von Anfang an.
  8. Weitgehende Vermeidung von Nutzungskonkurrenzen bei der Materialwahl.
  9. Verzicht auf Rohstoffe aus Raubbau und gravierenden Landnutzungsänderungen (z.B.  Holz aus Plantagen, für die zuvor Primärwälder abgeholzt wurden), kein Holz aus Urwäldern.
  10. Verzicht auf Produkte, die weltweit gefährdete Arten enthalten, Holz von Hier nutzt hier die Red List von IUCN.

Pfaffenhütchen #holzvonhier

Bild: Pfaffenhütchen – eine unserer Straucharten

Erläuterungen zu den Punkten 1 bis 10:

(1) Senkung des Verbrauches an Energie, Wasser, Rohstoffen (a) in der Produktion des Produktes und zwar im gesamten Stoffstrom (und nicht nur im letzten Produktionsschritt) und (b) durch das Produkt selbst in der Nutzungsphase.

Verbrauch an Energie, Wasser, Rohstoffen an sich stellt eine potenzielle Umweltbelastung dar. Eine Verringerung des Verbrauchs ist oftmals die einfachste Möglichkeit, Ressourcen zu schonen. Dies fängt im Zuge der Beschaffung mit der Bedarfsanalyse und -prüfung an, denn manchmal lassen sich anstehende Aufgaben auch mit bestehenden Instrumenten, Maschinen, Infrastruktur oder Personal erledigen. Die Verminderung des Verbrauchs geht einher mit der nächsten wichtigen Säule der Nachhaltigkeit, der Effizienzsteigerung.


(2) Effizienzsteigerungen (a) in der Produktion des Produktes und zwar im gesamten Stoffstrom (und nicht nur im letzten Produktionsschritt) und (b) durch das Produkt selbst in der Nutzungsphase.

Effizienzsteigerung, also die Erzielung der gleichen Leistung bei verringertem Einsatz von Material und Energie, ist nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich höchst interessant.  Ein Anwendungsbeispiel ist hier der Ausbau der  kommunalen und gewerblichen Abwärmenutzung oder die Nutzung und Verwendung von Abfallstoffen als Ersatzbrennstoffe (wie z.B. Klärschlamm). Ein Problem einer rein technisch motivierten Effizienzsteigerung kann sein, dass sie nicht zu einer faktischen Verringerung der Ressourceninanspruchnahme führt, weil eine bestimmte Leistung, ein Produkt für sich zwar verbrauchsärmer wird, aber das Produkt in größerem Umfang produziert wird. Das heißt, die Einspareffekte werden durch gesteigerte Produktion überkompensiert. Diesen Effekt konnte man auf verschiedenen Gebieten in den letzten Jahrzehnten beobachten. Beispielsweise wurde die Einsparung durch energiearme Elektrogeräte jedoch durch die gestiegene Anzahl der Geräte überkompensiert (BMWI, 2009 / 2010).


(3) Produkte mit möglichst kurzen Wegen im gesamten Stoffstrom sind optimal klima-, umwelt- und verbraucherfreundlich

Eines der Kriterien im Herkunftszertifikat von „Holz von Hier“.

Zum Einen aufgrund der Klimaentlastung durch vermiedene CO2-Emissionen – zur Erinnerung: der globalisierte Verkehr ist die drittgrößte Ursache für den Klimawandel. Aber auch andere Gründe kommen hier dazu: nur Produkte, die vollständig (!) in ihrem gesamten Stoffstrom, innerhalb Deutschlands oder der EU hergestellt wurden und auch hier wieder recycelt oder entsorgt werden, unterliegen auch den hier geltenden Gesetzen, Richtlinien und Vorschriften für Umwelt- und Verbraucherschutz bei Produktion, Nutzung und Recycling/Entsorgung und erfüllen so auch die hohen Umwelt- und Sozialstandards der EU.


(4) Verwendung recyclingfähiger und wiederverwertbarer Produkte von Anfang an und Erhöhung der Recyclingquote nach Ende der Lebensphase.

(a) Ressourcenschonung fängt schon bei der Planung der zu beschaffenden Dinge oder beabsichtigten Bauvorhaben an. Sie berücksichtigt nicht nur die Vorketten in der Herstellung des Produkts, sondern umfasst alle Aspekte von der Gewinnung der Rohstoffe an bis hin zu der faktischen Behandlung nach Ablauf von Gebrauch und Nutzung.
(b) Erhöhung der Recyclingquoten und Nutzung von Recyclingprodukten

Auch beim Thema Recyclingfähigkeit und Wiederverwertbarkeit der Produkte kann das Material Holz und Produkte aus Holz von Hier optimal punkten.
Holz von Hier beschäftigt sich akuell mit diesen Aspekten bei Holz-Produkten im Projekt „SAVE – Ressourcenschonung von Anfang an“, das von der DBU, der Deutschen Bundesstiftung Umwelt“ gefördert wird.
Betriebe, Institutionen und Kommunen die sich hier beteiligen wollen sind herzlich willkommen ! Bitte rufen Sie uns an. 

Die Eignung eines Produktes, nach seiner Hauptnutzung wieder- oder weiterverwendet oder aber recycelt zu werden, wird teilweise schon bei Einkauf und Beschaffung bestimmt. Dies gilt insbesondere für den Bereich Bauen. Ein Anwendungsbeispiel hierfür sind Fenster. Hochwertige Fenster aus PVC, die vergleichbare Leistungen hinsichtlich Stabilität, Haltbarkeit und Dämmung erfüllen, wie gute Holzfenster, sind nicht nur in der Anschaffung nicht billiger, sondern verursachen nach der Nutzungsphase (übrigens erfordert eine möglichst lange Lebensdauer auch bei Kunststofffenstern eine regelmäßige Pflege!) erheblich höhere Kosten durch eine aufwändige Entsorgung. Die Recyclingmöglichkeiten für PVC in Europa sind bisher noch sehr limitiert (aktuell umfassen sie etwa 3% der Produkte). Moderne Holz- oder Holzalufenster hingegen können nach ihrem Gebrauch in der Regel problemlos verwertet werden.  Recycling von Produkten und Verwendung von recycelten Produkten stellt heute immer noch die Ausnahme dar. Bei der Beschaffung lohnt sich jedoch, wo immer es geht, Recyclingprodukte einzusetzen, da diese neben dem ökologischen Aspekt den Vorzug haben, dass sie oft kostengünstiger sind. Bei Papier ist dies schon Standard, aber es gibt eine Reihe von weiteren Produkten, die bereits aus recycelten Rohstoffen hergestellt werden.


(5) Gezielte Schonung von stark begrenzten und gefährdeten Ressourcen. Manche Ressourcen sind quantitativ oder zeitlich stark begrenzt. Die Inanspruchnahme solcher Ressourcen oder die Verwendung von Produkten, die auf solchen Ressourcen beruhen, sollte daher erst nach einer Prüfung von Alternativen erfolgen.

Für die Gewinnung mancher Rohstoffe ist ein außerordentlich hoher Energie- und Materialaufwand  erforderlich und geht mit enormen Umweltschädigungen einher. So erfolgt der Abbau von Coltan oder Gold mit einem massiven Flächenverbrauch und hoher Umweltbelastung durch Schadstoffe wie Quecksilber und Cadmium.


(6) Öko-Design: Klima-, Umwelt-, und Ressourcenschutz durch haltbare, modulare und reparaturfähige Produkte

Holz von Hier beschäftigt sich aktuell mit diesen Aspekten bei Holz-Produkten im Projekt „SAVE“ (DBU-Projekt). Sie sind Designer oder eine eine Design-Institution und wollen sich beteiligen? Wr freuen uns auf Ihren Anruf !

Heutige Lebenszykluskostenbetrachtungen und auch die meisten Ökobilanzen greifen für einen umfassenden Klima- und Umweltschutz noch zu kurz. Denn Ressourcenschonung fängt nicht erst beim richtigen Design in der Endproduktion an. Ressourcenschonung fängt schon bei der Auswahl der Materialien an. Das ist bei Holzprodukten nicht anders, als bei anderen Produkten wie z.B. Elektrogeräten (vgl. Exkurs Ökodesign Richtlinie für Elektrogeräte). Bei komplexen Produkten wie Elektrogeräten ist dies nur noch viel komplizierter als bei Holzprodukten. Kommt das Coltan für Handys aus Recycling oder ist es „Blut-Coltan“ aus dem Kongo, woher kommt der PVC-Anteil, woher die anderen Rohstoffe eines hoch komplexen Produkts und wie wurden sie gewonnen? Wie viele Transportkilometer hat ein PC in den Vorketten auf dem Rücken? Es geht eben nicht nur um die Nutzungsphase oder um den letzten Verarbeitungsschritt eines Produktes. Jedes Produkt mit einem seriösen Umweltlabel muss über Richtlinien (auch beispielsweise über die Ökodesignrichtlinie für Elektrogeräte oder die Due Diligence Verordnung für Holzprodukte) hinausgehen (denn das ist ja bereits Standard bzw. gesetzlich geregelt) und muss weitergehende Umweltverbesserungen aufzeigen, propagieren, umsetzen und kontrollieren. Das gilt für jedes Produkt.


(7) Generelle Ressourcenschonung durch gezielte Materialauswahl von Anfang an

Holz von Hier beschäftigt sich akuell mit diesen Aspekten bei Holz-Produkten im Projekt „SAVE“ (DBU-Projekt). Betriebe, Institutionen und Kommunen die sich hier beteiligen wollen sind herzlich willkommen ! Bitte rufen Sie uns an.

Produkte und Bauteile können oft aus diversen Materialien hergestellt werden. Die verschiedenen Materialien hinterlassen einen jeweils anderen ökologischen Fußabdruck. So werden schon bei Planung und Beschaffung Weichen gestellt, die den gesamten Lebenszyklus betreffen. Hier spielt vor allem der Baubereich eine wichtige Rolle, da er für den größten Teil des derzeitigen Ressourcenverbrauchs verantwortlich ist (Müller & Niebert, 2009; und vgl. EU Kommission in der EU-Leitinitiative „Ressourcenschonendes Europa“). Bautätigkeiten verbrauchen aber nicht nur für Rohstoffgewinnung, Produktion und den Bau selbst Ressourcen, sondern auch für die Entsorgung nach Ablauf der Nutzungsphase. Die Entscheidung von heute beeinflusst damit auch die Ressourceninanspruchnahme künftiger Generationen. Ein wichtiger Ansatzpunkte ist hier die gezielte Verwendung von Materialien mit geringen Umwelt-Rucksäcken. In aller Regel können hier nachwachsende Rohstoffe punkten. Aufgrund des Mengenpotenzials kommt hier dem Holz eine zentrale Bedeutung zu. Einsatzmöglichkeiten hierfür gibt es zahllose, sie werden in Teil 2 des Leitfadens („Was ist nachhaltige Beschaffung“) näher beschrieben. Im Hinblick auf die Ressourceninanspruchnahme für Gewinnung und Produktion spielt aber die Herkunft des Holzes und damit verbunden der ökologische Rucksack der Produkte eine entscheidende Rolle. Die Variante mit der besten Umweltbilanz ist die Verwendung von Holz mit möglichst geringer Transportbelastung, wie sie über Holz von Hier nachweisbar ist.


(8) Weitgehende Vermeidung von Nutzungskonkurrenzen bei der Materialwahl 

Holz von Hier setzt sich für Vermeidung von Nutzungskonkurrenzen und ressourcenschonende Holznutzung ein (z. B. Kaskadennutzung).

Dies betrifft vor allem Nutzungskonkurrenzen mit (1) Nahrungs-/Futtermittelproduktion, (2) Nutzungskonkurrenzen von stofflicher und energetischer Nutzung und (3) Vermeidung von Nutzungskonkurrenzen mit natürlichen Ökosystemen.
Beispiel aus dem Bereich Bioenergie. Weltweit haben 923 Mio. Menschen keinen Zugang zu ausreichend Nahrung, Tendenz steigend (WBGU, 2009). Die weltweit genutzte Biomasse wird v. a. als Futtermittel (58%), Rohstoffe (20%), Brennholz (10%) und nur 12% als Nahrung eingesetzt (s.o.). Eine der Ursachen für weltweit steigende Nahrungsmittelpreise ist diese Nutzungskonkurrenz. Primärwälder, Feuchtgebiete, natürliche Grasländer sind die durch Landnutzungsänderungen weltweit am meisten bedrohten Ökosysteme. Diese Landflächen für den großmaßstäblichen Bioenergiepflanzenanbau zu nutzen, ist schädlich für Klima und Artenvielfalt. Sägefähiges Stammholz, das stofflich für langlebige Produkte genutzt werden könnte, zu verbrennen, ist nicht nur aus Klimaschutzsicht negativ. In einigen Regionen treten verstärkt Nutzungskonkurrenzen zwischen energetischer und stofflicher Nutzung auf.


(9) Verzicht auf Rohstoffe aus Raubbau und aus gravierender Landnutzungsänderung

Eines der Kriterien im Herkunftszertifikat von „Holz von Hier“.

Beispiele dafür sind Holz aus Plantagen, für die zuvor Primärwälder abgeholzt wurden oder bestimmte Agrarkraftstoffe wie Palmöl u.Ä. Stattdessen können heimische Rohstoffe und heimische   Biomasse genutzt werden, beispielsweise Hackschnitzel aus Landschaftspflege, Durchforstung oder Sägenebenprodukte. Diese sind transparent, umweltfreundlich und nachhaltig.


(10) Verzicht auf Produkte, die weltweit gefährdete Arten enthalten. Verzicht auf Produkte die weltweit gefährdete Arten enthalten, gemäß Red List von IUCN

Eines der Kriterien im Herkunftszertifikat von „Holz von Hier“.

Der Markt hat auch entscheidenden Einfluss auf den Schutz der Biodiversität weltweit, sei es der Handel mit gefährdeten Tier- und Pflanzenarten  oder Produkte mit Rohstoffen, die Lebensraumzerstörung verursachen. Nachwachsende Rohstoffe können einen wichtigen Beitrag zur Schonung begrenzter fossiler und mineralischer Ressourcen leisten. Entscheidend für die positive Klima- und Umweltwirkung ist hierbei aber die Herkunft. Manche Hölzer, insbesondere tropischer Herkunft, sind inzwischen international gefährdet, ungeachtet der Tatsache, dass sie gehandelt werden. Biodiversitätsexperten gehen davon aus, dass wenn eine Art erst einmal als gefährdet erkannt bzw. eingestuft wird, es fast schon zu spät für ihren Schutz und ihre Bewahrung ist (www.iucnredlist.de). Bei Tropenhölzern betrifft dies sogar 30 der insgesamt 70 in Deutschland gehandelten Arten. Manche davon finden sich oft standardmäßig in Ausschreibungen.

Einkaufsbegleiter

Anbei ein kleiner Einkaufsbegleiter, der Ihnen zeigt welche Improtholzarten Sie beim Kauf von Holzprodukten vermeiden sollten. Bei Importen sollten Sie immer auf die Forstlabel PEFC und FSC achten.
Am besten Sie kaufen Produkte aus nachweislich heimischem Holz der kurzen Wege, mit HOLZ VON HIER Nachweis.

Betriebe, Produkte finden unter: http://www.holz-von-hier.de
Betriebe finden: http://bit.ly/hvh-Betriebe
Produkte finden: http://bit.ly/hvh-Produkte

Einkaufsbegleiter von #holzvonhier

Bot-Garten-Bonn_HOLZVONHIER_Gefährdete Tropenholzarten2

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Internationale Politische Programme und Handlungsinstrumente gegen den Klimawandel
Politische Programme und Handlungsinstrumente gegen Raubbau und illegalen Holzhandel

 

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Politische Programme und Handlungsinstrumente gegen Raubbau und illegalen Holzhandel

#holzvonhier Bild Urwaldriese in Schutzgebiet

#holzvonhier/Klimaschutz

Zunächst auf ein Wort

Für wohl nur wenige andere Rohstoffe, Halbwaren und Produkte gibt es so viele Handels- und Umweltvorgaben wie für den natürlichen Rohstoff Holz. Das ist auch richtig, aber dabei sollte natürlich nicht vergessen werden, dass Importe anderer Rohstoffe, Halbwaren und Produkte in die EU das aus Umwelt-, Klima- und Verbraucherschutzgründen mindestens so nötig hätten. Das darf auch nicht dazu führen, dass in Folgerichtlinien, Gesetzen, Bewertungen oder anderen nachfolgenden Aspekten bei der nachhaltigen Materialgewinnung nur Holz bewertet wird bzw. Anforderungen unterliegt! Das hinterlässt den Eindruck als wären andere Materialien, z. B. auf Ölbasis, automatisch nachhaltig oder gar umweltverträglicher.

Holz wurde in Europa von den Akteuren der Forst- und Holzwirtschaft selbst schon immer scharfen Umweltvorgaben und Kriterien zur Ressourenschonung unterworfen, weit bevor in anderen Rohstoffbereichen (Öl, Metalle, Steine, Kunststoffe) überhaupt darüber nachgedacht wurde. Und das, obwohl Holz ein nachwachsender und nicht ein endlicher Rohstoff ist, wie viele andere. Selbst der Nachhaltigkeitsbegriff hat seinen Ursprung in der europäischen Fortwirtschaft und die Klimadebatte wird maßgeblich von der EU geprägt.

Im Folgenden sind drei wichtige politische Vorgaben und Handlungsinstrumente genannt, die die Einfuhr von illegalen Hölzern in die EU stoppen sollen:

(1) FLEGT mit der DUe Diligence und
(2) REDD+

(3) Zertifizierung nachhaltiger Waldwirtschaft

und Möglichkeit Nummer vier:
(4) Produkte mit Holz von Hier Nachweis

#holzvonhier - Tropenwaldgiganten werden selten

Bild: Tropenwaldriese in Schutzgebiet

(1) FLEGT mit der Due Diligence: gegen illegalen Holzhandel

Illegaler Handel mit Holz aus Raubbau in Urwäldern ist auch heute immer noch ein gravierendes Problem im Welthandel. Nach Deutschland beispielsweise werden etwa 70 Tropenholzarten importiert, als Rohstoff, in Halbwaren oder als fertige Produkte wie Parkett, Furnier, Möbel und andere, darunter 30 weltweit gefährdete Baumarten (Holz von Hier Flyer „Gefährdete tropische Holzarten auf dem deutschen Markt“). Asiatische Länder wie China und Indonesien entwickeln sich zu den größten Tropenholzumschlagplätzen weltweit. Eine Kontrolle der Holzherkünfte ist hier nach Einschätzung vieler Marktkenner kaum bzw. nicht möglich. Deshab versucht die EU durch politische Abnkommen den illegalen Handel mit Hölzern in die EU und innerhalb der EU einzudämmen.

FLEGT ist ein internationales Abkommen zur Eindämmung illegalen Holzhandels. FLEGT mit dem Bestandteil der Due Diligence ist europäisches Gesetz. FLEGT besteht aus 3 Säulen (1) VPS – Vertragspartnerschaften mit anderen holzproduzierenden Ländern, (2) nachhaltige Beschaffung, (3) Due Diligence die Selbstverpflichtung der Marktteilnehmer.

Ab 2013 ist in der EU die Due Diligence Verordnung (DD) in Kraft getreten, die das FLEGT Abkommen von Seiten der EU verschärfen und für Holzprodukte konkretisieren soll. Anbieter, die Holzprodukte erstmals auf dem europäischen Markt einführen, müssen einer der genehmigenden Stellen in der EU glaubhafte Nachweise erbringen, dass das Holz nicht aus Raubbau stammt. Dies muss z.B. für einen deutschen Importeur keine deutsche Stelle sein.

Die Due Diligence soll sicherstellen, dass, unabhängig vom Herkunftsland, kein illegales Holz mehr in die EU gelangt. 

Mit illegalem Holz ist Holz gemeint, das nicht im Einklang mit den anwendbaren nationalen Gesetzen des Ursprungslandes geschlagen worden ist. Die Definition darüber, was illegal ist, obliegt aber dem Ursprungsland selbst. Wenn es z. B. keine nationalen Gesetze gibt, die eine bestimmte Art der Waldbewirtschaftung vorschreiben, verstößt  z. B. Kahlschlag nicht gegen nationales Gesetz und ist somit konform mit den Anforderungen der FLEGT-Regelung. Illegales Holz ist oft Holz, das in ausgewiesenen Naturschutzgebieten geschlagen wurde. Illegales Holz drückt die Holzpreise weltweit um 7-16% (WWF, 2008; FAO, 2010).


#holzvonhier Bild Urwald in Sibirien

Bild: Sibirische Taiga.

Aber Holz, das legal in die EU gelangt, ist noch lange nicht automatisch gleich zu setzen mit nachhaltigem Holz (Black-Box-Segment).

Das „Black Box Segment“ ist ein großes Segment an in die EU importiertem Holz und bildet zugleich die große Dunkelziffer zwischen den deklarierten Umweltwirkungen und dem, was an Auswirkungen auf die Ökosysteme tatsächlich auftritt. Legal in die EU importiertes Holz, ist nicht automatisch gleichzusetzen mit nachhaltig, ökologisch, umwelt-/klimaverträglichem Holz. Beispielsweise kann Holz eingeführt werden, welches konform mit nationalen Gesetzen in Primärwäldern geschlagen wurde, von Holzfirmen, die dafür legal erworbene Konzessionen haben (z. B. Sibirien, Indonesien). Dieses Holz gilt auch unter FLEGT nicht als problematisch. Klimafreundlich oder Biodiversitätsfreundlich ist dieses Holz aber noch lange nicht. Dies gilt vor allem für die Primärwälder, die Urwälder unserer Erde.

(2) REDD+: für Primärwaldschutz

Es existieren international unterschiedliche Vorschläge, der ungebremsten Zerstörung der Primärwälder zu begegnen. Eine davon ist, die Nicht-Nutzung finanziell zu honorieren. Ansätze hierzu finden sich in der REDD+ Strategie, die sich aber noch im Entwicklungsstadium befindet. REDD+ sieht im Prinzip vor, finanzielle Anreize zu setzen, Abholzung von Primärwald zu vermeiden. REDD+ als ein internationales Abkommen zum Schutz von Primärwäldern ist derzeit aber noch nicht ratifiziert, also im Augenblick generell noch gar nicht wirksam und eine entscheidende Frage ist zudem, woher die finanziellen Mittel hierzu kommen werden/sollen. Diskutiert wird hier der Kohlenstoffhandel. Pro Jahr werden allein durch Primärwaldrodung mindestens 13  Mrd. t CO2 freigesetzt, davon ca. 2-4 Mrd. t CO2 aus der Zerstörung der organischen Bodenschicht. Das wäre ein Gegenwert an Kohlenstoffzertifikaten von 65 Mrd. € (bei 5 €/Tonne CO2). Und das wäre immerhin mehr als die wirtschaftliche Bedeutung des Außenhandels mit allen Holzprodukten in Ländern mit Tropischen Urwäldern zusammen genommen  (Tab. ).

Summe der Export Einnahmen der Länder mit tropishcne Urwäldren ( Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien; (FAO, 2011):
Rundholz:              3,43 Mrd Dollar
Industrieholz:       3,32 Mrd Dollar
Schnittholz:           4,48 Mrd Dollar
Holzwerkstoffe:  10,15 Mrd. Dollar
Zellstoff:                 8,64 Mrd Dollar

Da für die Länder mit Primärwäldern der Schutz dieser Wälder jedoch bisher im Kyotoabkommen und den Folgeabkommen und Klimaverhandlungen nicht anrechenbar ist, das heist der Schutz der Primärwälder auch bisher nicht im Kohlenstoffhandel anrechenbar ist, besteht hier oft auch kein Interesse diese zu schützen.

(3) Zertifizierung nachhaltiger Waldwirtschaft: gegen Raubbau 

Zertifizierung nachhaltiger Waldwirtschaft wird als ein Hebel gegen den Raubbau gesehen, setzt aber  anders als REDD eine Nutzung von Primärwäldern voraus. Weltweit  gibt es diverse Siegel und viele Länder mit Primärwäldern haben inzwischen eigene Label  entwickelt (z.B. Malaysia).

Die bekanntesten und sichersten Label für die Nachhaltige Waldwirtschaft nach speziellen Kriterien sind die weltweit operierenden Label PEFC und FSC.

Aber quantitativ würde die Zertifizierung der nachhaltigen Waldwirtschaft allein nicht für den Primärwaldschutz ausreichen, denn in Ländern mit verbliebenen tropischen Primärwäldern (Asien, Afrika, Südamerika) ist der Anteil der mit PEFC und FSC zertifizierten Waldflächen bisher <1 – 3%.

(4) Produkte mit HOLZ VON HIER Nachweis 

Holz von Hier schließt systemimmanent Holz aus Primärwäldern und aus nicht nachhaltigem Waldbau in Produkten aus.

Mischwald #holzvonhier

Bild. Nachhaltige bewirtschafteter heimischer Mischwald im Herbstlaub.

Holz von Hier erlaubt in seinem Produkten nur Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft.  Holz, das nach Landesgesetzen in nachhaltig bewirtschafteten Forsten eingeschlagen wurde und nach internationalen/nationalen Gesetzen gehandelt wurde. Holz von Hier verlangt hierzu von den Forstlicher Urproduktion einen PEFC oder FSC Nachweis für das bei Holz von Hier eingebuchte Rundholz.

Nachhaltige Forstwirtschaft ist bei den Forstlabeln PEFC und FSC prinzipiell für neue Plantagen in den Tropen genauso gewertet wie für »Alte Nachhaltigkeitswälder« wie z.B. in Deutschland die seit Jahrhunderten nachhaltig bewirtschaftet werden, deren Biodiversitätsindex und CO2-Speicherstatus aber deutlich höher ist.

Holz von Hier geht deshalb in der Holzkette einen Schritt weiter und erlaubt nur Holz das innerhalb definierter Entfernungskriterien im gesamten Stoffstrom verarbeitet wurde und deshalb maßgeblich zum Klimaschutz beiträgt.

Einen anderen Beitrag zu diesem Thema finden Sie unter:

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VSH Baden Württemberg und Holz von Hier ab 2014 gemeinsam für klimafreundliches Holz der kurzen Wege – Holz von Hier

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#holzvonhier/Aktuelles

Auf der Jahreshauptversammlung des VSH Baden-Württemberg Ende letzten Jahres wurde beschlossen, dass der Verband der Säge- und Holzindustrie Baden-Württemberg sich ab 2014 geschlossen hinter Holz von Hier und seine Ziele stellt und diese in Baden-Württemberg unterstützt.

Der gesamte Vorstand und über 200 Sägewerke in Baden-Württemberg stellten sich hinter den Beschluss.

Gemeinsam treten wir dafür ein, dass in Baden-Württemberg mehr Klimaschutz, Nachhaltigkeit und regionale Wertschöpfung durch heimisches Holz der kurzen Wege aus nachhaltig bewirtschafteten heimischen Wäldern in Produkten umgesetzt werden kann.

Holz von Hier dankt dem Präsidenten und der Geschäftsführung, sowie dem gesamten Vorstand des VSH Baden-Württemberg, an dieser Stelle nochmals sehr für das entgegen gebrachte Vertrauen, den Willen und das klare Signal zur Zusammenarbeit. Das ist nicht selbstverständlich.

Ab jetzt, Januar 2014 geht es los, wir planen gerade das genaue gemeinsame Vorgehen, gemeinsame Aktionen und Informationskampagnen.

Jeder Betrieb der weiteren Verarbeitungskette, jeder Architekt, jede Kommune, dem/der Klima- und Umweltschutz, Nachhaltigkeit und regionale Wertschöpfung wichtig sind und die mehr über Holz von Hier wissen wollen bzw. sich hier beteiligen wollen, sind herzlich eingeladen.

Bitte melden Sie sich bei uns unter info@holz-von-hier.de.

#holzvonhier, Holzhaus-1

Holz ist ein ökologischer Baustoff, prinzipiell ja!

Aber nur, wenn das Holz für ein Holzhaus möglichst kurze Wege im Verarbeitungsweg hinter sich hat und das Rundholz aus heimischer nachhaltiger Waldwirtschaft stammt, ist es auch ein optimal ökologisches Haus. 

Den Rohstoff dazu liefern die heimischen Sägewerke vor Ort.

Dass das Holz für Holzprodukte aus unseren Regionen kommt, ist heute nicht mehr selbstverständlich. Studien des WWF und andere belegen, dass nur noch in 30% aller Holzprodukte auf dem deutschen und europäischen Markt auch Holz enthalten ist, das in deutschen Wäldern gewachsen ist.

Holz von Hier und VSH Baden-Württemberg wollen zeigen, dass es auch anders geht, denn wir sind überzeugt, dass Hausbauer, die ein Holzhaus bauen, auch wirklich ökologisch bauen wollen.

Der Herkunftsnachweis von Holz von Hier zertifiziert klimafreundliches Holz der kurzen Wege.   


Mehr zu HOLZ VON HIER: #holzvonhier

http://www.holz-von-hier.de


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Internationale Politische Programme und Handlungsinstrumente gegen den Klimawandel

Stifte #holzvonhier

Bild: Stifte aus heimischen Hölzern

#holzvonhier/Klimaschutz

Politische Programme und Handlungsinstrumente

Abkommen wurden schon viele unterzeichent für den Klimaschutz, aber dennoch blieben diese teils Willensbekundungen, denn die intenationale Politik hat eigentlich nur zwei Möglichkeiten den Markt zu beeinflussen: (1) entweder über Gesetze und Regelungen ein bestimmtes Handeln zu verbieten oder (2) über Marktanreize ein bestimmtes Markt- und Konsumverhalten zu belohnen.

Viele Programme der EU haben heute den Status von Leit- oder Richtlinien, die dem Markt indirekt und direkt enormes Gewicht in der Ausführung geben, denn außer bei klaren gesetzlichen Vorgaben erfordern diese letztlich das Handeln aller Marktteilnehmer, wenn eine reale, echte Klima- und Umweltwirkung erreicht werden soll. Diese Leit- und Richtlinien der EU müssen von den nationalen Regierungen, auf Länderebene heruntergebrochen und umgesetzt werden, was in den einzelnen EU-Ländern oft sehr unterschiedlich ausfällt.

Letztlich können die Teilnehmer und Akteure des Marktes, wenn sie Klima-, Umwelt- und Ressourcenschutz ernst nehmen, nicht der Politik allein die Verantwortung zusprechen. Dies liegt an dem simplen Fakt, dass die Politik diesen Teil der Klima-, Biodiversitäts- und Ressourcen-Ziele der EU nicht regeln kann. Soll hier tatsächlich etwas in der Realität umgesetzt werden, braucht es die Akteure und Teilnehmer auf dem Markt, also Unternehmen, Kunden und die öffentliche Hand, die entsprechend produzieren, einkaufen und beschaffen müssen.

Gesetzliche Vorgaben mit Wirkung für den Klimaschutz gibt es bisher als harte Gesetze mit entsprechenden Konsequenzen nur auf nationaler Ebene einiger Länder. Auch hier ist Deutschland Vorreiter, z.B. mit Gesetzen wie der EnEV und anderen.

Als das weltweite politische Handlungsinstrument gegen den Klimawandel gilt der Kohlenstoffhandel – der CDM-Markt

Der Kohlenstoffhandel ist ein weltweites Instrument, das für den Bereich Klimaschutz in den Themenfeldern Energie und Produktion entwickelt wurde.

Ein grundlegendes Problem für den Klimaschutz ist dabei, dass sich hier nur bestimmte Länder als Verpflichterländer beteiligen, darunter Deutschland. Die großen Emittentenländer von Treibhausgasen aus der Energieproduktion sind jedoch nicht dabei wie z.B. die USA und Russland, ebensowenig Schwellenländer wie China, Indien oder Brasilien.

Der Kohlenstoffhandel ist halb Gesetz und halb Marktanreizprogramm. Gesetz deshalb, weil national bestimmte Unternehmen verpflichtet wurden für Emissionen Verschmutzungsrechte zu besitzen bzw. zu erwerben. Dies sind in der Regel Große bis Global Player (z.B. Energieunternehmen, Chemieindustrie, usw.). Die Kohlenstoffzertifikate stammen von CDM-Projekten, die Kohlenstoff einsparen. Als Marktanreizinstrument wird der Kohelnstoffhandel der Regelung auf Börsen überlassen.

Exkurs zu den deutschen CDM-Projekten

Von den ca. 250 angemeldeten deutschen CDM-Projekten (Status der UNFCCC Datenbank von Mitte 2012) befinden sich 80% in China und Indien und 15% in Brasilien. Von diesen Projekten sind die meisten bisher nicht realisiert (Projektstatus: „angemeldet“, „offiziell registriert“, „implementiert“). Nur ein Drittel der Projekte ist bisher realisiert (27% Projektstatus „verifiziert und nur 1% (!) Projektstatus „zertifiziert“). Also nur 1% der deutschen CDM-Projekte weist bisher die versprochene CO2-Einsparung externen Gutachtern nach und kann so auch CO2-Zertifikate handeln (mehr Infos http://www.clean-the-climate.de). Etwa 70% der CO2-Einsparungen bei den realisierten Projekten werden durch drei HFC23-Großprojekte erreicht.

Kritische Stimmen am Kohlenstoffhandel in der heutigen Form mehren sich

Der Kohlenstoffmarkt wird von vielen NGO nicht unkritisch gesehen, bezogen auf die reale Überprüfbarkeit der exakten CO2-Einsparung, die Unübersichtlichkeit, die Dominanz großer Player bei den Projekten, das Kriterium der Zusätzlichkeit (z.B. 56% der UNFCCC registrierten Projekte sind Großprojekte) und die Art der Projekte (z.B. HFC-23).

Hinzu kommt, dass allein die Kosten und der Aufwand für die Implementierung und Kontrolle der Kohlenstoffprojekte (Kosten im 6-stelligen Bereich) nur von Großen Playern getragen werden können.

Der Kohlenstoffhandel trägt aktuell faktisch kaum noch etwas zum realen Klimaschutz bei.

Der Grund hierfür sind nicht nur die oben genannten Aspekte, sondern schlicht die Tatsache, dass die Zertifikate nichts mehr wert sind. Die Preise sind von ursprünglich 50 €/Tonne CO2 auf heute 3-5 €/Tonne CO2 gesunken.

Wenn einerseits der Preis für Kohlenstoffzertifikate, die vor allem von Großen bis Global Playern gekauft werden müssen, weiter ungesteuert auf Börsen verhandelbar ist, auf denen vor allem Große und Globale Player agieren, und wenn andererseits diese Kohlenstoffzertifikate weiter faktisch zum überwiegenden Teil von Großprojekten angeboten werden, die von Großen und Global Playern umgesetzt werden, ist nur schwer vorstellbar wie die Preise ohne politische Steuerung wieder ansteigen sollen. Eine Reduzierung der Zertifikate bringt hier wohl nur etwas mit entsprechender weltweiter scharfer Kontrolle (die teuer ist), denn neueste Recherchen belegen, dass Betrug und Missbrauch im Kohlenstoffhandel beträchtlich sind (z.B. Dokumentation „Profit“ in ARTE vom 20.5.2013).

Bereits der „Stern-Report“ skizzierte demzufolge auch vier Hauptmöglichkeiten zum Reduzieren von Treibhausgasemissionen die nicht im Kohlenstoffhandel erfasst sind.

  • Reduzieren der Nachfrage nach emissionsintensiven Waren und Dienstleistungen.
  • Erhöhte Effizienz, die sowohl Geld als auch Emissionen sparen kann.
  • Umstellen auf kohlenstoffärmere Technologien für Leistung, Wärme und Verkehr.
  • Handeln in Bezug auf Nicht-Energie-Emissionen wie z.B. die Vermeidung von Abholzung von Primärwäldern darum geht es im nächsten Blog Beitrag.

Fazit
Vor allem aber wir Verbraucher haben im Moment den Klimaschutz mit unserem konkreten Produktkauf und unserem Energieverhalten in der Hand. Der Handel mit Kohlenstoffzertifikaten trägt heute zum Klimaschutz wohl faktisch kaum noch etwas bei.


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Klimaschutz heute – denn Scheitern ist keine Option !
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Ökonomische Folgen des Klimawandels
Ökologische Folgen des Klimawandels
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Raubbauholz aus Kongos Urwäldern in Deutschland konfisziert – Zum Risiko von Importholz
Die 3 Hauptursachen des Klimawandels
Klimawandel und Energieproduktion/-verbrauch
Raubban an tropischen und borealen Urwäldern
Lange Transporte schaden dem Klima




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Die Schönheit heimischer Hölzer entdecken

Winterwald #holzvonhier

#holzvonhier/Aktuelles

Holz ist in seiner Vielfalt und Lebendigkeit, seinem Geruch, seinen Farben und seiner warmen Oberfläche ein Fest für die Sinne. Das Holz muss jedoch nicht um den halben Erdball transportiert werden, wie es heute vielfach geschieht. Die Vielfalt unserer heimischen Hölzer birgt eine enorme Bandbreite an Farben und Formen. Aber, Holz ist kein Plastik, seine Struktur, seine Unregelmäßigkeiten gehören dazu und machen Holz, richtig verarbeitet, erst wirklich schön.

Dich kenne ich,
dich lieb ich,
dich sah ich wachsen,
Holz.
Darum,
so ich dich anrühre,
antwortest du
wie ein geliebter Leib,
du weisest mir deine Augen
und deine Fasern,
deine Knorren,
deine Male,
deine Adern,
die reglosen Flüssen
gleichen …

(Pablo Neruda)

#holzvonhier Schönheit heimischer Hölzer Poster

 
Diese Auflistung in diesem Bild stellt keinen Anspruch an Vollständigkeit. Sie unterscheidet auch nicht, welche dieser Baumarten nach der rein botanischen Auffassung heimisch oder seit langem eingebürgert ist. Zudem werden sich vermutlich mit der Klimaerwärmung Verschiebungen im Artenspektrum ergeben. Diese Tabelle sagt auch nichts über die Art und Menge der Verfügbarkeiten für die Holzbe- und Verarbeitung dieser Holzarten aus. Wir wollen hier lediglich Lust auf heimische Hölzer machen, als Ersatz für Tropenholz oder Importholz aus unsicheren Quellen. Wir wollen zeigen, dass wir nicht nur von den technischen Eigenschaften her, sondern auch hinsichtlich der Farben und der Maserung sehr schöne heimische Holzarten haben.

Mehr Infos zu diesem und anderen Postern unter
http://www.holz-von-hier.de

Mehr zu HOLZ VON HIER: #holzvonhier
http://www.holz-von-hier.de
Betriebe finden: http://bit.ly/hvh-Betriebe
Produkte finden: http://bit.ly/hvh-Produkte

 


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Gutes Neues Jahr 2014

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Liebe Leser unseres Blogs,

Wir wünschen Ihnen Allen ein gutes gesegnetes Neues Jahr 2014.

Allen die uns in der schweren persönlichen Situation im Dezember und um die Jahreswende unterstützt haben, mit guten Wünschen und einfach Geduld, möchten wir auch an dieser Stelle nochmals ein ganz herzliches Dankeschön sagen. Danke an unsere Betriebe, Danke an unsere Partner, Danke an unsere Unterstützer und danke an Alle, die sich für Holz von Hier interessieren.

Herzlichen Dank ! Wir freuen uns auf Sie alle in 2014. Beste Wünsche für das neue Jahr!

Ihre Gabi Bruckner und Philipp Strohmeier


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Lange Transporte schaden dem Klima

#holzvonhier, lange Transporte schaden dem Klimaidn

#holzvonhier/Klimaschutz


Die 3 Haupt-Ursachen des Klimawandels:

(1) Energieproduktion/-verbrauch (ca. 24%),
(2) Raubbau an Primärwäldern (ca. 18-25%),
(3) globalisierter (Waren)-verkehr (ca. 14%).   


Klimawandel durch lange Transporte: Globale Warenströme 

Der globalisierte Verkehr bildet die dritt größte Quelle für Treibhausgase, die den Klimawandel bewirken. Der weltweite Handel mit Waren und Rohstoffen steigt in rasantem Tempo. Dies ist in mancher Hinsicht sicherlich eine Notwendigkeit, insbesondere bei speziellen Gütern oder Rohstoffen, die ein begrenztes Herkunftsgebiet aufweisen. Fragwürdiger werden solche Transporte bei Rohstoffen, Gütern und Produkten, die im Prinzip in allen Teilen der Welt gleichermaßen vorkommen.

Die Beispiele sind zahllos, von Nordseekrabben, die in Afrika gepult und dann wieder in Norddeutschland verkauft werden, über Fleisch für Fertiggerichte, das tausende von Kilometern im Stoffstrom zurücklegt, bis hin zu Buchenrundholz aus Deutschland, welches nach China verschifft und dort zu Möbelgestellen verarbeitet wird, aus denen wiederum nahe am Wuchsort Polstermöbel gefertigt werden.

Von den weltweit verschifften Containern gelangen über 20% aus Asien nach Europa, 17% nach Nordamerika. Umgekehrt kommen nur etwa 7% von Europa und 8% von Nordamerika nach Asien (Deutsche Bahn, Museum Nürnberg).

Deutschland hat seit Kyoto in fast jedem Sektor CO2-Emissionen eingespart (Haushalte, Gewerbe bis zu 40%), die CO2-Emissionen im Verkehrssektor sind aber auch bei uns angestiegen (BMWI, 2009, 2010).

Transporte sind bisher der einzige Sektor innerhalb der EU, in dem bisher keine CO2-Einsparmaßnahmen erzielt werden konnten. Bisher erreichte Verbesserungen im Verbrauch und der Verkehrstechnologie wurden durch einen erheblich schneller ansteigenden Verkehr weit überkompensiert. Die bisherigen Maßnahmen zeigen keine Klimaschutzwirkung.


Kurze Transporte im gesamten Stoffstrom erhalten eine entscheidendere Bedeutung für die Klima- und Umweltbilanz eines Produktes, auch und von Holzprodukten.

Die Forst- und Holzwirtschaft zählt aktuell zu den überdurchschnittlich transportintensiven Branchen. Beispielsweise rangiert Deutschland beim Rundholzimport auf Platz 3 und beim Rundholzexport auf Platz 5 weltweit (FAO, 2011). Deutschland ist zudem der zweitgrößte Schnittholzimporteur und der viertgrößte Schnittholzexporteur der Welt (FAO, 2011).

Nur 30% des Holzes in Holzprodukten auf dem deutschen Markt ist heute auch in deutschen Wäldern gewachsen (WWF, 2008).

Importiert wird fast alles, vom Rundholz über Schnittholz, Halbwaren, Parkett, Möbel und vieles mehr, bis hin zu Dachstühlen und ganzen Holzhäusern. Die Stoffströme werden immer unübersichtlicher und weniger nachvollziehbar. Das ist jedoch nicht bei Holzprodukten so, sondern bei nahezu allen anderen Produkten mit andern Rohstoffgrundlagen auch. auch.

Durch kurze Wege im Stoffstrom von Holzprodukten könnte allein bei Rundholz, Schnittholz und Holzhalbwaren (ohne fertige Produkte wie Möbel, Holzhäuser, Parkett usw) jedes Jahr z.B. 10-mal so viel CO2 eingespart werden, wie durch das 100.000-Dächer-Programm der Bundesregierung. Bei einem Holzhaus kann die Verwendung von heimischem Holz statt Nadelholz aus Sibirien ca. 97% der transportbedingten CO2-Emissionen einsparen. Mehr Infos und andere Produktvergleiche auf http://www.holz-von-hier.de.


Holz von Hier und das 6. Umweltaktions-programm der EU.

Das 6. UAP der EU betont in einem der wesentlichen Sektoren, dass es für die Umsetzung nachhaltiger Entwicklung zunehmend eine „Entkopplung von Verkehrsaufkommen und Wirtschaftswachstum geben“ muss. Holz von Hier ist das einzige Umweltlabel, welches das Thema Transporte in der Klima- und Umweltbilanz von Produkten überhaupt oder angemessen berücksichtigt.

Beispielhaft für Holzprodukte garantiert das Holz von Hier Zertifikat kurze Wege im gesamten Stoffstrom der Herstellung von Holzprodukten. Ein mit dem „Holz von Hier“ Herkunftsnachweis ausgezeichnetes Produkt schützt das Klima daher ganz unmittelbar und direkt.
Mehr Infos zum Thema bald im nächsten Beitrag der Blogserie #holzvonhier/Klimaschutz


Einen anderen Beitrag zu diesem Thema finden Sie unter:

Klimaschutz heute – denn Scheitern ist keine Option !

Humanitäre Folgen des Klimawandels

Ökonomische Folgen des Klimawandels

Ökologische Folgen des Klimawandels

Was sind Klimaschadstoffe?

Die 3 Hauptursachen des Klimawandels

Klimawandel und Energieproduktion/-verbrauch

Raubban an tropischen und borealen Urwäldern