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Globales Denken erfordert regionales Handeln.


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Nachhaltigkeit ist ein MUSS: „Umfassende Nachhaltigkeit von Produkten“

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Bild: Kinder sind unsere Zukunft – aber ob sie eine Zukunft haben, das entscheiden wir mit ! Nachhaltigkeit, wo immer möglich, konkret umzusetzen, ist heute schon lange kein „Kann“ mehr, sondern ein absolutes „Muss“, auch und gerade für die „nachfolgenden Generationen“ unsere Kinder und deren Kinder. 

Umfassende Nachhaltigkeit von Produkten ist heute mehr als nötig.

Es wird immer deutlicher, dass der Ressourcenverbrauch unseres Lebensstils insbesondere in Industrie- und Schwellenländern längst jenseits dessen ist, was als nachhaltig bezeichnet werden kann. Wir Europäer verbrauchen heute doppelt so viele Ressourcen wie wir haben. Die Art, wie wir leben, die Produkte die wir kaufen und konsumieren und die Art, wie wir Bauen, hat einen entscheidenden Einfluss auf den Verbrauch an Ressourcen, auf den Verbrauch an Energie und auf die Belastung der Umwelt. Vor diesem Hintergrund hat die Kennzeichnung von Produkten hinsichtlich ihrer Umweltwirkung eine zentrale Bedeutung als Triebkraft für nachhaltige Entwicklung und Förderung nachhaltiger Produktion bzw. nachhaltigen Konsums. Obgleich es bereits verschiedene Strategien und Instrumente (z.B. Label, EPD u.a.) für eine solche Kennzeichnung gibt, werden immer noch vielfach Produkte eingesetzt, die wichtige Aspekte der Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung außer acht lassen. Bisherigen Instrumenten fehlen Aussagen zu wichtigen Umweltaspekten wie Ressourcenverfügbarkeit, Ressourcenschonung, Biodiversitätsauswirkungen, Wiederverwendbarkeit und anderen. Verbraucher und kommunale Entscheider wie auch nicht informierte Betriebe in der Stoffstromkette als treibende Kraft für die Förderung besonders nachhaltiger Produkte können hier keine Wirkung entfalten, da sie keine entsprechende Entscheidung für den Kauf, die Beschaffung oder den Materialeinsatz treffen können.

Nachhaltigkeitsaspekte von Produkten: „Nutzung von Labeln und Nachweisen“

Nutzung von Labeln und Nachweisen zur Kontrolle der Einhaltung von Umweltkriterien. Da es kaum einem Akteur und Entscheider zuzumuten ist, die komplexen Umweltauswirkungen von Produkten, die beschafft oder gekauft werden, zu beurteilen, spielen zur Kontrolle und Identifikation von nachhaltigen Produkten unter den oben genannten Gesichtspunkten Umweltlabel eine wichtige Rolle. Hier ist es von Bedeutung, die Aussagen und Kriterien der diversen Umweltlabel zu betrachten und zu vergleichen.

Es gibt diverse Label, die Umweltkriterien bei Produkten festlegen und überprüfen. Von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR, Projektträger des Bundeslandwirtschaftsministeriums) wurden aus über 300 europäischen Umweltlabeln 8 ausgewählt, die einem Umweltlabel TYP ISO I entsprechen und auch für die nachhaltige Beschaffung empfohlen werden:

  • HOLZ VON HIER,
  • Bauer Engel,
  • NaturePlus,
  • EU Umweltblume,
  • FSC,
  • PEFC,
  • Nordic Swan,
  • österreichisches Umweltzeichen.

 


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Klimaschutz: „Klimaschutz heute, denn Scheitern ist keine Option!“

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Bild: Klimaschutz ist essentiell – unsere Kinder werden uns fragen: was habt ihr getan? (Bild B&S gekauft photocase für Aktionen HvH).

Klimaschutz heute, denn Scheitern ist keine Option!

(Ban Ki-Moon, G-Secretary.UN)

„Die wissenschaftlichen Beweise sind jetzt überwältigend: der Klimawandel ist eine ernsthafte globale Bedrohung und verlangt eine dringende globale Antwort“ (Stern Report, 2006, die weltweit anerkannteste Studie zu ökonomischen Auswirkungen des Klimawandels). Dr. Jim Yong Kim, Präsident der Weltbank formuliert: „Es ist meine Hoffnung, dass uns (alle) dieser Bericht schockiert und zum Handeln zwingt. Selbst für diejenigen von uns, die bereits dem Kampf gegen den Klimawandel verpflichtet sind, sorgt der Bericht hoffentlich für noch viel größere Anstrengungen in dieser Richtung“. Der Stern Report beschreibt die Folgen für die Weltgemeinschaft, wenn der Temperaturanstieg bis zum Ende dieses Jahrhunderts eine Grenze von 4°C übersteigen sollte. Noch vor einigen Jahren rechneten die meisten Modelle mit einem Anstieg von 2°C. Dies war auch zugleich die Grenze, zu deren Einhaltung sich z.B. Europa in seinen Klimaschutzzielen verpflichtet hat. Heute ist klar, dass sich diese Grenze von 2°C kaum halten lässt.

Die Folgen sind bereits heute deutlich zu spüren. Das Jahr 2010 z.B. war auch in Europa bis dahin der Abschluss der wärmsten Dekade seit der Temperaturerfassung (Weltorganisation für Meteorologie, 2010). Es wurden große, weit ausgedehnte Klimaextreme in Teilen der Welt registriert, die extreme sozioökonomische Auswirkungen hatten. Insbesondere die Überflutungen in Pakistan und Australien, und die sommerliche Hitzewelle in der Russischen Föderation gehörten zu diesen Klimaextremen. Hochwasser und Überschwemmungen ereigneten sich während des Jahres 2010 mehrmals in Mittel- und Südosteuropa, vor allem in Ostdeutschland, Polen, Slowakei, Rumänien, Ukraine, Moldawien, Deutschland, Polen und der Tschechischen Republik. Der Sturm Xynthia durchquerte Ende Februar 2010 mit großflächigen Wind- und Sturmflutschäden den Nordwesten Europas. Die Versicherungsschäden in Frankreich und Deutschland überstiegen 4 Milliarden US-Dollar (WMO, 2010). Aber eine Erwärmung um 4°C oder mehr kann immer noch verhindert werden“.

 


Die gemeinnützige Initiative Holz von Hier, mit dem gleichnamigen Klima- und Umweltlabel HOLZ VON HIER, hat das Ziel einen Beitrag zu Klima-, Umwelt- und Ressourcenschutz sowie regionaler Wertschöpfung und Verbraucherschutz zu leisten. Das geht, neben politischen Vorgaben, nur über Information und nachhaltige Produkte. Wie Sie das unterstützen können, wie wir gemeinsam hier viel bewegen können und die Ziele ganz konkret umsetzen können erfahren Sie unter „aktiv werden“ bei http://www.holz-von-hier.de


Dieser Beitrag wurde für HOLZ VON HIER verfasst von G. Bruckner und P. Strohmeier.


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Baustoffe: „Gipsplatten“

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Bild: Kraftwerk. Bei in Deutschland hergestellten Gipsplatten wird quasi kein (kaum) REA-Gips aus den Filtern von Kraftwerken verwendet. (Bild: B&S, Deutsches Kraftwerk mit guter Rauchgasreinigung).

Begleittexte zur Produktumweltampel und Holzinfomeile
Mehr Infos unter http://www.holz-von-hier.de
http://www.holz-von-hier.de/produktumweltampel-app/

Gipsplatten: Informationen zu Vorketten, Nutzungsphase, Nachnutzung

Einleitendes

Wegen des vergleichsweise geringen Gewichtes, der einfachen Verarbeitung, dem Feuerwiderstand werden Gipsplatten vor allem bei nicht-tragenden Innenwänden, Decken, Dachschrägen oder Estrichen verwendet. Das Flächengewicht von Gipsfaserplatten liegt bei ca. 10 kg/m2 (bei 10 mm). Die Rohdichte von Gipsfaserplatten, Gipskartonplatten, Gips-Wandplatten leigt bei ca. 600 – 850 kg/m3. Die Wärmeleitzahl Lambda liegt bei 0,25 W/mK, die spezifische Wärmekapazität bei 0,96 kJ/kgK (bei 20 °C) und der Dampfdiffusionswiderstand bei 10 (trocken) und 4 (feucht).

Die Frage ob Naturgips oder REA Gips ökologischer ist, ist selbst in Bauforen umstritten. Naturgipsabbbau wird vielfach als  Landschaftsverbrauchend und naturzerstörend beschrieben. Uns liegt hierzu bisher weder eine wissenschaftliche Studie, noch Aussagen von Umweltverbänden zu der Thematik vor. REA Gips fällt in Kraftwerken an. Unter gesundheitlichen Gründen ist wohl Naturgips als verträglicher einzustufen (s.u.). Welche Möglichkeiten es gibt Schadstoffe aus REA Gips vor der Weiterverwendung zu entfernen und ob dies angewendet wird, ist uns bisher nicht bekannt.

Materialien für nicht-tragende und tragende Innenwände sind im allgemeinen: (1) Gipsplatten (plus konstruktiver Aufbau z.B. auch Bauholz), (2) Schnittholz, Hobelware (plus konstruktiver Aufbau z.B. aus Bauholz), (3) Holzplatten tragend wie OSB, Span, HDF und nicht tragend wie MDF (plus konstruktiver Aufbau z.B. aus Bauholz), (4)BSH, KLH Platten und MH Holzmauern als tragende Innenwände udn (5) gemauerte Innenwände aus Ziegel oder Betonsteinen (plus Verputz) als tragende Innenwände.

Preisbeispiele für konstruktive Platten (Preise ohne Verlegung und ohne Gewähr) sind: (1) Gipsplatten: 2 €/m3 (einfache dünne Platten) bis 30 €/m2 (Estrichplatten), (2) Spanplatten: < 3 – 7 €/m2 (12 – 18 mm), (3) OSB: 3,4 – 9,5 €/m2 (8 – 25 mm), (4) Bretter: >1 – < 3 €/lfm.

Vorketten – Rohstoffe

  • Grundrohstoffe im Produkt. Inhaltsstoffe von Gipsplatten sind Gips, LDPE-Granulat, ggf. Fasern und Additive. Leime sind in der Regel nicht enthalten. Als Fasern Kunststoff, Glas oder Zellulose in den Gips eingemischt, um die Platten so statisch belastbarer und auch für Feuchträumen geeigneter zu machen. Additive sind z.B. Schaummittel (in EPD dazu k. A.).
  • Rohstoffgewinnung, Zwischenprodukte, Halbwaren. GIPS: Gips kommt in 80 Länder der Welt vor (USGS), die Hauptvorkommensländer sind China 55,3%, USA 6,8%, Iran 5,6%, Deutschland hat nur 0,8% der Weltgipsproduktion innen, stellt aber immerhin pro Jahr etwa 1,9 Mio. t Gips her, nur vergleichsweise kleine Mengen (0,1 t ) werden importiert.
  • Reichweite. Die Reichweite von Gips wird mit >> 100 Jahre angegeben (USGS).

Vorketten – Transporte

  • „Die Bedeutung der Transporte für die Ökobilanz von Produkten wird heute systemisch unterschätzt“ (Holz von Hier). Standarddatensätze aus Ökobilanzen (EPD) rechnen im Grunde produktunabhängig mit 50 bis 350 km für die Vorketten. So werden die Transporte in ihrer Klima- und Umweltwirkung meist stark unterschätzt.
  • Ohne Stoffstromnachweise können im Bau und Innenausbau eingesetzte Produkte tausende von Transportkilometern zurückgelegt haben. Dies soll anhand von Stoffstromindizien aufgezeigt werden. (1) Beispiel Gips. Deutschland stellt etwa 1,9 Mio. t Gips jährlich her (0,8% der Weltgipsproduktion) und importiert vergleichsweise kleine Mengen 0,1 Mio. t (USGS, Destatis). (2) Beispiel Gipsplatten. Gipsplatten werden in Deutschland hergestellt, jährlich werden aber auch 1,4 Mio. t Gipsplatten nach Deutschland importiert (Destatis), z.B. aus China wo die weltgrößten Gipsproduzenten sind, die ihre Kapazitäten laut I-Net noch deutlich ausbauen wollen.

Nutzungsphase

  • Gesundheit. In Deutschland hergestellte Gipsfaser-, Gipskartonwandplatten halten die gesetzlichen Vorgaben zu Formaldehyden, VOC und Eluaten ein. In EPD zu in Deuschland hergestellten Gipsfaserplatten wird angegeben, dass diese bei Messungen zu Formaldeyd „Konzentrationen unter den Grenzwerten“ und damit die deutschen und europäischen Grenzwerte einhalten. Messungen zu VOC deutscher Platten ergaben Werte von TVOC-3-Tage < 0,022 bis <10 mg/m3, TVOC-28-Tage < 1,0 mg/m3, SVOC-28-Tage < 0,1 mg/m3, das sind ebenfalls alles Werte unter den erlaubten Grenzwerten. Zur Eluatanalyse wurden in den anlysierten EPD zu Gipsplatten keine Angaben gemacht. Gerade diese Werte wäre aber für die Einschätzung der Trinkwassergefährdungspotentiale bei der Deponiering relevant. Werte zu Kanzerogenen lagen bei Messungen von in Deuschland bzw. Europa hergestellten Platten ebenfalls unter den bei uns erlaubten Grenzwerte: Kanzerogene-3-Tage < 0,01mg/m3, Kanzerogene-28-Tage < 0,001 mg/m3.
  • REACH-RISK. Laut EPD sind (bei deutscher bzw. europäischer Produktion) keine REACH relevanten Substanzen enthalten.
  • Anmerkungen. Im Fall der Verwendung von REA-Gips und im Falle einer Beimischung von Kunststoffen, Glas oder Additiven können aber auch REACH relevante Substanzen enthalten sein. Bei Gipsplatten sollte man grundsätzlich darauf achten, dass Naturgips verwendet wird. Dies ist bei nachweislich europäischer bzw. deutscher Produktion der Fall. In vielen Billigherstellerländern (z.B. China) wird aber nicht nur Naturgips verwendet, sondern auch Gips aus Rauchgasentschwefelungsanlagen (REA-Gips). Dieser REA-Gips enthält alle Stoffe aus den Abgasen der Industrieanlagen die der Rauchgasfilter-REA-Gips aufgenommen hat. Diese können in solchen Platten später wieder an die Raumluft abgegeben werden (z.B. Schwefel, Quecksilber, Dioxin u.a.). Manche Gipsprodukte aus Länden mit geringeren Produktionsvorschriften aus Deutschland können auch hochradioaktiven Phosphoritgips aus der Düngemittelherstellung enthalten. Welche Ausmaße das haben kann zeigt sich an dem Gisplattenskandal in USA. Die FAZ schreibt „Tausende amerikanische Hausbesitzer erleben einen Albtraum: Eingebaute Gipsplatten aus China setzen Schwefeldämpfe frei. Eigentümer klagen über Kopfschmerzen und andere Beschwerden. Die Beschwerden werden mit Schwefelwasserstoffdämpfen in Verbindung gebracht, die aus den Platten entweichen“. (z.B. faz Berichte). Ein solches Szenario ist bei nachweislich deutschen Herstellung ohne Verwendung von REA-Gips kam zu erwarten.
  • Sicherheit – Verhalten im Brandfall. Gipsplatten sind hinsichtlich ihres Brandverhaltens in der Regel nach der Brandklasse A2 (= nicht brennbar) klassifiziert. Der Gipskern einer reinen Gipsplatte enthält etwa 20% Kristallwasser, das bei Brandeinwirkung verdampft. Die Temperatur auf der dem Feuer abgewandten Seite bleibt über lange Zeit in Abhängigkeit von der Plattendicke bei etwa 110 °C konstant (Angaben aus EPD).
  • Haltbarkeit. Die Haltbarkeit von Gipsplatten wird vom BNB mit >50 Jahre angegeben.
  • Strapazierfähigkeit, Pflege, Reparaturfreundlichkeit. Gipsplatten sind nicht stoßfest. Als Pflegemaßnahme ist bei Gipsplatten der richtige Einbau und das Nutzerverhalten wichtig. Bei Gipsplatten kann, bei entsprechenden klimatischen Bedingungen (hohe Luftfeuchte), die Kartonschicht einen Nährboden für Schimmel bilden und häufige Kondensation an der Oberfläche fördert die Anhaftung von Mikroorganismen. Gerade wenn man Gipsplatten in den Innenräumen verbaut ist also auf angemessene Lüftung und im Winter Raumwärme zu sorgen und es sind so genannte „Wärmebrücken“ beim Ausbau zu vermeiden. Defekte Gipsplatten sind nihct reparaturfähig, sie können jedoch in der Regel schnell und einfach ausgetauscht werden, z.B. wiel sie meist auf der Unterkonstruktion aufgeschraubt sind.

Nachnutzung – Ist Stand und Potentiale

  • Alle Arten von Gipsplatten werden heute in der Praxis auf Deponien beseitigt (Deponieklasse I und II).
  • In Deuschland erfolgt dies zwar auch aber die Deponiekapazitöt sinkt bei uns. Deshalb werdnen Gipsabfälle udn Bauabbruch mit Gipsplatten auch exportiert, dann mit entsprechenden langen Transporten und bei den Ziel-Deponien ggf. mit geringen Umweltvorschriften als in Deutschland bzw. Europa.
  • Geringe Recyclingkapazitäten sind theoretisch für sortenreines nicht verschmutztes Material nutzbar (laut EPD). Ein echtes Recyclingpotential in größeren Umfang ist jedoch nicht erkennbar und wohl auch praktisch kaum umsetzbar.

Umwelt und Qualitätssiegel

  • Bisher ist uns keines bekannt (auch kein Blauer Engel).


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„Kunststoffprodukte und problematische Stoffe“

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Bild: Traditioneller Markt in Asien. Viele Kunststoffprodukte kommen heute aus Asien. Beispielsweise ist China zu einem der Hauptproduktionsländer für Kunststoff-Granulate geworden, die dann in Europa zu Kunststoffprodukten auch für den Baubereich weiterverarbeitet werden. (Bild B&S).

Kunststoffprodukte und potentielle Gesundheitsgefahren im täglichen Gebrauch

Gesundheitsrisiken im täglichen Gebrauch sind bei einigen Kunststoffen bereits durch den Kunststoff an sich gegeben. Beispielsweise PVC (Polyvinylchlorid) wird vielfach selbst als Krebs erzeugend und erbgutverändernd beschreiben. Kunststoffprodukte enthalten aber zudem teilweise hohe Konzentrationen an Weichmachern, Stabilisatoren, Pigmente, Flammschutzmittel und weitere Additive.

Kunststoffprodukte aus Deutscher Produktion müssen jedoch, anders als Importwaren, die bei uns geltenden Grenzwerte zu Formaldehyden, VOC und kanzerogene Substanzen einhalten. Bei Importprodukten sind die Vorschriften in den Herstellerländern oftmals nicht mit den hohen Standards innerhalb der EU zu vergleichen.

Kunststoffprodukte könnten potentiell eine oder mehrere REACH relevante Substanzen enthalten, etwa 5 Substanzen der REACH Verbotsliste und 41 Substanzen der REACH Kandidatenliste. Bei Weichmachern sind 2 Substanzen laut REACH Verordnung bereit Grenzwerten innerhalb der EU unterworfen und 13 Substanzen stehen auf der REACH Kandidatenliste, bei Flammschutzmitteln sind es 5 Substanzen, bei Stabilisatoren 2 und bei Treibmitteln 1 auf der REACH Kandidatenliste. Problem Weichmacher.

Prolematische Weichmacher in Kunststoffen

  • Weichmacher in Kunststoffen, die mit unserer Haut und Schleimhäuten direkt in Kontakt kommen wie z.B. PVC in Böden, Lebensmittelverpackungen, Kinderspielzeug usw., sind physiologisch generell bedenklich, denn trotz des geringen Dampfdrucks können sie über Speichel, Hautkontakt oder die Atemwege aufgenommen werden.
  • Weichmacher wie Phtalate sind Leber und Nieren schädigend, können bei Kindern entwicklungshemmend wirken und stehen im Verdacht, Krebs erzeugend zu sein. Schnuller und Spielzeug nur phtalatfrei kaufen ! Einige Phtalate (z.B. DEHP) werden als frucht- und fruchtbarkeitsschädigend eingestuft.

Problematische Flammschutzmittel in Kunststoffen

  • In Kunststoffprodukten sind heute nahezu immer Flammschutzmittel enthalten.
  • Unter anderen, das Flammschutzmittel Hexabromcyclododekan (HBCD). Dies ist z.B. auch immer noch in Kunststoffdämmstoffen enthalten. HBCD gilt als hoch kanzerogen und ist laut REACH Verordnung in der EU über 1 mg/kg im Produkt verboten. Bromhaltige Flammschutzmittel wie HBCD gelangen wahrscheinlich nur in geringen Mengen aus unbeschädigten Kunststoffen in die Umwelt, dennoch kann HBCD selbst in niedrigsten Dosen in der Umwelt kaum abgebaut werden und reichert sich in der Muttermilch und im Blut an. Deshalb gilt es als „sehr giftig für Wasserorganismen mit langfristiger Wirkung“, ist nur relativ schwer abbaubar und toxisch für aquatische Organismen mit einem sehr hohen Bioakkumulationspotenzial, das es sich auch im Grundwasser und damit im Trinkwasser anreichert. Das Umweltbudensamt empfiehlt auf Produkte die HBCD bzw. die generell kritische Flammschutzmittel enthalten zu verzichten.

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Energiesparen in der Nutzungsphase hängt auch vom Material ab

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Bild. Energiesparen in der Nutzungsphase hängt von wesentlich mehr ab als vom U-Wert der Baustoffe oder der baufunktionalen Einheiten.

Energiesparen in der Nutzungsphase hängt nicht nur vom U-Wert sondern auch vom Material ab

Energiesparen in der Nutzungsphase hängt nicht nur vom U-Wert oder technischen Aspekten ab, sondern ganz maßgeblich auch vom Nutzerverhalten und dessen Wohlfühltemperatur. Was nutzt der beste Passivhausstandard bei hoch gedämmten Räumen, wenn die Nutzer wegen eines schlechten Raumklimas mehrfach am Tag lüften müssen oder wollen?

Die Raumtemperatur bei der wir uns wohl fühlen, ist auch von der Innenfläche der Raumwände abhängig und die wiederum auch vom Material. Jeder Baustoff hat ein anderes energetisches Verhalten. Das wird in Berechnungen (z.B. Energieausweis) aber in der Regel nicht berücksichtigt, denn meist wird dabei nur die Wärmeleitfähigkeit (U-Wert) von Baustoffen berücksichtigt, nicht die Phasenverschiebung.

Phasenverschiebung genauso bedeutsam wie der U-Wert

Für den sommerlichen Wärmeschutz und den Heizbedarf im Winter ist aber die Phasenverschiebung genauso bedeutsam wie die Wärmeleitfähigkeit (U-Wert).

  • Vergleicht man beispielsweise eine Massivholzmauer und eine Ziegelwand mit gleichem (!) U-Wert, so muss man bei der Ziegelwand, beispielsweise morgens, erst die Wand mit aufheizen, wonach diese die Wärme kontinuierlich wieder abgibt, „wie ein Akku“.
  • Massive Holzwände nehmen viel weniger Wärme auf, man muss also nur die Raumluft erwärmen, so dass die Reaktionszeit des Beheizens der Räume schneller ist. Eine massive Holzwand ist „wie eine Thermoskanne“. Durch die Struktur von Holz ist die Oberflächentemperatur in Durchschnitt 3-4 Grad höher als im konventionellen Bau. So fühlt man sich in einem massiven Holzhaus schon bei etwa 19-20°C wohl, in anderen Gebäuden wird im Mittel meist bis auf 24°C geheizt.

Holz von Hier Tipp: Jedes Grad Raumtemperatur erfordert rund 5-6% mehr Heizenergie. Deshlab lohnt es sich, eine spezifische Wärmebrückenberechnung anstatt eines Pauschalansatzes zu machen. Dadurch kann eventuell eine Förderung für besonders energiearme Gebäude in Anspruch genommen werden.

U-Wert in [W/m2k] und Material

Der U-Wert kennzeichnet die Wärmemenge, die in einer Stunde durch jeden Quadratmeter eines Bauteils bekannter Dicke im Dauerzustand der Beheizung hindurchgeht, wenn der Temperaturunterschied zwischen der Luft auf beiden Seiten dieser Wand 1 K beträgt. Mit dem U-Wert wird ausgedrückt, welche Leistung pro m² des Bauteils auf einer Seite benötigt wird, um eine Temperaturdifferenz von 1 Kelvin aufrecht zu erhalten. Je kleiner der U-Wert ist, desto besser, weil weniger Wärme durch den Bauteil geleitet wird. Der U-Wert kann aber nur die Wärmeleitung beschreiben, und dies auch nur im stationären Fall. Instationäre Vorgänge, Speicherung oder Wärmestrahlung werden dabei nicht berücksichtigt.

  • Der U-Wert kann nur näherungsweise zur Berechnung der Dämmwirkung und damit Energieeinsparung heran gezogen werden, denn er verläuft mit der Dämmdicke nicht linear, sondern als Hyperbelfunktion. Meist wird der U-Wert linear berechnet, was jedoch falsch ist. Um einen exakten Wert zu bekommen der für den Bauherren in Hinblick auf die Energieeinsparung interessant ist, müsste der U-Wert bei jeden Dämmstoff und jeder baufunktionalen Einheit (Wand-Dämmung-Fassade) nicht berechnet sondern gemessen werden.
  • Der U-Wert ist von weiteren Materialeigenschaften abhängig und die Dämmwirkung ist nicht automatisch besser je dicker die Dämmung ist. Meist wird der Wert in Berechnungen jedoch linear eingesetzt.
  • Bei Kondenswasserbildung ist der U-Wert deutlich schlechter, denn feuchte Wände dämmen schlechter als trockene. Insofern bestimmt das Material der abufunktionalen Einheit nachhaltig und langfristig auch den U-Wert mit.
  • Die Thematik Kondenswasserbildung durch Materialien mit geringer Fähigkeit Wasserdampf abzuleiten (z.B. Kunststoffdämmungen), wenn diese noch dazu falsch verbaut sind, ist also nicht nur problematisch wegen einer möglicherweise auftretenden Schimmelbildung bei Kondenswasserbildung, sondern auch für die Energieeinsparung relevant.

Wärmespeicherfähigkeit – ist vor allem eine Materialeigenschaft

Die Wärmespeicherfähigkeit ist eine Materialeigenschaft und gibt die gespeicherte Wärme eines Stoffes an, wenn dieser um 1 K erwärmt wird. Die gespeicherte Wärmemenge ist umso höher, je höher die spezifische Wärmekapazität, je größer die Rohdichte und je höher der Temperaturunterschied zur Umgebung ist (z.B. zwischen innen und außen bei einer Außenwand).

  • Sommerlicher Wärmeschutz und wohlige Wärme auch nachts entsteht nur durch hohe Wärmespeicherfähigkeit der Wand- und Dämmmaterialien.
  • Die Wärmespeicherfähigkeit von Nachwachsenden Rohstoffen (NaWaRo) wie Holzfaserdämmplatten ist mehr als 10-mal höher als die von Kunststoffdämmstoffen wie EPS, XPS, PUR.  Dies hat nicht nur, aber auch, mit der Rohdichte zu tun (Holzfaserdämmplatte: 160 kg/m3, EPS 20 kg/m3).
  • Die Wärmespeicherkapazität von Holz ist deutlich höher als z.B. von Beton oder Ziegel. Deshalb kühlt im Winter eine Holzwand abends, wenn die Heizung ausgestellt wird, weniger stark ab, als eine Ziegel- oder Betonwand. Am nächsten Morgen muss nicht erst die Wand aufgeheizt werden, um rasch ein gute Raumtemperatur zu erreichen. Das spart prinzipiell Energie (bei entsprechenden Nutzerverhalten).
  • Dämmung mit Holzdämmstoffen ist für den sommerlichen Wärmeschutz deutlich positiver zu werten als eine Kunststoffdämmung, weil sie wesentlich ausgleichender auf die Temperaturen im Inneren des Hauses reagiert. Deshalb sind beispielsweise mit Holzdämmstoffen ausgebaute Dächer im Sommer weniger von Überhitzung betroffen als bei anderen Dämmstoffen. Für ein ausgeglichenes Raumklima und die Vermeidung von Tauwasserbildung sind Dämmstoffe mit hoher Wärmespeicherfähigkeit positiv zu bewerten.

 

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Biodiversität: „Der heimische Wald – artenreicher als man denkt“

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Bild: Heimischer Wald mit diversem Jungwuchs. Begleittexte zur Holzinfomeile und Produktumweltampel. Biodiversität: „Der heimische Wald – artenreicher als man denkt“. (Bild: B&S).

Der heimische Wald – artenreicher als man denkt.

Artenvielfalt in heimischen Wäldern. Die vielfältigen Waldfunktionen wie Klima-, Immissions-, Erosions-, Lawinen-, Lärm-, Grundwasserschutz, Hochwasserabmilderung, Erholung und andere, werden umso besser gewährleistet, je höher die Baumartenvielfalt ist. Große Landnutzungsänderungen, wie bei tropischen Primärwäldern, kommen bei uns heute nicht vor. Deutsche Wälder sind seit Jahrhunderten nachhaltig bewirtschaftet, es wird nicht mehr entnommen als nachwächst. Unsere „Alten Nachhaltigkeitswälder“ sind nicht mit, auch nachhaltig bewirtschafteten aber monostrukturierten, tropischen Plantagen vergleichbar. Verantwortliche Waldbesitzer sowie das starke öffentliche Bewusstsein für die ökonomische, aber auch die ökologische und soziale Bedeutung des Waldes ist in Deutschland sehr groß, anders als in vielen anderen Ländern, auch in Europa. Das ist die Grundlage dafür, warum unsere „Alten Nachhaltigkeitswälder“ trotz intensiver Nutzung vergleichsweise artenreich sind (s.u.).

Dennoch gehen in den bewirtschafteten Wäldern Europas die weniger gebräuchlichen Baumarten zurück, wenn sie nicht nachgefragt werden.

Etwa 7.000 bis 14.000 Tierarten und ebenso viele Pflanzenarten leben in heimischen bewirtschafteten Wäldern. Unsere bewirtschafteten Nachhaltigkeitswälder sind auch artenreich. Der Artenreichtum im Wald hängt stark von der Vielfalt der heimischen Baumarten ab. In unseren heimischen nachhaltig bewirtschafteten Wäldern kommen potenziell etwa 60 Baumarten vor. Es besteht ein Zusammenhang zwischen Produktivität und Artenzahl: mit Halbierung der Artenzahl verlieren wir 20% Produktivität und die Produktivität von Monokulturen erfordert hohen Energieaufwand. Baumartenvielfalt macht Wälder stabil und wertvoll. Hochwertige Stämme, aber auch Standardqualitäten ungewöhnlicherer Sortimente (neben der Fichte) erzielen gute Preise und sollten nicht einfach in Sammellose gehen. Besondere Hölzer sind von spezialisierten Verarbeitern gesucht. Sie werden aber immer öfter als Importware bezogen. Auch, weil die Verarbeiter oft nicht wissen, wo sie diese regional bekommen. Baumartenvielfalt ist eine wichtige Grundlage, um auf den Markt und Trends reagieren zu können.

Artenvielfalt im heimischen Wald durch Marktmechanismen und Produkte fördern.

Schutz durch Nutzung der Vielfalt in unseren heimischen bewirtschafteten „Alten-Nachhaltigkeitswäldern“. Anders als in tropischen und borealen Primärwäldern (Urwäldern) trägt gerade die Nutzung dieser Vielfalt der heimischen Baumarten in bewirtschafteten Wäldern zur Förderung der Artenvielfalt bei. Vor allem auf dieser Basis werden Waldbesitzer verstärkt auch seltenere Baumarten in ihren Wäldern anpflanzen und pflegen. Förderung der Vielfalt in heimischen Wäldern erfordert Nutzung möglichst vieler der ca. 60 heimischen Baumarten in Produkten. Markt & Kunden haben den größten Einfluss. Aber es reicht nicht aus, Holzarten zu verwenden, die potentiell bei uns wachsen. Wichtig ist es, Produkte aus heimischen Hölzern der kurzen Wege nachzufragen, denn nur so bleibt die Kette geschlossen und die Nachfrage kann ihre Wirkung im Wald entfalten. Nur wenn Kunden Produkte aus der Bandbreite nachweislich heimischer Hölzer nachfragen, werden diese Baumarten wieder verstärkt angepflanzt. So sollten Produkte aus Holz der kurzen Wege aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern genutzt und beschafft werden.

Das Zertifikat »HOLZ VON HIER« ist hierfür ein transparentes Einkaufsargument.

 


Die gemeinnützige Initiative Holz von Hier, mit dem gleichnamigen Klima- und Umweltlabel HOLZ VON HIER, hat das Ziel einen Beitrag zu Klima-, Umwelt- und Ressourcenschutz sowie regionaler Wertschöpfung und Verbraucherschutz zu leisten. Das geht, neben politischen Vorgaben, nur über Information und nachhaltige Produkte. Wie Sie das unterstützen können, wie wir gemeinsam hier viel bewegen können und die Ziele ganz konkret umsetzen können erfahren Sie unter „aktiv werden“ bei http://www.holz-von-hier.de


Dieser Beitrag wurde für HOLZ VON HIER verfasst von G. Bruckner und P. Strohmeier. 


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Baustoffe: „Holzfaser-Zementplatte (Heraklit)“

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Bild: Holzfaser-Zement-Platten eignen sich vor allem dort wo z.B. Böden mit trittschallempfindlichen Materialien belegt sind (z.B. Steinplatten) die noch schall- und wärmegedämmt werden sollen.

Begleittexte zur Produktumweltampel und Holzinfomeile
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Heraklit Holzfaser-Zementplatte: Informationen zu Vorketten, Nutzungsphase, Nachnutzung

Einleitendes

Der Name „Heraklit“ ist ein Handelsname für Holzfaser-Zement-Dämmplatten. Da mehr als 70 Prozent der in Deutschland verwendeten HWL-Platten von einer Firma aus Österreich (mit weltweiter Produktion und Firmensitzen weltweit) hergestellt werden, die diesen Handelsnamen führt, sind Holzwolle-Dämmplatten bei uns oft nur unter diesem Markennahmen bekannt. Europäische Produktionsstandorte für die Holzwolle-Dämmplatten sind Deutschland, Griechenland, Kroatien, Slowakei, Tschechien, Ungarn und weitere Weltweit. Holzwolle-Dämmplatten wie Heraklit bestehen aus Holzwolle und mineralischen Bindemitteln, vor allem Zement und Magnesit. Die Platte dient der Wärmedämmung bei Gebäuden, als Putzgrund, Deckenplatte und anderes. Andere Platten nach ähnlichem Prinzip sind Platten aus Steinwolle plus mineralische Bindemittel („Heralan“) oder auch Kombinationen aus Steinwolle und Polystyrol plus mineralische Bindemittel. Mit Holz haben nur Holzfaser-Zement-Dämmplatten zu tun, diese sind im Folgenden beschrieben.

Vorketten – Rohstoffe

  • Grundrohstoffe im Produkt. Holzwolle-Platten (Handelsname einer Firma „Heraklit“) bestehen aus: Holz 25-35%, gebrannter Magnesium als Bindemittel 30-40% (oder Zement), Magnesiumsulfat 3-6%, Wasser 30-40%.
  • Rohstoffgewinnung, Zwischenprodukte, Halbwaren. Der Grundrohstoff Holz stammt als Rundholz und Hackschnitzel aus dem Wald, die Grundrohstoffe für Zement sind Sand, Kalk, Ton (oder Bauxit), Gips, Flugasche stammen aus Bergbau und werden zusammen mit Magnesiumsulfat und Wasser sowie Additiven zu Dämmplatten verpresst.
  • Reichweite. Holz das aus nachhaltiger Waldwirtschaft stammt ist prinzipiell dauerhaft verfügbar, denn es wird nicht mehr Holz entnommen als nachwächst. Holz das aus Primärwäldern also tropischen und borealen Urwäldern stammt sollte aus Klima- und Umweltschutzgründen nicht verwendet werden. Für die Rohstoffe Sand, Kalk, Ton, Gips und Magnesiumsulfat gelten die Angaben zu Zement und Beton. Auch hier wäre umweltfreundlicher Abbau wichtig, unterliegt jedoch bei nicht deutscher oder europäischer Herstellung nicht den bei uns geltenden Umwelt- und Gesundheitsvorgaben.

Vorketten – Transporte

  • „Die Bedeutung der Transporte für die Ökobilanz von Produkten wird heute systemisch unterschätzt“ (Holz von Hier). Standarddatensätze aus Ökobilanzen (EPD) rechnen im Grunde produktunabhängig mit 50 bis 350 km für die Vorketten (wissenschaftliche Studien rechnen bei deutscher Produktion mit 75-200 km IBU bis 562 km Thünen Institut die Vorketten vom Holzfaserplatten). So werden die Transporte in ihrer Klima- und Umweltwirkung meist stark unterschätzt.
  • Ohne Stoffstromnachweise können im Bau und Innenausbau eingesetzte Produkte tausende von Transportkilometern zurückgelegt haben. So werden die Transporte in ihrer Klima- und Umweltwirkung meist stark unterschätzt. Dies soll anhand von Stoffstromindizien aufgezeigt werden. (1) Holzfaserplatten ohne Herkunftsnachweise wie „HOLZ VON HIER“ können sehr viele Transportkilometer im Stoffstrom zurückgelegt haben und das obwohl der Rohstoff an sich sehr regional zu beziehen wäre, denn der Markt für Holzplatten udn auch Holzfaserdämmplatten wie „Heraklit“ ist international.

Nutzungsphase

  • Gesundheit. In Deutschland hergestellte Holzdämmstoffe halten die gesetzlichen Vorgaben zu Formaldehyden, VOC und Eluaten ein. Gesundheitsrelevante Emissionen können nur aus dem verwendeten Bindemitteln bzw. Härtern stammen. Holzfaser-Zement-Platten sollten am besten nicht direkt mit der Innenraumluft in Verbindung stehen.
  • REACH-RISK. Das Risiko dass hoch gesundheitsgefährliche Substanzen (neben Formaldehyd) laut REACH Verordnung im Produkt vorkommen ist bei den Holznatelen gering, bei den Zementanteilen aber möglicherweise gegeben. In Deutschland und Europa hergestellte Produkte sind jedoch an die REACH-Verordnung gebunden.
  • Sicherheit – Verhalten im Brandfall. Holzdämmstoffe können brennen, ja, aber Holzdämmstoffe nach DIN werden in der Regel in die Brandstoffklasse B1 (schwerentflammbar) eingeteilt. Entscheidend ist hierbei für die Sicherheit im Brandfall, dass Baustoffe nach B1 als selbst verlöschend gelten, während sich bei Baustoffen nach B2 und darunter der Brand selbst erhält, auch wenn die Brandursache entfällt (z.B. abtropfendes Weiterbrennen). Eine Verkohlungsschicht verhindert bei Holzdämmstoffen generell im Brandfall das schnelle Durchbrennen und hemmt so die Ausbreitung des Feuers, so können höchste Brandschutzanforderungen bis F90 B / REI 90 errichtet werden. Im Brandfall haben Holzdämmstoffe eine deutlich geringere Rauchentwicklung als andere Dämmstoffe (z.B. Kunststoffdämmstoffe) und brennen auch nicht tropfend ab. Holzfaserdämmplatten mit Mineralischen Bestandteilen wie Zement sind zudem sicher noch schlechter brennbar (die Brandklasse konnte hier noch nicht ermittelt werden und ist auch nicht in EPD vermerkt).
  • Haltbarkeit. Die Haltbarkeit von Dämmstoffen aller Art wird laut BNB wie folgt angegeben: als Schäume/Filze/Einblasware: > 50 Jahre, als Platten: 40 Jahre. Hierbei wird vom BNB kein Materialunterschied in der Haltbarkeit gesehen.
  • Strapazierfähigkeit, Pflege, Reparaturfreundlichkeit. Holfaserdämmstoffe sind an defekten Stellen vergleichsweise einfach austauschbar. Pflege in dem Sinne ist nicht nötig, die Platte sollte aber feuchtesicher verbaut sein. Eine Reparatur ist nicht möglich, die Platte wid bei Defekt als ganzes ausgetauscht.

Nachnutzung – Ist Stand und Potentiale

  • Der heute gängige Nachnutzungsweg für Holzzementfaserplatten ist die Deponierung bzw. thermische thermische Verwertung (in der MVA).

Umwelt und Qualitätssiegel

  • Bisher keine uns bekannten.